Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Krankenhäuser als Mordanstalten „Euthanasie“ und „Sonderbehandlung 14 f 13“ ein Beitrag zum Hermann-Langbein-Symposium Linz / 21. April 2016 Dr. Ute Hoffmann,

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Krankenhäuser als Mordanstalten „Euthanasie“ und „Sonderbehandlung 14 f 13“ ein Beitrag zum Hermann-Langbein-Symposium Linz / 21. April 2016 Dr. Ute Hoffmann,"—  Präsentation transkript:

1 Krankenhäuser als Mordanstalten „Euthanasie“ und „Sonderbehandlung 14 f 13“ ein Beitrag zum Hermann-Langbein-Symposium Linz / 21. April 2016 Dr. Ute Hoffmann, Gedenkstätte Bernburg

2 der nationalsozialistischen Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Vorgeschichte

3 Eugenik Eugenik = alle Maßnahmen  zur Erhöhung des als positiv bewerteten Teils und  zur Senkung des als negativ bewerteten Teils einer Rasse (Volk)  eu = gut / genos = Geschlecht 1883 geprägt von Francis Galton ( )  für den deutschsprachige Raum bis 1945: Rassenhygiene (Alfred Ploetz)

4 Die differentielle Geburtenrate / 1

5 Die differentielle Geburtenrate / 2

6 Die differentielle Geburtenrate / 3

7 Der „Generationenkrieg“

8 Rassenhygieniker / vor 1933 Alfred Ploetz ( ) Arzt und Publizist „Grundlinien einer Rassenhygiene. Die Tüchtigkeit unserer Rasse und der Schutz der Schwachen“ (1895) Alfred Grotjahn ( ) Arzt und Publizist „Soziale Pathologie“ (1912)

9 Folgen des Ersten Weltkrieges für die Entwicklung der Bevölkerung und damit der Wirtschaft: - Gefallene - Geburtenausfall - Kriegsbeschädigte, die der Fürsorge des Staates anheim fallen Schätzung: die Bevölkerung werde bis etwa 1970 brauchen, bis der Einschnitt ausgeglichen ist bis dahin Entspannung der sozialen Belastung durch die Reduzierung der Zahl der Betreuungsbedürftigen

10 Forderungen nach Sterilisation Deutschland:  1923 Dr. Gerhard Boeters mit einem Gesetzentwurf über die Sterilisation von Kindern, wenn sie als „unfähig erkannt worden sind, an dem normalen Volksschulunterricht mit Erfolg teilzunehmen“  1931 Fritz Lenz ( ), Anthropologe und Humangenetiker mit der Forderung, das untüchtigste Drittel der Bevölkerung zu sterilisieren  1932 Gesetzentwurf im preußischen Landesgesundheitsrat Österreich:  1921 Antrag der Großdeutschen Volkspartei auf ein Bundesgesetz betr. „Eheverbot für Personen, die mit erblichen oder ansteckenden Krankheiten behaftet sind“  1925 Forderung nach Zwangsabtreibung, wenn „nach den Vererbungsregeln mit größter Wahrscheinlichkeit oder Sicherheit ein körperlich oder moralisch sehr minderwertiger Nachkomme zu erwarten ist“ (Rudolf Polland, zit. nach Mayer)

11 ab 1923 in Österreich: Gründung von eugenischen Vereinen  Oberösterreichische Gesellschaft für Rassenhygiene in Linz (OÖGR), * 1923  Grazer Gesellschaft für Rassenhygiene (GGR), * 1923  Wiener Gesellschaft für Rassenpflege (WGR), * 1924  Arbeitsbund für Österreichische Familienkunde (ABÖF), * 1927 Graz  Österreichischer Bund für Volksaufartung und Erbkunde (ÖBVE), * 1928 Wien

12 Die Bewertung von Leben Karl Binding ( ) Alfred Hoche ( ) „Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens – ihr Maß und ihre Form“ (1920, 2. Aufl. 1922) Verbindung des Begriffes der Euthanasie mit der Vernichtung lebensunwerten Lebens

13 Ewald Meltzer ( ) „ Das Problem der Abkürzung ‚lebensunwerten‘ Lebens“ (1925) Zentrale Frage an die Eltern: Würden Sie auf jeden Fall in eine schmerzlose Abkürzung des Lebens Ihres Kindes einwilligen, nachdem durch Sachverständige festgestellt ist, dass es unheilbar blöd ist? von 200 Fragebögen kamen 162 zurück, davon 73% mit Ja 27% mit Nein

14 der nationalsozialistischen Zwangssterilisation und „Euthanasie“ Maßnahmen

15 Ideal und Wirklichkeit

16

17 Betroffene: rund Menschen Organisation: über kommunale Gesundheitsämter Umsetzung: Erbgesundheitsgerichte Zwangssterilisation

18 Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom in Kraft ab / in Österreich ab angeborener Schwachsinn, Schizophrenie, manisch-depressives Irresein, erbliche Fallsucht, erblicher Veitstanz, erbliche Blindheit, erbliche Taubheit, schwere erbliche körperliche Missbildung schwerer Alkoholismus Erbgesundheitsgericht Richter am Amtsgericht beamteter Arzt niedergelassener Arzt

19 Oberdonau Linz EGOG Krumau EGG Ried EGG Steyr EGG Linz EGG Wels EGG

20 Verfahren Anzeige an das zuständige Gesundheitsamt durch Familienangehörige, Betreuer, behandelnde Ärzte, Fürsorger oder die betreffende Person ▼ Antrag an das Erbgesundheitsgericht durch das Gesundheitsamt ▼ Verhandlung am zuständigen Erbgesundheitsgericht▼ Beschluss auf Sterilisation oderAblehnung der Sterilisation ▼ Operation oder Möglichkeit des Widerspruchs beim zuständigen Erbgesundheitsobergericht▼ Bestätigung oder Ablehnung ▼ Operation ▼▼ Rückmeldung an das Erbgesundheitsgericht

21 Opfer: rund Kinder aus häuslicher Betreuung Organisation: über kommunale Gesundheitsämter Umsetzung: rund 30 spezielle Abteilungen in psychiatrischen Krankenhäusern Kinderfachabteilungen

22 Kinderfachabteilungen (KFA) Runderlass des RMdI vom 18. August 1939 Meldung bei Idiotie sowie Mongolismus, Mikrocephalie, Hydrocephalus, Missbildungen jeder Art (Fehlen von Gliedmaßen, Spaltbildungen), Lähmungen an die jeweiligen kommunalen Gesundheitsämter und von dort an den Reichsausschuss zu Erfassung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden Einweisung des Kindes in eine KFA: „Hier kann auf Grund der durch den Reichsausschuss getroffenen Einrichtungen die beste Pflege durchgeführt werden.“ (aus dem Antwortschreiben des Reichsausschusses an die Gesundheitsämter)

23 rot = gesichert grün = nicht gesichert

24 Österreich / Wien Institution: Städtische Jugendfürsorgeanstalt „Am Spiegelgrund“ ab März 1942 Heilpädagogische Klinik der Stadt Wien „Am Spiegelgrund“ ab November 1942 Teilung in Wiener Städtische Nervenklinik für Kinder „Am Spiegelgrund“ und Wiener Städtische Erziehungsanstalt „Am Spiegelgrund“ Dauer:Januar 1940 – April 1945 Ärzte:Dr. Erwin Jekelius (Direktor bis 1941) Dr. Ernst Illing (ab 1942 Direktor) Dr. Heinrich Gross Dr. Margarete Hübsch Dr. Marianne Türk Forschungsschwerpunkt: Hirnforschung (in Zusammenarbeit mit der Prosektur Brandenburg Görden)

25 Österreich / Graz Institution: Landesheil- und Pflegeanstalt für Geisteskranke „Am Feldhof Graz“ (bzw. Gau- Heil- und Pflegeanstalt) Dauer:Juli 1941 – Anfang 1945 Ärzte:Dr. Oskar Begusch (Direktor bis 1944) Dr. Ernst Sorger (Direktor ab 1944) Dr. Hans Machan (Leiter der Frauenabteilung) Dr. Peter Korp Dr. Josefine Hermann Dr. Gabriele Eder Forschungsschwerpunkt: postmortale Bestimmung von Diagnosen (in Zusammenarbeit mit der Prosektur der Uniklinik Graz)

26 1939 –1941 zentral in sechs Gasmordanstalten (Aktion T 4) Opfer: Männer, Frauen und Kinder 1941 – 1945 dezentral in rund 100 psychiatrischen Anstalten durch Hunger oder Gift Opfer: genaue Zahl unbekannt, ca Organisation: Zentrale in Berlin „Euthanasie“

27 Aktion T 4 1. September 1939 Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, daß nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken der Gnadentod gewährt werden kann.

28 Organisation der T 4 (Sitz: Tiergartenstr. 4) Reichsarbeitsgemeinschaft Heil- und Pflegeanstalten Gemeinnützige Krankentransport-GmbH (Gekrat) Gemeinnützige Stiftung für Anstaltspflege Zentralverrechnungsstelle Versand und Bearbeitung der Meldebogen Transport der Opfer in die Gasmordanstalten Verwaltung von Gebäuden und Personal Finanzverwaltung OrganisationsbereichAufgabe

29 Karte der Gasmordanstalten 1940/1941

30 Falschbeurkundung am Beispiel Erich H. URKUNDEREALITÄT HartheimBernburg DiphterieCO-Gas

31 Karte der Gasmordanstalten 1940/1941

32

33 Bernburg ErdgeschossAnkunft, Registrierung, Wartebereich Kellergeschoss Ermordung der Menschen, Kremierung Krematorium Leichenraum Gaskammer Sektionsraum Zugang von der Garage

34 Bernburg Gaskammer

35 Bernburg Sektionsraum

36 Euthanasieanstalt Ärzte Bedienung der Gashähne, eventuelle Rückstellungen Pflegepersonal Begleitung der Transporte bis zur Gaskammer Verwaltung Beurkundung und Verwaltung des Todes technisches Personal Fahrdienst, Bewachung, Bewirtschaftung Personalstruktur

37 Die Normalität des Tötens Dr. Irmfried Eberl ( )

38 1941–1944 in drei der sechs Gasmordanstalten Opfer: Häftlinge der KZ Auschwitz, Buchenwald, Dachau, Flossenbürg, Groß-Rosen, Gusen, Mauthausen, Neuengamme, Ravensbrück, Sachsenhausen Organisation: RSHA SS „Sonderbehandlung 14 f 13“

39 physische Vernichtung im Konzentrationslager Deportation in „E“-Anstalt Sonderbehandlung 14 f 13

40 Transporte ungeklärt:  Wewelsburg  Ravensbrück 1944

41 Sonderbehandlung 14 f 13 im Vergleich PirnaHartheimBernburg Letzter Trsp. T Erster Trsp. 14 f Letzter Trsp. 14 f KonzentrationslagerAuschwitz Buchenwald Sachsenhausen Dachau Mauthausen Gusen Buchenwald Flossenbürg Groß-Rosen Neuengamme Ravensbrück Sachsenhausen Häftlingsgruppen- Arbeitsunfähige - Körpl. Behinderte, teilweise jüdischer Herkunft - Politische - Arbeitsunfähige - Juden - „Asoziale“ - „Berufsverbr.“ - Arbeitsunfähige - Juden - Sinti und Roma - „Asoziale“ - Homosexuelle - Zeugen Jehovas

42 Phasen der Sonderbehandlung Phase 1Juni – Juli 1941Pirnanoch während der „Aktion T 4“ Zielgruppe Arbeitsunfähige Phase 2August 1941 – April 1943 März - Dez Hartheim Bernburg in Hartheim zeitlich überlappend mit der „Aktion T 4“ Ausweitung der Zielgruppen Phase 3Frühjahr – Dezember 1944 Hartheimlange nach der „Aktion T 4“ Reduzierung der Zielgruppen auf Arbeitsunfähige

43 Max Moses Guttmann ( ) Geboren am in Kowel (Russland) Beruf Schmied seit 1914 in Wien wohnhaft 1939 verhaftet und im das KZ Buchenwald überführt Ermordet am in der „Euthanasie“-Anstalt Bernburg offiziell gestorben am an doppelseitiger Lungenentzündung

44

45 Dr. Käthe Leichter ( )  geboren in Wien  ab Januar 1940 im KZ Ravensbrück  gestorben März 1942 in Bernburg

46

47 Impressum Gedenkstätte für Opfer der NS-“Euthanasie“ Bernburg c/o Olga-Benario-Str. 16/18 D – Bernburg Tel Fax Leitung: Dr. phil. Ute Hoffmann Die Gedenkstätte ist Teil der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt.


Herunterladen ppt "Krankenhäuser als Mordanstalten „Euthanasie“ und „Sonderbehandlung 14 f 13“ ein Beitrag zum Hermann-Langbein-Symposium Linz / 21. April 2016 Dr. Ute Hoffmann,"

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen