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Pressearbeit im Rahmen der Beratungstätigkeit Informationen für SchulpsychologInnen und BeratungslehrerInnen.

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Präsentation zum Thema: "Pressearbeit im Rahmen der Beratungstätigkeit Informationen für SchulpsychologInnen und BeratungslehrerInnen."—  Präsentation transkript:

1 Pressearbeit im Rahmen der Beratungstätigkeit Informationen für SchulpsychologInnen und BeratungslehrerInnen

2 Staatliche Schulberatung München 2 Legitimation Art. 5 Grundgesetz: Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt. Auch in etablierten Demokratien wie der Bundesrepublik muss die Pressefreiheit immer wieder verteidigt werden. Das Auskunftsrecht der Presse gegenüber staatlichen Stellen ist rechtlich gesichert. Die Presse kann ihren Informationsauftrag nur erfüllen, wenn sie selbst informiert ist. Da der Auskunftsanspruch der Presse sich unmittelbar aus der in Art. 5 Abs. 1 Satz 2 GG verbürgten Pressefreiheit ergibt, kann er auch nicht, wie gelegentlich behauptet wird, auf die sog. seriöse" Presse beschränkt werden.

3 Staatliche Schulberatung München 3 Einschränkung für SchulpsychologInnen und BeratungslehrerInnen Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 29. Oktober 2001 Nr. VI/9-S4305-6/ Verschwiegenheit und Auskunftserteilung a) Beratungslehrkraft Nach Art. 69 des Bayerischen Beamtengesetzes hat die Beratungslehrkraft über die ihr aus ihrer Beratungstätigkeit bekannt gewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Die bei der Beratung anfallenden Daten unterliegen strenger Vertraulichkeit; der Wunsch der Erziehungsberechtigten bzw.. der volljährigen Schüler auf absolute Vertraulichkeit ist zu berücksichtigen.

4 Staatliche Schulberatung München 4 Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 29. Oktober 2001 Nr. VI/9-S4305-6/ Verschwiegenheit und Auskunftserteilung b) Schulpsychologen Für Schulpsychologen gilt bei der Einzelberatung die Verschwiegenheitspflicht, die in § 203 Abs. 1 Nr. 2 StGB verankert ist. Nach dieser Bestimmung des Strafgesetzbuchs wird bestraft, wer unbefugt ein fremdes Geheimnis oder Betriebs- oder Geschäftsgeheimnis offenbart, das ihm als Berufspsychologen mit staatlich anerkannter wissenschaftlicher Abschlussprüfung anvertraut worden oder sonst bekannt geworden ist. Einschränkung für SchulpsychologInnen und BeratungslehrerInnen

5 Staatliche Schulberatung München 5 Vorschriften in der Lehrer-Dienst-Ordnung LDO § 14 Verschwiegenheitspflicht und Auskunftserteilung (1) 1Die Lehrkraft hat, auch nach Beendigung des Dienstverhältnisses, über die ihr bei ihrer dienstlichen Tätigkeit bekannt gewordenen Angelegenheiten Verschwiegenheit zu bewahren. Dies gilt nicht für Mitteilungen im dienstlichen Verkehr oder über Tatsachen, die offenkundig sind oder ihrer Bedeutung nach keiner Geheimhaltung bedürfen. Spannungen und Gegensätze innerhalb der Schule erfordern vertrauliche Behandlung. Auskünfte an Presse, Rundfunk und Fernsehen erteilt nur der Schulleiter oder die von ihm beauftragte Lehrkraft.

6 Staatliche Schulberatung München 6 Konkrete Auswirkungen auf den Umgang mit Presseinformationen Informationen, die im Zusammenhang mit der Beratungstätigkeit oder der unterrichtlichen Tätigkeit stehen, bedürfen der Zustimmung des Dienstvorgesetzten, i.d.R. der Schulleitung. Nur die Schulleitung kann einen Auftrag dazu erteilen. Informationen, die im Zusammenhang mit personenbezogenen Daten stehen, bedürfen der Zustimmung der Betroffenen. Bei Presseanfragen nach bestimmten Fällen, z.B. hochbegabte Kinder, Legastheniker …, ist es sinnvoll, der betroffenen Familie die Presseanfrage weiter zu leiten. Dadurch kann die Familie selbst entscheiden, ob sie eine Kontaktaufnahme wünscht. Auch die öffentliche Ankündigung von Veranstaltungen, die Stellungnahmen zu allgemeinen Themen der Pädagogik und Psychologie sowie zu schulrelevanten Maßnahmen bedürfen der Absprache mit den Dienstvorgesetzten.

7 Staatliche Schulberatung München 7 Erfahrungen und Beispiele aus der Pressearbeit Telefonische Anfragen Journalisten haben es immer eilig. In der Regel sollen die Artikel schon gestern fertig sein. Daher kommt es häufig zu Telefoninterviews. Mögliche Probleme man wird von der Thematik überfallen man sieht nicht, welche Antworten der Journalist aufschreibt der Vorgang läuft häufig so schnell ab, dass man wichtige Details vergisst, z.B. wann und wo der Artikel erscheint; den Wunsch nach einer Vorabinformation zum Gegenlesen; den Wunsch nach einem Belegexemplar

8 Staatliche Schulberatung München 8 Beschwerde eines Vaters Sehr geehrte Frau Ulbricht, mit Interesse habe ich heute den Bericht im MM gelesen, mit Ihrem Zitat "das sich Schüler immer öfter mit amtlich beglaubigter Lese- und Rechtschreibschwäche" durch die Schullaufbahn mogeln. Dieses Zitat ist für alle Kinder mit anerkannter Lese- und Rechtschreibschwäche ein Schlag ins Gesicht. Meine Tochter hat eine anerkannte Lese- und Rechtschreibschwäche, im Umkehrschluss will sie sich somit durch die Laufbahn mogeln, oder? Die Kinder in der Schule sind mit solchen Zitaten erst recht der Hänseleinen der Mitschüler ausgesetzt, eigentlich habe ich hier mehr Professionalität erwartet; das Gegenteil wird hier erreicht. Über eine Stellungnahme Ihrerseits freue ich mich. Mit freundlichen Grüßen N.N. PS: dieses leite ich an das Bay. Staatsministerium für Unterricht und Kultur weiter

9 Staatliche Schulberatung München 9 Antwort Sehr geehrter Herr N.N., vielen Dank für Ihre Information. Ich habe den Artikel selbst noch nicht gelesen und zu dieser Thematik auch kein aktuelles Interview gegeben. Daher bin ich über Ihre Informationen sehr erstaunt. Was immer der Journalist geschrieben hat, es entspricht mit Sicherheit nicht meiner Meinung, dass sich Schülerinnen und Schüler "durchmogeln". Als Psychologin kann ich nur den Nachteilsausgleich für die Betroffenen unterstützen. Aber, wie gesagt, ich muss mich erst kundig machen, welche Worte mir in den Mund gelegt worden sind. Mit freundlichem Gruß

10 Staatliche Schulberatung München 10 Auszüge aus dem Artikel … Er hält es für keinen Zufall, dass im Landkreis Starnberg die Zahl attestierter Legasthenie-Fälle steigt – also die von Schülern mit amtlich beglaubigter Lese- und Rechtschreibstörung. Denn mit Attesten lassen sich Schüler durch die Schullaufbahn mogeln – was immer öfter versucht wird. Ja, das ist so, bestätigt Helga Ulbricht, Leiterin der Staatlichen Schulberatung in München. Sie klagt über Eltern, die ihre Kinder durch Schularten knechten, für die sie nicht geeignet sind. Ihr Appell, es müsse nicht immer das Gymnasium sein, verhallt aber meistens. Wenn ich als Mutter nach Gründen für schlechte Noten meines Kindes suche, habe ich zwei Möglichkeiten, sagt die Schulpsychologin. Entweder man akzeptiere unangenehme Tatbestände – dass das Kind zu wenig lernt oder es auch einfach an Begabung mangelt. Oder man schiebe die Gründe eher von sich weg – und hole sich Atteste…. Eigenartig ist, dass die Legasthenie in Oberbayern und speziell in Oberbayern-West bayernweit am häufigsten diagnostiziert wird. …. Helga Ulbricht verkneift sich eine Bewertung, nennt die regionale Häufung aber sehr auffällig. Möglicher Grund: Die Eltern könnten sich in wohlhabenden Landstrichen stärker um ihre Kinder kümmern, drückt sie es positiv aus. … Im schlimmsten Fall droht eine neue Klagewelle. Was machen wir eigentlich mit einem Schüler, der Legastheniker ist, Dyskalkulie hat und am Zappelphilipp-Syndrom ADHS leidet?, fragt Ulbricht rhetorisch. Darf der dann auch Abitur machen? Quasi ohne Noten?

11 Staatliche Schulberatung München 11 Schreiben an den Münchner Merkur Mit Erstaunen habe ich die Ausführungen zur Legasthenie und meine Position dazu als Leiterin der Staatlichen Schulberatungsstelle von Dirk Walter im Merkur gelesen. Ich möchte klar stellen, dass die aufgeführten Zitate vollständig aus dem Zusammenhang gerissen wurden und ein vollkommen falsches Bild wiedergeben. Als Psychologin und Leiterin der Staatlichen Schulberatungsstelle unterstütze ich die Bemühungen der betroffenen Eltern, ihren Kindern hilfreich zur Seite zu stehen. Ich bin froh, dass wir seit 1999 eine gesetzliche Grundlage zum Umgang mit Legasthenie und Lese- Rechtschreibschwäche im Schulalltag haben und denke, dass ich in diesem Sinne zusammen mit meinen Mitarbeitern schon viele Kinder in ihrer Schullaufbahn unterstützen konnte.

12 Staatliche Schulberatung München 12 Angebot des Münchner Merkurs Sehr geehrte Frau Ulbricht, ich habe mit meinem Chefredakteur gesprochen. Er schlug vor, dass Sie statt in dem Leserbrief besser in einem kurzen Interview Ihre Sicht der Dinge darstellen könnten. Sie können dabei auch betonen, dass Sie in dem Artikel nach Ihrer Ansicht Zitate aus dem Kontext gerissen würden und Sie können auch die Hauptpassage wörtlich verwenden. Vor dem Andruck erhielten Sie das Interview zum Autorisieren. Sie könnten auf die Fragen schriftlich per beantworten oder aber auch telefonisch, wie Sie wollen. Ich denke, das wäre vielleicht ein gangbarer Weg und hoffe, dass Sie damit einverstanden sind. Ich schlage hier einmal 4 Fragen vor. 1.Frau Ulbricht, gegenüber unserer Zeitung erwähnten Sie, dass Legasthenie stark zugenommen hat und es regionale Schwerpunkte, etwa im Landkreis Starnberg gibt. 2.Sind Legasthenie und Dyskalkulie denn Schwerpunkte Ihrer Arbeit oder gibt es nur ab und zu "Fälle"? 3.Womit beschäftigen Sie sich denn am häufigsten? 4.d) In einer Podiumsdiskussion in Starnberg zum Thema "Macht der Übertritt die Kinder krank?" berichtete kürzlich eine Kinderärztin, dass sie immer mehr Kinder mit emotionalen Störungen, Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten behandelt. Sehen Sie das auch so und plädieren Sie vor diesem Hintergrund für einen geänderten Übertritt?

13 Staatliche Schulberatung München 13 Konsequenzen für den Umgang mit der Presse sich für Interviews Zeit nehmen sich die Fragen vorab schriftlich geben lassen ein Vorabexemplar zum Korrekturlesen einfordern möglichst den direkten, nicht den telefonischen Kontakt beim Interview pflegen Belegexemplar verlangen Ggf. selbst Notizen machen schriftliche Anfragen und schriftliche Antworten bevorzugen

14 Staatliche Schulberatung München 14 … und die Moral? Sehr geehrter Herr N.N., nachdem ich den Artikel nun selbst lesen konnte, kann ich Ihnen mitteilen, dass es sich nicht nur um nicht autorisierte Zitate handelte, sondern auch um in einem anderen Zusammenhang getätigte Aussagen, die völlig falsch verwendet wurden. Übrigens ist das auch bei seriösen Tageszeitungen kein Einzelfall.


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