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Berufswissenschaft und Fachdidaktik Steinegger Andreas 2008.

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Präsentation zum Thema: "Berufswissenschaft und Fachdidaktik Steinegger Andreas 2008."—  Präsentation transkript:

1 Berufswissenschaft und Fachdidaktik Steinegger Andreas 2008

2 andreas steinegger, 2008 Lehrerinnen und Lehrerbildung Erfahrung und Empirie in der Lehrerbildung

3 andreas steinegger, 2008 Fragestellung Muss sich die Lehrerausbildung für die Erfahrung oder die Empirie entscheiden? Oder gibt es eine Möglichkeit zwischen den beiden Erfahrungsformen zu vermitteln?

4 andreas steinegger, 2008 Herzog 2005 Definitionsversuch Erfahrung Passiver Charakter Erfahrungen sind unerwartet und entziehen sich unserer Planung. Negativer Charakter Erfahrungen sind oft bitter und schmerzhaft. Erfahrungen machen klug Der Erfahrenen verfügt über Urteilskraft. Konservativer Charakter Die Erfahrung ist innovationsfeindlich und blockiert die Phantasie. Erfahrungen sind subjektiv Erfahrungen müssen wir am eigenen Leibe machen. Egozentrischer Charakter Wir hegen keinen Zweifel, dass die Welt wie wir sie wahrnehmen, die Welt schlechthin ist. Unbelehrbarkeit der Erfahrungen Was ich selbst erfahren habe, steht für mich unverrückbar fest. (Arroganz des Erfahrenen)

5 andreas steinegger, 2008 Erfahrung im Lehrberuf Ambivalenz gegenüber der Erfahrung im Lehrberuf: Erfahrene LP kann sich den wechselden Situation des Unterichts anpassen Auszeichnung Anerkennung Vertrauen Übervertrautheit mit dem Berufsfeld Resistent gegen Kritik Borniertheit und Unbelehrbarkeit

6 andreas steinegger, 2008 Das Experiment als Weg der Empirie Aristoteles und Galilei Der Begriff der alltäglichen Erfahrung wird dem Aristotelischem Wissensverständnis zugeordnet: Der Mensch als körperliches und handelndes Wesen. Der Mensch fristet sein Leben nicht nicht im welt- und zeitlosen Reich abstrakter Ideen. Der Mensch ist eingebunden in konkrete Situationen (Alltag).

7 andreas steinegger, 2008 Aristoteles und Galilei Die moderne Wissenschaft basiert auf der Theorie von Galilei: Nicht die lebensweltliche Erfahrung, sondern die experimentelle Erfahrung sind Grundlage der Erkenntnis. Das Experiment erlaubt die Natur in die Mangel zu nehmen und so die Erfahrung in die gedankliche Konstruktion der Wirklichkeit einzubinden. Das galileische Denken nimmt die Wirklichkeit nicht phänomenal hin, sondern erfasst diese reduktiv mit Hilfe des Experiments.

8 andreas steinegger, 2008 Aristoteles und Galilei Eingang in die Welt der Wissenschaft erhält, wer sich der galileischen Denkweise anschliesst. Diese unterscheidet sich vom aristotelischen Denken, in dem wir im Alltag verhaftet sind.

9 andreas steinegger, 2008 Definitionsversuch Experiment Aktiver Charakter Experimente werden durchgeführt, zielgebunden geplant und erlauben dadurch, die Erfahrung vorweg zu strukturieren. Zielgerichtete Überprüfung von Zusammenhangsvermutungen Das Experiment trennt scheinbare von wirklichen Beziehungen. Durch das Experiment lässt sich überprüfen, was tatsächlich zusammengehört und was nur scheinbar tut. Objektiver Charakter (theoretisch begründet) Die Methodik einer experimentellen Erfahrung garantieren die Nachprüfbarkeit und im Idealfall die Wiederholbarkeit der gewonnenen Erkenntnis. ein Experiment ist theoretisch begründet (es beruht auf explizit eingeführten Begriffen aus vortheoretischen Erfahrungen).

10 andreas steinegger, 2008 Systematischer Charakter Das Experiment ist eine gründliche Analyse der Wirklichkeit. Im Experiment versucht der Forscher den Zufall (passiver Charakter) aus dem Erkenntnisprozess auszuschliessen. Eingreifen in die Wirklichkeit Die Natur wird im Experiment unter bestimmte Bedingungen gesetzt, um Erfahrungen zu provozieren, die sich natürlicherweise nicht einstellen würden. Ein Vorgang wird zum Zweck der Beobachtung absichtlich herbeigeführt. Innovativer Charakter Das Experiment will gezielt und systematisch Neues schaffen. Es ist diese Innovationskraft der experimentellen Erfahrung, die auch Schule und Unterricht gezielt und systematisch verbessern kann.

11 andreas steinegger, 2008 Erfahrung und Empirie in der Lehrerbildung Empirische Pädagogik und der Schulalltag Die empirische Pädagogik folgt nicht immer den strengen Kriterien des Experiments, kann aber trotzdem der Empirie zugeordnet werden weil: Sie verfolgt eine Fragestellung. Sie wendet methodische Prinzipien an. Sie kontrolliert die Bedingungen, unter denen sie ihre Daten erhebt. ! Eine solche planmässige und systematische Forschung setzt immer einen Bruch mit dem Alltag voraus.

12 andreas steinegger, 2008 Die Bedingungen, unter denen unterrichtet wird, sind so komplex, dass sie sich kaum analytisch beherrschen lassen und deshalb ist es schwierig, das empirische Wissen der Erziehungswissenschaft in die pädagogische Praxis zu integrieren.

13 andreas steinegger, 2008 Herzog (2005) und Weinert (1989) Wissensstand der Unterrichtsforschung Das aktuelle Wissen der Unterrichtsforschung ist eher bescheiden. Verschiedenste Studien versuchen den Zusammenhang zwischen Erfolg des Unterrichts und einzelnen Unterrichtsmerkmalen empirisch zu belegen. Es muss aber festgestellt werden, dass sich...keine substantiellen, stabilen und generell gültigen Zusammenhänge zwischen isolierten Unterrichtsmerkmalen und den verschiedensten Erfolgskriterien finden lassen (Weinert, 1989, S. 210).

14 andreas steinegger, 2008 Kompetente Lehrpersonen Als Experten gelten Lehrpersonen, die in ihrer Domäne hervorragende Leistungen erbringen durch: Eine wissenschaftliche Ausbildung gestützt auf empirischem Wissen Umsetzung des empirischen Wissens im Unterricht Kompetenzen, die durch Erfahrung erworben werden Intuition, Kreativität, Urteilskraft, Gewandtheit und Improvisationstalent

15 andreas steinegger, 2008 Um kompetente Berufsleute auszubilden, ist es unverzichtbar, dass die Lehrerbildung Anschluss an das erziehungswissenschaftliche Wissen findet und gleichzeitig der Erfahrung ihren Tribut zollt. Problem: Wie sind die beiden Erfahrungswelten - die Welt der alltägliche und diejenige der wissenschaftlichen Erfahrung - miteinander zu verbinden?

16 andreas steinegger, 2008 Gleichzeitige Vermittlung von Erfahrung UND Empirie Erfahrung und Empirie sind zwei unterschiedliche Formen der Erschliessung und Repräsentation der Wirklichkeit. Gemeinsamkeit: Das Individuum verknüpft vergleichbare Erfahrungen miteinander verknüpft und verallgemeinert diese zu Typen. Auch die empirische Forschung hat typisierenden Charakter. Die wissenschaftlichen Gesetze organisieren die Welt in einem System von Typen.

17 andreas steinegger, 2008 Beide Wissensformen sind somit eine Konstruktion der Wirklichkeit. Die Aufarbeitung von Erfahrung und Empirie in typisierter Form ist somit die zu wählende Methode, um das Problem der gleichzeitigen Vermittlung von lebensweltlichem und wissenschaftlichem Wissen zu lösen.

18 andreas steinegger, 2008 Die gleichzeitige Vermittlung von Erfahrung und Empirie in der Lehrerbildung ist also möglich. Die Lehrerbildung sieht sich vor folgende doppelte Aufgabe gestellt: 1.2. Gelegenheiten schaffen, die vielfältigen Erfahrungen von Schule und Unterricht mit Hilfe von empirischem Wissen aufzuarbeiten und zu reflektieren in die Logik des experimentellen Denkens einführen, damit der Unterricht eigenständig reflektiert und experimentelle Erfahrungen angestellt werden können

19 andreas steinegger, Gelegenheiten schaffen, die vielfältigen Erfahrungen von Schule und Unterricht mit Hilfe von empirischem Wissen aufzuarbeiten und zu reflektieren. Praktika als wertvolle Plattform um Erfahrung und Empirie miteinander in Verbindung zu setzen. Die Studierenden sollen sich ihr empirisches Wissen bewusst zu Nutzen machen, um die Qualität ihres Unterrichts zu verbessern. Nicht die erfahrene Lehrperson ist das Ideal, sondern diejenige Lehrperson, die es versteht durch Reflexion ihr empirisches Wissen zur Verbesserung des Unterrichts zu nutzen.

20 andreas steinegger, In die Logik des experimentellen Denkens einführen, damit der Unterricht eigenständig reflektiert und experimentelle Erfahrungen angestellt werden können. Es gilt also ein Konstrukt zu entwickeln, das verhindert, dass sich die Studierenden das empirische Wissen aneignen, jedoch brach liegen lassen, weil sie es mit ihren Erfahrungen nicht in Verbindung bringen können.

21 andreas steinegger, 2008 Erfahrung und Empirie in der Lehrerbildung Zusammenfassung

22 andreas steinegger, 2008 Definitionsversuch Erfahrung Passiver Charakter Negativer Charakter Erfahrungen machen klug Konservativer Charakter Erfahrungen sind subjektiv Egozentrischer Charakter Unbelehrbarkeit der Erfahrungen

23 andreas steinegger, 2008 Das Experiment als Weg der Empirie Aristoteles und Galilei Eingang in die Welt der Wissenschaft erhält, wer sich der galileischen Denkweise anschliesst. Diese unterscheidet sich vom aristotelischen Denken, in dem wir im Alltag verhaftet sind.

24 andreas steinegger, 2008 Definitionsversuch Experiment Aktiver Charakter Zielgerichtete Überprüfung von Zusammenhangsvermutungen Objektiver Charakter (theoretisch begründet) Systematischer Charakter Eingreifen in die Wirklichkeit Innovativer Charakter

25 andreas steinegger, 2008 Doppelte Aufgabe der Lehrerbildung Ziel: Die gleichzeitige Vermittlung von Erfahrung und Empirie 1. Gelegenheiten schaffen, die vielfältigen Erfahrungen von Schule und Unterricht mit Hilfe von empirischem Wissens aufzuarbeiten und zu reflektieren 2. In die Logik des experimentellen Denkens einführen, damit der Unterricht eigenständig reflektiert und experimentelle Erfahrungen angestellt werden können.

26 andreas steinegger, 2008 Literatur: Herzog, Walter: Erfahrung und Empirie: Über die Vermittelbarkeit erziehungswissenschaftlichen Wissens. In: Pühse, U. (Hrsg.): Schulsportforschung im Spannungsfeld von Empirie und Hermeneutik. Magglingen: Bundesamt für Sport Magglingen Weinert, F. E.: Psychologische Orientierung in der Pädagogik. In: Röhrs, H. & Scheuerl, H.(Hrsg.): Richtungsstreit in der Erziehungswissenschaft und pädagogische Verständigung. Frankfurt a.M.: Lang 1989, S. 203 – 214.


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