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Gesundheitspsychologie Berlin: www.fu- berlin.de/gesund Einführung in die Gesundheitspsychologie Benjamin Schüz, Dipl.-Psych. Freie Universität Berlin.

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2 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Einführung in die Gesundheitspsychologie Benjamin Schüz, Dipl.-Psych. Freie Universität Berlin Gesundheitspsychologie

3 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Einführung in die Gesundheitspsychologie 09:00Allgemeine Einführung 09:45Risikofaktoren und Schutzfaktoren: Einflüsse der Persönlichkeit 10:30Kaffeepause 10:45 Stress und Stressbewältigung 11:30 Ressourcen: Psychologische Ressourcen und soziale Ressourcen 12:15 Mittagspause

4 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Was ist eigentlich Gesundheitspsychologie? Typische Fragen der Gesundheitspsychologie Wer wird krank? Warum? –Fragen nach Persönlichkeit und Gesundheit –Persönlichkeit und Verhalten Was in unserem Verhalten bedingt Krankheit und Gesundheit? –Stress, Stressbewältigung –Verarbeitung / Bewältigung von Krankheiten –Verhindern von Krankheiten durch Individualprävention  Fördern und Aufbau eines gesunden Lebensstils durch Veränderungen im Verhalten

5 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Ideen von Gesundheit und Krankheit NoxenPathologie

6 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Ideen von Gesundheit und Krankheit Risikofaktoren Schutz- faktoren Resilienz Resilienz

7 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wer wird krank und warum? Beispiel: Risikofaktoren für die koronare Herzerkrankung Können wir diese Risikofaktoren beeinflussen?

8 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheit und Krankheit Interindividuelle Unterschiede in Morbidität Abhängig von –Vulnerabilität –Resilienz –Persönlichkeit (Charakter) –Ressourcen Materielle Ressourcen Psychologische Ressourcen Soziale Ressourcen –Individueller Umgang mit Stress –Individuelles Verhalten

9 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Vulnerabilität und Resilienz Vulnerabilität (Anfälligkeit) Genetische Prädisposition Umweltfaktoren Sozioökonomischer Status Persönlichkeitsvariablen Resilienz (Widerstandsfähigkeit) Genetische Ausstattung Umweltfaktoren Sozioökonomischer Status Persönlichkeitsvariablen

10 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Persönlichkeit und Gesundheit Typ A-Verhalten (Friedman & Rosenman, 1974) –Ehrgeiziges Leistungsstreben –Konkurrenzdruck –Zeitdruck –Ungeduld –Aggressivität –Feindseligkeit –Bei Misserfolgen: Selbstwertrelevante Attributionen

11 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Attributionsmuster Internal: Ursachen von Erfolg oder Misserfolg wird als in der Person liegend erlebt External: Ursachen von Erfolg oder Misserfolg liegen außerhalb des Einflussbereiches der Person Global: Erfolgs-/Misserfolgserwartungen werden auf andere Bereiche übertragen Lokal: Erfolgs-/Misserfolgserwartungen sind nur auf ein Gebiet beschränkt Stabil: Erfolgs-/Misserfolgserwartung über die Zeit stabil Variabel: Erfolgs-/Misserfolgserwartungen können sich ändern

12 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Persönlichkeit und Gesundheit: Metaanalyse von Booth-Kewley & Friedman (1987) Psychologisch e Variablen Anzahl von Studien Effektgröße r Typ A59,07 -,20 Ärger7,14 Feindseligkeit11,17 Aggression6,06 Depression11,23 Extraversion15,07 Ängstlichkeit14,14

13 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund KrebsHerzinfarkt 25 0 Todesursachen (in %; nach Eysenck, 1991) Sonstiges Typ I Typ II Typ III Typ IV

14 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Persönlichkeitstypen Typ I 10 0 Raucher Nichtraucher Lungenkrebstodesfälle in % andere Typen

15 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Ressourcen Materielle Ressourcen, die für Gesundheit und Krankheit relevant sind?

16 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Persönlichkeit und Gesundheit Persönliche / Individuelle psychologische Schutzfaktoren (Ressourcen) –Optimismus –„Kohärenzsinn“ –Selbstwirksamkeit Wirkung über verschiedene Pfade: –Psychoneuroimmunologie –Erleben und Umgang mit Stress und Stressoren –Individuelles Verhalten

17 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Optimismus Allgemeine Erfolgserwartungen, un- abhängig von spezifischen Bereichen Annahme, dass es sich dabei um ein stabiles Merkmal der Persönlichkeit handelt Personen unterscheiden sich in der Ausprägung in unterschiedlichen Bereichen Verschiedene Möglichkeiten zur Messung; z.B. Life Orientation Test (Scheier & Carver, 1985)

18 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Optimismus und Gesundheit: Studien Scheier et al. (1989): –Längsschnittliche Untersuchung von Genesungsprozessen von Patienten nach Bypass-Operation mit vier MZP über fünf Jahre –Optimisten (Personen mit hohen Ausprägungen auf dem LOT, gemessen vor OP) erholten sich schneller: Mehr Aktivität eine Woche post-OP (Bett verlassen etc.) Sechs Monate post-OP mehr ganztägige Arbeit; mehr Aufnahme früherer Aktivitäten Fünf Jahre post-OP höhere Lebensqualität, weniger Schmerzen, mehr Schlaf Scheier M.F., Matthews K.A., Owen J., et al. (1989). Dispositional optimism and recovery from coronary artery bypass surgery: The beneficial effects on physical an psychological well-being. Journal of Personality and Social Psychology, 57,

19 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Optimistischer Fehlschluss Tendenz, eigenes Risiko als geringer einzuschätzen als das durchschnittliche Risiko von Personen, die in Alter, Geschlecht, Verhalten und SES gleich sind Menschen machen sich ein Bild von Personen, die besonders gefährdet sind (z.B. bei HIV). Weichen sie in irrelevanten Faktoren davon ab, halten sie sich für weniger gefährdet Überbewertung eigener protektiver Verhaltensweisen Bei anderen: Überbewertung von Risikoverhalten

20 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Unrealistischer Optimismus Früher gingen die meisten Theorien davon aus, Kontakt zur Realität sei ein entscheidender Aspekt psychischer Funktionalität Gegenteilige Befunde: Gewisse milde positive Illusionen wie „Self-enhancement“, unrealistischer Optimismus und übertriebene Kontrollüberzeugungen kennzeichnen normales Denken Negative HIV-spezifische Erwartungen (geringe Kontrollüberzeugung, Akzeptanz von Krankheit und Tod, etc) können sowohl das erste Auftreten von Symptomen prognostizieren als auch das Eintreten des Todes beschleunigen. Positive Illusionen können dagegen einen günstigen Effekt haben, auch im Endstadium einer Krankheit.

21 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Unrealistischer Optimismus (Shelley E. Taylor) Sozialer Abwärtsvergleich Positive Illusionen über den Krankheits- verlauf Illusionen über die Kontrollierbarkeit einer Erkrankung Selbstüberhöhung Positive Kontrollillusionen

22 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Optimismus: Einflussmöglichkeiten Scheier et al.: Optimismus beeinflusst den Umgang mit der negativen Situation und die Auswahl von Strategien, die Situation zu bewältigen „Pessimisten“ brauchen demnach Nachhilfe bei der Bewertung von Situationen Problem: Das klappt meist nicht, diese Patienten weisen oft Hilfe zurück Wie kann Optimismus beeinflusst werden?

23 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Persönlichkeit und Verhalten „Sensation seeking“: Stabiles Persönlichkeitsmerkmal, das Bedürfnis nach Stimulation beschreibt Facetten: Gefahren suchen, Nonkonformität, Enthemmtes Verhalten, Abneigung gegen Wiederholungen Risikoverhaltensweisen: –Risikosport –Gefährliche Sexualpraktiken –Riskantes Fahren –Drogen-/Alkoholmissbrauch

24 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wirkmechanismen Physiologische Reaktionen –Persönlichkeitseigenschaften können mit gesundheitsrelevanten physiologischen Reaktionen einhergehen –Optimisten schätzen z.B. bestimmte Situationen als weniger bedrohlich ein –Positive Erwartungen an Situationen gehen mit besseren Immunparametern einher (bes. im Hinblick auf chronischen Stress)

25 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wirkmechanismen Verhaltensfolgen: –Persönlichkeitseigenschaften gehen mit Verhaltensmustern einher –Feindseligkeit geht z.B. mit erhöhtem Nikotinkonsum und weniger Schlaf einher –Gewissenhaftigkeit geht mit mehr Gesundheitsverhalten einher –Indirekte Folgen: Aktives Bemühen um Problemlösung, dies kann belastende Situationen verkürzen

26 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wirkmechanismen Selektion von Umwelten –Persönlichkeitseigenschaften bedingen z.B. Berufswahl –Selbstwirksame wählen eher anspruchsvolle Berufe, die Anerkennung versprechen, die zu besserem Befinden führt –Gewissenhafte planen möglicherweise so gut, dass stabile Umwelten geschaffen werden

27 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wirkmechanismen Krankheitsverhalten: –Persönlichkeitseigenschaften könnten mit dem Umgang mit Krankheiten zusammenhängen –Neurotizismus geht mit einer erhöhten Neigung, körperliche Symptome zu berichten, einher –Mangelhafte Wahrnehmung und Berichten von körperlichen Symptomen

28 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wirkmechanismen Persönlichkeit als Haupteffekt? Interaktion: Persönlichkeit interagiert mit der jeweiligen Situation als Puffer oder Akzelerans Gemeinsame Ursache von Gesundheit und Persönlichkeit: gemeinsame genetische Prädisposition Persönlichkeit als Folge gesundheitlicher Beeinträchtigungen  Wahrscheinlich Interaktion von allen Mechanismen

29 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Selbstwirksamkeit Selbstwirksamkeit ist die Überzeugung, Verhalten auch im Angesicht von Schwierigkeiten durchführen zu können (Kontrollüberzeugung) Allgemeine vs. Spezifische Selbstwirksamkeit Konzeptionell eng verwandt mit anderen Kontrollüberzeugungen, z.B. seelischer Gesundheit (Becker) oder Kohärenzsinn (Antonovsky)

30 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Allgemeine Selbstwirksamkeit „Perceived self-efficacy is defined as people's beliefs about their capabilities to produce designated levels of performance that exercise influence over events that affect their lives.“ (Bandura, 1994)

31 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Selbstwirksamkeit- Effekte Einschätzung von Selbstwirksamkeit bedingt, ob (Bewältigungs-)verhalten ausgeübt wird, wie viel Anstrengung investiert wird und wie lange Problemen widerstanden wird Im Rahmen von Selbstregulation beeinflusst SWE Zielsetzung und Zielumsetzung

32 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Barrieren überwinden: „Kein Mensch schafft eine Meile unter 4 Minuten" nach Bandura, 1997, S. 396

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35 Selbstwirksamkeit- Effekte Niedrige Selbstwirksamkeit geht Depression, Ängstlichkeit und Hoffnungslosigkeit einher Diese Effekte zeigen sich nicht nur zwischen Individuen, sondern auch innerhalb von Personen über Zeit und Versuchsbedingungen

36 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Experiment von Litt (1988) Experiment zur Schmerz- toleranz Vortest: Schmerzschwelle für Eiswasser Manipulation von Selbstwirksamkeit durch simulierte Rückmeldung: Hoher oder niedriger Perzentil der VP.  VPn mit hohem Perzentil tolerierten länger Eiswasser

37 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Experiment von Litt (1988) Zweite experimentelle Phase: Umkehren der simulierten Rückmeldung  Wieder Effekte in der Richtung, dass höhere SWE höhere Schmerztoleranz bedingt  SWE hat so sogar frühere Erfahrung mit dem Verhalten als Prädiktor übertroffen

38 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Experiment in Bandura (1997) Bandura, A. (1997), Self-Efficacy: The Exercise of Control. New York: Freeman, S. 271

39 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Selbstwirksamkeitserwartung

40 Allgemeine vs. Spezifische Selbstwirksamkeit Überzeugung in eigene Kompetenz kann je nach Gebiet variieren Zur Vorhersage von spezifischem Verhalten sollten spezifische SWE herangezogen werden Globale Überzeugung für Verhalten und SWE in neuen oder unerwarteten Situationen

41 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Allgemeine Selbstwirksamkeit Wenn sich Widerstände auftun, finde ich Mittel und Wege, mich durchzusetzen. Die Lösung schwieriger Probleme gelingt mir immer, wenn ich mich darum bemühe. Es bereitet mir keine Schwierigkeiten, meine Absichten und Ziele zu verwirklichen. In unerwarteten Situationen weiß ich immer, wie ich mich verhalten soll. Auch bei überraschenden Ereignissen glaube ich, daß ich gut mit ihnen zurechtkommen kann. Schwierigkeiten sehe ich gelassen entgegen, weil ich meinen Fähigkeiten immer vertrauen kann. Was auch immer passiert, ich werde schon klarkommen. Für jedes Problem kann ich eine Lösung finden. Wenn eine neue Sache auf mich zukommt, weiß ich, wie ich damit umgehen kann. Wenn ein Problem auftaucht, kann ich es aus eigener Kraft meistern.

42 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Neurotizismus Generelle Neigung zu negativen Emotionen, Ängstlichkeit, Niedergeschlagenheit, Schuldgefühle, niedriges Selbstwertgefühl Wirkung auf Gesundheit vor allem über das Krankheitsverhalten und symptom reporting Keine Beziehung zu erhöhter Morbidität oder Mortalität, eventuell durch Depressionen mediiert

43 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Emile Durkheim (1897) entdeckte, dass unter sozial schlecht integrierten Menschen Suizide häufiger auftraten - psychische Erkrankungen treten häufiger auf - auch phyische Probleme treten öfter auf Soziale Unterstützung

44 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Sterberaten für sozial unterschiedlich integrierte Männer; 1= Index für Verheiratete (nach Tucker et al., 1999)

45 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Sterberaten für sozial unterschiedlich integrierte Frauen; 1= Index für Verheiratete (nach Tucker et al., 1999)

46 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Das Ausmaß sozialer Unterstützung beeinflusst das Ausmaß gesundheitlicher Beschwerden (Schwarzer & Knoll, 2002)

47 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Unterscheidung zwischen sozialer Integration und sozialer Unterstützung  Soziale Integration beschreibt Struktur und Quantität sozialer Beziehungen (z.B. Dichte von Netzwerken, Anzahl sozialer Interaktionen)  Soziale Unterstützung beschreibt Funktion und Qualität sozialer Beziehungen (z.B. wahrgenommene Unterstützung, erhaltene Unterstützung) Soziale Unterstützung

48 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Erfassung: Familienstand (Verheiratete leben im Schnitt länger als Alleinstehende) Anzahl von sozialen Rollen in Familie oder in Institutionen wie Kirche oder Vereinen Dauer und Reziprozität der Kontakte Soziale Netzwerke Soziale Unterstützung

49 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Unterscheidung zwischen wahrgenommener und erhaltener sozialer Unterstützung Antizipierte Unterstützung vs. Erhaltener Unterstützung Zusammenhang zwischen den Konstrukten ist kontextabhängig Soziale Unterstützung

50 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung kann instrumentell, informational oder emotional sein: Es gibt Menschen, die mir ihre Hilfe anbieten, wenn ich sie brauche. Meine Bezugsperson half mir, meiner Situation etwas positives abzugewinnen Wenn es mir schlecht geht, zeigen andere mir, daß sie mich mögen. (Beispielitems der Berliner Social Support Skalen, Schulz & Schwarzer, 2003) Soziale Unterstützung

51 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Auch das Vorenthalten von Informationen kann unterstützend gemeint sein: Ich habe schlechte Nachrichten von ihm (dem Patienten) ferngehalten. Ich habe alles vermieden, was ihn aufregen könnte. Ich habe mir nicht anmerken lassen, wie verstimmt und niedergeschlagen ich war. (Beispielitems der Berliner Social Support Skalen, Schulz & Schwarzer, 2003) Soziale Unterstützung

52 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Mobilisierung von sozialer Unterstützung hängt von der Art der Erkrankung und dem Umgang damit ab: Soziale Unterstützung

53 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Soziale Unterstützung hängt von sozialer Integration ab (banal, aber):

54 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Effekte sozialer Unterstützung: Schnellere Wiederaufnahme von Aktivitäten nach OP

55 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Begriffsklärung Soziales Netzwerk Anzahl von möglichen Unterstützenden Soziale Integration (subjektive) Einbettung ins soziale Netzwerk Größe und Dichte des Netzwerks Familienstand Häufigkeit der sozialen Kontakten Soziale Unterstützung Qualität der Kontakte Erwartete und tatsächlich geleistete Unterstützung quantitativ qualitativ

56 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung Wahrgenommene Erwartete Unterstützung Prospektiv Optimismus Erhaltene Erhaltene Unterstützung Retrospektiv Tatsachen 1. Emotionale Unterstützung 2. Instrumentelle Unterstützung 3. Greifbare Unterstützung 4. Informationelle Unterstützung 4 Unterarten Zusammengefasst

57 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wer bekommt wie viel Unterstützung? Abhängig von: Stresssituation Familienstand/ Integration Lebensumständen Geschlecht Alter

58 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung und Geschlecht (Schwarzer und Gutiérrez-Dona, 2005)

59 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Familiäre soziale Unterstützung und Alter (Schwarzer und Gutiérrez-Dona, 2005)

60 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Soziale Unterstützung und Krankheit Soziale Integration oder Isolation beeinflussen den Onset, den Verlauf und die Genesung von Krankheiten Nachgewiesen ist das unter anderem für Erkältungskrankheiten Psychische Krankheiten, wie Depressionen AIDS Krebs und kardiovaskuläre Krankheiten

61 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wie kann sozialer Kontakt Krankheiten beeinflussen? Physiologischer Pfad - Immunsuppression bei Verlust - Ausschüttung von Stresshormonen - Kardiovaskuläre Aktivität Krankheit Kontakt Verhaltens-Pfad - Abstinenz nach Entwöhnung - Alkoholkonsum - Sport - Selbstwirksamkeitserwartung Psychologischer Pfad - Depression - Isolation - Emotionen - Angst

62 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund 9. Soziale Unterstützung als Puffer-Effekt Tabelle Rosengren 1993

63 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wie funktioniert das biologisch? Durch positiven sozialen Kontakt werden Hormone (endogene Endorphine) ausgeschüttet, die in einer Stresssituation die sympathische Erregung herunter und die parasympathische Erregung herauf regulieren Sind wenig endogene Endorphine vorhanden kann dass zum Aufsuchen von sozialen Kontakten führen Durch negativen sozialen Kontakt verlangsamt sich die Wundheilung und Infektionen verlängern sich

64 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Warum haben Witwer eine verminderte Lebenserwartung? Am schwersten sind Männer in den ersten 6 Monaten nach dem Tod ihrer Frau betroffen Die größte Unterstützungsquelle fällt weg Sie sind im Durchschnitt älter als Frauen, die ihre Männer verlieren Depression und immunologische oder kardiovaskuläre Anfälligkeiten treten auf Suizid bei Witwern ist 5 mal häufiger als Suizid bei Witwen

65 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stress und Stressbewältigung

66 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stressquellen: Traumatische Ereignisse Wichtige Lebensereignisse Chronische Schwierigkeiten Täglich wiederkehrende Schwierigkeiten Konflikte Stressansätze: Reizorientierte Ansätze Reaktionsorientierte Ansätze Interaktive Ansätze

67 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Was ist Stress überhaupt?

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71 "Wirklich, er war unentbehrlich! / Überall, wo was geschah / zu dem Wohle der Gemeinde, / er war tätig, er war da. Schützenfest, Kasinobälle, / Pferderennen, Preisgericht, / Liedertafel, Spitzenprobe, / ohne ihn da ging es nicht. Ohne ihn war nichts zu machen, / keine Stunde hatt´er frei. / Gestern, als sie ihn begruben, / war er richtig auch dabei.“ (Wilhelm Busch)

72 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stressreaktion des Körpers Bereitet den Organismus auf Flucht oder Kampf vor  Feine Sache, denn das ermöglicht es, den Kräften des Bösen zu widerstehen und davon zu erzählen!  Aber ich dachte, Stress ist schlecht!? Und macht Menschen krank?  Ja, gut… wenn man pingelig sein will.  Technisch ist chronischer Stress schädlich, weil er vulnerabler für Vieles macht. Akuter Stress macht nicht krank.

73 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Biologisches Stresskonzept Allgemeines Adaptationssyndrom (Selye, 1956): Unspezifische Reaktion des Körpers auf Anforderungen aus der Umwelt Genau definierte, stereotype Reaktion Verlauf in 3 Phasen: Alarmreaktion, Widerstandsstadium und Erschöpfungsphase Aktivierung der Hypophysen-Nebennierenrinden- Achse, Freisetzung von Cortisol

74 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stressreaktion des Körpers Unterschied zwischen Menschen und Tieren: Bei beiden ist akuter Stress nützlich Nach Ende des Stressors können Tiere besser abschalten Das Problem bei Menschen ist, dass sie auch über Dinge nachgrübeln, die keine direkte Gefahr bedeuten Manchmal ist das auch hilfreich, z.B. vor Prüfungen Chronische Aktivierung physiologischen Stress ist schädlich

75 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Chronifizierung von Stress Stress wird chronisch, wenn die Belastungen lang andauern, häufig wiederkehren oder das Alltagsleben über einen längeren Zeitraum bestimmen Episodischer Stress: häufig wechselnde Anforderungen Kann sich in Arbeitsüberlastung, Erfolgsdruck, mangelnder Arbeitszufriedenheit, Überforderung, Mangel an sozialer Anerkennung, sozialen Spannungen, Isolation und chronischer Besorgnis äußern

76 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Negative Folgen von chronischem Stress Muskeldystrophie/-abbau Kardiovaskuläre Erkrankungen Möglicherweise gastrointestinale Erkrankungen Wachstumsstörungen Erhöhte Vulerabilität für Krankheitserreger Kognitive Dysfunktion

77 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Muskelschwund und Fatigue Stress mobilisiert gespeicherte Energiereserven (Glukose) Bei wiederholter starker Aktivierung beginnt der Organismus, Energie zu sparen Corticosteroide und Glucagon sorgen dafür, dass der Körper aus Protein Glukose synthetisiert  braucht die eigenen Proteine auf

78 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kardiovaskuläre Erkrankungen Die Stressreaktion kann ganz ausgezeichnet die Pulsrate erhöhen und die Kontraktion der Blutgefäße fördern, das führt zu erhöhtem Blutdruck, der Sauerstoff schneller dorthin führt, wo er gebraucht wird Problematisch bei wiederholter langandauernder Belastung: Arteriosklerose und KHK

79 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kardiovaskuläre Erkrankungen Arbeitsstress: Manche Berufsbedingungen sind mit höheren KHK-Raten verbunden Arbeitsmenge-Arbeitszufriedenheit-Autonomie sagen KHK und Mortalität vorher (Karasek & Theorell, 1990) Wenig Autonomie (Kontrolle über eigene Arbeit) sagt KHK vorher (Bosma et al., 1997) Wenig Kontrolle ist auch mit der Konzentration von Fibrinogenen verbunden

80 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gastrointestinale Erkrankungen (?) Historisch wurde angenommen, dass chronischer Stress Magengeschwüre verursacht, und es galt als Dogma, dass chronischer Stress die Hauptursache ist Akuter Stress verringert aber die Magenfunktionen inklusive der Sekretion von Magensäure In den 80ern wurde als Hauptursache ein Bakterium, Helicobacter pylori identifiziert Chronischer Stress erhöht die Vulnerabilität für Helicobacter pylori

81 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Wachstumsstörungen Akuter Stress stimuliert die Ausschüttung von Wachstumshormonen Chronischer Stress hingegen hindert die Ausschüttung von Wachstumshormonen Chronischer Stress im Kindesalter kann Zwergenwuchs verursachen Chronischer Stress im Erwachsenenalter kann zu verlangsamter Gewebeheilung und Osteoporose führen

82 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Erhöhte Vulnerabilität für Krankheitserreger Chronischer Stress behindert das Immunsystem Das funktioniert über die Wirkung von Kortikosteroiden (Immunsuppression) Dies kann klinischen Nutzen haben, z.B. für die Behandlung von Multipler Sklerose, Psoriasis oder Asthma Typ I-Diabetes wird auch über eine Autoimmunreaktion verursacht

83 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Warum sollte Stress eigentlich das Immunsystem behindern? Eine Menge cleverer Ideen, die sich alle nicht durchsetzen konnten Kurzfristig erhöht akuter Stress die Leistung des Immunsystems Die verzögerte Funktion über Kortikosteroide bringt die Immunreaktion wieder auf normales Level zurück Chronische Ausschüttung von Kortikosteroiden suprimiert das Immunsystem unter das optimale Level

84 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Implikationen für menschliche Krankheiten? Ganz schön kompliziert Aber: Verglichen mit AIDS ist kortikosteroidbedingte Immunsuppression harmlos Erhöhte Vulnerabilität für Erkältungen z.B. nach Examen, aber kaum Evidenz für dauerhaft erhöhte Vulnerabilität Wenig Evidenz für Immunsuppression und Krebs

85 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kognitive Dysfunktion Genauso wie der Rest sind die Auswirkungen von Stressoren auf das Gehirn abhängig von der Stressdauer: Kurz ist gut, lange ist schlecht Akuter Stress erhöht kurzfristig die kognitive Leistungsfähigkeit Tiere können so gefährliche Situationen besser lernen Katecholamine und Kortikosteroide sind dafür verantwortlich

86 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kurzfristige Effekte auf kognitive Leistung Adrenalektomie (Entfernen der Nebennieren) behindert das Lernen positiv und negativ verstärkter Aufgaben Gabe von Adrenalin kann das teilweise wieder aufheben Effekte von Adrenalin auf Gedächtnis vermutlich über Amygdala Chronischer Stress kann zu Hypoglykämie führen, das führt zu kognitiven Beeinträchtigungen und Verwirrung

87 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Längerfristige Auswirkungen Drei Wochen erhöhte Kortikosteroide führen zu reversibler Atrophie der Dendriten im Hippocampus (von Ratten) Weniger synaptische Verbindungen Behinderungen in räumlicher Orientierung und Aufgaben für das Kurzzeitgedächtnis Behinderung von Neurogenese, Neubildung von Nervenzellen Abnahme der Anzahl von Nervenzellen

88 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stressbewältigung: State-orientierte Ansätze Folkman & Lazarus: Ways of Coping 2 Skalen: –Problemorientiertes Coping: „Ich überlegte mir einen Handlungsplan und ging dementsprechend vor“ –Emotionsorientiertes Coping: „Ich tat so, als ob nichts geschehen sei“

89 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Bewältigung von Stress Emotionszentrierte vs. problemzentrierte bzw. akkomodative vs. assimilative Bewältigung (Lazarus & Folkman, 1984) Emotionszentrierte Bewältigung: Regulation unangenehmer Emotionen

90 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Emotionszentriertes Coping Strategien: Auf der Handlungsebene oder kognitiv Konfrontation Distanzieren Selbstkontrolle Suche nach sozialer Unterstützung Annahme von Verantwortung Flucht/Vermeidung geplantes Problemlösen positive Umdeutung

91 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Bewältigung von Stress Emotionszentrierte vs. problemzentrierte bzw. akkomodative vs. assimilative Bewältigung (Lazarus & Folkman, 1984) Problemzentrierte Bewältigung: Beseitigung oder Verbesserung der belastenden Situation auf kognitiver oder Handlungsebene

92 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Problemzentriertes Coping Strategien: Auf der Handlungsebene oder kognitiv Informationssuche direkte Handlung: Beseitigen/Verringern des Stressors intrapsychisches Coping, z.B. Neu- oder Umbewertung des Stressors

93 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Bewältigung von Stress Stressmanagementprogramme:  Interventionen auf psychobiologischer und psychologischen Grundlagen Instrumentelles Stressmanagement Kognitives Stressmanagement Palliatives/regenerierendes Stressmanagement  Methoden: z.B. progressive Muskelrelaxation, kognitive Umstrukturierung, Vermittlung von Kompetenzen (Zeitmanagement), selbstbehauptendes Verhalten

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96 Bewältigung von Stress Beispiel: Stressinokulation (Meichenbaum) in Sitzungen Edukationsphase: Vermittlung einer stresstheoretischen Konzeptes Übungsphase: Erlernen der verschiedenen Techniken Anwendungsphase: Transfer auf alltägliche Situationen wird in Rollenspielen geübt Anwendung in der Primärprävention, allgemeinen und betrieblichen Gesundheitsförderung. Zielt auf spezifische Stressoren oder unspezifische Alltagsbelastungen ab

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99 Burnout Drei Dimensionen: -Chronische Erschöpfung -Zynismus, Mental Disengagement -Uneffektivität  Arbeitnehmer kündigen wegen Burnout oder bringen nur noch absolute Minimalleistung und –engagement  Negative Folgen nicht nur für die Arbeit und die Person, sondern auch für die Umwelt

100 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Burnout „Burnout“ von Graham Greene (A Burnt Out Case) -„bottom-up“- Untersuchungsgegenstand: War schon lange Teil der Alltagspsychologie -Tritt vor allem in Berufen auf, in denen mit Menschen gearbeitet wird, z.B. Lehrer, Krankenhauspersonal, Pfarrer  Viele emotionale und interpersonale Stressoren

101 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Einflussfaktoren für gesundheitsbezogenes Verhalten

102 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Alameda County Study on Health Behaviours (Breslow & Enstrom, 1980) seven features of lifestyle: not smoking moderate alcohol intake sleeping 7-8hours per night exercising regularly maintaining a desirable body weight avoiding snacks eating breakfast regularly  lower morbidity and higher subsequent long-term survival

103 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen „behavior patterns that relate to health maintenance, to health restoration and to health improvement“ Differenzierung zwischen –gesundheitsfördernden Verhaltensweisen –gesundheitsschädlichen Verhaltensweisen  Annahme, dass Gesundheit zu einem gewissen Teil dem eigenen Verhalten geschuldet ist

104 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Körperliche Aktivität Unmittelbare Effekte: Steigerung des Wohlbefindens (runner‘s high) Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz Verbesserung des Verhältnis von Fett- zu Muskelgewebe, Steigerung des metabolischen Umsatzes

105 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Körperliche Aktivität Psychische Effekte: Verbesserung leichter Depression Abnahme akuter Angstzusrände Wiederherstellung von aus- geglichener Stimmung Erhöht Stresstoleranz über Verbesserung physiologischer Parameter

106 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Körperliche Aktivität Gesundheitliche Effekte: (Paffenbarger et al., 1990)

107 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Sonnenbaden Sonnenbestrahlung begünstigt die Bildung von körpereigenem Vitamin D Steigerung des psychischen Wohlbefindens UV-Licht erhöht Risiko für Hautkrebserkrankungen (malignes Melanom) Steigende Inzidenzraten für Hautkrebs

108 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Sonnenbaden: Gesundheitskampagnen und Studien Untersuchung von Johnson & Lookingbill (1984): Broschüre und Sonnencreme 89% lasen Broschüre und wussten besser über Hautkrebs bescheid 35% haben Probe benutzt 5% kauften eigene Sonnencreme

109 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund EU-Richtlinie zur Etikettierung aller Tabakerzeugnisse ( ) Rauch enthält Benzol, Nitrosamine, Formaldehyd und Blausäure. Rauchen fügt Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu Raucher sterben früher. Rauchen führt zur Verstopfung der Arterien und verursacht Herzinfarkte und Schlaganfälle. Rauchen verursacht tödlichen Lungenkrebs. Rauchen kann zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen. Rauchen lässt Ihre Haut altern. Rauchen kann zu Durchblutungsstörungen führen und verursacht Impotenz. Rauchen kann die Spermatozoen schädigen u schränkt die Fruchtbarkeit ein. Rauchen in der Schwangerschaft schadet Ihrem Kind.

110 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund EU-Richtlinie zur Etikettierung aller Tabakerzeugnisse ( ) Wer das Rauchen aufgibt, verringert das Risiko tödlicher Herz- und Lungenerkrankungen. Hier finden Sie Hilfe, wenn Sie das Rauchen aufgeben möchten (Telefonnummer/Postanschrift/ Internetadresse/Befragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker). Ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen dabei helfen, das Rauchen aufzugeben. Rauchen macht sehr schnell abhängig: fangen Sie gar nicht erst an!

111 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund

112 , 15:01:00 Uhr

113 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Warnhinweise auf Zigarettenschachteln

114 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Anteil an der dt. Bevölkerung mit Angaben über die Rauchgewohnheiten = 35,5%

115 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Rauchen und soziale Schicht Rauchen wandert durch die sozialen Schichten nach unten Bei fast gleichbleibendem Anteil von Rauchern rauchen zunehmend mehr Angehörige sozial schwächerer Schichten (Jefferis, Power, Graham & Manor, 2004) Dies lässt sich auch schon im Schulalter zeigen Kein Kausalfaktor!

116 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Interdentalhygiene Reduziert Zahnzwischenraumkaries, Gingivitis und Parodontitis

117 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Interdentalhygiene Hilfsmittel: Zahnseide, Interdentalbürsten Entscheidend: Regelmäßige Anwendung (empfohlen mind. 2-3 mal wöchentlich)

118 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Interdentalhygiene Niedrigschwelliges präventives Gesundheitsverhalten Probleme: Ablenkungen, Regelmäßigkeit Empfohlener pro-Kopf-Verbrauch an ZS in Deutschland: ca. 150m. Tatsächlich: 3,75m  Prototypisch für andere präventive Verhalten

119 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Zahnerkrankungen Quelle: BMG, Lebenszeitprävalenz für Karies oder Parodontitis >95% -Zahnverlust: Im Alter von 20 Jahren 2 Zähne, im Alter von 40 Jahren 4 Zähne, im Alter von 60 Jahren 17 Zähne (von 32) -OHR-QoL: 23% Zahnschmerzen, schmerzendes Zahnfleisch oder wunde Stellen im Mund -Führt zu Anspannung, unbefriedigendem Leben, finanziellen Schwierigkeiten (John et al., 2003)

120 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1985 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

121 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1986 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

122 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1987 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

123 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1988 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

124 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1989 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

125 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1990 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

126 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1991 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

127 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1992 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

128 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1993 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

129 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1994 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

130 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1995 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

131 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1996 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

132 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1997 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

133 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1998 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

134 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 1999 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

135 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 2000 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

136 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Obesity Trends* Among U.S. Adults BRFSS, 2001 Source: Mokdad A H, et al. J Am Med Assoc 1999;282:16, 2001;286:10.

137 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Sind Sie nicht schon fett genug?

138 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Average BMI: % underweight 87.0% normal 12.1% obese Mikrozensus- Befragung im April 1999

139 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Average BMI: % underweight 85.1% normal 11.0% obese Mikrozensus- Befragung im April 1999

140 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Ernährung Differenzierung zwischen Menge an Nahrungsmitteln und Art der Ernährung Ernährung kann gesundheitsförderndes und gesundheitsschädigendes Verhalten sein

141 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Gesundheitsverhaltensweisen: Ernährung Ernährungsempfehlungen differieren sehr stark und wechseln häufig 5-a-day-Regel oder low-carb? Präventive Ernährung: Verhütung von Krankheiten durch gezielte Zufuhr/Vermeidung bestimmter Inhaltsstoffe, z.B. gesättigte/ ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe, Salz

142 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Vorsorgeuntersuchungen Rechtzeitiges Erkennen von Erkrankungen erhöht Heilungschancen Empfehlungen z.B. jährliche Vorsorgeunter- suchung beim Gynäko- logen oder Urologen Barrieren?

143 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Warum macht es dann eigentlich nicht jeder?

144 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Theorien des Gesundheitsverhaltens Erklärung und Vorhersage von Gesundheitsverhalten Entwicklung psychologischer Interventionen für die Modifikation von Gesundheitsverhalten Modellvorstellungen, die bestimmten Zielen und Regeln folgen und nicht als Abbildungen einer Realität verstanden werden  Theorienpluralismus

145 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Theorien des Gesundheitsverhaltens: Kernfragen Was motiviert Menschen dazu, sich gesund oder riskant zu verhalten?  MOTIVATION Wie gelingt es Menschen, ihre Intentionen erfolgreich umzusetzen?  VOLITION  Erklärung und Vorhersage der Determinanten motivationaler und volitionaler Prozesse

146 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund

147 Volitionstheorie: Das Rubikon- Modell (Heckhausen, Gollwitzer) MOTIVATION (prädezisional) VOLITION (präaktional) VOLITION (aktional) MOTIVATION (postaktional) RUBIKON WÄHLEN Präaktionale Phase HANDELNBEWERTEN Intentions- bildung Intentions- initiierung Intentions- realisierung Intentions- desaktivierung

148 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Motivation „Motivation ist in der Psychologie eine Sammelbezeichnung für vielerlei Prozesse und Effekte, deren gemeinsamer Kern darin besteht, dass ein Lebewesen sein Verhalten um der erwarteten Folgen willen auswählt und hinsichtlich Richtung und Energieaufwand steuert.“ Heckhausen, 1989; S. 10

149 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Motivation Motivation ist eine momentane Gerichtetheit auf ein Handlungsziel. Motivation entsteht in Wechselwirkung zwischen Faktoren der Situation und der Person. Motiviertes Verhalten zeichnet sich aus durch: die Intensität, die Ausdauer und die Richtung. Heckhausen, 1989

150 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Volition Volition bezieht sich auf die gewollte Umsetzung einer Intention in eine Handlung. Die Volitionsphase umfasst also Handlungsinitiierung und –ausführung. Der Übergang zwischen Motivation und Volition liegt bei der Intentionsbildung (Überschreiten des Rubikon).

151 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Modelle des Gesundheitsverhaltens lassen sich grob in zwei Klassen einteilen:  Kontinuierliche (statische) Prädiktionsmodelle  dynamische Stadienmodelle

152 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kontinuierliche Modelle  spezifizieren bestimmte kognitive und affektive Variablen (z.B. Risikowahrnehmung, Selbstwirksamkeitserwartungen, Einstellungen, etc.) als prädiktiv für ein Gesundheitsverhalten.  nehmen an, dass Individuen je nach Ausprägung auf diesen Variablen an einem bestimmten Punkt auf dem Kontinuum einer Verhaltenswahrscheinlichkeit angesiedelt werden können

153 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Grundprinzipien kontinuierlicher Modelle Ökonomie und Sparsamkeit Spezifische verhaltensnahe Einflussgrößen die der Modifikation durch psychologische Interventionen zugänglich sind sozio-ökonomische, kulturelle oder Persönlichkeitsfaktoren werden über die Modellkonstrukte vermittelt (z.B. über die Einstellungen in der Theorie des geplanten Verhaltens)

154 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kontinuierliche Modelle: Interventionen Interventionen haben in diesen Modellen die Aufgabe, Personen auf diesem Kontinuum in Richtung einer höheren Handlungswahrscheinlichkeit zu bewegen. Z.B. Förderung der Selbstwirksamkeit einer Person führt zur höheren Wahrscheinlichkeit, dass diese Person eine Intention ausbildet.

155 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kontinuierliche Modelle Health Belief Model (Becker, 1974; Rosenstock, 1966) Theory of Reasoned Action (Fishbein & Ajzen, 1975) Theory of Planned Behaviour (Ajzen, 1988) Protection Motivation Theory (Rogers, 1983; Rogers & Maddux, 1983)

156 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Kontinuierliche Modelle Variablen in diesen Modellen sind sich recht ähnlich Meist werden Risikowahrnehmungen (Situations-Ergebnis-Erwartungen), Einstellungen (Handlungs-Ergebnis- Erwartungen; Response Efficacy vs. Costs) Kontrollüberzeugungen (Perceived Behavioral Control, Selbstwirksamkeit Intentionen berücksichtigt

157 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Die Theorie der Schutzmotivation (Protection Motivation Theory, PMT) Rogers, 1975, 1983, Maddux & Rogers, 1983 Informationsquellen Kognitive mediierende ProzesseBewältigungsmodalitäten Umweltbezogene Verbale Überzeugung Beobachtungslernen Intrapersonale Persönlichkeits- variablen Frühere Erfahrung Einschätzung der Bedrohung Schutz- motivation Adaptive Bewältigung Maladaptive Bewältigung Intrinsische und extrinsische Belohnung Schweregrad Vulnerabilität - Handlungs- wirksamkeit Selbst- wirksamkeit Handlungs- kosten - Einschätzung der Bewältigung

158 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Protection Motivation Theory (Theorie der Schutzmotivation) Protection Motivation Theory (Theorie der Schutzmotivation) Selbst- wirksamkeit Handlungs- wirksamkeit Vulnerabilität Schweregrad Schutz- motivation (Intentionen) Verhalten Protection Motivation Theory (Maddux & Rogers, 1983, vereinfacht)

159 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Dynamische Stadienmodelle  spezifizieren qualitativ unterschiedliche Phasen, die Personen während des Prozesses einer Gesundheitsverhaltensänderung durchlaufen Nehmen an, dass eine Verhaltensveränderung über eine zeitlich geordnete Sequenz diskreter, qualitativ unterschiedlicher Phasen abläuft diese Phasen berücksichtigen Aspekte der Informiertheit, Entscheidungsfindung, Planung, Handlung und Aufrechterhaltung.

160 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stadienmodelle: Interventionen Für jede Stufe werden unterschiedliche psychologische Prozesse angenommen, welche auf jeweils phasentypische Weise von verschiedenen sozial-kognitiven Einflussgrößen beeinflusst sind Personen in unterschiedlichen Stufen können demnach von unterschiedlichen Interventionen profitieren.  Erfolgsevaluation am Stadienübergang

161 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Stadienmodelle Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung (TTM; Prochaska & DiClemente, 1983) Precaution Adoption Process Model (PAPM; Weinstein & Sandman, 1992) Health Action Process Approach (HAPA; Schwarzer, 1992) Berliner Sportstadienmodell (BSM; Fuchs, 2003)

162 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund Beispiel für ein Stadienmodell: Transtheroetisches Modell der Verhaltensänderung (Prochaska & DiClemente) Zuordnung von Personen zu den einzelnen Stadien aufgrund der motivationalen Ausgangslage der Absicht für zukünftiges Verhalten des vergangenen Verhaltens

163 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund

164 preintentional preactionalactional Precaution Adoption Process Model Precaution Adoption Process Model (PAPM; Weinstein, 1992) unawareunengaged decided not to act decided to act decidingmaintainingacting

165 Gesundheitspsychologie Berlin: berlin.de/gesund

166 Kampagne zur Steigerung der körperlichen Aktivität empfohlen wird mind. dreimal wöchentlich, am besten aber täglich mind. 30 Minuten so körperlich aktiv zu sein, dass Atmung und Pulsschlag erhöht sind und man leicht ins Schwitzen kommt nach dieser Definition sind aber nur 13% der deutschen Bevölkerung ausreichend körperlich aktiv (Bundesgesundheitssurvey, 2003) im Gegensatz zu den 13% tatsächlich ausreichend Aktiven sind 57% der Deutschen davon überzeugt, dass sie ausreichend aktiv sind


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