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Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 061 Migration Europäische Binnenwanderung, Aus- und Rückwanderung im 19. Jahrhundert.

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1 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 061 Migration Europäische Binnenwanderung, Aus- und Rückwanderung im 19. Jahrhundert

2 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 062 Sind Europäer immobil? Vor der Euro-Einführung argumentierten viele Ökonomen, dass eine gemeinsame Währung in Europa mit möglicherweise hohen Kosten verbunden sei: man könne das Politikinstrument einer flexiblen Wechselkurspolitik nicht opfern, solange die Europäer – anders als US-Amerikaner - so wenig bereit wären, auf Arbeitslosigkeit durch Migration zu reagieren (zB Olsen/ Skak 2001, siehe auch VL zum Goldstandard). Italiener und Briten reagieren auf Reallohnunterschiede innerhalb des eigenen Landes weniger mit Migration als US-Amerikaner (Eichengreen 1991) Warum? Sind Europäer bodenständiger? Oder fauler? Wie erfasse ich die Mobilität einer Bevölkerung? Und wie hat sich Mobilität in Europa historisch entwickelt?

3 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 063 Who cares? Freiwillige Migration ist zunächst ähnlich zum Handel: sie findet nur statt, weil die Lebensverhältnisse sich an Orten unterscheiden Sie ist aber viel interessanter als Handel: Migration kann Ursprungs- und Zielgebiete fundamental verändern, zum Beispiel weil: … Migranten Kultur, politische Ideen, neue Technologien, etc. mit bringen …Migranten kulturelle und ökonomische Brücken zwischen Ursprungs- und Zielgebieten (Kommunikations-, Handelsnetze, Geldtransfers) schaffen können …Migranten in der Regel die demographische Dynamik von Ursprungs- und Zielgebieten verändern …Migration oft mit räumlicher Konzentration (Urbanisierung) verbunden ist fördert die Verstädterung und Modernisierung

4 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 064 Der Plan 1.Binnenmigration seit 1820 am Beispiel Deutschland a)Stadt-Land b)Überregional 2.Grenzüberschreitende europäische Migration bis Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert: a)Verlauf b)Ursachen c)Hat Bismarck die deutsche Auswanderung gestoppt?

5 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 065 Binnenmigration seit 1820 (am Beispiel Deutschland) Europa vor der Industrialisierung war keineswegs immobil: sowohl innerhalb von Staaten, als auch über Staatsgrenzen hinweg, sowohl zwischen Städten, vom Land in die Stadt auch zwischen Dörfern fand Mobilität in bemerkenswertem Umfang statt, soweit wir darüber Daten haben (Moch 2003, Lucassen/ Soly 1993) Daten zu Süd- und Mittelengland (nach P. Clark 1979): 63% aller Männer und 67% aller Frauen haben in ihrem Leben mindestens einmal dauerhaft ihren Wohnsitz gewechselt, die Dorfbevölkerung war nicht weniger mobil als die Stadtbevölkerung Aber im 19. Jahrhundert nahm die Mobilität der europäischen Bevölkerung dramatisch zu; nach dem 1. Weltkrieg ist die Mobilität allerdings wieder deutlich gesunken

6 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 066 Binnenmigration seit 1820 a) Stadt-Land-Migration (Hochstedt 1999) Graphik zeigt die Entwicklung der Zuwanderungsraten von Düsseldorf-Stadt, dem Bezirk Düsseldorf und Berlin (Hochstadt 1999, S. 83) ökonomische Krisen sind deutlich sichtbar Zuwanderungsraten in kleineren Städten waren nicht niedriger als in größeren Städten (city vs. district) Anstieg fand nicht kontinuierlich, sondern in Wellen statt

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8 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 068 Binnenmigration seit 1820 Es gibt einige Messprobleme, die man kennen sollte: 1.Wir haben wenig direkte Daten über die Mobilität der Landbevölkerung 2.Städtische Statistik seit 1881 sehr detailliert als Statistisches Jahrbuch Deutscher Städte veröffentlicht, umfasst immer mehr Städte; aber die neu aufgenommenen Städte sind meist die mit den höchsten Zuwanderungsraten 3.Zuwanderung muss nicht von Dauer sein (Frage der Effizienz von Mobilität) 4.Urbanisierung kann auch steigen, wenn Zuwanderung = Abwanderung ist (warum?) Die nächste Graphik zeigt die Entwicklung in allen statistisch erfassten deutschen Grosstädten seit 1881 (Hochstadt 1999, S. 117)

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10 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0610 Binnenmigration seit 1820 Die Zuwanderungsraten sind bis zum 1. Weltkrieg kontinuierlich gestiegen Wenn man den Zusammensetzungseffekt nicht beachtet, wird das Bild aber überzeichnet Um 1910 haben Berliner Stadtteile die höchsten Zuwanderungsraten, v.a. Wilmersdorf (46), Schöneberg (37), Charlottenburg (34) Wer war der typische Migrant? Kennzeichen (nach Gewichtung) Jung Unverheiratet Arm Männlich

11 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0611 Binnenmigration seit 1820 Quelle: Hochstadt 1999, S. 153 Zuwanderungsraten nach Bevölkerungsgruppen, Berlin VerheiratetVerwitwetLedig AlterMännlichWeiblichMännlichWeiblichMännlichWeiblich ,130,120,22 0,340, ,110,080,14 0,350, ,090,060,140,100,300, ,060,030,100,050,200,11 Über 500,030,020,060,040,110,05 Total0,060,050,070,050,320,25

12 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0612 Binnenmigration seit 1820 Zuwanderungsraten nach Einkommensgruppen, ca Einkommens- Gruppen FrankfurtStettinEssenElberfeldKiel Gesamtbevölkerung0,180,150,180,150, Mark0,13na Mark0,030,040,06na0, Mark0,020,04 na Mark0,020,030,02na Über Mark0,0020,01 0,005 Quelle: Hochstadt 1999, S. 154

13 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0613 Binnenmigration seit 1820 War die Migration effizient? Das heißt: sind die Menschen auch dort geblieben, wo sie hingewandert sind? nicht immer; Abwanderungsraten waren oft ähnlich hoch wie Zuwanderungsraten b) Überregionale Migration in Deutschland Welche Gebiete haben Bevölkerung gewonnen, welche Bevölkerung verloren? Hypothese aus dem CP-Modell: stark industrialisierte Gebiete weisen höheren Reallohn aus und ziehen Migration an Dazu fehlen aber brauchbare Reallohndaten Welche Regionen haben gewonnen, welche verloren?

14 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0614 Binnenmigration seit 1820 Quelle: Oliver Grant (2005), S. 101

15 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0615 Binnenmigration seit 1820 Quelle: Oliver Grant (2005), S. 116

16 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0616 Binnenmigration seit 1820 Das Migrationsmuster scheint sich Mitte der 1880er Jahre verändert zu haben: während bis dahin Binnenmigration va. Abwanderung aus der Landwirtschaft war, werden allmählich andere Faktoren wichtiger: –Demographische Variablen –Veränderungen innerhalb der Landwirtschaft

17 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0617 Quelle: Oliver Grant (2005), S. 119

18 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0618 Grenzüberschreitende europäische Migration bis 1900 Es gibt eine lange Tradition von überregionaler Mobilität in Europa: Handwerker, Kirchenleute, Gelehrte, Kaufleute waren schon im Mittelalter über sehr weite Entfernungen hinweg mobil (und vernetzt!) Wichtig war insbesondere die großräumige Migration von Dienstleuten und Landarbeitern, letztere insbesondere als Saisonmigration Deutschland war dabei nur selten das Zielgebiet, eher ein typisches Ursprungsland zB Hollandgänger: um 1700 kamen etwa deutsche Saisonarbeiter pro Jahr nach Amsterdam (Moch 2003, S. 30) Die folgende Karte zeigt das System von überregionaler Saisonarbeit in Mittel-Westeuropa um 1750

19 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0619 Die wesentlichen Ziele der saisonalen überregionalen Migration waren Paris, Bordeaux, Marseille, Südengland (London), Holland, die Hansestädte, Madrid, Mailand, Po-Ebene

20 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0620 Grenzüberschreitende europäische Migration bis 1900 (2) Seit 1850 veränderte sich dieses Muster Die Bedeutung wandernder Landarbeiter und Handwerker nahm relativ ab, die Bedeutung wandernder Industriearbeiter (mit der Tendenz sesshaft zu werden), nahm relativ zu Die größte überregionale Wanderungsbewegung der Zeit ging aber über Europas Grenzen hinaus: nach Amerika

21 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0621 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert: Übersicht Zwischen 1820 und 1913 sind etwa 60 Millionen Europäer nach Amerika ausgewandert, die meisten in die USA Um 1846 waren es c. a pro Jahr, um 1900 über 1 Million, nach 1900 nahm die Auswanderung allmählich ab Bis 1850 kamen die amerikanischen Einwanderer vor allem aus England und Irland, später aus Deutschland, Seit den 1880ern wanderten v.a. Südeuropäer aus, seit 1890 v.a. Menschen aus der Habsburger-Monarchie und Russland Die folgende Tabelle gibt eine übersicht über die Aus- und Einwanderungsraten

22 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0622 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (2) Migrationsraten (pro 1000 Bevölkerung) für einige europäische und amerikanische Länder Land England, Wales, Schottland 5851,850,470,243,865,3 Irlandna 66,1141,788,569,8 Frankreich1,11,21,53,11,31,4 Deutschlandna 14,728,710,14,5 Spanienna 36,243,856,6 Italienna 10,533,650,2107,7 Argentinien38,599, ,7163,9291,8 USA92,864,954,685, Quelle: Hatton / Williamson (1998)

23 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0623 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (3) Gegen Ende des Jahrhunderts kam es immer häufiger zu Re- Emigration: zwischen betrug die Rückwanderung ca. 30% der (Brutto-) Einwanderung im Vergleich zu Binnenmigration war die grenzüberschreitende Migration deutlich effizienter Wer ist ausgewandert? Um 1800 überwiegend Bauern und Handwerker, oft in größeren Gruppen (Großfamilien, Dörfer) Um 1900 überwiegend aus Städten, meist junge, ledige, und nicht sehr wohlhabende Leute: zwischen 1868 und 1910 waren 76% der Einwanderer in der Altersgruppe (US-Bevölkerung: 42%) Zuwachs des Arbeitspotentials und eine massive Verjüngung der US-Bevölkerung; zudem emigrierten mehr Männer als Frauen

24 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0624 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (4) Können wir das Phänomen ökonomisch erklären? Die Migration von Arbeit aus dem dichtbevölkerten Europa in das dünnbesiedelte Amerika kann jedes neoklassische Lohnmodell aus Unterschieden im Grenzprodukt der Arbeit erklären Interessanter sind der zeitliche Verlauf und die Unterschiede zwischen den verschiedenen Teilen Europas Man muss 2 Phänomene erklären: 1.Warum sind die Menschen zuerst aus den reicheren Teilen Europas ausgewandert? Ein Italiener hätte durch Auswanderung 1830 deutlich mehr Real gewonnen als ein Brite 2.Warum hat die Auswanderung generell trotz steigender Realllöhne zugenommen?

25 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0625 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (5)

26 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0626 Die Europäische Emigration nach Amerika A: Reallohn, GB 1905=100, B: Reallohn, Mittelwert der Empfängerländer =100 Internationally Comparable Wage Rates and Wage Ratios (Source: ORourke/ Williamson 2001, p. 126) Country DenrnarkA--4152,670,694,2 B--34,640,147,956,8 FranceA44,346,25260,465,171,2 B--45,645,438,342,9 GermanyA52,555,462,368,578,185,9 B--54,153,453,952,7 Great BritainA59,45970,383,599,498,2 B--59, ,4 IrelandA44,443,651,764,587,390,9 B--45,45060,256,2 SpainA30,42827,625,526,830,4 B-56,352,136,630,931,7 SwedenA24,234,63951,170,792,2 B--36,743,252,359,9

27 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0627 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (7) Bausteine für ein Modell der europäischen Amerikaemigration Migration hängt ab von 1.Reallohnunterschied zwischen Ursprungs- und Zielland 2.Den Kosten der Migration 3.Der Alterstruktur im Ursprungsland 4.Länderspezifischen Faktoren Die Graphik veranschaulicht den Effekt von Änderungen des relativen Reallohns und der Migrationskosten auf die Migrationsrate

28 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0628

29 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0629 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (8) Eine ökonometrische Untersuchung zu den Bestimmungsfaktoren europäischer Auswanderungsraten von Hatton/ Williamson (2002) gibt folgendes Ergebnis: MigRate = 6.08 (3.3) 4.57 (1.3) AgShare 6.86 (4.4) LnWRatio (3.5) LagBirth (8.4) MigStock (4.7) Dum; Adj. R2 = 0.69 Sample: Decade-average observations for an unbalanced panel comprising: Belgium ; Denmark ; France ; Germany ; Great Britain ; Ireland ; Italy ; Netherlands ; Norway ;Portugal ; Spain ; and Sweden (Variable definitions: MigRate = gross emigration rate per thousand population per decade to all foreign destinations; Agshare = share of labour force in agriculture; LnWRatio = log of the ratio of purchasing power parity adjusted wage rates, source country to a weighted average of destination countries; LagBirth = source country birth rate lagged 20 years; Migstock = stock of previous immigrants in destination countries at beginning of decade per thousand of source country population; Dum = dummy for Belgium, Italy, Portugal and Spain.) Wenn man die Koeffizienten mit den jeweiligen Durchschnittswerten für die Variablen multipliziert, ergibt sich folgendes Bild für den Erklärungsbeitrag der einzelnen Komponenten

30 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0630 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (9)

31 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0631 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (10) Je mehr Migranten aus einem Land schon in den USA waren, desto mehr kamen nach (weil die Kosten sanken: 50% aller Schwedischen Auswanderer in den 1880ern Jahren fuhren mit Tickets, die von US- Schweden bezahlt worden waren) Je geringer der Anteil der Landwirtschaft, desto mehr Emigration Europa spezialisiert sich auf Industrieprodukte und setzt LW- Arbeiter frei wer in der europäischen Industrie keine Beschäftigung findet wandert aus [Unterschied zur überregionalen Migration!] Je jünger die Bevölkerung, desto mehr Auswanderung: die allg. Mobilität ist höher Je höher der Reallohn zu Hause relativ zu dem in den USA, desto weniger Auswanderung Damit kann man einen Grossteil der Variation zwischen Ländern und über die Zeit erklären; aber nicht alles

32 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0632 Die Europäische Emigration nach Amerika im 19. Jahrhundert (11) Obwohl diese große Bild plausibel ist, geraten einige interessante Details aus dem Blick, etwa die Entwicklung in Deutschland Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? Nach 1881, dem Jahr der Ankündigung der neuen Sozialgesetzgebung sank die Auswanderungsrate dramatisch David Khodour-Casteras (2004): Bismarcks Sozialgesetzgebung in den 1880ern hat die indirekten Reallöhne in Deutschland deutlich erhöht und damit die Anreize zur Auswanderung signifikant gesenkt Graphik (Khodour-Casteras (2004), S. 4) zeigt die Deutsche Emigration in die USA

33 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0633 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (2)

34 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0634 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (3)

35 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0635 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (4) Die Reallöhne haben sich schon deutlich vor 1881 angeglichen, das Lohndifferential blieb bis 1913 auf einem Niveau von c.a. 1,9

36 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0636 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (5)

37 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0637 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (6) 1881 kündigt Bismarck im Reichstag die neue Sozialgesetzgebung an 1883 wird das Gesetz zur Krankenversicherung im RT verabschiedet 1884 das Gesetz über die Unfallversicherung 1886 das Gesetz über die Alters- und Invalidenversicherung diese Versicherungen betrafen einen sehr großen Teil der aktiven Bevölkerung (KC 04, S. 16ff.) die Nettoeinzahlungen in diese waren geringer als die Nettoauszahlungen der total real wage war höher als der direct real wage

38 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0638 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (7)

39 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0639 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (8) Der Effekt der indirekten Lohnerhöhung lässt sich ökonometrisch nachweisen ohne die Sozialversicherungen wäre die deutsche Amerikaemigration nach 1883 deutlich höher gewesen

40 Prof. Dr. Nikolaus WolfFU Berlin, WS 2005/ 0640 Hat Bismarck die deutsche Amerikaemigration beendet? (9) Bismarcks Sozialgesetzgebung kann das Phänomen allein nicht erklären, aber sie liefert einen Beitrag dazu Weitere Ansätze in der jüngeren Literatur: die Auswanderungswelle aus Zentral- und Osteuropa (Habsburg, Russland) hat den Wettbewerb für deutsche Arbeitskräfte in den USA verschärft (Grant, EEH 2003) Problem: die hohe Anzahl der Deutschen Siedler in den USA hätte deutschen Neuankömmlingen einen großen Vorteil gegenüber diesen Konkurrenten verschaffen müssen (Effekte der Kettenmigration)


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