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Ausbildungsreport NRW 2014 Ergebnisse einer Befragung von 7.000 Auszubildenden zur Ausbildungsqualität in Nordrhein- Westfalen.

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1 Ausbildungsreport NRW 2014 Ergebnisse einer Befragung von Auszubildenden zur Ausbildungsqualität in Nordrhein- Westfalen

2 Inhalt 1.Bedeutung der Qualität der Ausbildung 2.Der Ausbildungsreport der DGB-Jugend 3.Die Gesamtbewertung 4.Die wichtigsten Ergebnisse 5.Geschlechtsspezifische Unterschiede 6.Lebenssituation Auszubildender 7.Fazit 8.Forderungen

3 1. Bedeutung der Ausbildungsqualität Die duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule stellt für die Hälfte der Schulabgänger_innen in Nordrhein-Westfalen den Einstieg ins Berufsleben dar. Die Kombination aus theoretischem und praktischem Lernen und die vielseitigen und anspruchsvollen Aufgaben durch den hohen Praxisbezug geben den jungen Menschen die grundlegenden Qualifikationen für die Arbeitswelt. Der Qualität der Berufsausbildung kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu: Sie stellt sicher, dass die Auszubildenden, die notwendigen Inhalte und beruflichen und sozialen Kompetenzen lernen, um anschließend in der Arbeitswelt mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen zurechtzukommen. Eine gute und qualitativ hochwertige Ausbildung ist die Voraussetzung für die jungen Menschen, sich auf dem Arbeitsmarkt zurechtzufinden und eine reguläre, unbefristete und fair bezahlte Arbeitsstelle zu finden.

4  Ziel des Ausbildungsreports ist es, ein möglichst genaues Bild der Qualität der deutschen Ausbildungslandschaft zu zeichnen.  Dies ermöglicht, einen Überblick darüber zu gewinnen, in welchen Berufen junge Menschen eine qualitativ hochwertige Ausbildung erhalten und wo es Mängel gibt.  Der Ausbildungsreport fragt die Auszubildenden, wie diese ihre berufliche Ausbildung selber einschätzen.  Da diese die Expertinnen und Experten dafür sind, können sie am besten die Qualität der Ausbildung beurteilen. 2. Der Ausbildungsreport

5  Auszubildende aus den 25 am stärksten frequentierten Ausbildungsberufen beteiligten sich schriftlich an der Befragung der Gewerkschaftsjugend.  Es ergibt sich somit eine repräsentative sowie detaillierte und verlässliche Bewertung der Ausbildungssituation in Nordrhein- Westfalen.  Besonderheit des Ausbildungsreports: die Befragung durch die DGB- Jugend wird vor Ort in den Berufskollegs durchgeführt. 2. Der Ausbildungsreport

6 Kriterien für die Ausbildungsqualität  Fachliche Qualität der Ausbildung Einhaltung des Ausbildungsplanes - Ausbildungsfremde Tätigkeiten - Betreuung durch Ausbilder_innen – Fachliche Qualität des Betriebs  Ausbildungszeiten und Überstunden Wöchentliche Arbeitszeit - Regelmäßigkeit, Häufigkeit und Ausgleich von Überstunden - Anrechnung des Berufsschulunterrichts  Ausbildungsvergütung Höhe der Vergütung  Persönliche Beurteilung der Auszubildenden korrekte Behandlung durch Ausbilder_in – Über- oder Unterforderung – Probleme; sich in der Freizeit zu erholen – Zufriedenheit mit der Ausbildung insgesamt 2. Der Ausbildungsreport

7 3. Die Gesamtbewertung Betriebsgröße Größere Unternehmen schneiden bei der Ausbildungsqualität meistens besser ab als kleine Unternehmen. Dank ihrer materiellen und personellen Ressourcen können sie meist eine strukturierte Ausbildung in vollem Umfang gewährleisten. Klein- und Kleinstbetriebe hingegen stehen vor der Herausforderung, mit wenig Personal flexibel auf Angebot und Nachfrage reagieren zu müssen. Branche Die Bewertung der Ausbildungsqualität hängt stark von dem jeweiligen Ausbildungsberuf bzw. der Branche ab; und es gibt zwischen diesen erhebliche Unterschiede.

8 3. Die Gesamtbewertung

9 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung Mehr als ein Drittel der befragten Auszubildenden hat keinen Ausbildungsplan.

10 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung Bei 5,5 Prozent wird der Ausbildungsplan »selten« oder »nie« eingehalten, nur bei etwas mehr als einem Drittel der Auszubildenden »immer«.

11 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung 12,1 Prozent der Auszubildenden müssen »immer« oder »häufig« ausbildungsfremde Tätigkeiten ausüben. Gerade einmal ein Drittel muss dies nie machen.

12 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung 11,4 Prozent der Auszubildenden mit Ausbilder_in werden selten oder nie durch diese_n betreut.

13 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung 68,7 Prozent sind mit der Qualität ihrer Ausbildung im Betrieb sehr zufrieden oder zufrieden. 12,2 Prozent der Auszubildenden sind damit überhaupt nicht zufrieden.

14 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Fachliche Qualität der Ausbildung Nur 56,3 Prozent der Auszubildenden finden die Qualität ihres Berufsschulunterrichts »gut« oder »sehr gut«.

15 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungszeiten und Überstunden Über ein Drittel der Auszubildenden macht regelmäßig Überstunden. Im Durchschnitt sind das 4,7 Stunden in der Woche.

16 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungszeiten und Überstunden 20,0 Prozent der Auszubildenden, die regelmäßig Überstunden machen, bekommen dafür keinerlei Ausgleich.

17 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungszeiten und Überstunden 20,7 Prozent der Auszubildenden müssen mehr als 40 Stunden in der Woche arbeiten.

18 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungszeiten und Überstunden 16,9 Prozent der unter 18-jährigen Auszubildenden müssen mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. 6,1 Prozent der unter 18-Jährigen müssen mehr als 5 Tage pro Woche im Betrieb arbeiten.

19 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungsvergütung Im Durchschnitt (über alle Berufe und Ausbildungsjahre) haben die befragten Auszubildenden im Monat 695,00 Euro Ausbildungsvergütung erhalten. Deutlich weniger als die durchschnittliche tariflich geregelte Ausbildungsvergütung. Diese lag im Gesamtdurchschnitt bei 761 Euro.

20 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Ausbildungsvergütung

21 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen Überstunden und Ausbildungszufriedenheit: Je mehr Überstunden Auszubildende machen müssen, desto unzufriedener sind sie mit ihrer Ausbildung.

22 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Auszubildende mit Interessenvertretung im Rücken sind deutlich zufriedener mit ihrer Ausbildung (76,8 Prozent) als Auszubildende ohne Interessenvertretung (60,3 Prozent). Ein klares Votum für betriebliche Mitbestimmung.

23 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Fast drei Viertel der befragten Auszubildenden lernen ihren Wunschberuf oder einen anderen für sie interessanten Beruf. Jede_r Vierte hat aber auch eine Alternative gewählt, die nicht geplant oder sogar eine Notlösung war.

24 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Je weniger der realisierte Ausbildungsberuf den Berufswünschen der Auszubildenden entspricht, desto unzufriedener sind diese mit ihrer Ausbildung. Das Ergebnis unterstreicht die Bedeutung eines auswahlfähigen Ausbildungs- platzangebots.

25 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Gerade einmal 30 Prozent der befragten Auszubildenden wussten zum Zeitpunkt der Befragung, ob sie im Anschluss an ihre Ausbildung von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen werden.

26 4. Die wichtigsten Ergebnisse: Persönliche Beurteilung der Ausbildung Große Unternehmen übernehmen ihre Auszubildenden zwar wesentlich häufiger als kleine Unternehmen, allerdings auch häufiger befristet.

27 5. Geschlechtsspezifische Unterschiede Nach wie vor ist ein Großteil der handwerklichen und technischen Ausbildungsberufe männlich geprägt, während sich die eindeutig weiblich geprägten Berufe vor allem im Dienstleistungsbereich finden.

28 5. Geschlechtsspezifische Unterschiede Auszubildende in weiblich dominierten Ausbildungsberufen haben wesentlich häufiger Probleme, nach der Ausbildung „abzuschalten“ und sich in der Freizeit zu erholen (37,9 Prozent) als Auszubildende in den männlich dominierten Ausbildungsberufen (19,2 Prozent).

29 5. Geschlechtsspezifische Unterschiede Auszubildende in weiblich dominierten Ausbildungsberufen erhalten im dritten Ausbildungsjahr im Monat durchschnittlich 97 Euro weniger Ausbildungsvergütung als Auszubildende in den männlich dominierten Ausbildungsberufen. Die Chancen stehen schlecht, dass die jungen Frauen dieses Manko im Laufe ihres Berufslebens abstreifen können.

30 5. Geschlechtsspezifische Unterschiede Auszubildende in weiblich dominierten Ausbildungsberufen werden seltener von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen.

31 5. Geschlechtsspezifische Unterschiede All diese Faktoren führen dazu, dass Auszubildende in weiblich dominierten Berufen insgesamt weniger zufrieden mit ihrer Ausbildung sind (65,8 Prozent) als Auszubildende in den männlich dominierten Ausbildungsberufen (71,8 Prozent).

32 6. Lebenssituation Auszubildender Ein Großteil der Auszubildenden wohnt bei den Eltern oder Verwandten. 49,2 Prozent geben dafür finanzielle Gründe an.

33 6. Lebenssituation Auszubildender

34

35 Die Hälfte der Auszubildenden kann von der eigenen Ausbildungsvergütu ng nicht selbstständig leben.

36 7. Fazit Es ist wichtig für junge Menschen, dass nach der Schule der Einstieg ins Berufsleben gelingt. Dazu sind ausreichend Ausbildungsplätze notwendig, eine qualitativ hochwertige Ausbildung und die Übernahme nach der Ausbildung. Damit bekommen die jungen Menschen Perspektiven und die Wirtschaft die qualifizierten Fachkräfte von morgen. Darum muss die qualifizierte und gute Ausbildung junger Menschen absolute Priorität haben – für die Politik, aber vor allem für die Unternehmen. Es muss das Ziel sein, dass die Qualität der Ausbildung hoch bleibt, wo sie gut ist und sich dort verbessert, wo es Defizite gibt. Die ausbildenden Betriebe übernehmen eine große Verantwortung, der die meisten, aber leider längst nicht alle, gerecht werden, wie der Ausbildungsreport erneut zeigt.

37 7. Fazit Erschreckenderweise bleiben die bekannten Probleme und Verstöße insgesamt auf einem anhaltend hohen Niveau. Daran hat alles Klagen über unbesetzte Ausbildungsstellen und hohe Vertragslösungsquoten nichts ändern können. An der einen oder anderen Stelle sind die Zahlen sogar etwas schlechter geworden. Es bleibt unbegreiflich, dass einzelne Branchen wie etwa das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Handelsberufe und Teile des Handwerks Jahr für Jahr schlecht abschneiden, in manchen Berufen die Auszubildenden davonlaufen und trotzdem nichts passiert. Die DGB-Jugend hat sechs zentrale Forderungen, wie sich die Situation für die Auszubildenden verbessern und damit die Fachkräfte von morgen sichern lassen.

38 8. Forderungen Ausbildungsplatzgarantie Wir brauchen einen gesetzlich garantierten Anspruch auf einen Ausbildungsplatz für alle Ausbildungsinteressierten. Dazu gehört auch ein Angebot an Ausbildungsplätzen, das eine Auswahl zulässt. Einführung eines Qualitätsmanagements Neben der Ausstattung der Ausbildungsstätten und zeitgemäßer Ausbildungsmaterialien müssen auf jeden Fall regelmäßige fachliche und pädagogische Qualifizierungen und Schulungen der Ausbilder_innen und dem an der Ausbildung beteiligten Ausbildungspersonal sichergestellt sein. Wirksame Kontrollen Missstände in den Betrieben müssen schneller erkannt und beseitigt werden. Um einer Überwachungsfunktion nachkommen zu können, muss die Zahl der Ausbildungsberater dringend erhöht werden. Wenn die Kammern dieser Aufgabe nicht nachkommen können, brauchen wir eine unabhängige Kontrollinstanz.

39 8. Forderungen Für eine ganzheitliche und handlungsorientierte Berufsausbildung Wer Schwierigkeiten beim Lernen hat, braucht nicht weniger Zeit zum Lernen, sondern bedarfsgerechte Möglichkeiten zur Verlängerung und vor allem passende Unterstützungsangebote. Schmalspurausbildungen und verkürzte Ausbildungsgänge schaffen keine Perspektiven und helfen niemandem weiter. Unbefristete Übernahme Alle Auszubildenden sollen im Anschluss an ihre erfolgreich abgeschlossene Ausbildung unbefristet in ein – sofern nicht anders gewünscht – ausbildungsberufsadäquates und wohnortnahes Vollzeitbeschäftigungsverhältnis übernommen werden. Verbesserung der Qualität der Berufsschulen Die Rahmenbedingungen, unter denen in den Berufsschulen gelehrt und gelernt wird, müssen nachhaltig verbessert werden. Berufsschulen müssen deutlich mehr finanzielle Unterstützung bekommen, um ihrer Aufgabe in angemessener Form nachkommen und eine materiell und personell bessere Ausstattung ermöglichen zu können.

40 Kontakt Eric Schley DGB Nordrhein-Westfalen Abteilung Jugend Tel.: 0211 / Der gesamte Ausbildungsreport als Download unter: jugend.dgb.de/publikationen


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