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DER KALTE KRIEG ALS EPOCHE IN GESCHICHTE UND ERINNERUNG Vorlesung – Teil 4 HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer.

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1 DER KALTE KRIEG ALS EPOCHE IN GESCHICHTE UND ERINNERUNG Vorlesung – Teil 4 HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer

2 Exkurs: Die Idee der Kollektiven Sicherheit Völkerbund bis „Atlantik-Charta“ 1942 Washington Pakt „United Nations“ (26 Staaten gegen Achsenmächte) 26. Juni 1945 „Charta der Vereinten Nationen“ UNO als Rechtsnachfolgerin des Völkerbunds

3 Ähnlichkeiten und Unterschiede Hauptziel Weltfrieden wahren (vgl. Art. 1 der UN-Charta, S. 149) „negativer“ Frieden sowie „positiver“ Frieden (zweiter Aspekt neu im Vergleich zum Völkerbund) Organisation: ähnlich wie bei Völkerbund jedoch mit deutlicherer Trennung zwischen den Kompetenzen des Sicherheitsrates und der Generalversammlung Amt eines Generalsekretärs (neu: perma- nentes Exekutivorgan) Vetorecht der Grossmächte (bildet Macht- realität ab)

4 Die Entwicklung der UNO in der Nachkriegszeit Von der Siegerorganisation (Aufnahme Österreich 1955, Beitritt BRD und DDR 1973) zur Weltorganisation 1950er bis 1960er Jahre: UNO als Plattform der westlichen Alliierten – UdSSR blockiert mit Veto Ab späte 1960er Jahre: Dritte Welt erhält in der UNO ein Sprachrohr, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen: „Nord-Süd-Konflikt“ Sowjetischer Block und neu dazu gekommene Dritt-Welt-Länder bilden häufig Allianzen: Verschränkungen des Ost-West- mit dem Nord-Süd-Gegensatz Nach 1989/91: Ende des Ost-West-Gegensatzes – neue Ordnung, die abweichendes Verhalten durch Negativsanktionen zu verhindern oder rückgängig zu machen versucht

5 Bilanz: Die Vereinten Nationen blieben immer nur so stark, wie ihre Mitglieder es wollten, was sich primär am Sicherheitsrat zeigte Die Weltgemeinschaft wurde zum Kampfplatz der Blöcke im Kalten Krieg Ein offensichtlicher Geburtsfehler war die nur indirekte Berücksichtigung der Dritten und Vierten Welt

6 Die Teilung der Welt ( )

7 Ziele Hintergründe und Verlauf der ersten Berlinkrise, des Jugoslawienkonflikts und des Koreakriegs kennen Auswirkungen der Blockbildung auf die Bündnissysteme kennen Folgen der Gründung des Volksrepublik China für den Westen und Osten kennen; Reaktionen der beiden Blöcke benennen können Bildung und Entwicklung der Bewegung der blockfreien Staaten sowie ihre Zielsetzung und Wirkung kennen und einordnen können

8 Quellen Pariser Vertragswerk 1954 Kontext: Überwindung der Krise der gescheiterten EVG durch die WEU (Westeuropäische Union) Aufnahme D und I Förderung der (west)europäischen Integration Enge Zusammenarbeit mit NATO (keine Doppelspurigkeiten)

9 Programm Die Teilung der Welt Die Krisen in Berlin, Jugoslawien und Korea - Die Formierung der Blöcke - China als dritte Weltmacht - Blockfreiheit und Neutralität

10 Ausgangssituation Die Sicherung der Räume Die Sicherung von Ressourcen Krieg der Weltordnung

11 Konferenz von Potsdam Juli-Aug Stalin (l.), Präsident Truman (Mitte) und Premier Churchill (r.) (Truman Library) Präsident Truman, Aussenminister Byrnes und Flottenadmiral Leahy – Fahrt durch Berlin Juli 1945 (Truman Library)

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13 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg A. Berlinkrise 1948/49 Anlass Bedingung für Erfolg des Marshall-Planes ⇒ stabile Währungsverhältnisse in Deutschland. Währungsreform in den westlichen Besatzungszonen: 20. Juni 1948 Blockade 24. Juni 1948 Zufahrtswege zu den Westsektoren durch sowjetische Truppen gesperrt, 2.5 Mio. Berliner ⇒ Geiseln

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15 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg Berlinkrise 1948/49 Reaktion der Westmächte Mittels Luftbrücke, organisiert von General Lucius D. Clay, wird die Versorgung der Stadt aufrecht erhalten. Amerikanische Truppen bleiben in Berlin ⇒ Aufgabe der Stadt = Niederlage gegen Kommunismus Berlin ⇒ politisches Symbol (Bedeutung für 2. Berlin Krise)

16 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg Berliner Luftbrücke 1948/49

17 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg B. Jugoslawien Längerdauernde Konflikte zwischen Stalin und Tito ⇒ Unterstützung der kommunistischen Partisanen in Griechenland entgegen Stalins Weisung (s. Truman-Doktrin) Höhepunkt 1948 ⇒ Tito plant Balkanföderation mit Bulgarien und Albanien = Infragestellung Moskaus Tito beugt sich Stalins Willen nicht, darauf zu verzichten ⇒ Verlegung der Kominform am 27. Juni 1948 nach Bukarest ⇒ 28. Juni 1948 Auschluss Jugoslawiens, Kündigung sämtlicher Handelsverträge mit anderen Ostblockstaaten ⇒ UdSSR und USA glauben an eine Abwendung Titos vom Kommunismus ⇒ UdSSR jagt “Titoisten” ⇒ USA leisten ab 1949/50 Hilfsmassnahmen für Tito ⇒ USA: Verdeckte Operationen für eine Revolution in Jugoslawien

18 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg C. Korea-Krieg Scheitern der sowjet.-amerikan. Gespräche über Wiedervereinigung Koreas ⇒ Korea Frage an UNO, freie Wahlen im Süden ⇒ August 1948 Süden: prowestliche “Republik Korea” (Syngman Rhee) ⇒ September 1948 Norden: prosowjetische “Demokra- tische Volksrepublik Korea” (Kim il Sung) ⇒ 25. Juni 1950: Invasion mit sowjetischer Hilfe und Maos Zustimmung in Südkorea ⇒ Truman ruft UNO-Sicherheitsrat an ⇒ 27. Juni UNO- Mandat, US-Truppen rücken in Inch’on in Korea ein, Zurückdrängung der nordkorean. Truppen im Süden bis zur chinesischen Grenze am Fluss Yalu

19 1. Berlinkrise, Jugoslawien und Koreakrieg ⇒ November 1950 Gegenangriff Nordkoreas mit Chinas Hilfe, Rückzug der US-Truppen bis zum 38. Breitengrad ⇒ Januar 1951 Seoul fällt in nordkoreanische Hände ⇒ Absetzung von General McArthur am 11. April 1951 ⇒ Juli 1951 erste Friedensgespräche, Waffenstillstand erst am 27. Juli 1953 ⇒ Grenze wieder am 38. Breitengrad (Tunnels von Norden nach Süden) Folge des Krieges ⇒ Beschleunigte globale Blockbildung

20 Grosser Atlas zur Weltgeschichte, Köln 1986, S. 148

21 2. Die Formierung der Blöcke A. Westmächte Nato (North Atlantic Treaty Organization) ⇒ Während Berlin Krise: Verhandlungen für ein Defensivbündnis der Westmächte ⇒ 4. April 1949 auf der Grundlage des Brüsseler Beistandspaktes: Verteidigungsbündnis zwischen GB, FR und Benelux- Staaten, Island, Kanada, Norwegen, Portugal und USA (NATO) ⇒ Bewaffneter Angriff auf einen der Mitgliedstaaten in Europa oder Nordamerika ist als Angriff auf alle Mitgliedstaaten zu betrachten

22 2. Die Formierung der Blöcke ⇒ 1952 Beitritt der Türkei und Griechenlands (Austritt 1974 wegen Konflikt mit Türkei in Zypern, Wiedereintritt 1980) ⇒ 1955 Beitritt der Bundesrepublik Deutschland ⇒ 1966 Austritt Frankreichs wegen Konflikt um nationale Rechte ⇒ 1982 Beitritt Spaniens als 16. Mitglied ⇒ Nach dem Ende des KK Integration ehemaliger Ostblockstaaten ⇒ Zusatzverträge betr. Stützpunkte, Flug-und Raketenbasen mit Südkorea (1953), Taiwan (1954) oder Japan (1961)

23 2. Die Formierung der Blöcke Integration Deutschlands ⇒ BRD profitiert für die Integration vom Koreakrieg ⇒ Adenauer bietet Westmächten einen Wehrbeitrag an ⇒ Aufbau eines Bundesgrenzschutzes ⇒ Mai 1952 Aufhebung des Besatzungsstatutes ⇒ “Westeuropäische Union” ⇒ Beitritt zur NATO 1955 ⇒ 1956 Gründung der Bundeswehr ⇒ 1957 Römer Verträge Fundament für EWG

24 2. Die Formierung der Blöcke Bilanz Koreakrieg beschleunigt Parallelorganisationen der NATO in Asien ⇒ doppelte Eindämmungs- strategie (gegen Kommunismus und japanische Aggressionen) Anzus-Pakt 1951 Verteidigungsbündnis zwischen Australien, Neuseeland und den USA – 1971 ergänzt durch ANZUK-Pakt (Australien, NZ, GB, Malaysia, Singapur)

25 2. Die Formierung der Blöcke SEATO 1954 Verteidigungsbündnis ( ) zwischen Australien, Frankreich, GB, Neuseeland, Pakistan, Philippinen, Thailand, USA, Südvietnam, Kambodscha, Laos

26 2. Die Formierung der Blöcke ASEAN Pakt ⇒ 1967 Wirtschaftspakt zw. Malaysia, den Philippinen, Singapur und Thailand, erweitert 1989 bis nach Südkorea ⇒ 1979 (Invasion Vietnams in Kambodscha) als Sicherheitsbündnis gegen China, nach KK 1991 China dabei Bagdad-Pakt ⇒ 1955 Abkommen zwischen der Türkei und Irak, dem GB, Pakistan, Iran 1955 beitraten ⇒ 1959 Austritt Iraks ⇒ CENTO wird schwächer ⇒ 1979 nach Iranischer Revolution aufgelöst

27 2. Die Formierung der Blöcke OAS ⇒ 1947 interamerikanischer Verteidigungsvertrag von 21 südamerikanischen Staaten in Rio de Janeiro (Grundlage Monroe-Doktrin, Rio-Vertrag) ⇒ 1948 Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) ⇒ Bündnisbereich umfasst Gebiet vom Nordpol, amerikan. Kontinent bis zum Südpol ⇒ antikommunistisches Bündnissystem

28 2. Die Formierung der Blöcke Ostmitteleuropa Warschauer Pakt ⇒ 14. Mai 1955 Unterzeichnung des Paktes ⇒ unter sowjet. Kontrolle stehende Staaten verpflichten sich zu Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigem Beistand im Fall eines bewaffneten Angriffs ⇒ 1956 Nationale Volksarmee der DDR eingebunden ⇒ Austritt Albaniens nach sowjet. Einmarsch in die Tschechoslowakei 1968 ⇒ Bilaterales Bündnis 1955 mit Finnland als Ergänzung

29 Weltweite Blockbildung 1955

30 3. Geburt einer neuen Weltmacht: China Gründung der Volksrepublik China: 1949 ⇒ Stärkung des kommunistischen Blocks ⇒ 1950: Freundschaftsvertrag mit UdSSR Dennoch: unterschwellig Spannungen - Ausbootung der stalintreuen Gruppen in der chinesischen KP Grenzverlauf am Amur und Ussuri - Besitz der Ostchinesischen Eisenbahn in der Mandschurei (nach 2. WK an UdSSR) ⇒ Eskalation nach XX. Parteitag (Entstali- nisierung durch Chruschtschow) 1956 ⇒ Bruch 1960

31 Grenzkonflikte China-UdSSR Grosser Atlas zur Weltgeschichte, Köln 1986, S. 122

32 3. Geburt einer neuen Weltmacht: China ⇒ Eskalation nach XX. Parteitag (Entstalinisierung durch Chruschtschow) 1956 ⇒ Friedliche Koexistenz ⇒ Verrat Chinas, Bruch 1960 – Kritik Chinas: “Revisionismus” Moskaus ⇒ UdSSR stellt Hilfslieferungen an China ein ⇒ Eskalation des Konflikts bis zu Kämpfen 1969 am Amur und Ussuri Bruch realisiert Westen erst 1961 nach Verlagerung des KK von Europa in die Dritte Welt

33 3. Geburt einer neuen Weltmacht: China ⇒ 1964 China wird Atommacht ⇒ 1967 Zündung der ersten Wasserstoffbombe Hysterische Reaktionen im Westen wegen Grösse Chinas und Atomkraft Verschärfter Konflikt mit UdSSR ⇒ Annäherung zwischen China und USA ⇒ verstärkt Isolation der UdSSR ⇒ 1972 Besuch Nixons ⇒ danach China erhält UNO-Sitz ⇒ 1987 Verdoppelung des Handelsvolumens (Meistbünstigungsabkommen der USA)

34 3. Geburt einer neuen Weltmacht: China Politik der USA ⇒ seit 1949 Eindämmung und Isolation ⇒ Verweigerung der diplomatischen Anerkennung ⇒ seit 1951 Embargopolitik, NATO-Staaten und Japan machen mit ⇒ Konzentration auf Taiwan ⇒ 1. März 1950 Gründung der Republik China durch Tschiang Kaischek ⇒ wirtschaftl. Abhängigkeit von USA ⇒ 1972 Annäherung an China

35 4. Dritte Kraft: Die blockfreien und neutralen Staaten Bewegung der Blockfreien (Nonalignment Movement) ⇒ steht zwischen den Fronten ⇒ Ziel: Bewahrung der Eigenständigkeit (koloniale Erfahrung) Gegensatz dazu: Neutrale Staaten Schweiz, Irland, Österreich und Schweden ⇒ im westlichen Lager verankert

36 Blockfreie Staaten (NAM) Die Blockfreien Bewegung (Stöver, S. 114)

37 4. Dritte Kraft: Die blockfreien und neutralen Staaten Bewegung der Blockfreien (Nonalignment Movement) – 61, dann 102 Mitgliedstaaten ⇒ Asiatische Länder, welche gerade aus der Kolonialherrschaft entlassen worden waren ⇒ namentlich Indien und Pakistan ⇒ Konstituierung der Blockfreien im Rahmen der Indonesienfrage ⇒ 1955 Gründungstagung in Bandung (Indonesien), letztes Treffen im KK 1989 in Belgrad ⇒ 1961 erstes Gipfeltreffen in Belgrad ⇒ 1964 in Kairo (Nasser!) Neben den Mitgliedstaaten waren zwei Befreiungsorganisationen dabei: SWAPO und PLO

38 4. Dritte Kraft: Die blockfreien und neutralen Staaten Zehn Grundanliegen, darunter: - Achtung der Menschenrechte und der UN-Charta - Keine militärischen Interventionen oder Einmischungen in innere Angelegenheiten - Anerkennung der Rassengleichheit Zusätze ab Dekolonialisierung - Steigerung des Wohlstandes in der Dritten Welt - Verzicht auf Wettrüsten

39 4. Dritte Kraft: Die blockfreien und neutralen Staaten Agenda der Blockfreien er Jahre: ideologisch-politische und Sicherheitsfragen er Jahre: Wirtschaftsfragen und Entwicklungshilfe (Wettrüsten der Industrienationen bremsen - Investitionen in Drittweltstaaten) ⇒ “Gruppe 77”: Neugestaltung der internationalen Wirtschaftsordnung als Programm

40 4. Dritte Kraft: Die blockfreien und neutralen Staaten Politische Wirkung: ⇒ eher schwach; Verdienst – Nord-Süd-Konflikt wird allerdings thematisiert ⇒ OPEC-Staaten nutzen bipolare Weltordnung für Eigeninteressen ⇒ Eigene militärische Konflikte werden nicht gelöst (s. Indien/Pakistan in Kaschmir, Somalia/Äthiopien, Vietnam/Kambodscha, Uganda/Tansania, Malaysia/Indonesien, Irak/Iran) ⇒ Bewegung nicht aufgelöst, aber Selbstver- ständnis mit Ende des KK verschwunden.

41 Literaturhinweise: Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters , München Wolfgang Benz, Deutschland : -nationalsozialismus/39619/das-geteilte-berlin?p=all ( ) -nationalsozialismus/39619/das-geteilte-berlin?p=all Wolfgang Benz, Zwei Staatsgründungen auf deutschem Boden: -nationalsozialismus/39624/doppelte- staatsgruendung?p=all ( ) -nationalsozialismus/39624/doppelte- staatsgruendung?p=all


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