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Anglophonie und Zukunftsperspektiven der Translation Germersheim, SS 04 Karl-Heinz Stoll

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Präsentation zum Thema: "Anglophonie und Zukunftsperspektiven der Translation Germersheim, SS 04 Karl-Heinz Stoll"—  Präsentation transkript:

1 Anglophonie und Zukunftsperspektiven der Translation Germersheim, SS 04 Karl-Heinz Stoll

2 Anglophonie und Zukunftsperspektiven der Translation Karl-Heinz Stoll War on Iraq, Globalisierung und Translation Zukunftsperspektiven der Translation Megasprache Englisch, Weltsprachen, Sprachen in der EU Globalisierung: politische, wirtschaftliche, kulturelle und sprachliche Implikationen Anglophoniephobie, Menschenrecht auf Muttersprache Kommunikationsvernichter Englisch Deutsch Translationsmarkt Bildung Praxis und Lehre Interkulturelle Anglophonie Gründe für die Verbreitung des Englischen Common Core Varietäten

3

4 War on Iraq, Globalisierung und Translation Südafrika: War on Iraq. CNN: War in Iraq, BBC: Iraq War. Globalisierung irreversibler Prozess? Time Machine von H.G. Wells, 1984 von George Orwell. 19. und frühes 20. Jh. als Zeit scheinbar unaufhaltsamer Globalisierung: Empire herrschte über ein Viertel der Menschheit. Deutschland erwarb Kolonien in aller Welt. Folgen des Zerbrechens des Empire für die heutigen wirtschaftlichen Strukturen und die betroffenen Menschen sind Hauptthema des auf Trinidad geborenen Nobelpreisträgers von 2002, V.S. Naipaul Anteil des internationalen Handels am BSP geringer als stieg Welthandel um das 14fache, weltweite Produktion nahm nur um Faktor 5,5 zu.

5 Jedes Produkt, das im Ausland verkauft, jede Investition, die dort getätigt wird, bringt Fülle von Verhandlungen, Verträgen, Unterlagen, Gebrauchsanweisungen, Handbüchern mit sich, und das führt zu Translationstätigkeit. Arundhati Roy: Bush ist gut für uns. Er forciert das Streben der USA nach Weltherrschaft derart direkt, arrogant und brutal, dass es alle Welt sofort versteht. Newsweek: America […] is more dynamic economically, more youthful demographically and more flexible culturally than any other part of the world. It is conceivable that Americas lead, especially over an aging and sclerotic Europe, will actually increase over the next two decades. [G]lobalization [...] causes the Americanization of the world culture. Englisch ist die Sprache der Globalisierung. Anglophoniephobie. Universal Declaration for Linguistic Rights der UNESCO von 1996: All language communities have equal rights. Auch sprachlich ist Pluralismus ein globaler Wert.

6 Muttersprache zum Identifizieren, Englisch zum Kommunizieren. No English, no job. Derzeitige Globalisierung (vs. erste, koloniale): Überspannt politische Grenzen und Einflusssphären, umfasst mehr und wesentlich komplexere Bereiche der Wirtschaft, verbreitet in zahllosen Einzelheiten des beruflichen und privaten Tagesablaufs ihre Annehmlichkeiten und ruht - trotz des Gegenbeispiels Irak - doch wohl in geringerem Maße auf der Missachtung politischen Unabhängigkeitsstrebens und rassistischer Arroganz, auf breiterer Akzeptanz als in den Kolonialreichen. Sprachschändung: Iraqi Freedom, friendly fire, embedded, embeds, pink mist, collateral damage, leadership target of opportunity, coalition of the willing. Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen.

7 1. Terranglia Zukunftsperspektiven der Translation:

8 CHENHindiSPARPTRUJAFRDEITNL Zahlen nach 1997 Britannica Book of the Year Weltsprachen (Sprecher in Mio.) Sprecher 1996 in Mio.

9 ENCHHindiSPARFRPTRUJADE Weltsprachen (Sprecher in Mio.) 352 © KH Stoll 2002, Zahlen nach 2000 Britannica Book of the Year

10 Englische Japan D+A F Chines. Span. I P+BR GUS Arabische NL IND © KH Stoll 2000, Zahlen nach 2000 Britannica Book of the Year USAUSA Bruttosozialprodukt der Staaten (in Mrd. US $)

11 © KH Stoll 2000, Zahlen nach 2000 Britannica Book of the Year Außenhandel (in Mrd. US $) Englische D+A Chines. Japan Spanische F I NL Arabische P+BR GUS IND USAUSA 760

12 105,8 89,3 81,8 70,4 65,1 53,9 50,1 42,6 38,4 24,1 21,7 18,2 F USA GB I NL B/L A CH E PL S CZ 90,1 67,3 56,2 65,6 63,3 45,9 40,7 32,5 32,1 28, ,2 F USA NL I GB B/L J CH A E VRC CZ Exporte Importe Mittel- und Osteuropa insgesamt: 111,882,8 Deutschlands Handelspartner (in Mrd. DM)

13 ENDEFRITSPNLSVPTGRDAFI © KH Stoll Sprachen in der EU als Mutter- und Fremdsprache (in %)

14 - 1 Mrd. EN-Lerner in 109 Ländern; höchste Zuwachsrate in China; GUS: derzeit 50 Mio. EN Lerner. - Studierende im Ausland weltweit: 1,5 Mio., US 32%, UK 16%, D 13%, F 11%, AUS 8%, alle anderen unter 5%. FS an US Colleges: 1960: 16,1% 1995: 7,6% der Studierenden; davon Anteil DE: 1968: 19,2% 1995: 8,5%. Fremdsprachenlerner

15 CH 28 13,3 11,8 6,7 5,1 4,7 4,5 4,4 4 2,4 1,6 5,8 ENCHDEFRSPJARUPTKOITNLSVAndere Buchproduktion weltweit (in %) 7,7

16 Herkunftssprachen bei Buchübersetzungen ins Deutsche 1997 Zahlen: Börsenverein des Dt. Buchhandels ENFRITNLSPRUSVLATPOJA Ziffer oben = Gesamtzahl der Bücher hellere Farbe oben = alle nicht-belletristischen Bücher dunklere Farbe unten = Belletristik

17 Sprachenanteile bei wiss. Publ. in Bio., Chemie, Physik, Med., Mathem. Quelle: Ammon

18 Nobelpreise Naturwissenschaften: Erster Weltkrieg: D allein (ohne Österreich und Schweiz) so viele Nobelpreisträger wie GB, die USA und F zusammen und 1925 alle Preisträger aus D. Deutsche Nobelpreisträger Literatur: : 4 von 16 für Deutsche Seit 1918: Thomas Mann 1929 Nelly Sachs 1966 Heinrich Böll 1972 Günter Grass 1999 Nobelpreise insgesamt ´71-98 EN 18 59,7 DE 30,510,4 FR 12 4,7

19 Anglophonie: SA J.M. Coetzee 2003 Nadine Gordimer 1991 Nigeria Wole Soyinka 1986 Karibik V.S. Naipaul 2001 Derek Walcott 1992 AUS Patrick White 1973 IR Seamus Heaney 1995 Samuel Beckett 1969 US: Toni Morrison 1993 Joseph Brodsky 1987 (Russisch) Isaac Bashevis Singer 1978 (Jiddisch) Saul Bellow 1976 GB: William Golding 1983 Literatur-Nobelpreisträger aus anglophonen Ländern seit 1969

20 Nadine Gordimer 1991 J.M. Coetzee 2003Derek Walcott 1992V.S. Naipaul 2001 Patrick White 1973Wole Soyinka 1986

21 Menschenrecht auf Muttersprache McDonaldization, Tittytainment Wole Soyinka, Yoruba Salman Rushdie, V.S. Naipaul, Hanif Kureishi standardisierte Sprachen (von 6.700), Bibel in Wycliff-Übersetzer linguistic imperialism, linguicism, Glottophagie; linguistic human rights Loi Toubon (1994), internet - entre-réseau, talk show - causerie, walkman - baladeur, fast food - formule rapide. Ngugi wa Thiong´o: Gikuyu, Matigari 2. Anglophoniephobie

22 ENCHHindiSPARFRPTRUJADE Weltsprachen (Sprecher in Mio.) Deutsch

23 © KH Stoll 2000, Zahlen nach: Stark 1999 Muttersprachler in Europa (in Mio.) DEENFRITSPNL

24 Fremdsprachensprecher in Ostmitteleuropa und Russland ab 14 Jahren (in %) © KH Stoll 2000, Zahlen nach: Stark CSPLSLOHRUSBGRU DE EN FR

25 FASK-Umfrage Deutsch als Konferenzsprache in der EU (Angaben v. 600 KD u Kunden) Konferenzdolmetscher: - DE mit allen EU-Sprachen sowie Bulg., PL, JA, RU, Tschech. und Ungar. - 77% Freiberufler. Kunden: - Größte Märkte mit DE außerhalb D: F, GB, I, A, SP. - Benötigte Sprachen: DE 20%, EN 19%, FR 13%, IT 7%, SP 6%. - 84% ihres Gesamtarbeitsvolumens mit DE. - Bedarf für Dolm. mit DE in letzten 5 J.: 35% steigend, 9% abnehmend. - Für die nächsten 10 Jahre: 44% mehr, 47% gleich, 8% abnehmend. 70, % der Kunden gegen lingua franca bei ihren Konferenzen. Übersetzungsvolumen: D: 30 Mio. Seiten p.a., EU: 100 Mio., Welt: 200 Mio. ASSIM Study (ASSessment of the economic and social Impact of Multilingualism)

26 Sprachen mit Zukunft aus Sicht der EU Dolmetschkunden mit DE-Bedarf, in % © KH Stoll, Zahlen nach Neff ,6 12,9 10,1 5,6 5,4 4,9 4,6 3,2 33 2,9 2,8 17,4 DE EN FR RU SP DA IT Tschech. Ungar. PT PL JA CH NL GR Sonstige ,6 3,4

27 Übersetzungsdienst der EU-Kommission DE 12,5 EN 12,0 FR 12,0 IT 8,7 SP 8,5 GR 7,9 NL 7,9 PT 7,9 DA 7,7 FI 7,5 SV 7,4 % der Seitenproduktion von 1 Mio. p.a. in die jeweiligen Sprachen 4. Translationsmarkt

28 EU Kommission: übersetzte Seiten nach Ausgangssprache 1999 (in tausend) ENFRDEITSPNLGRPTDASVFIAndere

29 Neue EU-Mitglieder ab : Land Bevölker. (in Mio) Estland 1,37 Lettland 2,37 Litauen 3,7 Malta 0,39 Polen38,65 Slowakei 5,4 Slowenien 1,99 Tschechien 10,3 Ungarn10 Zypern 0,728 Total74,898 F D NL B L E P IRL GB DK I S FIN EST LV LT PL CZ SK H SLO GR M CY EU Sprachendienst Eurodicautom, Systran beamtete Linguisten, darunter ca. 900 Dolmetscher

30 Bulgarien 8,1 Rumänien22,4 Türkei 67,80 Total98,304 Weitere EU-Beitrittskandidaten: 11 Amtssprachen = 110 Sprachenpaarkombinationen 20 Sprachen = 380 Sprachenpaare 23 Amtssprachen = 506 Sprachenpaarkombinationen Pro Sprache Linguisten. Wenn jeder Dolmetscher 4 Sprachen beherrscht, mindestens 169 Dolm. pro Sitzung. RO BG TR

31 UNO, Europarat und UNESCO Charta für regionale u. Minderheitensprachen (1992): 40 anerkannte Sprachen von Minderheiten (z.B. Gälisch, Bretonisch, Katalanisch, Sorbisch, Letzeburgisch). Barcelona Declaration of Linguist Rights (1996): All language communities have equal rights. Beispiel Indien: Board of Scientific Terminology: Begriffe ins Hindi. Heute 18 Sprachen von der indischen Verfassung anerkannt. UNO ca. 190 Mitglieder, 6 offizielle Sprachen. Europarat über 30 Mitglieder, 2 offizielle Arbeitssprachen, Englisch und Französisch.

32 Zus.-schlüsse mit dt. Beteiligung 1995: 34,2 Mrd. $; 1999: 359,5 Mrd. EN Firmensprache: Aventis, DaimlerChrysler, Zürich Versicherung. Verkehrssprache: VW, Bayer. BSE, (Bad Simple English): - Siemens auf Cebit: Customer Detention Center. - DaimlerChrysler, im ZDF: Was unsere Kinder tanken werden / What fuel our children will use. - Swissair-Tochter Crossair, Absturz am : Verständigungsproblem zwischen dem moldawischen Kapitän und dem slowakischen Co-Piloten. - You can stick this in the bottom of your interpreter. Anglophone Globalisierung erhöht Bedarf an Translation. Statt einheitlicher, starker Unternehmenskultur: interkulturelle Sensibilität, Differenzierung, Lokalisierung, Translation. Kommunikationsvernichter Englisch

33 Muttersprachenprinzip und Ziellandprinzip C.I.U.T.I. (Conférence internationale permanente d´Instituts Universitaires de Traducteurs et Interprètes) Mehr Translationen in mehr Sprachen. D jährlich 30 Mio., EU: 100, Welt: 200. ASSIM Study (ASSessment of the economic and social Impact of Multilingualism) Sprache stiftet kulturelle Identität – die Vielfalt der Sprachen ist Ausdruck der kulturellen Identität Europas.

34 Bedarf in der Praxis Transline International. E-lancer, Teletranslator. Cover-to-cover, pre-, post-editing, Eilaufträge, Patentschriften, jurist. Amtshilfe, Internetwerbung, Geschäftsbriefe, wiss. Texte, Filme, Technical Writing, Simultanübersetzung, Lokalisierung von Software. Bowne Global Solutions. WorldPoint: 6000 Übersetzer, 75 Sprachen Übersetzungsbüros in D. ASSIM Study: Übers. und Dolm. in Europa, davon nicht in-house.

35 Germersheim Heidelberg Saarbrücken.... Leipzig. München. Flensburg. Köln. Hildesheim. Berlin. Magdeburg.. Görlitz Zittau. Köthen 5. Bildung Computerisierung Teleteaching EN distance learning, virtual classroom. Modularisierung Aktualisierung, Flexibilisierung, Internationalisierung. ECTS (European Credit Transfer System). Internationalisierung FASK: vor 20 Jahren 200 ausl. Studierende. Im WS 03/04: 1180 der Studierenden (46%) aus 90 Ländern.

36 PL I MA RUS E VRC F RFC GR UA BR SN BY Herkunftsländer der Deutsch-Studierenden am FASK WS 03/04

37 Frankophone Arabische PL E+SpanAm Gus I GR Anglophone Chinesische P+BR Sonstige A-Sprachen der Deutsch-Studierenden des FASK WS 99/00

38 RUS Frankophone PL Arabische E+SpanAm I Chinesische GR Anglophone P+BR Sonstige A-Sprachen der Deutsch-Studierenden des FASK WS 03/04

39 A-Sprachen der Deutsch-Studierenden des FASK WS 03/04WS 99/00

40 In Europa über 150 akademische Institutionen, die sich auf die Ausbildung von Translatoren spezialisiert haben, mit Studierenden. Weltweit ca. 300 Ausbildungsstätten - 28 von diesen in der C.I.U.T.I. (Conférence internationale permanente dInstituts Universitaires de Traducteurs et Interprètes).

41 Übersetzer früher

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43 Übersetzer heuteKulturwissenschaft: in Literatur werden komplexe Lebenswelten, Wertungen, kollektive Sinndeu- tungen, rekurrente Wertvorstellun- gen und nationale Mythen fassbar: Without a doubt literature actually provides the liveliest, most imaginative and most complex connection between language and reality. Appealing and stimulating in its palpability, a literary text offers a personal, psychologically profound and thereby a livelier approach to a foreign world than an expository text.

44 Das global village liegt in Terranglia. Aber in den Häusern werden viele Sprachen gesprochen. Die cyber-neighbors haben Verständigungsprobleme. Das Dorf wächst über die Grenzen. Translatoren helfen Leuten, ihren Weg im Dorf zu finden. Und keine global village idiots zu werden.

45 Transforum – Dialog Praxis und Lehre Aufgaben · Austausch von Informationen über Anforderungen des Marktes und Entwicklungen in der Ausbildung. · Erarbeitung von Stellungnahmen zu diesen Bereichen zwecks frühzeitiger Information des Berufsstandes. · Diskussion und Umsetzung von Anregungen aus den Berufsverbänden der Dolmetscher und Übersetzer. · Erstellung aus- und fortbildungspolitischer Leitlinien und Mitwirkung bei deren Realisierung. · Information der Öffentlichkeit über die Aus- und Fortbildung von Übersetzern und Dolmetschern und deren Bedeutung für die multilinguale und multikulturelle Kommunikation. Extension der Arbeit in einen europäischen Rahmen.

46 Konstitution Schwerter Kreis erarbeitet Wissensprofil für Übersetzer und Dolmetscher 1983 BDÜ Symposium Begegnung zwischen Praxis und Lehre 1984 Koordinierungsausschuss Praxis und Lehre des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) bei der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbHOrganisation 1998 Transforum – Koordinierungsausschuss Praxis und Lehre des Übersetzens und Dolmetschens Berufsverbände: BDÜ, ADÜ Nord (Assoziierte Dolmetscher und Übersetzer in Norddeutschland e.V.), AIIC (Association Internationale des Interprètes de Conférence), Aticom Fachverband der Berufsübersetzer und Berufsdolmetscher e.V., VÜD (Verband der Übersetzer und Dolmetscher e.V.).

47 Ausbildungsstätten: Universitäten Heidelberg, Mainz/Germersheim, Saarbrücken, Hildesheim, Berlin, Leipzig, FHs Köln, Flensburg, Magdeburg-Stendal, München, Köthen, SDI München, bayerische Fachakademien. Firmen: SAP AG, Siemens Sprachendienste, DaimlerChrysler AG, TITELBILD Subtitling and Translation GmbH, Ruhrgas AG, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH. Behörden: Sprachendienst Generaldirektion Übersetzung der Europäischen Kommission, Bundessprachenamt Hürth. Übersetzungsagenturen: Bowne Global Solutions GmbH, Intertext Fremdsprachendienst e.G., transline Deutschland Dr.-Ing. Sturz GmbH, SDL Multilingual Services GmbH & Co. KG. Freiberufler. Studierende.Konfrontation Kooperation

48 Produktion 1986 Memorandum (www.transforum.de) FIT (Fédération Internationale des Traducteurs), European Translation Platform (ETP), POSI (Praxisorientierte Studieninhalte in der Dolmetscher- und Übersetzerausbildung Berufsbild für Übersetzer, Dolmetscher u. verwandte Fremdsprachen- berufe, Mitteilungsblatt für Dolmetscher und Übersetzer 4/1988. Fortbildungsveranstaltungen Berufspraxis der Übersetzer und Dolmetscher (Berichtssonderheft des Bundesverbandes der Dolmetscher und Übersetzer, 1990) Praktikantenplätze 1998 Norm Übersetzungsaufträge (DIN 2345), Ö-Norm 1200 u Erhaltung der universitären Ausbildung Universität Leipzig, Institut für Angewandte Linguistik u. Translatologie Humboldt Universität zu Berlin Fachhochschulen Magdeburg-Stendal, Köthen und Zittau-Görlitz

49 Germersheim Heidelberg Saarbrücken.... Leipzig. München. Flensburg. Köln. Hildesheim. Berlin. Magdeburg.. Görlitz Zittau. Köthen

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51 BA/MA (bereits studierbar) Berlin (Humboldt Univ.) BA/MA-Programme werden derzeit diskutiert Flensburg (FH): BA Internationale Fachkommunikation (Start geplant September 04) MA Internationale Fachkommunikation Germersheim (Univ. Mainz) BA Sprache, Kultur und Translation MA Sprache, Kultur und Translation MA Konferenzdolmetschen (seit WS 02/03) Heidelberg (Univ.) MA Konferenzdolmetschen BA Übersetzungswissenschaft MA Übersetzungswissenschaft BA Transl. Studies for Information Technologies (mit FH Mannheim) (seit WS 03/04) Hildesheim (Univ.) BA Internationale Kommunikation u. Übersetzen (seit WS 99/00) MA Sprachen und Technik (seit WS 03/04)

52 Köln (FH): MA Angewandte Kulturwissenschaften MA Fachübersetzen (voraussichtlich ab WS 04/05) MA Konferenzdolmetschen (voraussichtlich ab WS 04/05) MA Terminologie und Sprachtechnologie (voraussichtlich ab WS 05/06) BA Mehrsprachige Kommunikation (seit WS 03/04) BA Sprachen und Wirtschaft (seit WS 03/04) MA Internationales Management und interkulturelle Kommunikation (seit WS 03/04) Leipzig (Univ.): Arbeit an Rahmenordnung für BA- und MA-Studiengänge Magdeburg (FH): BA Fachübersetzen BA Fachübersetzen (Deutsch-Französische Hochschule) BA International Studies in Business and Languages BA German Studies MA Fachkommunikation MA Translationswissenschaft MA Konferenzdolmetschen BA Fachdolmetschen für Wirtschaft, Gerichte und Behörden (seit WS 2003/04) Saarbrücken (Univ.): BA/MA-Programme werden derzeit diskutiert

53 Information Vorstellung der Arbeit vor Ort Dominanz des Englischen Bild vom Berufsstand Freelancer, E-lancer, Teletranslator Übersetzungsagenturen, Teams und Sozietäten Konferenzdolmetschen, Community-Dolmetschen (public service interpreting), Verhandlungsdolmetschen, Quasi-Simultandolmetschen/ Flüsterdolmetschen mit Werkführungsanlage, Konferenzberatungen Allgemeiner Informationswert Simultanübersetzung (nicht als die falsche Bezeichnung für eine Art des Dolmetschens, sondern im Sinne einer zeitgleich mit den – umfangreichen – Ausgangsdokumenten erstellten Übersetzung), computergestützte Terminologiearbeit, Stand der Maschinenübersetzung, Einsetzbarkeit u. Unzulänglichkeiten v. Translation Memory Systemen. Einblicke ins Berufsleben für Studierende Extension

54 English [...] has gained the unprecedented status of a universal language. (Braj B. Kachru) 3. Ethnische Neutralität Interkulturelle Anglophonie 5. Terminologische Lücken einheimischer Sprachen Gründe für Verbreitung des Englischen: 1. Empire 2. Cocacoloni- sierung 4. Sozialprestige

55 Dem say you give me juju to chop. 6. Flexibilität des Englischen - morphologische Vereinfachung - semantische Ausweitung - lexikalische Übernahmen Altenglisch: synthetische Sprache mit je einem Dutzend Deklinations- und Konjugationsklassen und 8 Pluralbildungen. Diese Formen und 85% der Lexeme des Ae. während der me. Zeit weitgehend verloren. Basic English kommt mit 850 Wörtern, darunter nur 18 Verben aus. take: nehmen, ab-, an-, auf-, ein-, hin-, mit-, über-, weg-, zurücknehmen; ablegen, ansetzen, annehmen, aufschreiben besorgen, brauchen, bringen, dauern, erwerben, essen, fahren, führen, durchführen, ersparen, fassen, fühlen, glauben, halten, kosten, machen, messen, mitmachen, mieten, notieren, schöpfen, stehlen, verkraften, verstehen etc.; Einstellung, Anteil, Einnahme, Fang, Beute.

56 Maurice Druon, Secrétaire perpétuel der Académie française: Keine Sprache lässt sich so leicht schlecht sprechen wie Englisch [...]. Standard English: lexikalisch eine vorwiegend germanisch-romanische Mischsprache mit riesigem kosmopolitischen, dissoziierten Vokabular, dessen angelsächsischer Anteil selbst im OED nur noch 26 % beträgt. think: denken, überlegen, grübeln, meinen, glauben, annehmen, sich vorstellen. assume, believe, cogitate, consider, contemplate, deliberate, devise, fancy, guess, hold, imagine, intend, judge, mean, meditate, muse, ponder, presume, reason, recall, recognize, recollect, reflect, remember, ruminate, savvy, suppose, surmise, take etc.

57 Common Core Common CoreThere are more similarities than differences between the various varieties of English [...]. (Braj B. Kachru) Koloniale Beiträge: mounties, zombies, Abos, been-tos,coolies Transplanted Englishes, native varieties: USA, Irland, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika New Englishes: lokale Standards: z.B. Educated Indian English, Filipino, Standard Caribbean, West African Standard. Pidgins und Creoles: Nigerian Pidgin, Jamaica Talk, Krio (Sierra Leone) oder Tok Pisin (Papua Neuguinea). Mischsprachen: u. a. in Honkong mit Kantonesisch, auf den Philippinen mit Tagalog und in den USA mit Spanisch (Spanglish) und Pfälzisch (Pennsylvania Dutch). US-Einflüsse: Philippinen, Puerto Rico, Hawaii, Fidschis, Kenia, GB (know-how, radio, can)

58 Varietäten VarietätenMi laikim Tok Englis i kamap na nasenel tok ples bilong PNG. (M. Somare) Indien: u Grußformeln: I bow my forehead, I fall at your feet u Beleidigungen: you eater of dung and drinker of urine, you incestuous sister sleeper u Dank: I wish to express my overflowing devotion to you Mulk Raj Anand, R. K. Narajan, Raja Rao Aussprache: Ersetzung v. [ð] u. [q] durch [d] u. [t] bzw. [z] o. [s]: sing - thing; thick - tick Homonyme u Vereinfachung v. clusters: ask - axe - ass - asks - asked Homonyme u Keine Unterscheidung v. langen u. kurzen Vokalen: kiss - keys, live - leave

59 Pidgins und Kreols: z.B. Nigerian Pidgin, Jamaica Talk, Hawaiian Creole, Krio (Sierra Leone), Tok Pisin Wole Soyinka The Beatification of Area Boy; Chinua Achebe A Man of the People; Ken Saro-Wiwa Sozaboy; Samuel Selvon The Lonely Londoners Grammatik und Lexik: 1. Gramm. Vereinfachung: u Verzicht auf: Tempus: take - took; run – ran Deklination Artikel, to be, Genus von Pronomina: My sister, he nice girl. Them bellyful, but we hungry. Pronomen it: Here is not allowed to stop the car. Is very nice food. Präpositionen u. Konjunktionen: run Venezuela

60 4. Neuerungen: Aspektsystem, belebte - unbelebte Objekte, serielle Verbkonstruktion ("Look how I bin run come work") 2. Bedeutungserweiterung: open the radio, close the light; He die yesterday. - Wonderful! Konversion: He naked himself. to friend s. o., to barb, bush, masta raus mi, mi raus 3. Übernahme einheimischer Wörter: chi, agbada, matatu, uhuru, kola, nyam nyam Neologismen auf engl. Basis: chewing stick, known faces, day clean, national cake u S-P-O auch in Fragen u. Imperativen: What you would like to eat? You come tomorrow! u Fragefloskeln: statt doesnt he, won´t he, is it, isn´t it - He love you, isnt it? He love you, no? Not bad what? Cheap what?

61 Altenglisch (Ende 7. Jh ): Beowulf Einheitlichkeit des Wortschatzes, volle Flexionsendungen, geringe dialektale Differenzierung. Mittelenglisch ( Ende 15. Jh.): frz. u. skandin. Lehnwörter, rapider Verfall der Flexionsendungen, starke dialektale Zersplitterung. Neuenglisch (ca – heute): Vereinheitlichung d. Literatursprache, Erstarrung der Schreibung, Konsolidierung des Wortschatzes, weitgehende Aufgabe der Flexion und dadurch bedingte starre Wortstellung. Geschichte des Englischen 1.Überblick

62 Indogermanische / Indoeuropäische Sprachen Westindogermanische (kentum-) Sprachen 1. Germanisch 1.1 Westgermanisch: Englisch, Friesisch Neuhochdeutsch Niederländisch 1.2 Nordgermanisch: Isländisch, Norwegisch, Schwedisch, Dänisch (1.3 Ostgermanisch: Dialekte der Rugier, Heruler, Gepiden, Westgotisch) 2. Keltisch Irisch, Welsh, Kornisch, Gaelisch (schott. Hochland ) 3. Italisch insbes. Latein u. alle romanischen Sprachen: Spanisch, Katalanisch, Portugiesisch, Provencalisch, Französich, Rhätoromanisch, Friaulisch, Italienisch, Sardisch, Rumänisch 4. Griechisch 2. Verwandtschaft

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67 Ostindogermanische (satem) Sprachen 1. Arisch Indisch: Sanskrit (altindische Literatursprache), Urdu (Pakistan), Bengali usw., Zigeunerisch, Persisch, Kurdisch, Afghanisch 2. Baltisch-Slawisch Baltisch (Litauisch, Lettisch) 3. Slawisch Serbokroatisch, Russisch, Weissrussisch, Ukrainisch, Polnisch, Sorbisch (Wendisch), Tschechisch, Slowakisch Anmerkung: Nichtindogermanisch sind in Europa Baskisch, Finnisch- Ugrisch (Finnisch, Estnisch, Magyarisch), Türkisch, Etruskisch

68 Kelten, Römer Germanischen Eroberer: Angeln, Sachsen, Jüten Lateinische Lehnwörter Ca. 50 v.a. Kulturpflanzen, Bauwesen: lat. vallum > ne. wall, tegula > tile, coquína > kitchen, vínum > wine, piper > pepper Christianisierung: 450 Kult- und Kulturwörter aus Spätlatein: credo > creed, nóna > noon, evangelium > gospel Skandinavische Einflüsse (Danelaw, sogar dänische Könige, Knut der Große) Ca. 900 Lehnwörter, 900 vermutete sowie weitere 1000 in Mundarten 85% des ae. Lexikons heute. Überlebende Wörter = Grundwortschatz, machen durch die Häufigkeit ihres Gebrauchs einen Großteil jedes englischen Satzes aus. Beziehen sich auf Elementares wie man, wife, child, house, bench, meat, grass, leaf, fowl, good, high, strong, eat, drink, sleep, live, sit, stand, go, give, fight, think. 3. Altenglisch

69 Ae. war synthetische Sprache, Beziehung der Wörter zueinander vorwiegend durch Flexionsendungen ausgedrückt # analytische Sprachen, die v.a. Gebrauch machen von Präpositionen, Hilfsverben, Wortstellung modernes EN analytische, Ae. synthetische Sprache Deklination Sing. N. stān G. stān-es D. stān-e A. stān Plur. N. stān-as G. stān-a D. stān-um A. stān-as Konjugation Präsens Indikativ ic drīf-e ðū drīf-st (-est ) hē drīf-ð (-eð) wē drīf-að gē drīf-að hīe drīf-að Indikativ Perfekt ic drāf ðū drif-e hē drāf wē drif-on Gēdrif-on hīe drif-on

70 Fæder ūre, þū þe eart on heofonum, sī þīn nama gehālgod. Tōbecume þīn rīce. Gewurþe þīn willa on eorðan swā swā on heofonum. Ūrne gedæghwāmlīcan hlāf syle ūs tō dæg. And forgyf ūs ūre gyltas, swā swā wē forgyfað ūrum gyltendum. And ne gelæd þū ūs on costnunge, ac ālys ūs of yfele. Sōþlīce.

71 Geoffrey Chaucer (gest. 1400) französische Lehnwörter aus allen Lebensbereichen, v.a. Ausdrücke des ritterlichen und geistigen Lebens, Hauptmasse der Buchwörter Zeit der großen Veränderungen a, o, u, e in Flexionsendungen > Indifferenzlaut e. Nomina: Plural auf -s o. -es und auf -en (wie in oxen) > -s als allg. Pl.- endung mit wenigen Ausnahmen. Verben: starke Konjugation > schwach, erhalten 68 der ae. starken V., Verlust des grammatischen Genus 4. Mittelenglisch

72 Humanismus brachte Flut v. Lehnwörtern in Phil., Nat.-wiss. u. Medizin: bilateral, corroboration, molecular, insidious, fluid. Wiss., bes. med., Fachausdrücke gr. Ursprungs: phenomenon, basis, chronology, system, anorganic, atomic, parabolical, neologistic 5. Neuenglisch Synonymgruppen: paternal - fatherly, magnitude - greatness, regal - royal, manual - handbook, preface - foreword

73 17. Jh. Schiffahrt u. Malerei aus NL: dock, hull, yacht, sketch, landscape SP, IT: negro, cargo, sherry; opera, finale, fresco, stanza, volcano DE: gneiss, quartz, glimmer, kindergarten, rucksack, alpenstock, weltschmerz, angst, wanderlust, hinterland, leitmotiv, lied, yodeln, sauerkraut, gemuetlich, realpolitik. Reich, Lebensraum, ersatz, to blitz. waldsterben, ostpolitik, muesli, fingerspitzengefühl. Stasi, Trabi, Einheit, Volkseigentum. Jüngere FR Lehnwörter mit regelwidriger Aussprache: soup, group, machine, ravine, champagne Empire: coffee, tea, potato, tobacco, kangaroo, tattoo, shampoo, mammoth Kelt. Sprachen: irisch: glen, shanty; gälisch: whisky

74 i ai au u ę o a Great Vowel Shift Chaucer: fivei: meed e: cleanε: name a: Goat : rooto: downu:

75 Englisch als Weltsprache © KH Stoll 2000

76 Schreibung AE -ction BE -xion connection conexion, deflection deflexion -dg- -dge- judgment judgement -e -ae,-oe anemiaanaemia, fetusfoetus, maneuver manoeuvre -er -re theatertheatre -or -our honorhonour Aussprache fast, chaff, bath, demand, example, can´t, dance top, clock, got assume, duty, new students, pollution, resume, revolution state nation bird, part, horse, near, hear, bear, board Secondary Stress: dictionary, laboratory, secretary Einzelwörter: anti, clerk, courage, Derby, fertile, hostile, hurry, leisure, lever, missile, mobile, rather, schedule, tomatoVarietäten 1. USA

77 Wortschatz Pullman, tornado, store Autos: AE trunk – BE boot, top – hood, hood – bonnet, parking lot – car park, generator – dynamo, gas – petrol, sedan – saloon-car, truck – lorry, delivery truck – van, windshield – windscreen, rodster – two-seater Wortliste AE – BE aluminumaluminium apartmentflat ash-candustbin automobilecar baby carriageperambulator, pram Strollerpush-chair baggageluggage car van roomcloak-room tagluggage label

78 barberhairdresser bill(bank-) note boloneynonsense buckdollar bum(mer)idler, loafer bureau (of information) (inquiry) office cab(-driver)taxi(-driver) can(-opener)tin(-opener) candysweets railroad carrailway carriage casketcoffin clerkshop assistant clipping(newspaper) cutting clubtruncheon cornmaize, Indian corn creekbrook, tributary (river) (cross-) tiesleeper, railway sleeper custom-mademade to measure druggistchemist drugstorechemist´s shop elevatorlift facutlystaff fallautumn first (2 nd ) floorground (1 st )floor freshcheeky, forward garbage candustbin guy, buddyboy, man, fellow hardware dealer ironmonger internassistant surgeon linequeue to mail to post (a letter) Mortician, funeral home undertaker one-way ticketsingle ticket pants trousers private schoolpublic school public schoolcouncil school rare (meat)underdone roostercock sidewalkpavement

79 Lehngut im AE Indianisch Ortsnamen: Chicago, Chappaquidick, Delaware, Ohio, Connecticut Fauna, Flora, Lebensweise: chipmunk, coon/racoon, hickory, Manito(u), mocassin, moose, opossum/possum, pecan, skunk, squaw, tepee, totem, wapiti Span.-mexikan. Ortsnamen: Los Angeles, San Francisco, Los Alamos, Albuquerque Fauna, Flora, Geographie, Lebensweise: barbecue, bonanza, buckaroo, chicano, cafeteria, canyon, coyote, El Dorado, gringo, hacienda, key, lasso, mesa, mescal, mustang, patio, publo, ranchero, rodeo, sombrero Deutsch Ortsnamen: Hanover, Charlotte, New Glarus, Hoscht Lebensweise: beer-garden, bock (beer), delicatessen, gesangverein, hamburger, kuchen, lager, liverwurst (braunschweiger), noodle, pretzel, rathskeller, (sauer-) kraut, schnitzel, smearcase, stein, turnverein, wienerwurst/weenie/wienie

80 Holländ. bakery, boss, coleslaw, cookie, dope, Santa Claus Französ. Ortsnamen: New Orleans, Dubuque, Prairie du Chien, Saint Quentin. bayou, chute, prairie Yiddish borsht, bubelah, dreck, ferstinkener, flaysh, gefilte fish, gelt, handel, kibbutz, kinder, klop, klutz, kop, kosher, lange laben, leck, lock in kop, macher, matzo, mensch, meshugge, nosh, rabbi/rebbe, shalom, shiksa, shlemiel, shlep, shmaltz, shnorrer, shul, shyster, Yid, zei gezundt

81 Theorien -Polygenese -Mängel -Keine afrikanischen Spuren (H.L. Mencken The American Language) - Monogenese - Substrattheorie - Afrikanische Einflüsse - Chomsky: universal principles - Bickerton: language bioprogram hypothesis (LBH) - Mufwene: The Universalist and Substrate Hypotheses Complement One Another - creativist, nativist Aspekte 2. Black English

82 Geschichte Koiné, Vulgärlatein, Lingua Franca, Sabir (Schuchardt, ). Portugiesisches Pidgin (mercador im Mandingo, port. Nachnamen in Nigeria, 1435 Afrikaner in Portugal, Crioulu v. Kap Verde u. São Tomé): pickaninny / pickin / pickni, savvy / no savvy, palaver, mas que / maskie / maskee Englisch in Afrika: erste Afrikaner zur Ausbildung in England, 1618 Errichtung des ersten englischen Forts, ca Handelssprache an der Goldküste. Sklavenhandel: Jamestown, Virginia, 1607, 12 Jahre später (ein Jahr vor Ankunft der Pilgerväter) 20 Afrikaner nach Jamestown. In Neuengland und New York seit mindestens 1635 Schwarze. Engländer auf den Kleinen Antillen 1625, 1655 Jamaika Mio. Sklaven in die Neue Welt, davon nur etwa 4,5 %, d.h. weniger als 1/2 Mio., auf nordam. Kontinent. Atlantic Creole English, Plantagenkreol.

83 Kwa-Sprachen (u.a. Yoruba, Ewe, Ashanti, Fanti, Twi und Igbo), Mande- Sprachen (Mandingo, Malinke) nyam, fufu Whinnom, Boretzky Pidgin: das äußerst vereinfachte sprachliche Medium, das aus Kontakten von Sprechern verschiedener Sprachen, insbes. im Bereich des Handels, resultiert, Kreol: ein Pidgin, das sich entwickelt hat zur 1. Sprache einer Sprachgemeinschaft, zu einer Muttersprache. Wortschatz erweitert und präzisiert sich, Grammatik wird komplexer, Aussprache stabilisiert sich. Durch: - Entlehnungen aus der Superstratsprache - aus der Substratsprache - Neuschöpfungen aus dem eigenen Vorrat

84 Afrika Engl. Pidgins u. Kreols in Gambia, Sierra Leone, Liberia, Ghana, Nigeria, Westkamerun. West African Standard, Krio, Hyperkreolisierung Thomas Dekker, Slip Gud Slip gud o, bebi-gial!Sleep well, my darling, Opin yai lilibitOpen your eyes a little En luk me wan minitAnd look atme for a minute Bifo yu slip.Before you sleep.

85 Afrikan. Lexeme: Flora, Fauna, tradit. Bräuche u. rel. Vorstellungen. Gerichte foofoo/fufu, gari, Baum und Holz iroko, Nuss (und mit Bedeutungsübertragung Bestechung") kola, Bekleidungsstücke lappa, agbada, Herrschertitel oba, bale, persönlicher Gott chi sowie die zahlreichen Götternamen etwa des Yoruba-Pantheons bei Wole Soyinka, z.B. Ogun, Obatala, Eshu. Neologismen aus en. Elementen: been-to, beentress, a person who has been to Europe or America", head-tie, Auflage für eine head-load, chew(ing) stick, Hölzchen zum Zähneputzen, mammy wagon, mit einheimischen Aufbauten versehenes Auto, to grease s.o.´s palm, j. bestechen

86 Karibik Breites Spektrum von archaischen Kreols über verschiedene Stadien von Dekreolisierung bis zu West Indian Standard. Maroons auf Jamaica: Twi-Asante Sprache Koromanti bis Anf. 20. Jh. archaischstes Kreol: Saramakka im Inneren Surinam Ananse, obeah, zombie, shango, voodoo Edgar Mittelholzer, Corentyne Thunder Beena: Me preffer stay home. An me na want na money from Geoffry. Geoffry is bakra boy. Kattree: Geoffry gimme five-dollar note when e come on Easter Holiday. E say me an Beena mus buy nice dress, but Beena get vex, an say she na want none o de money, so me buy cloth an mek four dress fo meself – an me buy dis pair o shoes, too.

87 Samuel Selvon, The Lonely Londoners; Rasta-Englisch (< Rastafarian nach Ras, Fürst, Tafari, später Kaiser Hailie Selassie von Äthiopien Neologismen auf en. Basis: niggergram, Surinette, Trinrazor blades, TrinAmbassadors, TrinParliament, Trinbeaches. Rasta-Englisch, Dread Talk: Babylon, shitstem (system), dreadlocks, to downpress (statt oppress)

88 USA William A. Stewart, Beryl Bailey, J. L. Dillard: Plantation Creole, Lorenzo Dow Turner: Gullah (South Carolina, Georgia), basket names, William Labov: Black English Vernacular Langston Hughes/Arna Bontemps, eds., Book of Negro Folklore One time dere was a han what died on de old McPherson fawm by de name of Ken Parker. De membuhship of de Salem Baptis Chuch think Kens a good man, caze he hab a fine big family an he ten chuch regluh as de Sundays come. De pastuh think he a Good Christun, too. So when he git up to preach Kens funeral, he tell bout what a good man Brothuh Ken was, bout how true he was to his wife, an what a good providuh he done been for his family an all dat. He keep on an keep on in dis wise, but Kens wife Sadie know de pastuh done errored; so she turn on de oles boy, Jim, an say, Jim, go up dere an look in dat coffin an see ifn dats yo pappy in dere.

89 Parallelen a)Substituierung des stimmh. bzw. stimml. th-Lauts durch d bzw. t. b) R-lessness auch z.B. beim r zwischen Vokalen: inte´ested oder Ca´ol. Paris und pass sowie terrace und test Homonyme. a)Konsonantengruppen vereinfacht; insbes. Verschlußlaute am Wortende weggelassen. meant, mend und men oder told und toe Homonyme. Besonders häufig Vereinfachung vor -s in Schlussstellung: asks, axe und ass zu Homonymen und Plural von wasp und test als wases und teses ausgesprochen. b)Monophthongisierung: [ei] (name), [au] (house) als [a:], [oi] (noise) als [o:]. Übernahmen in Slang oder allgemeinen Sprachgebrauch: cool, busted (kaputt"), swing, square, oke doke, uptight, strung-out, to cop (kriegen"), kill ´em (zeig´s ihnen, viel Glück").

90 Tense-mood-aspect-system: Dat man he be readin: Marker für iterative oder habituelle Aktionsart. be ersetzte kreol. de oder da. Im Gullah de erhalten, im Krio dè/dì, im liberian. Merico de oder ´e. Im Jamaikan. verweisen a oder da auf den imperfektiven Aspekt: Mi da nyam mi dina: I am eating my dinner. Zero copula: I sure. He old. Dey runnin´. He with us. Why he here? Zero possessive: the/de man frien´, the/de lady hat. Undifferentiated pronoun: Him know we / us. He a nice little girl. Pluralisierung durch nachgestelltes Demonstrativpronomens im Plural: him tiit dem oder im fut-dem. Syntax: Standard EnglishWe were eating - and drinking, too. weißer US SüdstaatendialektWe was eatin´ - an´ drinkin´, too. US Black EnglishWe was eatin´ - an´ we drinkin´, too. GullahWe bin duh nyam - en´ we duh drink, too. JamaikanischWe ben a nyam - an´ we a drink, too. SrananWe ben de nyang - en´ we de dringie, too. Westafrikanisches PidginWe bin de eat - an´ we de dring, too.


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