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Varietäten des Deutschen Welches Deutsch sprechen wir wann, wo und warum? Sprachkritik und Sprachwandel.

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Präsentation zum Thema: "Varietäten des Deutschen Welches Deutsch sprechen wir wann, wo und warum? Sprachkritik und Sprachwandel."—  Präsentation transkript:

1 Varietäten des Deutschen Welches Deutsch sprechen wir wann, wo und warum? Sprachkritik und Sprachwandel

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3 Was ist eine Varietät? Allgemeiner Terminus der Variationslinguistik für die je spezifische Ausprägung ein- es sprachlichen Verhaltens in einem mehrdimensionalen (regional, sozial, situativ, historisch differenzierten Varietätenraum); betroffen sind jeweils unterschiedliche bzw. unterschiedlich viele sprachliche Merkmale einer bzw. mehrerer linguistischer Ebenen. (Bußmann: Lexikon der Sprachwissenschaft, 2002) Eine Varietät ist in der Sprach- wissenschaft eine Teilmenge einer Einzelsprache, die eine Einzelsprache ergänzt oder modifiziert, jedoch nicht unab- hängig von dieser existieren kann. Von Varietät spricht man jedoch nur, wenn die Sprach- form einer untersuchten Gruppe eindeutige sprachliche Gemein- samkeiten aufweist. (Quelle: Wikipedia) Sprachkritik und Sprachwandel

4 Geht auf die Seite: 1)Lest den Text. Recherchiert in dem Zusammenhang die Begriffe präskriptiv und deskriptiv! 2)Welche Frage stellt Zimmer ins Zentrum seiner Ausführungen? 3) Notiert drei Kernaussagen Zimmers zur Beantwortung dieser Frage. 4) Ordnet die folgenden Sätze bzw. Argumente den Kernaussagen zu: a)Das Sprachbewusstsein ermöglicht als Prüfinstanz zwischen Denken und Sprechen ein der Situation sprachlich angemessenes Verhalten. b)Die Regeln einer Sprache beruhen auf einem allgemeinen generationenübergreifenden Konsens c)Sprachliche Qualität lässt sich danach bemessen, wie individuell, differenziert und nuanciert der Ausdruck ist. Sprachkritik und Sprachwandel 6) Fasst zusammen, was der Verfasser unter gutem Deutsch versteht. (Folie oder Power Point Präsentation)

5 Lösungsvorschlag zu Aufgabe 4 a)Das Sprachbewusstsein ermöglicht als Prüfinstanz zwischen Denken und Sprechen ein der Situation sprachlich angemessenes Verhalten. Ein Kennzeichen von gutem Deutsch besteht darin, sich je nach Situation angemessen zu artikulieren und seine Wortwahl zu reflektieren. b)Die Regeln einer Sprache beruhen auf einem allgemeinen generationenübergreifenden Konsens. Gutes Deutsch ist zunächst grammatisch richtiges Deutsch c)Sprachliche Qualität lässt sich danach bemessen, wie individuell, differenziert und nuanciert der Ausdruck ist. Ein Merkmal für gutes Deutsch ist die Elaboriertheit des sprachlichen Codes Zusammenfassung: Zimmer nennt einige Kriterien für gutes und falsches Deutsch. Insgesamt erkennt er den elaborierten (Gegenteil: restringierter Code) als gutes Deutsch. Wichtiger ist ihm aber, dass die Sprecher sich ihrer Sprache bewusst sind und verschiedene Codes oder Varietäten je nach Situation spezifisch verwenden können.

6 Restringierter vs. Elaborierter Code undifferenzierter Wortschatz differenzierter Wortschatz variantenarm variantenreich geringerer Grad der Satz- höherer Grad der Satz- komplexität komplexität Hauptsatzreihen (Parataxen) Satzgefüge (Hypotaxen) gemessen an der Standard- den Normen der Standard- sprache defizitär sprache angemessen

7 Weiter führende Frage: Bedeutet die Verwendung des elaborierten Codes, dass der Sprecher Sprachbewusstein besitzt? Zunächst ist die Feststellung, dass jemand elaboriert spricht, eine Beobachtung: Er zeigt in seiner Sprache die in der Folie genannten Merkmale. Über das, was sich im Bewusstsein abspielte, weiß man allerdings noch nichts. (Es sei denn, der Sprecher zeigt deutliche Anzeichen von Ausdrucksschwäche oder Wortfindungs- schwierigkeiten.) Insofern ist die Verwendung eines elaborierten Codes noch keine hinreichende Bedingung für eine umfassendes Sprachbewusstsein wie Zimmer es formuliert. Hierzu gehört nämlich auch noch die Fähigkeit, situativ zu entscheiden, welche Varietät man anwendet, welche Formulierungen oder Nuancierungen angemessen sind – also eine kommunikative Fähigkeit, der gedankliche Prozesse zugrunde liegen. Allerdings ist es meines Erachtens plausibel anzunehmen, dass ein Zusammenhang zwischen einer elaborierten Ausdrucksweise und einem gewissen Sprachgefühl besteht. Man kann sich schwerlich einen elaborierten Sprecher vorstellen, dem jegliches Sprachgefühl fehlt.

8 Danach (Kurt Tucholsky, 1930) Es wird nach einem happy end im Film jewöhnlich abjeblendt. Man sieht bloß noch in ihre Lippen den Helden seinen Schnurrbart stippen - da hat sie nu den Schentelmen. Na, un denn -? Denn jehn die beeden brav ins Bett. Na ja... diß is ja auch janz nett. A manchmal möcht man doch jern wissen: Wat tun se, wenn se sich nich kissn? Die könn ja doch nich imma penn...! Na, un denn -? Denn säuselt im Kamin der Wind. Denn kricht det junge Paar 'n Kind. Denn kocht sie Milch. Die Milch looft üba. Denn macht er Krach. Denn weent sie drüba. Denn wolln sich beede jänzlich trenn... Na, un denn -? Denn is det Kind nich uffn Damm. Denn bleihm die beeden doch zesamm. Denn quäln se sich noch manche Jahre. Er will noch wat mit blonde Haare: vorn doof und hinten minorenn... Na, un denn -? Denn sind se alt. Der Sohn haut ab. Der Olle macht nu ooch bald schlapp. Vajessen Kuß und Schnurrbartzeit - Ach, Menschenskind, wie liecht det weit! Wie der noch scharf uff Muttern war, det is schon beinah nich mehr wahr! Der olle Mann denkt so zurück: wat hat er nu von seinen Jlück? Die Ehe war zum jrößten Teile vabrühte Milch un Langeweile. Und darum wird beim happy end im Film jewöhnlich abjeblendt.

9 Sprachliche Varietät:Berliner Dialekt Diphtonge zu langen Vokalen beeden statt beide Kontraktionen: uffn statt auf dem Halbvokalisierung: g zu j (jehn statt gehen) Auslassung von Vokalen gehn statt gehen Abschleifungen die könn statt die können Konsonantenverschiebung t statt s (wat, det) Dativ/Akkusativ Verwechslung (von seinen Glück) Varietäten sind unterschiedlich gebunden: regional sozial altersspezifisch situativ Varietäten des Deutschen

10 hohe Ähnlichkeit zu anderen Sprachsystemen regional gebunden in der Regel grammatisch und orthographisch nicht offiziell normiert und standardisiert Dialekt (auch Mundart) Ungeachtet einer Vielzahl von Dialekten lässt sich die deutsche Sprache in zwei übergeordnete Dialekt- gruppen gliedern: Hochdeutsch und Niederdeutsch. Recherchiert, durch welches Kriterium diese Dialektgruppen voneinander abgegrenzt werden. Findet je einen Dialekt aus Ost-West-Süd und Mitteldeutschland mit Beispielen. Geht bevorzugt auf Seiten von Universitäten. Z.B:

11 Aufgaben Lies das Gedicht in Ruhe durch. Verfasse eine Einleitung für einen Interpretationsaufsatz, in der du Inhalt und Thema des Gedichts nennst sowie eine Interpretations- hypothese formulierst. Lasse in deine Hypothesenbildung die Tatsache einfließen, dass das Gedicht in einem Dialekt geschrieben wurde. Varietäten des Deutschen

12 Übersicht über den deutschen Sprachraum Varietäten des Deutschen

13 Innere Mehrsprachigkeit des Deutschen Räumliche Dimension geographischer Dialekt / Bezug Regiolekt Soziale Dimension?? Situative Dimension?? Zeitliche Dimension?? KriteriumVarietät Die Varietäten einer Sprache lassen sich unter dem Aspekt ihrer Dimension kategorisieren (ordnen, einteilen) So ist z.B. für die Varietät Dialekt die räumliche Dimension die kennzeichnende Größe.

14 Modell Aufgabe: Schneidet die Beispiele aus, bestimmt die Varietäten und sortiert sie nach ihrer sozialen Reichweite. Erstellt ein Modell. Standardsprache [Varietät] [Dimension] [Beispiel] Die Größe des Kreises veranschaulicht die soziale Reichweite. Die Überschneidung mit dem Kreis Standardsprache markiert die Übereinstimmung mit dieser Varietät in Bezug auf lexikalische und grammatische Normen.

15 Fachsprache Standardsprache Regiolekt/Umgangssprache Sondersprachen(Soziolekt/Ethnolekt/Jugendsprache) Dialekt Lernervarietät Projektgruppen

16 Regiolekte

17 Gliederung 1) Definition 2) Beispiele 3)Entwicklung 4)Zusammenfassung

18 Basisdialekte Sprachliche Eigenheiten Akzent regional gebundene Umgangssprache Definition

19 Beispiele Rhurdeutsch: Mäusken Gib mich den Tee. wat, dat, et Missingsch (Hamburg): Kriech, Hamburch Habbich, hamma so'ne Sachen Hessisch: Bollizei Dasch Kaggalagg Bremer Schnack: Wir geh'n um Pudding. Komm in die Puschen! inne, anne

20 Entwicklung Regional Süd-Nord-Gefälle Größe der Stadt Altersspezifisch jüngere Generation spricht Regiolekt Sonstiges mehr Männer als Frauen sprechen Dialekt

21 Zusammenfassung Der Regiolekt ist eine übergeordnete, regional gebundene Umgangssprache, die sich aus den Basisdialekten eines Gebiets zusammensetzt. Diese Dialekte werden darüber hinaus lexikalisch, phonetisch und grammatikalisch so abgewandelt, dass sie sich der Standardsprache weitgehend nähern, und damit auch für Hochdeutschsprechende verständlich sind.Aufgrund eines bleibenden, charakteristischen Akzents, ist die regionale Färbung in der Sprache des Redners jedoch eindeutig erkennbar.

22 Unterschied: Regiolekt-Dialekt Definieren lässt sich ein Regiolekt am besten durch die Abgrenzung zum Dialekt. Ein Dialekt weist deutliche lexikalische (Wortschatz), pho-netische, orthographische und grammatische Abweichungen zur Standardvarietät auf. Beim Regiolekt haben sich die dialektalen Eigenschaften abgeschliffen.


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