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ADS/ADHS in diagnostischen Kriterienkatalogen (ICD-10, DSM-IV)

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Präsentation zum Thema: "ADS/ADHS in diagnostischen Kriterienkatalogen (ICD-10, DSM-IV)"—  Präsentation transkript:

1 ADS/ADHS in diagnostischen Kriterienkatalogen (ICD-10, DSM-IV)
Friedrich-Schiller-Universität Jena Seminar: Wissenschaftliche Diskurse zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Seminarleitung: Ulf Sauerbrey im WS 2010/ 2011 Anne Pohling und Nadine Schwingel Datum: ADS/ADHS in diagnostischen Kriterienkatalogen (ICD-10, DSM-IV)

2 Gliederung 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der
Klassifikationssysteme 2. Diagnostik 1. Allgemeiner Eindruck 2. Medizinische Untersuchung 3. Feststellung der psychopathologischen Diagnose 1. ICD-10 2. DSM-IV 3. Spezifische Verfahren für die Diagnose Strukturierte Interviews Intelligenzdiagnostik Fragebögen Analyse des Problemverhaltens Selbstbeobachtungsmethoden Verhaltensbeobachtungen Familiendiagnostik 3. Probleme 4. Quellen

3 Begriffserklärungen- Diagnose
historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen - Übersicht über Fülle der Beschwerden, Symptome, Vorerkrankungen, Befunde und psychosozialen Rahmenbedingungen eines Patienten - Begriff „Diagnose“ (griech.): „Durchforschung“ im Sinne von Unterscheidung oder Entscheidung („dia“ =durch und „gnósi“ = die Erkenntnis, das Urteil) - Methoden der Diagnosefindung = Diagnostik.

4 1. historischer Abriss der Klassifikationssysteme
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen in Geschichte der Medizin, immer schon Bedarf an Klassifikation psychischer Störungen gab schon viele verschiede, ABER viele beschrieben nur eins z.B. Phänomenologie, Verlaufsform oder diagnostische Kriterien 1917 Auftrag von APA(American Medical Association) und National Commission on Mental Hygiene Erhebung einheitlich stat. Daten in allen Nervenkliniken der USA später Begriffssystem durch U.S. Armee (Veterans Administration) entwickelt um klinische Bilder der ambulant behandelten Militärangehörigen oder Veteranen des II. Weltkriegs besser zu erfassen

5 parallel veröffentlichte ICD (Internationale Klassifikation
von Krankheiten) 6. Ausgabe, die damals zum ersten Mal ein Kapitell für psychische Störung enthielt  stark von Begriffssystem der Veterans Administration beeinflusst  enthielt 10 Kategorien für Psychosen, 9 für Psychoneurosen, 7 für Charakterstörungen, Verhaltensstörungen und Störungen der Intelligenz APA entwickelte Variante der ICD-6, die 1952 als DSM-I (Diagnostic and statistical Manuals: Mental Disorders) erschien  enthielt Glossar mit Beschreibung diagnostischer Kriterien  erste offizielle Handbuch psychischer Störungen mit Schwerpunkt auf klinische Anwendung 1994 entstand DSM-IV durch Fortschritt in emp. Forschung und Diagnose psychischer Störungen  in Deutschland 1996 entstand ICD-10  Arbeitsgruppen von DSM-IV und ICD-10 arbeiteten eng zusammen: wechselseitiger Einfluss 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

6 2. Diagnostik Besondere Herausforderung an Psychologen und Psychiater
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Besondere Herausforderung an Psychologen und Psychiater Großteil der Symptome sind zu bestimmten Entwicklungsphasen bei nahezu allen Kindern zu beobachten und somit normal Beurteilung, inwieweit Symptome altersgemäß oder übermäßig sind Problemverhalten tritt häufig nicht generell, sondern nur in bestimmten Situationen auf Unterschiedliche Beurteilung des Verhaltens durch Eltern, Kinder, Lehrer …  unterschiedliches Empfinden, was als „unnormal“ bezeichnet wird

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8 2.1. Allgemeiner Eindruck Erstes Gespräch mit Eltern & Kind
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Erstes Gespräch mit Eltern & Kind Mitbringen von Impfausweis, Vorsorgeheften, Zeugnissen, Schulheften… Überblick über Behandlungsanlass Aufbau einer therapeutischen Beziehung Schuldzuweisungen abfangen, Ängste nehmen, Aussicht auf Veränderung vermitteln Aufklärung über weiteres diagnostisches Vorgehen Mitgabe des Diagnostischen Elternfragebogens (DEF)

9 DEF Erfassung von sieben Themenbereichen:
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Erfassung von sieben Themenbereichen: Familienverhältnisse Körperliche & geistige Entwicklung des Kindes Erziehung Interessen & Fähigkeiten des Kindes Beziehungen des Kindes zu anderen Personen Schule Entwicklung des Problemverhaltens Beitrag zum Verständnis der Entstehungs- sowie aufrechterhaltenden Bedingungen der jeweiligen Störung

10 Strengths and difficulties Questionnaire (SDQ)
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Fragebogen aus 25 Items liegt als Fremd- und Selbstbeurteilungsbogen (11-16 Jährige) vor Items erfassen Informationen aus folgenden fünf Bereichen: Emotionale Probleme Verhaltensprobleme Hyperaktivität Verhaltensprobleme mit Gleichaltrigen Prosoziales Verhalten www.sdqinfo.org

11 2.2. Medizinische Untersuchung
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Ausschluss bzw. Beachtung organischer Faktoren für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Beschwerden des Kindes Blutuntersuchung Mineralstoffspiegel Vitaminversorgung Schilddrüsenfunktion

12 2.3. Feststellen der psychopathologischen Diagnose
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen 1. Klassifikation nach ICD-10 2. Klassifikation nach DSM-IV

13 2.3.1. ICD 10 = International Statistical Classification of
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen = International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems wichtigste, weltweit anerkannte Diagnoseklassifikations- und Verschlüsselungssystem der Medizin wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben aktuelle, international gültige Ausgabe ist ICD-10, Version 2006

14 Übersicht über die Kapitel
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

15 Kapitel V - Psychische und Verhaltensstörungen
F00-F09 Organische, einschließlich symptomatischer psychischer Störungen F10-F19 Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen F20-F29 Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen F30-F39 Affektive Störungen F40-F48 Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen F50-F59 Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen und Faktoren F60-F69 Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen F70-F79 Intelligenzminderung F80-F89 Entwicklungsstörungen F90-F98 Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend F99-F99 Nicht näher bezeichnete psychisch Störungen 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

16 Hyperkinetische Störungen im ICD-10
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Störung von Aktivität und Aufmerksamkeit (F90.0) Hyperkinetische Störung mit Störung des Sozialverhaltens (F90.1) Andere hyperkinetische Störungen (F90.8 oder F.90.9) Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (F.98.8)

17 Diagnostische Kriterien
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Gemäß den Forschungskriterien müssen im Einzelnen wenigstens sechs der neun Symptome von Unaufmerksamkeit (G1), drei der vier Symptome von Überaktivität (G2), eins der vier Symptome von Impulsivität (G3) vorliegen Zusätzliche Voraussetzung für eine Klassifikation als Störung ist erkennbares Leiden oder eine Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit

18 G1. Unaufmerksamkeit: Es bestehen mindestens sechs Monate lang mindestens sechs der folgenden Symptome von Unaufmerksamkeit in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessenen Ausmaß. Die Kinder sind häufig unaufmerksam gegenüber Details oder machen Sorgfaltsfehler bei den Schularbeiten und sonstigen Arbeiten und Aktivitäten 2. sind häufig nicht in der Lage, die Aufmerksamkeit bei Aufgaben und beim Spielen aufrechtzuerhalten 3. hören häufig scheinbar nicht, was ihnen gesagt wird 4. können oft Erklärungen nicht folgen oder ihre Schularbeiten, Aufgaben oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht erfüllen (nicht wegen oppositionellen Verhaltens oder weil die Erklärungen nicht verstanden werden) 5. sind häufig beeinträchtigt, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren 6. vermeiden häufig ungeliebte Arbeiten, wie Hausaufgaben, die geistiges Durchhaltevermögen erfordern 7. verlieren häufig Gegenstände, die für bestimmte Aufgaben wichtig sind, z. B. für Schularbeiten, Bleistifte, Bücher, Spielsachen und Werkzeuge 8. werden häufig von externen Stimuli abgelenkt 9. sind im Verlauf der alltäglichen Aktivitäten oft vergesslich. 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

19 G2. Überaktivität: Es bestehen mindestens sechs Monate lang mindestens sechs der Folgenden Symptome von Überaktivität in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und Unangemessenen Ausmaß. Die Kinder 1. fuchteln häufig mit Händen und Füßen oder winden sich auf den Sitzen 2. verlassen ihren Platz im Klassenraum oder in anderen Situationen, in denen Sitzenbleiben erwartet wird 3. laufen häufig herum oder klettern exzessiv in Situationen, in denen dies unpassend ist (bei Jugendlichen und Erwachsenen entspricht dem nur ein Unruhegefühl) 4. sind häufig unnötig laut beim Spielen oder haben Schwierigkeiten bei leisen Freizeitbeschäftigungen 5. zeigen ein anhaltendes Muster exzessiver motorischer Aktivitäten, die durch den sozialen Kontext oder Verbote nicht durchgreifend beeinflussbar sind. 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

20 G3. Impulsivität: Es bestehen mindestens sechs Monate lang mindestens eins der folgenden Symptome von Impulsivität in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und Unangemessenen Ausmaß. Die Kinder 1. platzen häufig mit der Antwort heraus, bevor die Frage beendet ist 2. können häufig nicht in einer Reihe warten oder warten, bis sie bei Spielen oder in Gruppe- situationen an die Reihe kommen 3. unterbrechen und stören andere häufig (z. B. mischen sie sich ins Gespräch oder Spiel anderer ein) 4. reden häufig exzessiv ohne angemessen auf soziale Beschränkungen zu reagieren. 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

21 G4. Beginn der Störung vor dem siebten Lebensjahr
G5. Symptomausprägung: Die Kriterien sollen in mehr als einer Situation erfüllt sein, z. B. sollte die Kombination von Unaufmerksamkeit und Überaktivität sowohl zu Hause als auch in der Schule bestehen oder in der Schule und an einem anderen Ort, wo die Kinder beobachtet werden können, z. B. in der Klinik Der Nachweis situationsübergreifender Symptome erfordert normalerweise Informationen aus mehr als einer Quelle Elternberichte über das Verhalten im Klassenraum sind meist unzureichend 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

22 G6: Die Symptome von G1 bis G3 verursachen deutliches Leiden oder Beeinträchtigung der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit G7: Daneben darf es sich nicht um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung (F84), affektive Störung (F30-F39), depressive Episode (F32), Schizophrenie (F20) oder Angststörung (F41, F93) handeln. 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

23 DSM-IV 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen = Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders nationales Klassifikationssystem der USA Unterscheidet sich nur geringfügig von ICD-10 Aber detaillierter, spezieller, hat weitere Unterteilung in Subtypen DSM-IV berücksichtigt im Gegensatz zur ICD-10 geschlechtsspezifische Unterschiede. Ersatz und/oder Ergänzung für die jeweiligen Passagen im ICD-10

24 Vergleich 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss
der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

25 Unterteilung des DSM-IV
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

26 Diagnose nach DSM-IV 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Für eine Diagnose nach den Kriterien des DSM IV, muss entweder Punkt (1) oder (2) zutreffen: (1) Symptome der Unaufmerksamkeit Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome von Unaufmerksamkeit sind während der letzten sechs Monate in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und unangemessen Ausmaß vorhanden gewesen: Unaufmerksamkeit beachtet häufig Einzelheiten nicht oder macht Flüchtigkeitsfehler bei den Schularbeiten, bei der Arbeit oder bei anderen Tätigkeiten hat oft Schwierigkeiten, längere Zeit die Aufmerksamkeit bei Aufgaben oder beim Spielen aufrechtzuerhalten Scheint häufig nicht zuzuhören, wenn andere ihn/sie ansprechen führt häufig Anweisungen anderer nicht vollständig durch und kann Schularbeiten, andere Arbeiten oder Pflichten am Arbeitsplatz nicht zu Ende bringen (nicht aufgrund oppositionellen Verhaltens oder Verständigungsschwierigkeiten) hat häufig Schwierigkeiten, Aufgaben und Aktivitäten zu organisieren vermeidet häufig oder hat eine Abneigung gegen oder beschäftigt sich häufig nur widerwillig mit Aufgaben, die länger dauernde geistige Anstrengungen erfordern (wie Mitarbeit im Unterricht oder Hausaufgaben) verliert häufig Gegenstände, die für Aufgaben oder Aktivitäten benötigt werden (z. B. Spielsachen, Hausaufgabenhefte, Stifte, Bücher oder Werkzeug) lässt sich oft durch äußere Reize leicht ablenken ist bei Alltagstätigkeiten häufig vergesslich.

27 (2) Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen (2) Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität sind während der letzten sechs Monate beständig in einem mit dem Entwicklungsstand des Kindes nicht zu vereinbarenden und Unangemessenen Ausmaß vorhanden gewesen: Hyperaktivität zappelt häufig mit Händen oder Füßen oder rutscht auf dem Stuhl herum steht in der Klasse oder in Situationen, in denen Sitzen bleiben erwartet wird, häufig auf läuft herum oder klettert exzessiv in Situationen, in denen es unpassend ist (bei Jugendlichen oder Erwachsenen kann das auf ein subjektives Unruhegefühl beschränkt bleiben) hat häufig Schwierigkeiten, ruhig zu spielen oder sich mit Freizeitaktivitäten ruhig zu beschäftigen ist häufig „auf Achse“ oder handelt oft, als wäre es „getrieben“ redet häufig übermäßig viel. Impulsivität platzt häufig mit Antworten heraus, bevor die Frage zu Ende gestellt ist kann nur schwer warten, bis es an der Reihe ist, unterbricht und stört andere häufig (platzt z. B. in Gespräche oder Spiele anderer hinein)

28 Für eine Diagnose nach den Kriterien des DSM-IV ist
es des Weiteren unerlässlich, dass einige Symptome der Hyperaktivität, Impulsivität oder Unaufmerksamkeit, die die Beeinträchtigung verursachen, bereits vor dem 7. Lebensjahr auftreten Beeinträchtigungen durch diese Symptome zeigen sich in zwei oder mehr Bereichen (z. B. Schule, Arbeitsplatz oder Zuhause) es müssen deutliche Hinweise auf eine klinisch bedeutsame Beeinträchtigung in sozialen, schulischen, oder beruflichen Funktionsbereich vorhanden sind die Symptome treten nicht ausschließlich im Verlauf einer Tiefgreifenden Entwicklungsstörung, Schizophrenie oder anderen psychischen Störung auf und können auch nicht durch eine andere psychische Störung besser erklärt werden (z. B. Affektive Störung, Angststörung, Dissoziative Störung oder eine Persönlichkeitsstörung) 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

29 Unterteilung des ADHS-Erscheinungsbildes in 3 Gruppen durch DSM-IV
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Nach dem DSM-IV unterteilt man ADHS in vier Untertypen: vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typ vorwiegend unaufmerksamer Typ (ADS Aufmerksamkeitsdefizit-Störung) kombinierter Typ ADHS, nicht näher bezeichnet Mischtypus (kombinierter Typ) liegt vor, wenn die Kriterien der Punkte 1(Symptome der Unaufmerksamkeit) und 2 (Symptome der Hyperaktivität und Impulsivität) während der letzten 6 Monate erfüllt waren (314.01): vorwiegend unaufmerksamer Typus, wenn das Kriterium 1, nicht aber 2 erfüllt waren (314.00) vorwiegend hyperaktiv-impulsiver Typus, wenn Kriterium 2, nicht aber A1 erfüllt ist (314.01).

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31 2.3.3. Spezifische Verfahren für die Diagnose nach ICD-10 & DSM-IV
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Diagnose-Checklisten Strukturierte Interviews: Höhere Zuverlässigkeit beim Erkennen komorbider Störungsmuster Systematisches Erfassen von Informationen über das Vorliegen bestimmter psychischer Störungsbilder Interviewleitfaden: Diagnostisches Interview bei psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter (Kinder-DIPS)

32 Intelligenzdiagnostik:
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Intelligenzdiagnostik: Abklärung, ob Probleme und Beschwerden des Kindes möglicherweise durch mangelnde kognitive Fähigkeiten bedingt sind Fragebögen Erfassung von Verhaltensauffälligkeiten Eltern und Kinder füllen Fragebögen aus

33 3. Probleme Schon genannt bei Diagnostik:
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Schon genannt bei Diagnostik: Großteil der Symptome sind zu bestimmten Entwicklungsphasen bei nahezu allen Kindern zu beobachten und somit normal  Beurteilung, inwieweit Symptome altersgemäß oder übermäßig sind  Problemverhalten tritt häufig nicht generell, sondern nur in bestimmten Situationen auf Unterschiedliche Beurteilung des Verhaltens durch Eltern, Kinder, Lehrer …  unterschiedliches Empfinden, was als „unnormal“ bezeichnet wird

34 Möglichkeit von Differentialdiagnose
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen Möglichkeit von Differentialdiagnose  alle anderen Erklärungsmöglichkeiten von Aufmerksamkeitsproblemen, von Hyperaktivität und Impulsivität müssen systematisch ausschließen werden

35 Dazu gehören, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und in
unsystematischer Reihenfolge: Schlafstörungen, Störung des Sozialverhaltens, Depressionen, Raumverarbeitungsstörungen, familiäre Spannungen, schulische Überforderung, Merkfähigkeitsstörungen, Tic-Störungen oder Tourette-Syndrom, Wahrnehmungsstörungen, Lese und Rechtschreibstörung, Hochbegabung, Perfektionismus, Lernbehinderung, juvenile Schizophrenie, Eisen-, Magnesium- und andere Mangelzustände, Epilepsie, Angststörungen, Dyskalkulie, übermäßiger Konsum von Bildschirmmedien, Hypersensibilität, nonverbale Lernstörungen, Hirnerschütterungen und andere Hirnverletzungen, posttraumatische Belastungsstörung, Vergiftungen, Stoffwechselstörungen (Schilddrüse), oppositionelle Verhaltensstörungen, Online- und PC-Game-Sucht, Mobbing, Cannabis-, Lösungsmittel- und Alkoholkonsum, zu hohe Erwartungen der Eltern, emotionale Vernachlässigung, neurologische oder genetische Syndrome, (sexuelle) Gewalterfahrungen sowie Störungen aus dem autistischen Spektrum 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

36 weiter Störungen können auch gemeinsam mit ADHS auftreten
= komorbide Störungen, welche bei Vorliegen einer ADHS-Hauptdiagnose in rund 80% diagnostiziert werden 1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen

37 Kritikpunkte des DSM-IV
1. Begriffserklärungen & historischer Abriss der Klassifikations- systeme 2. Diagnostik 2.1 Allgemeiner Eindruck 2.2 Medizinische Untersuchung 2.3. Feststellung der psychopatho- logischen Diagnose 2.3.1 ICD-10 2.3.2 DSM-IV 2.3.3 Spezifische Verfahren für Diagnose 3. Probleme 4. Quellen DSM-IV ist tonangebende auf internationalen wissenschaftlichen Kommunikation  starke Tendenz zur Übernahme der terminologischen und konzeptionellen Grundlagen pos: einheitliche Kommunikation, keine Verwechlung neg: a) Verlust in Kenntnis und Beherrschung wertvoller psychiatrischer Traditionen in unters. Ländern b) Einengungen c) „Kriteriendenken“ d) viele Symptome wurden wegen geringer Reliabilität aus Kerndefinition herausgenommen

38 Fallbeispiel

39 Quellen: Dilling, Horst; Freyberger, Harald; Cooper, John E
Quellen: Dilling, Horst; Freyberger, Harald; Cooper, John E. (2010): Taschenführer zur ICD-10-Klassifikation psychischer Störungen: mit Glossar und diagnostischen Kriterien ICD-10: DCR-10 und Referenztabellen ICD-10 v.s. DSM-IV-TR / Weltgesundheitsorganisation. Bern: Huber Dilling, Horst; Schule-Markwort, E. (2010): Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F); klinisch-diagnostische Leitlinien/Weltgesundheitsorganisation. Bern: Huber Müssigbrodt, Heidi (2010): Psychische Störungen in der Praxis: Leitfaden zur Diagnostik und Therapie in der Primärversorgung nach dem Kapitel V (F) der ICD 10. Bern: Huber Poustka, Fritz; Goof-Lambo, Gera van (2000): Fallbuch Kinder- und Jugendpsychiatrie: Erfassung und Bewertung belastender Lebensumstände von Kindern nach Kapitel V (F) der ICD 10; ein Lese- und Lernbuch. Bern: Huber Remschmidt, Helmut (2006): Multiaxiales Klassifikationsscheme für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10 der WHO: mit einem synoptischen Vergleich von ICD-10 und DSM-IV. Bern: Huber Röhrle, Bernd; Caspar, Fanz; Schlottke, Peter F. (2008): Lehrbuch der klinisch-psychologischen Diagnostik. Stuttgart: Kohlhammer Saß, H.; Wittchen, H.; Zaudig, M.; Houben, I. (2003): Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen -Textrevision- DSM-IV-TR, Deutsche Bearbeitung und Einführung. Göttingen: Hogrefe, Verlag für Psychologie Zaudig, Michael (2000): DSM-IV und ICD-10 Fallbuch: Fallübungen zur Differentialdiagnose nach DSM-IV und ICD-10. Göttingen: Hogrefe, Verlag für Psychologie  

40 Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit!


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