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Städter – Isoliert und einsam? Stephanie Huber, Sonja Stöcklin, Christoph Zangger & Valerie Zimmermann.

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Präsentation zum Thema: "Städter – Isoliert und einsam? Stephanie Huber, Sonja Stöcklin, Christoph Zangger & Valerie Zimmermann."—  Präsentation transkript:

1 Städter – Isoliert und einsam? Stephanie Huber, Sonja Stöcklin, Christoph Zangger & Valerie Zimmermann

2 Übersicht: Einleitung Netzwerkanalyse 3 Thesen Empirische Befunde Beispiel Schweiz: Grösse und räumliche Verteilung von sozialen Netzwerken in Zürich Verteilung des Sozialkapitals in der Schweiz Diskussion

3 Einleitung Grossstadt Anonymität vs. Landidylle? Wie unterscheiden sich die sozialen Kontakte von Menschen in der Grossstadt von denen in kleinen Städten und Dörfern?

4 Einleitung Netzwerk: Eine durch Beziehungen eines bestimmten Typs verbundene Menge von sozialen Einheiten. (Personen, Organisationen, Stadtviertel,…) Entstehung von Netzwerken (nach Feld 1984) Netzwerke bilden sich aufgrund von Treffpunkten, Foci genannt. Die Teilnahme an den Aktivitäten eines Fokus führt zu einer Interaktion, diese wiederum zu Gefühlen der Individuen für einander, daraus entstehen Beziehungen und somit Netzwerke. (Hypothese über Zusammenhänge stammt aus Gruppentheorie von Homans) 4 wichtigsten Foci: Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz und freiwillige Vereinigungen

5 Netzwerkanalyse Verfahren um das Gefüge von sozialen Beziehungen zu beschreiben und mathematisch –statistisch zu analysieren Erhebung eines/mehrerer bestimmter Typen von Beziehungen: partielles Netzwerk Ermittlung aller möglicher Beziehungen: totales Netzwerk egozentriertes Netzwerk: Netzwerk eines Individuums wird untersucht Gesamtnetzwerk: Gesamtes Netzwerk bspw. einer politischen Partei wird untersucht

6 Wichtige Elemente der Netzwerkanalyse Namensgeneratoren: Fragen, welche erfassen mit welchen Personen man welche Arten von Kontakten hat --> Burt- und Fischer-Generator Namensinterpretatoren: Fragen, die die Eigenschaften der Alteri erfassen (z.B. Geschlecht, Alter, Schulbildung) Wichtigsten Merkmale von Netzwerken: Grösse, Dichte, Intensität, Reziprozität, Multiplexität, Art der Beziehung

7 3 Thesen Community lost: Städter sind entwurzelt; sie haben vermehrt oberflächliche, flüchtige soziale Beziehungen; dies führt zu persönlicher Desintegration und abweichendem Verhalten. Community saved: Auch in der Grossstadt bleiben homogene Viertel mit hoher Identität und hohem Zusammenhalt der Bewohner. Community liberated: Grossstädte bestehen aus individuellen Netzwerken von Beziehungen, die sich quer über die ganze Stadt und darüber hinaus erstrecken. Individuen sind nicht an ein Viertel, wohl aber an die Stadt gebunden. Weniger soziale Kontrolle.

8 Empirische Befunde: Die These einer community lost ist von der empirischen Forschung klar wiederlegt worden Die Mehrheit der Befunde spricht für die These einer community liberated Einige Netzwerke sprechen auch für die These einer community saved, meist solche von Arbeiterfamilien (Unter- Mittelschicht)

9 Empirische Befunde: Hilfeleistung: Das Ausmass an Hilfeleistung ist unabhängig von der Gemeindegrösse Das zentrale Unterstützungssystem bilden Ehepartner und Verwandte, vor allem die engere Familie Die Bedeutung des Ehepartners ist in kleinen Gemeinden etwas höher, die von Verwandten und Freunden ist in den Grossstädten etwas höher. (Allbus 1986) Nachbarschaft in Grossstadt = Not-und Hilfsgemeinschaft Hilfe wird nur in besonderen Fällen in Anspruch genommen, ist dann aber auch vorhanden. (Pfeil 1963/72: Deutschland)

10 Empirische Befunde: Räumliche Verteilung des Netzwerks: Je grösser die Gemeinde ist, desto weiter entfernt wohnen Verwandte und Freunde, desto disperser ist das Netzwerk (Allbus 1986) mit steigender Gemeindegrösse: Sinkt der Anteil in 15 min. erreichbarer Verwandter(59  37%) und Freunde(53  25%) Sinkt der Anteil, derer die ihre Verwandten und/oder Freunde wöchentlich besuchen Nehmen telefonische Kontakte zu (Allbus 1986) Das Netzwerk von Grossstädtern ist nicht räumlich konzentriert, sondern erstreckt sich über die gesamte Stadt und darüber hinaus.

11 Empirische Befunde: Erklärungsansätze: je kleiner die Gemeinde desto näher wohnen die Verwandten je kleiner die Gemeinde, desto entspannter ist der Wohnungsmarkt, desto eher kann man in der Nähe seiner Verwandten wohnen In kleineren Orten heiratet man eher Personen aus dem Ort nicht nur die Verwandten sondern auch nvP wohnen weiter weg ; Grossstädter haben einen hohen Anteil nicht-lokaler Beziehungen, sind weniger lokal gebunden Je grösser und je heterogener die Bevölkerung in einer gegebenen Entfernungszone ist (bspw. 1h), desto eher werden aus ihr nvP für das Netzwerk gewonnen.  Heterogenität der sozialen Opportunitätsstruktur

12 Empirische Befunde: Grösse und Art der Beziehung des Netzwerks: Anteil Verwandter am Netzwerk sinkt mit Gemeindegrösse  Effekt der Schulbildung: Anteil Befragter mit Hauptschulabschluss sinkt mit zunehmender Gemeindegrösse (Pappi u. Melbeck 1988: Deutschland) Grösse des Netzwerks steigt mit dem sozialen Status einer Person Anteil der Verwandten am Netzwerk sinkt mit steigendem sozialen Status Verwandten sind überwiegend von Frau; Bekannte sind überwiegend von Mann Netzwerke sind relativ homogen hinsichtlich Religion, sozialer Schicht, besonders bezüglich Bildung

13 Empirische Befunde: Je höher der Sozialstatus einer Pers. desto grösser ist das Netzwerk und der Anteil nvP und desto entfernter wohnen die Verwandten und nvP Erklärung: Pers. mit hohem Einkommen vermögen zeitliche und räumliche Barrieren besser zu überbrücken Freundschaften sind selektiv; Homophilie  statushohe Personen sind weniger zahlreich, sie benötigen einen grösseren Einzugsbereich

14 Empirische Befunde: Intensität: Durchschnittlich hat man zu den Personen im Netzwerk alle zwei Wochen Kontakt (Wellman et al. 1988: Est York, Toronto) meist face to face zu engerem Netzwerk wöchentlicher Kontakt häufiger telefonisch  räumlich disperse Netzwerke: ø16 km entfernt (Wellman et al. 1988: Est York, Toronto)

15 Empirische Befunde: Inhalte der Beziehung: Eingeteilt in 19 Kategorien wie Geselligkeit, Geld leihen, Hilfe bei Jobsuche, … Am meisten genannt werden: Geselligkeit, emotionale Hilfe u. kleinere Dienstleistungen Eine Netzwerkperson erbringt durchschnittlich 3 dieser Leistungen Nicht alle Leistungen sind reziprok (Geld leihen, Hilfe bei der Suche nach Wohnung u. Job  einseitig) Beziehungen sind weitgehend spezialisiert, aber einige Leistungen erbringen auch mehrere Personen und für jede Leistung gibt es mindestens eine Person im Netzwerk, die sie erbringt (Wellman et al. 1988: Est York, Toronto)

16 Empirische Befunde: Dichte: es sind nicht alle Personen im Netzwerk mit allen anderen verbunden; es bestehen jedoch innerhalb des Netzwerks Cluster von Personen, die fast alle miteinander verbunden sind. (Wellman et al. 1988: Est York, Toronto)

17 Wer kennt wen? Die Bedeutung sozialräumlicher Mobilität für die Netzwerkbildung Frei et al. (2009):«Mobilities and Social Network Geography: Size and Spatial Dispersion – the Zurich Case Study»

18 I. Ausgangslage «Schrumpfende Welt» - Neue Kommunikations- und Transportmöglichkeiten - «Spatial Turn»: Raum wird sozial generiert, nicht bloss ein passiver Container - «Gemeinschaft» ist nicht mehr zwangsläufig lokal - Neue Mobilitätsbiographien - Aber auch neue soziale Ungleichheit: Mobilität ermöglicht den Kontakt mit «signifikanten Anderen»  Forschungsfrage: «What size and spatial dispersion do the social networks have and how are our findings related to pattern of inequality structures»? (Frei et al. 2009: 100)

19 II. Messung sozialer Netzwerke Survey realisierte Interviews (Ausschöpfung: 10.7%) - Verzerrung hin zu höher gebildeteren, den öffentlichen Verkehr nutzenden Personen - Messung des Netzwerkes: Fokussiert auf egozentrische Netzwerke, 2 unterschiedliche Namensgeneratoren (Total konnten max. 49 «Alteri» genannt werden)  Wie kann die räumliche Verteilung des Netzwerkes erfasst werden? «confidence ellipse» vs. «Aufsummieren der Distanzen aller ties»

20 II. Messung sozialer Netzwerke

21 III. Charakterisierung der Netzwerke Netzwerkgrösse (deskriptiv) - Jüngere unterhalten mehr Beziehungen zu Anderen als ältere Personen - N-förmiger Zusammenhang zwischen Anteil an «bedeutsamen» Beziehungen und Alter - Höhere Bildung scheint mit einer Zunahme der Anzahl Beziehungen zu Anderen einherzugehen - Kein Effekt des Geschlechts  Im negativen-binomialen Modell (count data): - Besitz einer Monatskarte für den öffentlichen Verkehr, die Anzahl Umzüge, Arbeitsstatus und die Anzahl Kinder erhöhen jeweils die Zahl sozialer Kontakte.

22 III. Charakterisierung der Netzwerke Räumliche Dispersion der Netzwerke - Unterschiedliche Grösse der «confidence ellipse» soll erklärt werden  Tobit Regression (censored data): - Jüngere Personen mit hoher Bildung und einem tiefen oder mittleren Einkommen unterhalten ein räumlich disperseres Netzwerk von sozialen Kontakten - Besitz eines Autos wie auch die Anzahl von «ties» haben einen positiven Einfluss auf die geographische Grösse des Netzwerkes - Mobilitätsbiographie (Anzahl Arbeitsortwechsel, etc.) hat einen positiven Einfluss auf die räumliche Dispersion der Netzwerke Die räumliche Verteilung sozialer Netzwerke ist sowohl von stratifikatorischen wie von mobilitätsbiographischen Einflüssen abhängig.

23 Netzwerke als integraler Bestandteil sozialen Kapitals und dessen Verteilung in verschiedenen Regionen und Kantonen der Schweiz Markus Freitag (2004):«Schweizer Welten des Sozialkapitals. Empirische Untersuchungen zum sozialen Leben in Regionen und Kantonen.»

24 I. Netzwerke und soziales Kapital «Soziales Kapital» «Das Sozialkapital ist die Gesamtheit der aktuellen und potentiellen Ressourcen, die mit dem Besitz eines dauerhaften Netzes von mehr oder weniger institutionalisierten Beziehungen gegenseitigen Kennens oder Anerkennens verbunden sind; oder, anders ausgedrückt, es handelt sich dabei um Ressourcen, die auf der Zugehörigkeit zu einer Gruppe beruhen» (Bourdieu 1983: 191, Hervorhebung im Original).  Netzwerke sind ein grundlegender Aspekt sozialen Kapitals  Soziales Kapital entsteht «aus der produktiven Nutzung zwischenmenschlicher Beziehungen» (Freitag 2004: 90) und somit auch aus unterschiedlichen sozialen Netzwerken

25 I. Netzwerke und soziales Kapital Komponenten des Sozialkapitals a) Zwischenmenschliches Vertrauen b) Gemeinschaftsbezogene Werte und Normen c) Ausmass an sozialer Integration - Formelle vs. informelle Beziehungen - Strong vs. weak ties - Brückenschlagende vs. bindende Verbindungen  Forschungsfrage: «Wie unterscheiden sich die verschiedenen subnationalen Einheiten hinsichtlich ihres Sozialkapitalbestandes? Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den Regionen und Kantonen? Welche Formen des sozialen Zusammenlebens dominieren in welchem Kanton?» (Freitag 2010: 88)  Konzentriert auf das Engagement in formellen Vereinigungen und informellen Netzwerken.

26 II. Dimensionen des Sozialkapitals 5 Dimensionen des Sozialkapitals 1. Assoziatives Sozialkapital (Mitgliedschaft in Vereinen, Ehrenamt)  Brückenbildende vs. Bindende Vereinigungen 2. Sozialkapital in der Nachbarschaft 3. Sozialkapital im Freundeskreis 4. Sozialkapital im Kollegenkreis 5. Sozialkapital im Verwandtenkreis  Vgl. 4 hauptsächlichen Foci der Netzwerkbildung (Familie, Nachbarschaft, Arbeitsplatz und freiwillige Vereinigungen  Friedrichs 1995: 164)  Widerspiegeln die intendierten Dimensionen im SHP  Dimensionen sind ungleich über einzelne Regionen und Kantone in der Schweiz verteilt

27 III. Verteilung des Sozialkapitals in der Schweiz Assoziatives Sozialkapital Nahezu alle deutschsprachigen Kantone weisen im Vergleich mit der lateinischen Schweiz einen höheren Grundstock an assoziativen Sozialkapital auf (v.a. in den Kantonen Obwalden, Graubünden, Uri, Nidwalden, Appenzell Ausserrhoden, Schwyz, Zug und Bern)

28 III. Verteilung des Sozialkapitals in der Schweiz Sozialkapital im Verwandten- und Freundeskreis Soziales Kapital in Form eines Netzwerkes von Freunden und Verwandten (praktische und emotionale Unterstützung, Anzahl Kontakte) ist in der lateinischen Schweiz überdurchschnittlich vertreten. Insbesondere im Wallis, Waadt und Genf (Uri sticht als einziger Deutschschweizer Kanton mit überdurchschnittlichem Anteil hervor)

29 III. Verteilung des Sozialkapitals in der Schweiz Sozialkapital in der Nachbarschaft Die Integration in die jeweilige Nachbarschaft ist in allen französischsprachigen Kantonen unterdurchschnittlich. In der Deutschschweiz kein einheitlicher Trend. Spitzenreiter in die nachbarschaftliche Einbindung sind dabei die Kantone Glarus, Graubünden, Basel Land und Bern.

30 III. Verteilung des Sozialkapitals in der Schweiz Sozialkapital im Kollegenkreis Am wenigsten Unterstützung durch ihre Arbeitskollegen erfährt die Bevölkerung aus dem Kanton Tessin. Allgemein kein Trend nach Sprachregionen erkennbar. Am höchsten in Uri, Zug und Solothurn.

31 IV. Unterschiedliche Kantons-Cluster 5 Cluster/Gruppen von Kantonen bezüglich ihrer Sozialkapitalausstattung 1. Lateinische Schweiz: Ausgeprägte Sozialkapitalform des „primären Lebensumfeldes“, geringer Grundstock an assoziativem Sozialkapital. 2. Landwirtschaftlich-gewerblich strukturierte Kantone: Hoher Bestand an assoziativen Sozialkapital, kombiniert mit unterschiedlichen Ausprägungen des informellen sozialen Zusammenlebens (z.B. GR, NW, OW). 3. Frühindustrialisierte Kantone: Ebenfalls hoher Bestandteil assoziativen Sozialkapitals, aber kombiniert mir ausgesprochen starken nachbarschaftlichen Beziehungen (AR und GL). 4. Stadt-Umland Kantone: Vergleichsweise starke Einbindung in die Nachbarschaft und den erweiterten Kollegenkreis (z.B. AG, BL, SG). 5. Ehemals industrialisierte Grenzkantone und urbane Gliedstaaten: Mehr oder weniger geringer Sozialkapitalbestand in allen Dimensionen (z.B. ZH, BS, SH).

32 Diskussion

33 Einstiegsfrage: Wie erlebt ihr das Leben in der Stadt? Würdet ihr den Forschungsergebnissen von einer „Community liberated“ zustimmen?

34 Diskussion Film Nachbarschaftshilfe Stadt Zürich 00:00 – 03:37

35 Diskussion Ist diese Nachbarschaftshilfe Ausdruck davon, dass die Menschen in einer Stadt doch das Bedürfnis nach einer „Community saved“ haben?

36 Diskussion Welche negativen Konsequenzen könnte die Lebensform der „community liberated“ haben? Im Zeitverlauf (respektive Lebensverlauf) und für unterschiedliche Gesellschaftsschichten?

37 Diskussion Gibt es Städtebauliche Projekte welche Tendenzen der einzelnen „Community“ Thesen widerspiegeln?

38 Diskussion Wie erklären Sie sich die Befunde bezüglich des unterschiedlichen Sozialen Kapitals in der Studie von Markus Freitag (2004):«Schweizer Welten des Sozialkapitals. Empirische Untersuchungen zum sozialen Leben in Regionen und Kantonen.»?

39 Diskussion -Fast alle deutschsprachigen Kantone haben höheren Grundstock an assoziativen Sozialkapital. -Soziales Kapital in Form eines Netzwerkes von Freunden und Verwandten in lateinischen Schweiz überdurchschnittlich vertreten. -Spitzenreiter bei nachbarschaftlichen Einbindung sind die Kantone Glarus, Graubünden, Basel Land und Bern. - Am wenigsten Unterstützung durch ihre Arbeitskollegen erfährt die Bevölkerung aus dem Kanton Tessin.

40 Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!


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