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Die neue Familie – Vielfalt der Familienformen Friedrich- Schiller- Universität Jena Institut für Erziehungswissenschaft Seminar: Scheidung aus pädagogischer.

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Präsentation zum Thema: "Die neue Familie – Vielfalt der Familienformen Friedrich- Schiller- Universität Jena Institut für Erziehungswissenschaft Seminar: Scheidung aus pädagogischer."—  Präsentation transkript:

1 Die neue Familie – Vielfalt der Familienformen Friedrich- Schiller- Universität Jena Institut für Erziehungswissenschaft Seminar: Scheidung aus pädagogischer Sicht Dozentin: Kristin Georgy, M.A. Sommersemester 2009 Referentin: Angelika Raupach

2 GLIEDERUNG 1. Definition Familie 2. Familie als System sozialisatorischer Interaktionen 3. Konstitutive Merkmale 4. Ein- Eltern- Familien 5. Stieffamilien 6. Sonderformen 7. Entwicklungsaufgaben von Scheidungsfamilien 8. Diskussion

3 1. Definition Familie „Familie bezeichnet in der Soziologie (wie im Alltag) unterschiedliche Aspekte und Konstellationen einer sozialen Lebensform, die mind. Kinder und Eltern (bzw. ein Elternteil) umfaßt [sic!] (also auf Verwandtschaft beruht) und eine dauerhafte und im Inneren durch Solidarität und persönliche Verbundenheit (nicht durch Vertrag, nicht dominant durch rollenhafte Beziehungen) charakterisierten Zusammenhang aufweist[…].“ (Fuchs-Heinritz; Lautmann; Rammstedt; Wienhold (Hrsg.) 1995, S. 197)

4 2. Familie als System sozialisatorischer Interaktionen Parson´s 4- Felder- Matrix Generationenachse Mutter Vater Tochter Sohn Geschlechterachse

5 2. Familie als System sozialisatorischer Interaktionen 2 Ausgangsmöglichkeiten zur Betrachtung: 1. Karl Lenz: Ausgangspunkt liegt auf der Mutter- Kind- Dyade 2. Hildenbrand; Oevermann: Triade

6 2. Familie als System sozialisatorischer Interaktionen Ulrich Oevermann Kernfamilie setzt sich aus zwei verschiedenen Strukturtypen zusammen 1. Gattenbeziehung / Paarbeziehung 2. Eltern- Kind- Beziehung Mutter- Kind – BeziehungVater- Kind- Beziehung = Prototypen von diffusen Sozialbeziehungen, von denen sich alle anderen Typen ableiten lassen (Geschwister- beziehung, Freundschaft ect.)

7 3. Konstitutive Merkmale der Familie - Nicht- Substituierbarkeit der Personen - Solidarität des gemeinsamen Lebensweges (ursprüngliche zeitliche Unbegrenztheit der Personen) - affektive Solidarität (auf Dauer gestellte emotionale Bindung) - unbedingte Solidarität (grenzen- & kriterienloses Vertrauen = Basis der Paarbeziehung) - erotische Solidarität  weisen einen „Al- ob- Status“ auf  Verstoße gegen diese Merkmale ist nicht ausgeschlossen, aber begründungspflichtig

8 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Familienform, in der nur ein Elternteil für ein oder mehrere Kinder Sorgeberechtigter ist und mit diesen in einem Haushalt lebt. Differenzierung nach  Formen: Mutter- Kind & Vater – Kind  Gründe: ledig, verwitwet, geschieden, verheiratet getrenntlebend Ablösung der Begriffe „unvollständige Familie“ & „broken home“

9 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Die Alleinerziehendensituation als Folge einer Scheidung  2005 lebten ca. 18% aller Jugendlichen bei Alleinerziehenden  allein erziehende Mütter (2005) = 15,8%  allein erziehende Väter (2005) = 2,5%.  Anstieg von 1996 bis 2005 um auf ca Kinder  2006 lebten ca. 23% aller Kinder mit nur einem Elternteil zusammen

10 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Häufigste Ursachen für Alleinerziehende  Trennung / Scheidung = 63% West & 58% Ost  lediger Elternschaft = 18% West & 28% Ost  Tod des Partners = 19% West & 14% Ost gemeinsames Sorgerecht vs. alleiniges Sorgerecht Kind hat bei dem Elternteil seinen Lebensmittelpunkt, bei dem es die meiste Zeit verbringt

11 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Umgangskontakte: Sicherung der Kontakte Kind – Elternteil Wechselmodell: Kind lebt zu zeitlich gleichen Teilen bei beiden Eltern  keine Ein- Elternfamilie vorhanden

12 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Besondere Lebensverhältnisse  Ausbreitung der Lebensform  weniger Dikriminierung &Vorurteile  im Vergleich: % der Bevölkerung Vorurteile  Aufgabenanstieg nach Scheidung  Einbindung i. d. soziale Netzwerk von besonderer Bedeutung  erhöhte Koordinierungsleistung  Sicherung des Lebensunterhalts durch eine Person  Existenzängste & Einkommensarmut  intrapersonelle Problemlösung  Ambiguitätstoleranz  Einkommenseinbußen (zum größten Teil Mütter, Sozialhilfe)  nicht geleistete Unterhaltszahlungen & Unterhaltszahlungen, die den gesetzlichen Normen nicht entsprechen  durchschnittlich mehr Kosten für Miete & Dienstleistungen

13 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende  - soziale Isolation: jeder 2. nach eigenen Angaben  alleinige Verantwortlichkeit für alltägliche Dinge: ambivalente Sichtweise 1. Chance 2. Zwang zur Förderung der Selbstständigkeit Überforderung  Aufgabenüberlastung: Beruf vs. Familie  teilweise Aufgabenübertragung derer die Kinder nicht gewachsen sind  klinische Studien: Verwischung der Generationengrenze  Extremfall: Jugendliche übernehmen elterliche Rolle  emotionale Überbelastung

14 4. Ein- Elternfamilie / Alleinerziehende Bis 60er Jahre Dysfunktionalität der Familie  Beeinträchtigung hinsichtlich der Geschlechterrollenentwicklung  Zunehmende Ichzentriertheit  Geringes moralisches Urteilsvermögen  Vermindertes Selbstwertgefühl  Abweichendes Verhalten: höhere Raten der Delinquenz, Alkoholismus, Suizid, illegalem Drogenkonsum neue Forschungen lässt Annahme der Dysfunktionalität fallen

15 5. Stieffamilien im traditionellen Sprachgebrauch eine Familie, bei der mindestens ein Elternteil ein Kind aus einer früheren Beziehung in die neue Familie mit eingebracht hat Unterform: Patchwork- Familie dritt häufigste Familienform biologisch- soziale Doppelnatur der Herkunftsfamilie löst sich auf  es kommen weitere Personen hinzu, die die soziale Elternschaft erfüllen

16 5. Stieffamilien Arten primäre Stieffamilie sekundäre Stieffamilie Familie, in deren Haushalt das lebt Kind lebt nur zeitweise in Kind überwiegend diesem Haushalt

17 5. Stieffamilien Typologie nach Krähenbühl (1986)  Stiefmutterfamilie : Der leibliche Vater heiratet nach dem Tode der Ehepartnerin oder nach der Scheidung eine Frau, die selbst keine eigenen Kinder in den Haushalt mitbringt.  Stiefvaterfamilie: Die leibliche Mutter heiratet einen Partner, der keine eigenen Kinder in den Haushalt mitbringt  Legitimierte Stieffamilie: Die Mutter eines nichtehelichen Kindes heiratet einen anderen Mann als den Vater des Kindes.  Zusammengesetze / komplexe Stieffamilien: Beide Partner haben Kinder aus einer früheren Ehr in die derzeitige Haushaltsgemeinschaft mitgebracht  Stieffamilien mit gemeinsamen Kindern

18 5. Stieffamilien Unterschied zu der Erstfamilie  widerspricht den Definitionskriterien von "Familie" (Wohnen unter einem Dach, Blutsverwandtschaft, gemeins. Namen)  außerhalb der Familie lebendes Elternteil (leben z.T. mit den Kindern zusammen)  Stiefelternteil mit dem Kind biologisch nicht verwandt  Mitglieder der Stieffamilien orientieren sich an den Kriterien & versuchen eine Erstfamilie zu imitieren  wichtige Aufgabe: Erkennen & Akzeptieren, dass diese Form von Familie eine eigenständige Lebensform ist

19 5. Stieffamilien Strukturprobleme - Englische Längsschnittstudie (Ferri): Stieffamilien meist aus den unteren sozio- ökonomischen Schichten - Einkommenssituation: ca. 1/3 aller Kinder sozialer Ab- & Aufstieg - Anwesenheit von Stiefkindern höht das Risiko einer 2. Scheidung - Strukturelle Komplexität der Beziehungsstrukturen - Strukturbedingte Anpassungsprobleme  erhöhtes Konfliktpotential

20 5. Stieffamilien Bedeutsamste Probleme 1. fehlende gemeinsame Geschichte 2. unklare Rollendefinition 3. Überschreitung der Generationengrenze im Vorfeld 4. Loyalitätskonflikte & Verlustängste 5. Wo verläuft die Außengrenze der Familie? 6. Verarbeitung der „Andersartigkeit“

21 6. Sonderformen Adoptivfamilien - durch Adoption erlangt das Kind die rechtliche Gleichstellung eines ehelichen Kindes - Eltern erhalten alle elterlichen Rechte & Pflichten : adoptierte Kinder - in 54% aller Fälle handelt es sich um eine Adoption durch ein Stiefelternteil

22 6. Sonderformen Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften - „Homo- Ehe“ bzw. schwule oder lesbische Elternschaft : Inkraftreten des „Eingetragenen Lebenspartnerschaft“ - Mikrozensus 2004: Paare - 54% männlich ; 46% weiblich - bei 13% aller Paare wachsen Kinder (11.500) auf

23 7. Entwicklungsaufgaben v. Scheidungsfamilien (vgl. Noack et al.) Defizitansatz  Fehlen eines Elternteils birgt per se Probleme in sich Amato (1993): Kausalität zwischen fehlender Unterstützung & Anpassungsprobleme bei Kindern ist zu schwach Heute: differenzierter Blick hinsichtlich der der Lebensbedingungen & familialen Prozesse, die Bewältigung fördern oder auch hemmen Bevorzugung von Krisenmodellen

24 7. Entwicklungsaufgaben v. Scheidungsfamilien (vgl. Noack et al.) Phasenmodell nach McGoldrick & Carter (1982) 1. Anfang  Erkenntnis, dass Eheprobleme nicht mehr gelöst werden können & Beziehung nicht aufrecht erhalten werden kann  Entscheidung für Ehescheidung (Wichtig, dass der eigene Beitrag zum Scheitern der Ehe erkannt wird) 2. Planung der Familienauflösung  Kooperation der Partner um Sorgerecht, Besuchszeiten, Finanzen; Bekanntgabe der Scheidung gegenüber der erweiterten Familie 3. Trennung  Neudefinierung der innerfamiliärer Beziehungen 4. Scheidung  emotionale Aufarbeitung von Trauer, Wut, Schuld 5. Nachscheidungsfamilie  Aufgabe für sorgeberechtigten Elternteil: Bereitschaft zur Kooperation mit ehemaligen Partner, Unterstützung des Kontaktes zwischen nichtsorgeberechtigten Elternteil & Kindern  Grundlage: Beilegung der Konflikte zwischen den Eltern, Anforderungen der Anpassung der beruflichen & finanziellen Organisation

25 8. Diskussion

26 9. Bibliographie Allert, Tilman (1998): Die Familie - Fallstudien zur Unverwüstlichkeit einer Lebensform. Berlin: de Gruyter Bauer, P.; Brunner, E. J. (Hrsg.) (2006): Elternpädagogik. Von der Elternarbeit zur Erziehungspartnerschaft. Freiburg im Breisgau: Lambertus Verlag Fuchs-Heinritz, Werner; Lautmann, Rüdiger; Rammstedt, Otthein; Wienhold, Hans (Hrsg.) ( ): Lexikon zur Soziologie. Opladen: Westdeutscher Verlag Hildenbrand, Bruno: Die Familie als Ort sozialisatorischer Interaktion - Plädoyer für einen offenen Familienbegriff. In: Erwägen, Wissen, Ethik Jg. 14, Heft 3, 2003 Hofer, M.; Wild, E.; Noack, P. ( ): Lehrbuch der Familienbeziehungen. Eltern und Kinder in der Entwicklung. Göttingen u.a.: Hogrefe Krähenbühl, V. u.a., ( ): Stieffamilien. Struktur-Entwicklung-Therapie. Freiburg im Breisgau Largo, R./Czernin, M. ( ): Glückliche Scheidungskinder. Trennungen und wie Kinder damit fertig werden. München Oevermann, Ulrich (2001): Die Soziologie der Generationenbeziehungen und der historischen Generationen aus strukturalistischer Sicht und ihre Bedeutung für die Schulpädagogik. In: Kramer/Helsper/Busse (Hrsg.): Pädagogische Generationenbeziehungen. Opladen: Leske & Budrich Peuckert, Rüdiger ( ): Zur aktuellen Lage der Familie. In: Ecarius, Jutta: Handbuch Familie. Auflage 1. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2007 Peuckert, Rüdiger ( ): Familienformen im sozialen Wandel. Auflage 6. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, 2005 Schneider, N. F./Matthias-Bleck, H. (Hrsg.) (2002): Elternschaft heute. Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Individuelle Gestaltungsaufgaben. Opladen Walper, S./Schwarz, B. (Hrsg.), (1999): Was wird aus den Kindern. Chancen und Risiken für die Entwicklung von Kindern aus Trennungs- und Stieffamilien. Weinheim/München Internetquellen


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