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Sexuelle Gewalt im Kontext Schule: Möglichkeiten und Grenzen von Lehrpersonen Ute Spiekermann, Fachstelle Limita.

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Präsentation zum Thema: "Sexuelle Gewalt im Kontext Schule: Möglichkeiten und Grenzen von Lehrpersonen Ute Spiekermann, Fachstelle Limita."—  Präsentation transkript:

1 Sexuelle Gewalt im Kontext Schule: Möglichkeiten und Grenzen von Lehrpersonen Ute Spiekermann, Fachstelle Limita

2 Sexuelle Gewalt im Kontext Schule: Ziele Teilnehmende ∎ sind über wesentliche Zahlen und Fakten im Zusammenhang sexueller Gewalt informiert ∎ diskutieren anhand von Beispielen heikle Situationen im Kontext Schule ∎ setzen sich anhand einer Geschichte mit der Täter-Opfer- Dynamik auseinander ∎ sind über TäterInnenstrategien informiert ∎ lernen mögliche Ansätze der institutionellen Prävention sexueller Gewalt kennen

3 Sexuelle Gewalt im Kontext Schule Aufbau Referat ∎ Ist das ein sexueller Übergriff? Situationsbeispiele ∎ Begrifflichkeit, Schweregrad und die Spitze des Eisbergs ∎ Situation der Opfer ∎ Täterstrategien ∎ Institutionelle Prävention ∎ Schluss: Gelegenheit für Fragen & Diskussion

4 3 Schweregrade von professionellem Fehlverhalten ∎ Grenzverletzungen Unabsichtlich? Fachlicher oder persönlicher Fehler?... oder Täterstrategie? ∎ Übergriffe Unzureichender Respekt? Fachlicher Mangel?... oder Täterstrategie? ∎ Straftaten strafrechtlich relevante Formen Nach: Enders, Eberhardt 2007

5 Definitionskriterien für sexuelle Ausbeutu ng Hauptkriterien: ∎ Ausnützung des Macht- und Abhängigkeitsverhältnisses ∎ Sexuelle Absicht des Täters (der Täterin) ∎ Verpflichtung zur Geheimhaltung (indirekt oder direkt) nicht ausschlaggebend ist: ∎ Einverständnis des Kindes

6 Begrifflichkeiten ∎ Überbegriff: sexuelle oder sexualisierte Gewalt ∎ Synonym: sexuelle Ausbeutung  sexueller Missbrauch ❚ (sexuelle) Grenzverletzungen ❚ Übergriffe «Sexueller Missbrauch an Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder gegen den Willen des Kindes vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, psychischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.» (Bange&Deegener 1996)

7 ☞ rechtzeitig ansetzen ☞ bereits bei leichten Grenzverletzungen reagieren!

8 Bei allen Beteiligten ansetzen ∎ Schwellen für Täter(innen) müssen heraufgesetzt werden ∎ Personen im (institutionellen) Umfeld sollen schneller und professioneller reagieren können ∎ Opfer: sollen einfacher Widerstand leisten können und leichter Hilfe finden

9 Zahlen und Fakten Opfer Betroffene Kinder: ∎ ca. jedes 4. Mädchen ∎ ca. jeder 10. Junge ∎ Dunkelziffer? ∎ häufigste Altersgruppe: 7 bis 12-Jährige Formen sexueller Ausbeutung: ∎ sexualisierte Küsse und Berührungen (ca. 35 %) ∎ genitale Manipulation (ca. 35 %) ∎ versuchte und vollendete Vergewaltigung (ca. 15%) ∎ sexuelle Ausbeutung ohne Körperkontakt (ca. 15%)

10 Zahlen und Fakten Opfer Mädchenzwischen 15 und 17 Jahren Jungen 40%mind. eine Art17% 28%via Internet10% 15%via oder SMS5% 12%Körperlich4% 2.5%Körperlich mit Penetration 0.6% Quelle: Study Among Swiss Adolescents (8/2013), Universität Zürich

11 Offenlegungsrate Wer spricht über sexuelle Ausbeutung? ∎ < 50% der Mädchen ∎ < 30% der Jungen ∎ mit Familie: < 20% ∎ mit Polizei: < als 10% Quelle: Study Among Swiss Adolescents 8/2013, Universität Zürich

12 Vorschulalter Primarschule Jugendliche Fremde Gleichaltrige Geschwister Vater Mutter Andere Bezugspersonen Beziehung zum Täter/ zur Täterin

13 Die Situation der Opfer

14 Vielfältig, unspezifisch, selten verbal!  Verhaltensauffälligkeiten z.B. sexualisiertes Verhalten, Distanzlosigkeit, Rückzug, Verweigerung, Beziehungsstörungen, Re-inszenierung,...  Körperliche Symptome z.B. Selbstverletzungen,...  Psychosomatische Symptome z.B. Bauchweh, Schwindel, Schlaf- oder Essstörungen,...  Emotionale Symptome z.B. Impulsivität, Ängste, Stimmungsschwankungen, Aggressivität,...  Schutzmechanismen/ Überlebensstrategien Signale Opfer

15 Von dem hätte ich das nie gedacht!

16 Täter(innen) Ausschnitt aus dem Dokfilm «Bekenntnisse eine Pädophilen» in der Sendung Reporter von SF1 vom

17 Grooming «Vorbereiten», «zurechtmachen» ∎ Aufbau einer vertieften Beziehung ∎ Kenntnisse über das potentielle Opfer  Bedürfnisse, Vorlieben, Schwächen,... ∎ «Lieblingskind» ∎ Isolierung des potentiellen Opfers ∎ Verstärkung von Abhängigkeiten

18 Manipulation des Opfers ∎ Testrituale im «Graubereich»  z.B. Sexistische Bemerkungen, anrüchige Kosenamen  z.B. «Zufällige» Berührungen an Geschlechtsteilen  z.B. Gezielt gesuchte Gespräche über Sexualität  z.B. Pornografisches Material zugänglich machen ∎ Vermittlung falscher Normen ∎ Schrittweise Grenzüberschreitung ∎ Einstiegs- und Abschlussritual  z.B. gemeinsames Fernsehen, Alkoholtrinken,... ∎ (Subtiler) Zwang zur Geheimhaltung

19 Täterstrategien ∎ Gezielte Arbeitsplatzauswahl, z.B.  autoritär strukturiert  unklare Strukturen z.B. unklare Trennung von Privat und Beruf ∎ Auswahl der potentiellen Opfer  Kinder mit Vernachlässigung, Beeinträchtigungen, Gewalterfahrungen, und ganz normale Kinder!

20 Täterstrategien MANIPULATION ∎ des Opfers ∎ der Fachkräfte ∎ des gesamten Umfeldes Sehr hohe kriminelle Energie! (Finkelhor)

21 Manipulation des Umfeldes z.B. jederzeit einspringen z.B. Mach nur Feierabend! z.B. Übernahme schwieriger Kinder z.B. Entlastung z.B. privater Gefallen z.B. jederzeit einspringen z.B. Mach nur Feierabend! z.B. Übernahme schwieriger Kinder z.B. Entlastung z.B. privater Gefallen z.B. unliebsame Ämtli z.B. Fehler decken im Team z.B. LeistungsträgerIn z.B. Flirt im Team z.B. Intrigen im Team z.B. unliebsame Ämtli z.B. Fehler decken im Team z.B. LeistungsträgerIn z.B. Flirt im Team z.B. Intrigen im Team

22 Wie reagieren bei Übertretungen? bei Übertretungenbei Vermutung im Graubereichauf sexuelle Übergriffe Intervention Verhaltenskodex/Standards Transparenz, Führung Kanäle, Fallführung Arbeitsrechtlich relevant Strafrechtlich relevant

23 Institutionelle Prävention Präventionsmodell Flügelrad  1. Fokus: Standards in heiklen Situationen  2. Fokus: Beschwerdemanagement  3. Fokus: Menschen

24 Präventionsmodell Limita (nach Biehal)

25 1.Fokus: Standards für heikle Situationen  Instrument

26 Heikle Situationen Mitarbeiter/in - Klientel  Zweiersituationen (Einzelgespräche, Einzeltherapien,...)  Räume der Intim- und Privatsphäre (Nasszellen, Garderoben, Schlafzimmer,...)  Besondere Situationen (Ausflüge, Aufklärung, Lager, Privatkontakte,...)  Hilfestellungen/ Körperkontakte (Unterricht, Assistenz, Pflege, Turnen, Trösten,...)  Externe Kontakte (Fahrdienste, Hausarztbesuch, Areal,...)

27 Umgang mit heiklen Situationen  Transparenz  Professionelle Begründungen  Gesprächs- und Reflexionsbereitschaft  Fachliche Standards  aufgabenorientiert  Strukturell statt individuell  Haltung von Team und v.a. Leitung  alltagstauglich, verbindlich  kommuniziert (Eltern, Kinder)  Als Teil der Qualitätssicherung  institutionalisiert  Arbeitsrechtlich relevant

28 Gute fachliche Standards...  sind möglichst konkret, klar und verbindlich formuliert,  betreffen in erster Linie das Verhalten der Erwachsenen, sind differenziert gestaltet, je nach Aufgabe und Rolle,  sind so gestaltet, dass sie Täterstrategien zuvorkommen,  sind so formuliert, dass sie mögliche Opfer besser schützen, nicht aber die Mitarbeitenden einengen,  verlieren sich nicht in Details, sondern sind in übergeordneten Grundsätzen zusammengefasst.

29 Vorteile fachlicher Standards zu heiklen Situationen  TäterInnen Höhere Schwelle für ungestraftes Agieren  Leitung Führungsinstrument. Handhabe für den „Graubereich“.  Team Gegenseitige Transparenz und fachlicher Austausch  Einzelne Mitarbeitende Schutz vor Falschanschuldigungen  KlientInnen Besseres Erkennen von Verstössen  Eltern Transparenz und Vertrauensbildung

30 Beispiele von fachlichen Standards  Die fachlichen Standards sind für alle Mitarbeitenden verbindlich. Abweichungen sind nur nach Absprache im Team und mit Bewilligung von....möglich.  Bei 1:1 Situationen können andere Mitarbeitende jederzeit eintreten. Der Zutritt zu den Wohngruppen ist jederzeit gewährleistet.  Aussagen von Kindern über problematische Erlebnisse werden ernst genommen und geprüft.  Kinder werden nur auf ihre eigene Initiative in die Arme oder auf den Schoss genommen.

31 2. Fokus: Beschwerdemanagement und Intervention

32 Häufige Fallen bei Verdacht in eigenen Reihen ∎ Konfrontieren: der mutmasslichen TäterIn ∎ Vermitteln: Gegenüberstellungen und Aussprachen ∎ Ermitteln: Ausfragen des Kindes ∎ Lösen: Im Alleingang. Intern. ∎ Interpretieren: Gerüchteküche ∎ Umkehren: „Opfer hat provoziert!“ ∎ Überstürzen: Sofortige Lösungen ∎ Vertagen: Auf unbestimmte Zeit

33 3. Fokus: Personalauswahl (Menschen)

34 ... und zum Schluss ∎ Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit! ∎ Weitere Infos auf ∎ Wir brauchen Sie! PC


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