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BEDEUTUNG, DIAGNOSE UND BEHANDLUNG VON DEPRESSION

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Präsentation zum Thema: "BEDEUTUNG, DIAGNOSE UND BEHANDLUNG VON DEPRESSION"—  Präsentation transkript:

1 BEDEUTUNG, DIAGNOSE UND BEHANDLUNG VON DEPRESSION
Vortrag im Rahmen des NÖ Bündnisse gegen Depression Siehe auch:

2 Erkennen einer Depression
Selbsttest 1 (2 Fragen Test): Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig, bedrückt oder hoffnungslos? Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun? Werden beide Fragen mit „Ja“ beantwortet, denken Sie an einen Depression

3 Diagnosekriterien nach ICD-10
Suizidgedanken / Suizidale Handlungen Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Schlafstörungen Negative und pessimistische Zukunfts-perspektiven Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit Gefühl von Schuld und Wertlosigkeit Appetitveränderung Verlust Interesse u. Freude Verminderter Antrieb Depressive Stimmung

4 Inhalte der Präsentation
Bedeutung der Depression/Häufigkeit Ursachen einer Depression Symptome einer Depression Behandlung von Depression

5 Volkskrankheit Depression
Depressive Störungen sind hinsichtlich der Schwere und Häufigkeit die am meisten unterschätzten Krankheiten WHO-Studie: Erkrankungsjahre pro Bevölkerung, gewichtet mit Schwere und Beeinträchtigung durch die Erkrankung Unipolare Depression = Nummer 1 in entwickelten Ländern Wird in den nächsten Jahren noch steigen

6

7 Häufigkeiten Österreich
Rund 5% der Bevölkerung leiden gegenwärtig unter einer depressiven Verstimmung Bei Frauen doppelt so häufig diagnostiziert Erkrankung betrifft alle Altersgruppen Ca. jede 4. Frau und jeder 8. Mann erkranken im Laufe des Lebens an Depression Über die Ursachen der ungleichen Verteilung von Männern und Frauen besteht keine wissenschaftliche Klarheit. Vermutet werden sowohl biologische wie soziale Ursachen. Ein Grund, warum Depression bei Frauen häufiger diagnostiziert wird, dürfte nicht zuletzt auch in einem aktiveren Hilfesuchverhalten liegen. Frauen sind offensichtlich eher bereit, persönliche Probleme anderen mitzuteilen. Männer tendieren dagegen dazu, sich verstärkt zurückzuziehen (reizbar,..) und Probleme mit sich allein auszumachen bzw. zur Alkohol etc zu greifen. Gross: Frauen eher emotionale Symptome und körperliche Begleitsymptome Männer: Rückzug, reizbar, S uchtverhalten Siehe 2 Fachartikel

8 Bedeutung der Depression
70% - 80% der Suizide erfolgen im Rahmen depressiver Erkrankungen. Depressive Erkrankungen weisen eine erhöhte somatische Komorbidität und Mortalität auf. Depressionen verursachen 7% der Krankheitslast in Europa. Die Kosten für depressive Erkrankungen werden auf 1% des Bruttoinlandproduktes geschätzt. Depressionen sind häufige Ursache für Erwerbsunfähigkeit und vorzeitige Pensionierung. Für die Behandlung von Depressionen entfallen lediglich 0,5% - 1% der nationalen Gesundheitsausgaben. 45% der an Depression leidenden Menschen erhalten keine adäquate Behandlung oder nehmen keine in Anspruch. Es gibt erhebliche Defizite bei der Diagnostik und Behandlung depressiver Erkrankungen Vergleiche: Österreichischer Psychiatriebericht 2001 THE WORLD FEDERATION FOR MENTAL HEALTH (WFMH).n.J: D E P R E S S I O N : T H E P A I N F U L T R U T H: An international survey conducted among physicians and people living with depression in Brazil, Canada, France, Germany and Mexico: An estimated 340 million people worldwide suffer from depression, yet 75 percent never receive any treatment, according to the World Health Organization. .

9 Häufigkeiten in NÖ NÖ Gesundheitsbericht 2001:
Jährlich rund Personen aufgrund psychischer Erkrankungen im KH (Hälfte Psychosen – Tendenz steigend, 15% Abhängigkeiten – Tendenz sinkend) Schätzung: Personen in NÖ Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität Gesundheitsbefragung Statistik Austria 2006/2007 (Stichprobe=2508 in NÖ) Hatten Sie in den letzten zwölf Monaten chronische Angstzustände oder Depression? JA: 75,5%, NEIN 24,5% Wenn ja: Hat dieses Gesundheitsproblem ein Arzt diagnostiziert? JA: 75,3%, NEIN 24,7% Wurden Sie aufgrund diese Problems behandelt bzw. haben Sie Medikamente eingenommen? JA: 51,1%, NEIN 48,9% 8,4 % der Befragten gaben an in den letzten beiden Wochen ärztlich verordnetet Medikamente gegen Depression genommen zu haben Nö Gesundheitsbericht 2001: Österreichische Gesundheitbefragung (Statistik Austria+BM für Gesunehitk, Familei und Jungend) 2006/2007- Befrfagung von 2508 NÖ (Stichprobe), Frage: hatten sie in den letzten zwölf Monaten chronische Angstzustände oder Depression – NÖ: 75,5 ja, 24,5 nein (Ö: 76,7, 23,3), wenn ja: Hat dieses Gesundheitsproblem ein Arzt diagnostiziert? 75,3 ja, 24,7 nein (Ö: 80,2 und 19,8) Wurden Sie aufgrund diese Problems behandelt bzw. haben Sie Medikamente eingenommen: 51,1 ja, 48,9 nein (Ö: 57,5, ja 42,5 nein) 8,4 % der Befragten gaben an Medikamenten gegen Depression in den letzten beiden Wochen

10 Fallbeispiel 1 Michael T. fühlt sich seit drei Monaten einfach nicht mehr wohl. Alles hatte damit begonnen, dass er nachts nicht mehr richtig schlafen konnte, oft aufwachte und morgens schon lange wach war, bevor der Wecker klingelte. Tagsüber fühlte er sich müde und abgespannt, hatte Schwierigkeiten, sich auf seine Arbeit zu konzentrieren. Zunächst führte er diese Probleme auf den Schlafmangel zurück. Doch bald bemerkte er, dass er sich auch bei ausreichendem Schlaf morgens wie gerädert fühlte. Hobbys, denen er früher begeistert nachging, machten ihm plötzlich keine Freude mehr und es fiel ihm immer schwerer, sich überhaupt zu irgendetwas aufzuraffen. Er ging nicht mehr zu seinem Fußballtraining, las keine Zeitung mehr und schaute nicht mehr fern. Auch seine Frau klagte, dass er kein Interesse mehr am Sex habe. Ebenso wurde seine Stimmung zunehmend bedrückter. Michael T. konnte sich diese Veränderung gar nicht erklären, da er eigentlich ein lebensfroher Mensch war und ein wirklicher Anlass für seine Bedrücktheit fehlte. Trotzdem zog er sich immer weiter von seiner Familie zurück, saß stundenlang in seinem Zimmer und grübelte über sein Leben nach. Eines Abends äußerte er gegenüber seiner Frau, dass er in seinem Leben seinen Sinn mehr sähe und dass er immer wieder daran denke "mit allem Schluss zu machen". ©

11 Auslöser einer Depression
PSYCHE KÖRPER UMWELT Komplexes individuelles Zusammenspiel biologischer, psychischer und sozialer Faktoren

12 Verletzlichkeit-Belastungen-Bewältigung
Psychosoziale Aspekte Neurobiologische Aspekte Verletzlichkeit z.B. negative Lebenserfahrung/ Persönlichkeit z.B. genetische Faktoren Auslöser z.B. akute psychosoziale Belastungen/Stress z.B. Überaktivität der Stresshormonachse, körperliche Erkrankungen Depressiver Zustand z.B. depressive Symptomatik z.B. neurochemische Dysfunktion/Überaktivität der Stresshormonachse Therapie Psychotherapie Pharmakotherapie Depression Depression 2-Seiten einer Medaille (©

13 Auslöser einer Depression - Verletzlichkeit
Neurobiologische Aspekte: z.B.: genetische Faktoren (nicht Depression wird vererbt, Veranlagung) Psychosoziale Aspekte: z.B.: negative Lebenserfahrung, Persönlichkeit (Dysfunktionale Stressbewältigungs-Strategien, Risikofaktoren: Introvertiertheit, Zwanghaftigkeit, vegetative Labilität, emotionale Instabilität)

14 Auslöser einer Depression
Einschneidende Ereignisse: z.B.: Tod des Ehepartner/der Ehepartnerin z.B.: Tod eines nahestehenden Familienmitgliedes Scheidung z.B.: Scheidung/Trennung von EhepartnerIn z.B.: Gefängnisstrafe z.B.: Verletzung oder Krankheit z.B.: Entlassung aus dem Arbeitsverhältnis z.B.: Heirat/Wiederversöhnung in der Ehe z.B.: Eintritt in den Ruhestand Einschneidende Ereignisse Ein Drittel der depressiven Patienten hatten vor ihrer Erkrankung ein belastendes oder zumindest einschneidendes Lebensereignis. Nach einem solchen Ereignis ist das Depressionsrisiko etwa ein halbes Jahr lang erhöht. Ein belastendes Ereignis muss aber nicht zwangsweise zum Ausbruch einer Depression führen. Denn alle Menschen müssen in ihrem Leben Verluste und Trennungen erleiden, aber nicht jeder erkrankt. Insofern haben Ereignisse dieser Art in erster Linie eine auslösende Bedeutung. Einschneidende Lebensereignisse können zum Beispiel der Tod eines nahen Angehörigen, Partnerkonflikte, die Veränderung der Lebensverhältnisse und der sozialen Rolle (z.B. Berentung) oder chronische Überlastungssituationen sein.

15 Auslöser einer Depression
Körperliche Erkrankungen z.B.: Infektionskrankheiten z.B.: Kardiovaskuläre und pulmonale Erkrankungen (z.B. Herzinsuffizienz) z.B.: Krebserkrankungen z.B.: Endokrinologische Erkrankungen (z.B. Schilddrüse) z.B.: Metabolische Störungen (z.B. Vitamin B12-Mangel) z.B.: Gastrointestinale Erkrankungen (z.B. Pankreatitis) z.B.: Hirnerkrankungen (z.B. Alzheimer-Demenz)

16 Auslöser von Depression –Biochemische Prozesse
Überaktivität und veränderte Reaktionsbereitschaft in den stressregulierenden Systemen Limbisches System, Hypothalamus, Hypophyse, Nebennierenrinde Störung in der Bereitstellung und Ausschüttung von bestimmten Botenstoffen (Neurotransmittern) Noradrenalin, Serotonin, Dopamin, Acetylcholin. Depression und Hirntätigkeit Wenn wir ein Bild sehen oder Musik hören, Gefühle empfinden oder denken, beruht das auf der Aktivität unserer Nervenzellen. Wenn eine Nervenzelle feuert, sie also aktiv ist, wird der Impuls elektrisch entlang der Nervenfaser bis zu den Nervenendigungen und Kontaktstellen mit anderen Nervenzellen, den Synapsen, transportiert. Zwischen den Nervenendigungen und der nachgeschalteten Nervenzelle befindet sich ein Spalt, den ein elektrischer Impuls nicht überspringen kann. Diesen Spalt können nur chemische Botenstoffe, die Neurotransmitter, überwinden. Neurotransmitter lagern sich an bestimmten Andockstellen, den Rezeptoren, an und lösen über diese Rezeptoren bei der nächsten Nervenzelle wieder einen elektrischen Impuls oder andere Veränderungen aus. So geben sie die Aktivität weiter. Solche Botenstoffe sind das Serotonin und das Noradrenalin. Auch wenn vieles noch nicht restlos geklärt ist, so gehen doch viele Wissenschaftler davon aus, dass während einer Depression der Stoffwechsel des Gehirns gestört ist: Serotonin und/oder Noradrenalin sind aus der Balance geraten. Sie sind entweder in zu geringer Konzentration vorhanden oder aber die Übertragung funktioniert nicht richtig. Ist aber die Übertragung zwischen den Nervenzellen gestört, so schlägt sich das auch in den Gefühlen und Gedanken nieder und führt zu fehlendem Antrieb, zu Appetit- und Schlaflosigkeit usw. Viele antidepressive Medikamente setzen an dieser Stelle an und bringen den Hirn-Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht. Andere Erklärungsansätze stellen die Bedeutung der Stresshormone in den Mittelpunkt. Stress hat primär die evolutionsbiologische Funktion, durch die Ausschüttung von Stresshormonen im Organismus die Aufmerksamkeit und Anspannung zu erhöhen, um in Gefahrensituationen blitzschnell reagieren zu können. Jedes Mal, wenn wir eine Situation erleben, die den Körper in außergewöhnlicher Weise fordert, wird unser Stresshormon-System aktiviert. Ein frühes Anzeichen einer Stressreaktion ist die erhöhte Freisetzung eines Peptids namens Corticotropin-freisetzendes Hormon (CRH) durch das limbische System, einen Hirnbereich, der Stimmungen und Ängste beeinflusst2. CRH wiederum regt über einen weiteren Botenstoff, das ACTH (Adreno-Corticotrophin-freisetzendes Hormon), die Produktion und Freisetzung des bekannten Stresshormons Cortisol an, welches, sobald es in den Blutkreislauf gelangt, den Körper darauf vorbereitet, der belastenden Situation zu begegnen. Die Freisetzung von Cortisol ist während einer Infektionskrankheit, bei einem akuten psychischen Trauma oder chronischem Stress erhöht. Beide Hormone, CRH und Cortisol, sind wichtige Faktoren, um die Reaktionen auf Stress zu koordinieren; dieses Kontrollsystem wird durch mannigfache biologische Vorgänge und Prozesse aufrechterhalten. Forschungen am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben gezeigt, dass das Kontrollsystem für Stresshormone bei Depressionskranken gestört ist3. Es wurde untersucht, ob das vom Gehirn freigesetzte Stresshormon CRH auch auf der Verhaltensebene die für eine Depression charakteristischen Anzeichen und Symptome hervorrufen kann. Zahlreiche Versuche an Menschen, Ratten und Mäusen weisen darauf hin, dass CRH tatsächlich Verhaltensänderungen hervorruft, die der Depression ähneln. Beispielsweise verstärkt eine erhöhte Konzentration von CRH im Gehirn die Angst, stört das Denkvermögen, vermindert den Appetit, den Schlaf sowie die sexuellen Bedürfnisse - alles Kardinalsymptome der Depression.

17 Schutzfaktoren Dauerhafte, gute Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson Familiäres Umfeld Robustes, aktives und kontaktfreudiges Temperament Soziale Förderung (z.B. Vereine, Kirche) Verlässlich unterstützende Bezugspersonen Weniger Belastung

18 Symptome einer Depression
Hauptkriterien (A) Depressive Stimmung Verlust von Interesse oder Freude Verminderter Antrieb Nebenkriterien (B) Verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen Schuldgefühle und Gefühle der Wertlosigkeit Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven Suizidgedanken, erfolgte suizidale Handlungen Schlafstörungen Appetitminderung Schweregrade Leicht: Mindestens 2 aus A und 2 aus B Mittel: Mindestens 2 aus A und 3 aus B Schwer: Alle aus A und mindestens 4 aus B Symptome bestehen mindestens 2 Wochen!

19 Diagnose-Beschwerdeprofil
Meist suchen PatientInnen mit Depressionen Hilfe aufgrund körperlicher Beschwerden: Rückenschmerz Kopfschmerz Erschöpfung Beklemmungen in der Brust Magenbeschwerden Schwindel Abdominelle Beschwerden Nackenverspannungen 31% andere 69 % körperliche Beschwerden

20 Formen und Verlauf von Depressionen
Krankheitsbild und Formen der Depression Depressive Erkrankungen verlaufen meist in Phasen, die über mehrere Monate, bei einigen Patienten auch über Jahre anhalten können. Unipolare Depression: Die meisten Menschen, die an einer Depression erkranken, erleiden in ihrem Leben mehr als eine depressive Episode. Derartige Episoden dauern unter Umständen Wochen, manchmal auch Monate, insbesondere dann, wenn die Patienten nicht konsequent behandelt werden. Treten nur depressive Episoden auf, so spricht man von einer unipolaren Depression. Bipolare affektive Störung: Manche Patienten erleiden nicht nur depressive, sondern auch manische Episoden. Manische Episoden sind gekennzeichnet durch einen unbändigen Tatendrang, meist gehobene Stimmung, fehlendes Schlafbedürfnis, Größenideen, häufig auch durch Kaufrausch. In diesen Fällen spricht man von einer bipolaren affektiven Störung. Dysthymie: Manche Patienten leiden an einer meist leichter ausgeprägten, aber dafür chronisch verlaufenden Form der Depression, genannt Dysthymie. Diese beginnt meist im frühen Erwachsenenalter. Depressive Episoden im Rahmen unipolarer und bipolarer affektiver Störungen sowie Dysthymie gehören zu den wichtigsten Depressions-Diagnosen. Depressive Erkrankungen können jedoch auch im Rahmen körperlicher Erkrankungen, z. B. von Schilddrüsenfunktionsstörungen, oder in Verbindung mit bestimmten Medikamenten, z.B. hochdosierter Cortisonbehandlung, auftreten.

21 Fallbeispiel 2 Marco S. litt schon längere Zeit unter einer bleiernen Müdigkeit und einer gedrückten Stimmung. Immer mehr Zeit verbrachte er im Bett. Er hatte keinen rechten Appetit mehr und verlor innerhalb kurzer Zeit fünf Kilogramm Körpergewicht. Nach drei Monaten der Zurückgezogenheit begann Marco S., sich plötzlich zu verändern. Innerhalb eines Tages war er von einer ansteckenden Fröhlichkeit und in seinem Aktivitätsdrang kaum noch zu bremsen. Auch seine Müdigkeit war wie weggeblasen, er kam mit wenigen Stunden Schlaf in der Nacht aus und war doch immer hellwach. Seine Freunde freuten sich zunächst darüber, da es doch offensichtlich mit ihm bergauf ging. Dann stellten sie jedoch fest, dass Marco S. sich immer seltsamer benahm: Er begann, finanziell über seine Verhältnisse zu leben, gründete gleichzeitig mehrere Firmen und veranstaltete aufwendige Feste, deren Kosten er nicht tragen konnte. Wenn ihm jemand widersprach oder ihn gar bremsen wollte, wurde Marco S. schnell aggressiv. Ein zu Rate gezogener Psychiater stellte schließlich die Diagnose "bipolare Störung als eine Unterform der Depression". ©

22 Typen von Depressionen
die gehemmte Depression (v.a. Zeichen von Gehemmtheit, Blockiertheit, Verlangsamung, Antriebsverlust) die larvierte Depression (funktionelle Organbeschwerden stehen im Vordergrund und lenken den Verdacht zuerst auf eine körperliche Erkrankung. Häufig erfolgen zunächst eine Reihe von vergeblichen körperlichen Abklärungen, bis jemand auf die Diagnose "Depression" kommt) die psychotische Depression (hierbei finden sich psychotische Symptome wie wahnhafte Verarbeitung (Schuldwahn, Verarmungswahn, Versündigungswahn) oder Halluzinationen (z.B. Stimmenhören) die atypische Depression (vegetative Symptome wie Gewichtszunahme, Fresssucht, oder auch eine vermehrte Kränkbarkeit stehen im Vordergrund) (ICD-10, 2000)

23 Behandlung von Depression
Aktives beobachtendes Abwarten unterschwellige bis leichte Depressionen Psychotherapeutische Behandlung leichte bis mittelschwere Depressionen Kontraindikation gegen Antidepressiva Ablehnung von Antidepressiva durch den Patienten Medikamentöse Behandlung mittelschwere und schwere Depressionen chronischer Verlauf bei Erfolg vorheriger medikamentöser Behandlung Kombinationstherapie unvollständiges Ansprechen auf alleinige Behandlung chronische Depression, „Double Depression“ ausgeprägte psychosoziale Probleme

24 Wer behandelt Depressionen 1
Hausarzt/ärztin: Abklärung organischer Ursachen für depressive Stimmung, Behandlungsplan Facharzt/ärztin: für Psychiatrie, Psychiatrie und Neurologie: Diagnose und Therapie psychischer Erkrankungen (ÄrztInnen und FachärztInnen in NÖ: PsychotherapeutInnen: Liste PsychotherapeutInnen in NÖ:

25 Wer behandelt Depressionen 2
Teams von FachärztInnen, ÄrztInnen, SozialarbeiterInnen, ErgotherapeutInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, Krankenpflegepersonal in: Psychiatrische Abteilungen und KH: Tulln, Hollabrunn, Neunkirchen, Baden: Aufnahme bei Suizidrisiko, unklaren Zuständen zwecks diagnostischer Abklärung, drohender Verwahrlosung, Non-Compliance, Suchtproblematik LKH und Abteilungen: Psychosozialen Diensten: in allen Bezirken NÖ, Träger im Osten PSZ-GmbH: Beratung und Begleitung, medizinische Behandlung, Hausbesuche sowie Gruppenangebote für psychische kranke Menschen und in psychischen Krisensituationen PSD:

26 Entscheidungshilfen Welches ist die richtige Behandlung für mich?
Sind regelmäßige persönliche Gespräche erwünscht? Wie schnell sollte die Wirkung d er Therapie eintreten? Wie viel Aktivität kann ich aufbringen, um eine Therapie durchzuführen Welches ist die richtige Behandlung für mich? Wäre ich bereit, Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen? Welche Ziele will ich mit der Therapie erreichen? Wie wichtig sind mir wissenschaftliche Ergebnisse zur Wirksamkeit der Therapien? Mit welchen Wartezeiten bei einer Psychotherapie muss ich rechnen? Wie viel Zeit kann und will ich aufbringen?

27 Medikamentöse Behandlung 1
Antidepressiva Medikamente mit einer psychischen Wirkung (z.B. stimungsaufhellend oder beruhigend) wirken auf den Stoffwechsel im Zentralen Nervensystem sind in der Lage, Botenstoffe im Gehirn (Serotonin, Noradrenalin) zu normalisieren ermöglichen die Genesung des Erkrankten bzw. schaffen die Voraussetzung für eine Psychotherapie bei gesunden Menschen haben sie keine Wirkung es besteht kein Abhängigkeitsrisiko

28 Medikamentöse Behandlung 2
Verzögerte Wirkung von Antidepressiva: Im allgemeinen dauert es 2 bis 3 Wochen bis sich die Wirkung zeigt (sog. Wirklatenz) Nebenwirkungen von Antidepressiva Antidepressiva können auch -wie alle anderen Medikamente -unerwünschte Effekte hervorrufen. Diese treten oft zu Beginn auf, aber verringern sich im Laufe der Therapie oder verschwinden ganz Wichtig ist, Antidepressiva nicht selbst abzusetzen oder niedriger zu dosieren, sondern ÄrztInnen zu konsultieren (Verzeichnis der FachärztInnen: ttp://cms.arztnoe.at/cms/ziel/100969/DE/)

29 Medikamentöse Behandlung 3
Die Behandlungsstrategie gliedert sich in der Regel in mehrere Phasen: Akutbehandlung (bis zum Abklingen der Symptome) Erhaltungstherapie (Zeitraum von 4-6 Monaten) Rückfallprophylaxe (ggf. über Jahre)

30 Liste PsychotherapeutInnen in NÖ:
Psychotherapie Verhaltenstherapie: basiert auf Erkenntnissen der Lernforschung – Verhaltensänderung durch Übungen, Gespräche, Einsichten in eigene Verhaltensweisen Tiefenpsychologische Therapieformen (z.B. Psychoanalyse, Individualpsychologie): Verbesserung des psychischen Wohlbefindens durch Ergründung der Ursachen (meist frühkindliche Erlebnissen, Interaktionen etc.) Humanistische Therapieverfahren (z.B. Klientenzentrierte Psychotherapie - Gesprächstherapie, Gestalttherapie, Psychodrama): Klärung und Bearbeitung von Problemen und Erfahrungen in angstfreier therapeutischer Beziehung mit Methoden des Gesprächs und anderen (körperlicher, spielerischer, kreativer) Ausdrucks- und Kommunikationsmöglichkeiten Liste PsychotherapeutInnen in NÖ: Methoden siehe:

31 Weitere Therapien Lichttherapie:
bei saisonal abhängiger Depression: durch das Sehen in eine Lichtquelle wird über Retina und Sehnerv die Ausschüttung von Serotonin und Melatonin ausgelöst Schlafentzug: Behandlung der Schlafstörung durch Schlafentzug Transkranielle Magnetstimulation: stimuliert durch ein veränderliches Magnetfeld - veränderlich bedeutet, es wird schnell auf- und wieder abgebaut - die Nervenzellen in der Hirnrinde (kaum in Verwendung in NÖ) Soziotherapie: Motivation, Wiedereingliederungsmaßnahmen Elektrokrampftherapie Elektrokrampftherapie (http://www.buendnis-depression.at/Elektrokrampftherapie html Bei Patienten mit schweren Depressionen, bei denen zahlreiche medikamentöse und psychotherapeutische Behandlungsversuche fehlgeschlagen sind, ist die Elektrokrampftherapie (EKT; ECT = Elektroconvulsivtherapie) das erfolgreichste Verfahren. Ein kurzer elektrischer Stromstoß löst einen künstlichen epileptischen Krampfanfall aus. Die Behandlung wird unter Kurznarkose durchgeführt, so dass sie den Patienten in der Regel nicht belastet. Zudem werden muskelentspannende Medikamente gegeben, um stärkere Muskelkrämpfe während des epileptischen Anfalls zu vermeiden. Den eigentlichen elektrischen Stimulationsvorgang und den Krampfanfall, der 20 bis 30 Sekunden dauert, bemerkt der Patient nicht. Der Patient erhält, verteilt über etwa drei Wochen, neun bis zwölf Anwendungen. Bei der Mehrzahl der therapieresistenten Patienten kann die EKT depressive Phasen durchbrechen, die zum Teil schon seit Monaten oder Jahren andauern. Viele von ihnen erleben das Abklingen ihrer Depression nach der EKT wie das Erwachen aus einem langen Alptraum. Daran muss sich häufig eine medikamentöse Therapie anschließen, um erneute Rückfälle in die Depression zu verhindern. Neue Techniken konnten die Nebenwirkungen und Risiken deutlich senken. Es bleibt das Narkoserisiko, die Gefahr von Blutdruckschwankungen und vorübergehenden Gedächtnisstörungen. Diese Risiken müssen jedoch vor dem Hintergrund der Lebensgefährdung und dem tiefen Leiden, das eine schwere therapieresistente Depression verursacht, gesehen werden.

32 Psychoedukation Definition
Systematische didaktisch-psychotherapeutische Interventionen Zielbereiche Aufklärung über die Erkrankung und Behandlungsmöglichkeiten Vermittlung von Kompetenz im Umgang mit der Erkrankung Förderung der Kooperation bei der Behandlung Emotionale Entlastung Verbesserung des subjektiven Befindens Vermittlung von Hoffnung

33 Angehörigen- und Selbsthilfe
Gruppentreffen, Seminare- und Fortbildungsveranstaltungen, Betroffene beraten Betroffene HPE: Hilfe für Angehörige psychisch Erkrankter HSSG: Hilfe zur Selbsthilfe für seelische Gesundheit

34 Was können Angehörige / FreundInnen tun
Krankheit akzeptieren Erinnerung des Betroffenen an regelmäßige Einnahme der Medikamente und Einhaltung der Behandlungstermine Suizidabsichten -/ äußerungen ernst nehmen und ggf. den Arzt benachrichtigen Unterstützung bei der Gestaltung des Tagesablaufs Überforderungen der Betroffenen vermeiden Beteiligung an der Aufklärung über die Erkrankung


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