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Propädeutikum Soziologie: Soziologische Grundbegriffe Soziale Ungleichheit Professorin Dr. Birgit Blättel-Mink.

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Präsentation zum Thema: "Propädeutikum Soziologie: Soziologische Grundbegriffe Soziale Ungleichheit Professorin Dr. Birgit Blättel-Mink."—  Präsentation transkript:

1 Propädeutikum Soziologie: Soziologische Grundbegriffe Soziale Ungleichheit Professorin Dr. Birgit Blättel-Mink

2 Soziale Ungleichheit Zuvor... müssen sie jedoch erst lernen, sich sprachlich auszudrücken. Viele seien de facto Analphabeten, und wo normalerweise Werte und Normen verankert seien, sei bei ihnen nur ein Loch. (Aussage einer Sozialarbeiterin zu den Inhaftierten der Behandlungsabteilung des Jugendgefängnisses in Herford; zitiert aus DIE ZEIT, : 7)

3 Soziale Ungleichheit

4 Was ist soziale Ungleichheit? Statusunterschiede von Berufen Einkommensunterschiede von InhaberInnen sozialer Positionen Chancenungleichheit im Bildungssystem: nach Geschlecht, nach ethnischer Zugehörigkeit Unterschiedliche Lebensstile Soziale Mobilität zwischen den Generationen Sozialstrukturanalyse!

5 Soziale Ungleichheit NatürlichSozial UnbewertetNatürliche Verschiedenartigkeit des Aussehens, des Charakters, der Interessen Soziale Differenzierung prinzipiell gleichwertiger Positionen BewertetNatürliche Verschieden- wertigkeit der Intelligenz, der Talente und Kräfte Soziale Schichtung nach Ansehen und Reichtum als Rangordnung des sozialen Status Typologie der Ungleichheiten

6 Soziale Ungleichheit Von Gesellschaft zu Gesellschaft und von historischer Epoche zu historischer Epoche verändern sich die Indikatoren der Ungleichheit. Was zu einer Zeit hochgeschätzt war (z.B. blasser Teint, Handwerksberufe) verliert zu einer anderen Zeit an Wert. Was in manchen Gesellschaften statusbildend ist (z.B. Alter, Mut, Bildung) spielt in anderen Gesellschaften kaum eine Rolle.

7 Soziale Ungleichheit Soziale Ungleichheit ist von bloßer physisch bedingter Verschiedenartigkeit der Menschen (z. B. in Bezug auf Geschlecht, Augenfarbe, Lebensalter, Rassenzugehörigkeit, Körpergröße, natürliche Begabung) zu unterscheiden. D. h. wer von sozialer Ungleichheit spricht, spricht stets von gesellschaftlich verankerten Formen der Begünstigung und Bevorrechtigung einiger, der Benachteiligung und Diskriminierung anderer, jedoch nicht von deren unterschiedlicher biologischer Grundausstattung (Kreckel 1992: 15; vergl. Dahrendorf 1961; vgl. Lepsius 1988/1961)

8 Soziale Ungleichheit Wie kommt es zu sozialer Ungleichheit? Argumentation bis in das 18. Jahrhundert hinein (Zeitlicher Bruch: Franz. Revolution): Der Ursprung der Ungleichheit unter Menschen liegt in ihrer Natur begründet. Menschen sind von Natur aus ungleichwertig, deshalb gibt es eine natürliche Rangordnung zwischen ihnen. Aristoteles: Es ist also klar, dass es von Natur Freie und Sklaven gibt und dass das Dienen für diese zuträglich und gerecht ist.... Desgleichen ist das Verhältnis des Männlichen zum Weiblichen von Natur so, dass das eine besser, das andere geringer ist, und das eine regiert und das andere regiert wird.... (zit. nach Dahrendorf: 355)

9 Soziale Ungleichheit Wie kommt es zu sozialer Ungleichheit? Jean Jacques Rousseau ( ) Die Menschen sind von Natur aus gleich. D.h. zwischen sozialer und natürlicher Ungleichheit besteht kein unmittelbarer Zusammenhang. Ungleichheit wird von Menschen gemacht. Ursprung der sozialen Ungleichheit: Privateigentum Der erste Mensch, der ein Gebiet einzäunte und sagte: Das ist meins, und der Leute fand, die so simpel waren, ihm zu glauben, war der eigentliche Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. (Rousseau zit. nach Dahrendorf: 359)

10 Soziale Ungleichheit Wie kommt es zu sozialer Ungleichheit? Karl Marx ( ) Bürgerliche, kapitalistische Gesellschaft ist eine arbeitsteilige Klassengesellschaft. Arbeitsteilung entsteht im Rahmen der Reproduktion von Gesellschaften; Zunahme an Bedürfnissen. Zwei Klassen: Besitzer an Produktionsmitteln - Nicht- Besitzer an Produktionsmitteln Hauptwiderspruch im Kapitalismus zw. Bourgeoisie und Proletariat. These: Die Geschichte ist eine Geschichte der Klassenkämpfe. Die bürgerliche Gesellschaft wird durch Revolutionen überwunden. Ideal: Kommunismus, Kein Privateigentum. Die Abwesenheit von Privateigentum und die Rückführung von Arbeitsteilung führt zu Gleichheit.

11 Soziale Ungleichheit Wie kommt es zu sozialer Ungleichheit? Karl Marx ( ) Kritisch Dahrendorf: These ist von der Geschichte widerlegt, vgl. Sowjetunion – mannigfaltige Formen der sozialen Ungleichheit: politische Macht, Privilegien der Herrschenden

12 Soziale Ungleichheit Soziale Arbeitsteilung – funktionale Differenzierung Soziale Schichtung – skalare Differenzierung Vgl. Industriebtrieb Vertreter: Gustav Schmoller, Emile Durkheim Aber: Wie kommt es zu der Bewertung von sozialer Ungleichheit? Emile Durkheim: Die soziale Arbeitsteilung hat die Funktion der Integration auf der Basis von Moral. Soziale Arbeitsteilung schafft Solidarität.

13 Soziale Ungleichheit Talcott Parsons ( ) Begründer der funktionalistischen Systemtheorie Argumentation: Es gibt in jeder Gesellschaft verschiedene Positionen. Diese Positionen – z.B. Berufe – sind verschieden angenehm, verschieden wichtig und verschieden schwierig – funktionale Sichtweise. Damit unangenehme, schwierige, wichtige Positionen ausgefüllt werden bedarf es spezieller Belohnungen – das macht die Kriterien für die soziale Schichtung aus. Z.B. der Manager ist wichtiger für das Überleben eines Unternehmens als der einzelne Mitarbeiter – deshalb verdient der Manager mehr! Ungleichheit ist notwendig, weil ohne diese die differenzierten (Berufs-)Positionen von Gesellschaften nicht adäquat besetzt werden können. Kritik: Erklärung von Wandel? Und: Das zu Erklärende wird durch sich selbst erklärt!

14 Soziale Ungleichheit Ralph Dahrendorf ( ) Zurück zu Durkheim: Der Ursprung der Ungleichheit unter den Menschen liegt in der Existenz von mit Sanktionen versehenen Normen des Verhaltens in allen menschlichen Gesellschaften. Er liegt in gewissen notwendigen oder doch als notwendig angenommenen Merkmalen aller menschlichen Gesellschaften. Rituale, Sitten, Regeln, Gesetze Menschen können nicht alle Normen gleich gut befolgen: von Natur aus nicht: Alter, Kraft, Aussehen aufgrund der Lebensumstände nicht: Karrierefrau und Kinder, Arbeitslose und Freizeitverhalten

15 Soziale Ungleichheit Wertende Differenzierung, also die Anordnung sozialer Positionen und ihrer Träger auf den Skalen des Prestiges und des Einkommens, wird erst bewirkt durch die Sanktionierung sozialen Verhaltens am Maßstab normativer Erwartungen. Weil es Normen gibt und Sanktionen notwendig sind, um ihre Einhaltung zu erzwingen, muss es Ungleichheit des Rangs unter den Menschen geben. (Dahrendorf: 373) Normkonformität – positive Sanktionen (Knappe Güter – Geld, Bildung, Prestige) Normabweichung – negative Sanktionen (Exklusion, geringes Gehalt, niedriger Status)

16 Soziale Ungleichheit Die herrschenden Normen sind die Normen der Herrschenden! Soziale Ungleichheit ist immer auch eingebunden in ein Herrschaftssystem. Man muss an die Legitimität von Herrschaft glauben, sich an Normen orientieren und seine Nächsten sanktionieren. Soziale Ungleichheit ist die reiche Quelle so viel Bösen, aber auch alles Guten (Kant gegen Rousseau) Dass es aber überhaupt Ungleichheit unter den Menschen gibt, ist, indem es die Geschichtlichkeit von Gesellschaften garantiert, ein Moment der Freiheit. (Dahrendorf: 379)

17 Soziale Ungleichheit Soziale Schichtung (1960er Jahre) Bildung, soziale Herkunft, Einkommen, Berufsprestige (nach Theodeor Geiger) Unterschicht: un- und angelernte ArbeitnehmerInnen Untere Mittelschicht: Facharbeiter Obere Mittelschicht: Angestellte Untere Oberschicht: Beamte Obere Oberschicht: Manager, Selbständige

18 Soziale Ungleichheit Soziale Ungleichheit im weiteren Sinne liegt überall dort vor, wo die Möglichkeiten des Zugangs zu allgemein verfügbaren und erstrebenswerten sozialen Gütern und/oder zu sozialen Positionen, die mit ungleichen Macht- und/oder Interaktionsmöglichkeiten ausgestattet sind, dauerhafte Einschränkungen erfahren und dadurch die Lebenschancen der betroffenen Individuen, Gruppen oder Gesellschaften beeinträchtigt bzw. begünstigt werden. (Kreckel 1992: 17)

19 Soziale Ungleichheit Soziale Lage (objektiv) – Handlungsbedingungen Soziales Milieu (objektiv–subjektiv) – Handlungsmittel (Sub)Kultur (latent subjektiv) – Handlungsziele Lebensstil (manifest subjektiv) - Handlungsmuster

20 Soziale Ungleichheit

21 Pierre Bourdieu ( ) Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, 1982 Die zu einem bestimmten Zeitpunkt gegebene Verteilungsstruktur verschiedener Arten und Unterarten von Kapital entspricht der immanenten Struktur der gesellschaftlichen Welt, d.h. der Gesamtheit der ihr innewohnenden Zwänge, durch die das dauerhafte Funktionieren der gesellschaftlichen Wirklichkeit bestimmt und über die Erfolgschancen der Praxis entschieden wird. (Bourdieu: 50)

22 Soziale Ungleichheit Ökonomisches Kapital Alle Formen und Grade wirtschaftlicher Verfügbarkeit, die in Geld konvertierbar sind, wie Einkommen, Vermögen u.ä. Soziales Kapital Bekanntschaften, Kontakte, Mitgliedschaften, die zu verfügbaren Beziehungen und Netzwerken führen Kulturelles Kapital in der Form der Verfügbarkeit über Kulturgüter (objektives Kulturkapital) sowie als individuelle Kompetenz in Form von Wissen, Geschmack (inkorporiertes Kulturkapital) usw. (im Sozialisationsprozess erworbenes Kulturkapital)

23 Soziale Ungleichheit

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25 Zuvor... müssen sie jedoch erst lernen, sich sprachlich auszudrücken. Viele seien de facto Analphabeten, und wo normalerweise Werte und Normen verankert seien, sei bei ihnen nur ein Loch. (Aussage einer Sozialarbeiterin zu den Inhaftierten der Behandlungsabteilung des Jugendgefängnisses in Herford; zitiert aus DIE ZEIT, : 7)

26 Soziale Ungleichheit Fragen Bitte versuchen Sie folgenden Tatbestand aus soziologischer Perspektive verstehend zu erklären: Kinder aus Arbeiterfamilien weisen geringere Bildungschancen auf als z.B. Kinder aus Beamtenfamilien.


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