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Dobernig; 12.11.2008 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen Reaktionsweisen, Grenzen, Schutz Mag. Dr. Elmar Dobernig.

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1 Dobernig; Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen Reaktionsweisen, Grenzen, Schutz Mag. Dr. Elmar Dobernig

2 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 2 Zeitstruktur und Inhalt bis incl. Pause Wer war schon hier? Wiederholung? Jugendliche Arten von Krisen (Traumatische Krise; Suizidalität; Soziale Krise) Interventionsmöglichkeiten in den verschiedenen Krisen Themen: Selbst- und Fremdgefährdung; Alkohol, Drogen Fallbeispiele der Teilnehmerinnen

3 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 3 Mein Bezug zum Thema - Kurze Beschreibung zum beruflichen Hintergrund (Arbeitssetting) - Warum habe ich mich für das Seminar angemeldet? War ich beim ersten Seminar? - Worüber möchte ich mehr erfahren? - Welche Erfahrungen möchte ich einbringen?

4 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 4 Krisen

5 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 5 Definition Krise Eine Krise ist ein inneres Geschehen, das dadurch gekennzeichnet ist, dass eine Person das Gefühl hat, dass ihre Bewältigungsmöglichkeiten erschöpft sind. Eine Krise kann sich auch in Beziehungen entwickeln in dem Sinne, als die Möglichkeiten der Interaktionspartner erschöpft sind, gemeinsam Probleme zu lösen.

6 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 6 Arten von Krisen und Interventionsschwerpunkte Traumatische Krise Stabilisieren, ev. Trauer und Abschied ermöglichen Soziale Krise/Konflikt De-eskalieren Suizidalität Abklären; Stabilisieren; ev. Delegieren

7 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 7 Die Reaktion auf Krisen ist abhängig von... Individuellen Verhaltensstilen Alter Entwicklungsstand

8 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 8 Wiederermächtigungsmodell Ziel ist die Wiedergewinnung der Bewältigungskompetenz. Krisenintervention ist nicht Psychotherapie. Empathie alleine genügt nicht.

9 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 9 Allgemeines - Krisen sind sowohl in der individuellen Entwicklung des Einzelnen als auch im Zusammenleben etwas Normales und Selbstverständliches. - Besonders in sozialpädagogischen Institutionen gehören Krisen zum Alltag. Die betreuten Jugendlichen sind auf Grund ihrer Lebensgeschichte und der aktuellen Lebenssituation krisenanfälliger als viele Altersgenossen.

10 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 10 Prioritäten richtig setzen Im Krisenfall haben Vorrang: - Schutz der betroffene Menschen - Entlastung und Betreuung der Beteiligten - Organisation der erforderlichen Hilfe - Maßnahmen zur Eindämmung des Schadens bzw. zur Vermeidung einer Eskalation - Information der Umgebung

11 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 11 Kinder und Jugendliche

12 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 12 Kinder und Jugendliche... denken nicht so rational wie Erwachsene...brauchen daher viel emotionale Zuwendung...lassen sich ablenken... fühlen sich in Anwesenheit vertrauter Personen sicherer...reagieren sensibel auf Körperkontakt

13 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 13 Probleme in der Akutsituation Vertrauen gestört / Vertrauensbruch Bedürfnis nach Sicherheit Probleme mit dem Verstehen Nicht alle Emotionen sind verfügbar Aggressionen Wut Schuldgefühle bzw. –zuweisungen Schamgefühl

14 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 14 Was Kindern und Jugendlichen hilft Alltagsroutinen geben Sicherheit Sie brauchen mehr Zuwendung Sie brauchen Handlungsmöglichkeiten Kinder wollen Fragen stellen Jugendliche zeigen aber auch Abwehr

15 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 15 Alltagsroutinen Kinder können nicht nur dasitzen und die Emotionen aushalten: gewohnte Aktivitäten helfen oft. Kleinere Kinder fangen meist bald wieder an zu spielen, wenn man sie lässt. Manche Kinder gehen gern spazieren. Manche Kinder gehen Rad fahren, Basketballspielen etc.. Manche Kinder ziehen sich auf ihr Zimmer/vor den Fernseher zurück. Manche Kinder wollen einen Freund besuchen.

16 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 16 Zuwendung Kinder brauchen in Krisen vermehrt Zuwendung: Sie wollen dass eine Bezugsperson beim Einschlafen dabei ist. Sie wollen nicht allein im Bett schlafen. Sie wollen nicht in die Schule gehen. Sie wollen auch für kurze Zeit nicht allein gelassen werden.

17 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 17 Handlungsmöglichkeiten Handlungsmöglichkeiten und Beteiligung an Entscheidungen helfen Kindern bei der Bewältigung, da sie das Gefühl der Hilflosigkeit reduzieren: z.B. Mitentscheiden bei nächsten Schritten. Gefragt werden, woran sie teilnehmen wollen. Dabeisein dürfen, wenn Erwachsene Dinge organisieren. Hilfsarbeiten übernehmen.

18 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 18 Zeichen von Abwehr bei Kindern Den Raum verlassen Spielen beginnen Fernseher einschalten Sitzen bleiben, auf den Boden starren, mit einem Gegenstand spielen Zeichnen anfangen Sich auf Toilette/Zimmer zurückziehen Das Haus verlassen, jemanden besuchen Telefonieren …

19 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 19 Abwehr respektieren! Abwehr respektieren als Möglichkeit, mit der Situation klarzukommen. Nicht zum Sprechen zwingen Sprechen lassen aber nicht ausfragen. Spiel und Ablenkungsmöglichkeiten einbauen (Schonraum). Grenzen respektieren und Zeit geben. Nicht konfrontieren ohne Zustimmung des Kindes

20 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 20 Jugendliche in Krisen... zeigen häufig eine Mischung aus erwachsenen und kindlichen Reaktionen... denken nicht immer so rational wie Erwachsene...brauchen daher viel emotionale Zuwendung...lassen sich ablenken... fühlen sich in Anwesenheit vertrauter Personen sicherer...reagieren sensibel auf Körperkontakt... zeigen nach Krisen erhöhtes Risikoverhalten

21 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 21 Bedürfnisse des Kindes in der Akutsituation (Checkliste) (1) Unterstützung durch Bezugspersonen Schuldgefühlsentlastung Miteinbeziehen in Entscheidungen Zeit bekommen und Zeitdruckreduktion Offenheit und Ehrlichkeit Gefühlsausdruck und Normalisierung Objektive Information

22 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 22 Bedürfnisse des Kindes in der Akutsituation (Checkliste) (2) Kommunikation fördern Entlastung in der Überforderung Zugeständnis eigener Bedürfnisse Enttabuisierung

23 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 23 Traumatische Krise

24 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 24 Psychotrauma (nach DSM-IV) Erlebtes oder beobachtetes Ereignis, welches Todesgefahr oder Gefahr für die körperliche Unversehrtheit der eigenen Person oder anderer Personen beinhaltet. Intensive Reaktion der traumatisierten Person beinhaltet intensive Furcht, Hilflosigkeit, Grauen, aufgelöstes oder agitiertes Verhalten.

25 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 25 Traumatische Krisen werden ausgelöst etwa durch: Tod, drohender Tod oder schwere Verletzung/Erkrankung naher Bezugspersonen Miterleben von Tod, drohendem Tod oder schwerer Verletzung/Erkrankung anderer Personen Eigene schwere Verletzung/Erkrankung oder Lebensgefährdung (Misshandlungen, Vergewaltigung, Gewaltverbrechen) Plötzlicher Verlust vertrauter Menschen und sozialer Sicherheit

26 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 26 Risikofaktoren nach Traumatisierungen (zusammengefasst nach Hausmann, 2007) Ereignisfaktoren (etwa starke Intensität, lange Dauer; Wiederholung; Lebens- bedrohung, physische Verletzung, von Menschen verantwortetes Ereignis, absichtliche Schädigung etc.) Während und nach dem Trauma (etwa peritraumatische Dissoziation; starke Intrusionen; Vermeidung, Schulderleben etc.) Umweltreaktionen (etwa Ausbleiben fremder Hilfe; fehlende soziale Unterstützung, ständiges Erinnertwerden and das Geschehen (Triggerung)).

27 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 27 Normale Reaktionen auf belastende Erfahrungen Schockphase und peritraumatische Dissoziation: Überflutung. Erste Reaktionsphase: sich beruhigen, sich ablenken, sich mitteilen wollen. Verleugnungsphase: Versuch, das Erlebte auszuklammern und normal weiterleben wollen. Intrusionen, Wiedererleben: Versuch, sich mitzuteilen und Teile zu einem Ganzen zusammenzufügen. Alternieren zwischen Vergessen und Konfrontation mit dem Ziel der Neuorientierung

28 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 28 Symptome des Wiedererlebens Alpträume Flash-backs Tagträume Körperliche Reaktionen Kindspezifisch Traumatisches Spiel Unspezifische Angstträume

29 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 29 Vermeidungssymptome Vermeidung von Orten, Aktivitäten, Menschen Vermeidung von Gedanken, Gesprächen Vermindertes Interesse Eingeschränkter Affektspielraum Kindspezifisch Weniger organisiertes Vermeidungsverhalten Einengung des Spielverhaltens

30 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 30 Physiologische Übererregung Schlafstörungen Konzentrationsprobleme Reizbarkeit Schreckhaftigkeit Übermäßige Wachsamkeit Kindspezifisch Aggressive Verhaltensweisen Dysregulation von Rhythmen Schulleistungsabfall

31 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 31 Kinder im Vorschulalter (nach Landolt, 2008) Diagnosekriterien der PTBS auf Studien bei Erwachsenen basierend Validität der Diagnose erst ab dem Schulalter gesichert Auch Kinder im Vorschulalter zeigen Traumafolgestörungen Probleme bei jüngeren Kindern: Verbale Beschreibungen innerer Zustände erschwert Durch Verhaltensbeobachtung und Interaktion sind lediglich wenige Diagnosekriterien zu identifizieren Kognitive Symptome sind nicht möglich bzw. in anderer Form Vermeidungsverhalten weniger organisiert

32 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 32 PTBS Prävalenz (nach Landolt, 2008) Bremer Jugendstudie von Essau et al. (1999): 22.5% der Jährigen haben mindestens ein traumatisches Ereignis erlebt. Davon entwickeln 7.3% eine PTBS. 1.6% der Jährigen leiden an einer PTBS. Männliche Jugendliche berichten über mehr traumatische Ereignisse. Weibliche Jugendliche entwickeln häufiger eine PTBS.

33 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 33 Frühe Interventionen

34 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 34 Ziele früher Interventionen Informationsaustausch (= Kognition) Emotionale Entlastung, Stabilisierung (= Emotion) Aktivierung von Selbsthilfe-Initiative (= Handlung) Identifikation von Risikogruppen (= Prävention)

35 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 35 Grundsätze in der akuten Phase (nach Landolt, 2008) Unverzüglichkeit Kontakt- und Beziehungsaufnahme, nicht alleine lassen Entwicklungsalter berücksichtigen Stabilisierung Ruhiges und bestimmtes Auftreten Schnellstmöglicher Kontakt mit enger Bezugsperson Externe Aufmerksamkeitsablenkung Eventuell Körperkontakt Teddy-Bär Atemtechniken / Übungen zum sicheren Ort Orientierung und Information (Was ist geschehen? Was wird in unmittelbarer Zukunft geschehen?) Keine Bagatellisierung des Geschehenen Vermittlung weiterreichender Betreuungsangebote

36 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 36 Bindung herstellen Explorieren Intervenieren Schritte der Krisenintervention

37 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 37 Krisenintervention: Bindung herstellen (1) Sicherheit geben/Vertrauen schaffen: Vorstellung wenn nötig, Gesprächsrahmen schaffen Wegführen vom belastenden Inhalt/Ort: Überwältigung unterbrechen Erzählen fördern: Wechsel auf kognitive Ebene

38 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 38 Krisenintervention: Bindung herstellen (2) Abwehr respektieren: Respektieren wenn jemand keine Betreuung für sich will, wenn jemand Distanz lieber hat. Dabei bleiben: Sich nicht aufdrängen, aber so lange dabei bzw. in der Nähe bleiben bis man den Zustand der Personen abschätzen kann!

39 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 39 Krisenintervention: Explorieren Vor allem bei nicht bekannten Ereignissen nötig Geschichte (behutsam) erfragen

40 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 40 Krisenintervention: Intervenieren (1) Äußeren Rahmen schaffen Vermittlung von Sicherheit und des Gefühles, dass auch diese unbewältigbar erscheinende Situation prinzipiell bewältigbar ist. Personen sind häufig zum ersten mal in einer derartigen Situation und wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Struktur in die Ereignisse bringen (durch strukturiertes Erzählen)

41 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 41 Krisenintervention: Intervenieren (2) Notwendige nächste Schritte erklären: (etwa wer benachrichtigt wird; wann jemand kommen wird). Überblick bewahren Entscheidungen respektieren durch Nachfragen bei verschiedenen Möglichkeiten der Entscheidung und respektieren der Entscheidungen. Normalisieren durch Betonung der Normalität der Reaktionen in der Akutphase

42 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 42 Krisenintervention: Intervenieren (3) Positive Bewältigung fördern durch Begleitung von positiven Handlungen, die die Person selbst setzen will; durch so viel selbst machen lassen, wie sie möchte und kann. Informationen weitergeben über notwendige nächste Schritte Über eigene emotionale Reaktionen zu erklären (meist emotionale Taubheit)

43 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 43 Krisenintervention: Intervenieren (4) Vorausdenken durch Überblick über die Situation und mögliche Entwicklungen Suche nach Auffangnetzen und Miteinbeziehung Kommunikation unter den Betroffenen fördern Soziale Ressourcen nutzbar machen

44 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 44 Traumaspezifische Psychotherapie

45 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 45 Phasen der Behandlung von Traumafolgestörungen Stabilisierung Traumabearbeitung Integration

46 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 46 Therapieforschung bei Kindern (nach Landolt, 2008) Nachgewiesener Nutzen: Trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie; Ia EMDR: Ib Narrative Expositionstherapie für Kinder: Ib Spieltherapie: IIa Nicht adäquat untersucht: Tiefenpsychologische / psychodynamische Verfahren Hypnotherapeutische Verfahren Familientherapeutische Verfahren Pharmakotherapie

47 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 47 Suizidalität

48 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 48 Suizidalität Jugendliche als eine Risikogruppe für Selbstmorde, da sie dazu neigen, ihre Gefühle und Stimmungen auszuagieren, statt darüber zu reden. Selbstmorde unter Jugendlichen als 2. häufigste Todesursache dieser Altersgruppe (nach Unfalltod); in etwa bei 5% (Wolf, 1985). Geschlechtsrelation: 1: 3; Mädchen: Jungen. Suizidversuche etwa 10 mal so häufig.

49 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 49 Selbstgefährdung (2) Katamnestisch (nach Jahren) sind 10% der Jungen und 2.9% der Mädchen an vollenendetem Suizid verstorben (Otto, 1972). Häufigkeit ernsthafter Suizidabsichten bei Jugendlichen: 27 bis 51%

50 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 50 Ursachen Todesphantasien in der Pubertät sind übliche Mechanismen, um mit Kränkungen (v.a. des Selbstwertgefühles) umzugehen. Bei Risikofaktoren kann es jedoch zu schweren psychischen Krisen und zu Suizidhandlungen als missglücktem Konfliktlösungsversuch kommen.

51 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 51 Risikofaktoren Störung der familiären Interaktionen Vorliegen einer psychiatrischen Erkrankung Psychische Traumatisierung in der Kindheit Körperliche Traumatisierung in der Kindheit Selbstmordmeldungen im Freundeskreis oder in den Medien

52 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 52 Gruppen gefährdeter Jugendlicher Schizophrene bzw. psychotische Jugendliche Risiko einer Suizidhandlung bei ca. 25% Nach Traumatisierung und depressiver Entwicklung in depressiv-narzistischer Krise Suizidale Handlungen am Ende eines Prozesses von Erfahrungen von Isolation, Verlust der Zielperspektive, Gefühlen der Zurückweisung und Mißverstandenwerdens Jugendliche mit Persönlichkeitsstörungen häufig vom Borderlinetyp. Starke Selbstverletzungstendenzen sowohl oberflächlich als auch schwere Selbstverletzungen

53 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 53 Suizid-Interventionen (1) Offenes Nachfragen und Ansprechen (wann, wie, wo, Vorbereitungen). Ernstnehmen von selbst- und fremdgefährdenden Aussagen. Augenmerk liegt auf der momentanen Situation und den momentanen Problemen und nicht bei alten Geschichten. Nehmen Sie Gedanken und Gefühle auf, akzeptieren Sie diese, aber stimmen Sie ihnen nicht zu.

54 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 54 Suizid-Interventionen (2) Versuchen Sie, die Gefühle in Grenzen zu halten. Nicht gegen Suizidalität anreden. Bestimmen Sie die Zugehörigkeit zu Risikogruppen. Versprechen Sie nichts, das Sie nicht halten können, oder über das Sie keine Kontrolle haben. Nicht weggehen, ohne den weiteren Verlauf genau festzulegen.

55 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 55 Suizid-Interventionen (3) Versuchen Sie für das weitere konkrete Vorgehen das Einverständnis der Person zu erhalten. Wenn keine Kooperationsbereitschaft: aktive Übernahme der Verantwortung; stationäre Aufnahme veranlassen. Falls der Suizid durchgeführt wurde: kümmern Sie sich um die Angehörigen.

56 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 56 Umgang mit Suizidgefährdeten Beziehungsfördernde Grundhaltung als Basis Ansprechen der Suizidalität: Wenn Sie das Gefühl haben, Ihr Gegenüber könnte an Selbstmord denken, bitte fragen Sie ihn danach! Wichtige Ressource: Einbeziehung der Umgebung des Betroffenen

57 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 57 Fehler im Umgang Herunterspielen des Problems (Das ist ja alles nicht so schlimm) Vorschnelle Tröstung (Wird schon wieder) Ermahnungen (Reißen Sie sich zusammen) Verallgemeinerungen (So ist das Leben) Belehrungen (Das sehen Sie falsch; Also generell gilt...) Ratschläge (Warum machen Sie nicht einfach...) Vorwürfe (Was haben Sie sich dabei eigentlich gedacht?) Dramatisieren (Wissen Sie eigentlich, was Sie anderen damit antun?) Vergleiche (Anderen geht es noch schlechter) Zu rasche Suche nach Veränderungsmöglichkeiten

58 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 58 Selbstmord eines Elternteils Trauer nach einem Verlust durch Suizid ist besonders schwer zu bewältigen Scham Schweigen Isolation Schuldgefühl Wut Gedankenkreisen

59 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 59 Aggressive Jugendliche

60 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 60 Aggressive Jugendliche soweit möglich: Aggressionen aushalten bzw. ignorieren klare Grenzen und Instruktionen vorgeben sich nicht auf Diskussionen einlassen Allerdings: Bei aggressiven / gefährlichen Personen müssen Sie in erster Linie sich selbst schützen Beachten Sie folgende Kriseninterventions-Checkliste!

61 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 61 Aggressive Jugendliche: Checkliste (1) Grundsätze: Handeln Sie nicht unüberlegt, holen Sie Hilfe (Polizei) und halten Sie Abstand. Die Situation kann sich unvorhersehbar entwickeln Erinnern Sie sich, dass Gewalttätigkeit aus einer Verteidigungshaltung entspringt Gewalttätigkeiten sind typischerweise zeitlich eng begrenzt, die Zeit arbeitet für Sie. Umgebung: Schaffen Sie eine ruhige Umgebung, vermindern Sie Reize und verhindern Sie Störungen von außen. Schneiden Sie der Person keine potentiellen Fluchtwege ab und treiben Sie sie nicht in die Enge. Behindern Sie die Polizei nicht in ihrer Arbeit zur Lösung der Situation.

62 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 62 Aggressive Jugendliche: Checkliste (2) Interventionen: Die beste Vorhersage zur Entwicklung der Situation ergibt sich aus der Analyse früherer Gewalttätigkeiten. Strahlen Sie Ruhe aus und geben Sie der Person das Gefühl, keine Gefahr darzustellen. Überstürzen Sie nichts, vermeiden Sie plötzliche Bewegungen und laute Geräusche. Es sollte jeweils nur eine Person sprechen. Unterlassen Sie alles, was die Person provozieren, ärgern oder ängstigen könnte. Erkunden Sie die Umstände, die zur momentanen Krise geführt haben. Akzeptieren Sie die Gefühle der Person und nehmen Sie sie so an, wie sie sind. Fragen Sie die Person selbst nach einer Lösung für die Situation.

63 Krisensituationen im Umgang mit Jugendlichen; ; Dobernig 63 Aggressive Jugendliche: Checkliste (3) Interventionen (Fortsetzung): Finden Sie heraus, womit Sie hilfreich sein können. Werden Sie nicht unnötig laut. Alkohol, Drogen und psychische Störungen begünstigen Gewalttaten. Fragen Sie nach, ob die Person schon gegessen hat und bieten Sie gegebenenfalls etwas zu essen oder (nicht alkoholische) Getränke an. Zeigen Sie Fürsorge. Trennen Sie die an der Auseinandersetzung Beteiligten voneinander. Hören Sie nicht auf, (sinnvoll) zu fragen und achten Sie genau auf die Antworten. Erfüllen Sie angebrachte Wünsche der Person. Eröffnen Sie der bedrängten Person Alternativen. Fassen Sie eine aufgebrachte Person nicht an! Nutzen Sie die Möglichkeiten, denen die Person Vertrauen schenkt. Bringen Sie der Person Anerkennung für jede Kooperation entgegen. Die Behörden sollten so schnell wie möglich die Kontrolle über die Situation übernehmen.


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