Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Risiken für die Finanzmarkt- und Wirtschaftsstabilität aufgrund von Aktivitäten von Banken, Hedge Fonds und Staatsfonds im globalisierten Kapitalmarkt.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Risiken für die Finanzmarkt- und Wirtschaftsstabilität aufgrund von Aktivitäten von Banken, Hedge Fonds und Staatsfonds im globalisierten Kapitalmarkt."—  Präsentation transkript:

1 Risiken für die Finanzmarkt- und Wirtschaftsstabilität aufgrund von Aktivitäten von Banken, Hedge Fonds und Staatsfonds im globalisierten Kapitalmarkt Dr. Kaspar Krolop Humboldt Universität zu Berlin

2 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 2 Einleitung Teil A Bankenkrise als einführender Querschnitt der modernen Finanzierungspraxis Teil B Die Rolle der Hedge Fonds klassisch: Gefahr für Stabilität des Finanzsystems neu: Heuschreckendebatte, Private Equity Teil C Staatsfonds und staatlich kontrollierte Investoren Besonderes Risiko: politische Einflussnahme Teil D Schlussbetrachtung

3 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 3 A.I. Bankenkrise – Refinanzierung am Kapitalmarkt 1.Ausgangspunkt Verbriefung von Forderungen Verkehrsfähigkeit - Forderung wird handelbar gemacht ermöglicht Beschaffung von Liquidität - Grundidee schon im Mittelalter Wechsel / Schuldschein - Forderung an sich nicht greifbar, nicht verkörpert Verbriefung

4 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 4 A.I. Bankenkrise – Refinanzierung am Kapitalmarkt 2. Stückelung des Risikos - Schwer, ausreichend Käufer zu finden - Wenn Forderung geringe Bonität aufweisen, dann findet sich häufig kein Käufer der bereit ist, das Risiko allein zu tragen - Was kann man tun? Verbriefung in Schuldverschreibungen (Statt Forderung eine Forderung in Höhe von 10 Mil Schuldverschreibungen à 1000) Risiko wird in kleine Scheiben geschnitten Über den Kapitalmarkt weltweit angeboten Breite Risikostreuung - Auch das ist rechtstechnisch eine reine Forderungsabtretung; auch das ist altbekannt

5 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 5 A.II. Bankenkrise – ABS/MBS- Konstruktion 1. Pooling Sub-Prime Kredite und Hypotheken verschiedener Banken werden auf ein SPV übertragen Paket von verschienen Forderungen – Pooling 2. Verbriefung SPV platziert Schuldverschreibungen am Kapitalmarkt Investoren erwerben diese Der Erlös fliest an das SPV; dieses leitet Erlös weiter an die Hypothekenbaken Investoren haben gegen SPV Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung nach Ablauf der Laufzeit Ansprüche werden aus dem Pool bedient

6 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 6 A.II. Bankenkrise – Die ABS/MBS- Konstruktion 3. Die Bezahlung der Investoren -Hypothekenbanken treiben bei den Hypothekenschuldnern Zinsen und Rückzahlung ein und leiten Zahlungen an das SPV weiter -So kann das SPV die Ansprüche der Investoren erfüllen 4. Die Sicherung der Investoren Risiko: Wenn die Darlehensnehmer nicht zahlen, kann auch SBV nicht zahlen, es droht Forderungsausfall beim Investor Darlehen durch Hypotheken gesichert. SPV kann auf das Grundstück zugreifen So funktioniert auch der Hypothekenpfandbrief

7 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 7 A.II. Bankenkrise - Die Sub-Prime- Konstruktion 4.1. Brüchigkeit des ersten Sicherungsrings Grundstück (Vermögensgegenstand=Asset) als Sicherheit Deshalb Asset Backed Securities – ABS Mortgage Backed Securites – MBS ABER Nach US-Recht haftet der Häuslebauer nur mit seinem Grundstück nicht mit seinem Privatvermögen Nicht gewährleistet, dass Wert des Grundstück die Kreditsumme abgedeckt Keine deutsche Bank würde einem Häuslebauer zu Sub-Prime Bedingungen Kredit gewähren Bei einem Pool vieler Sub-Prime-Kredite ist Wahrscheinlichkeit, dass SPV mit Teil der Forderungen ausfällt groß Warum galt die Anlage sicher?

8 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 8 A.II. Bankenkrise – Die ABS/MBS- Konstruktion 4.2 Die Innovation bei ABS/MBS: Tranchierung Rangfolge mehrer Klassen (of vier Klassen 1-4) Jede Klasse wird vorrangig bedient - Emmissionsvolumen: 1.000, Rückzahlung 700 unterstellt jede Klasse ein Viertel gezeichnet, also 250) Klassen kein Ausfall, jeder erhält Klasse fällt teilweise aus: anstatt 250 nur Klasse fällt vollständig aus: 0,00 anstatt Klasse bereits dann Verlust, wenn nur eine Forderung ausfällt hochspekulativ z.B. Rating C ( ca. 37%) - 1. Klasse erleidet nur dann einen Schaden, wenn als 75% der Forderungen ausfallen Rating AAA (bei Fitch 0,061%)

9 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 9 A.II. Bankenkrise – Die ABS/MBS- Konstruktion 5. Der Volkswirtschaftlicher Nutzen (nach Lehrbuch) Pooling und Verbriefung allgemein Überschüssige unproduktive Liquidität (u.U. am anderen Ende der Wel)t wird abgeschöpft Banken erhalten durch diese Refinanzierung am Kapitalmarkt Liquidität Spielraum für Kreditvergabe (etwa an Unternehmen) wird erweitert Tranchierung Auch risikoscheue Investoren können für Refinanzierung riskanter Kredite gewonnen werden Umgekehrt kann risikobereiten Investoren hohe Rendite geboten werden

10 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 10 A.II Bankenkrise – Die ABS-Konstruktion 6. Risiken – z.B. Verschleierung durch Tranchierung lassen nicht gleich groß, Bsp. aus der Praxis: 1. Klasse: 888 Millionen 2. Klasse: 60,0 Millionen 3. Klasse: 9,2 Millionen 4. Klasse: 14,3 Millionen Die Kl. 2-4 zusammen nur ca. 74 Mill. 1. Kl. 888 Mill. (für das hohe Risiko muss ein sehr hoher Zins gezahlt werden) Sicherheitspolster schnell aufgebraucht Dann erleiden Zeichner der 1. Kl. anteilig Verluste Dennoch haben Rating-Agenturen Triple A vergeben

11 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 11 A.II. Bankenkrise – Die ABS-Konstruktion 6.2. Weitere Risiken Komplexer Finanzierungsstrukturen Überkomplexität, die nichts nutzt; nur verschleiert - CDO (siehe Übersichten) - Synthetische CDO (siehe Übersichten) Anonymisierung Blindes Vertrauen auf das Rating Dov Seidmann (Unternehmensberater) Wenn Du Hypotheken nimmst und weiterreichst also von den Kreditnehmern räumlich entfernst und irgendwo zu Bündelns schnürst entpersönlichst Du das ursprüngliche Geschäft.

12 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 12 A.II. Bankenkrise – Die ABS-Konstruktion Systemische Risiken Dov Seidmann: … entpersönlichst Du das ursprüngliche Geschäft. Du kappst Verbindungen. Das scheint in der Natur der Globalisierung zu liegen. Andererseits leugnet man damit einen bedeutenden Wesenszug der Globalisierung, nämlich dass alles miteinander vernetzt ist. Man kann Verbindungen gar nicht vollständig kappen, alles kommt irgendwann und irgendwie wieder zurück, weil alles einen Effekt auf alles hat. Man wettet auf Häuser in Ohio und kann damit die Volkswirtschaft Islands ruinieren. Das sollte einem klar sein. Dynamische Effekte Rating Agentur nur das konkrete Ausfallrisiko im Blick Wenn Immobilienmarkt zusammenbricht ist das Rating Makulatur

13 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 13 A.III. Bankenkrise – Wo hat das System versagt? 1. Sog. Leverage Effekt (Hebel-Effekt) Solange Rendite (Verzinsung der ABS) höher als Kreditzins (Darlehen von einer Bank erhöht der Kredithebel die Rendite im umgekehrten Fall jedoch den Verlust Bei Verlust hat auch der Kreditgeber ein Problem 2. Verschärfung des Risikos durch die Geldpolitik Je niedriger Leitzins, desto größer der Anreiz zu Verschuldung 3. Verschärfung durch Fristentransformation Langfristige Investitionen kurzfristig finanziert Mit Darlehen (Laufzeit ein Jahr) Investition mit Laufzeit von sieben Jahren finanziert Darlehen läuft aus; was tun, wenn keine Verlängerung? Verkauf von Wertpapieren, für Rückzahlung des Darlehens

14 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 14 A.III. Bankenkrise – Wo hat das System versagt? 4. Basel II – Vorgaben zur Eigenmittelausstattung 4.1. Regelungsinhalt bestimmten Prozentsatz einer Kreditsumme müssen als Eigenmittel vorgehalten werden Eigenmittel: Kapital das der Bank zur freien Verfügung steht und nicht von Dritten abgezogen werden kann Je schlechter die Bonität, desto höher ist der Eigenmitteanteil der ausgereichten Krediten 4.2 Risikoabsicherungsfunktion, Versicherungsfunktion Bei Ausfall eines Teils der Kredite Liquidität nicht gefährdet, da aus Eigenmitteln abgedeckt werden kann Bsp.: - 10 Kredite à 1 Mill. mit Ausfallrisiko: 10 % - Bank muss 10 % von jeder Kreditsumme vorhalten - 10 mal 10% von 1 Mill. = 1 Mill. deckt Ausfallrisiko

15 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 15 A.III. Bankenkrise – Wo hat das System versagt ? Basel II – Vorgaben zur Eigenmittelausstattung (Forts.) 4.3. Disziplinierungsfunktion Vorhalten von Eigenmittel sehr teuer und unproduktiv Banken werden abgehalten in hohem Umfang risikoreiche Kredite zu vergeben 4.4 Wann fällt Disziplinierung weg? Kredite werden weiter verkauft Risiken aus den Büchern raus Heiße-Kartoffel Effekt: Solang man weiß, dass man sie gleich weiterreichen kann, hat man kein Problem damit, sie kurz anzufassen Bedenkenlos hoch riskante Kredite ausgereicht

16 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 16 A.IV. Bankenkrise – Lehren 1. Was muss bei der Bankenregulierung geändert werden? 1.1 Lücken in Basel II Pflicht zur Eigenmittelausstattung auch bei Papieren die kreditgleiche Risiken vermitteln ( Vorbild Italien/Tschechien/Spanien) Konsolidierung von SPV/Tochtergesellschaften Privilegierung langfristiger Finanzierung Aber: Basel II nur so gut, wie die Einschätzung der Kreditrisiken 1.2 Fehleinschätzung durch Rating-Agenturen Haftung von Rating Agenturen für Fehler? - Aber Haftung = Ende der Rating-Agenturen? - Wichtiger: Gewährleistung der Unabhängigkeit - Rating-Agenturen haben sich ohnehin diskreditiert

17 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 17 A.IV. Bankenkrise – Lehren 2. Die Grenzen der Mathematik Der Optimist: Statistiker Kendal (1972) Der Mensch hat die Kontrolle über die Gesellschaft dem Reich der göttlichen Vorsehung nicht entzogen... um sie dem Gesetz des Zufalls auszuliefern Der Skeptiker: Leibniz in einem Brief an Jakob Bernoulli (1703) Die Natur hat Muster eingerichtet, die für die Wiederkehr von Ereignissen sorgen, aber nur zum Teil Der Bodenständige: Fußball ist keine Mathematik (Rummenigge über Trainer/Mathematiklehrer Hitzfeld) Das gilt auch für den Finanzmarkt

18 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 18 A.IV. Bankenkrise – Lehren 2.1 Der Faktor Mensch Was haben Fußball/Kapitalmarkt gemeinsam? Das Geschehen wird von Menschen bestimmt Hohe Risikoneigung, u.a. wegen Fehlanreizen Renditedruck (Yield-Panik) Eigenkapitalrendite als Symbol der Profitabilität = Auffordern zum sich Verschulden An kurzfristiger Gewinnmaximierung orientierte Bonuszahlungen Selbst wenn man Fehlanreize korrigiert Menschen irren, Menschen handeln nicht nur rational; das gilt auch in der Wirtschaft!

19 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 19 A.IV. Bankenkrise – Lehren 2.1 Managementversagen/ Irrationalitäten/ Fehlanreize Vorkehrungen - Qualifizierte Verwaltungs- / Aufsichtsräte - Vorgaben für die Struktur der Vergütung Orientierung an nachhaltigem Erfolg - Gesetzlich Vorgaben für Investitionsverhalten Vermeidung von unverantwortlichen Kumulationen von Risiken nach Vorbild der Regulierung von Investmentfonds (vgl. §§ 46 ff. Investmentgesetz) - Bankaufsicht Anzeigepflicht für besonders risikoträchtige Geschäfte (vgl. § 14 KWG bei Millionenkrediten) Eventuell Verbot besonders riskanter Geschäfte

20 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 20 A.IV. Bankenkrise – Lehren G.K. Chesterton Das wirkliche Problem mit dieser Welt besteht nicht darin, dass sie eine unvernünftige Welt ist. Die häufigste Art von Problemen rührt vielmehr daher, dass sie beinahe vernünftig ist, aber eben nicht ganz. Das Leben ist eine unlogische Angelegenheit. Trotzdem stellt es für die Logik eine Falle dar. Es scheint eben ein ganz klein bisschen mathematischer und regulärer, als es ist; seine Genauigkeit ist augenfällig, seine Ungenauigkeit aber verborgen, seine Unberechenbarkeit im Hinterhalt.

21 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 21 A.IV. Bankenkrise – Lehren 2.2Systemische Risiken / Dominoeffekte Dominoeffekte durch herkömmliche Modelle kaum vorhersehbar Bsp.: Problem der Fristentransformation Folgerung: Blick auf das Ganze wichtig - in den USA Aufsicht zersplittert - Lücken in der Aufsicht (Investmentbanken!) - Besser in Deutschland BaFin Gesamte Bank-Börsen und Versicherungswesen Intensivierung Zusammenarbeit mit der Bundesbank - Arbeiten an Modellen zur Erfassung der Makrostrukturen Tsunami-Frühwarnung

22 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 22 A.IV. Bankenkrise – Lehren Unvermeidbare Komplexität weltumspannende Vernetzung am globalen Kapitalmarkt Herkömmliche Finanzprodukte aus der Wirtschaft nicht mehr wegzudenken Vermeidbare Komplexität - Unnötige Erschwernis der Kalkulierbarkeit wegen Komplexität und Intransparenz - Bestimmte Formen der Verkomplizierung sind fragwürdig und gefährlich Bsp.: CDOs Geht es um Steigerung der Effizienz oder um das Generieren von Gebühren und Provisionen? Transaktion um der Transaktion willen Ansatz: Zertifizierung von bestimmten Derivaten

23 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 23 A.IV. Bankenkrise – Lehren 3. Gefährliche Derivate – Bsp. Credit Default Swap (CDS) Kreditgeber zahlt Risikoprämie (Protection Buyer) Protection Seller kassiert die Risikoprämie Wenn Kreditnehmer Kredit an Kreditgeber nicht zurückzahlen kann, muss der Protection Seller für die Forderung einstehen Auch diese Forderung auf Zahlung der Risikoprämie kann verbrieft und am Kapitalmarkt gehandelt werden (Bistro – Broad Index Secured Trust Offering) 2008: Kredite für 57 Billionen Dollar so versichert P: Das Risiko bzw. die Risikoprämie nur schwer zu bestimmen, komplexe mathematische Modelle Eigentlich Versicherungsleistung

24 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 24 B.I. Hedgefonds - Derivate und Hedging 1. Hedging = Risikobegrenzung 1.1 Bespiel Warentermingeschäft -Ausgangspunkt: Absicherung gegen Missernten (aktuell: Steigerung des Ölpreises) - Terminkontrakt Zahlung (bzw. Versprechen) des jetzigen Markpreises, Lieferung in der Zukunft (z.B. in einem Jahr) Gegen Preissteigerung abgesichert - Irgendwer muss aber so ein Angebot machen Wenn Preis sinkt, gutes Geschäft - Verbriefung (Optionen), Warenterminbörsen

25 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 25 B.I. Hedgefonds - Derivate und Hedging 1.2 Auch Sicherung gegen Wechselkursrisiken - Deutscher Importeur zahlt zum jetzigen Dollarkurs für Lieferung in sechs Monaten - Wenn Dollar fällt macht Lieferant gutes Geschäft Option auf dieses Geschäft verbrieft und an der Börse gehandelt Hedge Fonds kann erwerben 1.3 Credit Default Swap (CDS) 1.4. Währungs-Swap 1.5 Optionen usw.

26 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 26 B.I. Hedgefonds - Derivate und Hedging 2.1 Vorteile des Hedging - Ausgangspunkt: sinnvolle Risikoabsicherung (Hedging) - Hedge-Fonds – investieren in Hedging-Instrumente - Ohne Hedge Fonds gäbe es zu wenig Riskbearer 2.2 Risiken bei Instrumenten des Hedging -Anteil des Spekulativen, der Wetten wird höher Derivate als reines Spekulationsinstrument - Selbstzweck - Sie ermöglichen das auf fallenden Kurse gewettet wird - Hedgefonds auf solche Geschäfte spezialisiert - Brisante Fälle: Asienkrise, Krise des englischen Pfunds

27 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 27 B.II. Hedge Fonds – Destabilisierung des Marktes 1. Gefahren für Staaten, Bsp. Wechselkurstabilität 1.1 Finanzbedarf der Staaten Staatsanleihen 1.2 Bsp. Leerverkäufe (vgl. § 56 / § 112 Nr. 2 InvG) Fonds verkauft Staatsanleihen, die er noch nicht hat zum aktuellen Markpreis Setzt darauf, dass er sie in drei Monaten zu einem niedrigeren Preis erwerben kann Markt registriert Verkauf Negative Auswirkung auf die Bewertung des Kurses

28 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 28 B.II. Hedge Fonds – Destabilisierung des Marktes 1. Gefahren für Wechselkurstabilität (Forts.) 1.3 Hintergrund: Hedge Fond Tropfen im Ozean? - Volumen aller Hedge-Fonds: 2 Bill. = Mrd. Dollar - Zum Vergleich: institutionelle Anleger: 44,5 Bill. 1.4 Impuls für Abwärtsspirale Hebelwirkung aufgrund Leverage Elektronisierung der Märkte Irrationalitäten, Herdenverhalten Währungen kleinerer Länder besonders gefährdet (aktuelles Beispiel: Island) Hebelwirkung von Derivaten Instrumente zur Risikobegrenzung schaffen aufgrund der Aktivitäten von Hedge Fonds neue Risiken!

29 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 29 B.II. Hedgsfonds – Destabilisierung des Marktes Exkurs: Was sind genau Hedge Fonds? Investoren mit hoher Risikoneigung Hedge-Fonds 1. Vergleich normaler Investmentfonds - unter Aufsicht von Spezialbehörde (BaFin) - Vorgaben für Investitionstätigkeit (vgl. InvG) Risikostreuung Beschränkung Auswahl der Anlageobjekte Grundsätzlich Verbot der Kreditaufnahme 2. Begriff der Hedgefonds Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken Fonds ohne Sonderaufsicht (of shore)

30 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 30 B.II. Hedge Fonds – Destabilisierung des Marktes 1. Gefahren für Wechselkurstabilität (Forts.) 1.3 Hintergrund: Hedge Fond Tropfen im Ozean? - Volumen aller Hedge-Fonds: 2 Bill. = Mrd. Dollar - Zum Vergleich: institutionelle Anleger: 44,5 Bill. 1.4 Impuls für Abwärtsspirale Hebelwirkung aufgrund Leverage Elektronisierung der Märkte Irrationalitäten, Herdenverhalten Währungen kleinerer Länder besonders gefährdet (aktuelles Beispiel: Island) Hebelwirkung von Derivaten Instrumente zur Risikobegrenzung schaffen aufgrund der Aktivitäten von Hedge Fonds neue Risiken!

31 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 31 B.II. Hedge Fonds – Destabilisierung des Marktes 2. Fazit - Bedeutung der Hedge Fonds -nicht nur Käufer/Verkäufer - Ihr Verhalten beeinflusst den Markt nicht nur Marktteilnehmer, sondern auch market maker sich selbst erfüllende Prophezeiung Überspitzt: erst Hedge Fonds machen Derivate gefährlich Fördert Übertreibungen des Marktes nach oben oder nach unten Umgekehrt würde der Markt für Derivate und damit die Möglichkeit zur Risikoabsicherung ohne die Hedge Fonds als risk bearer nicht so effektiv funktionieren

32 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 32 B.III. Hedge Fonds - Regulierungsfragen 1. Grenzen für Eingreifen von Regulierung 1.1 Aufsicht über Hedge Fonds? - Off shore Begrenzte Reichweite nationalen Rechts - Flexibilität Risikobereitschaft wird benötigt 1.2 Besser: Regulierung des Kapitalmarkts Verbot kreditfinanzierter Leerverkäufe Verbot der Marktmanipulation (§ 20a WpHG) - Manipulationsabsicht nicht nachweisbar Häufiger eher: Skifahrer, der trotz Lawinengefahr abseits der Pisten fährt Strafbarkeit wegen Fahrlässigkeit wäre Ende der Hedge-Fonds, wohl auch des Hedging

33 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 33 B.III. Hedge Fonds – Regulierungsfragen 2. Notwendigkeit der Regulierung: Risiko Scheitern eines Hedge Fonds 2.1 Nur gierige Privatanleger gefährdet? Auch Banken investieren in Hedge Fonds! 2.3 Sog. Leverage Effekt (Hebel-Effekt) Kreditaufnahme im großen Stil Wer gibt die Kredite? vor allem Banken 2.3 Ansatzpunkt für Regulierung Rechtliche Vorgaben für Banken hinsichtlich des Verhalten ggü Hedge Fonds

34 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 34 B.III Hedge Fonds - Regulierungsfragen 3. Grenzen des Ansatzes 3.1 Banken können doch auch ausweichen? Off Shore Banken als Prime Broker? - Bei Banken drohen Reputationsverluste - Tochtergesellschaft (Briefkasten) auf den Antillen muss bei der Mutter in Deutschland konsolidiert werden (ab einer Beteiligung von 20%, vgl. §§ 10a, 10b KWG) 3.2 Grenzen für nationaler Alleingänge Wettbewerbsnachteile für eigene Banken Vorgaben des Europarechts

35 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 35 B.III. Hedge Fonds – Regulierung? 4. Direkte Regulierung von Hedge Fonds? (Anlagepolitik, Grenzen für Kreditaufnahme etc.) 2.1 Harte durch staatliche Aufsicht Ausweichmöglichkeiten 2.2 Weiche Freiwilliger Verhaltenskodex Woher der Anreiz, für freiwillige Befolgung? 5. Indirekte Regulierung durch Vorgaben an Banken Nur Wenn Hedgefonds Kodex befolgt dürfen Banken in diesen investieren und oder Kredite gewähren Indirekte Steuerung des Leverage

36 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 36 Exkurs: Arbitragegeschäfte 3. Abgrenzung: nicht gefährlich, aber vielleicht nutzlos 3.1 Rückbesinnung: Kapitalmarkt als Finanzierungsquelle für Staatshaushalte und Unternehmen Liquidationsüberschuss soll dahin wo er gebraucht wird Optimierung der Allokation von Ressourcen Bei wem und inwieweit schafft Kurssteigerung Werte? 3.2 Derivate, Synthetische Produkte Umsätze von Aktien und Staatsanleihen verlieren ggü Derivaten u.ä. kontinuierlich an Gewicht Verselbständigung von der Primärfunktion Entfernen von den Fundamentaldaten 3.3 Beispiel Abitrage-Geschäfte

37 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 37 Exkurs: Arbitrage Geschäfte Zur Erinnerung: Risiken bei Instrumenten des Hedging - Anteil des Spekulativen, der Wetten wird höher, insbesondere wegen Derivaten Schätzung 1995 Volumen aller Derivate: 41 Bill. Dollar (Nettohaftung: 1,7 Bill. Dollar) Volumen Institutionelle Anleger 2005: 44 Bill. Dollar mit wenig Geld großer Einfluss auf Kursentwicklung - Anreiz zum Wetten auf fallenden Kurse

38 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 38 Exkurs Arbitrage Geschäfte 3. Abgrenzung: nicht gefährlich, aber vielleicht nutzlos 3.3 Beispiel Abitrage-Geschäfte - Ausnutzen von Wechselkursunterschieden - Dollar/EUR in New York 1,60:1 in London 1,61:1 Spread von 0,1 In New York Dollar kaufen und in London verkaufen Geld um den Globus, ohne dass es zur Herstellung von Produkten oder für Dienstleistungen genutzt wird (z.B. Brunnen in Afrika) 3.4 Vorschlag: Tobin-Steuer Steuer von 0,001 auf jede Kapitalbewegung Ausnutzen kleiner Spreads wird unattraktiv Aber: Unter Ökonomen stark umstritten

39 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 39 B.IV. Hedge Fonds - Ausplünderungsrisiken Eben gesehen: Gefahren im Zusammenhang mit den Aktivitäten i) Hege Fonds als den Markt destabilisierende Spekulanten Stabilität der Finanzmärkte (Destabilisierung des Marktes) klassische Risiken ii) Zerschlagung gesunder Unternehmen Aktivistische Hedge Fonds, Private Equity Gefährdung von Unternehmen, insbesondere durch mit Krediten finanzierte Übernahmen (Ausplünderungsrisiken)

40 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 40 B.V. Zerschlagung von Unternehmen 1. Zerschlagung von Unternehmen – Heuschreckendebatte - Einstieg bei Unternehmen; heben von Wertreserven - Neben Hedge Fond i.e.S vor allem Private Equity 1.1 LBO – Leveraged By Out - kreditfinanzierte Übernahme - erwartete Rendite höher als der Kreditzins - Vermögensgegenstände des Zielunternehmens dient als Sicherheit 1.2 Enormer Rentabilitätsdruck - Eigenkapitalrendite von 12 % mag ordentlicher Wert sein - Wenn man Risikokredite mit Verzinsung von 14 % refinanzieren muss, reicht das nicht

41 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 41 B.V. Zerschlagung von Unternehmen 1. Zerschlagung von Unternehmen (Forts.) 1.3 Klassische ökonomische Schule Wenn Unternehmen optimal wirtschaften würde, gäbe es keine Reserven zu heben, Übernahme würde sich nicht lohnen Sog. Markt für Unternehmenskontrolle 1.4 Einwände Kursentwicklung beeinflussbar Kurzfristige Bewertung enligthenned shareholder value Frage: Wie vor Heuschrecken bzw. Ausplünderung schützen?

42 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 42 B.V. Zerschlagen von Unternehmen 2. Wie vor Heuschrecken bzw. Ausplünderung schützen? 2.1 Untersagung des Anteilserwerbs? Wie unterscheide ich Heuschrecke und Investor? Europarechtliche Grenzen: Kapitalverkehrsfreiheit 2.2 Transparenz – Risikobegrenzungsgesetz Erläuterung der Investitionspolitik Sanktion für Wortbruch? 2.3 Gesellschaftsrecht Zwingende Vorgaben für Kapitalerhaltung insolvenzrechtliche Flankierung 2.4 Ansetzen an der Finanzierungsquelle – s.o.

43 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 43 B.V. Zerschlagung von Unternehmen 2.4 Ansetzen an der Finanzierungsquelle Wiederum bei Banken als Kreditgeber ansetzen Grenzen für nationaler Alleingänge Wettbewerbsnachteile für eigene Banken Vorgaben des Europarechts Dann holt sich Investor Geld bei anderen Banken Manche Akteure sind nicht auf Kredite angewiesen Staatsfonds

44 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 44 C.I. Staatsfonds - Einführung 1. Staatsfonds – Wer sind sie, was tun sie? 1.1 Daten und Zahlen - Der Älteste: Kuwait Investment Authority (KIA), Der Größte: ADIA 875 Mrd. Dollar (Saudi Arabien) - Gesamtvolumen 2005: Mrd. Dollar (= 3,2 Billionen) (aktuelle Schätzungen: Mrd. Dollar) - Zum Vergleich: > Institutionelle Anleger Mrd. > Hedge Fonds ca Mrd. Großes Gefahrpotential, wenn täten was Hedge Fonds tun 1.2 Erfahrungen in der Vergangenheit - Börsennotierte Wertpapiere, nur teilweise Aktien - Staatsfonds als Musterknaben (z.B. KIA bei Daimler)

45 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 45 C.I. Staatsfonds - Einführung 2. Neue Zeiten, neue Akteure 2.1Politisches Umfeld: 11. September 2.2 Neue Staatsfonds aus Russland und China, u.a. -China Investment Corporation (CIP), Einstieg u.a. bei Blackstone (3 Mrd. Dollar) Morgan Stanley (5 Mrd. Dollar) -Stabilization Fund of the Russian Federation (SFRF) - Geschätztes Gesamtvolumen der Fonds aus China und Russland: 450 – 600 Mrd. EUR – Vergleichsgrößen: Fonds ADIA (Saudi Arabien): 875 Mrd. Dollar Börsenkapitalisierung aller deutschen Unternehmen: ca Mrd. EUR (Zahl nach DAI, 2006)

46 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 46 C.II. Staatsfonds – Einführung 2. Neue Zeiten, neue Akteure (Forts.) 2.4 Übernahmeaktivitäten staatlich kontrollierter Unternehmen China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) China Development Bank Gazprom 2.5 Warum sollen ausländische Unternehmen nicht dürfen, was Deutsche Telekom /Deutsche Bahn/ Deutsche Post taten und tun? 2.6 Bisher: kaum praktische negative Erfahrung Daher: keine konkrete Gefahr, nur Gefahrpotential

47 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 47 C.II. Staatsfonds – Vorhaben der Bundesregierung 1. Das Vorhaben der Bundesregierung für eine Einlasskontrolle Neue Regelung im AWG Adressat der Regelung: ausländische Investoren bzw. Investoren mit Sitz außerhalb der EU (gemeinschaftsfremde) Anknüpfungstatbestand: Erwerb einer Beteiligung von 25%+ an inländischen Unternehmen Soweit Relevanz für strategische Infrastruktur Innerhalb einer Frist von 3 Monaten kann der Erwerb untersagt werden Bisher: nur für Unternehmen mit Rüstungstechnologie

48 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 48 C.II. Staatsfonds – Vorhaben der Bundesregierung 2. Gutes Vorbild USA? 2.1 Exon-Florio-Amendment CFIUS - CFIUS - Committee on Foreign Investment in the United Staates (Vertreter von 12 Behörden u.a. Finanz- Justiz- Wirtschafts- Verteidigungsministerium) -Prüffrist von 30 Tagen, verlängerbar um weitere 45 Tage 2.2 Wer soll nach Gesetzesentwurf entscheiden? -keine Fachbehörde, wie etwa Kartellamt -BMWi im Einvernehmen mit Außen- Arbeits- und Finanzministerium Ad-hoc Eingreifkompetenz für die Politik

49 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin Schutz des Unternehmens vor nachteiliger Einflussnahme 1.1 Gefahren Ausplündern / Ausschlachten des Unternehmens Know-Transfer 1.2 Gefahrenschwelle weit unter 25 % Differenzierung zwischen börsennotiert/ nicht börsennotiert 1.3 Schutzrichtung Schutz des Unternehmens, der übrigen Gesellschafter und der Arbeitnehmer 1.4. Ansatzpunkt: Corporate Governance, Gesellschaftsrecht, Konzernrecht, Kapitalmarktrecht Gefahren bestehen weitgehend keine soweit sich Investor rechtstreu verhält ABER: Nicht das Anliegen des Regierungsvorhabens C.III. Staatsfonds – Gefahren für Unternehmen

50 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin Schutz vor Missbrauch von Macht durch das (vom ausländischen Investor gesteuerte) Unternehmen 2.1 Gefahren Benachteiligung der Mitbewerber, Dumpingwettbewerb Versorgungsengpässe, überhöhte Preise Politisch motivierte Boykotte 2.2 Schutzrichtung Allgemeinheit, Gesamtwirtschaft, öffentliche Sicherheit 2.3. Gefahrenschwelle im Gesetzvorhaben: mit 25 % tendenziell zu niedrig, i.d.R. keine Kontrolle 2.4 Vorrangige Instrumente Kartell- und Wettbewerbsrecht Marktaufsicht C.III. Staatsfonds – Gefahren für die Allgemeinheit

51 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin Schutz vor Missbrauch von Macht durch das (vom ausländischen Investor gesteuerte) Unternehmen (Forts.) 2.4 Vorrangige Instrumente Kartell- und Wettbewerbsrecht Marktaufsicht 2.5. Wo stößt Schutz an die Grenze? Spätestens bei Mehrheit von 75% Investor u.a. kann Gesellschaft abwickeln C.III. Staatsfonds – Gefahren für die Allgemeinheit

52 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 52 Exkurs: Die supranationalen Handlungsebenen Der Nationalstaat im Mehrebenensystem Völkerrecht: WTO/Bilaterale Abkommen EU-Primärrecht (z.B. Art. 56 I EGV) …zwischen Mitgliedsstaaten sowie zwischen M Mitgliedsstaaten und dritten Ländern (!) sind alle Beschränkungen des Kapitalverkehrs zwischen den Mitgliedsstaaten verboten. EU-Sekundärrecht (z.B. Übernahme-RiLi) Nationalstaat

53 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 53 C.IV. Staatsfonds – Agenda 1. Hinweise für eine effektive Regelung zu Staatsfonds 1.1 Spezifizierung der Adressaten AWG-Entwurf: weit gezogener Adressatenkreis - gemeinschaftsfremde Person - gemeinschaftsansässige an denen gemeinschaftsfremde mit 25 % oder mehr beteiligt. Verdacht des Protektionismus Vorschlag: Beschränkung auf Investoren, die von gemeinschaftsfremden Staaten kontrolliert werden 1.2 Spezifizierung der zu schützenden Belange 2. Vorantreiben einer europäischen Lösung 3. Effektive Durchsetzung von Wettbewerbs- und Kartellrecht

54 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 54 D. Fazit - Kernthesen 1. Vernetzung des Nationalstaates in komplexen Mehrebenensystem + Globalisierte Märkte = begrenzte Gestaltungsmacht für nationalen Gesetzgeber 2. Verbot des Beteiligungserwerbs ultima ratio Wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Übernahme durch Gericht/Behörde kaum möglich Ohnehin wegen Kapitalverkehrsfreiheit auf nationaler Ebene nicht machbar Greifbar: sicherheitspolitische Gründe, insbesondere bei Übernahme durch staatlich kontrollierte Akteure 3. Im Übrigen Dreh- und Angelpunkt: Bankwesen, insbesondere Kreditvergabe an Kapitalmarktakteure wie etwa Hedge Fonds

55 Berlin, Dr. Kaspar Krolop Humboldt-Universität zu Berlin 55 Schluss Danke für Ihre Aufmerksamkeit!


Herunterladen ppt "Risiken für die Finanzmarkt- und Wirtschaftsstabilität aufgrund von Aktivitäten von Banken, Hedge Fonds und Staatsfonds im globalisierten Kapitalmarkt."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen