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Grobplanung Faust Mit Wiki Einführung Epochen Rep. Dramatik, Stilmittel, Interpretationsverfahren Slam Besuch SLAM 13.11.2014 Kanti-Slam am 22.1.2014 Literaturgeschichte.

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1 Grobplanung Faust Mit Wiki Einführung Epochen Rep. Dramatik, Stilmittel, Interpretationsverfahren Slam Besuch SLAM Kanti-Slam am Literaturgeschichte Ein Text pro Epoche Weihnachten SoNaFe (5. September) SoNaFe (5. September)

2 Goethes Faust „das bedeutendste Werk der deutschen Literatur“ ( Z.B. K ÖNIGS E RLÄUTERUNGEN ) oder „erbärmliches Gewäsch“? (C HRISTIAN D IETRICH G RABBE )

3 Die doppelte Einleitung Goethes Drama „Faust I“ sind zwei einleitende Szenen vorangestellt: 1. Vorspiel auf dem Theater 2. Prolog im Himmel Wie war das mit der Einleitung noch in der antiken Tragödie?

4 Vorspiel auf dem Theater Gruppenarbeit zu dritt 1. Vorbereitung: Jede(r) fasst die Aussagen einer Person knapp zusammen 2. Pro Gruppe eine Statement (5-10 Sätze) ausarbeiten: Worum geht es im „Vorspiel auf dem Theater“? 3. Statements vortragen https://www.youtube.com/watch?v=NGu3MOSrntQ#t=12

5 Prolog im Himmel 1. Vorlesen 2. Welches Menschenbild haben Gott bzw. Mephisto? 3. Die Wette: Einsatz? Worum geht’s? Warum glauben beide, dass sie gewinnen werden?

6 Namepwd MahmoudG3EMahMah MilenaG3EMilMil StefanieG3ESteSte SimonG3ESimSim JureG3EJurJur JonasG3EJonJon MerveG3EMerMer LuanaG3ELuaLua ModestG3EModMod TobiasG3ETobTob JoyG3EJoyJoy ZgjimG3EZgjZgj AlishaG3EAliAli DominicG3EDomDom LauraG3ELauLau GiadaG3EGiaGia MariekeG3EMarMar SabrinaG3ESabSab StephanieG3ESteSte JanisG3EJanJan RemoG3ERemRem SalomeG3ESalSal 1. Anmelden (oben rechts) Benutzername und Passwort siehe Liste links ( Merken! ) 2. Eigene Seite erstellen „Pages and Files“ + Eigener Name als Seitenname Tag: SchülerInnen 3. „Die Wette im Prolog“ schreiben und als Überschrift ( Heading 1 ) formatieren faustG3E.wikispaces.com

7 Auftrag (Einzelarbeit, auf Basis der Notizen von Mi.) Beschreiben sie die Wette, die der Herr und Mephistopheles im „Prolog im Himmel“ eingehen. Belegen sie wichtige Punkte mit direkten oder indirekten Zitaten (Versangabe genügt) Rahmen: ca. 15 Min., ca. 10 Sätze

8 Auftrag (Einzelarbeit) Überschrift: Charakterisierung Faust Beschreiben sie den Charakter des Protagonisten Heinrich Faust, belegen sie am Text (Prolog & Nacht) Rahmen: ca. 15 Min., ca. 10 Sätze DirektIndirekt ÄussereInnere Charakterisierung

9 Erwartungen Vorbedingungen sind geklärt: Absicht/Vorüberlegungen des Autors (Vorspiel) Die Wette (Prolog) Der Protagonist (Nacht) Und jetzt? Wie könnte es weiter gehen?

10 NamepwdSzene MahmoudG3EMahMahVor dem Tor MilenaG3EMilMilStudierzimmer 1 StefanieG3ESteSteStudierzimmer 2 SimonG3ESimSimAuerbachs Keller JureG3EJurJurHexenküche JonasG3EJonJonStrasse 1 MerveG3EMerMerAbend LuanaG3ELuaLuaSpaziergang ModestG3EModModDer Nachbarin Haus TobiasG3ETobTobStrasse 2 JoyG3EJoyJoyGarten ZgjimG3EZgjZgjGartenhäuschen AlishaG3EAliAliWald und Höhle DominicG3EDomDomGretchens Stube LauraG3ELauLauMarthens Garten GiadaG3EGiaGiaAm Brunnen MariekeG3EMarMarZwinger SabrinaG3ESabSabNacht StephanieG3ESteSteDom JanisG3EJanJanWalpurgisnacht RemoG3ERemRemTrüber Tag Feld SalomeG3ESalSalKerker Hausaufgaben: Szene „Nacht“ lesen (bis Fr.) Bis „Strasse I“ lesen (nä. Mi.) Rest lesen (bis nächsten Fr.) Notizen! Z.b. auffälliges, unverständliches, wichtiges,... Jede(r) fasst eine Szene knapp zusammen (s. links) und sucht 1 bis 3 aussagekräftige Textstellen heraus  eintragen auf WIKI: faustG3E.wikispaces.com/ Handlung

11 Gestaltung der Sprache in Goethes Faust Und, wenn es noch Probleme genug enthält, keineswegs jede Aufklärung darbietet, so wird es doch denjenigen erfreuen, der sich auf Miene, Wink und leise Hindeutung versteht. Er wird sogar mehr finden, als ich geben konnte. Goethe, An S. Boisserée,

12 Sprache im Faust Einige hatten angemerkt, dass es uns etwas Mühe kostet, die 200 Jahre alte Sprache in Goethes „Faust“ zu verstehen. Eine Wertung ist ihnen selbstverständlich vorbehalten, aber: Sie sollten in der Lage sein, die sprachlichen Besonderheiten genau zu beschreiben Sie sollten sich überlegt haben, wieso der Autor zu diesen sprachlichen Mitteln greift

13 Reprise Woran erinnern sie sich noch? Metrum Reimschema Kadenz typische Strophenformen...

14 Begriffe zur Beschreibung Versfüsse (Kombination betonter & unbetonter Silben) Jambus U - Trochäus - U Daktylus - U U Anapäst U U - Vers/Verszeile (Kombination von Versfüssen) meist charakterisiert durch die Anzahl der Hebungen Kadenz (Abschluss eines Verses) männlich (stumpf, betont) weiblich (klingend, unbetont)

15 Begriffe zur Beschreibung Endreime Paarreim (aabb...) Kreuzreim (abab) Umarmender Reim (abba) Strophe (Gruppierung mehrerer Verse) folgt oft einem Reimschema beinhaltet meist Verse mit ähnlichem Rhythmus

16 Prolog im Himmel Gruppe 1: vier Zeilen ab 267 Gruppe 2: vier Zeilen ab 275 Gruppe 3: vier Zeilen ab 279 Gruppe 4: vier Zeilen ab Markieren Sie Hebungen und Senkungen (betonte und unbetonte Silben) über dem Text 2. Notieren Sie das Reimschema

17 Klassische Vers- & Strophenformen Madrigalvers: urspru ̈ nglich ein italienisches Scha ̈ fergedicht, seit dem 17. Jhdt. in Deutschland verbreitet. Madrigalverse haben innerhalb eines Gedichts verschiedene Hebungszahlen, meist alternierendes Metrum (Jamben oder Trochäen). Das Reimschema ist oft variabel und kann Waisen enthalten. Knittelvers : Vierhebiger, paarweise gereimter deutscher Vers, mit oft unregelma ̈ ßiger Fu ̈ llung der Senkungen (Hauptvers der dt. Dichtung des 15. u. 16. Jhdts ) Freie Rhythmen : Metrisch ungebundene und reimlose, doch spürbar rhythmisch bewegte Verse unterschiedlicher Länge, meist 3 – 4 Hebungen (eingeführt von Goethe und Klopstock). Liedstrophe : sangbare, strophig gegliederte, gereimte Kurzform. Regelmässiges Metrum, 4-hebig, alternierend. Prosa : ungebundene Rede, weder in Verse noch in feste Rhythmen eingegossen. Alexandriner : sechshebige Jambenzeile mit Za ̈ sur nach der dritten Hebung Stanzen : Achtreim. Hat im Deutschen acht Zeilen aus fu ̈ nfhebigen Jamben bei strenger Reimbindung und wechselndem ma ̈ nnlichen und weiblichen Versschluss nach dem Schema ab ab ab cc; der zweiteilige Bau mit zwei Terzinen und einem Reimpaar la ̈ sst die beiden Schlusszeilen als steigende und spannungslo ̈ sende Zusammenfassung erscheinen.

18 Ermitteln Sie Versmass und Reimschema. Passt das zu einer der klassischen Formen? „ Ihr naht euch wieder,...“ „ Habe nun, ach!...“ „ Und fragst du noch...“ „ Nun gut wer bist du denn?...“ „ Bescheidne Wahrheit...“ „ Drinnen gefangen ist...“ „ Ich bin des trocknen...“ „ Meine Ruh ist hin...“ (Partnerarbeit)

19 Kurze Vorstellung der Ergebnisse Erklären Sie knapp, wo im Text wir uns befinden und lesen Sie die ersten (ca. 4) Verse vor Anzahl der Hebungen? Reimschema? Entspricht das einer der klassischen Strophenformen? Gibt es Abweichungen? Hausaufgabe: Ergebnisse Hochladen

20 Häufige Versformen im Faust: Madrigalvers: Mephisto fast immer Die meisten Dialoge Knittelvers: Faust zu Beginn Gretchen zu Beginn Schüler, Marthe und die „einfachen Leute“ Freie Rhythmen: Geisterchöre, der Erdgeist, Beschwörungen Fausts Antwort auf die Gretchenfrage Besonderheiten: Stanzen in der Zueignung (1 ff.) Prosa in „Trüber Tag, Feld“ (4399 ff.) Lieder, z.B. Gretchen über den König von Thule (2759 ff.) Blankvers in „Wald und Höhle“ (3217 ff.) Warum setzt Goethe diese verschiedenen sprachlichen Mittel ein?

21 Goethe über den Faust I „Ein sehr sonderbarer Fall erscheint dabei: einige tragische Szenen waren in Prosa geschrieben, sie sind durch ihre Natürlichkeit und Stärke im Verhältnis gegen das andere ganz unerträglich. Ich suche sie deswegen gegenwärtig in Reime zu bringen...“ Brief von Goethe an Schiller, 5. Mai 1798

22 Merkverse Schreiben sie einen Madrigalvers (mind. 2 Verszeilen) in dem das Wort „Madrigal“ oder „Madrigalvers“ vorkommt Schreiben sie einen Knittelvers (mind. 2 Verszeilen) in dem das Wort „Knittel“ oder „Knittelvers“ vorkommt Schreiben sie eine Strophe in freiem Rhythmus (mind. 4 Verszeilen) in dem der Begriff „freier Rhythmus“ (o.ä.) vorkommt Suchen sie sich eine der drei Aufgaben aus und stellen sie Ihren Merkvers auf das Wiki

23 NameErledigt?Szene MahmoudG3EVor dem Tor MilenaG3EjaStudierzimmer 1 StefanieG3EjaStudierzimmer 2 SimonG3EAuerbachs Keller JureG3EjaHexenküche JonasG3EjaStrasse 1 MerveG3EjaAbend LuanaG3EjaSpaziergang ModestG3EjaDer Nachbarin Haus TobiasG3EjaStrasse 2 JoyG3EjaGarten ZgjimG3EjaGartenhäuschen AlishaG3EWald und Höhle DominicG3EGretchens Stube LauraG3EjaMarthens Garten GiadaG3EAm Brunnen MariekeG3EjaZwinger SabrinaG3EjaNacht StephanieG3EjaDom JanisG3EjaWalpurgisnacht RemoG3EjaTrüber Tag Feld SalomeG3EKerker Hausaufgaben: Szene „Nacht“ lesen (bis Fr.) Bis „Strasse I“ lesen (nä. Mi.) Rest lesen (bis nächsten Fr.) Notizen! Z.b. auffälliges, unverständliches, wichtiges,... Jede(r) fasst eine Szene knapp zusammen (s. links) und sucht 1 bis 3 aussagekräftige Textstellen heraus  eintragen auf WIKI: faustG3E.wikispaces.com/ Handlung

24 Erster Eindruck

25 Der persönliche Zugang: Was nervt oder irritiert mich am „Faust“? Was freut oder interessiert mich am „Faust“? Was ist mir sonst noch aufgefallen am „Faust“? Beantworten sie diese drei Fragen auf ihrer Seite auf dem Wiki

26  Themen/Motive im „Faust“

27 Der inhaltliche Zugang: Wie lässt sich die Handlung in groben Zügen zusammenfassen? Die perfekte Zusammenfassung: Auch ziemlich gut: https://www.youtube.com/watch?v=rbqGfrJKnEY https://www.youtube.com/watch?v=rbqGfrJKnEY Schreiben sie einen möglichen Klappentext (5-10 Sätze, vielleicht auch Verse?) und laden sie ihn auf ihre Wiki- Seite.

28 Aufgabe: Machen sie eine interessante Aussage zu Faust I Stellen sie eine Frage zu Faust I, deren Antwort sie interessieren würde

29

30 Textarbeit zu Ende führen Was haben sie (anhand der Fragen) interessantes herausgefunden (zu den einzelnen Szenen)?

31 Gretchen

32 Warum spricht man von der "Gretchentragödie"? Passt der Aufbau? Fallhöhe? 3 Einheiten?Katharsis? Ist Gretchens Schicksal im klassischen Sinne tragisch ? Eher ein Bürgerliches Trauerspiel? (vgl. „Emmilia Galotti“)

33 Ist Gretchen schuldig? Welche Haltung bzgl. Gretchens Schuld transportiert der Text? „Sie ist gerichtet!“ „Ist gerettet!“ (V. 4611)

34 Der Name vermutlich der Name des ersten Schwarms des damals 15-jährigen Goethe die Heilige Margarethe/Margarita wurde eingekerkert (wegen ihrer Schönheit oder ihres Glaubens) und schließlich hingerichtet. Gilt manchen als Schutzheilige für Schwangerschaft und Geburt (!) Susana Margaretha Brandt war der Name der Magd, die 1772 in Frankfurt (wo Goethe damals Anwalt war) wegen Kindsmords hingerichtet wurde

35 Ist Gretchen (unschuldig) schuldig? Welche Haltung bzgl. Gretchens Schuld transportiert der Text? „Sie ist gerichtet!“ „Ist gerettet!“ (V. 4611) Wenn sie der Richter wären – wie würden sie entscheiden? Wie hat Goethe später in der Realität entschieden?

36 Interpretationsverfahren 1. Werkimmanentes Verfahren 2. Intertextuelles Verfahren 3. Biografisches Verfahren 4. Textgenetisches Verfahren 5. Rezeptionsästhetisches Verfahren 6. Rezeptionsgeschichtliches Verfahren 7. Literatursoziologisches Verfahren 8. Gender Verfahren (Feministisches Verfahren) 9. Psychoanalytisches Verfahren 1. Leseerfahrung Verstehenshorizont Beschreibung Deutung Wertung

37 Hintergründe Auf dem WIKI, unter „Dokumente“ KindsmordSusannaMargarethaBrandt.docx (Mahmoud) DerFallJohannaHöhn.pdf ODER GoetheUndSeineOpfer.pdf Drei Dokumente zum Fauststoff Ändern diese Informationen zu Autor und Entstehung des Textes ihr Verständnis des Kindsmord-Motivs im Faust I?

38 Mehr Fragen zu Gretchen Wie wird der Beginn der Gretchentragödie vorbereitet? Warum die Lieder? Welche Bedeutung kommt Gretchens Duft zu? Worum geht es bei der Gretchenfrage? Wieso ändert sich der Name? Margarethe  Gretchen  Margarethe Welche Rolle spielt Gretchens Bruder Valentin?

39 Eine These ist... Eine interessante Aussage zum Text (oder Teilaspekten) Eine interessante Antwort auf eine Frage zum Text nicht evident nicht spekulativ (muss belegbar sein) nicht spekulativ (muss belegbar sein) prägnant formuliert

40 Wie entstehen (gute) Thesen? 1. Fragen stellen, Auffälliges sammeln Wieso verhält sich X so? Was ist die Funktion dieser Szene? Wofür steht dieses Symbol? Wieso taucht dieses Motiv wiederholt auf? Warum ändert sich das Reimschema? 2. Tiefer bohren Am Text arbeiten (Was genau steht da? Wie ist es formal gemacht?) Zusatzinformationen einholen (z.B. zu Autor, Epoche, Motiv,...) Zusammenhänge herstellen, Sichtweisen ausprobieren 3. Ergebnisse sichten und als These(n) formulieren These beurteilen (ist das wirklich eine interessante Aussage?) Sich neu ergebende Fragen weiter verfolgen...  Schritt 1

41 Vorgehen Interpretation 1. Leseerfahrung Verstehenshorizont sprachlich kulturell geschichtlich Beschreibung Inhalt Form Deutung Hypothese Inhalt & Form Wertung Auffälligkeiten beschreiben (Struktur, Sprache, Symbole, Handlung,...) Auffälligkeiten beschreiben (Struktur, Sprache, Symbole, Handlung,...) Auffälligkeiten analysieren (Wirkung? Absicht? Inhalt Form?) Auffälligkeiten analysieren (Wirkung? Absicht? Inhalt Form?) Deutungshypothese verfeinern (Gesamteindruck oder –aussage?) Deutungshypothese verfeinern (Gesamteindruck oder –aussage?) ausformulieren Informationen, Inhaltsangabe Deutungshypothese Einleitung Analyse/Deutung wichtiger Auffälligkeiten Argumentation (Form Inhalt) Hauptteil Gesamtdeutung (Bezug zu Argumentation) ggf. Wertung Schluss

42 Titel des Stücks, Name des Autors, Erscheinungsjahr Textsorte (z.B. Drama, Tragödie,...) Wichtige Themen (z.B. es geht um Liebe, Beziehung, Moral, usw.) Zeitliche Einordnung ( → Literaturepochen) Knappe Beschreibung des relevanten Inhalts (Handlung, Figuren,...) Interpretation (Antwort) knapp erwähnen ( → Deutungshypothese) Titel des Stücks, Name des Autors, Erscheinungsjahr Textsorte (z.B. Drama, Tragödie,...) Wichtige Themen (z.B. es geht um Liebe, Beziehung, Moral, usw.) Zeitliche Einordnung ( → Literaturepochen) Knappe Beschreibung des relevanten Inhalts (Handlung, Figuren,...) Interpretation (Antwort) knapp erwähnen ( → Deutungshypothese) Deutung prägnant zusammenfassen (=Antwort/Interpretation) Gibt es noch offene Fragen, die das Stück nicht beantwortet? Was ist ihre Meinung? (Wertung) Deutung prägnant zusammenfassen (=Antwort/Interpretation) Gibt es noch offene Fragen, die das Stück nicht beantwortet? Was ist ihre Meinung? (Wertung) Einleitung Schluss Welche inhaltlichen und formellen Auffälligkeiten tragen etwas zur Deutung bei? Wichtige Argumente am Text belegen! (ggf. Textstellen knapp situieren) Argumente sinnvoll strukturieren: Welche inhaltlichen und formellen Auffälligkeiten tragen etwas zur Deutung bei? Wichtige Argumente am Text belegen! (ggf. Textstellen knapp situieren) Argumente sinnvoll strukturieren: Argumentation Hauptteil Gegeben: Frage zum Textverständnis  Antwort = Interpretation

43 Erörterungsthemen zu Gretchen Inwiefern ist es gerechtfertigt, von „Gretchentragödie“ zu sprechen? Inwiefern ist Gretchen schuldig / eine tragische Figur? Welche Haltung zum Thema Kindsmord vermittelt „Faust I“? Wie verändert sich die Figur des Gretchen im Verlauf der Handlung? Welche Rolle spielt die Liebe in der Gretchenhandlung? Welchen Anteil haben Kirche und Gesellschaft an Gretchens Schicksal? Welches Frauenbild vermittelt die Gretchenfigur? Inwiefern sind Gretchen und Mephisto Antagonisten?

44 Kurzinterpretation Gretchen (Eines der Erörterungsthemen oder sehr ähnlich) Nächsten Mittwoch, 60 min Struktur skizzieren  ausformulieren (ca. 3-4 Seiten) Text mitbringen! Max 2 Seiten Notizen (handgeschrieben, Stichworte) Beurteilungskriterien s. Wiki (unter Dokumente) Gute Vorbereitung (s. Wiki unter Dokumente): Goethe-Margaretenhandlung-Faust-I.pdf (Sekundärliterartur)

45 Gretchen in Adjektiven gläubig streng mörderisch unschuldig jung schön naiv arm hübsch attraktiv ängstlich traditionell

46 Gretchenfrage (V. 3415) Worum geht es denn eigentlich? Definition „Gretchenfrage“ (Wikipedia) Als Gretchenfrage bezeichnet man eine direkte, an den Kern eines Problems gehende Frage, die die wahren Absichten des Gefragten entlarven soll. Sie ist dem Gefragten meistens unangenehm, da sie eine Bekenntnis verlangt, um das dieser sich bisher herumgedrückt hat.

47 Gretchens Gefühle In drei Liedern kommen Gretchens Gefühle zum Protagonisten Faust in verschiedenen Stadien des Dramas zum Ausdruck: 1. „König in Thule“ (V ) 2. „Meine Ruh ist hin“ (V )Meine Ruh ist hin 3. „Ach neige, du Schmerzenreiche“ (V ) Lesen sie das Lied durch und fassen Sie zusammen, welchen Gefühlszustand Gretchens es transportiert.

48 Wie verläuft das nun folgende Gespräch? Stellen Sie sich vor: Johan F. war einst ihr bester Freund. Schon immer war er wissbegierig und an allem interessiert; ständig versuchte er, Sie in Diskussionen über den Sinn des Lebens, die ästhetische Zumutung der Farbe Lila, oder die Widersprüchlichkeit der Quantenmechanik zu verwickeln. Vor ein paar Jahren jedoch fing sein Ton an sich zu ändern, er erschien ihnen immer negativer, manchmal geradezu depressiv, und Sie sahen ihn immer seltener. Scheinbar entwickelte er in dieser Zeit auch ein Interesse für Esoterik, es kam ihnen zu Ohren dass er sich mit zwielichtigen Gestalten auf seltsamen Partys herumtrieb, von okkulten Ritualen war die Rede... Später lesen Sie diesen Artikel in der Zeitung, in dem es um ein junges, ein sehr junges Mädchen geht, die zunächst ihren Säugling und dann sich selbst tötete. Der Bericht erwähnt auch die Hintergründe der Tat, angeblich hatte der Vater des Kindes die junge Mutter sitzen gelassen nachdem er sie verführt, geschwängert, und den Tod ihres Bruders und ihrer Mutter verursacht hatte. Das Schlimme daran ist: die Beschreibung des Missetäters passt genau auf ihren Freund Johan F. Nur Tage später treffen Sie ihn auf der Strasse. Partnerarbeit ca. 10 min

49 Fast ein Knittelvers Faust der alte Sack, hat sich angelegt mit Teufelspack. Jung und schön so soll er werden, stürzt er jedoch ins Verderben. Lügen, sünden und betrügen, kann er jetzt wohl zu genügen. Was aus ihm wird das lese hier, Goethe bracht es aufs Papier.

50 Ein Knittelvers Doktor Faust der alte Sack, hat sich angelegt mit Teufelspack. Jung und schön so soll er werden, stürzt er sich jedoch ins Verderben. Lügen, sünden und betrügen, kann er jetzt wohl zu genügen. Was aus ihm wird das lese hier, Goethe bracht es aufs Papier.

51 Literatur & Kultur Ein literarisches Werk steht nie für sich alleine Es greift existierende Gedanken, Motive, Geschichten, Gestaltungsmerkmale auf und hat oft Auswirkungen auf spätere Werke, Erzeugnisse, Diskussionen, Denkweisen. Insgesamt ergibt sich daraus Kultur(-geschichte) = Austausch & Weiterentwicklung von Ideen über die Zeit Manche Anthropologen argumentieren, es sei die Kultur, die uns von Tieren unterscheidet.

52 Interpretationsverfahren 1. Werkimmanentes Verfahren 2. Intertextuelles Verfahren 3. Biografisches Verfahren 4. Textgenetisches Verfahren 5. Rezeptionsästhetisches Verfahren 6. Rezeptionsgeschichtliches Verfahren 7. Literatursoziologisches Verfahren 8. Gender Verfahren (Feministisches Verfahren) 9. Psychoanalytisches Verfahren 1. Leseerfahrung Verstehenshorizont Beschreibung Deutung Wertung

53 Motivgeschichte... mehrere hundert spätere Werke beschäftigen sich mit dem Motiv

54 Faust-Challenge: Googeln sie Zitate aus dem Faust I Phrasensuche (Anführungszeichen), mind. 4 Worte Notieren sie die besten (Zitat + Treffer) Wer findet das Zitat mit den meisten Treffern? In welchen (interessanten oder abstrusen) Kontexten finden sie Bezüge zu Faust? z.B. Firmen- oder Produktnamen, Reden, Lieder, Witze, Aphorismen, Bilder, Werbung,... Die besten notieren (Zitat + URL + Beschreibung)

55 Interpretationsverfahren 1. Werkimmanentes Verfahren 2. Intertextuelles Verfahren 3. Biografisches Verfahren 4. Textgenetisches Verfahren 5. Rezeptionsästhetisches Verfahren 6. Rezeptionsgeschichtliches Verfahren 7. Literatursoziologisches Verfahren 8. Gender Verfahren (Feministisches Verfahren) 9. Psychoanalytisches Verfahren 1. Leseerfahrung Verstehenshorizont Beschreibung Deutung Wertung

56 Einzelarbeit (ca. 25 min) Informieren Sie sich über Goethes Leben und die Entstehung seines Faust Benutzen Sie die Goethe-Biographie auf dem Wiki und das Internet (nicht nur Wikipedia, bitte) 3 Gruppen, Schwerpunkt auf drei Lebensabschnitte Formulieren Sie die bedeutendsten Ereignisse in Goethes Leben als Schlagzeilen oder Kurznachrichten heutiger Medien (in Word) Stellen Sie die Ergebnisse auf das Wiki

57 JoWoG und die Neue (Neue Revue, November 1788) Kaum zurück aus Italien, wurde JoWoG am frühen Samstag morgen mit einer noch nicht identifizierten Frau beobachtet. Fest steht jedoch, dass besagte Frau dem Alter nach seine Tochter sein könnte und noch nie zuvor in den besseren Kreisen Weimars gesehen wurde. Ach JoWoG, was hast du da für Sitten mitgebracht? Lesen sie den kompletten Bericht, sowie ein brisantes Interview mit JoWoGs Ex, Charlotte von Stein, auf Seite 4. G. setzt sich ab! (Blick am Abend, September 1786) Nicht genug, dass sich der bekannte Höfling Johann G. zunächst das Vertrauen der Herzogin Mutter und später sogar einen Sitz im Consilium erschlich (BaM berichtete), seit Anfang der Woche scheint er ausserdem spurlos verschwunden zu sein. Gerüchten aus des Herzogs Umfeld zufolge hat sich der werte Herr G. ins Ausland abgesetzt - unter voller Beibehaltung der Bezüge, versteht sich... Eine schillernde Freundschaft (Feuilleton der NZZ, Oktober 1794) Der hoch geschätzte Autor, Forscher und Politiker Johann Wolfgang von Goethe soll sich seit Sommer diesen Jahres in intensivem Briefkontakt mit dem 10 Jahre jüngeren Friedrich Schiller, Geschichtsprofessor an der Universität Jena, befinden. Ging es zu Beginn noch in der Hauptsache um Goethes Beteiligung an Schillers Zeitschriftenprojekt „Die Horen“, so scheint sich inzwischen eine intensive Zusammenarbeit auch bei anderen Projekten ergeben zu haben. In literarischen Kreisen wird vermutet, es könne unter anderem um eine Überarbeitung von Goethes Faust gehen. Hierbei handelt es sich um ein frühes Stück des ansonsten so talentierten Dichters, welches wir bisher unter der Kategorie „Jugendsünden“ abgelegt hatten und das, sollte es tatsächlich noch einmal aus dem Schrank hervorgeholt werden, einer gründlichen Überarbeitung tatsächlich dringendst bedarf... ++Eilmeldung++ (Newsticker, 22. März 1832) J. W. Goethe im Alter von 81 Jahren verstorben, vermutlich an Herzinfarkt. Beisetzung Sonntag Abend im Kreise der Familie. Werther-Fieber ungebrochen, Goethe weist Verantwortung für weitere Suizide von sich (20 Minuten, Juli 1775)

58 Diskussion Wie kann uns das Hintergrundwissen über Goethes Biographie und die Entstehung des Faust helfen, das Werk (Faust) zu verstehen? Welche Thesen könnte man formulieren? Welche weiteren Informationen könnten ebenfalls hilfreich sein?

59 Epochen: Überblick Hausaufgabe: Lesen sie die Überblickstafeln zu den Epochen (DaG4, S. J. W. Goethe

60 Diskussion Wie kann uns das Hintergrundwissen über Goethes Biographie und die Entstehung des Faust helfen, das Werk (Faust) zu verstehen? Welche weiteren Informationen könnten ebenfalls hilfreich sein? Ja, Ja, Kind! Da habe ich viel hineingeheimnist... Goethe über den Faust, zu Jenny v. Pappenheim, letzte Lebensjahre, 1831

61 Heimarbeit Jenny von Pappenheim geht mit dem inzwischen 80- jährigen Goethe spazieren. Sie hat gerade den Faust gelesen und fragt Goethe: „Ich weiss, du hast da viel hineingeheimnist, aber jetzt mal ehrlich: Warum benutzt du so viele verschieden Reim- und Versformen im Faust I?“ Formulieren Sie Goethes Antwort (mind. ¼ Seite) und stellen Sie sie aufs Wiki (unter „Wozu die Verse?“, und schreiben Sie bitte ihren Namen dazu)

62 Goethes Leben & Faust Goethe, An Zelter,

63 (literaturgeschichtliche) Epochen Was ist eine Epoche? Was sind Merkmale einer Epoche? Warum beschäftigen wir uns überhaupt mit Epochen? Und was hat das mit „Faust“ zu tun?

64 Ordnung schafft Überblick

65 Fortpflanzung Fortbewegung Die Frage ist natürlich: nach welchen Kriterien/Merkmalen wird geordnet? wo (und warum) ziehen wir die Grenzen? Grösse? Ernährung? Gene?

66 Warum Literatur (ein-)ordnen? Überblick gewinnen Besonderheiten entdecken Vergleichen können (geschichtliche) Hintergründe einbeziehen Allgemeine Tendenzen & Haltungen herauslesen Epochenbegriff Hilft, einzelne Werke besser zu verstehen ergibt sich aus den Gemeinsamkeiten vieler Werke

67 Epochenmerkmale Zeitraum, geografische Verbreitung (Wann & Wo) Gesellschaftliche Gegebenheiten & Spannungen Lebensumstände, Lebensgefühl Politische Zustände oder Veränderungen Themen, Ansichten, Kontroversen Welt- und Menschenbild Vorbilder, Ziele und Leitgedanken vorherrschende Medien, Gattungen und Formen wichtige Autoren und Werke

68 Epochen: Überblick J. W. Goethe Entstehung Faust I & II Der historische Faust Faust = der moderne Mensch?

69 Faust ein kompliziertes Stück Lasst uns auch so ein Schauspiel geben! Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt, Und wo ihr’s packt, da ist’s interessant. In bunten Bildern wenig Klarheit, Viel Irrtum und ein Fünkchen Wahrheit, So wird der beste Trank gebraut, Der alle Welt erquickt und auferbaut. Dann sammelt sich der Jugend schönste Blüte Vor eurem Spiel und lauscht der Offenbarung, Dann sauget jedes zärtliche Gemüte Aus eurem Werk sich melanchol’sche Nahrung, Dann wird bald dies, bald jenes aufgeregt Ein jeder sieht, was er im Herzen trägt. (V. 166ff.)

70 Epochen: Überblick „Faust“ ist kein typisches Stück für seine Epoche(n) Vielleicht ist es so erfolgreich, weil es grosse Fragen verschiedener Epochen aufgreift und vorwegnimmt J. W. Goethe Entstehung Faust I & II Der historische Faust Faust = der moderne Mensch?

71 Epochen: Überblick „Faust“ ist kein typisches Stück für seine Epoche(n) Vielleicht ist es so erfolgreich, weil es grosse Fragen verschiedener Epochen aufgreift und vorwegnimmt J. W. Goethe Entstehung Faust I & II Der historische Faust Faust = der moderne Mensch? Was wissen Sie über diese Epochen?

72 Was ist klassisch an Goethes Faust?

73 Fausts Charakter 1. Da steh' ich nun, ich armer Thor! Und bin so klug als wie zuvor; (V. 358f.) 2. Bilde mit nicht ein, was rechts zu wissen (V. 371) 3. Wo fass ich dich, unendliche Natur? (V. 455) 4. Hier bin ich Mensch, hier darf ich‘s sein (V. 940) 5. Was man nicht weiß das eben braucht man, und was man weiß kann man nicht brauchen (V. 1066f.) 6. Im Anfang war die Tat (V. 1237) 7. Nur rastlos betätigt sich der Mann (V. 1759) 8. Ergreif mein Herz, du süße Liebespein (V. 2689) 9. Gabst mit die herrliche Natur zum Königreich, Kraft, sie zu fühlen, zu genießen (V. 3220f.) Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust (V. 1112) Welche „zwei Seelen“ sind gemeint? (Und was daran ist „klassisch?)

74 Weimarer Klassik: Themen Stellung des Menschen zwischen Geist und Materie Bildung des Menschen zur „Menschheit“ (Humanität) durch Kunst und Dichtung Erhabene Gegenstände, bedeutsame Ereignisse, große Charaktere als Inhalt der Dichtung Literarische Technik Strenges Formideal (Ordnung im Aufbau, Harmonie der Teile, Beschränkung in den Mitteln) Drama: fünf-Akte-Schema, Orientierung an der Tradition, wohlgestaltete Sprache Griechische Literatur als Muster der Gestaltung, antikes Griechentum als Vorbild der Humanität (Harmonie zwischen Natur und Vernunft) Autoren Im Zusammenwirken von Goethe und Schiller entsteht die Weimarer Klassik Was ist „klassisch“ an Goethes Faust?

75 Fausts Charakter (meine Interpretation) gespalten (zwei Seelen...) strebend nach mehr (Wissen, Genuss,...) verzweifelt, weil er nicht an Befriedigung glaubt Streben nach Sinnesfreuden Welt Streben nach Erkenntnis Geist

76 Was ist „klassisch“ an Goethes Faust? gespalten (zwei Seelen, zwischen Geist und Materie) strebend nach mehr (Wissen, Genuss,...) verzweifelt, weil er nicht an Befriedigung glaubt Streben nach Sinnesfreuden Welt Streben nach Erkenntnis Geist Das stolze Licht, das nun der Mutter Nacht Den alten Rang, den Raum ihr streitig macht, Und doch gelingt's ihm nicht, da es, so viel es strebt, Verhaftet an den Körpern klebt. (V. 1351ff.)

77 Die Gelehrtentragödie

78 Paraphrasieren Sie die folgenden Textstellen: 1. V V V V Partnerarbeit ca. 10 min

79 Frage zu den Textstellen: 1. V : Weshalb ist Faust so verzweifelt? 2. V : Sind sie eher Wagners oder Faustens Meinung? 3. V Trifft diese „Universitätssatire“ auch heute noch zu? 4. V Trifft diese „Universitätssatire“ auch heute noch zu? Partnerarbeit ca. 5 min

80 Worum geht es in der Gelehrtentragödie? Der Gelehrte Faust personifiziert das menschliche Bedürfnis, die ihn umgebende Welt zu erklären Frei nach Douglas Adams: Er stellt die Frage nach „dem Leben, dem Universum und allem“ Wie aber sucht man nach Antworten auf eine solche Frage?

81 Faust, ein Renaissancegelehrter Faust lebte zeitgeschichtlich in der Epoche der so genannten Renaissance. Diese war gekennzeichnet durch religio ̈ se Umbru ̈ che wie die durch Martin Luther eingeleitete Reformation, philosophische Umwa ̈ lzungen wie den Humanismus (z.B. Macilius Ficinus; Erasmus von Rotterdam etc.), zahlreiche Entdeckungsreisen (z.B. durch Christoph Kolumbus, Amerigo Vespucci etc.) und Erfindungen (z.B. durch Leonardo da Vinci). Der historische Faust selbst war – legt man seine urkundlich belegten Ta ̈ tigkeiten zugrunde – ein Vertreter der sogenannten magischen Naturphilosophie (Paracelsus, Agrippa von Nettesheim etc.). Diese hat zwischen 1450 und 1650 mit zwei ma ̈ chtigen anderen geistigen »Lagern« um wissenschaftlichen und kulturellen Einfluss gerungen – scholastische Theologie und empirische Naturwissenschaft. Die magische Naturphilosophie ist in dieser Auseinandersetzung unterlegen – nicht unbedingt, weil ihre Methoden oder Erfolge z.B. auf dem Gebiet der Heilkunst schlechter waren, sondern vor allem, weil sie in ihren Ansa ̈ tzen den materiell-physischen und den geistig-metaphysischen Bereich verbunden hat und damit Theologie und Naturwissenschaft gleichermaßen herausforderte.

82 Paradigmenkonflikt in der Renaissance: Wie erklärt man, was die Welt im Innersten zusammenhält? Religion (Theologie/Scholastik) Empirische Wissenschaften Mystische Naturphilosophie (Magie/Alchemie/Mysti k/Kabbala/etc.)

83 Weltbilder im Vergleich Religion Empirische Wissenschaften Mystische Naturphilosophie Wer oder was bestimmt, ob ein schwerkranker Mensch wieder gesund wird? Was kann getan werden, um die Chancen auf Genesung zu verbessern?

84 Hexeneinmaleins Du mußt verstehn! Aus Eins mach' Zehn, Und Zwei laß gehn, Und Drei mach' gleich, So bist du reich. Verlier' die Vier! Aus Fu ̈ nf und Sechs, So sagt die Hex', Mach' Sieben und Acht, So ist's vollbracht: Und Neun ist Eins, Und Zehn ist keins. Das ist das Hexen-Einmal-Eins! Kabbala im „Faust“ Aber ist das ernst gemeint oder ironisch? Kabbala im „Faust“ Aber ist das ernst gemeint oder ironisch? Mehrere Interpretationsversuche finden sich auf dem WIKI

85 Weltbilder im Vergleich Religion Empirische Wissenschaften Mystische Naturphilosophie Welches Weltbild vertritt der historische Faust? (Renaissance) Welches Weltbild vertritt Goethes Faust? (Klassik) Welches Weltbild hatte Goethe? Welches Weltbild herrscht heutzutage vor? Welches Weltbild haben Sie?

86 Depth of processing Craik & Tulving, Journal of Experimental Psychology : General, 1975 Case : Is this word written in upper case letters? Rhyme : Does this word rhyme with „log“? Semantic : Does this word fit into the sentence: „The ___ was chasing the cat“ ?

87 Rahmenhandlung Prolog im Himmel Mephistopheles und der Herr haben offenbar unterschiedliche Auffassungen vom Menschen und besonders von Faust. Legen Sie eine Tabelle an und sammeln Sie alle Aussagen, den Menschen (bzw. Faust) betreffend, geordnet nach Mephisto und dem Herrn: Formulieren Sie kurz, was für ein Menschenbild die beiden Kontrahenten haben! Menschenbild MephistosMenschenbild des Herrn

88 Epochen in Faust Streben nach Sinnesfreuden Welt Streben nach Erkenntnis Geist Religion Empirische Wissenschaften Mystische Naturphilosophie Klassik Renaissance

89 Rückmeldungen Probe + Thesen (Andeutung und Zusammenfassung) + grober Aufbau (Einleitung/Hauptteil/Schluss) + keine(r) schrieb „Buch“ – aber ist „Tragödie“ korrekt? - das/dass | „Titel“ | (V. 3252) | welche(r) - präzise, klare, unmissverständliche Formulierungen - Ordnung innerhalb des Hauptteils, Köhärenz - Einordnung in den Handlungszusammenhang

90 Eine Einleitung fu ̈ r alle (Klausur-)Fa ̈ lle! Mögliche Anfänge: Johann Wolfgang Goethes Drama „Faust" entstand in verschiedenen Lebensphasen.... Was ist der Mensch? Dies ist die große Frage, die... Das Theaterstück mit dem einfachen Titel „Faust" gilt als eines der wichtigsten Werke der deutschen Literatur. Als der junge Johann Wolfgang Goethe die ersten Szenen schrieb, war er... Die Figur des Doktor Faust, des sagenumwobenen Magiers und Alchemisten, hat ein langen Weg zuru ̈ ckgelegt, bevor sie in Goethes Drama die uns bekannte Gestalt erhielt.... „Faust” ist Johann Wolfgang von Goethes bedeutendstes Drama, der erste Teil wurde im Jahre... vero ̈ ffentlicht, dabei stu ̈ tzte sich Goethe auf eine Reihe von Einzelszenen, die er als junger Stu ̈ rmer und Dra ̈ nger verfasste und die heute unter dem Begriff „Urfaust” bekannt sind.

91 Textstellen situieren „Ordnen sie die Textstelle in den Handlungszusammenhang ein“ Es sollte klar werden Wie die Textstelle in die Gesamthandlung passt wohin in Text und/oder Handlung gehört sie? wer sind die beteiligten Personen? welches Thema/Motiv/Handlungsstrang ist wichtig? 2. Worum es in dieser Textstelle geht was passiert hier? welchen Zusammenhang hat das mit dem Rest der Handlung? ggf. Wichtigkeit oder Funktion dieser Textstelle erwähnen

92 Üben: Ordnen sie die Gretchenhandlung in den Handlungszusammenhang von „Faust I“ ein

93 Üben: „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn!“ Ordnen sie die obige Textstelle in den Handlungszusammenhang von „Faust I“ ein

94 Die Figur des Mephistopheles

95 Etymologie: ungeklärt Nahe liegt eine Herleitung aus dem Hebräischen, nämlich eine Verbindung der zwei Partizipien mephir (Zerstörer, Verderber) und tophel (Lügner). Die ältere Form Mephostophiles lässt sich mit griechisch me (nicht) und phosto ( entweder Licht oder Faust) deuten als „der das Licht/den Faust nicht liebt“. Mephistophiles könnte auf Latein mephitis (schädliche Ausdünstung der Erde) und Griechisch phílos (Liebe) zurückgehen („der den Gestank Liebende“).

96 Auftritt Mephistopheles V. 1334ff. Welche Abmachung treffen Faust und Mephisto? Haben sie es angestrichen? Ist nämlich wichtig. Tipp: S. 47/ Sätze, am Text belegen

97 Die Vorlagen der Wetten Gott  Mephisto...die Exposition meines Faust [hat] mit der des Hiob einige Ähnlichkeit, so ist das wiederum ganz recht, und ich bin deswegen eher zu loben als zu tadeln. Brief von Goethe an Eckermann, Mephisto  Faust Volksbuch „ Historia von D. Johann Fausten“ aus dem Jahr 1587, bzw. spätere Überarbeitungen, auch als Puppenspiel Wie weicht Goethe von der jeweiligen Vorlage ab?

98 Einzelarbeit (20 min) Vergleichen sie die jeweilige Vorlage mit der entsprechenden Wette in Goethes Faust Hiob  Prolog im Himmel „Historia...“  Studierzimmer II (ca ) Notieren sie sich in Stichworten, wie Goethe von der Vorlage abweicht Überlegen sie sich mögliche Gründe für diese Abweichungen

99 Partnerarbeit (10 min) Stellen Sie ihrem Partner ihre Ergebnisse aus der vorangegangenen Einzelarbeit vor Diskutieren sie die Besonderheiten der Goethe‘schen Versionen der Wetten Notieren sie interessante Punkte und Verständnisprobleme

100 Fragen zu den Wetten? Pakt oder Wette (Mephisto/Faust)? Was ist das für ein Gott, der sich auf eine solche Wette einlässt? Was genau müsste Faust tun, damit Gott gewinnt? Wie genau versucht Mephisto seine Wette(n) zu gewinnen?

101 Was also ist des Pudels Kern? Ist Mephisto der Teufel? Ist Mephisto böse? Ist Mephisto Gottes Gegenspieler oder Teil von Gottes Schöpfung? Was genau will Mephisto?

102 Könnte man in Mephisto auch einfach Fausts dunkle Seite sehen?

103 HERRMephistoFaustGretchen Wette Wette (oder Pakt?) Liebe/Schuld Glaube/Religion Figurenkonstellation

104 Fragen zu Fausts Charakter Wie viel von Goethes Persönlichkeit sehen Sie in Dr. Faust? Passt der Charakter des Dr. Faust besser in die Renaissance, in Goethes oder in die heutige Zeit? Was ist die Essenz, das Wichtigste an Fausts Charakter?

105 ergibt ca Treffer bei Google wird oft als Charakterisierung von Personen oder Projekten verwendet ist aber auch ein beliebtes Attribut für abstraktere Dinge wie z.B. die abendländische Kultur den Kapitalismus die moderne Wissenschaft faustisch [Adjektiv]

106 Definitionen „faustisch“ 1. nicht zur Ruhe kommend, rastlos, wissbegierig, aufklärerisch 2. Die Bezeichnung faustisch verwendet man für Menschen, die ihren Wissensdurst nicht löschen können, sich nie zufrieden geben und das Beste vom Leben zu leben wollen 3. Bezeichnet einen Charakter, der alles wissen und verstehen will, sich dafür einsetzt und nie aufgibt. Geht fast alle Angebote ein, um sein Ziel, zur Ruhe zu kommen, zu verwirklichen. 4. von Neugier erfüllt, vorwitzig, wissbegierig, schaulustig, erwartungsvoll, gespannt 5. unzufrieden mit der Gegenwart, nach Höherem strebend 6. getrieben von ständiger Unruhe und gleichzeitig von einer gewissen Unsicherheit 7. wissensdurstig, von Neugier erfüllt, nach dem Höchsten und Tiefsten für den Menschengeist strebend 8. Adjektiv zur Beschreibung eines Charakters, der gespalten ist: einerseits nach immer mehr strebt, andererseits Ruhe sucht und um beides zu erreichen viel einsetzt. 9. Nach Art des Dr. Faust, der den Charaktertypus des rastlos Tätigen, immer nach dem Höchsten und Tiefsten, was für den Menschengeist erreichbar ist, strebend vertritt und dem das drängende Suchen wertvoller als das Besitzen ist.

107 Was ist modern am Faust? Wieso gilt Faust vielen als der Prototyp des modernen Menschen? Warum beschäftigen sich immer noch so viele Menschen mit dem Faust? (siehe Google-Challenge) Ist das mit den Weltbildern inzwischen gelöst? Und die zwei Seelen? Streben als Imperativ unserer Zeit/Gesellschaft

108 Fausts Charakter nach Eysenck

109 Was ist „klassisch“ am Faust?

110 Epochen in Faust Streben nach Sinnesfreuden Welt Streben nach Erkenntnis Geist Religion Empirische Wissenschaften Mystische Naturphilosophie Klassik Renaissance Modern

111 Die umfassenden Fragen (Rahmenhandlung, Wetten, Motive) Wie gebraucht der Mensch seinen Verstand? Ist der Mensch gut oder böse? (inwiefern?) Auf welche Weise können/sollen wir die Welt besser verstehen? Ist Streben eine positive Eigenschaft? Wie geht die Wette aus?

112 Die Frage nach dem Sinn des Lebens: Existenzielles Problem der Menschheit oder Zeitverschwendung?

113 Faust der Weisheit letzter Schluss „Da kommen sie und fragen: welche Idee ich in meinem Faust zu verkörpern gesucht? - Als ob ich das selber wüßte und aussprechen könnte! - Vom Himmel durch die Welt zur Hölle, das wäre zur Not etwas, aber das ist keine Idee, sondern Gang der Handlung.“ Goethe, Brief an Eckermann,

114 Goethes Faust in Zitaten 1. Er nennts Vernunft und brauchts allein, Nur tierischer als jedes Tier zu sein. 2. Es irrt der Mensch, solang er strebt. 3. Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt. 4. Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor; 5. Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält 6. Und wenn Natur dich unterweist, Dann geht die Seelenkraft dir auf 7. Zufrieden jauchzet groß und klein, Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein! 8. Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, 9. Das also war des Pudels Kern! 10. Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will, und stets das Gute schafft. 11. Ich bin der Geist, der stets verneint! 12. Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, 13. Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, Mein Arm und Geleit Ihr anzutragen? 14. Du lieber Gott! Was so ein Mann Nicht alles, alles denken kann! 15. Mein Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich find sie nimmer Und nimmermehr. 16. Nun sag: Wie hast dus mit der Religion? 17. Heinrich! Mir graut‘s vor dir.

115 Was glänzt, ist für den Augenblick geboren; Das Echte bleibt der Nachwelt unverloren. 73 Er nennts Vernunft und brauchts allein, Nur tierischer als jedes Tier zu sein. 285 Es irrt der Mensch, solang er strebt. 317 Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt. 328 Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffen, Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Da steh ich nun, ich armer Tor! Und bin so klug als wie zuvor; 358 Daß ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält 382 Und wenn Natur dich unterweist, Dann geht die Seelenkraft dir auf 423 Zwar weiß ich viel, doch möcht ich alles wissen. 601 Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube 765 Zufrieden jauchzet groß und klein: Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein! 939 Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, 1112 Das also war des Pudels Kern! 1232 Im Anfang war die Tat! 1237 [Ich bin] ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will, und stets das Gute schafft Ich bin der Geist, der stets verneint! 1338 Bescheidne Wahrheit sprech ich dir. Wenn sich der Mensch, die kleine Narrenwelt, Gewöhnlich für ein Ganzes hält Ich bin zu alt, um nur zu spielen, Zu jung, um ohne jeden Wunsch zu sein Allwissend bin ich nicht; doch viel ist mir bewusst Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, Grau, teurer Freund, ist alle Theorie Du mußt verstehn! Aus Eins mach Zehn, Und Zwei laß gehen Mein schönes Fräulein, darf ich wagen, Mein Arm und Geleit Ihr anzutragen? 2605 Nach Golde drängt, Am Golde hängt Doch alles Du lieber Gott! Was so ein Mann Nicht alles, alles denken kann! 3211 Mein Ruh ist hin, Mein Herz ist schwer; Ich find sie nimmer Und nimmermehr Nun sag: Wie hast du's mit der Religion? 3415 Ach neige, Du Schmerzenreiche, Dein Antlitz gnädig meiner Not! 3587 Heinrich! Mir graut‘s vor dir. 4610

116 Faust: Aufbau Verstehen sie meinen Versuch einer Visualisierung?

117 Faust II verstehen „Um den Faust II habe ich das ganze Leben lang gerungen. Als 16jähriger habe ich ihn gelesen und nicht verstanden, als Germanistikstudent auch nicht. Ich wusste natürlich, dass Faust II ein großartiges Werk ist. Das wissen ja alle. Nur, was da drin steht, ist einem nicht helle geworden. Dann habe ich es als junger Theaterdirektor wieder versucht und wieder nichts verstanden. Und plötzlich, mit einem gewissen Alter, konnte ich es lesen.“ (Peter Stein)

118 "Die Masse könnt Ihr nur durch Masse zwingen." Für die Expo 2000 wurde der GESAMTE „Faust“ in einer 21 Stunden dauernden Vorstellung aufgeführt - inszeniert von Peter Stein

119 Und wie geht es jetzt aus?

120 Fausts Tod Am Ende eines langen und ereignisreichen Lebens, als ein blinder alter Mann, der sich der Ziel- und Nutzlosigkeit seines bisherigen Treibens sehr wohl bewusst ist ("Ich bin nur durch die Welt gerannt", V ), fasst Faust, schon am Grabe stehend, den Entschluss zu seiner letzten großen Tat, nämlich den Grund und Boden für eine glückliche Völkergemeinschaft zu schaffen. Es ist die Utopie einer Gemeinschaft von "kühn-emsigen Völkerschaften" (V ), beseelt von "Gemeindrang" (V ) und immer bereit, die gefährdete Freiheit täglich neu zu erobern. Die Verwirklichung seiner Utopie lässt er nun vor seinem inneren Auge vorbeiziehen, und bekennt glücklich: “Zum Augenblicke dürft‘ ich sagen: Verweile doch, du bist so schön!“ (V )

121 Die Wette im Prolog: Mephisto Der kleine Gott der Welt bleibt stets von gleichem Schlag, Und ist so wunderlich als wie am ersten Tag. Ein wenig besser wu ̈ rd' er leben, Ha ̈ tt'st du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; Er nennt's Vernunft und braucht's allein, Nur thierischer als jedes Tier zu sein. Der Herr Nun gut, es sei dir u ̈ berlassen! Zieh diesen Geist von seinem Urquell ab, Und fu ̈ hr' ihn, kannst du ihn erfassen, Auf deinem Wege mit herab, Und steh bescha ̈ mt, wenn du bekennen mußt: Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange Ist sich des rechten Weges wohl bewußt.

122 Wie weiter? Stellen Sie sich vor, im Anschluss an den Tod des Protagonisten fände die Gesamtfassung des Faust (I & II) ihren Abschluss in einer Szene, die dem Prolog im Himmel ähnelt, nur dass es diesmal um den Ausgang der Wette zwischen Mephisto und dem Herrn geht. Einigen Sie sich zunächst innerhalb ihrer Gruppe, wer ihrer Meinung nach die Wette gewonnen hat (und warum). Gestalten Sie dann einen kurzen Dialog (ca. ½ Seite) zwischen Mephisto und dem Herrn, in dem ihr Vorschlag für das Ende des Dramas, bzw. den Ausgang der Wette, zum Ausdruck kommt. Gruppenarbeit ca. 10 min

123 Goethes Version: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“ (V ) Was halten Sie von diesem Schluss? Was sagt er aus über Goethes Menschenbild? Hätte ein Gericht auch so geurteilt?

124 Am Anfang war die Tat! (V. 1237) Das ist der Weisheit letzter Schluss: Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, Der täglich sie erobern muss. Faust II, Vers ff. Des Menschen Tätigkeit kann allzuleicht erschlaffen, Er liebt sich bald die unbedingte Ruh; Drum geb ich gern ihm den Gesellen zu, Der reizt und wirkt und muß als Teufel schaffen. Faust I, Vers 340 ff.

125 Goethe über das Ende „Es steht dieses [Fausts Ende] mit unserer religiösen Vorstellung durchaus in Harmonie, nach welcher wir nicht bloß durch eigene Kraft selig werden, sondern durch die hinzukommende göttliche Gnade.“ Goethe an Eckermann, „Mephistopheles darf seine Wette nur halb gewinnen, und wenn die halbe Schuld auf Faust ruhen bleibt, so tritt das Begnadigungsrecht des alten Herrn sogleich herein, zum heitersten Schluß des Ganzen.“ Goethe an K. E. Schubarth,

126 Als Goethe im August 1831 mit dem noch fehlenden vierten Akt den zweiten Teil seines Faust abgeschlossen hat, sagt er zu Eckermann: "Mein ferneres Leben [...] kann ich nunmehr als reines Geschenk ansehen, und es ist jetzt im Grunde ganz einerlei, ob und was ich noch etwas tue“. (Eckermann: Gespräche mit Goethe, 6. Juni 1831). Am endgültigen Text hat er noch buchstäblich bis zum Vorabend seines Todes gefeilt. Wenige Tage nachdem er das Manuskript im März 1832 als definitiv vollendet versiegelt mit dem Hinweis, es erst nach seinem Tode zu veröffentlichen, stirbt Goethe. Bedenkt man, dass erste Entwürfe zur Gelehrten- und Gretchen-Tragödie bereits ab 1772 entstanden sind, so kann man mit Fug und Recht sagen, dass die Arbeit am Faust – natürlich oft mit jahrelangen Unterbrechungen – fast sechs Jahrzehnte und mit Sturm und Drang, Klassik und Romantik schon rein zeitlich drei Epochen der deutschen Literaturgeschichte umfasst. Wenn für die Zeit zwischen etwa 1770 und 1830 in der deutschen Geistesgeschichte die Epochen-Bezeichnung 'Goethezeit' gerechtfertigt ist, so vor allem durch dieses eine epochenübergreifende Lebenswerk.

127 Grosse Fragen in Goethes Faust „erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält“ Wie versucht der Mensch sich das Lebens, das Universums, und Alles zu erklären? „zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust“ Wie lassen sich Lust und Verstand (Trieb & Vernunft; Materie & Geist) in Übereinstimmung bringen? „es irrt der Mensch, so lang er strebt“ Soll der Mensch streben? Nach was? Renaissance Klassik Moderne

128 Faust und wir Hat es ihnen etwas gebracht, sich mit dem Faust zu beschäftigen? Finden Sie etwas von Faust in sich selbst? Streben Sie? Können Sie sich an ein Zitat aus dem Faust erinnern? Halten Sie den Menschen im allgemeinen für gut oder böse? Wäre Faust ein guter Kapitalist? Stellen Sie sich die Frage nach dem Leben, dem Universum, und allem? Haben Sie den Faust I verstanden? Denken Sie, dass sie den Faust mal wieder lesen werden? Würde es Sie interessieren, etwas über das Weltbild ihres Nebensitzers zu erfahren?

129 „Geht nur und laßt mir das Publikum, von dem ich nichts hören mag. Die Hauptsache ist, dass es geschrieben steht, mag nun die Welt damit gebaren, so gut sie kann, und es benutzen, soweit sie es fähig ist.“ Goethe an Eckermann, 2o


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