Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Der persistierende vegetative Status: persistierend oder Durchgangssyndrom? Medizinische Therapieansätze. Dr. med. Andreas Wellmer Abteilung Neurologie.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Der persistierende vegetative Status: persistierend oder Durchgangssyndrom? Medizinische Therapieansätze. Dr. med. Andreas Wellmer Abteilung Neurologie."—  Präsentation transkript:

1 Der persistierende vegetative Status: persistierend oder Durchgangssyndrom? Medizinische Therapieansätze. Dr. med. Andreas Wellmer Abteilung Neurologie Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

2 Lokalisation des Bewusstseins Definition und klinische Charakteristik Abgrenzung zu anderen Zuständen (minimally conscious state, Locked-in Syndrom) Probleme bei der Diagnose Prognose Therapieansätze Ethisches Dilemma 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

3 Wo liegt das Bewusstseins? 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen ARAS = Hirnschrittmacher Synchrone Erregung der kortikalen Pyramidenzellen, damit Basis der EEG-Aktivität -Schlaf langsame Aktivität -Wachheit schnelle Aktivität

4 Pathologie des PVS traumatisch oder nicht-traumatisch Läsionen, die diffus den Kortex, Thalamus (bevorzugt dorsomediale und ventral posteriore Kerngebiete) oder dessen Projektionen zum Kortex schädigen, jedoch den Hirnstamm und Hypothalamus weitgehend intakt lassen 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

5 PVS = persistierender vegetativer Status = apallisches Syndrom ist der klinische Zustand der Nichtwahrnehmung seiner selbst und der Umgebung, in welchem der Patient jedoch spontan atmet, einen stabilen Kreislauf hat, in zyklischen Abständen die Augen geöffnet und geschlossen hat, so dass Wachheit und Schlaf simuliert werden als permanenter Zustand 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

6 PVS = persistierender vegetativer Status = apallisches Syndrom ist der klinische Zustand der Nichtwahrnehmung seiner selbst und der Umgebung, in welchem der Patient jedoch spontan atmet, einen stabilen Kreislauf hat, in zyklischen Abständen die Augen geöffnet und geschlossen hat, so dass Wachheit und Schlaf simuliert werden als permanenter Zustand 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

7 PVS-Kriterien Nichtwahrnehmung seiner selbst und der Umgebung Unfähigkeit der Interaktion mit anderen keine dauerhafte, reproduzierbare oder zielgerichtete freiwillige Verhaltensantwort auf visuelle, auditive, taktile oder schmerzhafte Reize kein Sprachverständnis oder –produktion vorhandene Schlaf-Wach-Zyklen erhaltene autonome und hypothalamische Funktion, um für lange Zeit mit medizinischer Pflege zu überleben Stuhl- und Harninkontinenz erhaltene Hirnstammreflexe permanenter Zustand 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

8 potentielles Verhaltensrepertoire von Patienten im PVS Schlaf-Wach-Zyklen Spontanatmung Blinzeln und umherschweifende Augenbewegungen Nystagmus Hervorbringen von Geräuschen (keine Wörter!) kurze, keine anhaltenden Augenfolgebewegungen Grimassieren auf Schmerzreize, spontane Gesichtsausdrücke Gähnen, Kaubewegungen Schlucken von Speichel ungezielte Extremitätenbewegungen, Arching Beugebewegung auf Schmerzreize kurze Bewegung des Kopfes in Richtung eines Geräusches oder einer Bewegung auditive Schreckbewegungen (startle response) Startle Myoklonus Erektionen im Schlaf 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

9 MCS = minimally conscious state = akinetischer Mutismus zusätzlich voluntary behaviour (freiwilliges Verhalten): – befolgen einfacher Aufforderungen – gestische ja/nein Antworten (müssen nicht stimmen) – verständliche Verbalisation – motorische Aktivität in nachvollziehbarem Bezug auf relevante Reize (meist emotionaler Art, auch Augenfolgebewegungen und bleibende visuell Fixierung) 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

10 Verhaltensrepertoire im MCS Befolgen einfacher Aufforderungen ja/nein-Gesten verständliche Verbalisation Vokalisationen oder Gesten als Antwort auf den sprachlichen Inhalt einer Frage Greifen nach Objekten Berühren und Halten von Objekten angepasst an die Größe und Form des Objektes Augenfolgebewegungen Lachen und Weinen als Antwort auf emotionale sprachliche oder visuelle jedoch nicht auf emotional neutrale Inhalte 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

11 Locked-in-Syndrom = deefferentierter Zustand Hirnstammschädigung meist im Bereich des Pons keine Bewusstseinsstörung !!! Endzustand der ALS oder GBS können Zustand vortäuschen

12 vegetativer Status kann auch ein Durchgangssyndrom sein kognitive Fähigkeiten motorische Fähigkeiten Koma VS MCS Öffnen der Augen freiwilliges Verhalten schwere Behinderung Kommunikation mäßige Behinderung Unabhängigkeit gute Genesung Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess Locked-in Syndrom 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

13 Diagnostik Klinisch Evozierte Potentiale Funktionelle Bildgebung 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

14 Diagnosehilfsmittel CRS-R (Coma Recovery Scale-Revised) SMART (Sensory Modality Assessment and Rehabilitation Technique) DOCS (Disorders of Consciousness Scale) 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

15 Ereignis-bezogene Potentiale SEPs als gute prognostische Parameter im Koma ERPs (Stimulus der Vorname des Patienten) P300- und N400- Wellen Mismatch Negativity (MMN) 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Perrin et al, 2006

16 funktionelles Neuroimaging FDG-PET: gesamter kortikaler Metabolismus eingeschränkt auf 40-50% von Normalpersonen fMRT (auditive Stimuli) 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

17 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen MF – mesiofrontaler Cortex; P – Precuneus, T - Thalamus Laureys et al 2006

18 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Coleman et al, 2007

19 Hierarchie auditiver Kognition Verarbeitungs- ebene Fragestellungbenutzter Kontrastbetroffene Region akustischbasale Antwort auf jegliche Geräusche Geräusch – StilleGyrus temporalis superior et medius perzeptivUnterscheidung zwischen verschiedenen Kategorien von Geräuschen (z.B. Sprache vs. Geräusch) Sprache - GeräuschGyrus temporalis superior bis in den ventrolateralen Sulcus temporalis superior phonologischErkennen von Wörtern ohne den Sinn zu verstehen 3 ansteigende Ebenen des Verständnis (Signal-Hintergrund- Verhältnis) linker vorderer und oberer Temporallappen semantischVerstehen der Bedeutung von Sätzen zweideutige Sätze und eindeutige Sätze linker hinterer unterer temporaler Kortex und bilateral Gyrus frontalis inferior 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

20 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Boly et al, 2004

21 funktionelles Neuroimaging in PVS und MCS: neuronale Aktivität in primären Kortex 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

22 funktionelles Neuroimaging in PVS und MCS: neuronale Aktivität in großen Netzwerken höherer Ordnung 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

23 Prognose des PVS Genesung (der Wahrnehmung) 3 Monate (nicht-traumatische Genese) > 12 Monate (traumatische Genese) besteht Mortalität: – 3 Jahre: 70% – 5 Jahre: 84% 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

24 Therapie gleiche Pflege wie komatöse Patienten (Mobilisation, WOB, Lungenpflege, Hautpflege, Management der Ausscheidung (Stuhlgang, Urin)) PEG, Tracheotomie Neurorehabilitation in Spezialzentren Therapie der Spastik sensorische Stimulation (Körperhaltung) tiefe Hirnstimulation medikamentöse Therapien 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

25 Einfluss der Körperhaltung 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Elliot et al, 2004

26 Tiefenhirnstimulation noch experimental nur kleine Patientenserien ethische Probleme Stimulation der Formatio reticularis im Mittelhirn oder Thalamus Yamatoto et al: 8/21 Patienten sind vom VS in ein MCS übergegangen, blieben aber bis auf einen alle bettlägerig; mittlere Überlebenszeit dieser Patienten betrug 6 Jahre 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

27 Medikamente Amantadin Bromocriptin L-Dopa Tricyclische Antidepressiva SSRI Amphetamine Methylphenidat 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

28 meist empirische Wahl keine größeren Studien (nur Einzelfallberichte) heterogene Patienten und heterogene Erfolgsparameter 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

29 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Dopaminerge Behandlung (bei zusätzlichen Parkinson-Symptomen): L-Dopa, Bromocriptine, Amantadine Matsuda et al, 2003

30 PVS: ein ethisches Dilemma Restunsicherheit der Diagnose fehlende Standardteste, um Wahrnehmung zu charakterisieren, keine Daten zur Prognose Aufkommen von Fragen nach der Natur des Bewusstseins, Lebensqualität, Wert des Lebens in der Gesellschaft, Handhabung von Unsicherheiten gesellschaftlicher Aspekt der Verteilung limitierter Ressourcen im Gesundheitswesen und wie Lebensqualität bewertet wird 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

31 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen Owen et al, 2007 Kronbichler et al, 2006

32 Entscheidung zum Entzug lebenswichtiger medizinischer Maßnahmen: Interessen(-konflikte) Patient: Patientenverfügung Organspender starker (religiöser) Glaube Angehörige / Freunde: finanzielle Interessen juristische Interessen emotionale oder stressgeladene Erfahrungen ignoriert Kinder starker (religiöser) Glaube Stationspersonal: emotionales Interesse an Patient oder Familie starker (religiöser) Glaube Krankenhaus/Pflegeeinrichtung: finanzielle Interessen (pos. o. neg.) politisches oder öffentliches Interesse Geldgebende Organisation: Verteilung der Ressourcen Gesellschaft: Unantastbarkeit des Lebens Vermeiden eines Dammbruches Ressourcenverteilung 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen

33 Patienten mit schwersten zerebralen Schädigungen und anhaltender Bewusstlosigkeit (apallisches Syndrom; auch so genanntes Wachkoma) haben, wie alle Patienten, ein Recht auf Behandlung, Pflege und Zuwendung. Lebenserhaltende Therapie einschließlich – ggf. künstlicher – Ernährung ist daher unter Beachtung ihres geäußerten Willens oder mutmaßlichen Willens grundsätzlich geboten. Soweit bei diesen Patienten eine Situation eintritt, wie unter I – II (I: Sterbende, II: infauste Prognose) beschrieben, gelten die dort dargelegten Grundsätze. Die Dauer der Bewusstlosigkeit darf kein alleiniges Kriterium für den Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen sein. Hat der Patient keinen Bevollmächtigten in Gesundheitsangelegen- heiten, wird in der Regel die Bestellung eines Betreuers erforderlich sein. Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung [ ] 2008 Wellmer Krankenhaus Ludmillenstift Meppen


Herunterladen ppt "Der persistierende vegetative Status: persistierend oder Durchgangssyndrom? Medizinische Therapieansätze. Dr. med. Andreas Wellmer Abteilung Neurologie."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen