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DER KALTE KRIEG ALS EPOCHE IN GESCHICHTE UND ERINNERUNG Vorlesung – Teil 9: Krieg der Kulturen HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer.

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1 DER KALTE KRIEG ALS EPOCHE IN GESCHICHTE UND ERINNERUNG Vorlesung – Teil 9: Krieg der Kulturen HS 2014 Prof. tit. Dr. Markus Furrer

2 Systemkonkurrenz – Krieg der Kulturen Wie äusserte sich der Kampf der Kulturen in den jeweiligen Blöcken? Inwiefern zeigte sich der Kalte Krieg in literarischen und filmischen Erzeugnissen? Welche Auswirkungen zeitigte die Zensur auf die Filmproduktion und im literarischen Bereich? Wie wirkte sich der Systemwettbewerb in den verschiedenen Gesellschaften aus? Welche Rolle spielten die Religionen im Kalten Krieg? Welche Konsequenzen hatte der Kalte Krieg für die Religionen?

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4 tt_news]=2189&tx_ttnews[list]=2191%2C2188%2C1720%2C1721%2C2 189%2C2155%2C2192%2C2187%2C2190%2C2186%2C1722%2C172 3&tx_ttnews[backPid]=7&cHash=a8a5d2378a Fichen-Opfer Wegen einer Hochzeitsreise nach Moskau im Jahr 1969 und der Denunziation durch einen Arbeitskollegen im Jahr 1975 gerät Lehrer Hans Kaufmann unschuldig in die Fänge und Dossiers der Bundespolizei, aus denen er sich nicht mehr befreien kann. («Kassensturz» vom )

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6 Quelle: Auszug Analyse von: Dan Diner (Feindbild Amerika. Über die Bestätigung von Ressentiments, München 2002.)

7 Programm Amerikanisierung – Sowjetisierung – Nationalismus Apokalypse: dargestellt in Literatur, Comic und Film Unterhaltung als Waffe: Radio, Fernsehen, Musik Kunst, Architektur und Sport in der Konkurrenz Religionen im Kalten Krieg und der Aufstieg des politischen Islam Konkurrenz in Wirtschaft und Technik Sozialpolitik – Systemkonkurrenz? Entwicklungshilfe als Waffe Erdöl – die Waffe der Dritten Welt

8 Bernd Stöver, Der Kalte Krieg. Geschichte eines radikalen Zeitalters , München 2007,

9 1. Amerikanisierung – Sowjetisierung – Nationalismus

10 AmerikanisierungSowjetisierung Nationalisierung

11 Raum Amerikanisierung: Westeuropa (auch Osten), Südkorea, Japan, Südvietnam, Thailand, Malaysia, Philippinen … Sowjetisierung: Ost- und Mitteleuropa, China, Nordvietnam, Kambodscha (zeitweilig)

12 Der Druck zur Übernahme der politisch-kulturellen Vorstellungen war um so massiver, je mehr die jeweilige Hegemonialmacht davon den Bestand ihres Imperiums abhängig machte.

13 a) Sowjetisierung Wirtschaft der RGW-Staaten Schulpolitik (Ideologievermittlung) Landwirtschaftspolitik (Zwangskollektivierung) Politische Rituale (Bruderkuss, Maikundgebungen …)

14 b) Amerikanisierung Definition: Amerikanisierung = Verwestlichung? = Modernisierung? (Antiamerikanismus) Grosse Beliebtheit auch früh in der BRD (z.B. US-Jeep „Willy“ als Spielzeug 1949) Ausdruck der Sprache: Job, Comic, Fan, Hobby, Beat, Pop … (Anglizismen)

15 In der BRD ist USA Vorbild der neuen Medien: Spiegel 1946, Bravo 1956 … Musik aus den USA Management aus den USA Amerikanisierung macht vor dem Eisernen Vorhang nicht halt: Musik des Klassenfeinds dominiert und die eigene Art einer parteitreuen Tanzmusik „der Lipsi“ hat keinen Erfolgder Lipsi Kleidung und Lebensstil (Jeans)

16 Offizielle Ablehnung: Ulbricht – „amerikanische Affenkultur“ Warnung vor «Konsummoral» auch im Westen: Amerikakritik im Westen durch 68er Bewegung mit dem Paradox, dass die Bewegung wohl am nachhaltigsten zur Amerikanisierung beitrug Kritik an Amerika in der Dritten Welt

17 «Nationalisierungen» - Abwendungen von beiden … - in der «Dritten Welt» Beispiel Ägypten unter Abd el Nasser (nationaler panarabischer Sozialismus) Formierung von Baath-Parteien (Partei der Sozialistisch-Arabischen Wiedergeburt): Stossrichtungen gegen den Imperialismus, gegen die Monarchie und auch gegen den Klerus Wandel unter Gaddhafi (Libyen): erklärte Koran zur Verfassung Iran wird 1979 ein islamistischer, antiwestlicher wie antisowjetischer Gottesstaat Einmarsch der UdSSR in Afghanistan 1979

18 Erklärungen: Die Erfindung der Nation verlief in diesen Gebieten fast immer über den Versuch,, den oktroyierten Modellen der Kolonialmächte ein eigenes nationales Modell entgegenzusetzen. Die Forcierung der Modernisierung durch beide Supermächte stösst auf nationalen Widerstand.

19 2. Apokalypse: dargestellt in Literatur, Comic und Film

20 Kampf der Kulturen Setzte mit Beginn des Kalten Krieges ein (Cold War Movies) Literarische Auseinandersetzung (anspruchsvolle Kunst und Trivialliteratur; Ost und West) Drei Themen: Welches ist die bessere politische Gesellschaftsordnung? Die permanente Bedrohung Stellung und Verantwortung des Einzelnen

21 Autoren im Osten, z.B. SF-Autor Stanislaw Lem Christa Wolf Stefan Heym Sie thematisieren den Kalten Krieg und üben auch Kritik zwischen den Zeilen. In der Regel sind Autoren im Osten unter grosse Druck.

22 Autoren im Westen: George Orwell: z.B. Animal Farm, «1984» … Nobelpreisträger Halldor Laxness mit „Atomstation“, 1955 Carl Zuckmayer Peter Dürrenmatt (Die Physiker) Günter Grass (Die Rättin) Auch im Westen sind kritische Autoren schnell unter Generalverdacht und werden als Kommunisten und Verräter gebrandmarkt.

23 Trivial- und Pop-Literatur wie Comics, „Groschenhefte“ … - Comic von 1947: „Is This Tomorrow? America Under Communism?“ - Captain Atom (bis 1991) - Inhalte: Nukleartechnik und radioaktive Strahlung vermitteln Superkräfte und gigantisches Wachstum, gigantische Mutationen (neue Supermenschen, Wiedererweckung der Dinosaurier

24 Filmproduktion: Cold War Movie als neues Genre 1948: „Berlin Express“ als letzter prosowjetischer und „The Iron Curtain“ der erste deutlich antikommunistische Streifen 1950: „I married a Communist“ 1963: 007 James Bond (Basis sind die Romane von Ian Fleming seit 1953) Amerikanischer Western widerspiegelt mit seinem manichäischen Weltbild die Fronten des Kalten Krieges

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26 Horror des Atomtods als Filmthema (1955: The Day the World Ended; 1983: The Day After) Der Kalte Krieg als Grandioser Witz: Le Petit Monde de Don Camillo ab 1952 Im Osten fehlte die Ironisierung weitgehend

27 3.Unterhaltung als Waffe: Radio, Fernsehen, Musik

28 Psychologische Kriegsführung als Waffe, die man einsetzen konnte, ohne direkt Menschenleben zu gefährden: Flugblätter Radio Fernsehen

29 Westen: Voice of America, Radio Free Europe, Radio Liberty … Behörde für weltweite Informationspolitik USIA United States Information Agency (deren Direktor vom US-Präsidenten direkt ernannt wurde) Westdeutsche Sender – „ZDF-Magazin“ mit einem offensiv antikommunistisches Format

30 Osten: Prinzip des Störens von unerwünschten gegnerischen Sendern grosser Aufwand – internationale Programme in 80 Sprachen Ost-Programme (DDR- Programm in der BRD) wenig attraktiv Sandmännchen in Konkurrenz, das DDR- Sandmännchen seit 1959

31 Angst vor der Wirkung! DDR: „Kahlschlagplenum“, 11. Plenum der SED 1965 Verordnung einer stärkeren politischen Überwachung Vorstellung: „Gift des Amerikanismus, das eindringt und die Gehirne der Werktätigen betäubt …“ Elvys Presleys Musik als „Geschütz im ‚Kalten Krieg‘“ Sein Wehrdienst direkt an der Front des Kalten Krieges Konzerte hart an der Mauer in Westberlin mit der Absicht, den Osten zu beschallen: Rolling Stone Konzert 1969 vom Springer Hochhaus (exakt am 20. Jahrestag der DDR); Open Air von David Bowie, Genesis u.a wenige Schritte vor der Mauer Pop- und Rock-Grössen auch bei der östlichen Jugend als Ikonen

32 Gegenveranstaltungen in der DDR fruchten wenig: „X. Weltfestspiele der Jugend“ 1973 als Gegenentwurf zu Woodstock Merkmale der jugendlichen Opposition (auch in der DDR): lange Haare, Interesse für Popmusik, Jeans aus dem Westen (Ulrich Plenzdorf, „Die Leiden des jungen W.“) Scheitern des DDR-Versuchs, Rockmusiker aus dem Westen für die eigene Sache zu verpflichten (Problem: Urmisstrauen gegenüber der eigenen Liberalität) Gemischte Konzerte in Moskau seit 1985

33 Volkspolizei kontrolliert in Leipzig

34 4. Kunst, Architektur und Sport in der Konkurrenz

35 Eine Art „Nato-Kultur“ finanziert durch den CIA „Kongress für Kulturelle Freiheit“ – mit Bekanntwerden 1967 der wahren Geldgeber Ende Im Osten nichts Vergleichbares Leistungsschauen, Kunstausstellungen oder Messen im Kampf der Systeme Spezifische Situation in Berlin als Schaufenster des Westens mitten im Osten Wettbewerb im Städtebau

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38 Sport als Instrument der Aussenpolitik Doping Rachbedürfnis gegen abtrünnige Sportler Boykotte: 1980 boykottiert der Westen die Olympischen Spiele in Moskau Fussballweltmeisterschaften 1954 und 1974 (Ost- West-Duelle)

39 5. Religionen im Kalten Krieg und der Aufstieg des politischen Islam

40 Auch für Religionen war Neutralität nicht möglich. Verbindung zur christlichen Religion im amerikanischen Selbstverständnis John Forster Dulles (Erfinder der Liberation Policy) hebt Bedeutung des christlichen Glaubens im Kampf gegen die Sowjetunion hervor Kreuzzug gegen das Böse Wiederaufnahme unter Ronald Reagan 1983 Bei linken christlichen Strömungen (Befreiungstheologie) andere Einordnung Nichtchristliche Religionen werden aufgrund ihres politischen Nutzens eingeordnet (z.B. Islam) Pakistan oder Saudi-Arabien gelten als verlässliche Bündnispartner Unterstützung antisowjetischer islamischer Gruppen in Afghanistan (antiwestliche Dimension bleibt zweitrangig)

41 - Dritte Welt: Antiamerikanismus und Antiwestliche Stossrichtung bei Religionen: Indonesische „Islam Vereinigung“; Buddhismus in Südvietnam … Sowjetunion: Misstrauen und Verfolgung – Ängste, dass sich Religionen zum Spaltpilz der Sowjetunion entwickeln könnten (unter Druck Christliche Kirchen und Islam) - Einmarsch in Afghanistan Zwangsvereinigung der Katholischen Kirche mit der Russisch Orthodoxen Kirche - Zurückdrängung der Protestantischen Kirchen - Politische Verfolgung (1949 in Ungarn: lebenslange Haft für Kardinal Joszef Mindszenty; 1984 Entführung und Ermordung des Warschauer Vikars Jerzy Popieluszko durch Staatssicherheit) - Ambivalenz: Kirchen liessen sich mitunter einspannen, fügsame Kooperation in einigen Staaten des Ostens

42 Politik des Vatikans verlässlicher Bündnispartner Befreiungstheologie verurteilt und Bischöfe suspendiert 1982 Papst Johannes Paul II. trifft Ronald Reagan Reagan hielt die Involvierung des Katholizismus und die Destabilisierungspolitik gegenüber dem Ostblock für entscheidend Speziell Polen: wichtiges und grosses Land des Warschauer Pakts, polnische nationale Identität und Rolle der Konfession

43 Streikende Arbeiter bei der Beichte, Danzig 1988

44 Aufstieg des politischen Islam und die radikale Ausprägung des Islamismus 1926 Muslimbrüderschaft in Ägypten (Gegnerschaft zum Kolonialismus) Moderner Islamismus begann als „Revolte gegen den Westen“ Mobilisierungsideologie (auch im Kalten Krieg, so im Algerienkrieg ) 1967 neuer Auftrieb des Islamismus nach verlorenem Sechstagekrieg gegen Israel 1981 Attentat auf den Nasser Nachfolger Anwer el-Sadat

45 6. Konkurrenz in Wirtschaft und Technik

46 Technologisch-wirtschaftliche Konkurrenz Waffentechnik Raketentechnologie 1957 Sputnik-Schock macht Amerika sehr betroffen 1961 grösster Triumph der UdSSR im Wettlauf im All – erster Mensch im Weltraum ist Juri Gagarin der in 108 Minuten die Erde umkreiste Wettlauf zum Mond gewinnen 1969 die Amerikaner

47 Ost-West-Handel mit dem Eintreten des Marshallplans ein selektives Embargo auch Neutrale wie Schweiz (Hotz-Linder- Agreement von 1951) latente Spannungen zwischen Westeuropäern und Amerikanern in Bezug auf Auslegung Konkurrenz kapitalistische Wirtschaft erwies sich als produktiver (sichtbar bei Computertechnologie)

48 7. Sozialpolitik – Systemkonkurrenz?

49 Osten: - eine Art „Fürsorgediktatur“ - Kampf um bessere Sozialpolitik - Überforderung des Wirtschaftssystems - Wirkung auf den Westen? - Attraktivität des „Fürsorgestaates“ DDR - Recht auf Arbeit und Recht auf Wohnraum - Staaten des Ostblocks nehmen Milliardenkredite bei westlichen Banken auf, um ihren Sozialstaat aufrecht zu erhalten

50 Westen: Christlicher Sozialismus Sozialdemokratie (Labour in GB) Kompromisswerk in Westzone mit der Sozialen Marktwirtschaft Magnettheorie (1946) – im Kalten Krieg entscheiden die Bataillone der besseren Sozialleistungen Frage nach Wirkung der Systemkonkurrenz ist umstritten … Das Konkurrenzverhältnis mit der DDR spielte für Adenauer eine wichtige Rolle Auch nationale Traditionen in der Sozialpolitik spielten eine wichtige Rolle

51 8. Entwicklungshilfe als Waffe

52 Humanitäre Hilfe als Teil eines globalen Systemkonflikts Aufsteigende Dritt-Welt-Länder wie China kommen neu dazu (Süd-Süd-Komponente) Enge Verbindung von Wirtschafts- und Militärhilfen Charakter von Belohnung Beginn: Truman Doktrin und Zwei-Lager- Theorie 1947 Ethnische Konflikte werden ideologisiert

53 Westen: Bretton Woods 1944, IWF 1945, GATT 1947 Mit Mauerbau 1961 verlagert sich Blockkonfrontation auf die Dritte Welt Widerspiegelung der Konfrontation in UNO (UNCTAD) Faktisch ist die Partizipation der Entwicklungsländer an der Weltwirtschaft von den Blöcken des Kalten Kriegs kontrolliert

54 9. Erdöl – die Waffe der Dritten Welt Karikatur aus dem Nebelspalter, 1973

55 Bedeutung des Erdöls: Beginn des Kalten Kriegs: Iran-Krise 1946 Ambivalente Angelegenheit für Staaten der Dritten Welt – Lizenzverträge mit ausländischen Firmen Eisenhower Doktrin von 1957 Carter Doktrin von 1980 Enge Verbindung USA – Saudiarabien als Ausnahme Irak: Ausscheren aus Bagdad-Pakt 1958 und Ausrichtung auf Sowjetunion (Baath-Partei) Öl als politische Waffe im Kalten Krieg (Libyen mit Gaddafi ab 1969) Erdölboykott 1973 (nach dem vierten verlorenen Nahostkrieg – Jom-Kippur-Krieg) Förderung der Weltwirtschaftskrise Zweite Erdölkrise 1979 mit de Iranischen Revolution

56 Auswirkungen auf die RGW-Staaten – hohe Rohölpreise als gravierendes internationales Problem

57 Bilanz Es herrschte ein durchgehender «Kalter Bürgerkrieg» mit «Antikommunismus» und «Antifaschismus» Bis zum Ende des Kalten Krieges blieb im Freund-Feind-Schemata nicht zuletzt jeder unter Generalverdacht, der jenseits der offiziellen Politik argumentierte oder sich für einen «Dritten Weg» stark machte. Der «Kalte Krieg» war auch ein «Krieg der Kulturen» und wirkte sich hinein bis in die Bereiche der Massenmedien, der Kunst und der Architektur. Prägend war ein Systemwettbewerb, der neben den Bereichen der Ökonomie auch die Sozialpolitik betraf. Betroffen von der Auseinandersetzungen waren auch die Religionen.


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