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Gedankenaustausch zwischen dem Unterausschuss „Kommunale Wirtschaft und Finanzen“ des AK III der Innenministerkonferenz (UAKWuF) und dem IDW Fachausschuss.

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1 Gedankenaustausch zwischen dem Unterausschuss „Kommunale Wirtschaft und Finanzen“ des AK III der Innenministerkonferenz (UAKWuF) und dem IDW Fachausschuss für öffentliche Unternehmen und Verwaltungen (ÖFA) am 26. September 2013

2 WP/StB Dr. Marian Ellerich, Duisburg Aktivitäten des ÖFA Überblick über das Tätigkeitsspektrum des IDW Fachausschusses für öffentliche Unternehmen und Verwaltungen und seiner Arbeitskreise

3 3 Inhaltsübersicht ■IDW Verlautbarungen im öffentlichen Bereich ●Gebietskörperschaften ●Eigenbetriebe, AöR, Zweckverbände, etc. ●öffentliche Unternehmen in privater Rechtsform ●Energiebereich ■Aktuelle Projekte des ÖFA ■Ausgewählte Themen

4 4 Verlautbarungen (1): Rechnungslegung ■IDW ERS ÖFA 1 greift 2001 Fortentwicklung auf: ●Entwicklung einer Berufsauffassung zu einer umfassenden Rechnungslegung nach kaufmännischen Grundsätzen ●Geschlossenes Konzept im Rahmen der Vorschriften des HGB, das handelsrechtliche Wahlrechte weitgehend ausschließt ■Diverse Stellungnahmen zu Entwürfen des Gemeindehaushaltsrechts in verschiedenen Bundesländern ■IDW Symposien: ●Reform der Rechnungslegung der öff. Verwaltung, Nov. 2003, Berlin ●Rechnungslegung der öffentlichen Hand, Mrz 2012, anlässlich IPSASB-Sitzung in Düsseldorf ■(2012: IDW Eingabe zu Standards staatlicher Doppik) Rechnungslegung der öffentlichen Verwaltung nach den Grundsätzen der doppelten Buchführung

5 5 Verlautbarungen (2): Rechnungslegung ■Bilanzierung und Bewertung von Pensionsverpflichtungen gegenüber Beamten und deren Hinterbliebenen (IDW RS HFA 23) – Handelsbilanz: ●Versorgung durch Gesetz geregelt (§ 3 BeamtVG) ●Dienstherr bleibt stets vollumfänglich verpflichtet (kein Verzicht oder Übertragung möglich) ●d.h. auch bei Einschaltung einer Versorgungseinrichtung bleibt unmittelbare Verpflichtung, kein Wahlrecht nach Art. 28 EGHGB ↔ Steuerbilanz: abweichende BFH-Rechtsprechung ■Bilanzierung von Zuwendungen (IDW Stellungnahmen HFA 1/1984 und HFA 2/1996 i.d.F. 2013) Rechnungslegung öffentlicher Unternehmen

6 6 Verlautbarungen (3): Prüfung ■Prüfung des Jahresabschlusses und Lageberichts einer Gebietskörperschaft (IDW PS 730) ●Rechtsgrundlagen der einzelnen Länder weisen Zuständig- keit für JAP einem RPA, GPA, etc. zu  für diese gelten kommunalrechtliche Prüfungsvorschriften ●Bei Hinzuziehung eines WP Abgrenzung der Verantwortlichkeiten durch Auftragsgestaltung ●„Bestätigungsvermerk“ bei Prüfungen nach Art und Umfang einer Abschlussprüfung gemäß §§ 317 ff. HGB Abschlussprüfung bei Gemeinden

7 7 Verlautbarungen (4): Prüfung ■Erteilung des Bestätigungsvermerks bei kommunalen Wirtschaftsbetrieben (IDW PH ) ●Aussagen aufgrund einer Erweiterung des Prüfungs- gegenstands grds. im Prüfungsbericht ●Ausnahme: gesetzliche Vorschriften sehen zusätzliche Aussage vor (z.B. § 14 Abs. 3 KPG SH) ●Formeltestate: Ergänzung um Vorbemerkung ■Berichterstattung über die Prüfung öffentlicher Unternehmen (IDW PH ) ●Gliederung des Prüfungsberichts orientiert sich an den allgemeinen Grundsätzen des IDW PS 450 Abschlussprüfung bei öffentlichen Unternehmen

8 8 Verlautbarungen (5): Prüfung ■Berichterstattung über die Erweiterung der Abschluss- prüfung nach § 53 HGrG (IDW PS 720) ●letzte Überarbeitung des Fragenkatalogs 2006 ●gemeinsam erarbeitet mit Vertretern des Bundes- ministeriums der Finanzen, Bundesrechnungshofs, Landesrechnungshöfe ■Beurteilung der Angemessenheit der Eigenkapital- ausstattung öffentlicher Unternehmen (IDW PH ) ●keine starre Grenze, sondern: ●Gesamtwürdigung im Hinblick auf individuelle wirtschaftliche Situation des jeweiligen Unternehmens (  Art und Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung, Liquidität, Rechtsform, branchenspezifische Besonderheiten, etc.) § 53 HGrG

9 9 Verlautbarungen (6): Prüfung ■Berichterstattung über die Erweiterung der Abschluss- prüfung nach § 16d Abs. 1 Satz 2 Rundfunkstaatsvertrag (IDW PS 721) ●Anlass: EU-Beihilfeverfahren gegen Deutschland ●Fragenkatalog der Rechnungshöfe des Bundes und der Länder ■Prüfung von Beihilfen nach Artikel 107 AEUV insbesondere zugunsten öffentlicher Unternehmen (IDW PS 700) ●Abschlussprüfung beim Empfänger: Sensibilisierung bzgl. Abbildung beihilferechtlicher Risiken ●Gesonderte Prüfung von Ausgleichsleistungen bei der gewährenden Stelle EU-Beihilferecht

10 10 Verlautbarungen (7): Energiebereich Energieversorgungsunternehmen IDW Stellungnahme zur Rechnungslegung nach § 6b EnWG (IDW RS ÖFA 2) IDW Prüfungsstandard: Prüfung nach § 6b EnWG (IDW PS 610) IDW Prüfungshinweis: Prüfung der Jahresverbrauchs- abgrenzung bei rollierender Jahresverbrauchsablesung bei Versorgungsunternehmen (IDW PS ) KWKG, EEG, etc. IDW Prüfungsstandard: Prüfungen nach dem Erneuerbare-Energien- Gesetz (IDW PS 970) IDW Prüfungsstandard: Prüfungen nach dem Kraft-Wärme- Kopplungsgesetz (IDW PS 971)

11 11 Aktuelle Projekte Rechnungslegung und Prüfung von Hochschulen Bilanzierung von Zuwendungen Trennungsrechnung Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Haushaltswirtschaft Prüfungsgegenstand; Abgrenzung der Jahresabschluss- prüfung einer Gemeinde (IDW PS 730) von den anderen Aufgaben der örtlichen Rechnungsprüfung Aufgaben in den Bundesländern unterschiedlich geregelt; in Abhängigkeit des Landesrechts ggf. Erwartungslücke Ausgestaltung des Prüfungsauftrags?  Prüfung mit hinreichender Sicherheit (Modell: IDW PS 980) ?  Prüfung ausgewählter Aspekte und Berichterstattung anhand eines Fragenkatalogs ?

12 12 Ausgewählte Themen: Anwendungsbereich des § 6b EnWG Vertikal integrierte EVU i.S.d. § 3 Nr. 38 EnWG (z.B. Stadtwerke) „verbundene“ energiespezifische Dienstleistungsuntern. (ggf. Rechenzentrum) rechtl. selbstständige Netzbetreiber Betreiber von Speicheranlagen ungeachtet ihrer Rechtsform und Eigentumsverhältnisse (d.h. auch Eigenbetriebe)

13 13 Konzern-Stadt und § 6b EnWG ■Fallen Unternehmen, die ein wärmegeführtes Blockheizkraftwerk betreiben und zu einem vertikal integrierten „Konzern“ (§ 3 Nr. 38 EnWG) gehören, in den Anwendungsbereich des § 6b EnWG? ●z.B. Kommunale Wohnungsbauunternehmen oder öffentliche Schwimmbäder, aber auch Industrieunternehmen □Definition einer Gruppe durch Artikel 3 Abs. 2 FKVO □im kommunalen Bereich kann der Gruppenverbund über die Gemeinde entstehen (vgl. IDW ERS ÖFA 2 n.F., Tz. 5) □auch wenn zwischen diesen Unternehmen keine Beteiligungen vorliegen

14 14 Regelungsinhalt des § 6b EnWG (1) Aufstellung eines Jahresabschlusses und Lageberichts deren Prüfung sowie deren Offenlegung nach den Vorschriften für KapG Abs. 1 Anhangangaben zu Geschäften größeren Umfangs mit verbundenen oder assoziierten Unternehmen i.S.v. § 271 Abs. 2 HGB oder § 311 HGB Abs. 2 Führung getrennter Konten Aufstellung von Tätigkeitsabschlüssen 6 Netztätigkeiten gemäß § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG Sonstige Tätigkeiten innerhalb des Elektrizitätssektors Sonstige Tätigkeiten innerhalb des Gassektors Andere Tätigkeiten außerhalb des Elektrizitäts- & Gassektors Abs. 3

15 15 Regelungsinhalt des § 6b EnWG (2) Offenlegung der Tätigkeitsabschlüsse gemeinsam mit dem Jahresabschluss beim Betreiber des Bundesanzeigers Abs. 4 Prüfung der Einhaltung der Pflichten zur Rechnungslegung nach § 6b EnWG im Rahmen der Jahresabschlussprüfung Gesonderte Aussage im Bestätigungsvermerk Abs. 5 Festlegung von Prüfungsschwerpunkten durch die zuständige Regulierungsbehörde (u.a. BNetzA) Abs. 6 Einreichung des Prüfungsberichts an die zuständige Regulierungsbehörde Ausführungen zu den Netztätigkeiten i.S.d. § 6b Abs. 3 Satz 1 EnWG im Lagebericht Abs. 7

16 16 Ausgewählte Themen: Rechnungslegung ■Handelsbilanzieller Ausweis der Verpflichtung zum Ausgleich von Kostenüberdeckungen gemäß Kommunalabgabengesetz: „Kostenüberdeckungen am Ende eines Kalkulationszeitraumes sind innerhalb der nächsten x Jahre auszugleichen; Kostenunterdeckungen sollen innerhalb dieses Zeitraumes ausge- glichen werden.“ Rückstellung Verbindlichkeit Abzinsung (§ 253 (2) HGB) keine Abzinsung

17 17 Gesamtabschluss: konzerneinheitliche Bewertung ? Stadt X AöR AG Zweck- verband TG 1 TG 2 Eigen- betrieb GmbH HGB/ IFRS HGB/ individuelle Regelungen EigVO/ HGB Kommunale Doppik

18 18 Kommunale Doppik: Vielfalt der Regelungen ? Neues Kommunales Finanz- management (NKF) Kommunale Doppik Neues kommunales Rechnungs- und Steuerungs- system Neues Kommunales Rechnungs- wesen Neues Kommunales Haushalts- und Rechnungs- wesen Neues Kommunales Finanzwesen Dynamische / statische Verweise (auf unterschied- liche Fassungen des HGB) Darstellung des Eigenkapitals: Begriff (EK/ Kapitalposition/ Nettoposition), Bestandteile (z.B. Zurechnung von Sonderposten), veränderbar/ unveränderbar Bilanzierung von Zuwendungen (keine) Passivierung von Pensionsrückstellungen Bewertung von Rückstellungen Kapitalkonsolidierung  Buchwertmethode nicht zulässig/ Neubewertungs- methode nicht zulässig

19 19 Werden die Vorteile der Doppik ggü. der Kameralistik wahrgenommen? ■Schaffung von mehr Transparenz ●Generationengerechtigkeit ●Darstellung des Ressourcenaufkommens und -verbrauchs ■Steuerungsinstrument ●dadurch Anreiz zum ressourcenschonenden Wirtschaften ●wirtschaftliches Handeln insb. wichtig in Zeiten verengter finanzpolitischer Handlungsspielräume ■Oder nur Wahrnehmung als Belastung der Anwender: Erfahrungen? Was kann man tun?

20 20 Ihre Themen?

21 WP/StB Thomas Müller-Marqués Berger, Stuttgart IPSAS und ihre Bedeutung für die Kommunen

22 22 IPSAS und ihre Bedeutung für die Kommunen Agenda ■Was sind IPSAS? ■Wo steht das öffentliche Rechnungswesen Deutschlands im europäischen Vergleich? ■Europäische Entwicklungen der öffentlichen Rechnungslegung (EPSAS) ■Bedeutung der IPSAS für die Kommunen in Deutschland

23 23 Was sind IPSAS? ■„IPSAS basieren auf den privatwirtschaftlichen IFRS“ (Der Neue Kämmerer, September 2013, S. 3) ■„IPSAS werden von einer privaten Organisation, die von den großen WP-Gesellschaften dominiert ist, inhaltlich bestimmt.“ (Der Neue Kämmerer, September 2013, S. 3) ■„Daneben ist es fraglich, ob das IPSAS Board in der Zusammensetzung zahlreicher Wirtschaftsprüfer aus verschiedenen Ländern die Anforderungen an die Rechnungslegung des öffentlichen Sektors passgenau beurteilen kann, …“ (Stellungnahme der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzen- verbände vom im Rahmen der öffentlichen Konsultation von EUROSTAT)

24 24 Die IPSAS ■“Die IPSASs sind so ausgelegt, dass sie für die allgemeine Finanz- berichterstattung aller Einheiten des öffentlichen Sektors gelten. Die Standards gelten nicht für öffentliche Unternehmen (GBEs)” ■Das IPSASB entwickelt primär IPSASs, die für das Konzept der Perio- denabgrenzung (accrual basis, Doppik) gelten und andererseits solche, die für nach dem Zahlungsprinzip (cash basis, Kameralistik) erstellte Rechnungen gelten ■Die IPSASs enthalten Anforderungen an ●Erfassung, ●Bewertung, ●Darstellung und Angaben bezüglich Transaktionen und Ereignisse in allgemeinen Abschlüssen ■IPSASs, welche auf der Doppik basieren, orientieren sich grundsätzlich an den IFRS, werden aber, wo nötig, an den Kontext des öffentlichen Sektors angepasst  Trend zur „Abkopplung“ von den IFRS

25 25 Zusammensetzung des IPSAS-Boards ■15 Mitglieder ●Australien (Vw) ●Kanada (St) ●China (Vw) ●Frankreich (Vw) ●Deutschland (Wp ) ■Darüber hinaus verfügt das IPSAS-Board über 3 sog. Public Members (Kanada (Vw), Italien (Ak), Schweiz (Ak)) ■Vorsitzender des IPSAS-Boards ist Prof. Dr. Andreas Bergmann aus der Schweiz ●J apan (Wp) ●Kenya (Vw) ●Malaysia (Vw) ●Marokko (Vw) ●Pakistan (Vw) ●Neuseeland (Vw) ●Rumänien (Ak) ●Südafrika (St) ●Großbritannien (Vb) ●USA (Vw) ●Vw = öffentliche Verwaltung ●St = Standard Setter ●Ak = Akademiker ●Wp = Wirtschaftsprüfer ●Vb = Verband

26 26 Das IPSAS-Board ■Das IPSASB ist ein Board der “International Federation of Accountants (IFAC)”, um in eigener Befugnis International Public Sector Accounting Standards (IPSASs) zu entwickeln und herauszugeben ■Das IPSASB entwickelt Standards für die Periodenrechnung (accrual accounting, „Doppik“) und das Kassenprinzip (cash basis, „Kameralistik“) ■Funktioniert als unabhängiger “Standard-Setter” unter der Federführung der IFAC ■Ziel des IPSASB ist es, im öffentlichen Interesse zu handeln, indem ●qualitativ hochstehende Rechnungslegungsstandards ●für den öffentlichen Sektor entwickelt und ●die Übereinstimmung von internationalen und nationalen Standards gefördert werden ■Die Mitglieder des IPSASB werden vom IFAC Board ernannt ■Das IPSASB umfasst 18 Mitglieder; zusätzlich wird eine beschränkte Anzahl Beobachter (Observer) berufen

27 27 Wo steht das öffentliche Rechnungswesen Deutschlands im europäischen Vergleich? (1) Quelle: Ernst & Young, Overview and comparison of public accounting and auditing practices in the 27 EU Member States, Prepared for Eurostat, Final Report, 19. Dezember 2012, S. 21 Nationale EbeneRegionale EbeneKommunale Ebene Sozialver- sicherungen Reinform der Doppik Modifizierte Doppik5-44 Mischform Doppik/ Kameralistik 5174 Kameralistik4--1 Nicht anwendbar-23-1 Keine Rückmeldung1124 Gesamt27

28 28 Wo steht das öffentliche Rechnungswesen Deutschlands im europäischen Vergleich? (2) Quelle: Ernst & Young, Overview and comparison of public accounting and auditing practices in the 27 EU Member States, Prepared for Eurostat, Final Report, 19. Dezember 2012, S. 23 Land (Bundesebene)Übereinstimmung mit IPSAS (näherungsweise) Großbritannien95 % Schweden93 % Frankreich88 % Spanien77 % Italien47 % Holland37 % Irland36 % Deutschland34 % Zypern21 %

29 29 Hintergrund zu EPSAS ■Die EU Kommission beauftragte Eurostat bis eine Bewertung vorzunehmen, ob die IPSAS als Ausgangspunkt für eine harmonisierte Rechnungslegung in Europa geeignet sind ■Fragestellung im Vordergrund: Flächendeckende Einführung von IPSAS in der EU realistisch? ■Verschiedene Erhebungen: ●Öffentliche Konsultation hinsichtlich möglicher IPSAS-Adaption in den EU-Staaten ●Untersuchung von Ernst & Young bzgl. Accounting- und Auditing-Praxis in den Mitgliedsstaaten ■Richtlinie 2011/85/EU hat große Bedeutung für öffentliches Haushalts- und Rechnungswesen  neue Definition der Anforderungen an den haushaltspolitischen Rahmen

30 30 Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung (1) ■Keine Unterstützung für eine direkte Einführung der IPSASs ■Kamerale Rechnungslegung wird nicht (mehr) den gegenwärtigen Anforderungen gerecht ■Doppik „ist das einzige allgemein akzeptierte Informationssystem, das ein vollständiges und zuverlässiges Bild der Finanz- und Wirtschaftslage sowie der Leistungskraft des Sektors Staat in einem Land liefert…“ ■Doppik soll jedoch Rechnungslegung nach Kassenprinzip nicht abschaffen oder ersetzen, sondern ergänzen ■Deutliche Vorteile, wenn in der gesamten EU ein einheitliches doppisches System besteht (auf allen Ebenen des Staates)  Erhöhung von Transparenz, Rechenschaft und Vergleichbarkeit  Anerkennung der Notwendigkeit der Doppik in der EU steigt

31 31 Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung (2) ■IPSAS, als einzige international anerkannte Zusammenstellung von Rechnungslegungsgrundsätzen für den öffentlichen Sektor, als Referenzrahmen ■Aber: IPSAS können in ihrer gegenwärtigen Form nicht direkt von den EU- Ländern übernommen werden ■Kritikpunkte an den IPSAS: ●Wahlrechte der IPSAS nur begrenzt hilfreich bei der Harmonisierung ●Zu wenig präzise hinsichtlich Bedürfnissen, Merkmalen und Interessen der öffentlichen Rechnungslegung (z.B. bei Steuern oder Sozialleistungen) ●Einführung der IPSAS ist mit Unsicherheiten behaftet, da IPSAS-Bestimmungen nach Abschluss des Rahmenkonzept-Projekts wohl aktualisiert werden müssen ●„Governance“ des IPSASB ■Aber: Allgemeine Anerkennung, dass IPSAS Ausgangspunkt für eine mögliche harmonisierte Rechnungsführung für den öffentlichen Sektor in der EU darstellt

32 32 Wichtigste Ergebnisse der Untersuchung (3) Eckpunkte der EPSAS Doppisches Rechnungswesen International harmonisierte Rechnungslegung Kompatibilität mit dem ESVG (ESA95) Governance

33 33 Reaktionen aus Deutschland zu dem Bericht der Kommission ■Beschlussempfehlung und Bericht des Haushaltsausschusses des Bundestags zum Bericht der Europäischen Kommission vom : „Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, ●sicherzustellen, dass die etwaige Einführung dieser Standards die Aufstellung, den Inhalt und die Ausführung der Haushaltspläne der Gebietskörperschaften der Mitgliedsstaaten nicht berührt, ●sicherzustellen, dass es zu keiner Schwächung der Kontrollmöglichkeiten des Deutschen Bundestags im Haushaltsvollzug kommt, ●durch aktive Mitgestaltung der EPSAS darauf hinzuwirken, dass bewährte deutsche Rechnungslegungsgrundsätze ausreichend Beachtung finden und die Einführung der bzw. Umstellung auf die neuen Standards mit möglichst geringem Aufwand erfolgen könnte, ●dabei die Belange und Erfahrungen der Länder und Kommunen mit einzubeziehen, ●den Deutschen Bundestag während des gesamten Verhandlungsprozesses fortlaufend, umfassend und frühestmöglich zu beteiligen und ihn insbesondere vor einer Zustimmung der Bundesregierung zu Rechtsakten der Kommission im Zusammenhang mit der Einführung europäischer Rechnungsführungsgrundsätze rechtzeitig zu konsultieren, ●dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages zum 1. Februar 2014 einen ersten Bericht über den Stand der Aktivitäten der Kommission zur Einführung einheitlicher Rechnungsführungsstandards in den Mitgliedsstaaten der EU vorzulegen.“

34 34 IPSAS und ihre Bedeutung für die Kommunen ■Einführung der EPSAS hätte Auswirkungen auf alle Ebenen eines Staates  Städte, Gemeinden, Landkreise etc. müssten ihr Rechnungswesen entsprechend anpassen ■Einführung der EPSAS bietet die Chance, das heterogene öffentliche Rechnungswesen in Deutschland zu harmonisieren ■Reform bezieht sich bislang allein auf die Rechnungslegung und nicht auf das Haushaltswesen ■Kommunen, die aufgrund von Wahlrechten o.Ä. ihr Rechnungswesen noch nicht auf die Doppik umgestellt haben, haben einen deutlich höheren Umstellungsaufwand als Kommunen, die bereits umgestellt haben. ■EUROSTAT denkt über Erleichterungsvorschriften für kleinere öffentliche Einrichtungen nach („EPSAS light“) ■Vergleichende Analysen zeigen, dass sich die IPSAS für eine Übernahme in die kommunalen haushaltsrechtlichen Vorschriften grundsätzlich eignen

35 35 Erfahrungen des Pilotprojekts der Gemeinde Hiddenhausen (1) ■Projektgegenstand: Umrechnung des ersten Gesamtab- schlusses der Gemeinde Hiddenhausen zum entsprechend den Bestimmungen der IPSAS ■Wesentliche materielle Unterschiede: ●Bilanzsumme ist um 0,4 % gesunken ●Eigenkapital hat sich um 37 % erhöht ●Jahresfehlbetrag ist um 19 % gestiegen ■Wesentliche inhaltliche Unterschiede (1) ●Klassifizierung sämtlicher Aktiva als auch Passiva nach ihrer Fristigkeit in kurz- und langfristig ●Anwendung spezifischer Standards für den öffentlichen Sektor (z.B. IPSAS 23, IPSAS 32)

36 36 Erfahrungen des Pilotprojekts der Gemeinde Hiddenhausen (2) AktivaPassiva ●Geringere Wertansätze für Straßen und Schulen aufgrund Erfassung außerplan- mäßiger Abschreibungen ●Umgruppierungen (z.B. von beispiels- weise als Finanzinvestition gehaltene Immobilien) ●Bilanzierung von Anteilen an Zweck- verbänden als Joint Venture ●Zeitwertbilanzierung von Wertpapieren ●Bewertungsrücklagen im Eigenkapital ●Reduktion der Sonderposten aufgrund Bilanzierung der Investitionszuschüsse gem. IPSAS 23 ●Neubewertung der Pensionsrück- stellungen gem. IPSAS 25 ●Auflösung sonstiger Rückstellungen, die lediglich eine Innverpflichtung darstellen (Instandhaltungsrückstellungen, Archi- vierungs- und Jahresabschlusser- stellungsrückstelllungen) ●Passivierung von sich aus Zinsswaps ergebenden Verpflichtungen (Zeitwert) ●Umgruppierungen (z.B. Urlaubsrück- stellung) ■Wesentliche inhaltliche Unterschiede (2)

37 37 Erfahrungen des Pilotprojekts der Gemeinde Hiddenhausen (3) ■Pilotprojekt zeigt, dass sich die IPSAS prinzipiell für die kommunale Rechnungslegung eignen ■Aufwand für die Umrechnung des NKF-Gesamtab- schlusses gem. den IPSAS-Bestimmungen: ●Identifikation der Umrechnungsarbeiten (einmaliger Aufwand): 30 Personentage ●Eigentliche Umrechnung: 15 Personentage ■Pilotprojekt bestätigt die Vermutung, dass sich der Aufwand für bereits nach doppischen Bestimmungen buchenden Kommunen in Grenzen hält

38 38 Referenzen ■Adam, Berit, Einführung in IPSAS, Grundlagen und Fallstudie, Berlin 2013 ■Biskoping-Kriening, Ludwig, Die IPSAS als internationale Standards (Bearbeitungsstand: 5. März 2013) ■Ernst & Young (2012), Der Weg zur Transparenz, Eine vergleichende Studie über die Herausforderungen der Finanzberichterstattung öffentlicher Verwaltungen und anderer öffentlicher Institutionen weltweit, _Der_Weg_zur_Transparenz_2012/$FILE/Der%20Weg%20zur%20Transparenz.pdfhttp://www.ey.com/Publication/vwLUAssets/Studie_- _Der_Weg_zur_Transparenz_2012/$FILE/Der%20Weg%20zur%20Transparenz.pdf ■Müller-Marqués Berger, Thomas/Heiling, Jens/Braun, Robin (2013), Thesen zur Fortentwicklung des öffentlichen Rechnungswesens in Deutschland, in: Verwaltung 2030: Neues Verwaltungmanagement für die Verwaltung von morgen, hrsg. von Christoph Glock and Michael Broens, B + G Wissenschaftsverlag GbR, Würzburg, Seiten ■Müller-Marqués Berger, Thomas, IPSAS Explained, A Summary of International Public Sector Accounting Standards, 2. Aufl., Wiley, Chichester 2012 ■Müller-Marqués Berger, Thomas/Krebs, Uwe (Hrsg.), Der kommunale Gesamtabschluss: Zielsetzung, Grundlagen und Erstellung, Schaeffer-Poeschel, Stuttgart 2010 ■Müller-Marqués Berger, Thomas, Internationale Rechnungslegungsstandards für den öffentlichen Sektor (IPSAS), Grundlagen und Einzeldarstellungen, Schäffer-Poeschel Verlag, Stuttgart 2008

39 39 Back-Up Folien

40 40 Geplante weitere Vorgehensweise bzgl. EPSAS Vorbereitende Phase (beginnend in 2013): Konferenz; Entwicklung eines detaillierteren Vorschlags; Sammlung weiterer Informationen; weitere Konsultation zur Governance => Commission Communication seitens der Europäischen Kommission hinsichtl. EPSAS bis Mitte 2014 Phase für die praktische Vorbereitungen: z.B. Finanzierung, Governance, detaillierte Studie zu Kosten/Nutzen sowie zu den praktischen Einführungsproblemen der Doppik/IPSAS, “Roadmap” => Framework Regulation durch die Europäische Kommission in 2015 Einführungsphase: graduelle Einführung und zeitliche Erleichterungen, wo die derzeitigen Bestimmungen stark von EPSAS abweichen; mittelfristig ist die Einführung in allen Mitgliedsstaaten geplant; “IPSAS light”

41 41 Klassifizierung der IPSAS Standards, welche mit keinen oder nur geringfügigen Anpassungen eingeführt werden können Standards, welche angepasst werden müssen, oder für welche ein selektiver Ansatz notwendig ist Standards, welche grundlegend angepasst bzw. ergänzt werden müssen ► IPSAS 1 ► IPSAS 2 ► IPSAS 3 ► IPSAS 4 ► IPSAS 5 ► IPSAS 9 ► IPSAS 10 ► IPSAS 11 ► IPSAS 12 ► IPSAS 14 ► IPSAS 16 ► IPSAS 19 ► IPSAS 27 ► IPSAS 32 ► IPSAS 7 ► IPSAS 8 ► IPSAS 13 ► IPSAS 17 ► IPSAS 18 ► IPSAS 20 ► IPSAS 21 ► IPSAS 22 ► IPSAS 23 ► IPSAS 24 ► IPSAS 25 ► IPSAS 26 ► IPSAS 31 ► IPSAS 6 ► IPSAS 28 ► IPSAS 29 ► IPSAS 30 Übernahme versus Anpassung der IPSAS


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