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Risiko. Ein Streifzug durch die Geschichte. Verena Winiwarter APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Bodenforschung.

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Präsentation zum Thema: "Risiko. Ein Streifzug durch die Geschichte. Verena Winiwarter APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Bodenforschung."—  Präsentation transkript:

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2 Risiko. Ein Streifzug durch die Geschichte. Verena Winiwarter APART-Stipendiatin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften am Institut für Bodenforschung der Universität für Bodenkultur, Wien UND an der Fakultät für Interdisziplinäre Forschung und Fortbildung der Universität Klagenfurt

3 Begriffsgeschichte Die Wolkenschiffe Magonias Nachtluft /Miasma Wasserverschmutzung und Fischerei Radium und Röntgenstrahlen Wandel im Umgang mit bekanntem Risiko im Lauf der Zeit Konstanz im Umgang mit bekanntem Risiko im Lauf der Zeit Umgang mit neuen Risiken

4 Begriffsgeschichte Setzt sich seit dem 15. Jahrhundert als Begriff der Kaufmanns- sprache für pekuniäres Wagnis im Handelsgeschäft durch. Bedeutung ursprünglich wohl mit griech. Wurzeln rischiare: Klippen umsegeln In den romanischen Sprachen ist Risiko seit dem 16. Jh. ein Begriff der Alltagssprache, im Deutschen erst im 19. Jh. Wissenschaftliche Begriffsbildung im 20. Jh. - Beiträge aus Wahrscheinlichkeitstheorie, Volkswirtschaftslehre, Existenzphilosophie und Entscheidungtheorie. Jüngere Stationen des Begriffs: Atomtechnologiedebatte - Rasmussen-Studie (1975) - neue soziologische Risikodebatte (Beck, Luhmann): Differenz Gefahr - Risiko

5 Die Wolkenschiffe Magonias Lyon, ca 815 n.Chr. Bischof Agobard Traktat gegen den absurden Glauben der Menschen, was Hagel und Donner betrifft Liber contra insulsam vulgi opinionem de grandine et tonitruis PL B1-C4

6 Hagel tritt oft extrem kleinräumig auf. Wie kann sich der einzelne Bauer gegen dieses Risiko schützen? Er muss zunächst wissen, warum es hagelt: Da Hagel kleinräumig auftritt, ist er vermutlich Ergebnis von Hexerei! Die tempestarii (Sturmmacher) sind daran schuld. Sie haben einen Vertrag mit den Wolkenschiffern abgeschlossen, die ihnen Geld zahlen, und dafür auf ihren Schiffen Korn und andere Feldfrüchte in das Land Magonia mitnehmen.

7 Die Bauern verfluchen die tempestarii, sie entdecken aber auch, dass es Menschen gibt, die gegen den Hagel schützen können. Mit letzteren schliessen sie einen Vertrag: Gegen Zahlung eines regelmäßigen Tributs (canonicus) werden sie von den defendarii vor Hagel und Donnerwetter geschützt. Der Wandel im Umgang mit diesem Risiko setzt schon im 9. Jh. ein: Agobard ist über diesen Aberglauben entsetzt und möchte lieber, dass die Bauern ihre Abgaben an die Kirche zahlen. Sie hoffen, dass dann die Wolkenschiffer leer ausgehen werden.

8 Nachtluft /Miasma Benjamin Franklin John Adams reisen im Jahr 1776 gemeinsam über Land....

9 sie steigen in einem überfüllten Gasthof ab. John Adams berichtet von dieser Nacht in seinen Memoiren: In Brunswick konnte nur ein Bett für Dr. Franklin und mich besorgt werden, in einer kleinen Kammer, nur wenig größer als das Bett, ohne Kamin und mit nur einem kleinen Fenster. Das Fenster war offen, und ich, Invalide und ängstlich vor der Nachtluft, schloss es. Oh, sagte Dr. Franklin, machen Sie doch das Fenster nicht zu! Wir werden ersticken. Ich antwortete, dass ich Angst vor der Abendluft hätte. I answered I was afraid of the Evening Air. Nachtluft /Miasma

10 Catherine Beecher, ( ), Autorin und Leiterin von Mädchenschulen, schreibt 1841: So scheint es, daß die Atmosphäre untertags viel gesünder ist als jene in der Nacht, insbesondere im Freien. Virginia Terhune Van De Water, Autorin, 1910 Mit jedem Jahr schätzen wir Amerikaner stärker, daß frische Luft Gesundheit bedeutet, und ihre Abwesenheit Krankheit. Wenn wir über die alten Zeiten nachdenken, als die Menschen in Federbetten schliefen, bei geschlossenen Fenstern, und manchmal mit einem brennenden Ofen im Raum, wundern wir uns, daß unsere Großeltern nicht an Erstickung gestorben sind. Die Wahrnehmung der gesundheitlichen Bedeutung von Nachtluft wandelte sich von 1776 bis 1910 grundlegend. George Templeton Strong, , Tagebuchschreiber, Gründer der Sanitary Commission im amerikanischen Bürgerkrieg, schreibt 1843: Es ist so heiss wie in einem Ofen heute nacht, und hier sitze ich - förmlich schmorend - und fürchte mich, das Fenster zu öffnen, und das wenige an kühler Luft, das sich bewegt, einzulassen, weil da draussen die mörderische Grippe wie eine Hyäne wütet.

11 Wasserverschmutzung und Fischerei Wahrnehmung und Umgang mit diesem Risiko haben sich im Lauf der Jahrhunderte kaum gewandelt. Protokolle über Gerichtsverhandlungen gegen Wasserverschmutzungen, die Fischsterben ausgelöst hatten: Themse bei Westminster, 1366 (London PRO Plea Rolls, Kings Bench 27/ Edw. 3, m42d) Huntingdonshire, 1377 (London PRO Plea Rolls, Kings Bench 27/ Edw 3, m12d) Scarpe bei Douai, 1452 usw. Ökonomische Interessen stehen gegeneinander: Fischer gegen gewerbliche Wassernutzer...

12 Ein neues, wunderbares Element: Radium nützlich und gesund...

13 von der Auergesellschaft A.G. in Berlin produziert. Was leistet Doramad? Durch ihre radioaktive Strahlung steigert sie die Abwehrkräfte von Zahn u. Zahnfleisch. Die Zellen werden mit neuer Lebensenergie geladen, die Bakterien in ihrer zerstörenden Wirksamkeit gehemmt. Daher die vorzügliche Vorbeugungs- und Heilwirkung bei Zahnfleischerkrankungen. Poliert den Schmelz aufs Schonendste weiß und glänzend. Hindert Zahnsteinansatz. Schäumt herrlich, schmeckt neuartig, angenehm, mild u. erfrischend. Ausgiebig im Gebrauch.

14 Das Schuh-Fluoroskop (ca ) Der Umgang mit Radioaktivität und Röntgenstrahlen war anfangs von Euphorie geprägt - Gefahren sah man erst später. Gerade für Kinderfüsse sind passende Schuhe wichtig, um das Risiko von Fehlstellungen zu vermindern

15 Der Streifzug durch die Geschichte zeigt, dass Risikoakzeptanz und Risikowahrnehmung sich mit Theorien über die Natur und über Naturerscheinungen wandeln, dass Risikoakzeptanz und Risikowahrnehmung oft ökonomische Interessen widerspiegeln, und dass neue Risiken erst einmal als solche erkannt werden müssen Risikoabschätzung ist daher ein unverzichtbarer Teil gesellschaftlicher Selbstbeobachtung. DANKE FÜR IHRE AUFMERKSAMKEIT!

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