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Gefeiert, verfolgt, ermordet – und dann vergessen? Zur Geschichte des jüdischen Sports in der Zeit des Nationalsozialismus Lorenz Peiffer / Leibniz Universität.

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Präsentation zum Thema: "Gefeiert, verfolgt, ermordet – und dann vergessen? Zur Geschichte des jüdischen Sports in der Zeit des Nationalsozialismus Lorenz Peiffer / Leibniz Universität."—  Präsentation transkript:

1 Gefeiert, verfolgt, ermordet – und dann vergessen? Zur Geschichte des jüdischen Sports in der Zeit des Nationalsozialismus Lorenz Peiffer / Leibniz Universität Hannover

2 Die Olympiariege von Stehend li: Gustav Felix Flatow; sitzend 2. v.re.: Alfred Flatow

3 Gefeiert!

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7 Zum Zeitpunkt der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten gehörten nur ca. 3-4% der ca Mitglieder der jüdischen Glaubensgemeinschaft in Deutschland eigenständigen jüdischen Sportvereinen an Makkabi: ca. 30 Vereine mit ca Mitgliedern Sportgruppen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten: ca Mitglieder Verband Jüdisch-Neutraler Turn- und Sportvereine Westdeutschlands: 18 Vereine mit ca Mitgliedern

8 Vergleichszahlen (1930) Deutsche Turnerschaft Vereine Mitglieder Deutscher Fußball- Bund Vereine Mitglieder Arbeiter- Turn- und Sportbund Vereine Mitglieder

9 Verfolgt! Der 30. Januar 1933 und die Folgen der nationalsozialistischen Machtübernahme für die jüdischen Sportlerinnen und Sportler

10 Ziele der nationalsozialistischen Politik Zerstörung der Grundlagen der Demokratie Zerschlagung der organisierten Arbeiterbewegung Militarisierung der deutschen Gesellschaft Lösung der Judenfrage

11 Negative Eugenik D.h. die Bevölkerungswissenschaft legte nun das Konzept einer ausgrenzenden, qualitative und quantitative Aspekte berücksichtigenden praktischen Bevölkerungs- politik vor. (...) Nicht mehr die positive Auslese allein stand nun im Mittelpunkt, sondern die Ausmerzung des Minderwertigen trat immer deutlicher hinzu (...). Die rassenhygienische Erneuerung konnte demnach nur durch eine Doppelstrategie erreicht werden: durch die Förderung positiver erbbiologischer Auslese und die Ausmerzung aller krankhaft und unerwünscht definierter Erbanlagen (Reulecke 1988, 24f.).

12 Auf Grund unserer rein konfessionellen Einstellung (katholische Sportorganisation) war und ist uns eine Aufnahme jüdischer Rassenangehöriger von jeher verboten. Sollte jedoch die Forderung einer Satzungsänderung bzw. Hinzufügung auch für die konfessionellen Sportvereine bestehen bleiben, so sind wir gern bereit dieser Forderung Folge zu leisten, um so etwa zum Einheitsgedanken im deutschen Sport mitzuhelfen.

13 Die Praxis der Arisierung in der deutschen Turn- und Sportbewegung

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15 Der Deutsche Schwimmverband bekannte sich im April 1933 zum Arierparagraphen und schloss die Juden aus den Vereinen aus Die beiden deutschen Boxverbände strichen im April sämtliche Juden, auch christlich getaufte, aus ihren Mitgliederlisten Der Verband Brandenburgischer Athletik-Vereine trennte sich im April 1933 von den kooperativ angeschlossenen jüdischen Vereinen. Die Punktspiele des jüdischen Vereins S.C. Hakoah Berlin wurden einfach abgesagt Der Deutsche Ruderverband beschloss im Mai 1933 die Aufnahme ausschließlich arischer Mitglieder

16 Amtliche Bekanntmachung des Deutschen Fußballbundes am 19. April 1933 Der Vorstand des DFB und der Vorstand der Deutschen Sportbehörde halten Angehörige der jüdischen Rasse, ebenso auch Personen, die sich als Mitglieder der marxistischen Bewegung herausgestellt haben, in führenden Stellungen der Landesverbände und Vereine nicht für tragbar. Die Landesverbände und Vereine werden aufgefordert, die entsprechenden Maßnahmen, soweit diese nicht bereits getroffen wurden, zu veranlassen (vgl. Fischer/Lindner 1999, 192).

17 Schreiben von Julius Hirsch vom 10. April 1933 an den KFV Ich lese heute im Sportbericht Stuttgart, dass die großen Vereine, darunter auch der KFV, einen Entschluss gefasst haben, dass die Juden aus den Sportvereinen zu entfernen seien. Ich gehöre dem KFV seit dem Jahre 1902 an und habe demselben treu und ehrlich meine schwache Kraft zur Verfügung gestellt. Leider muss ich nun bewegten Herzens meinem lieben KFV meinen Austritt anzeigen. Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass (es) in dem heute so gehassten Prügelkind der Nation auch anständige Menschen und vielleicht noch viel mehr national denkende und auch durch die Tat bewiesene und durch das Herzblut vergossene deutsche Juden gibt.

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19 Daniel Prenn 25. August 1905 im litauischen Wilna geboren Mai 1928 erstes Davis-Cup-Spiel für Deutschland Emigrierte 1933 nach England 1991 in London verstorben Die Tennislaufbahn des begeistert gefeierten Deutschen Meisters und Davis-Cup-Helden zerbrach nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten an der Verbannung jüdischer Athleten aus den deutschen Sportverbänden (Quelle:Tennis in Deutschland. Hundert Jahre Deutscher Tennis Bund. 2002, 146.)

20 Gretel Bergmann Ich war die große jüdische Hoffnung

21 Die Selbstorganisation des jüdischen Sports im nationalsozialistischen Deutschland

22 Neue Sportvereine und Sportgruppen entstehen

23 Mitteilung des Reichssportführers von Tschammer und Osten an die jüdischen Sportverbände: Betr. Sportbetätigung jüdischer Vereine Gegen sportliche Betätigung selbständiger jüdischer Vereine, gegen die keine polizeilichen Bedenken bestehen, habe ich nichts einzuwenden. Ich bin auch damit einverstanden, dass sich diese Vereine zu Verbänden zusammenschließen. (November 1933)

24 Entwicklung der Mitgliedszahlen im Sportbund des RjF Mitglieder156 Sportgruppen Mitglieder182 Sportgruppen 1936 (1. Halbjahr) Mitglieder216 Sportgruppen

25 Hannover (2) Braunschweig (2) Peine Wolfenbüttel Göttingen (3) Hildesheim (2) Hameln Stadt- oldendorf Hann. Münden Osnabrück Bentheim Fürstenau Twistringen Bremen (2) Oldenburg (2) Bremerhaven Esens Leer Emden (2) Aurich Uelzen Jüdischer Sport in Niedersachsen Überblick über alle Vereine,

26 Hannover Braunschweig Peine Wolfenbüttel Göttingen Hildesheim Hameln Stadt- oldendorf Hann. Münden Osnabrück Bentheim Fürstenau Twistringen Bremen Oldenburg Bremerhaven Esens Leer Emden Aurich Uelzen Vereine nach Verbandszugehörigkeit blau = Makkabi, rot = RjF, weiß = freie Klubs

27 Ermordet!

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30 Vergessen? Vergessen!

31 Alt-Bundespräsident Roman Herzog anlässlich des Holocaust-Gedenktages 1999 Ohne gründliches Wissen um seine Geschichte kann auf die Dauer kein Volk bestehen.. (...) Wenn ein Volk aber versucht, in und mit seiner Geschichte zu leben, dann ist es gut beraten, in und mit seiner ganzen Geschichte zu leben und nicht nur mit ihren guten und erfreulichen Teilen. (...) Für mich ist jeder Versuch, die Verbrechen des Nationalsozialismus aus der geschichtlichen Erinnerung auszublenden, letztlich nur eine besondere Form intellektueller Feigheit.

32 Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit!


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