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Lateinamerikanische Philosophie Eine Einführung. G.W.F. Hegel, Vorl. ü. d. Phil. d. Geschichte (suhrkamp Bd. 12, 114). „Was sich bis jetzt [in Amerika]

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1 Lateinamerikanische Philosophie Eine Einführung

2 G.W.F. Hegel, Vorl. ü. d. Phil. d. Geschichte (suhrkamp Bd. 12, 114). „Was sich bis jetzt [in Amerika] ereignet, ist nur der Widerhall der Alten Welt und der Ausdruck fremder Lebendigkeit“. Es ist „ein Land der Sehnsucht für alle die, welche die historische Rüstkammer des alten Europas langeweilt.“ „Amerika ist … das Land der Zukunft…“ es hat daher noch keine Geschichte – „Amerika hat von dem Boden auszuscheiden, auf welchem sich bis heute die Weltgeschichte begab“. Geschichtslos bietet Amerika kein Thema für die Philosophie, aber auch die Gegenwart bleibt leer. Mehr noch: Die Philosophie beziehe sich auf das, „was ist und ewig ist“, nicht nur auf das, was gewesen ist. Als Land der Zukunft ohne Geschichte und ohne ewige Wahrheiten ist Amerika folglich ein philosophisch gänzlich unbeschriebenes Blatt.

3 Widerhall des Alten

4 „Land der Sehnsucht“ für gelangweilte Europäer Conquest of Paradise

5 „Amerika ist … das Land der Zukunft…“

6 Entdeckung, Verdeckung (L. Zea), Erfindung (E. Dussel) Amerikas? „Begegnung“ der Kulturen? clash of civilizations? A fresco of an Indian Princess and Columbia honoring George Washington. This was painted by Constantino Brumidi ( ) Gerhard Kruip, Kirche und Gesellschaft im Prozeß ethisch historischer Selbstverständigung. Die mexikanische Kontroverse um die ‚Entdeckung Amerikas’, Münster 1996.

7 Name? Intaliener Amerigo Vespucci (1451– 1512) Entdecker der Amazonasmündung Er publiziert die Erkenntnis, dass Christoph Kolumbus nicht nach Indien oder Asien segelte, sondern einen eigenständigen Erdteil entdeckte. Der Mitarbeiter des Freiburger Kartographen Martin Waldseemüller, Matthias Ringmann, hielt Vespuccis Reiseberichte als Beleg für die Entdeckung des neuen Kontinents durch ihn. Ringmann verfasste daher eine Begleitschrift zur Waldseemüllers neuer Karte. (25. April 1507) mit folgendem Vorschlag: „[I]ch sehe nicht ein, warum nicht (dieser Erdteil) nach dem Entdecker Amerigo, einem Mann von klugem Geist, ‚Amerige‘, also das Land des Americus oder ‚America‘ genannt werden soll: denn sowohl Europa, als auch Asia sind Namen, die sich von Frauen ableiten.“ Spätere Einwände gegen diesen Vorschlag blieben erfolglos. Man sollten den Kontinent nach Kolumbus benennen. Dies führte nur Benennung von Kolumbien. 16. Jh. Ein Gericht erklärt Kolumbus als Entdecker Amerikas.

8 Die 100 Namen Amerikas

9 Welcher Name? Der peruanische Essayist und Politiker Víctor Raúl Haya de la Torre ( ) spricht von Indoamerica. Mit der Gründung der Alianza Popular Revolucionaria Americana versucht er eine iberoamerikanische Einheit wirklich werden zu lassen. Abya Yala Bezeichnung der Kuna- Indigenen Panamas für die Amerikas.

10 Welcher Name? Welche Identität? Welche Philosophie? Lateinamerikanische Identität „Widerhall der Alten Welt“ „fremde Lebendigkeit“ „Land der Sehnsucht“ für Europaüberdrüssige Mestizaje / Mestizentum Philosophie Eurozentrische Philosophie Logoszentriertheit = Weisheit u. Mythen der ursprünglichen Bevölkerung sind keine Philosophie Rechtfertigung der Conquista Phil. jenseits von Indigenismus und Eurozentrismus

11 Perioden der lateinamerikanischen Philosophie bis 1492 (u. darüber hinaus) weisheitl. Phil. M. León-Portilla : Koloniale Phil – : Legitimation der Conquista – : „Normalisierung der Phil“ in europäischer Gewandung – : engl.-franz Aufklärung /1910: Emanzipation – : Zweite Emanzipation mit dem Ziel einer amerika Phil. – : Gegenreaktion, erneute Hinkehr zur Aufklärung – /1910: Positivismus 20. Jh. Wiederentdeckung der lateinamerikanischen Perspektiven

12 1. Ursprüngliche Weisheit Miguel León-Portilla *1926 Mexiko Dissertation: La filosofía náhuatl estudiada en sus fuentes (1956) Das vorspanische Denken Mexikos. Die Nahuatl-Philosophie, Köln 1970.

13 Nahuatl-Philosophie Tlamatinime = diejenigen, die etwas wissen (Bernardino de Sahagún ca ) Sie diskutieren (1) Themen, die im Zusammenhang mit der Gottheit stehen. (2) den Ursprung (3) Sein und Schicksal von Mensch und Welt Colección de cantares mexicanos ( zsgestellt v. Schüler v. Sahagún) „Zufall sind in Wahrheit die Menschen? Deshalb ist schon unser Lied nicht wahr. Was bleibt mit viel Glück bestehen? Was hält sich mit Glück auf den Beinen? Was kommt am Ende Gutes heraus?“

14 Josef Estermann Andine Philosophie. Eine interkulturelle Studie zur autochthonen andinen Weisheit, Aachen 1999.

15 : Koloniale Phil : Legitimation der Conquista; Indianerrechte. Studium der Texte von Francisco de la Vitoria ( , ab 1530 in Mexiko, Relecciones sobre las Indias 1539): Zur menschlichen Natur gehört eine Herrschaftsstruktur. Deren Existenz gilt es auch bei außereuropäischen Völkern anzuerkennen : „Normalisierung der Phil“ in europäischer Gewandung 1553 Gründung der Uni Mexikos. Geist des Renaissance- Humanismus : engl.-franz Aufklärung Ausrichtung auf die USA

16 /1910: Emanzipation : Zweite Emanzipation mit dem Ziel einer amerikan. Phil. Simon Bolívar ( ), El Libertador: Carta de Jamaica (1815) Utopie der Vereinigten Staaten von Amerika: Demokratie, Solidarität und Fortschritt. Republik als Ideal; aber nur schrittweise Annäherung möglich. – : Gegenreaktion, erneute Hinkehr zur Aufklärung: Domingo Faustino Sarmiento ( ; Präsident von Argentinien.): franz.-engl. Aufklärungsparadigma als Weg aus der Barbarei in die Zivilisation. Indigene und koloniale Verbindungen sind zu kappen. – Andrés Bello ( ) 19 Jahre in London für Venezuela „Filosofía del entendimiento“ Dilemma: Freiheit/Unabhängigkeit und Diktator zum Kampf um Unabhängigkeit

17 Positivismus /1910: Positivismus Gabino Barreda (1818 –1881): Positivismus unter dem Motto “Orden y progeso” (ORDEM E PROGRESSO) Die Wirklichkeit ist ein Mechanismus. Die Prinzipien dieses Mechanismus sind zu erfassen. Dadurch wird Fortschritt möglich. Auguste Comte ( ) 1842 „Cours de philosophie positive“ : („kindliche“ Religion, „jungenhafte“ Metaphysik, schließlich „männliche“ positive Wissenschaft) Fortschritt durch Wissenschaft u. Technik Religion = Kolonialzeit Metaphysik = Liberalismus Wissenschaft = Gegenwart

18 20. Jh. Genese einer lateinamerikanischen Philosophie – Anfänge im 18. Jh. Juan Bautista Alberdi ( ): 1842 in Montevideo, Uruguay: Philosophie müsse immer landes- und kulturspezifisch sein. Spezificum: die Freiheit des Menschen. La Phil habe zu sei1900 Generation José Enrique Rodó ( ): gegen die Ausrichtung LA an den USA. – 1925 Philosophie des Mestizentums – 1969 Phil der Befreiung – Postmodernität, Postkolonalität – Interkulturelle Philosophie

19 Programm des Semiars 1. Leopoldo Zea (nächste Sitzung, 14.4.) 2. Indigene Philosophie (21.4.)

20 3. José Julián Martí y Pérez ( ) kubanischer Poet, Schriftsteller, Nationalheld im Unabhängigkeitskampf, gefallen Versos sencillos (1878) Nuestra América (1891) Kontextualisierung des Subjekts, das Philosophie treibt. Kein bloße Umsetzung europäischer oder nordamerikanischer Themen. Geschichte LA‘s als Ausgangspunkt. Projekt der multidimensionalen Befreiung Lit. Raúl Fornet-Betancourt, José Martí interkulturell gelesen, Nordhausen 2007

21 4. José Vasconcelos Calderón ( ) Raza Cósmica (1925) Ziel: Genese einer einzigen fünften Weltrasse, der kosm. Rasse, durch Vermischung der bestehenden weißen schwarzen, gelben und roten. kulturelle Merkmale der Rassen Mestizen (Mexikaner) = Repräsentanten der kosm. Rasse, verbunden durch das Christentum. Lit. Frank Leinen, Visionen eines neuen Mexiko, Frankfurt / M 2000.

22 5. Ernesto Mayz Vallenilla *1925 Venezuela Studium in Göttingen, Freiburg, München (Dilthey, Kant, Hüsserl, Heidegger). Das Problem des Nichts bei Kant Examen de nuestra conciencia cultural (1955) El problema de América (1959) Grundlagen der Meta-Technik (1990/2002): Technik als Überwindung menschlicher Grenzen und Neuformung des Menschen Latein. Phil.: Talent der Erwartung und Utopie „no-ser-siempre-todavía“ LA an der Geschichte gedrängt, weil es weder eine europ., noch eine eigene hat.

23 6. Eduardo Hughes Galeano (*1940) Montevideo, Uruguay, Journalist, Schriftsteller. Las venas abiertas de América Latina / Die offenen Adern Lateinamerikas (1971, 18. Aufl. 2005) Der Ball ist rund, Die Füße nach oben. Zustand und Zukunft einer verkehrten Welt (Patas Arriba, 2001)

24 7. Arturo Andrés Roig (* 1922) Argentinier Platon, Dt. Idealismus (Karl Christian Friedrich Krause , Krausismo), Befreiungsphilosophie 1992/1492: „Selbstentdeckung der Kultur der Eroberer als imperiales Unternehmen“. Phil. muss zur Selbstentdeckung der Lateinamerikaner führen. „geteilte Geschichte“, „Intrakultureller Dialog“ Lit. Günther Mahr, Die Philosophie als Magd der Emanzipation. Eine Einführung in das Denken von Arturo Andrés Roig, Aachen 2000.

25 8. Enrique Dussel (*1934) Argentinier Herrschaft und Befreiung. Ansatz, Stationen und Themen einer lateinamerikanischen Theologie der Befreiung. Fribourg Philosophie der Befreiung, Hamburg Von der Erfindung Amerikas zur Entdeckung des Anderen. Ein Projekt der Transmoderne, Düsseldorf Prinzip Befreiung. Kurzer Aufriss einer kritischen und materialen Ethik, Aachen Destruktion der europ. Denktradition (Hegel, Totalität, Sein, System „Ich denke“ – „Ich erobere“ – dagegen: Meta-Physik: jenseits der Totalität vom Anderen her : Exteriorität (E. Levinas) Kritik an der Diskursethik: soziale Bedingungen der Diskursteilnehmer müssen berücksichtigt werden. Lit. Anton Peter, Enrique Dussel. Offenbarung Gottes im Anderen, Mainz 1996.

26 9. Ignacio Ellacuría ( ) Spanier, S.J., ab 1948 in El Salvador Zusammenarbeit mit Xavier Zubiri ( ) Befreiungsphilosophie Die geschichtlichen Realität = phil. Objekt ; Ideologiekritik, Kritik politischer, sozialer und wirtsch. Ungerechtigkeiten Ziel: Freiheit der Geschichte von allen Leben-mindernden Faktoren Befreiungstheologe Konflikte mit den Mächtigen in El Salvador Ermordung durch Soldaten (vgl. Óscar Romero, Erzbischof von El Salvador, 1980), zs. m. anderen Jesuiten, Haushälterin u. deren Tochter Celina). Lit. Thomas Fornet-Ponse, Ignacio Ellacuría – interkulturell gelesen, Nordhausen 2008.

27 10. Juan Carlos Scannone (*1931) Argentinier, Studium München, Innsbruck. Prof. PhilFak, Universidad del Salvador, Provinz von Buenos Aires. Diss. Sein und Inkarnation (M. Blondel) Weisheit und Befreiung, Düsseldorf 1992, E. Levinas: vom Anderen, Armen aus Phil. entwerfen. Phil. d. Volksweisheit: Wir – Ich; Ich denke – Ich handle; Pacha Mama – Natur; Symbol – Begriff; Weisheit – Wissenschaft.

28 Interkulturelle Philosophie Raúl Fornet-Betancourt, - Lateinamerikansiche Philosophie zwischen Inkulturation und Interkulturalität, Frankfurt 1997; - Zur interkulturellen Kritik der neueren lateinamerikanischen Philosophie, Nordhausen Josef Estermann, Andine Philosophie, 1999, 36ff. Jenseits von Moderne und Postmoderne, von Akkulturation und Inkulturation Gemeinsamer Bezugspunkt: das Humanum Menschenrechte Philosophie als offener Prozess der interkulturellen Verständigung


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