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Der Euro in der Krise oder die Krise als Bewährungsprobe für den Euro (Teil 1 – Merkmale und Ursachen der Krise) Mag. Gottfried Kögler Mag. Barbara Müllauer.

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1 Der Euro in der Krise oder die Krise als Bewährungsprobe für den Euro (Teil 1 – Merkmale und Ursachen der Krise) Mag. Gottfried Kögler Mag. Barbara Müllauer Dr. Johanna Rechberger

2 EU bringt Hilfspaket Nr. 3 auf den Weg Wirtschaftsblatt, EU-Gipfel: Einigung auf 700-Milliarden-Rettungsschirm Österreich zahlt 2,2 Milliarden Euro für den Rettungsschirm, insgesamt werden 80 Milliarden Euro eingezahlt. Die Presse, Griechenland wird zum Härtetest für den Euro! Der Ausstieg der Griechen aus dem Euro wäre ein höchst riskantes Unterfangen. Der Weg aus der Krise bleibt steinig. Salzburger Nachrichten, EU-Rettungspaket für Portugal steht Portugal soll ein 78-Milliarden-Hilfspaket erhalten. Dafür muss das hoch verschuldete Land Tafelsilber verkaufen. Die Presse, Neuer Rettungsfonds für den Euro steht Der Standard/Wiener Zeitung, Generalüberholung für den Euro Wiener Zeitung, Fekter: IWF droht Griechenland mit Ausstieg Der Standard,

3 Bedrohte Arten … Thomas Wizany, Salzburger Nachrichten,

4 Langsam wirds eng … Thomas Wizany, Salzburger Nachrichten,

5 Die EU-Finanzminister setzen Fristen für 13 Euro- Länder zum Abbau ihrer Haushaltsdefizite. Besonders prekär ist die Lage in Griechenland. 2. Dezember 2009

6 Griechenland war das erste Land, das die Pleite abwenden musste und bittet die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) offiziell um Hilfe. 23. April 2010

7 Griechenland bekommt eine Finanzhilfe von 110 Milliarden Euro. 80 Milliarden kommen von den Eurostaaten, 30 Milliarden vom IWF. 2. Mai 2010

8 Um Euro-Mitglieder vor dem Staatsbankrott zu retten, spannen die EU und der IWF einen Rettungsschirm. 750 Milliarden Euro an Krediten können im Notfall fließen. 10. Mai 2010

9 Die EU-Staats- und Regierungschefs verständigen sich auf eine Verschärfung des Euro- Stabilitätspakts. 28. Oktober 2010

10 Irland beantragt als erstes Land Finanzhilfe aus dem Rettungsschirm. Am stimmen die EU- Finanzminister dem Hilfspaket mit 85 Milliarden zu. Irland muss harte Spar-Auflagen akzeptieren. 21. November 2010

11 Die europäischen Finanzminister beschließen einen Nachfolger für den bestehenden Euro- Rettungsfonds, der Mitte 2013 ausläuft. Der neue Fonds soll über eine Kapitalbasis von 700 Milliarden Euro verfügen. 21. März 2011

12 Portugal kündigt an, unter dem Euro-Rettungsschirm Schutz suchen zu wollen. 6. April 2011

13 Portugal einigt sich mit EU und IWF auf die Details des Hilfspakets von 78 Milliarden aus dem Euro- Rettungsschirm. 4. Mai 2011

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16 Quelle: Eurostat

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21 Quelle: ÖNB, Statistik Austria, bis

22 Quelle: ÖNB, Statistik Austria, bis

23 Die Euro-Hilfspakete im Vergleich Griechenland Irland Portugal 11,3 Mio. Einwohner BIP 2010: 230 Mrd. Euro 4,5 Mio. Einwohner BIP 2010: 154 Mrd. Euro 10,6 Mio. Einwohner BIP 2010: 173 Mrd. Euro Mai 2010 November 2010 Mai 2011 Eurozone 80 IWF 30 (Internationaler Währungsfonds) Irland 17,5; IWF 22,5 EU-Kommission 22,5 EFSF 17,5 GBR/DEN/SWE 5 EU 52 (Kommission, EFSF – vorläufiger Euro- Rettungsschirm) IWF 26 Beschluss Geldgeber 85 Mrd. 78 Mrd. 110 Mrd.

24 Europäische Gemeinschaft Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik Zusammenarbeit Innen- u. Justizpolitik Zollunion und Binnenmarkt gemeinsame Agrarpolitik Strukturförderung Handelspolitik Neu oder geändert: Wirtschafts- und Währungsunion Unionsbürgerschaft Bildung und Kultur Außenpolitik: Kooperation Friedenserhaltung Sicherheitspolitik: Sicherheit d. Union Abrüstung Sicherheitsordnung Asylpolitik Außengrenzen Einwanderungs- politik Polizeiliche Zusammenarbeit Bekämpfung von Verbrechen und Drogenabhängigkeit 3. Stufe: Gemeinschaftliche Politik (Übertragung von Hoheitsrechten an die EU) 2. Stufe: Zusammenarbeit (Staaten fassen gemeinsame Beschlüsse) 1. Stufe: Koordinierung (Staaten stimmen ihre Handlungen aufeinander ab)

25 Beweggründe für die Europäische Wirtschafts- & Währungsunion Keine Geldwechselspesen Verhinderung von Wechselkursschwankungen & Abwertungsstrategien einzelner Länder Preisvergleiche mit ausländischen Waren leichter möglich Wettbewerbsvorteile für Unternehmen - Sie zahlen untereinander nur in Euro. - Der Euro wird international ein gefragtes Zahlungsmittel. Gemeinsame europäische Geldpolitik Preisstabilität unter den Mitgliedern bedingt durch Euro & Stabilitätspakt Stärkung der Wettbewerbs- fähigkeit der Europäischen Wirtschaft Förderung des Zusammenhalts der Mitgliedstaaten auf den Gebieten Politik, Friedenssicherung, Beschäftigung & Wachstum

26 Konstruktionsschwächen des Eurosystems Die Koordinierung der Wirtschaftspolitik erfolgt durch die multilaterale Überwachung (Rat der EU gibt Empfehlungen, in denen er die Grundzüge der Wirtschaftspolitik der EU als Ganzes und der Mitgliedstaaten festlegt; die tatsächliche Umsetzung liegt bei den Mitgliedstaaten) Die Geldpolitik im Eurowährungsgebiet wird im Rahmen des ESZB letztlich von der Europäischen Zentralbank entschieden Wirtschaftspolitik Geldpolitik Die mangelnde Koordinierung der Wirtschaftspolitik – also das Fehlen einer Europäischen Wirtschaftsregierung hat zur Entstehung der Ungleichgewichte in der EWU maßgeblich beigetragen.

27 Theorie optimaler Währungsräume Diese Theorie beschäftigt sich mit der Frage, ob es für bestimmte Länder vorteilhaft ist, einen gemeinsamen Währungsraum zu bilden. Die Bildung einer Währungsunion schafft/bedeutet … Vorteile (z.B. keine Wechselkursschwankungen), Nachteile (z.B. Verlust der eigenständigen nationalen Geldpolitik). Ein optimaler Währungsraum sollte folgende Kriterien aufweisen: ausgeprägte Handelsintegration (wachsender Außenhandel) Mobilität der Arbeitskräfte (Bereitschaft der Arbeitnehmer in anderen Ländern zu arbeiten) Flexibilität der Reallöhne (Löhne können auch sinken) Integration der Finanzmärkte (Mobilität von Kapital) Konjunktur- und Wachstumszyklen entwickeln sich parallel und mit ähnlicher Stärke (Fehlen asymmetrischer Nachfrageschocks)

28 Konvergenzkriterien

29 Konvergenzkriterien - konzeptionelle Mängel und Kritik (Illusion der Konvergenz) Fragwürdige theoretische Fundamentierung der Konvergenzkriterien (weder Auswahl [Ausrichtung auf monetäre/fiskalische Sachverhalte] noch Präzisierung der Grenzwerte/Bandbreiten lassen sich ökonomisch stichhaltig begründen) Konvergenzprozesse dauern Jahre/Jahrzehnte, d.h. die Geld- und Wirt- schaftsstruktur eines Landes kann nicht innerhalb weniger Jahre völlig verändert werden (für die Teilnahme am Euro waren die Daten des Jahres 1997 entscheidend) Konvergenzkriterium Gesamtverschuldung: Unrealistische Zielsetzung für Länder wie Italien, Griechenland, Belgien (lagen deutlich über 100 %) Konvergenzkriterien behinderten z.T. Wachstum und erschweren eine den jeweiligen wirtschaftlichen Verhältnissen des Landes angepasste Politik (Sanierungsgesinnung versus Aufholprozesse)

30 Wechselkurs Angebot/Nachfrage nach der Währung Budget Produktivität Politik Geldpolitik (Zinspolitik, Geldmengen- steuerung) Finanzgeschichte Lebensstandard Korruptions- anfälligkeit Markterwartungen (Spekulation) Psychologische Faktoren Einflussfaktoren auf den Wechselkurs (Wert einer Währung) ???

31 Die wichtigsten Punkte der Reform U NVERÄNDERT : Obergrenzen für Neu- und Gesamtverschuldung (in % des BIP) Neuverschuldung Gesamtverschuldung N EU : Berücksichtigung der Kosten für … -Vereinigung Europas (z. B. deutsche Einheit), wenn sie nachteiligen Effekt auf Wachstum und Steuerlast haben -Pensionsreformen -Verbesserung der EU-Wettbewerbsfähigkeit -Forschung und Entwicklung Defizit darf kurzfristig und knapp über 3 % liegen Übermäßiges Defizit muss in zwei Jahren korrigiert werden Bei unerwarteten negativen wirtschaftlichen Entwicklungen ist Verlängerung bis zu fünf Jahre möglich

32 Stabilitäts- und Wachstumspakt – Worte statt Taten (Zwischenbilanz) Faktum: Der Vertrag konnte bisher keine dauerhafte Haushaltsdisziplin gewährleisten Beispiele: 2004 : 6 der (damals 12) Euroländer erfüllen ihn nicht 2010: 15 der 16 Euroländer erfüllen ihn nicht Hauptgründe: kompliziertes und langwieriges Verfahren Da Sanktionen nicht automatisch eintreten, gab/gibt es kaum eine qualifizierte Mehrheit für die Anwendung des Paktes, wenn eine größere Zahl von Ländern gleichzeitig die Defizitgrenze verletzt. unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklungen in den einzelnen Euroländern Aufweichung bzw. Reform des Paktes

33 Es wurde zusammengefügt was nicht zusammenpasst… Konvergenz – konvegere – sich annähern? Euro ATS DM PTS HFL GRD

34 Quelle: EU-Kommission, EUROSTAT, OECD,


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