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Informationsgesellschaft aus evolutorischer Sicht aus evolutorischer Sicht Ewald Walterskirchen ICT-Podium Universität Salzburg Wien, 21. Mai 2007.

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1 Informationsgesellschaft aus evolutorischer Sicht aus evolutorischer Sicht Ewald Walterskirchen ICT-Podium Universität Salzburg Wien, 21. Mai 2007

2 Informationsgesellschaft Halbierte Informationsgesellschaft (Hofkirchner) Nicht nur Informations- und Kommunikationstechnologien Verwandte Technologien Die Wirtschaft der Informationsgellschaft Selbstregulierende Marktwirtschaft Globalisierung Netzwerkbildung Der Mensch in der Informationsgesellschaft Varianten der Informationsgesellschaft (Determinismus und Probabilismus)

3 IKT und Wirtschaftswachstum

4 Informationsbegriff im Wirtschaftsprozess Geld = Information (Gegensatz zu Ware) Preis = Information (Selbstregulierung) Markt = Suchprozess Vollkommene Information? Information verursacht Transaktionskosten IKT entscheidend für wirtschaftliche Entwicklung IKT-Produktion (Tabelle nach EU-Ländern – China/GUS) IKT-Anwendung im Dienstleistungsbereich (Tab.)

5 New Economy IKT ist nur die halbe Wahrheit New Economy IKT Genetik (Biotechnologie) Verwandte Bereiche Risikogesellschaft Finanzmarkt-Spekulation Herrschaft der Zentralbanken

6 Netzwerkorganisation Organisation ist entscheidend (Castells) Kommunikative Netzwerke ergänzen und ersetzen die hierarchische Organisationsform Luhmann und Habermas + wikipedia

7 Der Mensch in der Informationsgesellschaft Narzisstische Züge nehmen stark zu (Ch.Lasch), gleichzeitig auch narzisstische Störungen (Kohut, Kernberg) Marktorientierter Charakter (Fromm, Funk) Auf Bewunderung (Ruhm) ausgerichtet

8 IKT und Globalisierung Globalisierung wird d urch IKT erleichtert, aber initiiert durch Liberalisierungspolitik Liberalisierung des Kapitalverkehrs Liberalisierung des Welthandels und Dienstleistungsverkehrs Internationale Organisation von Produktions- und Vertriebsnetzwerken (Zuliefer-Netzwerke)

9 Negative Auswirkungen Negative Auswirkungen (Nebeneffekte) Mensch (Arbeitsmarkt nach Wünschen der Wirtschaft) Umwelt (Globalisierung, Gen-Lebensmittel) Risiko Finanzmarkt Flexibler Arbeitsmarkt

10 Varianten der Informationsgesellschaft Liberale Marktwirtschaft (USA, GB) Korporatistische Gesellschaften (Skandinavien) Relativ autoritäre Gesellschaften (Asien) Determinismus und Probabilismus

11 Evolutorische Sicht A. Darwinistisch-evolutorische Sicht B. Historisch–evolutorische Sicht

12 Darwinistisch-evolutorische Sicht

13 Historisch-evolutorische Sicht

14 Politische Konsequenzen des Neo-Darwinismus und Neoliberalismus Freiheit der Selektion durch den Markt Deregulierung und Flexibilisierung Rahmenbedingungen setzen, die "Aussiebung" von Unternehmen und Arbeitskräften nicht behindern (Hayek) Sozialstaat als Hindernis für den Selektionsprozess beseitigen Standortpolitik im Zentrum: Konkurrenzkampf der Nationen (Steuerwettlauf)

15 Evolution = Selektions- und Baukastenprinzip Physikalisch-chemische Evolution erfolgt nach dem Baukastenprinzip: von kleinen zu größeren Einheiten Elementarteilchen-Atom-Molekül-Makromolekül-Zelle Biologische Evolution vollzieht sich nach dem Mutations- und Selektionsprinzip, die das Überleben größerer Populationen ermöglicht Mutationen erzeugen neue Varianten, daraus werden die Angepasstesten selektiert. Größere Populationen brauchen jedoch neue Organisationprinzipien Gesellschaftsentwicklung = historische Komponente - irreversibel Mutation und Selektion = Anpassung, kein Fortschritt historischer Aspekt (nicht-individuell), Fortschritt im kognitiven und technischen Bereich

16 Informationsgesellschaft aus historisch-evolutionärer Sicht Grundthese: Die Informationsgesellschaft ist die logische Folge eines Entwicklungsprozesses Die Informationsgesellschaft ist eine historische Errungenschaft, die nicht nach wenigen Jahrzehnten von einer post-informationellen Gesellschaft abgelöst wird Informationsnetzwerke ermöglichen die Koordination viel größerer wirtschaftlicher Einheiten, als dies hierarchische Strukturen je erreichen konnten

17 Wirtschafts- und Sozialgeschichte Jäger- und Sammlergesellschaften Autarkie der Haushalte Eigenproduktion/Eigenbedarf Ackerbaugesellschaften Dorfgesellschaft Geben und Nehmen (Reziprozität) Warenproduzierende Gesellschaften Staatliche Organisation - Umverteilung Informationsgesellschaft Elektromagnetische Kraft Kohlenstoffchemie (Biochemie) Informationsmoleküle DNA/RNA Neurale Netzwerke (Gehirnforschung)

18 Mein Entwicklungsmodell Es gibt ein Muster der langfristigen Entwicklung, das sich auf allen Ebenen wiederholt (nicht bloß Zufall). Der Aufbau komplexer Strukturen erfolgt typischerweise in vier Phasen. Jede neue Evolutionsphase erlaubt die Koordination bzw. Integration größerer Einheiten und wird damit evolutionär erfolgreich: Isolation kleiner Einheiten Bindung kleiner Einheiten zu Entwicklungskernen (Symbiose) Aggregation zu riesigen hierarchischen Strukturen Informations- und Kommunikationsprozesse ermöglichen die Koordination noch größerer Einheiten Das klingt sehr abstrakt, lässt sich aber konkret belegen.

19 DER UNIVERSELLE EVOLUTIONSPROZESS KOSMISCHE EVOLUTION Isolierte Elementarteilchen Bindung zu Atomkernen und zu Atomen Aggregation der Materie zu Galaxien Information in Planetensystemen (Licht) Zerfall und Umwandlung durch die schwache Kraft Bindung durch die starke Kraft Zusammenballung durch die Gravitationskraft Signale durch die elektromagnet. Kraft

20 DER UNIVERSELLE EVOLUTIONSPROZESS CHEMISCHE EVOLUTION WasserstoffSauerstoffStickstoffKohlenstoff relativ isoliertbindungsfreudigwachstumsanregendkommunikativ 1 Valenz2 Valenzen3 Valenzen4 Valenzen vorherrschend im Kosmos vorherrschend auf der Erde vorherrschend in der Atmosphäre vorherrschend in der Biosphäre FettsäurenZuckerAminosäurenNukleotide Lipide zur Membranbildung Polysaccharide Nahrung Proteine zur Strukturbildung DNA, RNA zur codierten Information

21 DER UNIVERSELLE EVOLUTIONSPROZESS ENTFALTUNG DES LEBENS Abgrenzung von Prokaryoten Endosymbiose der Eukaryoten Aggregation zu Vielzellern komplexe Tiere Nerven und Gehirn EpithelienBindegewebeMuskelgewebeNervengewebe AutonomieAdhäsionKontraktion und Ausdehnung Kommunikation

22 DER UNIVERSELLE EVOLUTIONSPROZESS SOZIALE EVOLUTION – HISTORISCHE EPOCHEN isolierte Horden der Jäger/Sammler verwandtschaftl. Bindungen der Dorfgemeinschaften staatliche hierarchische Organisation marktorientierte demokratische Informations- gesellschaften AutarkieSymbiose mit der NaturZusammenschluss bzw. Eroberung Informations- netzwerke

23 Gesellschaftsentwicklung Die Entwicklung der Gesellschaft erfolgt nach dem Baukastenprinzip Aufbau und Koordination immer größerer wirtschaftlicher und kultureller Einheiten Autarke, nomadische Horden als kleinste Einheiten (Blutsverwandtschaft – Haushalt – Eigenprod.) Sesshafte Dorfgemeinschaften (Geben und Nehmen – Symmetrie - Kreislauf) Städte und Staaten – staatlich organisierte Gesellschaften – zentralistisch Weltumspannende Informationsgesellschaft (slebstorganisierender Markt – Risikogesellschaft (Finanzmärkte) - soziale und ökologische Nebenwirkungen

24 Technologische Entwicklung Die Schlüsseltechnologien hängen eng mit dem Wesen der gesellschaftlichen Epoche zusammen, sie entwickeln sich nicht rein zufällig. Die Schlüsseltechnologien der Informationsgesellschaft beschränken sich nicht auf die gängigen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Auf allen Ebenen der physikalischen, chemischen und biologischen Evolution gibt es Informations-Spezialisten. Die auf ihnen beruhenden Technologien treten in den Vordergrund.

25 Wichtige Zukunftstechnologien Umfragen zur Jahrtausendwende: Computer als Basistechnologie Photonik, Optik, Lasertechnik Satellitentechnik Siliziumtechnologien (Halbleiter) Pharmazeutische Chemie Gentechnologie und Biochemie Visuelle Medien (TV, Internet) Gehirnforschung und –chirurgie Luft- und Raumfahrt

26 Materielle Basis der Zukunftstechnologien Materielle BasisPhase InformationZukunftstechnik physikalische Kräfteelektromagnetische KraftElektronik Informationstechnologie chem. GrundelementeKohlenstofforganische Chemie Siliziumtechnologie WasserstoffverbindungenKohlenwasserstoffe Pharmazeutik Kunststofftechnik MakromoleküleDNA,RNA Genetik Zelle/Gewebe NervenNeurologie Sinnevisueller Sinnvisuelle Medien

27 Technologische Entwicklung von der Mechanik zur Elektronik und Photonik von der Stickstoff- zur Kohlenstoffchemie von der Proteinforschung zur Genetik von der traditionellen Anatomie zur Hirnforschung von den auditiven zu den visuellen Medien vom Straßenverkehr zur Eroberung des Luftraums von der Nationalökonomie zur Weltwirtschaft Die neuen Schlüsseltechnologien merzen die früheren nicht aus, sondern verknüpfen sich mit ihnen.

28 Politische Schlussfolgerungen aus dem ISAC-Modell Informationsgesellschaft mit elektronischen Technologien und weltweiten Netzwerken verwirklichen, aber mit sozialen und humanen Traditionen verknüpfen Schwerpunktbildung der Wirtschaftspolitik: Schlüsselbranchen der Zukunft fördern (über IKT hinaus) F&E und Bildung ganz allgemein reicht nicht nicht irgendwelche Flexibilität und Anpassung, sondern in eine ganz bestimmte Richtung

29 ZUSAMMENFASSUNG Die anbrechende Informationsgesellschaft mit ihren elektronischen Technologien, Netzwerken, Zuliefersystemen und Globalisierungstendenzen ist das logisch folgende Glied einer Entwicklungskette. Die flexiblen und weltoffenen Netzwerke der Informationsgesellschaft ermöglichen die Koordination weit größerer Einheiten, als dies die alten festgefügten hierarchischen Strukturen der Nationalstaaten bzw. Großunternehmen je erreichen konnten. Der wirtschaftliche Aktionsradius wird buchstäblich weltumspannend.

30 ZUSAMMENFASSUNG Die Evolution der Natur und der Gesellschaft hat also zwei Gesichter: die kontinuierliche "darwinistische" Anpassung und die Integration zu neuen komplexeren Formen. Die Mikroevolution wird eher durch Variation und Selektion vorangetrieben, die Makroentwicklung zu höherer Komplexität durch Koordination, Symbiose und Selbstorganisation. Ewald Walterskirchen, Der Weg in die Informationsgesellschaft. Zur Evolution von Natur, Technik und Wirtschaft, Passagen Verlag, Wien, 2005

31 Einfluss der Naturwissenschaften auf die Ökonomie Früher war die Physik Leitwissenschaft, heute die Biologie Die Ökonomie übernimmt Analogien aus Physik und Biologie Physik: Gleichgewichtskonzept (Anpassung nach Schocks) Optimierung und Maximierungskonzepte Biologie:Evolution als Selektionsprozess Darwin von Malthus beeinflusst (Wechselwirkung) Neodarwinistische Synthese: Mutation und Selektion Ökonomie: Selektion = Wettbewerb Mutation = Innovation bzw. technischer Fortschritt

32 Gravierende Unterschiede zwischen biologischer und sozioökonomischer Evolution Biologische Mutationen sind rein zufällig und meist schädlich Nach technischen Innovationen wird gezielt geforscht, sie sind vorteilhaft Die darwinistische Biologie kennt keinen Fortschritt an sich, es gibt nur Anpassungen an Umweltveränderungen In der Ökonomie gibt es einen Fortschritt in Technik, Produktivität und Lebensstandard (BIP pro Kopf)

33 Konzept der Selbstorganisation in den Naturwissenschaften mit Selektionsprozessen und zufälligen Mutationen allein lässt sich der Evolutionsprozess in Richtung höherer Komplexität nicht erklären heute Tendenz in den Naturwissenschaften, die Selbstorganisation zu betonen Selbstorganisation = neue Anordnung von einzelnen Elementen im Evolutionsprozess spielen Selektion und Selbstorganisation – Konkurrenz und Kooperation - zusammen


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