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Erklärt Sprachidealismus rassistische Diskurse? Das Beispiel der Unruhen in Frankreich.

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Präsentation zum Thema: "Erklärt Sprachidealismus rassistische Diskurse? Das Beispiel der Unruhen in Frankreich."—  Präsentation transkript:

1 Erklärt Sprachidealismus rassistische Diskurse? Das Beispiel der Unruhen in Frankreich

2 Seminar "Menschenrecht" 2 Vorüberlegungen Rassismus häufig als bloße Denkweise vorgestellt (radikale) Sprachidealisten behaupten, rassistische Diskurse seien eine Folge diskriminierenden Sprachgebrauchs Gegenthese: Sprache fungiert als Transportmittel und Ausdruck realen Rassismus

3 Seminar "Menschenrecht" 3 Gliederung Unruhen in den Banlieu Aufwind für rassistische Diskurse Was sind Banlieu? Formen staatlicher Betreuung Konzentration von Immigranten in den Banlieu Praktizierter Rassismus Gegenidentifikation: Der Aufruhr Staatliche Reaktion Öffentliche Debatte Schlußfolgerungen

4 Seminar "Menschenrecht" 4 Unruhen in den Banlieu Zwei Jugendliche aus den Banlieu sterben auf der Flucht vor der Polizei Jugendliche aus den Banlieu zünden Autos an Sarkozy: Hochdruckreiniger Die Unruhen breiten sich in ganz Frankreich aus

5 Seminar "Menschenrecht" 5 Aufwind für rassistische Diskurse Vgl. Zitate im Handout! Rechtsradikale Forderungen nach Einwanderungsstopp, Aufschwung für Le Pen (FN) und Philippe des Villiers (ethnischer Bürgerkrieg, MPF) Chiracs Kinder (Le Pen, FN) Aber auch bürgerliche Politiker: Vielweiberei der Fremden als Grund (Bernard Accoyer, UMP) Diskutieren Sie die folgenden Reaktionen in Deutschland Gefahr einer Parallelgesellschaft, Integrationspolitik gescheitert (FAZ, SZ etc.) Alice Schwarzer: 1. Männergewalt, 2. Islam = Männersache, also 3. Schluss mit der falschen Toleranz für die Fremden (FAZ)

6 Seminar "Menschenrecht" 6 Fragen Die Presse weiß: Eine Riesenchance für Rechtsextreme – wieso eigentlich? Dass in den Banlieu ausgerechnet das Ausländerproblem hochgekocht sei, ist common sense – wie kommt das? Warum wird die Ausländerfrage thematisiert? Was ist der wirkliche Grund der Unruhen?

7 Seminar "Menschenrecht" 7 Was sind Banlieu? Vgl. Zitate im Handout! Wohnsammelpunkte der Pauper, des Bodensatzes der relativen Überbevölkerung –Überflüssig im Verhältnis zum geschäftlichen Bedarf –Ökonomisch endgültig aussortiert –Erblichkeit der Armut –Geographisch konzentriert Wohnort bindet sozial Umgangsweisen –Manche haben nichts weiter vor als ihr eigenes Leben erfolgreich zu gestalten (Sarkozy). Obwohl das keinerlei Perspektive hat – Ausnahmen bestätigen die Regel –Näher liegt es zu resignieren / verwahrlosen. –Andere versuchen alternative Karrieren.

8 Seminar "Menschenrecht" 8 Konzentration von Immigranten in den Banlieu In Zeiten mangelnder Konkurrenz unter den frz. Arbeitnehmern verstärkt eingeführt Verglichen mit den heimischen Bedingungen in Frankreich jede Arbeit besser: billig und willig Konzentration im unqualifizierten Niedriglohnbereich Bei Rationalisierung trifft es sie zuerst Einwanderer besonders häufig Pauper In den Banlieu überrepräsentiert

9 Seminar "Menschenrecht" 9 Formen staatlicher Betreuung Sozialpolitische Betreuung –Subventionierung staatsbürgerlicher Selbstdisziplin ohne Perspektive –Sozialarbeit und Vorbilder: Bemüht und diszipliniert euch! Je mehr es von ihnen gibt, desto mehr stören sie als tote Kosten –Kürzung der Sozialprogramme bei wachsender Einwohneranzahl und Größe der Banlieu Umso mehr: als Ordnungsproblem zu kontrollieren –Kontrolle –Schikanierung (z.B.: keine Unschuldsvermutung) –Schule: Aufsicht ohne Aussicht

10 Seminar "Menschenrecht" 10 Praktizierter Rassismus Wohnort ist Resultat und Ausgangspunkt gesellschaftlicher (Aus-) Sortierung, falsche Herkunft stets ein schlechter Ausgangspunkt Wer aus dem Banlieu kommt und fremd ist, hat nicht nur kaum eine Chance – er wird auch entsprechend behandelt. Die an den Banlieubewohnern hergestellten Eigenschaften werden ihnen als ihre Natur zugeschrieben Wohnort und Herkunft sind Grund auszusortieren: –Unternehmer nehmen lieber Weiße (Experiment) –Ort des Schulabschlusses als Kriterium –Polizei schlägt erst zu und kontrolliert dann den Pass

11 Seminar "Menschenrecht" 11 Gegenidentifikation Vgl. Zitate im Handout! Selbstbewusstsein im Getto: R e s p e k t (Uns kann man alles nehmen, nur nicht unseren Stolz) –Wir sind auch wer. Z.B. –Araberfressen, Muslime, stets aber –Auch Franzosen …und wenn er erzwungen werden muss. Einem Staat der unsere Person nicht anerkennt, verweigern wir den Respekt –Sofort klar: kein Unfall –Die Äußerungen Sarkozys Öl aufs Feuer –Respekt erkämpfen

12 Seminar "Menschenrecht" 12 Staatliche Reaktion Vgl. Zitate im Handout! Kongenial: Respekt dem Gewaltmonopol! (Sine qua non). –Rechtsfreier Raum wird geschlossen: Ausgangssperren, Massenverhaftungen, Schnellprozesse, Abschiebung (z.T. neue) Mischformen von Kontrolle, Schikane und Motivation –Videoüberwachung –Neuartiger Zivildienst

13 Seminar "Menschenrecht" 13 Staatl. Selbstdarstellung: Gewalt als Dienstleistung Zuschlagen als Dienst am Rechtliebenden gegen den Rechts- also Staatsfeind: –jeder Franzose hat ein Recht auf Ordnung vs. – Abschaum, Gesindel, Hochdruckreiniger (Sarkozy) Entsprechende Mischung aus Kriminalisierung und gelobter Ausnahme

14 Seminar "Menschenrecht" 14 Wie konnte es dazu kommen? Was nicht sein darf, das nicht sein kann –…ist keine Frage nach Gründen, sondern: Solches Verhalten hat keinen guten (anerkannten) Grund… –…also keinen Grund, ist grundlos –…also böse, unsittlich. Kann also nicht von guten/sittlichen Menschen begangen worden sein –keine Werte wg. mangelnder Erziehung etc. –fremde Werte: die sind nicht von hier! Das Problem ist der Fremde!

15 Seminar "Menschenrecht" 15 Integrationsmodell gescheitert Multikulti tot, Gastfreundschaft und Toleranz überstrapaziert vielmehr muss der Fremde seine Anpassungsbereitschaft beweisen, indem er tolerant genug ist, sich selbst zu integrieren, nämlich anzupassen Den Verdacht wird er dennoch nicht los, denn –erstens ist er nicht von hier, hatte also eine Wahl –und macht womöglich alles nur aus (materialistischer) Berechnung –im Unterschied zu uns

16 Seminar "Menschenrecht" 16 Schlussfolgerungen Rassismus: schreibt real hergestellte Resultate der sozialökonomischen und politischen Sortierung der Bevölkerung ihrer (rassischen) Natur zu. Ist nicht das Resultat falschen Sprachgebrauchs oder falscher Einstellungen Sondern des Realrassismus der Sortierung durch Staat und Wirtschaft… …der als naturgemäße Entsprechung dargestellt wird und …natürlich auch entsprechenden sprachlichen Ausdruck findet.


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