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Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport Impuls von Dorota Sahle und Markus Kringe Duisburg, 01.06.2010.

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1 Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport Impuls von Dorota Sahle und Markus Kringe Duisburg,

2 WestLotto Das Unternehmen
Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 2

3 WestLotto Das Unternehmen
WestLotto ist der Weg zum Glück seit über 50 Jahren. Das Unternehmen veranstaltet ein sicheres, seriöses, verantwortungsvolles und attraktives Glücksspiel im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen. Folgende Lotterien und Wetten werden über ca Annahmestellen in NRW angeboten: LOTTO 6 aus 49, GlücksSpirale, KENO, Rubbellose sowie TOTO und ODDSET. Hinzukommen die Zusatzlotterien Spiel 77, SUPER 6 sowie plus 5. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 3

4 WestLotto Das Unternehmen
Unsere Kunden können darauf vertrauen, dass wir immer im gesetzlichen Rahmen bleiben. Unser Spielangebot erfüllt die Anforderungen des Jugend- und Spielerschutzes. Wir unterstützen das Land NRW, seinen gesetzlichen Auftrag der Bekämpfung der Spielsucht zu erfüllen. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 4

5 WestLotto – Das Unternehmen
Über 900 Mio. € für den gemeinnützig organisierten Sport in NRW seit 1955 Jedes Jahr leistet WestLotto über seine Konzessionsabgaben einen wichtigen Beitrag für das Gemeinwohl in Nordrhein- Westfalen. Im Bereich des Sports fördert WestLotto in Zusammenarbeit mit dem Land über den Landessportbund Nordrhein-Westfalen vor allem den Breiten- und Amateursport. Ein großer Teil der vielfältigen Sportangebote in NRW wäre ohne Unterstützung kaum überlebensfähig. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag wird die Nachhaltigkeit der Sportförderung gewährleistet. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 5

6 Die Themen von heute? Worum geht es? Sexualisierte Gewalt?
Täter und Täterinnen Besonderheiten im Sport Prävention Intervention Institution Sportverein Ich als Mitarbeiterin und Mitarbeiter Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 6

7 Etwa jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge
Kapitel 1 Etwa jedes 4. bis 5. Mädchen und jeder 9. bis 12. Junge macht mindestens einmal vor dem 18. Lebensjahr eine sexuelle Gewalterfahrung, die der Gesetzgeber als sexuellen Missbrauch, exhibitionistische Handlung, Missbrauch von Schutzbefohlenen, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung unter Strafe stellt. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 7

8 Kapitel 1 Jungen 80 – 90 % Opfer von Bezugspersonen aus dem außerfamilialen Nahbereich (z.B. Bekannte, Pädagogen, ältere Jungen, Trainer) und von Fremden. 10 – 20 % Opfer durch Täter/innen aus der unmittelbaren Familie. Mädchen 30 – 40 % von Tätern und Täterinnen aus der Familie missbraucht ([Stief-]Väter, Brüder, Mütter, im Haushalt lebende Opas). 60 – 70 % aus dem außerfamilialen Nahraum (z.B. Bekannte, Pädagogen, männliche Jugendliche, Babysitter) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 8

9 Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport sind:
Kapitel 1 Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt im Sport sind: Verbale und gestische Übergriffe Grenzverletzung bei Kontrolle der Sportkleidung Übergriffe exhibitionistischer Art Übergriffe bei der Hilfestellung Verletzungen der Intimsphäre durch Eindringen in Umkleiden und Duschen direkte Formen sexueller Gewalt bis hin zu Vergewaltigung Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 9

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13 Kapitel 2 Sexualisierte Gewalt Machtausübung, Unterwerfung, Demütigung mit dem Mittel der Sexualität in Anlehnung an Klein & Palzkill 1997, S. 17 Die Gewaltform umfasst jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind vorgenommen wird. Für den Kontext des Sports erscheint es darüber hinaus wichtig, den Begriff der sexualisierten Gewalt in den Blick zu nehmen. Die Beziehungsstrukturen im Sport, z.B. zwischen Trainer und Athlet sowie die Tatsache, dass der überwiegende Teil der sportlich Aktiven Kinder oder Jugendliche sind, implizieren Hierarchien und Machtverhältnisse. In solchen Verhältnissen kann die sog. sexualisierte Gewalt eine Rolle spielen, d.h. die Machtausübung, Unterwerfung oder Demütigung mit dem Mittel der Sexualität. Im Vordergrund steht bei dieser Definition also nicht, die gewalttätige Sexualität, sondern die Ausübung von Macht durch sexuelle Handlungen oder sexualisierende Bemerkungen, Berührungen und Gesten. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 13

14 Sexualisierte Gewalt im engeren Sinne*
Kapitel 2 Sexualisierte Gewalt im engeren Sinne* Vergewaltigung o. sexuelle Nötigung in Anlehnung an § 177, Abs 1, StGB Die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) * 13% der Frauen in Deutschland haben sexuelle Gewalt erlebt. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 14

15 Sexualisierte Gewalt im weiteren Sinne*
Kapitel 2 Sexualisierte Gewalt im weiteren Sinne* Sexuelle Belästigung in Anlehnung an Susanne Baer (2002) im Lexikon Gender Studies, S. 359 Geschlechtsbezogene oder sexualisierende Übergriffe durch Worte, Gesten, Bilder oder Handlungen mit oder ohne direkten Körperkontakt. Wenn über sexuelle Gewalt im weiteren Sinne gesprochen wird, dann ist damit in der Regel die sexuelle Belästigung gemeint, d.h. geschlechtsbezogene oder sexualisierende Übergriffe durch Worte, Gesten, Bilder oder Handlungen mit oder ohne direkten Körperkontakt. Dazu zählen sexistische Witze, anzügliche Bemerkungen, das Zeigen pornographischer Abbildungen oder unerwünschte Berührungen intimer Körperbereiche. In Deutschland haben 58% der Frauen über 16 Jahre solche Erfahrungen gemacht (vgl. Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“). Vergleichbare Zahlen für Männer liegen meines Wissens nicht vor. (ggf. noch mal in der Studie über Gewalt gegen Männer nachschauen) * 58% der Frauen in Deutschland haben sexuelle Belästigung erlebt. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 15

16 Definitorische Unschärfe fördert,
Kapitel 2 Definitorische Unschärfe fördert, dass das Problem von den Handelnden heruntergespielt wird (z.B. „War doch nicht so gemeint“). dass die übergriffigen Handlungen als nicht so schwerwiegend bewertet werden (z.B „War doch nicht so schlimm“ oder „Stell dich nicht so an“). die Handlungen als normal in der Phase bezeichnet wird (z.B. „So was machen die, wenn sie groß werden“, „Das gehört dazu“). Für den Kontext des Sports erscheint es darüber hinaus wichtig, den Begriff der sexualisierten Gewalt in den Blick zu nehmen. Die Beziehungsstrukturen im Sport, z.B. zwischen Trainer und Athlet sowie die Tatsache, dass der überwiegende Teil der sportlich Aktiven Kinder oder Jugendliche sind, implizieren Hierarchien und Machtverhältnisse. In solchen Verhältnissen kann die sog. sexualisierte Gewalt eine Rolle spielen, d.h. die Machtausübung, Unterwerfung oder Demütigung mit dem Mittel der Sexualität. Im Vordergrund steht bei dieser Definition also nicht, die gewalttätige Sexualität, sondern die Ausübung von Macht durch sexuelle Handlungen oder sexualisierende Bemerkungen, Berührungen und Gesten. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 16

17 Und die Täter und Täterinnen?
Kapitel 3 Und die Täter und Täterinnen? Es gibt keine äußeren Erscheinungsmerkmale. In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind die Täter männlich. Ein Drittel aller Delikte werden von männlichen Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verübt. Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 17

18 Kapitel 3 Die Täter und Täterinnen nutzen ihre Macht- und Autoritätsposition sowie die Liebe und Abhängigkeit der Kinder aus, um ihre eigenen (sexuellen, emotionalen, sozialen) Bedürfnisse auf Kosten der Kinder zu befriedigen und diese zu Kooperation und Geheimhaltung zu veranlassen. Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 18

19 Kapitel 3 Täter/innen suchen gezielt Situationen, in denen sie auf leichte und unkomplizierte Weise (körperliche) Kontakte mit Kindern und Jugendlichen eingehen und aufbauen können, daher besteht die Gefahr, dass sich Täter/innen genau mit dieser Intention in Sportvereine begeben Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 19

20 Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen.
Gruppenarbeit Gruppenarbeit Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 20

21 Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen.
Kapitel 4 Besonderheiten im Sport Körperzentriertheit der sportlichen Aktivitäten der Notwendigkeit von Körperkontakt, der spezifischen Sportkleidung der „Umziehsituationen“ an Rahmenbedingungen wie Fahrten zu Wettkämpfen mit Übernachtungen etc. abgeschirmte Situationen bei denen die Handlung einfach geleugnet oder die „Schuld“ dem Opfer zugewiesen werden kann Rituale wie Umarmungen z.B. bei Siegerehrungen Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 21

22 Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen.
Kapitel 4 Besonderheiten bei Institutionen des Sports „Nestbeschmutzer-Problem“ Personen sind in ihrer persönlichen Identität stark an den Verein gebunden. Sie übernehmen oft ungeliebte, aber unverzichtbare Aufgaben, die gering honoriert werden oder ehrenamtlich sind. „Bei uns doch nicht!“ Verletzung der Aufsichtspflicht ist schwer aufzudecken, da die Verantwortlichen in so einem Fall häufig die Vorkommnisse decken. Grund ist u.a. die Angst vor negativen Auswirkungen, wenn ein solcher Fall öffentlich gemacht wird. Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 22

23 Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen.
Kapitel 4 Besonderheiten bei Institutionen des Sports „XY doch nicht!“ Es bestehen persönliche Beziehungen und Freundschaftskreise, Viele glauben dann nur was sie sehen und können bzw. wollen nicht glauben, dass diese guten Bekanntschaften Täter oder Täterin sein sollen. Mangelnde Sensibilität für die Thematik Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Um klar zu stellen, über welche Gewaltphänomene wir im folgenden sprechen, möchte ich zunächst auf Definitionen eingehen. Unter Bezug auf das Strafgesetzbuch ist sexuelle Gewalt im engeren Sinne die Nötigung zu sexuellen Handlungen mit Gewalt, (d.h. unter Anwendung von Gewalt), durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib und Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer dem Täter schutzlos ausgeliefert ist. Darunter fallen Formen von Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung, bei denen der Täter (oder die Täterin) das Opfer dazu zwingt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen. Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland“ gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ermittelt, dass nach dieser engen Definition in Deutschland 13% der über 16-jährigen Frauen sexuelle Gewalt erfahren haben, das ist jede 7. Frau. Es ist schwierig, ähnlich zuverlässige Daten über sexuelle Gewalt gegen Männer (nach dieser engen Definition) zu finden. Die Pilotstudie „Gewalt gegen Männer in Deutschland“ (die ebenfalls vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wurde), ermittelt, dass 8% der befragten über-18jährigen Männer in ihrer Kindheit und Jugend sexualisierte Gewalt erfahren haben (darunter fällt gemäß der Studie z.B. gegen den eigenen Willen von Älteren sexuell berührt, belästigt oder bedrängt worden zu sein) Die Forschung ist sich insgesamt darüber einig, dass Mädchen und Frauen häufiger zum Opfer sexueller Gewalt werden, dass man aber auch viel zu wenig über das Ausmaß der sexuellen Gewalt gegen Männer weiß, denn noch mehr als bei Frauen besteht bei den männlichen Opfern das Problem, dass sie nicht über die erlebte sexuelle Gewalt reden geschweige denn in ihrem Umfeld entsprechende Anlaufstellen finden. Studiendesign noch mal recherchieren (repräsentativ oder nicht) Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 23

24 Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen.
Kapitel 4 Nicht die Tatsache, dass es in der eigenen Organisation zu Übergriffen kommen kann, diskreditiert eine soziale Einrichtung oder den Sportverein, sondern allenfalls ein unprofessioneller Umgang damit. Bitte gehen Sie zu zweit oder zu dritt zusammen. Tauschen Sie sich aus über die Fragen: Was war mir bekannt? Was ist mir neu? Was bewegt mich? Was ist mir nicht klar? Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 24

25 Was kann getan werden? 1. Prävention 2. Intervention
Aufgabe Was kann getan werden? 1. Prävention 2. Intervention Bitte überlegen Sie, was Sie und Ihr Sportverein tun können? Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 25

26 Prävention: Was können Sportvereine tun?
Kapitel 5 Prävention: Was können Sportvereine tun? Verantwortliche befähigen, auf Übergriffe und Verdachtsmomente zügig und in der gebotenen Sachlichkeit und Fachlichkeit reagieren zu können. Leitungskräfte und Vorstände müssen dafür Sorge tragen, dass entsprechende Verdachtsmomente zu ihrer Kenntnis gelangen und Täter nicht aus falsch verstandener Kollegialität gedeckt werden. Verdachtsmomente müssen ernst genommen und sachlich überprüft werden. Handlungsleitlinien und klar geregelte Zuständigkeiten Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 26

27 Prävention: Was können Sportvereine tun?
Kapitel 5 Prävention: Was können Sportvereine tun? Es stellt noch keine Vorverurteilung eines Tatverdächtigen dar, wenn man Verdachtsmomente ernst nimmt, überprüft oder zur Überprüfung die Ermittlungsbehörden einschaltet. Es ist nicht die Aufgabe und Kompetenz des Vorstands oder einer Geschäftsführung, „Tatermittlungen“ durchzuführen, um am Ende über Schuld und Unschuld des Täters zu entscheiden. Das ist Sache der Justiz. Soziale Organisationen und Sportvereine müssen und können nur dafür Sorge tragen, dass es innerhalb ihrer Strukturen keinen Raum für Erniedrigung und Gewalt gibt. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 27

28 Präventivarbeit wird von Einzelnen umgesetzt,
Kapitel 5 Präventivarbeit wird von Einzelnen umgesetzt, indem Mädchen und Jungen ermutigt werden, eigene Interessen zu vertreten. indem Gefühlsäußerungen ernst genommen und Bereitschaft vorliegt, Mädchen und Jungen gegenüber Gefühle zu äußern. indem für Mädchen und Jungen Partei ergriffen wird, ihnen unvoreingenommen geglaubt und ihr Vertrauen nicht enttäuscht wird. durch ernsthaftes bemühen, auch Geschichten von Mädchen und Jungen zu verstehen, die der eigenen Erfahrungswelt fremd sind. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 28

29 Welche Sorgen, Bedenken und Gefühle haben Sie?
Aufgabe Welche Sorgen, Bedenken und Gefühle haben Sie? Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 29

30 Bestehen bei mir Gefühle von…
Kapitel 5 Bestehen bei mir Gefühle von… Angst, jemanden zu Unrecht zu beschuldigen? Angst, weil ich die Konsequenzen einer möglichen Aufdeckung mittragen müsste? Hilflosigkeit, weil mir nicht klar ist, wie ich den Verdacht bestätigen kann? Unsicherheit im künftigen Umgang mit den Mädchen und Jungen? Ekel und Abscheu beim Gedanken an die Missbrauchshandlungen? starke Wut auf den Täter oder die Täterin? Wut auf das Opfer, weil ich mich nun hilflos fühle? Abwehr gegen den Missbrauchsverdacht, weil Handlungsdruck und Verantwortung für mich zu groß sind? Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 30

31 Prävention Ausbildung Übungsleiter/innen
Kapitel 5 Prävention Ausbildung Übungsleiter/innen Einrichtung einer Ausbildung „Selbstbehauptung und –verteidigung“ Fortbildung der Vereine Auswahl und Einstellung von Personal Informationsmaterialien Ehrenkodex Wie wurde nun das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen in die Aus- und Fortbildung integriert? Drei Aspekte sind hier zu benennen: Für die Ausbildung zum Übungsleiter bzw. -leiterin hat der LSB NRW ein Lehrmodul gestaltet, das sich mit allgemeinen Fragen der geschlechtsbezogenen Pädagogik befasst. Durch dieses Modul besteht die Chance, dass Übungsleiterinnen und -leiter grundsätzlich für die ungleichen Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern im Sport sensibilisiert werden. Das Ausbildungsmodul befasst sich jedoch nur peripher mit Fragen der sexuellen Gewalt und ist darüber hinaus nur optional, also nicht verpflichtend in der Ausbildung einzusetzen. Um sicherzustellen, dass jeder angehende Übungsleiter/jede angehende Übungsleiterin für dieses Thema sensibilisiert wird, ist es notwendig, dass ein Lehrmodul mit dem Fokus auf sexuelle Gewalt zum festen Bestandteil der Ausbildung wird. Das Gleiche gilt für die Ausbildung von Trainern und Trainerinnen, die nach unserem Kenntnisstand auch nicht verpflichtend mit diesem Thema im Rahmen ihrer Ausbildung in Kontakt gebracht werden. Hier sind die Fachverbände gefragt, ein entsprechendes zu ihrer Sportart passendes Lehrmodul zu entwickeln. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 31

32 Intervention Status Quo Hohe Unsicherheit im Umgang mit Vorfällen
Kapitel 6 Intervention Status Quo Hohe Unsicherheit im Umgang mit Vorfällen Juristische Unklarheit Fehlende personale Ressourcen Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 32

33 Prävention 1. Ausbildung Übungsleiter/innen
Kapitel 5-6 Prävention 1. Ausbildung Übungsleiter/innen Lehrmodul geschlechtsbezogene Pädagogik Sensibilisierung für ungleiche Geschlechterverhältnisse Fokus sexuelle Gewalt fester Bestandteil der Ausbildung Wie wurde nun das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen in die Aus- und Fortbildung integriert? Drei Aspekte sind hier zu benennen: Für die Ausbildung zum Übungsleiter bzw. -leiterin hat der LSB NRW ein Lehrmodul gestaltet, das sich mit allgemeinen Fragen der geschlechtsbezogenen Pädagogik befasst. Durch dieses Modul besteht die Chance, dass Übungsleiterinnen und -leiter grundsätzlich für die ungleichen Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern im Sport sensibilisiert werden. Das Ausbildungsmodul befasst sich jedoch nur peripher mit Fragen der sexuellen Gewalt und ist darüber hinaus nur optional, also nicht verpflichtend in der Ausbildung einzusetzen. Um sicherzustellen, dass jeder angehende Übungsleiter/jede angehende Übungsleiterin für dieses Thema sensibilisiert wird, ist es notwendig, dass ein Lehrmodul mit dem Fokus auf sexuelle Gewalt zum festen Bestandteil der Ausbildung wird. Das Gleiche gilt für die Ausbildung von Trainern und Trainerinnen, die nach unserem Kenntnisstand auch nicht verpflichtend mit diesem Thema im Rahmen ihrer Ausbildung in Kontakt gebracht werden. Hier sind die Fachverbände gefragt, ein entsprechendes zu ihrer Sportart passendes Lehrmodul zu entwickeln. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 33

34 Prävention 2. Einrichtung einer Ausbildung
Kapitel 5-6 Prävention 2. Einrichtung einer Ausbildung Übungsleiterin „Selbstbehauptung und –verteidigung“ Stärkung von Mädchen Aufmerksame Beobachterinnen für Probleme sexualisierter Gewalt Fortführung/Forcierung der Ausbildung Erweiterung auf Zielgruppe Jungen Zum Zweiten hat der LSB mit finanzieller Unterstützung des Frauenministeriums eine spezielle Ausbildung zur Übungsleiterin für Selbstbehauptung und Selbstverteidigung eingerichtet. Seit 1998 wurden hier 130 Frauen ausgebildet, die durch den Lehrgang in die Lage versetzt wurden, in ihren Heimatvereinen Mädchen in ihrer Selbstbehauptung zu stärken. Eine Maßnahme, die von sämtlichen Interviewpartnern und -partnerinnen unserer Studie sehr positiv aufgenommen wurde. Des weiteren hat sich gezeigt, dass die ehemaligen Teilnehmerinnen der Ausbildung zu aufmerksamen Beobachterinnen für Probleme sexualisierter Gewalt im Sport werden. Bei konkreten Problemen sind sie es, die sich in ihren Vereinen um Klärung bemühen. Würde es gelingen, weitere Frauen als Teilnehmerin für diese Ausbildung zu gewinnen, so könnte das Netzwerk der Sensibilität für sexuelle Gewalt im Sport wesentlich gestärkt werden. Die bis dato ausgebildeten 130 Frauen ergeben jedoch bei den insgesamt Sportvereinen in NRW nur einen geringen Durchwirkungsfaktor. Um deutlich mehr Sportvereine mit entsprechenden Mitarbeiterinnen zu versorgen, ist eine Fortführung wenn nicht gar Forcierung der Ausbildung geboten. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 34

35 Prävention 3. Fortbildung der Vereine
Kapitel 5-6 Prävention 3. Fortbildung der Vereine Fortbildungen der Mitarbeiter/innen in Vereinen Sensibilisierung des Vereins als Gruppe Befähigung zur Selbstkontrolle Etablierung der Vereinsfortbildungen Die dritte Maßnahme bezieht sich auf die Fortbildung der Vereine. In den letzten Jahren wurden hin und wieder einzelne Vereine durch eine Referentin des LandesSportBundes zum Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen fortgebildet. Dieser Lehrgang richtete sich an alle im Übungsbetrieb Tätigen sowie die Funktionäre und Funktionärinnen. Der Vorteil einer solchen Fortbildung ist, dass diejenigen sensibilisiert werden, die auch im Alltag als Gruppe zusammenarbeiten und möglicherweise mit Problemen sexualisierter Gewalt konfrontiert werden. Es besteht bei einer solchen Fortbildung die Chance, dass der Verein als Gesamtes zur Selbstkontrolle befähigt wird. Diese Vereinsfortbildung wurde bisher allerdings nur sporadisch von einzelnen Vereinen in Anspruch genommen. Wünschenswert wäre die Etablierung und vielfache Nutzung dieses Angebotes. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 35

36 Prävention 4. Auswahl und Einstellung von Personal
Kapitel 5-6 Prävention 4. Auswahl und Einstellung von Personal Trainer/innen im Leistungssport verbindliche Einführung der Qualitätsstandards Übungsleiter/innen im Breitensport Suche nach Möglichkeiten der Etablierung von Qualitätsstandards Fakt ist, dass die Realität in deutschen Sportvereinen anders aussieht: Bei der Vergabe von hauptamtlichen Trainer-Stellen im Hochleistungssport – so die Antworten der von uns Befragten – wird zum Teil so verfahren. Ob die vorgestellten Qualitätsstandards allerdings in letzter Konsequenz in ihrer gesamten Zahl und bei jeder Einstellung berücksichtigt werden, wird angezweifelt. Empfehlen möchten wir, diese Gütekriterien bei der Auswahl von Trainern und Trainerinnen im Leistungssport verbindlich zu machen. Die Professionalität des Leistungssports sowie die engen Abhängigkeitsverhältnisse zwischen Trainer und Athletin sprechen hier eindeutig dafür, Gewaltprävention schon bei der Auswahl der Trainer und Trainerinnen sehr ernst zu nehmen. Für den eher breitensportlichen Bereich, wissen wir definitiv, dass die dort tätigen Übungsleiter und -leiterinnen nicht nach solchen Gütekriterien ausgewählt werden. Gängig ist hier eher, dass Personen aus den eigenen Reihen rekrutiert werden, dass keine Bewerbungsgespräche geführt werden, dass man z.T. froh ist, überhaupt jemanden zu finden, der das Training der Kinder und Jugendlichen übernimmt. Nicht selten wird dann beispielsweise ein engagierter Vater überredet, das Training zu übernehmen, ohne dass überhaupt eine Lizenz dafür vorliegt. Fakt ist auch, dass die Tätigkeit der Übungsleiter und -leiterinnen nur geringfügig honoriert wird, so dass es schwierig erscheint, die harten Qualitätsmerkmale von ehrenamtlich Tätigen einzufordern. Nichts desto trotz: Wer an der Unversehrtheit der Kinder und Jugendlichen im Sport ernsthaft interessiert ist, muss sich mit solchen Qualitätsstandards beschäftigen, auch auf der Ebene des Übungsleiters oder der Übungsleiterin. Es scheint hier zukünftig angesagt, nach Möglichkeiten der Etablierung von Gütekriterien zu suchen, um schon bei der Auswahl von Übungsleiterinnen und Übungsleitern ein gewaltfreies Klima zu begünstigen. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 36

37 Prävention 5. Informationsmaterialien
Kapitel 5-6 Prävention 5. Informationsmaterialien Materialien zur Prävention sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen Handreichung für Übungsleiter/innen Plakate Prävention sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderungen Entwicklung von Materialien für Mädchen und Jungen Die Handreichung für Übungsleiterinnen und Übungsleiter informiert fundiert und anschaulich über das Thema und wird genauso wie die Broschüre für Mädchen von den Vereinen und Verbänden in NRW sehr positiv aufgenommen. Auch die Plakate erhalten in unserer Interviewstudie ein positives Feedback. Leider berichten aber die von uns befragten Personen auch von Vereinen, die das Aufhängen der Plakate nicht erlauben, da sie negative Effekte, insbesondere die Aufforderung zur Verleumdung von Trainern befürchten. Es zeigt sich hier, dass in den Vereinen zum Teil noch kein offener Umgang mit diesem Thema besteht. Insgesamt empfiehlt sich deshalb die Fortführung der Kampagne sowie – das geht auch aus unseren Interviews hervor - die entsprechende Entwicklung von Materialien für Jungen, wie sie bereits vom LSB initiiert wurde. Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 37

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40 Kapitel 5-6 Prävention Präventionskampagne „Schweigen schützt die Falschen“ in Kooperation mit dem Sportministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Plakate Handreichung Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 40

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42 Prävention 5. Ehrenkodex - Ergänzung
Kapitel 5-6 Prävention 5. Ehrenkodex - Ergänzung Auszug aus dem Ehrenkodex des LandesSportBundes NRW e.V. und der Sportjugend NRW „Ich werde das Recht des mir anvertrauten Kindes, Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf körperliche Unversehrtheit achten und keine Form der Gewalt, sei sie physischer, psychischer oder sexueller Art, ausüben.“ Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 42

43 Schweigen schützt die Falschen –
Kapitelangabe, Arial, 15 pt Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport 43

44 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit


Herunterladen ppt "Schweigen schützt die Falschen – Prävention und Intervention sexualisierter Gewalt im Sport Impuls von Dorota Sahle und Markus Kringe Duisburg, 01.06.2010."

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