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HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./4.12.2011, lic.phil. F. Tagwerker Gloor1 HRT bei Tic-Störungen und ähnlichen Erkrankungen des Zwangsspektrums - Vorgehensweise.

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1 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor1 HRT bei Tic-Störungen und ähnlichen Erkrankungen des Zwangsspektrums - Vorgehensweise und Fallbeispiele Workshop Fachtagung und Informationstag 3./ Schweizerische Gesellschaft für Zwangsstörungen Jahrestagung Lic. phil. Frederika Tagwerker Gloor

2 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor2 Spezialsprechstunde Tic - Tourette - Zwang Zentrum für Kinder- und Jugendpsychiatrie Zürich Leitung: Prof. Dr. med. Dipl.- Psych. S. Walitza Aktuelles Team: J. Ball: Psychologin / Psychotherapeutin V. Brezinka: Psychologin / Psychotherapeutin F. Tagwerker: Psychologin / Psychotherapeutin G. Schief: Ärztin / Psychotherapeutin HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor

3 3 Konzept „Zwangsspektrum“ Ticstörungen, Impuls-Kontrollstörungen Behandlung Habit Reversal Training (HRT) Fallbeispiele Inhalt

4 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor4 Zwangs-Spektrum OCD-Spektrum: z.B. Hypochondrie Depersonalisations- störung Anorexia und Bulimia nervosa Epilepsie... Trichotillomanie Tourette-Syndrom Nach Hollander und Wang 1995a OCD Somatoform Dissoziativ Essstörungen Neurologisch Tic- Störungen Andere Impuls- Kontroll- Störungen

5 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor5 Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Zwangs-Spektrum-Störungen Mögliche gemeinsame Merkmale ( „Verwandtschaft“) (modifiziert nach Klein 1993) Sympto- matologie Sympto- matologie Krankheits- verlauf Beginn Komorbidität Geschlechter- verteilung Neurobiologie Ich-Syntonie / Dystonie Therapie und andere

6 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor6 Hauptfokus für den heutigen Workshop Zwangs- störungen Tic- Störungen Impuls-Kontroll- störungen Tourette- Syndrom Trichotillomanie Dermatillomanie Nägelkauen Relativ „verwandt“ Sympto- matologie Sympto- matologie Krankheits- verlauf Beginn Neurobiologie Therapie

7 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor7 Neurobiologie und Symptomatologie als Ansatz für gemeinsame Verhaltenstherapie Verhaltenstherapie: Indirekter Effekt Stärkung gesunder Gedankenketten im Kortex > gegen Übererregung Thalamus Striatum orbito-frontaler Kortex (OCD) HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor

8 8 Pharmakologische Einflussnahme Medikation: Direkter Effekt Unterdrückung dysfunktionaler, schneller neuronaler Informationsflüsse

9 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor9 Konzept „Zwangsspektrum“ Ticstörungen, Impuls-Kontrollstörungen Behandlung Habit Reversal Training (HRT) Fallbeispiele Inhalt

10 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor10 Ticstörungen / Gilles de la Tourette - Syndrom Zwangs- störungen Tic- Störungen Impuls-Kontroll- störungen Tourette- Syndrom Trichotillomanie Dermatillomanie Nägelkauen

11 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor11 Ticstörungen und Tourette-Syndrom bei Kindern und Jugendlichen Unwillkürliche, schnelle, wiederholte, stereotype Bewegungen und Lautäusserungen Motorische Tics (z.B. Blinzeln, Gesichtszuckungen, Schulterzucken) Vokale Tics (z.B. Räuspern, Pfeifen, Husten, Schnüffeln) Einfache und komplexe Tics (Hüpfen, Klatschen, Wörter, Sätze) Mehr oder weniger unterdrückbar Dem Tic geht ein Druckgefühl voraus Äussere Bedingungen beeinflussen Tic-Verlauf

12 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor12 Tic-Prävalenz bei Kindern Chronische Ticstörung Tourette Syndrom Vorüber- gehende Tics 4% 3% 12% 4% nur ein Teil der Patienten behandlungsbedürftig Spontanremission häufig! Ursachen: genetische Vulnerabilität Jungen leiden 3-4x häufiger unter Tics als Mädchen 0.05%

13 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor13 Tics und Zwänge - „just-right“ Zwänge 13-60% (25-30%) der Kinder mit einer Zwangstörung leiden auch an einer Tic-Störung 10-40% (30-60%) der Kinder mit einer Tic-Störung leiden auch unter zwanghaftem Verhalten, je nach Quelle uneinheitliche Datenlage „Just-right“ Zwänge: Werden so lange gemacht, bis sie „richtig“ gemacht worden sind Zwang? Tic? Unterscheidung (wichtig für Therapie): Anspannung bei Unterdrückung: Tic Angst bei Unterdrückung: Zwang

14 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor14 Impuls-Kontroll-Störungen Zwangs- störungen Tic- Störungen Impuls-Kontroll- störungen Tourette- Syndrom Trichotillomanie Dermatillomanie Nägelkauen

15 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor15 Trichotillomanie trix (griech.) = Haar tillein = rupfen mania (griech.) = Wahnsinn

16 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor16 Dermatillomanie derma (griech.) = Haut tillein = rupfen mania (griech.) = Wahnsinn

17 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor17 Onchyophagie (Nägelkauen) onchyos (griech.) = Nagel phagein (griech.) = essen

18 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor18 Trichotillomanie, Dermatillomanie, Onchyophagie Ähnlich OCD: Unangenehmer, sich steigernder Anspannungszustand Annahme: oft vorausgehende Gedanken gefolgt von impulshaften, ritualisierte Handlungen ohne vernünftige Motivation Impulse sind zwar bewusst erlebt, aber willentlich schwer unterdrückbar Ausführung bewirkt kurzfristige Entspannung, aber auch Schuld- und Schamgefühle Beginn in Kindheit oder Adoleszenz und chronischer Verlauf Hohe Komorbidität zu Zwangsstörungen, Angststörungen und ADHS Behandlung der 1. Wahl: Verhaltenstherapie (HRT) Unterschiedlich zu OCD: Erleben ich-dyston Verhalten oft schädlicher, mit mehr Vergnügen kombiniert

19 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor19 Konzept „Zwangsspektrum“ Ticstörungen, Impuls-Kontrollstörungen Behandlung Habit Reversal Training (HRT) Fallbeispiele Inhalt

20 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor20 Warum Verhaltenstherapie? Zwänge: Bei Erwachsenen ist kognitive Verhaltenstherapie seit langem die Methode der Wahl! (E. Foa, P. Salkovskis, G. Steketee) Die Pediatric OCD-Study (POTS-I, March, Foa et al., 2004) zeigte: Kinder und Jugendliche sollten mit KVT beginnen oder mit KVT kombiniert mit SSRI behandelt werden. Auch bei Tic-Störungen / Impulskontrollstörungen: Bei Kindern mit milderer Symptomatik: nur Verhaltenstherapie Bei Jugendlichen und bei Kindern mit ausgeprägter Symptomatik: Initial VT, ggf. im Verlauf medikamentöse Unterstützung immer individuell beurteilen!

21 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor21 Tourette-Syndrom-Behandlungs-Studie (Piacentini et al 2010) Randomisierte, kontrollierte Studie 126 Kinder mit Tourette-Syndrom Zwischen 9 und 17 Jahren 8 Sitzungen VT über 10 Wochen vs. stützende Therapie / Psychoedukation VT führte zu signifikant grösseren Verbesserungen auch 6 Monate nach Follow-up

22 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor22 Verhaltenstherapie bei Tic-Störungen und Impuls-Kontroll-Störungen Bei Kindern und Jugendlichen: Kontakt zu Eltern und Aufbau eines gemeinsamen Störungsmodells Ticstörung / Impulskontrollstörung als neuropsychiatrische Störung Vergleich mit anderen chronischen Krankheiten Psychoedukation, Aufbau von Veränderungsmotivation Frühere Therapie „massed negative practice“ Reaktionsumkehr (Habit reversal) nach Azrin & Nunn 1973, Piacentini 2010 Exposition mit Reaktionsverhinderung

23 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor23 Konzept „Zwangsspektrum“ Ticstörungen, Impuls-Kontrollstörungen Behandlung Habit Reversal Training (HRT) Fallbeispiele Inhalt

24 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor24 Habit-Reversal-Training (HRT) Modifiziert nach Azrin (1973) und nach den Leitlinien für Tic-Störungen (2010) 1.Exploration 2.Aufbau von Veränderungsmotivation 3.Selbst-Wahrnehmungstraining (tic-awareness) 4.Training inkompatibler Reaktionen (competing-response training) 5. Generalisierungstraining 6.begleitend: Entspannungstraining / Kontingenzmanagement HRT – Übersicht Komponenten

25 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor25 Exploration mit Kind und Eltern aktuelle Tic-Syptomatik spezifische psychische Komorbidität allgemeines psychopathologisches Profil differenzialdiagnostische Abklärung familiärer und sozialer Hintergrund Einstellungen zur Therapie HRT - Exploration Eltern sind oftmals äusserst besorgt. Der Aufbau von Compliance und Beziehung bildet die Basis für eine erfolgreiche Behandlung.

26 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor26 Patient als Experte Beziehungsaufbau Ressourcen des Kindes Wertschätzung Gemeinsames „Projekt“ Das Kind wird zum Experten in eigener Sache HRT - Exploration

27 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor27 Exploration der Ticsymptomatik Häufigkeit, Ausgestaltung, Intensität Situativer Bezug Wahrnehmung sensorischer Anzeichen Eigene Selbstkontroll-Ansätze Externe und interne Konsequenzen Belastungen HRT - Exploration

28 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor28 Exploration der Komorbiditäten 50-75% 30-60% 20-25% affektive Störungen HRT - Exploration

29 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor29 Störungsspezifische Exploration mit Eltern Bericht der frühkindlichen Anamnese Temperament, hyperaktives Verhalten Beginn der Tic-Symptomatik Verlauf Belastung der Eltern Schule / Lehrer informiert? HRT - Exploration Die Wahrnehmung des elterlichen Leidensdrucks und die konkrete Informationsvermittlung über den Krankheitsverlauf und die Behandlungsmöglichkeiten sind für das familiäre System äusserst wichtig.

30 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor30 Aufbau von Veränderungsmotivation HRT - Veränderungsmotivation Exploration der Therapiemotivation Besprechen der Zielsetzung(en) der Behandlung Definition weniger Zielsymptome Verminderung der Symptomatik Starke Veränderungs- motivation Für den Aufbau und die Aufrechterhaltung der Motivation ist eine laufende ‚positive Verstärkung‘ zentral.

31 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor31 Selbstwahrnehmungstraining Ziel ist die Sensibilisierung des Kindes Selbstbeobachtung Humorvolles Verständnis aufbauen Training der Reaktionserkennung Beeinflussbarkeit durch innere und äussere Reize /Situationen Kategorisieren und Priorisieren der Tics in der Sprache und mit den Bildern des Kindes HRT - Selbstwahrnehmungstraining

32 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor32 Wahrnehmungstraining der sensorischen Vorgefühle Wahrnehmung früher Anzeichen einer Tic-Reaktion oder eines Dranggefühls Signal angeben wenn Vorgefühl sich ankündigt Was verstärkt Tics / Impuls? Eigene Erfahrungen? Umgang? Hausaufgaben HRT - Selbstwahrnehmungstraining

33 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor33 Anstieg des sensorischen Vorgefühls Abfall des sensorischen Vorgefühls Der Tic bewirkt einen ‚Abfall‘ des sensorischen Vorgefühls Zyklus der negativen Verstärkung: Mit der Zeit bewirkt der Abfall des durch die Beendigung des Tics herbeigeführten Vorgefühls ein sich ständig erneuerndes Vorgefühl. Tics t Reiz- schwelle Sensorisches Vorgefühl Verlauf Vorgefühl HRT - Selbstwahrnehmung © Grafik: F. Tagwerker

34 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor34 Training inkompatibler Reaktionen (Competing Response Training) nach Azrin und Peterson (1988) Zentrale Methode des HRT Behandlungsprogramms: Ziel ist das Vorwegnehmen und NICHT das Unterdrücken der Bewegung Suchen und Einüben von Gegenbewegungen Merkmale der Gegenbewegungen: der Tic-Bewegung entgegengerichtet soll 1-2 min. aufrecht erhalten werden können weitgehend unauffällig durchführbar meist isometrische Anspannung der Antagonisten HRT – Training inkompatibler Rektionen

35 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor35 Trainings-Phasen Habit-Reversal HRT – Training inkompatibler Rektionen Phase 2: Training inkompatibler Reaktionen (Tic-Ersatz) Diese Reaktion wird vor, während oder nach dem Tic ausgeführt Phase 3: Generalisierungstraining Phase 1: Wahrnehmungstraining des Vorgefühls Reiz- schwelle Verlauf Vorgefühl © Grafik: F. Tagwerker

36 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor36 Training inkompatibler Reaktionen bei Tics Beginn mit klar definierbarem, nicht zu häufigem Tic Wenn das Vorgefühl per Zeichen angegeben wird, wird die motorische Gegenbewegung geübt (1-2 min.) Pro Therapiesitzung nur einen Tic bearbeiten! Eltern-Anleitung und Hausaufgaben HRT – Training inkompatibler Rektionen

37 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor37 Beispiele für inkompatible Reaktionen Augenblinzeln: Systematisches willkürliches leichtes Öffnen und Schliessen der Augen alle 3-5 Sekunden. Der Blick wird dabei alle 5 bis 10 Sekunden langsam und intensiv nach unten gerichtet. Nasenrümpfen: Oberlippe etwas nach unten ziehen und Lippen zusammenpressen. Beinschleudern: Im Sitzen den Fuss flach und fest auf den Boden drücken. Im Stehen Schenkel gegen einander drücken. HRT – Training inkompatibler Rektionen

38 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor38 Beispiele für inkompatible Reaktionen Einfache Lautäusserungen: Langsames rhythmisches Atmen durch die Nase. Die kontinuierliche Ausatmung (ca. 7 Sekunden) sollte etwas länger dauern als die Einatmung (ca. 5 Sekunden). Kopfschütteln: Langsame isometrische Kontraktion der Nackenmuskulatur. Kopf bleibt still, Blick nach vorne geradeaus. Schulterzucken nach oben: Isometrische Kontraktion der Schultermuskulatur nach unten. HRT – Training inkompatibler Rektionen

39 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor39 Weitere Beispiele für inkompatible Reaktionen Zurückwerfen des Kopfes: Isometrische Kontraktion der Nackenbeuger, Kinn leicht zur Brust nach unten ziehen, Kopf nicht gebeugt, Blick geradeaus. Armschleudern: Hand auf Oberschenkel oder Bauch, dabei Ellbogen gegen die Hüfte drücken. Kieferknacken: Kopf aufrecht halten, Zähne leicht zusammen beissen. HRT – Training inkompatibler Rektionen

40 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor40 HRT bei Trichotillomanie und Impulskontroll-Störungen HRT wirkt bei nervösen Gewohnheiten z.T. sehr schnell und zuverlässig! Meist kein Ersetzen der negativen Gewohnheiten durch neue Komplikationen / Symptomverschiebungen Beobachten der eigenen Gewohnheiten (wann, was, wo, warum?) Entkoppelung: Gewohnheit, Verhaltenspfad umlenken Neue Bewegung soll der alten ähnlich sein Täglich konsequent üben und kreativ variieren! Entkoppelungsbehandlung nach S. Moritz, A. Peter, M. Rufer HRT – Training inkompatibler Rektionen

41 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor41 Beispiele Entkoppelungsmethode Trichotillomanie: Hand zu Haaren führen, aber vor Ohr umleiten, nur Nacken berühren. Zielgerichtete Ablenkung der Bewegung (mit Muskelspannung und Beschleunigung). Dann: Charakteristische Dreh- oder Ziehbewegung am kleinen Finger der anderen Hand (wie mit einem Haarbüschel). Variationen der Ersatzhandlungen. HRT – Training inkompatibler Rektionen Nicht schummeln!

42 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor42 Beispiele Entkoppelungsmethode Nägelkauen: Fingernägel berühren, aber nicht zum Mund führen. Zielgerichtete Ablenkung der Bewegung (mit Muskelspannung und Beschleunigung). Dann: Reiben der Fingernägel an weichen Stellen derselben Hand wie eine leichte Massage. Variationen der Ersatzhandlungen. HRT – Training inkompatibler Rektionen Nägel nur mit Nagelfeile kürzen!

43 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor43 Entspannungstechniken progressive Muskelentspannung nach Jakobsen verschiedene Atemtechniken bildhafte Vorstellung beruhigender Szenen Anregungen aus autogenem Training Stärker handlungsorientierte Methoden sind einfacher zu erlernen.

44 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor44 Generalisierung Anwendung der erlernten Techniken im natürlichen sozialen Umfeld Beginn im therapeutischen Setting aber in anderen Lagen oder während Spielen und Gespräch Feedback! Konkrete Übernahme in den Alltag zuhause Anwendung in der Schule oder mit Freunden Lob, Selbstverstärkung

45 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor45 Einbezug der Familie in die Behandlung Tics und Impulskontroll-Störungen kommen zwar gehäuft in Familien vor, aber die Erziehung der Eltern verursacht diese Symptome nicht! Genau so wenig ist das Kind ‚schuld‘ an seinen Auffälligkeiten. Eltern werden in der HRT-Behandlung zu Co-Therapeuten und unterstützen die Kinder zuhause, das Training in den Alltag zu integrieren. Täglich 10 min. üben! Eltern können ihr Kind durch stetiges Lob für die Anstrengungen motivieren. Eltern sollen Kind an bereits erreichte Erfolge erinnern. Eltern werden in der Behandlung ermutigt, sich Pausen zu nehmen und wohltuende Dinge zu tun, die Kraft für den Alltag geben.

46 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor46 Bewältigung residualer Symptome Wenn Tics persistieren... Umgang mit Trauer, Hoffnungslosigkeit, Wut Kognitive Interventionen Behandlung komorbider Symptome Einschränkungen im Alltag benennen Lebensqualität als Ziel Beratung bezüglich Berufswahl, Partnerschaft, Selbsthilfegruppen und -foren

47 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor47 Fazit Ticstörungen und Impuls-Kontroll-Störungen können für Betroffene und Angehörige einen hohen Leidensdruck verursachen. Verbreitete Annahme: „Tourette-Syndrom und Impuls- Kontrollstörungen sind kaum behandelbar“.

48 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor48 Fazit Nervöse Gewohnheiten können mit HRT kontrolliert werden! Die Eigenaktivität am Veränderungsprozess gibt das Gefühl der Kontrolle zurück. Aber: eine realistische Therapieerwartung, regelmässiges Training und starke Motivation sind nötig. Mit Freude und Humor klappt‘s am besten!

49 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor49 Fazit HRT ist noch wenig bekannt Nur wenige Psychotherapeuten fühlen sich als Experten

50 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor50 Literatur 1 Azrin, N. H., & Nunn, R. G. (1973). Habit reversal: A method of eliminating nervous habits and tics. Behaviour Research and Therapy, 11, Doepfner, M. (2009). Ticstörungen. In S. Schneider & J. Margraf (Eds.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Band 3: Störungen im Kindes- und Jugendalter (pp ). Heidelberg: Springer. Doepfner, M., Roessner, V., Woitecki, K., Rothenberger, A. (2010). Tic-Störungen. Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie Göttingen: Hogrefe. Moritz, S., Peters A., Rufer, M. Entkoppelungsbehandlung bei Nägelkauen und Trichotillomanie Internet: psychotherapie/Entkopplung_18_1_10.pdf Müller-Vahl, K. (2010). Tourette-Syndrom und andere Tic-Erkrankungen im Kindes und Erwachsenenalter. Berlin: Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. Neudecker, A., Rufer, M. (2004). Ambulante Verhaltenstherapie bei Trichitillomanie: Überblick, Störungsmodell und Fallbeispiel. Verhaltenstherapie, 14 (90-98).

51 HRT-Workshop, SGZ Jahrestagung, 3./ , lic.phil. F. Tagwerker Gloor51 Literatur 2 Niedermeier, N., Hegerl, U., Zaudig, M. (1998). Zwangs-Spektrum Erkrankungen.Psychotherapie 3 ( ). Peter, A. (2008). Trichotillomanie: Fragen und Antworten zum zwanghaften Haareausreissen. Lengerich: Pabst. Petermann, U. (2010). Entspannungstechniken für Kinder und Jugendliche. Ein Praxisbuch. Weinheim: Beltz. Piacentini, J., Langley, A., & Roblek, T. (2007). Cognitive-Behavioral Treatment of Childhood OCD. It's only a false alarm. New York: Oxford University Press. Piacentini, J., Woods, D. W., Scahill, L., Wilhelm, S., Peterson, A. L., Chang, S., et al. (2010). Behavior Therapy for Children With Tourette Disorder: A Randomized Controlled Trial. JAMA, 303(19), Scholz, A., & Rothenberger, A. (2006). Mein Kind hat Tics und Zwänge. Erkennen, verstehen und helfen beim Tourette-Syndrom. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.


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