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Www.seminare-ps.net Wie schädlich ist Cannabis? Roland Stettler, Oberarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Sonnenhalde CH-4125 Riehen.

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1 Wie schädlich ist Cannabis? Roland Stettler, Oberarzt Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Sonnenhalde CH-4125 Riehen

2 Wie schädlich ist Cannabis? Indian hemp, when pure ans administered carefully, is one of the most valuable medicines we possess Indian hemp, when pure ans administered carefully, is one of the most valuable medicines we possess Reynolds, 1890, Leibarzt der Queen Victoria

3 Cannabis: Historisches Erster Bericht über Cannabis vor ca Jahren in China Erster Bericht über Cannabis vor ca Jahren in China Empfohlen für Malaria, Verstopfung, rheumatische Schmerzen, Vermischt mit Wein als Analgetikum Empfohlen für Malaria, Verstopfung, rheumatische Schmerzen, Vermischt mit Wein als Analgetikum In der Schweiz hat Anbau und Verwendung von Hanfprodukten lange Tradition In der Schweiz hat Anbau und Verwendung von Hanfprodukten lange Tradition Bis ins 20. Jh. Wichtiger Faserrohstoff für Seile und Stoffe Bis ins 20. Jh. Wichtiger Faserrohstoff für Seile und Stoffe Heilende Verwendung von Hanfextrakten in der Volksmedizin Heilende Verwendung von Hanfextrakten in der Volksmedizin starker Tobak starker Tobak

4 Cannabis: Historisches 1925Genfer Konvention über Herstellung, Vertrieb und Verkauf gefährlicher Drogen 1925Genfer Konvention über Herstellung, Vertrieb und Verkauf gefährlicher Drogen 1951Betäubungsmittelgesetz 1951Betäubungsmittelgesetz Abhängigkeitserzeugendes Betäubungsmittel Abhängigkeitserzeugendes Betäubungsmittel Gefahr für die menschliche Gesundheit Gefahr für die menschliche Gesundheit 1975bei Revision des Betäubungsmittel- gesetzes bestätigt 1975bei Revision des Betäubungsmittel- gesetzes bestätigt 6/2003Behandlung der erneuten Revision in den Räten zum wiederholten Male verschoben 6/2003Behandlung der erneuten Revision in den Räten zum wiederholten Male verschoben

5 Cannabis: Therapeutische Aspekte Synthetische THC-Präparate Synthetische THC-Präparate Dronabinol und Nabilone Dronabinol und Nabilone Diskutierte Indikationen Diskutierte Indikationen Nausea und Erbrechen Nausea und Erbrechen Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen Multiple Sklerose, Rückenmarksverletzungen Appetit- und Gewichtsverlust bei Krebs- und AIDS-Patienten Appetit- und Gewichtsverlust bei Krebs- und AIDS-Patienten Schmerzen (insbes. Neuropathische Schmerzen) Schmerzen (insbes. Neuropathische Schmerzen) Erhöhter intraoculärer Druck Erhöhter intraoculärer Druck Insomnie, Ängstlichkeit Insomnie, Ängstlichkeit Epilepsie (Cannabidiol) Epilepsie (Cannabidiol) Asthma Asthma Robson, 2001

6 Cannabis: Konsumhäufigkeit Entwicklung des Haschischkonsums der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im 9. Schuljahr

7 Cannabis: Konsumhäufigkeit Aktueller Konsum: Aktueller Konsum: >50%15-19 jährige >50%15-19 jährige Knapp 50%20-24 jährige Knapp 50%20-24 jährige 25%25-59 jährige 25%25-59 jährige Gegen 0%>60 jährige Gegen 0%>60 jährige Aufhörrate beträchtlich Aufhörrate beträchtlich

8 Cannabis: Konsumhäufigkeit Konsum mind. 1x täglich: Konsum mind. 1x täglich: 6.5%15-19 jährige 6.5%15-19 jährige 5.4%20-24 jährige 5.4%20-24 jährige 1.7%25-44 jährige 1.7%25-44 jährige Hochgerechnet ca Personen in der Schweiz Hochgerechnet ca Personen in der Schweiz 44% Marihuana 44% Marihuana 25% Haschisch 25% Haschisch 33% beide Formen 33% beide Formen

9 Cannabis: Konsumhäufigkeit Einstiegsalter Einstiegsalter 1992/93:16,5 Jahre 1992/93:16,5 Jahre 1997/98:15,8 Jahre 1997/98:15,8 Jahre Früher Erstkonsum führt mit grösserer Wahrscheinlichkeit zu Gebrauch anderer illegaler Drogen Früher Erstkonsum führt mit grösserer Wahrscheinlichkeit zu Gebrauch anderer illegaler Drogen Müller S et al.: 2002

10 Cannabis: Natürliche Cannabinoide Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) Hauptverantwortlich für psychologische und physikalische Effekte Hauptverantwortlich für psychologische und physikalische Effekte Delta-8-Tetrahydrocannabinol Delta-8-Tetrahydrocannabinol Weniger potent als Delta-9-THC, nur kleine Mengen in Pflanze Weniger potent als Delta-9-THC, nur kleine Mengen in Pflanze Cannabinol Cannabinol Weniger potent Weniger potent Cannabidiol Cannabidiol Keine Interaktion mit Cannabinoid-Rezeptoren, antikonvulsiv, kann unerwünschte psychologische Effekte von THC vermindern Keine Interaktion mit Cannabinoid-Rezeptoren, antikonvulsiv, kann unerwünschte psychologische Effekte von THC vermindern Insgesamt 400 verschiedene Komponenten, über 60 Cannabinoide in Cannabis sativa Insgesamt 400 verschiedene Komponenten, über 60 Cannabinoide in Cannabis sativa

11 Cannabis: Verschiedene Präparationen Marihuana (getrocknete Blatt-, Blüten- und Stengelteile) Marihuana (getrocknete Blatt-, Blüten- und Stengelteile) Traditionelle Zigarette 1960/70 (reefer): 1-3% THC (ca. 10mg/reefer) Traditionelle Zigarette 1960/70 (reefer): 1-3% THC (ca. 10mg/reefer) Moderne Zigarette 1980/90 (joint): 6-20% THC (60-200mg/joint; über 300mg wenn mit Haschisch-Öl versetzt) Moderne Zigarette 1980/90 (joint): 6-20% THC (60-200mg/joint; über 300mg wenn mit Haschisch-Öl versetzt) Haschisch (Harz der Blütenstände, vermischt mit Teilen der Blüten und Blätter) Haschisch (Harz der Blütenstände, vermischt mit Teilen der Blüten und Blätter) Platten, Bricks, Cakes:10-20% THC Platten, Bricks, Cakes:10-20% THC Haschisch Öl (Extrakt durch organische Lösungsmittel) Haschisch Öl (Extrakt durch organische Lösungsmittel) Dickflüssiges, teerartiges Konzentrat:15-30% THC (manchmal bis > 60%) Dickflüssiges, teerartiges Konzentrat:15-30% THC (manchmal bis > 60%)

12 Cannabis: Pharmakokinetik THC: extrem lipophil, Metaboliten (11-hydroxy-THC) – Plasma- und Urinkonzentrationen sind nicht hilfreich. T1/2 (Gewebe): ca. 7 Tage

13 Cannabis: Pharmakodynamik Spezifische endogene Cannabinoid- Rezeptoren: Spezifische endogene Cannabinoid- Rezeptoren: CB1(Devane et al. 1988) CB1(Devane et al. 1988) Cortex Cortex Limbisches System (Hippocampus, Amygdala) Limbisches System (Hippocampus, Amygdala) Basalganglien Basalganglien Cerebellum Cerebellum Wenig im Thalamus und Hirnstamm Wenig im Thalamus und Hirnstamm CB2 (Munro et al. 1993) CB2 (Munro et al. 1993) Makrophagen der Milz Makrophagen der Milz Andere Immunzellen Andere Immunzellen

14 Cannabis: Pharmakodynamik Cannabinoidrezeptoren im Rattenhirn (aus Julien RM, 1997)

15 Cannabis: Pharmakodynamik Endogene Liganden für Cannabinoid-Rezeptoren: Endogene Liganden für Cannabinoid-Rezeptoren: Anandamide (Devane et al. 1992) (ananda = Glückseligkeit in Sanskrit) Anandamide (Devane et al. 1992) (ananda = Glückseligkeit in Sanskrit) Derivat der Arachidonsäure, verwandt mit Prostaglandin Derivat der Arachidonsäure, verwandt mit Prostaglandin Bis heute 3 verschiedene Anandamide isoliert Bis heute 3 verschiedene Anandamide isoliert Wirkungsweise über intrazelluläre G-Proteine, die das C-AMP hemmen und Einfluss auf Ca- und K-Ionen Transport Wirkungsweise über intrazelluläre G-Proteine, die das C-AMP hemmen und Einfluss auf Ca- und K-Ionen Transport Erhöhen Freisetzung von Dopamin im N. accumbens und präfrontalen Cortex (Belohnungssystem) Erhöhen Freisetzung von Dopamin im N. accumbens und präfrontalen Cortex (Belohnungssystem) Wirkung durch Naloxon aufgehoben (Link zum Opioidsystem) Wirkung durch Naloxon aufgehoben (Link zum Opioidsystem)

16 Cannabis: Psychologische Effekte Einfluss auf Stimmung Einfluss auf Stimmung High (bereits bei 2.5mg THC) High (bereits bei 2.5mg THC) Verminderung von Angst / Wachheit / Depression / Anspannung / sozialer Phobie Verminderung von Angst / Wachheit / Depression / Anspannung / sozialer Phobie Innerhalb von Minuten, 2h oder länger andauernd Innerhalb von Minuten, 2h oder länger andauernd Dysphorische Reaktion Dysphorische Reaktion Angst / Panik / Paranoia / Psychose Angst / Panik / Paranoia / Psychose Dosisabhängig Dosisabhängig Häufiger bei Erstkonsum, ängstlichen Personen, psychologisch vulnerablen Personen Häufiger bei Erstkonsum, ängstlichen Personen, psychologisch vulnerablen Personen

17 Cannabis: Psychologische Effekte Wahrnehmung Wahrnehmung Farben intensiver Farben intensiver Musik lebendiger Musik lebendiger Emotionen eindrücklicher und bedeutungsvoller Emotionen eindrücklicher und bedeutungsvoller Räumliche Wahrnehmung verzerrt Räumliche Wahrnehmung verzerrt Wahrnehmung der Zeit verändert Wahrnehmung der Zeit verändert Halluzinationen (bei hohen Dosen) Halluzinationen (bei hohen Dosen)

18 Cannabis: Psychologische Effekte Kognition und Psychomotorik Kognition und Psychomotorik Zunahme der Reaktionszeit Zunahme der Reaktionszeit Koordinationsprobleme Koordinationsprobleme Probleme mit Kurzzeitgedächtnis Probleme mit Kurzzeitgedächtnis Abnahme der Konzentration Abnahme der Konzentration Beeinträchtigung bei komplexen Aufgaben, die geteilte Aufmerksamkeit erfordern Beeinträchtigung bei komplexen Aufgaben, die geteilte Aufmerksamkeit erfordern Durch gleichzeitigen Konsum von Alkohol und BZD verstärkt Durch gleichzeitigen Konsum von Alkohol und BZD verstärkt

19 Cannabis: Psychologische Effekte Fahrtauglichkeit Fahrtauglichkeit Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit in vielen Studien gezeigt Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit in vielen Studien gezeigt Erhöhte Inzidenz von Verkehrsunfällen Erhöhte Inzidenz von Verkehrsunfällen Risiko steigt erheblich bei Kombination mit Alkohol Risiko steigt erheblich bei Kombination mit Alkohol Problem:Wegen langsamer Elimination keine Korrelation zwischen Wirkstoffkonzentration und Grad der Intoxikation, keine Aussage möglich über Zeitpunkt des letzten Konsums Problem:Wegen langsamer Elimination keine Korrelation zwischen Wirkstoffkonzentration und Grad der Intoxikation, keine Aussage möglich über Zeitpunkt des letzten Konsums

20 Cannabis: Psychologische Effekte Flugtauglichkeit Flugtauglichkeit

21 Cannabis: Psychologische Effekte Langzeiteffekte bei chronischem Konsum Langzeiteffekte bei chronischem Konsum Leistung eingeschränkt, auch wenn nicht akut intoxikiert Leistung eingeschränkt, auch wenn nicht akut intoxikiert Verminderte Aufmerksamkeit Verminderte Aufmerksamkeit Gedächtnisprobleme Gedächtnisprobleme Eingeschränkte Verarbeitung komplexer Informationen Eingeschränkte Verarbeitung komplexer Informationen Kann während Wochen, Monate bis Jahre nach Cannabis- Stopp persistieren Kann während Wochen, Monate bis Jahre nach Cannabis- Stopp persistieren Nach Solowij, 1998

22 Cannabis: Psychologische Effekte Toleranz und Abhängigkeit Toleranz und Abhängigkeit Toleranzentwicklung mehrfach beschrieben Toleranzentwicklung mehrfach beschrieben Ebenso Entzugseffekte beschrieben Ebenso Entzugseffekte beschrieben Unruhe / Schlaflosigkeit / Ängstlichkeit / vermehrte Reizbarkeit / Inappetenz / Muskelzittern / Symptome des autonomen NS Unruhe / Schlaflosigkeit / Ängstlichkeit / vermehrte Reizbarkeit / Inappetenz / Muskelzittern / Symptome des autonomen NS Bereits Konsum von 180mg THC über Tage kann zu Entzugssymptomatik führen Bereits Konsum von 180mg THC über Tage kann zu Entzugssymptomatik führen Beginn nach ca. 10h Abstinenz, Peak nach ca. 48h Beginn nach ca. 10h Abstinenz, Peak nach ca. 48h Jones, 1983; Kouri et al 1999

23 Cannabis: Herz-Kreislauf-Effekte Dosisabhängige Tachykardie (bis 160/min) Dosisabhängige Tachykardie (bis 160/min) Toleranzentwicklung bei chronischem Konsum Toleranzentwicklung bei chronischem Konsum Vasodilatation – Rötung der Konjunktiven Vasodilatation – Rötung der Konjunktiven Orthostatische Hypotension Orthostatische Hypotension Selten wurden schwere Herzprobleme (Infarkt, Rhythmusstörung) beschrieben Selten wurden schwere Herzprobleme (Infarkt, Rhythmusstörung) beschrieben

24 Cannabis: Respiratorisches System Cannabisrauch enthält (ausser Nikotin) alle Komponenten des Tabakrauches Cannabisrauch enthält (ausser Nikotin) alle Komponenten des Tabakrauches Teer enthält höhere Konzentrationen von Benzanthrazen und Benzpyren Teer enthält höhere Konzentrationen von Benzanthrazen und Benzpyren 5x stärkerer Anstieg des Carboxy-Hb 5x stärkerer Anstieg des Carboxy-Hb V.a. auch durch tiefe und verlängerte Inhalation V.a. auch durch tiefe und verlängerte Inhalation Bronchitis und Emphysementwicklung Bronchitis und Emphysementwicklung 3-4 Joints entsprechen ca. 20 Zigaretten 3-4 Joints entsprechen ca. 20 Zigaretten Erhöhte Inzidenz seltener Formen oropharyngealer Tumoren Erhöhte Inzidenz seltener Formen oropharyngealer Tumoren

25 Cannabis: Psychische Effekte Psychologische Effekte Psychologische Effekte Panik / Angst / Depression / Psychose Panik / Angst / Depression / Psychose Toxisch in dem Sinne, dass Zusammenhang mit massivem THC-Konsum Toxisch in dem Sinne, dass Zusammenhang mit massivem THC-Konsum Effekt von THC auf vorbestehende psychische Störungen und/oder THC als Risikofaktor für psychische Störungen Effekt von THC auf vorbestehende psychische Störungen und/oder THC als Risikofaktor für psychische Störungen Abhängigkeit und Entzugssymptomatik Abhängigkeit und Entzugssymptomatik

26 Cannabis: Affektive Störungen Panikattacken / Angststörung Panikattacken / Angststörung Bei 22% der THC-Konsumenten Bei 22% der THC-Konsumenten Frauen : Männer = 2:1 Frauen : Männer = 2:1 Thomas, 1996

27 Cannabis: Affektive Störungen Italienische THC-Konsumenten Italienische THC-Konsumenten 16% Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 16% Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion 14%Depressive Episode (Major Depression) 14%Depressive Episode (Major Depression) 10.5% Dysthymie 10.5% Dysthymie Schweregrad der Symptomatik dosisabhängig Schweregrad der Symptomatik dosisabhängig Patienten mit Psychose und Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen Patienten mit Psychose und Persönlichkeitsstörung ausgeschlossen Troisi et al., 1998

28 Cannabis: Affektive Störungen 1601 weibliche australische jährige Schülerinnen, follow-up 7 Jahre 1601 weibliche australische jährige Schülerinnen, follow-up 7 Jahre 5.6-faches Risiko für Depression und Angst bei täglichem Konsum 5.6-faches Risiko für Depression und Angst bei täglichem Konsum 2-faches Risiko für Depression und Angst bei mindestens wöchentlichem Konsum 2-faches Risiko für Depression und Angst bei mindestens wöchentlichem Konsum Depression und Angst im Teenageralter jedoch kein Prädiktor für späteren THC-Konsum Depression und Angst im Teenageralter jedoch kein Prädiktor für späteren THC-Konsum Patton et al., 2002

29 Cannabis: Affektive Störungen Suizidversuche Suizidversuche 16.2%THC-Abusus bei PatientInnen mit SV 16.2%THC-Abusus bei PatientInnen mit SV Nur 1.9% THC-Abusus bei Kontrollgruppe Nur 1.9% THC-Abusus bei Kontrollgruppe Direkter Einfluss von THC auf Selbstschädigendes Verhalten oder Aggravation durch THC bestehender psychischer Erkrankungen Direkter Einfluss von THC auf Selbstschädigendes Verhalten oder Aggravation durch THC bestehender psychischer Erkrankungen Beautrais et al., 1999

30 Cannabis: Affektive Störungen Baltimore Epidemiologic Catchment Area Study Baltimore Epidemiologic Catchment Area Study 4-faches Risiko für Depression bei THC-Konsumenten 4-faches Risiko für Depression bei THC-Konsumenten Häufiger Suizidgedanken Häufiger Suizidgedanken Häufiger Anhedonie Häufiger Anhedonie Depressive Symptome sind jedoch kein Prädiktor für späteren THC-Konsum Depressive Symptome sind jedoch kein Prädiktor für späteren THC-Konsum Bovasso, 2001

31 Cannabis: Psychotische Störungen Mögliche Beeinflussung von THC-Konsum auf Psychose Mögliche Beeinflussung von THC-Konsum auf Psychose Akuter Konsum hoher THC-Dosen induziert eine toxische oder organische Psychose mit Verwirrtheit und Halluzinationen, die bei Abstinenz remittiert Akuter Konsum hoher THC-Dosen induziert eine toxische oder organische Psychose mit Verwirrtheit und Halluzinationen, die bei Abstinenz remittiert THC-Konsum führt zu einer akuten funktionellen Psychose vergleichbar mit schizophreniformer Störung THC-Konsum führt zu einer akuten funktionellen Psychose vergleichbar mit schizophreniformer Störung THC-Konsum führt zu einer chronischen Psychose, die auch nach Abstinenz persistiert THC-Konsum führt zu einer chronischen Psychose, die auch nach Abstinenz persistiert Chronischer THC-Konsum führt zu einer organischen Psychose, die nach Abstinenz nur teilweise remittiert (vergleichbar mit Alkohol-Schäden) Chronischer THC-Konsum führt zu einer organischen Psychose, die nach Abstinenz nur teilweise remittiert (vergleichbar mit Alkohol-Schäden) THC-Konsum als Risikofaktor für schwere psychische Störungen wie z. Bsp. Schizophrenie THC-Konsum als Risikofaktor für schwere psychische Störungen wie z. Bsp. Schizophrenie Hall et al., 1994

32 Cannabis: Psychotische Störungen THC-induzierte toxische Psychose THC-induzierte toxische Psychose Induktion einer Psychose bei Konsum hoher Dosen bei Personen ohne psychiatrische Störung in der Vorgeschichte Induktion einer Psychose bei Konsum hoher Dosen bei Personen ohne psychiatrische Störung in der Vorgeschichte Typische Symptomatik Typische Symptomatik Leichte Bewusstseinseinschränkung Leichte Bewusstseinseinschränkung Wahrnehmung der Zeit verändert Wahrnehmung der Zeit verändert Traumartige Euphorie Traumartige Euphorie Ideenflucht Ideenflucht Halluzinationen Halluzinationen Abklingen innerhalb 1 Woche Abstinenz Abklingen innerhalb 1 Woche Abstinenz Lishman, 1998

33 Cannabis: Psychotische Störungen Vergleich von akut-psychotischen Patienten mit THC-positivem Urin vs THC-negativem Urin Vergleich von akut-psychotischen Patienten mit THC-positivem Urin vs THC-negativem Urin THC-Gruppe nach 1 Woche THC-Gruppe nach 1 Woche Veränderte Wahrnehmung Veränderte Wahrnehmung Gedankeneingebung Gedankeneingebung Non-verbale akustische Halluzinationen Non-verbale akustische Halluzinationen Beeinträchtigungsideen / Grössenideen Beeinträchtigungsideen / Grössenideen Nach 1 Monat kaum mehr Unterschiede Nach 1 Monat kaum mehr Unterschiede Nach 6 Monaten keine Unterschiede mehr Nach 6 Monaten keine Unterschiede mehr Resultate repliziert durch neuere Studie von Nunez et al Resultate repliziert durch neuere Studie von Nunez et al Mathers + Ghodse, 1992

34 Cannabis: Psychotische Störungen Genetische Assoziation Genetische Assoziation Cannabis-Positive haben signifikant grösseres familiäres Risiko für Schizophrenie als Kontrollen: Cannabis-Positive haben signifikant grösseres familiäres Risiko für Schizophrenie als Kontrollen: 7.1% vs 0.7% Akute Psychose im Kontext von Cannabis-Abusus assoziiert mit genetischer Prädisposition für Schizophrenie Akute Psychose im Kontext von Cannabis-Abusus assoziiert mit genetischer Prädisposition für Schizophrenie Mc Guire et al., 1994

35 Cannabis: Psychotische Störungen Amotivationales Syndrom Amotivationales Syndrom Energieverlust und fehlender Antrieb Energieverlust und fehlender Antrieb Whs eher Ausdruck einer chronischen Intoxikation Whs eher Ausdruck einer chronischen Intoxikation Validität dieser Diagnose bleibt unklar Validität dieser Diagnose bleibt unklar

36 Cannabis: Komorbidität Epidemiologic Catchment Area Survey Epidemiologic Catchment Area Survey 50.1%Erfüllen Kriterien für andere DSMIII- Störung 50.1%Erfüllen Kriterien für andere DSMIII- Störung Risiko für Substanzabhängigkeit bei Schizophrenen 4.6x höher als bei Allgemeinbevölkerung Risiko für Substanzabhängigkeit bei Schizophrenen 4.6x höher als bei Allgemeinbevölkerung Regier et al., 1990

37 Cannabis: Einfluss auf Schizophrenie-Verlauf Bisherige Studien bieten bisher zu schwache Basis für definitive Schlüsse zu ziehen, welchen Effekt Cannabis auf schizophrene Symptome hat Bisherige Studien bieten bisher zu schwache Basis für definitive Schlüsse zu ziehen, welchen Effekt Cannabis auf schizophrene Symptome hat Es ist jedoch angezeigt, Cannabis als einen Vulnerabilitätsfaktor in Zusammenhang mit dem Verlauf schwerer psychiatrischer Störungen anzusehen und gefährdeten Patienten vom Konsum abzuraten Es ist jedoch angezeigt, Cannabis als einen Vulnerabilitätsfaktor in Zusammenhang mit dem Verlauf schwerer psychiatrischer Störungen anzusehen und gefährdeten Patienten vom Konsum abzuraten

38 Cannabis: Risikofaktor für Schizophrenie? Andreasson-Studie Andreasson-Studie 2.4-faches Risiko für gelegentliche THC-Konsumenten 2.4-faches Risiko für gelegentliche THC-Konsumenten 6.0-faches Risiko für regelmässige THC-Konsumenten 6.0-faches Risiko für regelmässige THC-Konsumenten THC-Konsum als live-event-stressor für Individuen, die Vulnerabilität für Schizophrenie zeigen THC-Konsum als live-event-stressor für Individuen, die Vulnerabilität für Schizophrenie zeigen Nach Follow-up von 27 Jahren erneute Analyse mit gleichem Resultat, auch wenn man nur die Patienten berücksichtigt, die erst 5-Jahre nach Studieneinschluss Schizophrenie entwickelten Nach Follow-up von 27 Jahren erneute Analyse mit gleichem Resultat, auch wenn man nur die Patienten berücksichtigt, die erst 5-Jahre nach Studieneinschluss Schizophrenie entwickelten Zammit et al., 2002

39 Cannabis: Zusammenfassung Wahrnehmung und Kognition Wahrnehmung und Kognition Fahrtauglichkeit Fahrtauglichkeit Körperliche Langzeitfolgen Körperliche Langzeitfolgen Einfluss auf psychische Erkrankungen Einfluss auf psychische Erkrankungen Konsumhäufigkeit entscheidend Konsumhäufigkeit entscheidend

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