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Richard Detje Organisationsdefizite und Organisationsmöglichkeiten der Gewerkschaften AG Betrieb & Gewerkschaft Hamburg, 19. Januar 2010 www.wissentransfer.info.

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1 Richard Detje Organisationsdefizite und Organisationsmöglichkeiten der Gewerkschaften AG Betrieb & Gewerkschaft Hamburg, 19. Januar

2 Richard Detje - Inhalt I.Aspekte der Mitgliederentwicklung der Gewerkschaften in Europa II.Antwort: IG Metall 2009 III. Machtressourcen und Demokratie: 4 Punkte zur Diskussion

3 Richard Detje - Erosion der Organisationsmacht (1) Rückzug aus der Fläche, (2) defensive Sparpolitik (3) Fusionen stoppen nicht die Erosion von Organisationsmacht Potenzialanalyse DGB: - 55% der Mitglieder sind (stark) gebunden - 22% schwach gebunden - 23% gefährdet Negative Folgen der Krise: Insolvenzen, Verlagerungen, Beschäftigungsabbau, Einkommensverluste, weitere (beschleunigte) Prekarisierung,

4 Richard Detje - Organisationsgrade in Europa < 10 bis 20%: Estland, Littauen, Lettland, Polen, Slovakei – Frankreich und Spanien 20 bis 29%: Bulgarien, Tschechien, Ungarn – Deutschland, Griechenland, Niederlande, Portugal, UK 30 bis 50%: Slovenien, Rumänien – Irland und Österreich 50 bis 70%: Cypern, Malta, Luxemburg und Italien > 70%: Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Belgien Problem 1: Spaltung Ost – West Problem 2: Deutschland: ökonomisch führend – aber geringe gewerkschaftliche Organisation Problem 3: Zukunft des nordischen Modells/Gent-Systems

5 Richard Detje - Die Verlierer In MOE entstehen große gewerkschaftsfreie Räume. Problem bei gleichzeitig neoliberalem Umbau des Arbeitsmarkts (DL- Richtlinie, Öffnung Arbeitsmarkt, EuGH-Urteile)

6 Richard Detje - Die Gewinner Strategic Choice: gewerkschaftliche Revitalisierung (best practice?) Belgien: Gent-System bei steigender AL Griechenland/Italien: soziale Auseinandersetzungen bei Krise der politischen Repräsentation – aber: Krisenfolgen/öff Verschuldung

7 Richard Detje - Die finanzmarktkapitalistische Herausforderung Wert/Reproduktion der Ware Arbeitskraft in Frage gestellt - Prekarisierung als Herrschaftsform - Lohn/Gehalt, Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen sind Restgrößen, während der Shareholder Value zur vorausgesetzten Größe geworden ist Das finanzmarktkapitalistische System der Marktsteuerung ist nicht pluralistisch sondern monistisch – neuer Autoritarismus (Streeck) Krisenfolgen: Im Krisenzyklus wurde die Beschäftigung in der M+E-Industrie um 18% abgebaut. Die IG Metall verlor überdurchschnittlich Mitglieder: knapp 25%. Was passiert in der aktuellen Krise? + krisenhafter Strukturwandel in neofeudale Dienstleistungsgesellschaft (union busting, Entlassung bei Bagatellevergehen) = ein gewerkschaftsfeindliches System

8 Richard Detje - Schlussfolgerungen IG Metall 2009 Mit der Veränderung der Erwerbsarbeit … ist der soziale Konsens der Bundesrepublik aufgebrochen. Die Sozialpartnerschaft ist brüchig geworden... (Projekt IGM 2009) Es zeichnet sich ein Betrieb neuen Typs ab, der nicht mehr aus einer Belegschaft besteht, sondern aus einem tendenziell kleiner werdenden Kern an Mitarbeitern und einem wachsenden Rand von temporär in den Betrieb eingesetzten Beschäftigten (Wetzel u.a. 2008) Von einer umworbenen Rolle als Co-Manager in der gegenwärtigen Krise einmal abgesehen, steht unsere Macht heute in einem viel direkteren Verhältnis zu unseren Organisationsgraden, als das zu den Hochzeiten des Rheinischen Kapitalismus und seiner sozialpartnerschaftlichen Grundausrichtung der Fall war. … Es geht um nicht weniger als die Erneuerung der Verfasstheit der Gewerkschaften. Es geht um Selbstverständnis, Strukturen und operative Ausrichtung! (Detlef Wetzel, in: M. Crosby)

9 Richard Detje - Selbstverständnis: 1. Stellvertreterpolitik kann immer weniger gute Ergebnisse erzielen. 2. Betriebliche Aushandlung wird im Ergebnis schlechter und muss konfliktorischer geführt werden 3. Gefordert ist eine mitgliederorientierte Offensivstrategie als Grundlage der Gewerkschaftlichen Erneuerung. (Wetzel 2008) Strukturen: 1. Der Betrieb ist der Dreh- und Angelpunkt der Gewerkschaftsarbeit. 2. Eine Ausrichtung aller gewerkschaftlichen Ressourcen auf die Stärkung der betrieblichen Verankerung beugt der Gefahr der (Selbst)reduzierung auf NGO-Status vor… Operative Ausrichtung: Es gilt, alle Dimensionen gewerkschaftlicher Politikgestaltung auf das betriebliche Feld anzuwenden. Wandel der IG Metall von der Betreuungs- zur Erschleißungsgewerkschaft. Fazit: Organizing: Die mitgliederorientierte Offensivstrategie der IGM

10 Richard Detje - Debatte 1: Welcher Ansatz von Organizing? Entweder bottum-up-Strategie, beteiligungsorientierte Kampagnenplanung, soziale Bündnisse Oder American way of organizing / SEIU: corporate unionism - sweetheart deals als Gegenleistung für unternehmerisches Organizing (Lohnzugeständnisse) - innergewerkschaftliche Zentralisierung bis hin zur Zwangsverwaltung von Locals - zwischengewerkschaftliche Konkurrenz um Organisationsbereiche und Mitglieder - politisches Lobbyismus für bessere Standortbedingungen Die Militanz der SEIU nach außen impliziert eine straff hierarchische Kampagnenorganisation nach innen. (Britta Rehder 2008) Welchen Ansatz verfolgt die IG Metall: Straffung des Vorstands, strategische Zentralisierung, Konzentration der finanziellen Ressourcen, zweckgebundene Politik der Verwaltungsstelle?

11 Richard Detje - Debatte 2: Zentrum Betrieb!? Unstrittig: Mitgliedergewinnung durch überzeugende betriebliche Interessenvertretung – strategische Bedeutung von BR und VK Organisationsmacht gebunden an strukturelle Machtressourcen - Stellung der Beschäftigten im Betrieb - Lage auf dem Arbeitsmarkt - ökonomische Situation von Betrieb/Unternehmen, Branche etc. - corporate governance/Shareholder Value-Steuerung Erforderlich ist eine Entlastung der betrieblichen Akteure durch Komplementärstrategien: - Stärkung gewerkschaftlicher Verteilungspolitik gegen weitere Verbetrieblichung der Tarifpolitik - neue Industrie- und Strukturpolitik gegen ruinöse Standortkonkurrenz - Wirtschaftsdemokratie statt Co-Management - Stärkung des politischen Mandats gegen betriebliche Niedriglohnstrategien (gesetzl. Mindestlohn) und Prekarisierungsstrategien (gute Arbeit)

12 Richard Detje - Debatte 3: Verknüpfung von Machtressourcen Organisationsmacht Institutionelle Macht - im Sozialstaat: sekundäre Verteilungsebene - der rechtliche Status: Status der Lohnarbeit - ökonomische Regulierung Öffentlich-diskursive Machtressourcen: Arbeit und menschliche Würde Politische Macht / soziale Bündnisse / NGO / politisches Mandat

13 Richard Detje - Debatte 4: Kampf um Hegemonie Aktuelle Umfragen zum Krisenbewusstsein – Kritik der »sozialen Marktwirtschaft« - Stärkung des politischen Mandats

14 Richard Detje -

15 Richard Detje - Dank für die Aufmerksamkeit


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