Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

PREVIEW. VORWORT Könnte es sein, dass Maschinen bald so intelligent werden wie Menschen? Kann ein digitales Betriebssystem die Städte der Zukunft vorbereiten.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "PREVIEW. VORWORT Könnte es sein, dass Maschinen bald so intelligent werden wie Menschen? Kann ein digitales Betriebssystem die Städte der Zukunft vorbereiten."—  Präsentation transkript:

1 PREVIEW

2 VORWORT Könnte es sein, dass Maschinen bald so intelligent werden wie Menschen? Kann ein digitales Betriebssystem die Städte der Zukunft vorbereiten auf große Herausforderungen wie den Klimawandel und eine immer größere Bevölkerungsdichte? Die Zukunft ist noch nicht geschrieben und doch steckt sie bereits voller spannender Geschichten, die helfen, Antworten auf solche Fragen zu finden. Diese Geschichten erzählen nicht von einem feststehenden Schicksal. Sie dienen lediglich dazu, mögliche und wahrscheinliche Zukunftsräume aufzuzeigen. Die Vorhersagen, die einen Hinweis auf die wahrscheinlichen Zukunftsräume zeigen, sind diejenigen die bereits bestehende Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen in die Zukunft verlängern und weiterdenken. Der Wandel ist schon heute sichtbar und die kleinsten Veränderungen können ein Zeichen für eine bedeutende Entwicklung in der Zukunft sein. Die kleinen Veränderungen nennen wir Micro-Trends. Die großen Veränderungen, die sich in den Micro-Trends widerspiegeln, Macro- oder Mega-Trends. Ein einzelner Trend jedoch denkt die Zukunft nur linear voraus. Nur wer die Interdependenzen versteht, die sich aus innovativen Technologien und den bedeutendsten Veränderungen auf gesellschaftlicher Ebene ergeben, ist in der Lage die komplexen Zusammenhänge unserer heutigen Umwelt auf das relevante Wissen zu reduzieren. Lassen sie sich beim Lesen der Micro-Trends inspirieren, den Status quo in Frage zu stellen und eigene Trends zu setzen, die die Geschichte der Welt von Übermorgen erzählen werden. HERZLICHST IHR TRENDONE - TEAM

3 INHALT AGEING SOCIETY ACTIVE AGEING AMBIENT ASSISTED LIVING REMOTE CARE SENIOR TARGETING ATTENTION ECONOMY PARTICIPATION MARKETING EXPERIENTAL MARKETING CONTENT MARKETING DYNAMIC STORYSTELLING ADVERTISING AS A SERVICE PROXIMITY MARKETING SENSATION MARKETING TAILORED TOUCHPOINTS AUTONOMOUS SYSTEMS AUTONOMOUS VEHICLES FAB REVOLUTION INTELLIGENT PERSONAL ASSISTANCE INDUSTRY 4.0 ROBOTCS CONNECTED WORLD LIFE SHARING CROWD ACTIONS MATCHMAKING SERVICES SOCIAL SOFTWARE NET CULTURE INDIVIDULISATION SEXUALITY AND GENDER IDENTITIES GRAVITATIONAL CONTENT PERSONAL DESIGN SELF-TRACKING PERSONAL BRAND LIFESTYLE DIVERSITY OUTERNET CONTEXT AWARE SYSTEMS LOCATION-BASED SERVICES SNAP SOLUTIONS AUGMENTED SENSES IMMERSIVE EXPERIENCES WEB OF THINGS SEAMLESS COMMERCE OMNICHANNEL COMMERCE SPEED RETAIL BRICKS & CLICKS INDIVIDUAL PRICING MOBILE PAYMENT SHY TECH NATURAL USER INTERFACES SEAMLESS MEDIA SMART HOME ADVANCED MATERIALS WIRELESS TRANSMISSION SMART INTEGRATED OBJECTS CONTINENTAL SHIFT REVERSE INNOVATION LEAPFROGGING SPACE TECH MIGRATION CONCEPTS DEMOGRAPHIC SHIFT SKILL SOCIETY REMOTE WORKING ARTIFICIAL COWORKERS QUANTIFIED ENTERPRISE UBIQUITOUS KNOWLEDGE MODERN WORKSTYLE INSTANT ADVISORY DATA ERA SMART DATA USER PROFILING OPEN DATA FLEXIBLE COMPUTING DATA DEALS DATA AS A RESOURCE SUSTAINABILITY AGRICULTURE INNOVATION ALTERNATIVE FOOD CLEAN TECH ECONVENIENCE ETHICAL CONSUMPTION RECONOMY DISTRUST SOCIETY NET NEUTRALITY DIGITAL CURRENCIES LOCAS MORAL BUSINESS SECURITY SYSTEMS TRANSHUMANISM HUMAN ENHANCEMENT BIOENGINEERING BRAIN COMPUTER INTERFACE NOOTROPICS WEARABLE TECH HEALTHSTYLE DOWNSHIFTING BODY TUNING DIY ANALYTICS MOOD TECH PERSONALISED MEDICINE PREVENTIVE HEALTHCARE URBANISATION RESILIENT CITIES ECO CITIES NEW LIVING CONCEPTS SMART CITIES COLLABORATIVE CITIES URBAN COUNTRIFICATION

4 HINWEISE ZUR BENUTZUNG Dies ist die digitale Version des Trend Books Wir laden Sie ein, mit diesem Dokument zu arbeiten. Passen Sie den Umfang an Ihre Bedürfnisse an, übernehmen Sie Seiten für Ihre Präsentation. Wenn Sie zu den einzelnen Mega- und Macro-Trends mehr erfahren möchten oder weitere aktuelle Beispiele in Form der Micro-Trends benötigen, besuchen Sie Trendexplorer.com. Hier finden Sie über Micro-Trends aus allen Ländern und Branchen. Die Inhalte lassen sich ebenfalls als PowerPoint exportieren, so dass Sie dieses Dokument einfach ergänzen können. Registrieren Sie sich kostenlos für Ihren Test-Account oder loggen Sie sich mit Ihren Log-In Daten ein, um weitere Inhalte zu finden.

5 MEGA-TREND AGEING SOCIETY Streng genommen ist der demografische Wandel kein Trend, sondern ein statistischer Fakt: Viele Gesellschaften werden immer älter. Das Gesundheitswesen wird dadurch vor große Herausforderungen gestellt, denn mit zunehmendem Durchschnittsalter steigt auch die Zahl chronisch kranker und multimorbider Personen. Um eine qualitativ gleichbleibende Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, tritt Technologie als Intermediär zwischen Ärzten und Patienten in Erscheinung. Durch Ambient Assisted Living, technologische Assistenzsysteme, die den Alltag erleichtern, können Senioren auch im hohen Alter ihre Unabhängigkeit bewahren. Dazu zählen das Smart Home, speziell entwickelte Pflegeroboter oder smarte Accessoires, die das Laufen, Lesen oder Autofahren erleichtern. Zusätzlich kann eine räumliche und zeitliche Distanzen überbrückende telemedizinische Versorgung helfen vor allem regionale Ungleichgewichte zu bereinigen. Innovative Diagnosesysteme und eine intelligente Cloud, in der die medizinischen Daten analysiert werden, sind die wichtigsten Treiber dieser Entwicklung. Immer bessere Übertragungstechnologien sorgen dafür, dass der Arzt bei alarmierenden Werten per Telepräsenz intervenieren kann. Der demografische Wandel birgt aber nicht nur Gefahren, sondern auch Potenziale. Auch dank medizinischer Innovationen bleiben Menschen bis ins hohe Alter agil und aktiv; sie brechen mit alten Stereotypen und Rollenbildern. Mit ihrer Erfahrung können diese Active Ager einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten. AGEING SOCIETY ACTIVE AGEING AMBIENT ASSISTED LIVING REMOTE CARE SENIOR TARGETING

6 ACTIVE AGEING Altern ist kein schlimmes Schicksal mehr, sondern ein bewusst gestaltbarer Prozess. Fitness und gesunde Ernährung sind die zwei Grundpfeiler, auf denen ein aktives Altern aufbaut. Menschen bilden sich zudem bis ins hohe Alter fort, studieren oder starten eine neue Karriere als Berater. Auch in die digitale Welt wagen sie sich vor. Viele ältere Menschen sind gut vernetzt und bewegen sich in eigenen Online-Communities so selbstverständlich wie Digital Natives. Der Community-Gedanke findet sich auch in der realen Welt wieder. In speziellen Senioren-Wohnprojekten werden Partys gefeiert, Kreativprojekte umgesetzt und an gemeinsamen Urban Farming Gärten gearbeitet. AGEING SOCIETY CONNECTED TRENDSMODERN EMPLOYMENT  PREVENTIVE HEALTHCARE  AMBIENT ASSISTED LIVING  HUMAN ENHANCEMENT > SENIOR TARGETING

7 MICRO-TREND Die Organisation Prince’s Initiative for Mature Enterprise (PRIME) unterstützt Menschen jenseits der 50 bei der Existenzgründung. Sie richtet sich in erster Linie an Arbeitslose und steht ihnen beim Schritt in die Selbstständigkeit zur Seite. Zum Angebot gehören unter anderem persönliche Beratungen, Kurse über Finanzierung sowie zum Steuerrecht. Auch werden hier Tipps für den Umgang mit sozialen Medien im Beruf vermittelt, was gerade für diese Zielgruppe, die mit den sozialen Medien nicht aufgewachsen ist, sinnvoll ist. Seit der Gründung hat PRIME bereits mehrere Tausend Menschen unterstützen können. GRÜNDERHILFE FÜR DIE GENERATION 50 PLUS Prince’s Initiative for Mature Enterprise (PRIME), UK Die in Singapur ansässigen Spark Architects arbeiten an einem Projekt, das Cityfarming und Seniorenresidenz miteinander verbinden soll. Der Hintergrund des architektonischen Projekts ist die Tatsache, dass in Singapur die Zahl der Rentner stetig ansteigt und fast 90 Prozent der Lebensmittel in die Stadt importiert werden müssen. Das Homefarm-Konzept greift diese Problematiken auf und möchte Senioren eine Wohnresidenz bieten, in der sie aktiv Landwirtschaft betreiben und sich selbst versorgen können. Das soll den Gemeinschaftssinn stärken und den Senioren eine sinnvolle Tätigkeit nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben bieten. HOMEFARM-RESIDENZ FÜR SENIOREN SPARK Architects Singapur, Singapur Studenten von der Universität von Kopenhagen haben eine „soziale Yogamatte“ für Senioren entwickelt, mit der Yogis in der gemütlichen Atmosphäre ihres Heims ein Training in der Gruppe absolvieren können. Dafür wurde die Yogamatte um Augmented-Reality-Technologie und Sensoren erweitert. Über einen speziell hierfür konzipierten Tablet-Computer werden dem Nutzer beim Training individuelle Anleitungen gegeben. Außerdem lassen sich über den Bildschirm auch andere Nutzer beim Training beobachten. Die „soziale Yogamatte“ ist ein Designkonzept. Ob sie je käuflich zu erwerben sein wird, steht noch nicht fest. DIE SOZIALE YOGAMATTE arunyashwant.com, Dänemark AGEING SOCIETY

8 Der Begriff Ambient Assisted Living bezeichnet technologische Assistenzsysteme, die Unterstützung für ein selbst-bestimmtes Leben im Alter und eine Steigerung der Lebensqualität versprechen. Tragbare Technologie, Sensoren, Apps und Online-Dienste erleichtern dabei Alltagsaufgaben. AAL-Umgebungen passen sich selbstständig, proaktiv und situationsspezifisch den Bedürfnissen und Zielen der Benutzer an. Eine wichtige Rolle nimmt dabei das Smart Home ein, dessen integrierte Sicherheitssysteme Schutz garantieren. Familienangehörige und andere Mitglieder des Pflege-netzwerks können etwa bei Abweichungen von täglichen Routinen benachrichtigt werden. In Zukunft werden AAL-Systeme durch speziell entwickelte Pflegeroboter ergänzt. AGEING SOCIETY AMBIENT ASSISTED LIVING CONNECTED TRENDSSMART HOME  NEW LIVING CONCEPTS  ACTIVE AGEING  NATURAL USER INTERFACES  WEB OF THINGS  SENIOR TARGETING  REMOTE CARE  SMART INTEGRATED OBJECTS  ROBOTICS

9 MICRO-TREND Fujitsu hat den Prototyp eines Spazierstocks vorgestellt, der über GPS-Navigation, Mobilfunk, WLAN und einen Pulsmesser verfügt. Ein einfach ablesbares Display zeigt mit Pfeilbewegungen die Richtung zu vorab definierten Zielen an. Die derzeitige Position der Person kann von Angehörigen oder Pflegekräften im Internet auf einer Karte eingesehen werden. Sensoren messen darüber hinaus Schritte und Herzrate, wodurch bei überhöhtem Puls automatisch ein Alarmsignal ausgesendet werden kann. SPAZIERSTOCK MIT GPS UND HERZMONITOR Fujitsu Ltd., Japan Forscher an der TU München möchten älteren Personen mit einer intelligenten Wand das Leben zu Hause erleichtern. Die „Wonderwall“ wirkt dem Aussehen nach wie eine gewöhnliche Garderobe, ist jedoch mit allerlei Funktionen ausgestattet, um ältere Personen zu Hause zu unterstützen. Mit Hilfe eines integrierten Tablet-Computers können die Nutzer Informationen wie Wetterdaten oder Kontaktnummern abrufen. Ein integriertes Ortungssystem findet verlegte Gegenstände und alarmiert den Nutzer, wenn er dabei ist, ohne seine Schlüssel das Haus zu verlassen. Zudem messen Biosensoren die Vitalwerte des Bewohners und alarmieren im Notfall einen Arzt. INTELLIGENTE WAND UNTERSTÜTZT ÄLTERE PERSONEN Technische Universität München, Deutschland Das Fraunhofer IPA hat einen Assistenz-Roboter mit dem Namen "Care-O-bot 3" entwickelt, der älteren und kranken Menschen zu Hause als mobiler Assistent dienen soll. Das modular aufgebaute System kann an die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden. Der Roboter erkennt über fest eingebaute Sensorboxen Notfallsituationen, wonach er zu vorab festgelegten Maßnahmen greift. "Care-O-bot" eilt dann nicht nur zu der in Not geratenen Person und stellt eine direkte Verbindung mit dem Notdienst her, sondern streckt auch seinen Arm aus, um der Person aufzuhelfen oder ihr ein Glas Wasser zu reichen. ERSTE HILFE VOM ROBOTER Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Deutschland AGEING SOCIETY

10 REMOTE CARE Remote Care bezeichnet telemedizinische Behandlungen, die räumliche Distanzen in der Gesundheitsversorgung überbrücken. Innovative Diagnoseinstrumente erlauben dem Patienten eine selbstständige Messung seiner Gesundheitsdaten, während immer bessere Übertragungstechnologien diese Daten in Echtzeit an ein Netzwerk aus Gesundheitsdienstleistern übermitteln. Das erlaubt eine Kontrolle durch weltweit agierende Expertenteams, sodass bei negativen Entwicklungen frühzeitig interveniert werden kann. In Zukunft wird Remote Care erweitert durch Remote Drug Delivery. Dabei werden Medikamente in strukturschwachen Regionen ohne Apotheken-Einzelhandel in automatisierten „Med-Centern“ hinterlegt und können dank elektronischer Verschreibung nur von der richtigen Person abgeholt werden. AGEING SOCIETY CONNECTED TRENDSSMART DATA  AMBIENT ASSISTED LIVING  OPEN DATA  WIRELESS TRANSMISSION  SNAP SOLUTIONS  DIY ANALYTICS

11 MICRO-TREND Die Einzelhandelskette Walgreens bietet den Nutzern ihrer App einen Rund-um-die-Uhr-Medizinservice per Smartphone an. Die Anwender können über die App mit einem Arzt chatten oder eine Videokonferenz abhalten. Bei gängigen Erkrankungen wie etwa einer Grippe kann der Arzt ein Medikament verschreiben und es für den Patienten in einer Apotheke in dessen Nähe hinterlegen. Das Warten im Wartezimmer des Arztes entfällt somit. Die App bietet weitere Optionen wie etwa eine Erinnerungsfunktion für die pünktliche Einnahme von Tabletten oder das Einscannen und Verschicken von Rezepten. ARZTBESUCH ÜBER DIE WALGREENS-APP Walgreens Co., USA Der Sportartikelhersteller Reebok hat im Rahmen einer Kampagne für seine Sneakers „ZPump 2.0“ in der Fußgängerzone in Stockholm eine Anzeige mit integrierter Kamera und Geschwindigkeitsmesser aufgestellt und Passanten zu einer Schnelllauf-Challenge aufgefordert. Hierbei konnten sie ein Paar „ZPump 2.0“ gewinnen. Rannte ein Passant mit mehr als 17 Stundenkilometern an der Anzeige vorbei, blinkte ein grünes Licht auf und eine Tür wurde entriegelt, hinter der sich das Turnschuhmodell befand. Die Passanten sollten mit der Kampagne zum Rennen animiert werden und konnten dabei zudem ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. CLOUDBASIERTE NACHSORGE FÜR PATIENTEN Healthloop Inc., USA Das kanadische Start-up MedAvail bringt zusammen mit HealthSpot über seine audiovisuelle Technologie verschreibungspflichtige Medikamente an entfernt liegende Orte. Der Service wird in Zusammenarbeit mit "HealthSpot"- Stationen angeboten, die Nutzern bereits professionelle ärztliche Diagnosen per Telepresence liefern. Nach ihrem Besuch werden elektronische Verschreibungen an die neuen "MedCenter" gesendet, die an Orten installiert werden, wo bisher kein Apotheken-Einzelhandel existiert. Diese MedCenter sind in der Lage, die Dokumente zu verarbeiten und anschließend Medikamente auszugeben. PER TELEPRESENCE AUS DER FERNE VERSCHREIBEN HealthSpot Inc., Kanada AGEING SOCIETY

12 SENIOR TARGETING Senior Targeting bedeutet, dass den Bedürfnissen der älteren, mit hoher Kaufkraft gesegneten Menschen in der Gesellschaft mehr Beachtung geschenkt wird. Neben alterspezifischen Dienstleistungen betrifft das vor allem die zunehmende Verbreitung smarter Produkte, die sich responsiv den Bedürfnissen der Benutzer anpassen. Hierzu zählen etwa Verpackungen, die sich leichter öffnen lassen oder Smartphones mit einer übersichtlicheren Bedienoberfläche. Senior Targeting bedeutet allerdings auch, mit vorherrschenden Rollenbildern und alten Stereotypen zu brechen. So sollte nicht nur das Alter, sondern auch Interessen und Lebenswelten in den Mittelpunkt der Kommunikation und Produktentwicklung gestellt werden. Dadurch entstehen Angebote, die eine intergenerationelle Brücke schlagen und junge wie alte Menschen gleichermaßen begeistern. AGEING SOCIETY CONNECTED TRENDSNEW LIVING CONCEPTS  AMBIENT ASSISTED LIVING  ACTIVE AGEING  ADVERTISING AS A SERVICE  CONTENT MARKETING  GRAVITATIONAL CONTENTS  TAILORED TOUCHPOINTS

13 MICRO-TREND Seniorbook ist ein Münchener Start-up, dessen soziales Netzwerk speziell Menschen ab 50 neue Kontakte knüpfen lässt. Dort können Nutzer Personen aus der eigenen Umgebung oder aber aus dem gesamten deutschsprachigen Raum direkt im Privatchat kontaktieren. Ziel ist es, Bekanntschaften für gemeinsame Aktivitäten zu schließen oder sich einfach auszutauschen. Das ist auch über ein Schwarzes Brett möglich, wo Inhalte mit der gesamten Community diskutiert werden. Die Plattform bietet zudem einen Spielebereich, in dem die Nutzer allein oder mit Freunden etwa bei Mah-Jongg oder Gehirnjogging das Gedächtnis trainieren. SOZIALES NETZWERK AB 50 Seniorbook AG, Deutschland Die japanische Supermarktkette Lawson richtet Supermärkte speziell für Senioren ein. Die Gänge des Supermarkts sollen geräumiger sein, damit betagte Menschen mit Rollatoren oder in Rollstühlen dort mehr Platz haben. Zudem sollen an mehreren Stellen des Ladens Sitzecken für kurze Pausen eingerichtet werden. Die Angestellten in den Märkten sollen Weiterbildungen erhalten, um die Bedürfnisse der Zielgruppe besser zu verstehen. Die erste Filiale ist in einer Vorstadt Tokios geplant. Bis 2018 sollen in ganz Japan insgesamt 30 weitere Geschäfte folgen. SUPERMÄRKTE FÜR SENIOREN Lawson Inc., Japan Die in Zürich ansässige Senior Design Factory arbeitet mit älteren Personen zusammen, um deren Fähigkeiten an die Nachfolgegeneration zu vermitteln. Dabei entstehen innovative Designobjekte auf der Basis traditioneller Handwerkskunst. Die Prototypen werden von den teilnehmenden Senioren auf ihre Umsetzbarkeit hin getestet, woraufhin das Endprodukt in enger Zusammenarbeit gemeinsam ausgearbeitet wird. Dabei soll zwischen Jung und Alt ein Wissensaustausch auf Augenhöhe stattfinden und Design als verbindendes Element genutzt werden. Ziel des Projekts ist es auch, ästhetisch ansprechende Produkte für ältere Menschen zu entwickeln. DESIGN VERBINDET JUNG UND ALT Senior Design Factory, Schweiz AGEING SOCIETY

14 MEGA-TREND ATTENTION ECONOMY Aufmerksamkeit ist eine der wichtigsten Währungen des 21. Jahrhunderts. Während die kognitive Aufnahmefähigkeit nur geringfügig erweiterbar ist, explodiert die Anzahl der Screens und Information rund um den Menschen. Um aufzufallen, wird vermehrt auf Emotionalisierung und Zusatznutzen gesetzt. Unternehmen machen sich neue Technologien zunutze, kommunizieren über innovative Plattformen, denken um die Ecke und bieten ihren Kunden wie im Content Marketing mit Dynamic Storytelling hochwertige Inhalte statt platter Claims. Werbungen werden auch zu Service- und Nutzwertangeboten. Im Out-of-Home-Bereich sorgt das laute, bunte und überdimensionale Sensation Marketing für „Wow-Effekte“, während mit Experiential Marketing versucht wird, eine Marke mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Technische Hilfsmittel unterstützen das Buhlen um die Aufmerksamkeit, indem Botschaften immer genauer auf Zielpersonen zugeschnitten werden. Mit diesen so genannten Tailored Touchpoints, aber auch mit der Ansprache von Kunden über Smartphones im örtlichen Kontext (Proximity Marketing) steigt neben der Wahrscheinlichkeit auch die Qualität eines Kontakts. In einer Ökonomie der Aufmerksamkeit kann die langfristige Gunst des Konsumenten auch gewonnen werden, indem der Spieß umgedreht wird und dem Menschen die Aufmerksamkeit zurückgegeben wird. Es müssen nicht immer Click Baits sein. ATTENTION ECONOMY PARTICIPATION MARKETING EXPERIENTAL MARKETING CONTENT MARKETING DYNAMIC STORYSTELLING ADVERTISING AS A SERVICE PROXIMITY MARKETING SENSATION MARKETING TAILORED TOUCHPOINTS

15 ATTENTION ECONOMY Während beim Participation Marketing das Mitmachen belohnt wird, geht es im Experiential Marketing um die Auseinandersetzung mit der Marke durch intensive Erfahrungen. Die Ansprache erfolgt über alle fünf Sinne. Anwendungen reichen von realen oder virtuellen Erlebniswelten über Installationen, die die Stimmung des Nutzers miteinbeziehen bis hin zur olfaktorischen Bewerbung eines neuen Gewürzes an Bushaltestellen. Dafür werden oft Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft angewendet. Auch Prozesse, die die Entscheidung eines potenziellen Konsumenten für oder gegen ein Produkt steuern, werden erforscht, um daraus Ableitungen in Bezug auf Design, Farben, Botschaften der Werbekommunikation und Produktentwicklung zu ziehen. EXPERIENTAL MARKETING CONNECTED TRENDSSEAMLESS MEDIA  USER PROFILING  NET CULTURE  CROWD ACTIONS

16 MICRO-TREND Marriott hat Kabinen entwickeln lassen, in denen Besucher von Promotionständen mit allen Sinnen das Gefühl einer Urlaubsreise erleben können. Dabei werden sie mit Hilfe einer Virtual-Reality-Brille an verschiedene Urlaubsorte versetzt, deren Temperatur, Luft, Klang und Geruch im Automaten simuliert werden. So können sich die Passanten etwa an einen Strand entführen lassen, wo sie sich umschauen können, während in der Kabine 26 Grad Celsius herrschen und sie die Meeresbrise sowie den Meeresduft wahrnehmen. Die Pneumatik in der Kabine sorgt dafür, dass sich der Boden wie Sand anfühlt. Der Nutzer erlebt dabei auch angenehme Hotelräumlichkeiten. KABINE SIMULIERT ANNEHMLICHKEITEN VON URLAUBSORTEN Marriott International Inc., USA Die Agentur Duval Guillaume hat für den belgischen Mobilfunkanbieter BASE die „PartyDrone“ entwickelt, die bei Konzerten und Festivals über den Gästen schwebt und über den Streamingdienst Spotify Musik abspielt. Die Drohne verfügt über drei Lautsprecher mit einer Leistung von insgesamt 450 Watt und über eine LED-Einheit für Lichteffekte. Die Gäste können die Wiedergabeliste im Vorfeld einer Veranstaltung selbst bestücken. Mit der Aktion bewarb BASE, dass im Mobilfunktarif nun auch das Streamen von Musik via Spotify enthalten ist. PARTYDROHNE SPIELT SPOTIFY-WIEDERGABELISTEN BASE S.A., Belgien Die norwegische Airline Norwegian Air Shuttle erzeugte Fernweh bei Besuchern eines Osloer Einkaufszentrums, indem sie über ein Werbedisplay einen interaktiven Echtzeiteinblick in eine Stadttour durch New York gewährte. Die Besucher konnten durch Berühren des Touchdisplays das Echtzeitbild schwenken und erfuhren Details zum aktuellen Ort. Hierfür war eine 360-Grad-Kamera auf dem Fahrzeug installiert worden, in dem Mitarbeiter der verantwortlichen Werbeagentur M&C Saatchi saßen. Die Mitarbeiter hatten Zugriff auf das Livebild des Werbedisplays und konnten über Lautsprecher die vorbeigehenden Besucher ansprechen. PER WERBEDISPLAY DURCH NEW YORK REISEN M&C Saatchi, Norwegen ATTENTION ECONOMY

17 Content Marketing ist die Erstellung und Bereitstellung von qualitativ hochwertigen Inhalten, um die Kundenbindung zu verbessern. Marken präsentieren sich auf Websites, Blogs und in sozialen Netzwerken mit multimedialen Inhalten als Infoanbieter und Storyteller. Die werbliche Maßnahme unterbricht nicht – wie in traditionellen Medien – die Inhalte, sie selbst ist die wertvolle Information oder Unterhaltung. Die Werbeträger werden selbst geschaffen. Als Teil eines ausgewogenen Media-Mixes werden Marken so zu echter journalistischer Konkurrenz mit Medienkompetenz. Verwandte Formen der Verschmelzung von Werbung und Inhalt sind Native Advertising, Product Placement oder In-Game- Advertising. Ein mündiger Umgang mit Informationen ist für Rezipienten wichtiger denn je. CONTENT MARKETING CONNECTED TRENDSAUGMENTED SENSES  DYNAMIC STORYTELLING  IMMERSIVE EXPERIENCE  WEARABLE TECH

18 MICRO-TREND „Brändärit“ ist eine von MTV in Finnland ausgestrahlte Fernsehsendung, die sich um eine fiktionale Werbeagentur dreht, die in Zusammenarbeit mit prominenten Klienten echte Kampagnen kreiert. Die Sendung ist von der Tatsache inspiriert, dass Unternehmen Unsummen für Fernsehwerbung ausgeben, die von den Zuschauern kaum wahrgenommen wird. In „Brändärit“ entwickeln die Charaktere ausgefallene Kampagnen für Partner wie Nissan, Lidl und Viking Line, die direkt im Anschluss ausgestrahlt werden. Nach Einschaltquoten, die die Erwartungen übertroffen haben, und Begeisterung im Netz soll das Format nun auch in anderen Ländern umgesetzt werden. ECHTE WERBUNG VON FIKTIONALER SITCOM KREIERT Viacom Inc., Finnland Der schwedische Sportbekleidungshersteller Björn Borg nutzt für die Lancierung seiner Frühjahr-Sommer-Kollektion 2015 ein von Isbit Games entwickeltes Shooter-Game, das die Spieler Produkte direkt einkaufen lässt. Das Spiel „First Person Lover“ versetzt den Helden, der mit den selbst gewählten Kleidungsstücken aus der Kollektion ausgestattet ist, in eine Science-Fiction-Welt. Anstatt mit herkömmlichen Gewehren verteidigen sich die Spieler mit einer pastellfarbenen „Bubblegun“ und kleiden den besiegten Gegner dann ebenfalls mit der neuen Kleidung ein. MODEKOLLEKTION IM SPIEL PRÄSENTIEREN Björn Borg AB, Schweden Land Rover hat vom britischen Autor William Boyd den Onlineroman „The Vanishing Game“ kreieren lassen, der die Story des Protagonisten und seines Fahrzeugs mittels audiovisueller Inhalte erzählt. Das Werk wird von einem Erzähler vorgelesen und ist mit passenden Filmsequenzen und Grafiken unterlegt. Beim Anklicken einzelner Begriffe wird die Story unterbrochen und es öffnen sich Illustrationen, die es ermöglichen, filmische Hintergründe anzuschauen oder die Perspektive zu wechseln. Dem interaktiven Roman aus Wörtern ist eine Webseite angegliedert, die die Storys von Kunden samt Bildmaterial aus sozialen Medien zusammenträgt. LAND ROVERS AUDIOVISUELLER ONLINEROMAN Jaguar Land Rover North America LLC, UK ATTENTION ECONOMY

19 MEGA-TREND AUTONOMOUS SYSTEMS Autonome Systeme erledigen in maschineller Selbstorganisation menschliche Arbeit. Dabei zeichnet sich nicht nur die industrielle Fertigung durch einen immer höheren Grad an Automatisierung aus, auch das Alltagsleben ist zunehmend von intelligenten Maschinen beeinflusst und geprägt. Im Tagesablauf des Menschen übernehmen Roboter immer mehr Funktionen, indem sie wenig komplexe, aber zeitintensive Aufgaben von der Organisation des Haushalts bis zur Planung des Tagesablaufs übernehmen. In Alltagsgegenstände eingebettete Computer und Sensoren stellen die technologische Basis neuer Mobilitätskonzepte. Autonome Assistenzsysteme verändern nicht nur die Mobilität, sondern die Gesellschaft als Ganzes durch Zeitgewinne und einer damit verbundenen Steigerung der Lebensqualität. In der Smart Factory der Zukunft bringen vernetzte Objekte und Maschinen dezentrale Intelligenz in die Produktion und ermöglichen automatisierte Prozesse, die allerdings von hochqualifizierten Mitarbeitern bedient und überwacht werden. Diese nächste Welle der Automatisierung vernichtet Arbeitsplätze, sagen die einen. Eine indirekte Besteuerung von nichtmenschlicher Arbeit sichert der Gesellschaft eine Automatisierungsdividende und damit die zukünftige Rente, sagen die anderen. Eines aber ist sicher: Die Automatisierung menschlicher Arbeit hat seit der ersten industriellen Revolution stets neue Jobs geschaffen sowie zu einer Steigerung der Lebensqualität und verbesserten Arbeitsbedingungen geführt. AUTONOMOUS SYSTEM AUTONOMOUS VEHICLES FAB REVOLUTION INTELLIGENT PERSONAL ASSISTANCE INDUSTRY 4.0 ROBOTCS

20 AUTONOMOUS SYSTEMS Die Automatisierung wird in den nächsten Jahren das Verständnis von Mobilität grundlegend auf den Kopf stellen. Sind es zunächst Fahrassistenzsysteme, die Autofahrer entlasten und leichtere Aufgaben wie das Anfahren im Stau oder das Einparken übernehmen, werden langfristig autonom agierende Systeme das Steuer komplett übernehmen. Die dadurch gewonnene Lebenszeit eröffnet einen großen Raum für Freizeit- und Arbeitsmöglichkeiten. Autonom oder semiautonom navigierende Lkw verändern hingegen die Logistik und sollen für mehr Sicherheit und einen geringeren Schadstoffausstoß sorgen. Während Computer das Fahren übernehmen, könnte sich der Fahrer zurücklehnen und administrativen Aufgaben wie etwa der Routen- und Auftragsplanung widmen. AUTONOMOUS VEHICLES CONNECTED TRENDSWEB OF THINGS  ROBOTICS  INTELLIGENT PERSONAL ASSISTANCE  CONTEXT AWARE SYSTEMS

21 MICRO-TREND Die University of Michigan plant zusammen mit der Stadtverwaltung von Ann Arbor, bis 2021 rund autonome Fahrzeuge und Taxen auf die Straßen zu bringen, die mit Hilfe von Milliarden von gesammelten Verkehrsdaten zur Serienreife entwickelt werden. Statt ausschließlich auf wetteranfällige optische Sensoren zu setzen, sollen Autos mit einem Car-to-Car-Kommunikationssystem ausgerüstet werden. Damit dieses für jede Verkehrssituation gewappnet ist, wird das Fahrverhalten von Freiwilligen fortlaufend über eine Blackbox an 25 Verkehrsampeln übertragen und ausgewertet. MICHIGAN PLANT AUTONOME AUTOFLOTTE BIS University of Michigan City of Ann Arbor, USA Mercedes hat auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2014 den „Future Truck 2025“ vorgestellt, der autonom über Landstraßen und Autobahnen navigiert. In einem Praxistest auf der A 14 demonstrierte eine Erlkönig-Variante mit dem Assistenzsystem bereits erfolgreich das Zusammenspiel verbauter Radar- und Fahrzeugkommunikationssysteme, die in Echtzeit Informationen über die aktuellen Verkehrsverhältnisse auswerten. Der Lkw-Fahrer kann derweil seinen Sitz seitlich drehen und sich der Routen- und Auftragsplanung widmen. Violett pulsierendes Scheinwerferlicht informiert andere Fahrer bei aktiviertem Autopiloten. MERCEDES ZEIGT LKW MIT AUTOPILOT Daimler AG, Deutschland Mit Unterstützung von Transport Systems Catapult, dem britischen Innovationscenter für intelligente Mobilität, testet der Automobilhersteller RDM fahrerlose Fahrzeuge, die sich in den Fußgängerzonen bewegen. Diese „LUTZ Pathfinder“ sind Elektroautos, die speziell auf die Bedürfnisse von Pendlern, Einkäufern und älteren Menschen abgestimmt sind. Sie sollen die Umweltverschmutzung und Verkehrsbelastung reduzieren und können pro Batterieladung etwa 40 Meilen fahren. Bei der Manövrierung verlassen sich die Fahrzeuge auf 22 Sensoren, ein Radarsystem und Panoramakameras. AUTONOMES FAHREN AUF GEHWEGEN Transport Systems Catapult, UK AUTONOMOUS SYSTEMS

22 MEGA-TREND CONNECTED WORLD Kein Kommunikationsmittel der Geschichte hat die Menschen weltweit so stark miteinander verbunden wie das Internet. Durch diese zunehmende Vernetzung ist eine neue soziale Dynamik entstanden, die individuelles Mitgestalten mit gemeinschaftlichem Handeln und Erleben kombiniert. Aus dem Konsumenten ist der Prosument erwachsen, der an zahlreichen Stufen der Wertschöpfungskette beteiligt ist – von der Ideengenerierung für neue Produkte über die Sortimentsmitbestimmung bis hin zur Vermarktung. Wie wirkungsvoll die Crowd sein kann, sieht man an zahlreichen realisierten Projekten wie wissenschaftlichen Untersuchungen, Unternehmensgründungen und Filmfinanzierungen, die durch Crowdsourcing und Crowdfunding entstanden sind. Social Software, die Basis von sozialen Netzwerken, dringt als technologische Grundlage in private und geschäftliche Beziehungen vor. Sharing, Openness und Transparency sind dominierende Handlungsmaximen. Neben der Mitbestimmung gewinnt das Kuratieren an Bedeutung. Kuratoren von Inhalten jeglicher Art werden in der Informationsflut zu Steuermännern. Interessen, Meinungen, Erlebnisse, Inhalte und sogar Konsumgüter können so einfach wie noch nie mit anderen geteilt werden. Marktplätze verlagern sich in die Virtualität, Liebes- und Geschäftspartner suchen und finden einander online, Likes sind zur Währung geworden. In der sozialen Onlinewelt hat sich sogar eine eigene Sprache entwickelt: bildlich, kindlich und weniger förmlich als offline. Dass Online- Phänomene können auch offline wirken, haben Bewegungen wie Occupy oder der Arabische Frühling gezeigt. Der Mega-Trend Connected World markiert so den Eintritt in die Ära des digital unterstützten Empowerments von Konsumenten und Bürgern. CONNECTED WORLD LIFE SHARING CROWD ACTIONS MATCHMAKING SERVICES SOCIAL SOFTWARE NET CULTURE

23 CONNECTED WORLD Crowd Actions bezeichnen alle über das Internet organisierten Kollaborationen vieler Einzelpersonen. Der Begriff Crowdsourcing wird in Zusammenhang mit der kollektiven Entwicklung von Ideen und Konzepten verwendet. Dabei kann es sich um Kundenbindungsmaßnahmen in Social Media, aber auch um wissenschaftliche Zwecke (Citizen Science) handeln. Projektfinanzierung über die Crowd wird Crowdfunding oder Crowdinvesting genannt. Beim Crowdfunding lassen sich zum Beispiel Künstler die Produktion eines neuen Albums von ihren Fans vorfinanzieren, wobei die Rückvergütung in Form von Sachwerten üblich ist. Im Unterschied dazu ist das profitorientierte Crowdinvesting eine Anlageform, bei der die Investoren am Gewinn des Projektes oder des gegründeten Unternehmens beteiligt werden. CROWD ACTIONS CONNECTED TRENDSCOLLABORATIVE CITIES  DYNAMIC STORYTELLING  PARTICIPATION MARKETING  INSTANT ADVISORY

24 MICRO-TREND Die Crowdfunding-Plattform Indiegogo ist mit „Indiegogo Life“ um einen Service erweitert worden, über den Nutzer Geld für private Veranstaltungen oder für Hilfsbedürftige aus ihrer Umgebung sammeln können. Da der Service bedürftigen Menschen zugutekommen soll, werden beim Einrichten einer Kampagne – im Gegensatz zu den herkömmlichen Crowdfunding-Projekten – keinerlei Gebühren erhoben. Mit Hilfe von „Indiegogo Life“ sollen Personen ohne ausreichende Geldmittel für sich selbst oder für Bekannte die Geldsumme aufbringen können, die sie etwa für eine Hochzeit oder eine medizinische Behandlung benötigen. SOZIALES CROWDFUNDING FÜR PERSÖNLICHE BELANGE Indiegogo Inc., USA Der Telekommunikationsanbieter Vodafone hat in Deutschland unter dem Namen „Vodafone Service Friends“ eine Art Kundenservice nach dem Prinzip des Crowdsourcing initiiert, bei dem technikaffine Kunden anderen helfen können. Auf dem lokalen Dienstleistungsmarktplatz „Mila“ geben Nutzer ihre Postleitzahl und ihre Anforderung an, woraufhin ihnen passende Profile von technischen Helfern angezeigt werden. Der Nutzer kann anschließend einen „Service Friend“ auswählen, sich auf dessen Profilseite über die angebotenen Dienstleistungen informieren und im Anschluss bewerten, wie gut die Unterstützung war. TECHNISCHER KUNDENSERVICE DURCH DIE CROWD Vodafone GmbH, Deutschland Die holländische Firma Nerdalize ist eines von mehreren europäischen Start-ups, die das Geschäftsmodell einer neuartigen Tauschidee verfolgen: Hauseigentümer können Heizkosten sparen, indem sie einwilligen, in ihrem Wohnzimmer einen Server zu platzieren. Dies ermöglicht kleineren Firmen bis zu 50 Prozent günstigere Serverkosten und durch die überschüssige Hitze auch einen Mehrwert für die Bewohner. Zurzeit wird ein Test mit dem großen Anbieter Eneco durchgeführt, wobei in den Wohnungen verkleidete Server aufgestellt werden, die optisch an einen Heizkörper erinnern. Haushalte können so jährlich etwa 440 US-Dollar an Heizkosten sparen. SERVERPLATZ GEGEN GÜNSTIGES HEIZEN TAUSCHEN Nerdalize, Niederlande CONNECTED WORLD

25 Matchmaking Services bieten einen meist virtuellen Marktplatz, um Menschen mit Menschen und Anbieter mit Suchenden zu verbinden. Die Partnervermittlung, zum Beispiel online bei OkCupid oder offline bei Speeddating-Veranstaltungen, ist dabei ein tragendes Thema. Auch im Stellenmarkt kann durch Persönlichkeits- und Einstellungsprofile ein immer besseres Matching erzielt werden. Die Dienste reichen bis hin zu Plattformen, auf denen Bauern ihre Felder im Sommer an Eventveranstalter vermieten wollen. Auch so genannte Love Management Tools, Anwendungen zur Beziehungspflege, gehören dazu. Diese Werkzeuge erleichtern die Kommunikation in intimen Beziehungen, von der Nutzung gemeinsamer Kalender und Fotoalben bis hin zu Coaching-Maßnahmen. MATCHMAKING SERVICES CONNECTED TRENDSSMART DATA  USER PROFILING  COLLABORATIVE CITIES  PERSONAL DESIGN

26 MICRO-TREND Mit der Smartphone-Anwendung „Glia“ können Nutzer Geschäfte in ihrer Umgebung finden, mit denen sie die gleichen ethischen Werte teilen. Zunächst müssen sie in der App einige Fragen zu ihren sozialen und politischen Überzeugungen beantworten, damit „Glia“ ein Profil erstellen kann. Der Nutzer kann dann von unterwegs auf einer Karte die Geschäfte in der Umgebung daraufhin prüfen, ob sie zu ihm passen. Dafür hat „Glia“ 200 große Unternehmen in den USA unter die Lupe genommen und bewertet. Zu jedem Geschäft gibt es ein ausführliches Porträt und eine detaillierte Anzeige, die Auskunft darüber gibt, wie gut es zum Nutzer passt. GESCHÄFTE MIT DEN RICHTIGEN WERTEN FINDEN LAMID Studios Inc., USA Mit der Smartphone-Anwendung „Teleport for Startup Cities“ von Teleport aus Palo Alto können Start-ups herausfinden, welche Stadt zu ihnen und ihrem Budget passt. Der Nutzer gibt zunächst seine Präferenzen an, beispielsweise wie wichtig ihm eine gute Start-up-Infrastruktur ist und wie viel Geld er zur Verfügung hat. Ein Suchalgorithmus errechnet daraufhin, welche der hundert geeignetsten Städte für junge Unternehmen am besten zu den jeweiligen Präferenzen passt. Über die App kann auch der Umzug organisiert werden und Kontakt zu Szeneexperten in den Städten hergestellt werden. Die Anwendung ist für Android und iOS erhältlich. APP HILFT START-UPS BEI STADTSUCHE Teleport Inc., USA Das US-amerikanische Unternehmen Lunchcruit möchte Arbeitgeber und deren potenzielle Mitarbeiter zusammenbringen und vermittelt daher Mittagessen bei interessanten Start-ups, die Mitarbeiter suchen. Personalbeauftragte sowie andere Firmenmitarbeiter sollen – anders als bei offiziellen Bewerbungsgesprächen – die Jobkandidaten in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen. Interessierte können die Start-ups bei „Lunchcruit“ nach ihren Wunschkriterien filtern. Um ein Treffen zu buchen, geben sie ihr Berufsfeld sowie einige Daten über sich ein und werden eingeladen, sofern das Unternehmen sie für potenziell geeignet hält. KOSTENLOSES MITTAGESSEN STATT BEWERBUNGSGESPRÄCH Lunchcruit, Kanada CONNECTED WORLD

27 MEGA-TREND CONTINENTAL SHIFTS Prognosen zeigen, dass die Bedeutung der westlichen Industrienationen für die Weltwirtschaft in Zukunft an Gewicht verlieren wird und ehemalige Schwellen- und Entwicklungsländern an ihre Stelle treten. Der Fachkräftemangel und der demographische Wandel werden vor allem in Europa und Japan für eine Überalterung und einen Rückgang der Bevölkerung sorgen – während die Bevölkerung in Ländern wie Nigeria oder Malawi deutlich steigen und das Durchschnittsalter niedrig halten wird. Darüber hinaus weicht der Fortschrittsglaube in der westlichen Welt zunehmend Zukunftspessimismus und Technologiekritik, während eine neue junge Bildungselite und global konkurrenzfähige Unternehmen in Asien und Afrika für ein neues Selbstbewusstsein sorgen. Sogar infrastrukturelle Mängel, beispielsweise in der Gesundheitsversorgung oder im Transportwesen, können dank neuer Technologien und der Digitalisierung als Chance für eine genuine Rekonzeptionalisierung gesehen werden. Die schnelle, flächendeckende Verbreitung des mobilen Internets in Afrika kann als Beispiel dafür dienen, wie ganze Technologiestufen übersprungen werden. Diese gegensätzlichen Entwicklungen können, je nach Umgang mit dem jeweiligen Szenario, zu bedeutenden Machtverschiebungen führen. Doch durch Armut und existenzielle Not ausgelöste Migrationsbewegungen werden auch in der nächsten Jahren Arbeitskräfte vor allem nach Europa führen. Neue Konzepte für eine schnelle Integration in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt sind dabei eine zukunftsfähigere Lösung als eine Mauer um Europa zu bauen. Letzten Endes werden sich auch die Grenzen außerhalb der Erde verschieben: der Weltraum wird immer weiter erforscht und auf lange Sicht werden sich der Weltraumtourismus und ein Rohstoffbezug aus dem Weltall realisieren lassen. CONTINENTAL SHIFTS REVERSE INNOVATION LEAPFROGGING SPACE TECH MIGRATION CONCEPTS DEMOGRAPHIC SHIFT

28 CONTINENTAL SHIFTS Der Weltraum ist einer der nächsten großen Wachstumsmärkte. Hochauflösende, auch privaten Institutionen zugängliche Satellitenfotos helfen bei der Bewältigung von humanitären Notlagen, Infrastrukturprojekten oder logistischen Herausforderungen. Auch der Weltraumtourismus verspricht trotz Anlaufschwierigkeiten ein lukrativer Markt zu werden. Rohstoffreiche Asteroiden könnten die Erde mit den Ressourcen versorgen, die dem Planeten langsam ausgehen. Viele Innovationen erleichtern Astronauten die Bewältigung des Alltags im All. Ein 3D-Drucker, der die Raumfahrer mit Nahrung und Ersatzteilen versorgt, gehört ebenso dazu wie Roboter, die eine medizinische Versorgung ermöglichen. Science Fiction? Nein, vielmehr Projekte von Visionären mit viel Kapital. SPACE TECH CONNECTED TRENDSROBOTICS  FAB REVOLUTION  SENSATION MARKETING  FROGGING VS FROGING

29 MICRO-TREND Das Start-up Planet Labs aus San Francisco hat seine ersten Kleinsatelliten im Orbit platziert, die täglich aktuelles Bildmaterial des gesamten Globus an Firmen, Entwickler und gemeinnützige Organisationen liefern. Die insgesamt hundert schuhkartongroßen Satelliten liefern günstiges Bildmaterial mit einer Auflösung von drei bis fünf Metern über eine Schnittstelle, für deren Zugang sich Interessenten bereits registrieren können. Umweltkatastrophen, Strukturprojekte, humanitäre Notlagen oder logistische Herausforderungen können mit Hilfe aktueller Satellitenbilder in Softwares und Apps besser bewältigt werden. SERVICE LIEFERT TAGESAKTUELLE SATELLITENFOTOS Planet Labs Inc., USA Facebook hat unter dem Namen „Connectivity Lab“ ein Forscherteam ins Leben gerufen, das an neuartigen Kommunikations- und Weltraumtechnologien arbeitet, mit deren Hilfe der Internetzugang ausgeweitet und verbessert werden soll. Diese Technologien sollen die traditionelle Verteilung über Masten ersetzen. Hierbei bietet sich für ländliche Gegenden mit einer geringen Bevölkerungsdichte der Einsatz von Satelliten an. In vorstädtischen Regionen dagegen könnten etwa solarbetriebene Drohnen in einer Höhe von 20 Kilometern stärkere Signale aussenden. Sowohl die Satelliten als auch die Drohnen sollen per Laser miteinander verbunden werden. Drohnen und Laser liefern besseres Internet newsroom.fb.com Facebook, USA Das Unternehmen Virtual Incision, ein Spin-off der University of Nebraska, hat einen Roboter entwickelt, der bei Raumfahrten eigenständig Operationen an den Astronauten durchführen soll. Der Roboter verschafft sich dabei über einen Schnitt in den Bauchnabel Zugang zum Körper, wobei der Bauch vorab mit Gas gefüllt wird, um Raum für die Behandlung zu schaffen. Der Roboter soll einen Blinddarm oder Teile des Darms entfernen sowie ein perforiertes Magengeschwür reparieren können. Er könnte künftig bei langen Weltraumfahrten die Astronauten begleiten und bei akuten Problemen Notoperationen durchführen. ROBOTER ALS OPERATEUR IM WELTALL Virtual Incision Corp., USA CONTINENTAL SHIFTS

30 COPYRIGHT 2016 Alle Rechte vorbehalten. Die in dieser Präsentation dokumentierten Trends und Thesen sind geistiges Eigentum der TRENDONE GmbH und unterliegen den geltenden Urhebergesetzen. Die Verwendeten Bilder dienen lediglich Research- und Illustrationszwecken. Sie stehen nicht zur Publikation frei. DISCLAIMER


Herunterladen ppt "PREVIEW. VORWORT Könnte es sein, dass Maschinen bald so intelligent werden wie Menschen? Kann ein digitales Betriebssystem die Städte der Zukunft vorbereiten."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen