Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Die Präsentation wird geladen. Bitte warten

Textstrukturen 1 Die Erzählung. STEFAN GEORGE Über Dichtung I. In der dichtung wie in aller kunst-betätigung ist jeder der noch von der sucht ergriffen.

Ähnliche Präsentationen


Präsentation zum Thema: "Textstrukturen 1 Die Erzählung. STEFAN GEORGE Über Dichtung I. In der dichtung wie in aller kunst-betätigung ist jeder der noch von der sucht ergriffen."—  Präsentation transkript:

1 Textstrukturen 1 Die Erzählung

2 STEFAN GEORGE Über Dichtung I. In der dichtung wie in aller kunst-betätigung ist jeder der noch von der sucht ergriffen ist etwas,sagen etwas,wirken zu wollen nicht einmal wert in den vorhof der kunst einzutreten. Jeder widergeist jedes vernünfteln und hadern mit dem leben zeigt auf einen noch ungeordneten denkzustand und muss von der kunst ausgeschlossen bleiben. Den wert der dichtung entscheidet nicht der sinn (sonst wäre sie etwa weisheit gelahrtheit) sondern die form d. h. durchaus nichts äusserliches sondern jenes tief erregende in maass und klang wodurch zu allen zeiten die Ursprünglichen die Meister sich von den nachfahren den künstlern zweiter ordnung unterschieden haben. Der wert einer dichtung ist auch nicht bestimmt durch einen einzelnen wenn auch noch so glücklichen fund in zeile strofe oder grösserem abschnitt.. die zusammenstellung· das verhältnis der einzelnen teile zueinander· die notwendige folge des einen aus dem andern kennzeichnet erst die hohe dichtung. Reim ist bloss ein wortspiel wenn zwischen den durch den reim verbundenen worten keine innere verbindung besteht. Freie rhythmen heisst soviel als weisse schwärze· wer sich nicht gut im rhythmus bewegen kann der schreite ungebunden. Strengstes maass ist zugleich höchste freiheit. (Aus: Werke. Ausgabe in zwei Bänden, hg. v. R. Boehringer, München-Düsseldorf 1958, S. 530f; zitiert nach J. Billen / H. H. Koch [Hgg.]: Was will Literatur? Bd. 1. Paderborn 1975, S. 229f)

3 Texttypologie (nach Werlich 1975) TexttypKontextueller Fokus 1. Deskriptionfaktische Erscheinungen im Raum 2. Narrationfaktische und/oder konzeptuelle Phänomene in der Zeit 3. ExpositionZerlegung oder Zusammensetzung von begrifflichen Vorstellungen (Konzepten) der Sprecher 4. ArgumentationBeziehungen zwischen Begriffen oder Aussagen der Sprecher 5. Instruktionzukünftiges Verhalten des Senders oder des Adressaten

4 Abstrakt: Worum handelt es sich? Orientierung: Wer, wann, was, wo? Komplikation: Was passierte dann? Evaluation: Was soll das Ganze? Resolution: Wie ging es aus?

5 Abstrakt

6

7

8 Koda

9

10

11

12 Evaluation

13

14 Evaluative Handlung

15

16 Umstellungsmengen als Zeichen für eine Evaluation

17 Van Dijk, Textwissenschaft, München 1980

18 Thomas Bernhard Der Diktator (1) Der Diktator hat sich aus über hundert Bewerbern einen Schuhputzer ausgesucht: (2) Er trägt ihm auf, nichts zu tun als seine Schuhe zu putzen. (3) Das bekommt dem einfachen Manne vom Land, und (4) er nimmt rasch an Gewicht zu und gleicht seinem Vorgesetzten – (5) und nur dem Diktator ist er unterstellt – mit den Jahren um ein Haar. (6) Vielleicht ist das auch zu einem Teil darauf zurückzuführen, daß der Schuh­putzer dieselbe Kost ißt wie der Diktator. (7) Er hat bald dieselbe dicke Nase und, nachdem er seine Haare verloren hat, auch denselben Schädel. (8) Ein wulstiger Mund tritt heraus, und wenn er grinst, zeigt er die Zähne. (9) Alle, selbst die Minister und die nächsten Vertrauten des Diktators fürchten sich vor dem Schuhputzer. (10) Am Abend kreuzt er die Stiefel und spielt auf einem Instrument. (11) Er schreibt lange Briefe an seine Familie, die seinen Ruhm im ganzen Lande verbreitet: (12) Wenn man der Schuhputzer des Diktators ist, sagen sie, Ist man dem Diktator am nächsten. (13) Tatsächlich ist der Schuhputzer auch dem Diktator am nächsten; (14) denn er hat immer vor seiner Türe zu sitzen und sogar dort zu schlafen. (15) Auf keinen Fall darf er sich von seinem Platz entfernen. (16) Eines Nachts jedoch, als er sich stark genug fühlt, betritt er unvermittelt das Zimmer, weckt den Diktator und schlägt ihn mit der Faust nieder, so daß er tot liegen bleibt. (17) Rasch entledigt sich der Schuhputzer seiner Kleider, zieht sie dem toten Diktator an und wirft sich selbst in das Gewand des Diktators. (18) Vor dem Spiegel des Diktators stellt er fest, daß er tatsächlich aussieht wie der Diktator. (19) Kurz entschlossen stürzt er vor die Tür und schreit, sein Schuhputzer habe ihn überfallen. (20) Aus Notwehr habe er ihn niedergeschlagen und getötet. (21) Man solle ihn fortschaffen und seine hinterbliebene Familie benachrichtigen. Aus: Hans-Christoph Graf von Nayhauss (Hg.): Kürzestgeschichten. Stuttgart 1982 (RUB 9596)

19

20

21 Heimito von Doderer Die Einschüchterung (1) Es war die Tat einer Teekanne, in mir unwiderruflich die Erkenntnis zu befestigen, daß allein der Entschluß und Mut zur Devastierung der eigenen Wohnräume die Tücke der Objekte für längere Zeit zurückzuscheuchen und zu bannen vermögen. (2) Jene Teekanne, die ich schon sieben Jahre besaß, biß mich eines Morgens überraschend in den linken, nur mit einem leichten Hausschuh bekleideten Fuß, eben als ich sie gefüllt aus der Küche gebracht hatte. (3) Der Biß gelang ihr durch Vorstrecken des Schnabels und Fallenlassen mehrerer heißer Tropfen. (4) Glücklicherweise behielt ich den Überblick, trotz des empfindlichen Schmerzes. (5) Ich stellte die Kanne sorgfältig ab und neuerlich Wasser im Kessel auf die Gasflamme in der Küche; (6) dazu bereitete ich die Teebüchse und eine andere Porzellankanne vor. (7) Jene, die gebissen hatte, entleerte ich durch Fortschütten des frischen Tees, den sie enthielt, und ließ die Beißerin auskühlen. (8) Endlich Posto fassend gegenüber einem Bilde unter Glas und Rahmen, welches mir verdächtig geworden war durch einen blinkenden Blick auf mein Unglück, der sehr leicht auch ein solcher des Einverständnisses mit der beißenden Teekanne gewesen sein konnte, ergriff ich nunmehr diese selbst, ging auf Distanz von etwa vier Meter vom Bilde und warf die Kanne wie einen Diskus mit kräftiger Wendung aus den Hüften. (9) Die Leichen ließ ich vier Stunden an Ort und Stelle liegen. (10) Nach dem Wurf hatte ich nur ein einziges Mal kurz und drohend gebrüllt. (11) Es steht jedoch außer Zweifel, daß der exekutive Vorgang von zahllosen gestielten Äuglein im Zimmer ad notam genommen worden ist. (12) Denn in diesem Raume blieb ich durch fast ein volles Jahr von allen Kniffen und Pfiffen, Bissen, Nücken und Tücken der insitzenden Objekte verschont. (13) Erst nach Ablauf der angegebenen Zeit wagte es einmal mein Rasierapparat, mich am rechten Ohre zu zupfen. (14) Doch ist das eine Angelegenheit besonderer Art gewesen und ohne Zusammenhang mit der eben erzählten. Aus: Hans-Christoph Graf von Nayhauss (Hg.): Kürzestgeschichten. Stuttgart 1982 (RUB 9596)

22

23

24

25 Robert Stolz, Im Prater blühn wieder die Bäume (1) Im Prater blühn wieder die Bäume, (2) in Sievering grünt schon der Wein. (3) Da kommen die seligen Träume: (4) Es muss wieder Frühlingszeit sein. (5) Im Prater blühn wieder die Bäume, (6) es leuchtet ihr duftendes Grün: (7) Drum küss, (8) nur küss, (9) nicht säume, (10) denn Frühling ist wieder in Wien!

26 1-10 GESCHICHTE 1-4 EREIGNIS KOMPLIKATION 3-4 RESOLUTION 3 Komplikation 4 Resolution 5-10 EREIGNIS KOMPLIKATION 7-10 RESOLUTION = ARGUMENTATION = EVALUATION = KODA 7-9 Faktum (Handlungsanweisung) 10 Begründung des Faktums

27 (Welches war die wichtigste Schlägerei, an die du dich erinnern kannst, eine, die dir im Gedächtnis geblieben ist …) a Na, (ich glaube), es war eine mit einem Mädchen. b Ich war noch klein, weißt du, c Und sie war das stärkste Mädchen, das stärkste Mädchen in der Gegend. d Wenn man ihr keine Bonbons in die Schule mitbrachte, schlug sie dir eine in die Fresse. e Und man mußte sie küssen, wenn sie es befahl. f Dieses Mädchen war nur etwa 12 Jahre alt, Mensch, g aber sie war ein Killer. h Sie ließ sich nichts sagen. i Sie schlug alle ihre Brüder nieder. j Eines Tages kam ich in die Schule k und ich hatte kein Geld. l Meine Alte wollte mir kein Geld geben. m Als ich einmal die Schule schwänzte, n haute sie mir ordentlich eine runter. o Ich schwänzte die Schule, Mensch, p aber ich sagte mir, weißt du, ich werde die Schule nie wieder schwänzen, denn ich will keine Prügel. q Also gehe ich in die Schule,

28 r und dieses Mädchen sagt, "Wo sind die Bonbons?" s Ich sage, "Ich habe keine." t Sie sagt, paaaf! u Also sage ich mir: "Es wird noch oft passieren, daß mir meine Mutter kein Geld gibt, weil wir eine arme Familie sind, v und ich kann das nicht ertragen, weißt du, jedes Mal, wenn sie mir kein Geld gibt." w Also sage ich mir, "Gut, dann muß ich mich einfach mit diesem Mädchen prügeln. x Sie wird mich niederschlagen müssen. y Hoffentlich schlägt sie mich nicht nieder." z Und ich schlug das Mädchen: paaaf! aa Und ich schlug sie heftig. bb Ich habe die Schlägerei gewonnen. cc Das war eine der wichtigsten.

29 Strukturen in Malina, Kap Geschichte Episode 1 32 Evaluation Geschichte Episode Evaluation Geschichte Episode 3 53 Evaluation Geschichte Episode Evaluation Geschichte Episode Evaluation Geschichte Episode Evaluation Wien schweigt schließt als Koda die Geschichten zu einer Erzählung zusammen.

30

31


Herunterladen ppt "Textstrukturen 1 Die Erzählung. STEFAN GEORGE Über Dichtung I. In der dichtung wie in aller kunst-betätigung ist jeder der noch von der sucht ergriffen."

Ähnliche Präsentationen


Google-Anzeigen