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Gedichte analysieren und interpretieren. Bertolt Brecht Über das Zerpflücken von Gedichten Der Laie hat für gewöhnlich, sofern er ein Liebhaber von Gedichten.

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Präsentation zum Thema: "Gedichte analysieren und interpretieren. Bertolt Brecht Über das Zerpflücken von Gedichten Der Laie hat für gewöhnlich, sofern er ein Liebhaber von Gedichten."—  Präsentation transkript:

1 Gedichte analysieren und interpretieren

2 Bertolt Brecht Über das Zerpflücken von Gedichten Der Laie hat für gewöhnlich, sofern er ein Liebhaber von Gedichten ist, einen lebhaften Widerwillen gegen das, was man das Zerpflücken von Gedichten nennt, ein Heranführen kalter Logik, Herausreißen von Wörtern und Bildern aus diesen zarten blütenhaften Gebilden. Demgegenüber muss gesagt werden, dass nicht einmal Blumen verwelken, wenn man in sie hineinsticht. Gedichte sind, wenn sie überhaupt lebensfähig sind, ganz besonders lebensfähig und können die eingreifendsten Operationen überstehen. Ein schlechter Vers zerstört ein Gedicht noch keineswegs ganz und gar, so wie ein guter es noch nicht rettet. Das Herausspüren schlechter Verse ist die Kehrseite einer Fähigkeit, ohne die von wirklicher Genußfähigkeit an Gedichten überhaupt nicht gesprochen werden kann, nämlich der Fähigkeit, gute Verse herauszuspüren. Ein Gedicht verschlingt manchmal sehr wenig Arbeit und verträgt manchmal sehr viel. Der Laie vergisst, wenn er Gedichte für unnahbar hält, dass der Lyriker zwar mit ihm jene leichten Stimmungen, die er haben kann, teilen mag, dass aber ihre Formulierung in einem Gedicht ein Arbeitsvorgang ist und das Gedicht eben etwas zum Verweilen gebrachtes Flüchtiges ist, also etwas verhältnismäßig Massives, Materielles. Wer das Gedicht für unnahbar hält, kommt ihm wirklich nicht nahe. In der Anwendung von Kriterien liegt ein Hauptteil des Genusses. Zerpflücke eine Rose und jedes Blatt ist schön.

3 „Ich glaube nicht, dass es dem Gedicht schadet, dass ich es ein wenig auseinandergeklaubt habe. Eine Rose ist schön im Ganzen, aber auch jedes ihrer Blätter ist schön. Und glaubt mir, ein Gedicht macht nur wiklich Freude, wenn man es genau liest" (Wie man Gedichte lesen muss, 1953). „In Wirklichkeit ist die kritische Haltung die einzig produktive, menschenwürdige. Sie bedeutet Mitarbeit, Weitergehen, leben. Wahrer Kunstgenuss ohne kritische Haltung ist unmöglich". „Die Kritik zerstört keineswegs den Genuss, es sei denn, sie bestehe aus einem übellaunigen Mäkeln. Ohne die Fähigkeit des kritischen Genießens kann die proletarische Klasse überhaupt nicht das Erbe der bürgerlichen Kultur antreten" Realistische Kritik, Ende der 30er Jahre).

4 ANWENDUNG von KRITERIEN in der Gedichtanalyse und Gedichtinterpretation

5 Inhalt Text - lesen - verstehen - einordnen Form Gedichtform Aufbau der Strophen Zeilenstil/Enjam- bement Wichtiges notieren: - Was fällt auf? - Was wirkt stimmig? Versmaß (Abweichungen?) Reimschema Wortwahl, Stilmittel Satzbau, Zeitformen etc. Was bewirken unsere Ergebnisse?

6 Lesen Sie sich das zu analysierende Gedicht zuerst sehr aufmerksam (im Idealfall mehrmals) durch. Fragen Sie sich: Worum geht es im Gedicht inhaltlich? Notieren Sie sich Unklarheiten. Unklare Wörter muss man unbedingt im Wörterbuch nachschlagen. Stellen Sie die Themen von einzelnen Strophen fest. In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Geht es in einigen Strophen um das gleiche Thema? Versuchen Sie einzelne Elemente in einen Zusammenhang zu bringen, für sich selbst ein einheitliches Bild zu formieren.. Dabei gibt es kein richtig oder falsch! Ihre Interpretation kann sich von der Interpretation anderer Menschen unterscheiden. Wichtig ist, dass wir ein stimmiges Gesamtbild schaffen. Wichtig! Notieren Sie alle Auffälligkeiten. Fragen Sie sich, was mögen sie bedeuten.

7 Einleitung der Gedichtanalyse ● Titel des Gedichts ● Name des Autors ● Erscheinungsjahr ● Zeitliche Einordnung (Literaturepochen) Gedichtart (Sonett, Ode, Ballade etc.) ● Themenstellung des Gedichts (Naturgedicht, Liebesgedicht, poetologisches Gedicht etc.) ● Knappe Beschreibung des Inhalts ● Aussage des Gedichts (Deutungshypothese)

8 Hauptteil der Gedichtanalyse Inhalt Thema des Gedichts Was beschreibt das Gedicht (Geht es um Jahreszeit, Erlebnis, Gefühle etc.?) Zusammenhang zwischen Titel und Gedicht Das lyrische „Ich“ (Wer spricht im Gedicht und woran erkennt man das?)

9 Aufbau Verse und Strophen Reimschema (Gibt es überhaupt einen Reim?) Versmaß/Metrum (Gibt es Abweichungen vom regelmäßigen Versmaß? Gibt es überhaupt ein Versmaß?) Wie sind die Endsilben im Gedicht? (weibliche/männliche Kadenzen) Zeilenstil / Enjambement (Was bewirken die Abweichungen?)

10 Sprache Auffälligkeiten in der Sprache (nur Substantive, viele Adjektive bzw. Verben, Assonanzen, Alliterationen etc.) Die Stimmung der lyrischen Aussage (tragisch, optimistisch?) Wortwahl Satzbau (Hypotaxen, Parataxen, einfache Sätze etc.) Zeitformen (Präsens, Präteritum, Futur) Stilmittel (Tropen, Stilfiguren)

11 Konsequenzen der Gedichtanalyse: Gedichtinterpretation Was bewirken die Ergebnisse der Gedichtanalyse? Woran lässt sich das festmachen? Welche Stimmung und Gefühle werden durch die Sprache hervorgerufen? In welchem Zusammenhang stehen Inhalt und Form des Gedichtes?

12 Schlussteil der Gedichtinterpretation Wie ist die Aussage des Gedichtes? Wurde unsere anfängliche Deutungshypothese bestätigt? Gibt es noch offene Fragen, die das Gedicht nicht beantwortet?

13 In der PP-Präsentation wurden zum Teil Materialien des Bildungsportals aufgearbeitet.


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