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Margit Osterloh und das Management von Motivationen und das Management von Motivationen Gier, Gemeinwohl.

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Präsentation zum Thema: "Margit Osterloh und das Management von Motivationen und das Management von Motivationen Gier, Gemeinwohl."—  Präsentation transkript:

1 Margit Osterloh und das Management von Motivationen und das Management von Motivationen Gier, Gemeinwohl

2 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zwei Definitionen von (Hab)-Gier aus der Sicht der Ökonomik (1) Gier = unbegrenztes Eigeninteresse im Sinne von rationalem Streben nach materiellem Besitz im Rahmen der rechtlichen Ordnung = unbegrenztes Eigeninteresse im Sinne von rationalem Streben nach materiellem Besitz im Rahmen der rechtlichen Ordnung -> dient dem Gemeinwohl (Adam Smith, Milton Friedman) -> Gier = moralischer Egoismus (2) Gier = übersteigertes Eigeninteresse im Sinne von rationalen Streben nach materiellen Besitz unter Inkaufnahme von negativen externen Effekten -> schadet dem Gemeinwohl -> Gier = unmoralischer Egoismus 1 /23

3 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Gier als moralischer Egoismus Adam Smith (1776/1978): Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, daß sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen Nicht vom Wohlwollen des Metzgers, Brauers und Bäckers erwarten wir das, was wir zum Essen brauchen, sondern davon, daß sie ihre eigenen Interessen wahrnehmen Milton Friedman (1962): The only social responsibility of business is to use ist resources and engage ist activities designed to encrease ist profits so long as it stays within the rules of the game The only social responsibility of business is to use ist resources and engage ist activities designed to encrease ist profits so long as it stays within the rules of the game -> Dignity and sanctification of greed (Lerner 1937) 2 /23

4 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Gier als unmoralischer Egoismus Williamson (1984): Opportunism or selfishness with guile is to engage in the full set of ex ante and ex post efforts to lie, cheat, steal, mislead, disguise, obfuscate, feign, distort and confuse. Empfehlung: Motivationsmanagement (Belohnung und Bestrafung) so ausgestalten, als ob alle Individuen Opportunisten seien (Worst Case Szenario). 3 /23

5 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Problem Fördert die Lehre vom moralischen Egoismus tatsächlich das Gemeinwohl? Fördert die Lehre vom moralischen Egoismus tatsächlich das Gemeinwohl? Sind Unternehmensskandale, Abzockerei etc. die Folge einzelner bad apples oder Sind Unternehmensskandale, Abzockerei etc. die Folge einzelner bad apples oder dysfunktionale Konsequenzen der Lehre vom moralischen Egoismus? dysfunktionale Konsequenzen der Lehre vom moralischen Egoismus? 4 /23

6 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 23 Voraussetzungen der Wirksamkeit des moralischen Egoismus im standardökonomischen Modell Annahmen über Präferenzen: 1. Unbegrenztes Eigeninteresse 2. Gilt für alle Individuen 3. Stabile Präferenzen 4. Vollständige Kenntnis der eigenen Präferenzen -> Herausdrängen der Psychologie aus der Ökonomik -> Homunculus oeconomicus

7 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Folgerungen für das Motivations-Management zur Steigerung des Gemeinwohls im standardökonomischen Modell 6 /23

8 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Empirische Evidenz: Materielle Anreize erhöhen Leistung 7 /23 Ø Leistung pro Arbeiter Safelite Autoglas-Einbau: Einführung Akkordlohn führt zu 20% Leistungssteigerung (Lazear 2000)

9 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Empirische Evidenz: Materielle Anreize verringern Leistung 8 /23 Variabler Leistungslohn verlängert die Lösungszeit für kreative Aufgaben um 50% (McGraw/McCullers 1979) Ø Problemlösungszeit in Sek. Aufgabennummer

10 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Revision der Standardökonomik durch die Befunde der Psychologischen Ökonomik 9 /23 Standardökonomik Psychologische Ökonomik Art der PräferenzenUnbegrenzt eigennützig eigennützig und prosozial Unterschiede zwischen Individuen neinja Stabilität der Präferenzen janein Kenntnis der eigenen Präferenzen vollständigunvollständig

11 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 1: Art der Präferenzen 10 / 23 Extrinsische Motivation: Dient der mittelbaren Bedürfnis- befriedigung (Belohnung) Handeln ist instrumentell (Mittel zum Zweck) Intrinsische Motivation: Dient der unmittelbaren Bedürfnisbefriedigung Handeln ist der Zweck - flow= eigennützige Freude an der Arbeit, - prosoziale Motivation ( Altruismus, Reziprozität) Zwei Arten von Motivation:

12 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 23 Prosoziale Präferenzen … Altruismus (unkonditional) Reziprozität (konditional) Zu 2: Unterschiede zwischen Individuen... sind Teile der intrinsischen Motivation... sind bei unterschiedlichen Menschen in unterschiedlicher Stärke vorhanden

13 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 2: Unterschiede zwischen Individuen Diktatorspiel: Ökonomie-Studierende der Standardökonomik sind weniger altruistisch als Studierende anderer Fächer (Frank et al. 1993; Wang et al. 2011) Ökonomie-Studierende der Standardökonomik sind weniger altruistisch als Studierende anderer Fächer (Frank et al. 1993; Wang et al. 2011) Studentinnen sind im Diktatorspiel altruistischer als Studenten (Eckel & Grossman 1998) Studentinnen sind im Diktatorspiel altruistischer als Studenten (Eckel & Grossman 1998)Ultimatumspiel: Starke kulturelle Unterschiede (Henrich et al. 2001) Starke kulturelle Unterschiede (Henrich et al. 2001) 12 /23

14 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 2: Starke kulturelle Unterschiede 13 /23 Bevölkerungsgruppe Abgeb. Geld- summe (%) Lamalera, Walfänger, Indonesien 58 Aché, Brandroder & Jäger, Paraguay 51 Bevölkerung der Industrieländer 44 Hadza (Grossgruppen), Jäger & Sammler, Tansania 40 Torguud, Viehhirten, Mongolei 35 Mapuche, Kleinbauern, Chile 34 Hadza (Kleingruppen), Jäger & Sammler, Tansania 27 Machiguenga, Brandroder, Peru 26

15 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 3: Veränderliche Präferenzen Verdrängungseffekt Prosoziale Präferenzen können reduziert werden, wenn Tätigkeit vorher intrinsisch motivierend war der extrinsische Anreiz kontrollierend ist Defekteure nicht bestraft werden (konditionale Kooperationsbereitschaft) der extrinsische Anreiz den Verlust intrinsischer Motivation nicht ausgleicht durch Framing durch cognitive self-awareness 14 / 23

16 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 3: Veränderliche Präferenzen Verstärkungseffekt Prosoziale Präferenzen können verstärkt werden z.B. durch Verstärkung der Autonomie in der Arbeit statt pay for performance (Deci & Ryan 2000) Kompetenzerleben, Auszeichnungen (Frey & Neckermann 2008 ) Soziale Eingebundenheit, Partizipation, Fairness (Frey & Torgler 2008; Tyler & Blader 2000) Framing, Signale über sozial angemessenes Verhalten ( Lindenberg & Foss 2011) 15 / 23

17 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 23 Zu 3: Beispiel für den Verdrängungseffekt durch pay for performance: Sammeln für die Krebshilfe (Gneezy & Rustichini 2000a) V

18 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 3: Beispiel für den Verdrängungs- /Verstärkungseffekt durch Bestrafung von Defekteuren durch das Team 17 / 23 Mean Contribution Level (Quelle: Fehr & Gächter 2000)

19 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 23 Nach Einführung einer Buße holen doppelt so viele Eltern ihre Kinder zu spät vom Hort ab (Quelle: Gneezy & Rustichini 2000 b) Zu 3: Beispiel für den Verdrängungseffekt durch Framing: Abholen vom Kindergarten

20 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 22 Zu 3: Beispiel für den Verdrängungs- /Verstärkungseffekt durch Framing Laborexperiment Laborexperiment Community Game versus Wallstreet Game (Liberman, Samuels & Ross 2008) Community Game versus Wallstreet Game (Liberman, Samuels & Ross 2008) Feldexperiment Feldexperiment Diebstahl aus Briefkasten ohne und mit Grafitti (Keizer, Lindenberg & Steg 2008) Diebstahl aus Briefkasten ohne und mit Grafitti (Keizer, Lindenberg & Steg 2008) Befragung Befragung Studierende Nichtökonomen schätzen Gier positiv ein, wenn sie Studierende Nichtökonomen schätzen Gier positiv ein, wenn sie vorher standardökonomischen Argumenten ausgesetzt waren (Wang, Malhotra & Murningham 2011) vorher standardökonomischen Argumenten ausgesetzt waren (Wang, Malhotra & Murningham 2011)

21 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Zu 3: Beispiel für den Verstärkungseffekt durch cognitive self-awareness Titanic versus Lusitania (Frey, Savage & Torgler 2010) Titanic versus Lusitania (Frey, Savage & Torgler 2010) 20 /17

22 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Ergebnisse der ökonomischen Glücks- /Lebenszufriedenheitsforschung Individuen schätzen langfristigen Nutzen falsch ein, z.B. Reichtum macht glücklich - aber in geringerem Ausmass als Arbeit oder Gesundheit Nicht absoluter, sondern relativer Reichtum zählt (Easterlin Paradox) (Frey & Stutzer 2008; Frey & Frey Marti 2010) 21 /23 Zu 4: Unvollständige Kenntnis der eigenen Präferenzen

23 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Fazit Die Lehre vom moralischen Egoismus fördert den unmoralischen Egoismus durch unrealistische Annahmen der Standardökonomie, -> sich selbst erfüllende Prophezeiung, verursacht durch -> sich selbst erfüllende Prophezeiung, verursacht durch - institutionelle Designs (Selbstselektion, Verdrängung/ Verstärkung) - institutionelle Designs (Selbstselektion, Verdrängung/ Verstärkung) - Framing/Normenbildung - Framing/Normenbildung - unvollständige Kenntnis der eigenen Präferenzen 22 /17

24 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Folgerungen für das Motivations-Management zur Steigerung des Gemeinwohls im Modell der Psychologischen Ökonomik Unternehmung: Sorgfältige Selektion in Bezug auf prosoziale Präferenzen Fixe Entlohnung (evtl. mit Gewinnbeteiligung) bei komplexen Tätigkeiten Faire Entlohnungsgrundsätze (distributive und prozedurale Fairness) Auszeichnungen Bestrafung von Defekteuren durch das Team Framing der Beschäftigung als Community Game anstelle als Wall Street Game 23 / 23

25 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni 2012 Folgerungen für das Motivations-Management zur Steigerung des Gemeinwohls im Modell der Psychologischen Ökonomik Gesellschaft Nicht: Maximierung des Bruttosozialglücks durch benevolente Diktatoren/Regierungen Sondern: Information der Individuen über die Einflussfaktoren der Lebenszufriedenheit Forschung Erweiterung des dominanten Modells der Standardökonomik durch realistische Annahmen Verstärkte Forschung über institutionelle Konsequenzen der Psychologischen Ökonomik 24 /23

26 Margit Osterloh Gier, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Georg-August-Universität Göttingen, 7. Juni / 23 Bruno Frey & Margit Osterloh: Managing Motivation, 2. Auflage, Gabler Verlag Wiesbaden 2002 Margit Osterloh & Katja Rost (Hrsg) : Der Anstieg der Management- Vergütung: Markt oder Macht? Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 2011 Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden 2011 Margit Osterloh & Antoinette Weibel: Investition Vertrauen. Prozesse der Vertrauensentwicklung in Organisationen. Gabler Verlag Wiesbaden 2006 Bruno S. Frey & Claudia Frey Marti: Glück- Die Sicht der Ökonomie. 2. Aufl. Ruegger Verlag Zürich/Chur Literatur


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