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Frühneuhochdeutsch 1350-1650. Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): „Zwischen meiner darstellung.

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1 Frühneuhochdeutsch

2 Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): „Zwischen meiner darstellung des mittel- und neuhochdeutschen wird eine lücke empfindlich seyn: mannigfaltige übergänge und abstufungen hätten sich aus den schriften des vierzehnten so wie der drei folgenden jahrhunderte sammeln und erläutern laßen; [...] da sich aber keine blühende poesie gründete, konnten niedersetzungen der sprache, wie sie zur aufstellung eigner perioden nöthig sind, auch nicht erfolgen. Die schriftsteller dieser zwischenzeit vergröbern stufenweise die frühere sprachregel und überlassen sich sorglos den einmischungen landschaftlicher gemeiner mundart.

3 Frühneuhochdeutsch Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): : Übergänge und Abstufungen - Keine blühende Poesie - Schriftsteller: Mundart

4 Historische Ereignisse und Entwicklungen Territorialisierung des Reiches ← 1356 Goldene Bulle Territorialisierung des Reiches ← 1356 Goldene Bulle Reformation ← 1517 Thesen Luthers Reformation ← 1517 Thesen Luthers Bauernkrieg ( ) Bauernkrieg ( ) Dreißigjähriger Krieg ( ) Dreißigjähriger Krieg ( )

5 Frühneuhochdeutsch: sprachkulturelle Veränderungen Aufstieg der Städte Aufstieg der Städte Ostkolonisation (um 1350 abgeschlossen) Ostkolonisation (um 1350 abgeschlossen) Buchdruck Buchdruck Übersetzungen Martin Luthers Übersetzungen Martin Luthers Universitätsgründungen Universitätsgründungen

6 Sprachkulturelle Veränderungen Aufschwung der Städte seit dem 13./14.Jh.: Verstädterung (Stadt als “kulturbestimmender Raum” seit dem 13./14.Jh.: Verstädterung (Stadt als “kulturbestimmender Raum” Bürgertum als Kulturträger Bürgertum als Kulturträger - um 1200: 250 Städte - um 1200: 250 Städte - um 1300: ca Städte - um 1300: ca Städte Jh.: ca Städte (einige mit über Einwohnern) > Ausbau kommunaler Verwaltungen und Kanzleien (dadurch Entstehung zahlreicher neuer, “pragmatischer” Textsorten) Jh.: ca Städte (einige mit über Einwohnern) > Ausbau kommunaler Verwaltungen und Kanzleien (dadurch Entstehung zahlreicher neuer, “pragmatischer” Textsorten). Terminus “Kanzleisprache”, “Geschäftssprache”. Terminus “Kanzleisprache”, “Geschäftssprache”.

7 Sprachkulturelle Veränderungen Ostkolonisation: Besiedlung ehemals slawischer Gebiete im Osten > Herausbildung der ostmitteldeutschen Dialekte (Obersächsisch, Schlesisch) Besiedlung ehemals slawischer Gebiete im Osten > Herausbildung der ostmitteldeutschen Dialekte (Obersächsisch, Schlesisch) Ausgleichsmundarten Ausgleichsmundarten

8 Sprachkulturelle Veränderungen Buchdruck Mitte des 15. Jhs.: Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg Mitte des 15. Jhs.: Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg Erste Drucke: zwei Ablassbriefe (1454) Erste Drucke: zwei Ablassbriefe (1454) Bis 1500 Gründung zahlreicher “Offizinen” (Buchdruckereien), um 1500 etwa 1100 Druckereien in ca. 260 europäischen Städten Bis 1500 Gründung zahlreicher “Offizinen” (Buchdruckereien), um 1500 etwa 1100 Druckereien in ca. 260 europäischen Städten

9 Sprachkulturelle Veränderungen Buchdruck: Einfluss der Drucker auf die sprachliche Gestaltung der Drucke > Einfluss der Drucker auf die sprachliche Gestaltung der Drucke > Entstehung von regionalen und städtischen “Druckersprachen” Entstehung von regionalen und städtischen “Druckersprachen” Möglichkeit der billigen Reproduktion von Büchern und Flugschriften > Möglichkeit der billigen Reproduktion von Büchern und Flugschriften > weite Verbreitung der Texte > sprachlicher Ausgleich > “Verschriftlichung des Lebens” (Förderung der Lese- und Schreibbedürfnisse) weite Verbreitung der Texte > sprachlicher Ausgleich > “Verschriftlichung des Lebens” (Förderung der Lese- und Schreibbedürfnisse)

10 Sprachkulturelle Veränderungen Universitätsgründungen: Seit dem 14. Jh. Gründung zahlreicher Universitäten: 1348 Prag, 1365 Wien, Seit dem 14. Jh. Gründung zahlreicher Universitäten: 1348 Prag, 1365 Wien, 1386 Heidelberg, 1388 Köln, 1392 Erfurt, 1409 Leipzig > Entstehung neuer Kulturzentren (neben den Klöstern und Fürstenhöfen), vom Bürgertum getragen vom Bürgertum getragen erst ab dem 17. Jh. allmählicher Übergang von der lateinischen zur deutschen Wissenschaftssprache erst ab dem 17. Jh. allmählicher Übergang von der lateinischen zur deutschen Wissenschaftssprache

11 Sprachkulturelle Veränderungen Beispielseite aus der Göttinger Gutenbergbibel von zeilig 2-spaltiger Druck Ca Buchstaben pro Seite

12 Sprachkulturelle Veränderungen: wichtige Druckorte Straßburg1458/59 Augsburg1468 Nürnberg1469/70 Ulm1473 Basel1468 Köln1464/65 Lübeck1473 Leipzig1481

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14 Sprachkulturelle Veränderungen Druckjahr Zahl der gedruckten deutschen Bücher Steigerung auf.... Prozent 105,4 = 100 % % % % % % %

15 Sprachkulturelle Veränderungen Reformation Luther als “Katalysator” der Herausbildung einer überregionalen Schriftsprache, durch seine Bibelübersetzungen auf ostmitteldeutscher Basis: Luther als “Katalysator” der Herausbildung einer überregionalen Schriftsprache, durch seine Bibelübersetzungen auf ostmitteldeutscher Basis: : Neues Testament : Gesamtbibel (Nachdrucke 1535, 1536, 1538) : neue, überarbeitete Ausgabe der Bibel : Bibelausgabe letzter Hand

16 Sprachkulturelle Veränderungen Autor Ort Drucker Jahr Nennung von:

17 Sprachkulturelle Veränderungen Deutsche Drucke DeutscheLutherdrucke —

18 Sprachsystematische Veränderungen Got vater unser, dâ du bist in dem Got vater unser, dâ du bist in dem himelrîche gewaltic alles des dir himelrîche gewaltic alles des dir ist, geheiliget sô werde dîn nam, ist, geheiliget sô werde dîn nam, zou müeze uns komen das rîche zou müeze uns komen das rîche dîn. Dîn wille werde dem gelîch dîn. Dîn wille werde dem gelîch Hie ûf der erde als in den himeln, Hie ûf der erde als in den himeln, des gewer unsich, nu gip uns des gewer unsich, nu gip uns unser tegelîch brôt und swes wir unser tegelîch brôt und swes wir dar nâch dürftic sîn. Vergip uns dar nâch dürftic sîn. Vergip uns allen sament unser schulde, alsô allen sament unser schulde, alsô du wilt, daz wir durch dîne hulde du wilt, daz wir durch dîne hulde vergeben, der wir ie genâmen vergeben, der wir ie genâmen dekeinen schaden, swie grôz er dekeinen schaden, swie grôz er sî: vor sünden kor sô mache uns sî: vor sünden kor sô mache uns vrî und loese uns ouch von allem vrî und loese uns ouch von allem übele. âmen. übele. âmen. Reinmar von Zweter (um 1230) Reinmar von Zweter (um 1230) Unser Vater jnn den himel. Dein name werde geheiligt. Dein Reich kome. Dein wille geschehe auff erden wie im himel. Unser teglich brod gib uns heute. Und vergib uns unsere schulde wie wir unsern schuldigern vergeben. Und füre uns nicht jnn versuchung sondern erlöse uns von dem ubel. Denn dein ist das Reich und die krafft und die herrlichkeit jnn ewigkeit. Amen. Luther-Bibel (1534)

19 Sprachsystematische Veränderungen 1. Frühneuhochdeutsche Diphthongierung mîn niuwez hûs > mein neues Haus - Beginn im 12. Jh. (also in mhd. Zeit) im Südbairischen - im Ostmitteldeutsche erst im 14./15. Jh. greifbar - bei Luther (Anfang 16. Jh.) durchweg Diphthongschreibungen - direkte Belege: Schreibungen für î, für iu, für û

20 Sprachsystematische Veränderungen: Diphthongierung

21 Sprachsystematische Veränderungen 2. Frühneuhochdeutsche Monophthongierung liebe guote brüeder > liebe gute Brüder - Beginn im 12. Jh. (also in mhd. Zeit) im Mitteldeutschen - Beginn im 12. Jh. (also in mhd. Zeit) im Mitteldeutschen - lange Zeit Diphthongschreibungen wie oder neben neuen Monophthongschreibungen - lange Zeit Diphthongschreibungen wie oder neben neuen Monophthongschreibungen - Erhalt der „historischen“ Schreibung im Neuhochdeutschen - Erhalt der „historischen“ Schreibung im Neuhochdeutschen - Im Niederdeutschen bleibt germanischer Vokalismus: leeve gode bröder - Im Niederdeutschen bleibt germanischer Vokalismus: leeve gode bröder

22 Sprachsystematische Veränderungen 3. Dehnung kurzer Vokale Dehnung in offener Tonsilbe: Dehnung in offener Tonsilbe: lëben > lēben, wonen > wōnen, vride > frīde usw. Analogische Dehnung, wenn es flektierte Formen mit Tondehnung gibt: Analogische Dehnung, wenn es flektierte Formen mit Tondehnung gibt: lēbt (wegen lēben), wōnt (wegen wōnen) sōn ‚Sohn‘ (wegen sōnes) usw. Analogischer Ausgleich: Analogischer Ausgleich: sprach, sprâchen > sprāch, sprāchen Dehnung vor r, l, m, n: Dehnung vor r, l, m, n: dem > dēm, wol > wōl, art > ārt

23 Sprachsystematische Veränderungen 4. Rundung und Entrundung von Vokalen Rundung von e, ē, i, ī, ie in bestimmten Kontexten: Rundung von e, ē, i, ī, ie in bestimmten Kontexten: helle > Hölle, swern > schwören, zwelf > zwölf,, vinf > fünf, triegen > betrügen. Weitere Rundungserscheinungen im Alemannischen, Schwäbischen und Ostfränkischen (nur dialektal). Weitere Rundungserscheinungen im Alemannischen, Schwäbischen und Ostfränkischen (nur dialektal). Entrundung von ö, oe, ü, iu in bestimmten Lexemen: Entrundung von ö, oe, ü, iu in bestimmten Lexemen: küssen > Kissen, sprützen > spritzen, nörz > Nerz, stroüfen > streifen, spriuzen > spreizen usw. Nur wenige gerundete Lexeme sind in die dt. Standardsprache eingegangen. Nur wenige gerundete Lexeme sind in die dt. Standardsprache eingegangen.

24 Sprachsystematische Veränderungen Veränderungen in der Lexik Wortschatzerweiterung durch gesellschaftlich- wirtschaftlichen Fortschritts (Herausbildung spezifischer Fachwortschätze): Gesellschaft, Kaufhaus, Bug, Mast, Buchhändler, Setzer, Schacht, Zeche usw. Wortschatzerweiterung durch gesellschaftlich- wirtschaftlichen Fortschritts (Herausbildung spezifischer Fachwortschätze): Gesellschaft, Kaufhaus, Bug, Mast, Buchhändler, Setzer, Schacht, Zeche usw. Entlehnungen aus dem Italienischen (Bankwesen): Bank, Konto, Kredit, Kapital, Kasse, Risiko, brutto, netto usw. Entlehnungen aus dem Italienischen (Bankwesen): Bank, Konto, Kredit, Kapital, Kasse, Risiko, brutto, netto usw. Entlehnungen/Lehnbildungen aus dem Lateinischen: Datum, Kopie, Register, Summe, Autor, Exemplar, Manuskript, Universität, Professor, Text usw. Entlehnungen/Lehnbildungen aus dem Lateinischen: Datum, Kopie, Register, Summe, Autor, Exemplar, Manuskript, Universität, Professor, Text usw. Entlehnungen/Lehnbildungen aus dem Griechischen: Akademie, Bibliothek, Gymnasium, Apotheke, Technik, Pathologie usw. Entlehnungen/Lehnbildungen aus dem Griechischen: Akademie, Bibliothek, Gymnasium, Apotheke, Technik, Pathologie usw.

25 Sprachsystematische Veränderungen Starker Einfluss der Lutherbibel im Bereich der Lexik: bildhafte Neologismen: Feuereifer, friedfertig, Herzenslust, Lästermaul, Machtwort, Morgenland, Sündenbock bildhafte Neologismen: Feuereifer, friedfertig, Herzenslust, Lästermaul, Machtwort, Morgenland, Sündenbock Schlagwörter der Reformation: Evangelium, Glaube, Gnade, Christenmensch Schlagwörter der Reformation: Evangelium, Glaube, Gnade, Christenmensch Verbreitung von Modalwörtern/Abtönungspartikeln: ja, doch, denn, nun, nur, allein, schon Verbreitung von Modalwörtern/Abtönungspartikeln: ja, doch, denn, nun, nur, allein, schon Beitrag zum überregionalen Ausgleich in der Lexik: Lippe/Lefze > Lippe, Peitsche/Geißel > Peitsche, Ziege/Geiß > Ziege, Ufer/Gestad > Ufer Beitrag zum überregionalen Ausgleich in der Lexik: Lippe/Lefze > Lippe, Peitsche/Geißel > Peitsche, Ziege/Geiß > Ziege, Ufer/Gestad > Ufer

26 Sprachsystematische Veränderungen Verbmorphologie – Angleichung der Verben mit Rückumlaut z.B. stellen – stalte > stellen – stellte hœren – hôrte > hören – hörte hœren – hôrte > hören – hörte – Übergang starker Verben in die schwache Flexion z.B. rächen, schneien – Abnahme der Zahl der Präterito-Präsentia z.B. türren, taugen (nhd. sw. Verb) – athematische Verben verlieren ihre ursprüngliche Einsilbigkeit z.B. mhd. gên > nhd. gehen – Ausbreitung periphrastischer Verbalformen: Perfekt, Plusquamperfekt, Futur

27 Sprachsystematische Veränderungen Substantivmorphologie – Rückgang der Kasuskennzeichnung z.B. ahd. gebôm > mhd. geben (dat.pl.) Gesamt: Statt 16 Flexiven im Mhd. (Nominalflexion) existieren im Nhd. nur noch 9 – Ausbau der Numerusopposition Im Mhd. Numerus am Substantiv oft nicht erkennbar: Nom.Sg.–Nom.Pl. wort – wort, bette – bette, hirte – hirte Die Numerusunterscheidung wird im Fnhd. jetzt kenntlich gemacht.

28 Sprachsystematische Veränderungen Ausbau der Nominalgruppe Beispiel: vil stede und lande in Deutschen und Welschen landen deme riche zugehorende Stellungswechsel des adnominalen Genitivs Genitivattribut zunehmend postnominal Beispiel: der sunnen schein > der Schein der Sonne Ausbau des Verbalkomplexes [hat] getaneingliedrig (Ellipse) [hat] getaneingliedrig (Ellipse) soll tunzweigliedrig soll tunzweigliedrig hat tun wollendreigliedrig hat tun wollendreigliedrig hat tun lassen wollenviergliedrig hat tun lassen wollenviergliedrig hätte bleiben lassen können zu tunfünfgliedrig hätte bleiben lassen können zu tunfünfgliedrig

29 Sprachsystematische Veränderungen Kanzleistil: Satzlänge, komplexe syntaktische Strukturen Beispiel: Dieser red will ich dir ein Exempel setzen / von eynem vnerfarnen balbierer oder scherer / wie man sy dañ nennet (dañ diß v ỏ lcklin allein / sich diser zeit der wundartznei vnderwindet) disem kam ein verwundter für / mit einer zimlichen breyten wunden im waden / welche gåntzlich vom lufft / dann sy lange zeyt vnuerbunden bliben / geåndert was / der gůt meister bsan sich nit lang / trachtet der sach auch nit weitter nach / sunder hefftet die wundt als bald / volgten gar bald hernach vnleidliche schmertzen / am drittē tag schlůg ein brand herzů / den sibendē tag aber mocht er nitt überleben. Wa nun diser künstlich meister erstlich die materi gemiltert vnd gel ỏ set hett / vnd hernachmals erst gehefft / wer jhm solcher vnradt vnd schaden nit zůhanden gangen.

30 Sprachsystematische Veränderungen Satzrahmen Wann: koord. oder subord. Denn = koord. Weil = subord. Satzrahmen Verbal- komplex

31 Sprachsystematische Veränderungen Graphematik: Variantenfülle im Vergleich zum Nhd. Graphematik: Variantenfülle im Vergleich zum Nhd. Beispiel: Schreibungen der Dentalaffrikaten [ts] Beispiel: Schreibungen der Dentalaffrikaten [ts] Nhd. in: zart, Celsius, Nation, Hitze, Ratskeller → fünf Schreibvarianten Nhd. in: zart, Celsius, Nation, Hitze, Ratskeller → fünf Schreibvarianten Fnhd. Fnhd. → insgesamt mehr als 30 Varianten

32 Luther und die neuhochdeutsche Schriftsprache Germania tot habet dialectos, ut in triginta miliaribus homines se mutuo non intelligant. Austri et Bavari nullas servant diphthongos, dicunt enim eur, broedt pro euer, brodt. Ita Francones unisona et crassa voce loquuntur, quod Saxones praecipue Antverpiensium linguam non intelligunt.... die Oberlendische sprache ist nicht die rechte Teutzsche sprache, habet enim maximos hiatus et sonitus, sed Saxonica lingua est facillima, fere pressis labiis pronunciatur. Germania tot habet dialectos, ut in triginta miliaribus homines se mutuo non intelligant. Austri et Bavari nullas servant diphthongos, dicunt enim eur, broedt pro euer, brodt. Ita Francones unisona et crassa voce loquuntur, quod Saxones praecipue Antverpiensium linguam non intelligunt.... die Oberlendische sprache ist nicht die rechte Teutzsche sprache, habet enim maximos hiatus et sonitus, sed Saxonica lingua est facillima, fere pressis labiis pronunciatur. Luther, Tischreden Luther, Tischreden

33 Luther und die neuhochdeutsche Schriftsprache

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35 Exkurs: Übersetzen im Frühneuhochdeutschen

36 Niklas v. Wyle (1478), Translatzen Sed inuenies aliquos senes amantes, amatum nullum. Sed inuenies aliquos senes amantes, amatum nullum. „troverai alcuni vecchi che amano, ma nessuno che viene amato.“ „troverai alcuni vecchi che amano, ma nessuno che viene amato.“ du findest aber etlich alt liebhabend mane / aber liebgehapten kainen. du findest aber etlich alt liebhabend mane / aber liebgehapten kainen. du findest aber etlich alt mane die frovwen liebhabent / Aber kainen alten findst du, der von frovwen werd lieb gehept. du findest aber etlich alt mane die frovwen liebhabent / Aber kainen alten findst du, der von frovwen werd lieb gehept.

37 Niklas v. Wyle (1478), Translatzen jch waiß ouch daz mir so wyt vßlouffe hier Inne erloupt gewesen wer nach dem vnd oracius flaccus in siner alten poetrye (als du waist) schribet / daz ain getrüwer tolmetsch vnd transferyerer / nit sorgfeltig sin söll / ain yedes wort gegen aim andern wort zeverglychen, sunder syge gnuog / daz zuo zyten ain gantzer sine gegen aim andern sine verglychet werd. jch waiß ouch daz mir so wyt vßlouffe hier Inne erloupt gewesen wer nach dem vnd oracius flaccus in siner alten poetrye (als du waist) schribet / daz ain getrüwer tolmetsch vnd transferyerer / nit sorgfeltig sin söll / ain yedes wort gegen aim andern wort zeverglychen, sunder syge gnuog / daz zuo zyten ain gantzer sine gegen aim andern sine verglychet werd. So anche che mi sarebbe stato permesso scostarmi secondo quello che scrive Orazio Flacco nella sua poetica (come sai) / che un fedele interprete e traduttore / non deve badare a / paragonare una parola all’altra, ma che basta / paragonare un senso ad un altro. So anche che mi sarebbe stato permesso scostarmi secondo quello che scrive Orazio Flacco nella sua poetica (come sai) / che un fedele interprete e traduttore / non deve badare a / paragonare una parola all’altra, ma che basta / paragonare un senso ad un altro.

38 Heinrich Steinhöwel (1475) Heinrich Steinhöwel, speculum vitae humanae Heinrich Steinhöwel, speculum vitae humanae Darynne ich dem spruch Oracij nachuolget hab. lutend du getrúwer tolmetsch nit wellest allweg eyn wort gegen wort transferieren. sonder gebúrt sich vnd ist gnuo g ausz eynem synne eynen andern synne. doch gelaicher mainung zesetzen. das ich dann in diser meyner translacion auch an etlichen orten getan vnd ettwan etlich wort hab gelassen czuo loffen oder abgebrochen czuo merer verstaentnuzz den lesenden menschen disz buoches. Darynne ich dem spruch Oracij nachuolget hab. lutend du getrúwer tolmetsch nit wellest allweg eyn wort gegen wort transferieren. sonder gebúrt sich vnd ist gnuo g ausz eynem synne eynen andern synne. doch gelaicher mainung zesetzen. das ich dann in diser meyner translacion auch an etlichen orten getan vnd ettwan etlich wort hab gelassen czuo loffen oder abgebrochen czuo merer verstaentnuzz den lesenden menschen disz buoches. Qui ho seguito il detto di Orazio. Che dice „tu fedele interprete non tradurrai parola per parola, ma basta che metti un senso per un senso, che abbia lo stesso contenuto (mainung). Cosa che ho fatto poi in molti punti della mia traduzione... Qui ho seguito il detto di Orazio. Che dice „tu fedele interprete non tradurrai parola per parola, ma basta che metti un senso per un senso, che abbia lo stesso contenuto (mainung). Cosa che ho fatto poi in molti punti della mia traduzione... (…) dises buchlein [.] nit von wort zuo wort, sunder von sin zu sin getütschet. (…) dises buchlein [.] nit von wort zuo wort, sunder von sin zu sin getütschet. Questo libricino (.) non da parola a parola, ma da senso a senso tradotto. Questo libricino (.) non da parola a parola, ma da senso a senso tradotto.

39 Matthias Ringmann (1508) Es erforderet ein iedlich gezüng / und sprach iren eignen lauf und fürgang / wann es etwas formlich syn / und nitt sunder ubel luten soll. Erfinndet sich wol in den büchern die us Kriegischer zungen latyn gemacht seind. Wa man dem Kriegschen zů genaw uff ist gelegen / und solichs zů vil getrwlichen von wort zů wort / mit aller zůgehöre und gantz in gleicher ordnung latyn hat gemachet / lutet nit wol / und ist nit menglich gefellig. Es erforderet ein iedlich gezüng / und sprach iren eignen lauf und fürgang / wann es etwas formlich syn / und nitt sunder ubel luten soll. Erfinndet sich wol in den büchern die us Kriegischer zungen latyn gemacht seind. Wa man dem Kriegschen zů genaw uff ist gelegen / und solichs zů vil getrwlichen von wort zů wort / mit aller zůgehöre und gantz in gleicher ordnung latyn hat gemachet / lutet nit wol / und ist nit menglich gefellig. Ogni lingua richiede il suo andamento / se deve esser formalmente corretta / senza suonare brutta. Si trova spesso nei libri tradotti dalla lingua greca al latino. Dove ci si orienta con troppa precisione al greco / traducendo in latino troppo fedelmente parola per parola / mantenendo tutto nello stesso ordine/ non suona bene e non è bello. Ogni lingua richiede il suo andamento / se deve esser formalmente corretta / senza suonare brutta. Si trova spesso nei libri tradotti dalla lingua greca al latino. Dove ci si orienta con troppa precisione al greco / traducendo in latino troppo fedelmente parola per parola / mantenendo tutto nello stesso ordine/ non suona bene e non è bello.

40 Adam Werner von Themar 1462nato a Themar (Turingia) 1462nato a Themar (Turingia) studi a Lipsia e a Heidelberg studi a Lipsia e a Heidelberg dal 1488educatore dei figli del Principe Elettore Philipp dal 1488educatore dei figli del Principe Elettore Philipp dal 1491insegna all’Università dal 1491insegna all’Università 1504 e 1510 rettore 1504 e 1510 rettore 1537morto a Heidelberg 1537morto a Heidelberg

41 UB Heidelberg, cod. pal. germ. 298 fol Guarinus (Veronensis): Alda (1502) fol Guarinus (Veronensis): Alda (1502) fol Xenophon: Hieron (1502) fol Xenophon: Hieron (1502) fol Hrothsvita: Abraham (1503) fol Hrothsvita: Abraham (1503) fol Virgilius: VIII. Ecloga (1502) fol Virgilius: VIII. Ecloga (1502) fol Virgilius: X. Ecloga (1502) fol Virgilius: X. Ecloga (1502) fol Horatius: Satira I, 9 (1502) fol Horatius: Satira I, 9 (1502)

42 Dedica e inizio di Xenophon, Hieron

43 UB Heidelberg, cod. pal. germ. 298 fol Guarinus (Veronensis): Alda (1502) fol Guarinus (Veronensis): Alda (1502) fol Xenophon: Hieron (1502) fol Xenophon: Hieron (1502) fol Hrothsvita: Abraham (1503) fol Hrothsvita: Abraham (1503) fol Virgilius: VIII. Ecloga (1502) fol Virgilius: VIII. Ecloga (1502) fol Virgilius: X. Ecloga (1502) fol Virgilius: X. Ecloga (1502) fol Horatius: Satira I, 9 (1502) fol Horatius: Satira I, 9 (1502)

44 Inizio di Xenophon, Hieron Σιμωνίδης ο ποιητής αφίκετό ποτε πρός Ιέρωνα τον τύραννον. σχολής δέ γενομένης αμφοίν είπεν ο Σιμωνίδης, ˜Αρ’ άν μοι εθελήσαις, ω Ιέρων, διηγήσασθαι ά εικός ειδέναι σε βέλτιον εμού; Καί ποία ταύτ’ εστίν, έφη ο Ιέρων, οποία δή εγώ βέλτιον άν ειδείην σού ούτως όντος σοφού ανδρός; Dum ad Hieronem tirannum Simonides poeta aliquando venisset; essent atque ambo otiosi; sic illum affari accepit Simonides: an velles, inquit, o Hieron, ea narrare quae tibi notiora debent esse quam mihi. At quae nam sunt illa, o Simonie, inquit Hieron, quae mihi quam tibi notiora esse possint, cum tu ades vir doctus ac sapiens. Dum ad Hieronem tirannum Simonides poeta aliquando venisset; essent atque ambo otiosi; sic illum affari accepit Simonides: an velles, inquit, o Hieron, ea narrare quae tibi notiora debent esse quam mihi. At quae nam sunt illa, o Simonie, inquit Hieron, quae mihi quam tibi notiora esse possint, cum tu ades vir doctus ac sapiens. Do eynest züm könig hierone der poét Simonides komen, vnd sie beyde müssig, sprach der poet: könig hieron woltestü mir erzalen die dinge, die dir bekanter dann mir solen syn? Hieron: Was mochte das syn? lieber Simonide, da dü doch ein gelarter vnd wyser man bist?

45 ecloga VIII, vs Pastorum Musam Damonis et Alphesiboei (...) (...) 5 Damonis musam dicemus et Alphesiboei. 1 Wir wollen singen das liet der zweyer hirten Damonis vnd Alphesibei, (...) 5 disser zweyer Damonis vnd Alphesibei liet wollen wir singen.

46 Xenophon, Hieron I,7 Ad hoc respondens Hieron: equidem, inquit, Simonide, praeter haec quae a te commemorata sunt nihil aliud referre possem, unde de tirannis sensus aliquis vel doloris vel voluptates perveniat. Quamobrem nego

47 traduzioni „doppie“ ecloga X 5 Doris amara die herbe bitter wassergöttin Doris 5 Doris amara die herbe bitter wassergöttin Doris 7 simae capellae die kümpfnesichten flachen geysslein 7 simae capellae die kümpfnesichten flachen geysslein 10 indigno amore von unwirdiger bübischer lieb 10 indigno amore von unwirdiger bübischer lieb 17 divine poeta o dü hoher gotlicher poet Galle 17 divine poeta o dü hoher gotlicher poet Galle 19 tardi subulci groben dümmen seüwhirten 19 tardi subulci groben dümmen seüwhirten 29 crudelis amor die blutgirig harte lieb 29 crudelis amor die blutgirig harte lieb 31 tristis ille der bekümmert trürig sehnsüchtig Gallus 31 tristis ille der bekümmert trürig sehnsüchtig Gallus 32sg.periti Arcades die erfaren gelarten Archader 32sg.periti Arcades die erfaren gelarten Archader 40 lenta sub vite under den schwanken biglichen reben 40 lenta sub vite under den schwanken biglichen reben 42 mollia prata weyche lüstige wiessen 42 mollia prata weyche lüstige wiessen 47 ah dura Ach dü harte unmilte 47 ah dura Ach dü harte unmilte 49 glacies.. aspera das rüw scharpf ysse 49 glacies.. aspera das rüw scharpf ysse 52 spelaea hülen und spelunken 52 spelaea hülen und spelunken 53 incidere schneyden und inzeychen 53 incidere schneyden und inzeychen 67 liber bast ader innerst schele 67 liber bast ader innerst schele 69 cedamus amori wir sollen wychen und uns der lieb ergeben 69 cedamus amori wir sollen wychen und uns der lieb ergeben 71 gracili … hibisco aus kleynen schwanken zeynen 71 gracili … hibisco aus kleynen schwanken zeynen

48 ecloga X, vs. 61 Ut deus ille malis hominum mitescere discat! Ut deus ille malis hominum mitescere discat! Ach (was hilftz) der gott der liebe wirt durch keyn auch unselige erbeit ader anfechtung der menschen erweycht nach ermiltert. Ach (was hilftz) der gott der liebe wirt durch keyn auch unselige erbeit ader anfechtung der menschen erweycht nach ermiltert.

49 ecloga VIII, vs Ut vidi, ut perii! Ut me malus abstulit error! Ut vidi, ut perii! Ut me malus abstulit error! So bald ich dich ersahe, o wie entsetzt ich mich! O wie wart mir so seltzam vnd schir geschwonnen, so fast bename mir der vngluckhaftig irsal der lieb sinn und witz. So bald ich dich ersahe, o wie entsetzt ich mich! O wie wart mir so seltzam vnd schir geschwonnen, so fast bename mir der vngluckhaftig irsal der lieb sinn und witz.

50 ecloga X, realia con spiegazioni 1Arethusagöttin Arethusa 1Arethusagöttin Arethusa 5Doriswassergöttin Doris 5Doriswassergöttin Doris 9sg.puellae Naiadesmeyde und bronnegöttin Naiades 9sg.puellae Naiadesmeyde und bronnegöttin Naiades 11Parnasi…Pindides bergs Parnasi ader Pindi 11Parnasi…Pindides bergs Parnasi ader Pindi 12Aoniae Aganippedie bronne Aganippe in Boetia 12Aoniae Aganippedie bronne Aganippe in Boetia 15gelidi … Lycaeides kalten bergs Lycei 15gelidi … Lycaeides kalten bergs Lycei 18formosus … Adonisder schön hirt Adonis 18formosus … Adonisder schön hirt Adonis 20uvidus … Menalcasder feyst hirt Menalcas 20uvidus … Menalcasder feyst hirt Menalcas 24Silvanusder waltgot Silvanüs 24Silvanusder waltgot Silvanüs 31Arcadesarchadische Hirten 31Arcadesarchadische Hirten 47Alpinas … nivesschnee uff den Alben 47Alpinas … nivesschnee uff den Alben 47frigora Rhenidie kelte des Ryns 47frigora Rhenidie kelte des Ryns 55Maenaladen berg Maenalum 55Maenaladen berg Maenalum 65Hebrumdas … wasser Hebrum 65Hebrumdas … wasser Hebrum 66Sithonias … nivesim kalten land Sitonia 66Sithonias … nivesim kalten land Sitonia 72PieridesPierides (göttin des gedichts) 72PieridesPierides (göttin des gedichts)

51 ecloga VIII, realia soppressi 10 sola Sophocleo tua carmina digna cothurno wie wol dyn gediechte alleyn dess hohen poeten Sophocles wirdig

52 Martin Luther, Sendbrief vom Dolmetschen (1530) Arbitramur hominem iustificari ex fide absqz operibus legis / Arbitramur hominem iustificari ex fide absqz operibus legis / Wir halten / das der mensch gerecht werde on des gesetzs werck / allein durch den glauben / Wir halten / das der mensch gerecht werde on des gesetzs werck / allein durch den glauben /

53 Martin Luther, Sendbrief vom Dolmetschen (1530) Diese vier buchstaben Sola stehen nicht drinnen / welche buchstaben die Eselskoepff ansehen / wie die kue ein new thor / Sehen aber nicht / das gleichwol die meinung des Texts inn sich hat / vnd wo mans wil klar vnd gewaltiglich verdeudschen / so gehoeret es hinein / den ich habe Deudsch / nicht Lateinisch noch Griechisch reden wollen / da ich deudsch zu reden im dolmetschen furgenommen hatte. Diese vier buchstaben Sola stehen nicht drinnen / welche buchstaben die Eselskoepff ansehen / wie die kue ein new thor / Sehen aber nicht / das gleichwol die meinung des Texts inn sich hat / vnd wo mans wil klar vnd gewaltiglich verdeudschen / so gehoeret es hinein / den ich habe Deudsch / nicht Lateinisch noch Griechisch reden wollen / da ich deudsch zu reden im dolmetschen furgenommen hatte. Queste quattro lettere Sola non ci sono scritte / e le teste di asino guardano tali lettere come le mucche una porta nuova / senza vedere / che però il senso (meinung) del testo le contiene / e se una vuole tradurre in maniera chiara e forte / allora ci sta / perché ho voluto parlare tedesco / non greco né latino/ in quanto mi ero prefisso di parlare in tedesco nella traduzione (im dolmetschen). Queste quattro lettere Sola non ci sono scritte / e le teste di asino guardano tali lettere come le mucche una porta nuova / senza vedere / che però il senso (meinung) del testo le contiene / e se una vuole tradurre in maniera chiara e forte / allora ci sta / perché ho voluto parlare tedesco / non greco né latino/ in quanto mi ero prefisso di parlare in tedesco nella traduzione (im dolmetschen).

54 Martin Luther, Sendbrief vom Dolmetschen (1530) man mus nicht die buchstaben inn der latainischen sprache fragen / wie man sol Deutsch reden / wie diese esel thun / sondern man mus die mutter ihm hause / die kinder auff der gassen / den gemeinen mann auff dem marckt drumb fragen / und den selbigen auff das maul sehen / wie sie reden / und darnach dolmetzschen / so verstehen sie es den / und mercken / das man Deutsch mit jn redet man mus nicht die buchstaben inn der latainischen sprache fragen / wie man sol Deutsch reden / wie diese esel thun / sondern man mus die mutter ihm hause / die kinder auff der gassen / den gemeinen mann auff dem marckt drumb fragen / und den selbigen auff das maul sehen / wie sie reden / und darnach dolmetzschen / so verstehen sie es den / und mercken / das man Deutsch mit jn redet Non si deve chiedere alle lettere della lingua latina come si ha da parlare in tedesco, come fanno questi asini, ma si deve domandarlo alla madre in casa, ai ragazzi nella strada, al popolano al mercato, e si deve guardare la loro bocca per sapere come parlano e quindi tradurre in modo conforme. Allora comprendono e si accorgono che parliamo con loro in tedesco. Non si deve chiedere alle lettere della lingua latina come si ha da parlare in tedesco, come fanno questi asini, ma si deve domandarlo alla madre in casa, ai ragazzi nella strada, al popolano al mercato, e si deve guardare la loro bocca per sapere come parlano e quindi tradurre in modo conforme. Allora comprendono e si accorgono che parliamo con loro in tedesco.

55 Martin Luther, Sendbrief vom Dolmetschen Vnd ist vns wol offt begegnet / das wir xiiij tage / drey / vier wochen / haben ein einziges wort gesucht vnd gefragt / habens dennoch zu weilen nicht funden. Im Hiob erbeiten wir also / M. Philips / Aurogallus vnd ich / das wir inn vier tagen zu weilen kaum drey zeilen kundten fertigen. Lieber / nu es verdeudscht vnd bereit ist / kans ein jeder lesen vnd meistern / Leufft einer itzt mit den augen durch drey odder vier bletter / vnd stoesst nicht ein mal an / wird aber nicht gewar / welche wacken vnd kloetze da gelegen sind / da er itzt vber hin gehet / wie vber ein gehoffelt bret / da wir haben muest schwitzen vnd vns engsten / ehe denn wir solche wacken vnd kloetze aus dem wege reumeten / auff das man kuendte so fein daher gehen. Es ist gut pfluegen / wenn der acker gereingt ist. Aber den wald vnd die stoecke ausrotten / vnd den acker zurichten / da wil niemand an. Vnd ist vns wol offt begegnet / das wir xiiij tage / drey / vier wochen / haben ein einziges wort gesucht vnd gefragt / habens dennoch zu weilen nicht funden. Im Hiob erbeiten wir also / M. Philips / Aurogallus vnd ich / das wir inn vier tagen zu weilen kaum drey zeilen kundten fertigen. Lieber / nu es verdeudscht vnd bereit ist / kans ein jeder lesen vnd meistern / Leufft einer itzt mit den augen durch drey odder vier bletter / vnd stoesst nicht ein mal an / wird aber nicht gewar / welche wacken vnd kloetze da gelegen sind / da er itzt vber hin gehet / wie vber ein gehoffelt bret / da wir haben muest schwitzen vnd vns engsten / ehe denn wir solche wacken vnd kloetze aus dem wege reumeten / auff das man kuendte so fein daher gehen. Es ist gut pfluegen / wenn der acker gereingt ist. Aber den wald vnd die stoecke ausrotten / vnd den acker zurichten / da wil niemand an.

56 Luthers Revisionsarbeit


Herunterladen ppt "Frühneuhochdeutsch 1350-1650. Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): Jacob Grimm (Deutsche Grammatik, 2. Aufl. 1822): „Zwischen meiner darstellung."

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