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campusdesig2009 Arbeit-Wirtschaft-Technik Globalisierung.

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Präsentation zum Thema: "campusdesig2009 Arbeit-Wirtschaft-Technik Globalisierung."—  Präsentation transkript:

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2 campusdesig2009 Arbeit-Wirtschaft-Technik Globalisierung

3 campusdesig2009 Lehrplanübersicht LP 10.1 Berufe mit dem mittleren Schulabschluss LP 10.3 Struktur und Entwicklung des regionalen Wirtschaftsraumes LP 10.4 Die Aktienbörse LP 10.5 Wirtschaft ohne Grenzen? LP 10.6 Bürgerliches Recht und Öffentliches Recht

4 campusdesig Berufe mit dem mittleren Schulabschluss Wege in den Beruf Erweiterter Stellenmarkt

5 campusdesig2009 Quelle:

6 campusdesig2009 Die Berufliche Oberschule Bayern (BOB) Unter dem Dach der Beruflichen Oberschule sind die Schularten Fachoberschule (FOS) und Berufsoberschule (BOS) seit dem Schuljahr 2008/2009 vereinigt. Die Berufliche Oberschule baut auf einem mittleren Schulabschluss auf und vermittelt Allgemeinbildung, Fachtheorie und fachpraktische Bildung unter Einbeziehung berufspraktischer Erfahrungen.

7 campusdesig2009 Die Berufliche Oberschule bereitet auf ein Studium vor. Folgende Abschlüsse können erworben werden: Fachabitur  Fachhochschulreife (allgemein) Abitur  fachgebundene Hochschulreife oder allgemeine Hochschulreife beim Nachweis der notwendigen Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache Zielsetzung der BOB Die Berufliche Oberschule ist die richtige Wahl für Bewerberinnen und Bewerber mit dem Abschluss der Realschule, Wirtschaftsschule, Hauptschule (M-Zug) oder 10. Klasse des Gymnasiums, und/oder mit einer Berufsausbildung bzw. mehrjährigen Berufserfahrung. Die Interessenten müssen in den für ein späteres Studium besonders wichtigen Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik insgesamt zumindest befriedigende Vorkenntnisse mitbringen und Spaß am Lernen haben. Erwartet werden – neben einer hohen Lernmotivation – Ausdauer und die Bereitschaft, gemeinsam mit anderen zu arbeiten. Zielgruppe der BOB

8 campusdesig2009 Brückenangebote vor Eintritt in die BOB Die Berufliche Oberschule bietet je nach schulischer und beruflicher Vorbildung eigene Kurse und Klassen als Übergangshilfe. Vorkurs FOS (ohne Berufsausbildung) Für wen? Schülerinnen und Schüler der · Hauptschule (M-Zug) · Wirtschaftsschule (H-Zweig/2-stufig) Was? Unterricht in Deutsch, Englisch, Mathematik je 2 Stunden pro Woche Wann? · 2. Halbjahr der 10. Klasse · nachmittags oder samstags Ziel · Heranführung an das Niveau der 11. Klasse

9 campusdesig2009 An der Beruflichen Oberschule wird der Unterricht in folgenden Ausbildungsrichtungen angeboten: Ausbildungsrichtungen der BOB Mittlerer Schulabschluss T W S A G GestaltungTechnikWirtschaftSozialwesenAgrarwirtschaft Beim Eintritt in die 11. Jahrgangsstufe ist die Wahl der Ausbildungsrichtung freigestellt. Folgende Überlegungen können bei der Wahl der Ausbildungsrichtung hilfreich sein: Welche notwendigen Fähigkeiten und Neigungen habe ich? Welches Studien- bzw. Berufsziel verfolge ich? Für die Aufnahme in die Ausbildungsrichtung Gestaltung müssen die bildnerisch-praktischen Fähigkeiten in einer unmittelbar vorausgehenden Aufnahmeprüfung nachgewiesen werden.

10 campusdesig2009 Schlüsselqualifikationen für die Arbeitswelt Schlüsselqualifikationen Sozialkompetenz Kooperationsbereitschaft Teamfähigkeit Kontaktfähigkeit Konfliktfähigkeit Toleranz Methodenkompetenz Anwendungswissen des Berufs grundlegende Sprachkompetenz grundlegende IT-Kompetenz Fachkompetenz Fachwissen des Berufs Grundlegende Englischkenntnisse Personalkompetenz Zuverlässigkeit Belastbarkeit Gewissenhaftigkeit Verantwortungsbereitschaft Selbstständigkeit Kritikfähigkeit Selbstkritik

11 campusdesig2009 Lifelong learning – Qualifikation, Mobilität, Flexibilität Wissensstandard weiter entwickeln Wissensstand an die neue Arbeitswelt - Technik, Arbeitsverfahren anpassen höhere Verantwortung übernehmen  Selbstwert und Einkommen steigern Arbeitsplatzsicherung Weiterbildung nach der Facharbeiter- /Gesellenprüfung bedeutet  Bereitschaft zum Wohnortwechsel  Bereitschaft für neue Aufgaben, auch in einem neuem Beruf oder Betrieb Berufliche Mobilität Berufliche Flexibilität:  Anpassungsfähigkeit an neue Aufgaben  Arbeitszeitflexibilität

12 campusdesig2009 Veränderte berufliche Anforderungen Geringere körperliche, höhere geistige Belastung Neue organisatorische Strukturen Neue Technologien, neue berufliche Inhalte Forderungen der Betriebe Lernfähigkeit, Transferfähigkeit Eigeninitiative Erkennen der Grenzen des eigenen Könnens Entscheidungsfähigkeit Teamfähigkeit Systematisches, analytisches Vorgehen an Stelle planlosen Probierens Selbständige Arbeitsplanung Verantwortungsgefühl Positive Grundeinstellung zur Arbeit

13 campusdesig2009 Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch Mit welchen Fragen muss man rechnen? Persönliches Wie verbringen Sie Ihre Freizeit? Sind Sie im Verein oder in einer Jugendgruppe aktiv? Ihre Noten in den Fächern „xy“ sind nicht besonders gut. Haben Sie dafür eine Erklärung? Betrieb Wie kam es dazu, dass Sie sich bei uns bewerben? Was wissen Sie über unseren Betrieb? Beruf Was interessiert Sie besonders an diesem Beruf? Welche Erfahrungen bringen Sie für diesen Beruf mit? Können Sie sich vorstellen, dass der Beruf auch Nachteile oder Belastungen mit sich bringt? Sicher haben Sie sich noch über andere Berufe informiert? Informationsgehalt des Gesprächs Sind die Antworten aussagekräftig? Sind die Fragen passend? Ist die Reihenfolge taktisch klug? Wird auch Kritikfähigkeit signalisiert Wird Positives und Negatives erwähnt? Werden Ideen eingebracht? Wird sachlich argumentiert? Spricht der Bewerber in Ich-Form? Körperhaltung, Bewegung Sitzhaltung Blickkontakt Händedruck Auftreten Höflichkeit Werden Höflichkeitsformeln einhalten verwendet (Gruß, Bitte, Dank,Abschied, Platzangebot abwarten)? Nennt er/sie den Namen des Gesprächspartners? Wirkt er/sie freundlich und offen? Sprache, Stimme Formuliert er/sie ganze Sätze? Spricht er/sie klar und verständlich? Bewerber/ innen werden natürlich beurteilt?

14 campusdesig2009 Bewerber/ innen werden natürlich beurteilt? Körperhaltung, Bewegung Sitzhaltung Blickkontakt Händedruck Auftreten Höflichkeit Werden Höflichkeitsformeln einhalten verwendet (Gruß, Bitte, Dank,Abschied, Platzangebot abwarten)? Nennt er/sie den Namen des Gesprächspartners? Wirkt er/sie freundlich und offen? Sprache, Stimme Formuliert er/sie ganze Sätze? Spricht er/sie klar und verständlich? Informationsgehalt des Gesprächs Sind die Antworten aussagekräftig? Sind die Fragen passend? Ist die Reihenfolge taktisch klug? Wird auch Kritikfähigkeit signalisiert Wird Positives und Negatives erwähnt? Werden Ideen eingebracht? Wird sachlich argumentiert? Spricht der Bewerber in Ich-Form?

15 campusdesig2009 Arbeitsmarktpolitik in der Krise Bislang hat die Wirtschaftskrise den deutschen Arbeitsmarkt weniger stark erfasst als in anderen OECD- Ländern. So ist in Deutschland die Arbeitslosenquote zwischen September 2008 und Februar 2009 saisonbereinigt von 7,1 auf 7,4 Prozent gestiegen (nach ILO-Standard). Im OECD-Raum stieg sie im gleichen Zeitraum dagegen von 6,2 auf 7,3 Prozent. Besonders stark betroffen waren die USA und Japan sowie in Europa Irland und Spanien. Nach der jüngsten OECD-Konjunkturprognose von Ende März wird die Arbeitslosigkeit im OECD-Raum 2010 auf durchschnittlich knapp zehn Prozent steigen. Für Deutschland erwartet die OECD für 2010 einen Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 11,8 Prozent. Besonders junge Menschen, Migranten, gering Qualifizierte, Ältere sowie Zeitarbeiter werden die Last der höheren Arbeitslosigkeit zu tragen haben. Arbeitsmarktpolitik kann und soll bei der Bewältigung von Arbeitslosigkeit helfen. Dazu zählen finanzielle Unterstützung, die Ausweitung von Kurzarbeiterregelungen um Entlassungen zu vermeiden, aber auch aktivierende Maßnahmen um Arbeitslosen bei der Jobsuche oder Weiterqualifizierung zu helfen.

16 campusdesig Struktur und Entwicklung des regionalen Wirtschaftsraumes Der regionale Wirtschaftsraum und seine Infrastruktur Maßnahmen zur Verbesserung der Wirtschaftsstruktur

17 campusdesig2009 Was ist ein Wirtschaftsraum? Ein regionaler Wirtschaftsraum ist durch bestimmte wirtschaftliche Strukturmerkmale und funktionale Verflechtungen gekennzeichnet und verfügt über eine Vielzahl von Produktions- und Dienstleistungseinrichtungen. Damit diese Größen kooperieren und kommunizieren können benötigen sie entsprechende Infrastruktur. Infrastruktur Technische Infrastruktur Ver- und Entsorgung Kommunikation Verkehrsverbindungen Soziale Infrastruktur Bildungseinrichtungen Dienstleistungen Gesundheitswesen Öffentliche Einrichtungen Infrastruktur hat sich oft historisch entwickelt, wie z. B. Landsberg am Lech – wird aber natürlich auch durch den Menschen fortlaufend gestaltet, wie z. B. Umgehungsstraße Kaufering und Aus- bau der B17 Augsburg – Schongau und den Gewerbegebietsausweitungen. Dadurch werden Ar- beitsplätze, Steuereinnahmen, Bau von Bildungseinrichtungen und dergleichen mehr iniziiert.

18 campusdesig2009 Grunddaseinsfunktionen im Wirtschaftsraum wohnen in Gemeinschaft leben Infrastruktur nutzen sich bilden sich erholen sich versorgen arbeiten Raumwirksame Grunddaseinsfaktoren Die Daseinsgrundfunktionen sind grundlegende menschliche Bedürfnisse die Ansprüche an den jeweiligen Lebensraum des Menschen stellen – sie haben großen Einfluss auf den Wirtschaftsraum.

19 campusdesig2009 Infrastruktur und Wirtschaftsraum Freizeiteinrichtungen und Erholungswert Ver- und Entsorgungs- einrichtungen Schulen, Hochschulen, kulturelle Einrichtungen Einkaufsmöglichkeiten Verkehrsnetz, Erreichbarkeit, Pendler Anzahl u. Struktur der Be- schäftigten, Lohnniveau, offene Stellen Wirtschaftsförderung, moderne Verwaltung, Steuern u. Abgaben Wohnumfeld / -struktur Wirtschaftsnahe Infrastruktur

20 campusdesig2009 Mit der Wahl eines bestimmten Standortes legt ein Einzelhändler in der Regel langfristig die Er- folgschancen seines Geschäfts fest. Umso wichtiger ist es, hier eine fundierte Entscheidung zu treffen und alle Faktoren zu berücksichtigen, die einen Einfluss auf die Qualität eines Stand- ortes haben. Man unterscheidet folgende Kategorien von Standortfaktoren : Was die Qualität des Standortes ausmacht Standortfaktoren entscheiden! Beschaffung - inputProduktion - throughputAbsatz - output Grund und Boden, Raum, Betriebseinrichtungen, -anlagen, Arbeitsmarktbedingungen, Materialien - Rohstoffe Energieversorgung, Kredite - regional Fremddienste, Zulieferer, Verkehrsverbindungen, Staatsleistungen, Nachrichtenverbindungen, ökologische Bedingungen, soziale, politische Bedingungen geologische Bedingungen, technologische Bedingungen. Absatzmarkt nähe/ -intensität), Absatzkontakte/ -mittler, Konkurrenz (-ferne und -intensität), staatliche Absatzhilfen, Verkehrsverbindungen, Rückstandsbeseitigung.

21 campusdesig2009 Existenzgründung - Weg in die Selbstständigkeit Es gibt viele gute Gründe dafür, sich selbständig zu machen: allein entscheiden zu können, frei und unabhängig zu sein, besonderen Erfolg haben zu wollen oder auch nicht arbeitslos zu sein oder zu werden.

22 campusdesig2009 Persönliche Voraussetzungen Welche Motivation und Erwartungen setze ich in die eigene Selbständigkeit? Welche persönlichen und fachlichen Voraussetzungen bringe ich mit? Welche finanziellen Mittel stehen mir zur Verfügung? Standortwahl Standortuntersuchung (Kaufkraft, Kaufverhalten, Kundenbedürfnisse, Mitbewerbersituation, Werbungskonzept) Umsatzplanung Finanzplan Kapitalbedarfsplanung Liquiditätsplanung Rentabilitätsplanung Finanzierung Eigenkapital Unterstützung bei der Beschaffung von Fremdkapital (öffentliche Finanzierungshilfen) Investitions- und Finanzbedarfsplanung Angaben der Gründerpersonen Markt- und Standortanalyse Umsatzkonzeption Finanzplanung - Fremdkapital (öffentliche Mittel) - Eigenkapital Entscheidungsphase Planungsphase Umsetzungsphase

23 campusdesig2009 Existenzgründung MarktanalyseVermarktungRechtsformStandortMarktprognoseMitbewerberanalyseKapitalbedarfGeschäftsidee Was ist bei einer Unternehmensgründung zu beachten!

24 campusdesig Wirtschaft ohne Grenzen Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland Arbeit, Wirtschaft, Technik in europäischer und weltweiter Vernetzung

25 campusdesig2009 Sicherung des Standorts Deutschland Regionen innerhalb eines Landes, Länder in Europa und rund um den Globus stehen im internationalen Ökonomischen Konkurrenzkampf: Qualität der Arbeitskräfte (gute Ausbildung) Produktionskosten Innovationen (neue Erfindungen) technisches know-how Infrastruktur (Strom – Transportwege – Rohstoffe) Steuerpolitik (Staat macht die Steuerpolitik) Investoren (die Geld in die Betriebe stecken9 Ideenreichtum Cluster (Standortverbund) haben entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung des Standorts Deutsch- Land.

26 campusdesig2009 Standortfaktoren – entscheiden im wirtschaftlichen Wettbewerb

27 campusdesig2009 Positive und negative Standortfaktoren Vorteile gut entwickeltes Ausbildungssystem hohe Innovationskraft, Forschung und Entwicklung hoher Qualitätsstandard hohe Produktivität liberaler Außenhandel erstklassige Kreditwürdigkeit politische Rechtssicherheit sozialer Friede hohe Kaufkraft hohe Lebensqualität kulturelle Vielfalt Nachteile hohe Steuern hohe Sozialabgaben niedre Wochenarbeitszeiten und Lebensarbeitszeit kurze Maschinenlaufzeiten viele Urlaubs- und Feiertage hohe Energiekosten langwierige Genehmigungsverfahren umfangreiches Arbeits-, Tarifrecht hohe Sozialleistungen große Umweltauflagen geringe Investitionskraft

28 campusdesig2009 Standortfaktor Subventionen Subventionen sind staatliche Unterstützungszahlungen oder steuerliche Begünstigungen für Unternehmen, Wirtschaftszweige oder Wirtschaftsgebiete.

29 campusdesig2009 Gegenwärtig finden in Deutschland tiefgreifende Strukturveränderungen statt. Die Qualität von Standorten hängt von wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten ab. Zu den Schwächen Deutschlands zählen das hohe Lohnniveau, die relativ kurzen Arbeitszeiten und die hohen Steuersätze. Um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, sind jedoch nicht nur politische Refor- men nötig. Für Deutschland sind die Bereiche der Produkt- und Prozessinnovation maßgeblich. So kann Deutschland mit Produkten im Umweltschutz- und Hochtechnologie- bereich wie Medizin-Elektronik und der Biochemie, sowie der Entwicklung neuer Werkstoffe seine Position im Weltmarkt verbessern. Strukturwandel in Deutschland

30 campusdesig2009 Mit der Entwicklung des technischen Fortschritts und der Steigerung der Ar- beitsproduktivität vollziehen sich in der Volkswirtschaft einer Industrienation tiefgreifende Strukturveränderungen. Der Dienstleistungssektor, auch als „tertiärer Sektor“ bezeichnet, gewinnt in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung. Der Prozess dieser Strukturveränderung ist durch ein er- hebliches Anwachsen der Erwerbstätig- keit im Dienstleistungssektor gekenn- zeichnet. Demgegenüber geht die wirt- schaftliche Bedeutung traditioneller Be- reiche, wie die der Land- und Forstwirt- schaft sowie des Produzierenden Ge- werbes, zurück. Strukturwandel in Deutschland - Dienstleistungen

31 campusdesig2009 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik Lohnerhöhung Senkung der Beiträge zur Sozialversicherung Senkung der Lohn- und Einkommenssteuer Nachfrage der Konsumenten steigt Zusätzliche Arbeitsplätze Zusätzliche Investitionen Produktion nimmt zu

32 campusdesig2009 Staatliche Wirtschaftspolitik - A Die Wirtschaftspolitik des Staates beeinflusst die Konjunktur Ausgabenpolitik des Staates Der Staat tritt durch seine Ausgaben für Güter und Dienstleistungen (z. B. Straßenbau) am Markt als Nachfrager auf. Vier Möglichkeiten für staatliche Mehr-Ausgaben bieten sich an:  direkte Ausgaben (Käufe von Bedarfsgütern des Staates z. B. Computer, Kläranlagen, Krankenhausgeräte u.ä.  Vergabe öffentlicher Aufträge (z. B. für Straßen-/Wohnungsbau, Güter für die Bundeswehr)  Subventionen (z. B. für Schiffsbau, Landwirtschaft, Bergbau, Luftfahrtindustrie)  Transferleistungen (z. B. bei Kindergeld, Wohngeld, Sozialhilfe) Seine Nachfrage kann der Staat gegenläufig zur privaten Nachfrage gestalten. Er betreibt damit eine antizyklische Finanzpolitik. Im Abschwung oder Tiefstand ist die Nachfrage der privaten Haushalte und Unternehmungen zu gering. Eine Erhöhung der Staatsausgaben kann die zu geringe Nachfrage ausgleichen und verhindert Produktionseinschränkungen (expansive Wirkung). Im Aufschwung und Boom können durch Kürzung der Staatsausgaben Preissteigerungen verringert oder vermieden werden (restriktive Wirkung).

33 campusdesig2009 Staatliche Wirtschaftspolitik - B Einnahmenpolitik des Staates Steuern mindern das verfügbare Einkommen und wirken damit unmittelbar auf die gesamt- wirtschaftliche Nachfrage. Je nach Konjunkturlage wirkt das Einkommensteuersystem in der BRD automatisch stabilisierend. Diese automatische Stabilisierung kann durch Veränderungen der Steuersätze verstärkt werden, z. B. durch Senkung bzw. Erhöhung der direkten Steuern (Lohn-, Einkommens-, Körperschaftssteuern) indirekten Steuern (Mehrwertsteuer, sonstige Verbrauchssteuern, Gewerbesteuer). Konjunkturbelebend kann sich auch die Senkung der Sozial- versicherungsbeiträge (Renten-/Krankenversicherung) auswirken. Beeinflussung der privaten Investition Je nach Konjunkturlage kann der Staat Maßnahmen ergreifen, die die Höhe der privaten Investitionen beeinflussen. Beeinflusst wird die Investitionstätigkeit durch die Abschreibungs- möglichkeiten, d. h., inwieweit die Abnutzung der Produktionsanlagen steuersenkend geltend gemacht werden kann. Die Wirtschaftspolitik des Staates beeinflusst die Konjunktur

34 campusdesig2009 Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik Senkung der Unternehmenssteuern Zuschüsse zu Investitionen Förderung von Betriebsgründungen Investitionsbereitschaft der Anbieter steigt Zusätzliche Arbeitsplätze Nachfrage der Konsumenten steigt Zusätzliche Investitionen Produktion nimmt zu

35 campusdesig2009 Ziele der Wirtschaftspolitik In § 1 des Gesetzes zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft - kurz Stabilitätsgesetz genannt - vom heißt es: "Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, dass sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichem Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen." VollbeschäftigungStabile Preise WirtschaftswachstumAußenwirt. Gleichgewicht Gerechte Verteilung des Einkommens Schonung der Umwelt Erhaltung der Natur

36 campusdesig2009 Vollbeschäftigung Von Vollbeschäftigung spricht man, wenn auf Erwerbstätige nicht mehr als 12 Erwerbslose kommen. Die Arbeitslosenquote liegt dann bei 1,2%. Was kann Langzeit-Arbeitslosigkeit für den Einzelnen bedeuten? stark vermindertes Einkommen Ehestreit SchuldenMut- und Hoffnungslosigkeit LangeweileGefühl der Nutzlosigkeit Mögliche staatliche Maßnahmen gegen Massen-Arbeitslosigkeit: Zuschüsse und Darlehen an Betriebe z.B. für: a) Erweiterung b) Produktions- Umstellung Betriebe erhalten z.B. 50% des Lohns ersetzt, den sie für einen eingestellten Langzeitarbeitslosen zahlen. Betriebe erhalten zinslose Darlehen, wenn Langzeitarbeits- lose eingestellt werden, z.B € 1 Jahr lang je Eingestellten. Umschulung Arbeitsloser Schubladen- programme für die Wirtschaft (Verkehrswege, Schulen u.ä.)

37 campusdesig2009 Geldwertstabilität damit der Wert des Geldes und der Ersparnisse erhalten bleibt. Preisentwicklung lässt sich ermitteln für wirtschaftlichen Wohlstand der Familien und des Staates. Mtl. Neuberechnung von rd Waren und Dienstleistungen für einen Durchschnittshaushalt Kostet der Warenkorb mehr / weniger spricht man von: fallenden steigenden L e b e n s h a l t u n g s k o s t e n Geldwertstabilität ist erreicht bei einer Preissteigerungsrate von 1% und weniger. Was ist die Ursache für den Verlust der Geldwertstabilität (Preissteigerungen)? Das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist gestört, z. B. wegen fehlendem außenwirtschaftlichen Gleichgewicht. Warenkorb des Statistischen Bundesamtes Stabile Preise sind Voraussetzung

38 campusdesig2009 Ist Wirtschaftswachstum erforderlich? wenn Modernisierung Arbeits- plätze „wegrationalisiert“ um internationale Wettbewerbs- fähigkeit zu erhalten - ansonsten Produktionsrückgang und stei- gende Arbeitslosenquote. um Sozialleistungen wie Arbeits- losengelder, Renten und staat- liche Wirtschaftsprogramme zu finanzieren um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht zu sichern um Investitionen für Technologie, Umweltschutz und Arbeitsplatzer- haltung zu ermöglichen Ziel staatlicher Wirtschaftspolitik ist ein jährliches Wachstum von 3% des Bruttosozialproduktes BSP Das BSP eines Landes ist der Wert aller produzierten Waren und Dienstleistungen eines Jahres. Wirtschaftswachstum ist erforderlich...

39 campusdesig2009 Außenwirtschaftliches Gleichgewicht Auswirkungen von Bilanzüberschuss und Bilanzdefizit Exportieren die €-Währungsländer mehr als sie importieren, ergibt sich daraus ein „Leistungsbilanzüberschuss“, der als Einkommenssteigerung weitergegeben wird. Die Nachfrage (Konjunktur) wird dadurch „angeheizt“. Dies kann wegen der dadurch im Umlauf befindlichen größeren Geldmenge zu einer Inflation führen. Wichtig: Da aus der BRD auch Geld ins Ausland abfließt, ohne dass dafür Güter ins Land kommen, wird als Ausgleich nominal ein Außenhandelsüberschuss von 1% - 2% angestrebt. Importieren die €-Währungsländer mehr als sie exportieren, ergibt sich daraus ein „Leistungsbilanzdefizit“, das als Einkommensminderung weitergegeben wird. Die Nachfrage wird dadurch abgeschwächt  Stagnation bzw. Rezession

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42 Innovationen – Motor der Wirtschaft Innovationen, neue Ideen und Produkte stellen in einer globalisierten Wirtschaft den Motor dar. Um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können benötigt eine innovative wachstumorientierte Gesellschaft gut ausgebildete qualifizierte kreative motivierte leistungsbereite Mitarbeiter. Das Innovationsklima in Deutschland ist unter diesen Gesichtspunkten nur durchschnittlich – Abb. Innovationsindikator - weil sich im weltweiten Vergleich weniger Firmen gründen das Interesse an Technologie und Naturwissenschaften im allgemeinen gering ist der Frauenanteil am Innovationsprozess viel zu gering ist sich viel zu wenig Bürger gemeinnützig engagieren

43 campusdesig2009 Innovationsindikator - Deutschland

44 campusdesig2009 Innovationsprofil - Deutschland

45 campusdesig2009 Innovative Technologien Informations-/ Kommunikations- technologie Bio- / GentechnikUmwelttechnikEnergietechnikMaterialtechnikVerkehrstechnikMikrotechnik Laser-/ Plasmatechnik Medizintechnik Technikinnovationen

46 campusdesig2009 Telearbeit – innovativ und wachstumssicher Telearbeit bedeutet, den Arbeitsplatz im Büro – ganz oder teilweise - mit dem Arbeits-platz am heimischen Computer zu vertauschen. Möglich ist das durch die moderne Kommu- nikationstechnik, mit der Daten digital an fast jeden Ort der Welt übertragen werden können. Unternehmen: kostengünstiger und höhere Produktivität Mitarbeiter/innen: größere Flexibilität  günstig für Familie und Freizeit Gesamtwirtschaftlicher Nutzen: attraktive Teilzeitmodelle neue Möglichkeiten für Mittelstand u. Existengründer Ökologische Vorteile: Entlastung der Verkehrswege Verringerung von Schadstoffemissionen Telearbeit - Vorteile und Nutzen

47 campusdesig2009 Der „gläserne Mensch“ – Vorsicht! viele unserer persönlichen Daten, z. B. aus Kaufverträgen oder anderen Dokumenten in Wirtschaftsauskunftsdateien, z. B. landen bei D.A.V.I.T. (Berliner Wirtschaftsauskunftsdatei) oder der Schufa Vernetzte Daten erlauben die Überwachung bzw. das Ausspionieren aller Bürger! Netzwerke regeln Finanztransfers, Logistik und Informationen der Staat seinen Bürgern immer mehr misstraut und deshalb ein immer engeres Überwachungsnetz schafft! Datenschutz ist unverzichtbar

48 campusdesig2009 Warum fusionieren Unternehmen? Vorteile stärkere Position im nationalen und internationalen Wettbewerb. kostengünstigere Produktionsmöglichkeiten Einsparungen im Forschungsbereich schnellere Umsetzung des technischen Fortschritts Nachteile u. U. Marktbeherrschung und dadurch: a) Einschränkung des Wettbewerbs b) erhöhte Preise für den Verbraucher Die Gesamtentwicklung einer Firma kann durch einen rückständigen Firmenteil gehemmt werden (siehe BMW – Rover). Horizontaler Zusammenschluss Betriebe der gleichen Produktionsstufe fusionieren, z. B. zwei Stahlwerke Vertikaler Zusammenschluss Erdölfirma – Raffinerie – Tankstellennetz Anorganischer Zusammenschluss Betriebe verschiedener Wirt- schaftszweige fusionieren, z. B. wegen Risikostreuung Unternehmen erhoffen sich durch Zusammenschlüsse wirtschaftliche Vorteile wie Synergieeffekte, z. B. Ausschöpfung bestimmter Rationalisierungsmaßnahmen, verbesserte Beschaffungs- und/oder Absatzmöglichkeiten.

49 campusdesig2009 Weltwirtschaft Die staatlichen Grenzen sind für das Wirtschaften zu eng geworden. Personen, Güter, Geld und Informationen sind heute global unterwegs. Hauptgründe, die zur weltweiten Arbeitsteilung geführt haben: steigende Bevölkerung mehr Arbeitsplätze mehr Nahrungsmittel zunehmende Güterproduktion mehr Rohstoffe größere Absatzräume steigende Einkommen höheren Konsum vermehrte Reisetätigkeit verlangtbrauchtführen zu

50 campusdesig2009 Bezeichnung für eine zunehmende internationale Verflechtung der Volkswirtschaften durch grenzüberschreitenden Handel mit Gütern, Dienstleistungen, Kapital und technischem Wissen; sichtbar an der Entwicklung des Welthandels und der Aus- landsinvestitionen. Beide Größen haben seit 1990 weit stärker zugenommen als die Weltproduktion. Was ist Globalisierung Chancen und Probleme der Globalisierung: Wachstum des Welthandels bringt Wohlstandsgewinne, da Güter und Dienstleistun- gen dort hergestellt und verkauft werden können, wo dies mit dem günstigsten Preis- Kosten-Verhältnis verbunden ist. Allerdings ist die Verteilung dieser Gewinne insbesondere zwischen Industrie- und Entwicklungsländern umstritten. Darüber hinaus engt Globalisierung die wirt- schafts-, sozial- und umweltpolitische Gestaltungsfreiheit vor allem kleinerer Volks- wirtschaften ein.

51 campusdesig2009 „Globalisierte“ Wirtschaftsbeziehungen Weitere wichtige Bedingungen für die BRD sind: a)Qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte b)Eine technisch hochstehende Infrastruktur (Transport, Telekommunikation und ICT) Finanzen Handel Produktion - Technisch nicht machbare Kontrolle von Finanzströmen - Politische Liberalisierung der Finanzmärkte - Abbau von Handelshemmnissen - Öffnung nationaler Märkte für ausländische Unternehmen Weltweite Suche nach: - höchstmöglichem Gewinn - profitablen Absatzmärkten - kostengünstigen und kundennahen Standorten Problem: Die Macht internationaler Konzerne wird durch die Globalisierung enorm ausgeweitet. Staaten können von Konzernen abhängig gemacht werden und die demokratische Machtkontrolle reduzieren. BereicheVoraussetzungenMotive

52 campusdesig2009 Wirkungen der Globalisierung Vorteile Förderung des Welthandels Steigerung der Wertschöpfung im Ausland, schafft Arbeitsplätze dort und sichert Arbeitsplätze im Inland schärferer Wettbewerb fördert Technik und Wohlstand auch daheim Globalisierung wirkt preissenkend Durch Fusionen: - starke Produktivitätsgewinne, aber auch - Verlust von Arbeitsplätzen Unterentwickelte Länder kommen an Know-how und können sich weiter entwickeln bei uns: Warenangebot oft billiger Die Kulturen haben vermehrt die Chance, voneinander zu lernen Nachteile Viele Unternehmen versuchen in vielen Ländern dasselbe Produkt zu vermarkten, obwohl unterschiedliche Kulturkreise unterschiedliche Produkte verlangen Globalisierung internationalisiert Fehl- entwicklungen in einzelnen Märkten und Volkswirtschaften Die Globalisierung vergrößert die Schere zwischen Arm und Reich Förderung des Trends zur Gleichförmigkeit und Einheitlichkeit; unterentwickelte Länder könnten dies u. U. als „kapitalistischen Kulturimperialismus“ auslegen und fundamentalistische Gewaltakte fördern Der weltweite Energieaufwand für den Verkehr nimmt dramatisch zu und damit der CO²-Ausstoss

53 campusdesig Die Aktienbörse Die Bedeutung der Aktie für die Wirtschaft und das Unternehmen Aktie als Geldanlagemöglichkeit

54 campusdesig2009 Unternehmen und ihre Rechtsformen Einzel- unternehmen Gesellschafts- unternehmen Sonder- formen Personen- gesellschaften Kapital- gesellschaften z. B.: Genossenschaft Versicherungsverein z. B.: Gesellschaft des bürgerlichen Rechts - GbR Offene Handelsgesellschaft- OHG Kommanditgesellschaft- KG z. B.: Aktiengesellschaft - AG Gesellschaft mit beschränkter Haftung - GmbH Kommanditgesellschaft auf Aktien - KGaA z. B.: Einzelkaufmann Einzelfirma Mischformen z. B.: AG & Co. KG GmbH & Co. KG

55 campusdesig2009 AG - Aktiengesellschaft Die Aktiengesellschaft ist die typische Rechtsform für Großunternehmen mit hohem Kapitalbedarf. Die Besitzer der AG sind die Aktionäre AG- Gremien HauptversammlungVorstandAufsichtsrat Hauptversammlung ist das oberste Gremium - wählt Aufsichtsrat - Genehmigung des Jahresabschlusses - Beschluss der Gewinnverwendung - entscheidet Satzungsänderungen - Entlastung des Vorstandes Vorstand verantwortlich als geschäftsführende Leitung der AG, eingetragen im Handels- register Aufsichtsrat (Überwachungsorgan des Unternehmens, bestehend aus Vertretern der Anteilseigner und Belegschaft)

56 campusdesig2009 Was ist eine Aktie Aktien kauft man über die Bank oder ab 50 Stück direkt beim Makler. Banken und Börsenmakler gewinnen durch ihre Gebühren (Depotgebühr = Aufbewahrungs- gebühr) und Courtage (Maklergebühr). Die Aktie ist ein Wertpapier, das ein Anteilsrecht an einer Aktiengesellschaft beurkundet. Aktionäre haften - nur - in Höhe ihrer Einlage! Die Aktie gibt dem Aktionär: - ein Stimm- und Auskunftsrecht in der Hauptversammlung, - einen Anspruch auf Gewinnanteil (Dividende), - die Möglichkeit des Bezugs junger Aktien bei Kapital- erhöhung und - einen Anteil am Liquidationserlös (Barreserven) bei Auflösung der AG.

57 campusdesig2009 Merkmale einer Aktie Merkmale Einer Aktie NennwertKurswertAktienartKennnummer Nennwert ist eine feste Größe und gibt Auskunft über den Anteil am Grundkapital der AG Kurswert ist der Kaufpreis einer Aktie. Preis regelt sich nach Angebot und Nachfrage Jedes Aktie ist über die Kennnummer Bestimmbar – ISIN 12stelliger Code (DE – SAP) Man unterscheidet Zwischen: Namens-, Stamm-,Vorzugs-, Inhaber undBerichtigungsaktien

58 campusdesig2009 Grundlagen des Aktienhandels Neuemission Zur Beschaffung von Eigenkapital für Wachstum und Expansion können Aktiengesell- schaften Aktien emittieren (von lat. emittere = ausgeben). Eine Neuemission (Neuausgabe von Aktien) wird entweder mit dem Festpreis- oder dem Bookbuilding-Verfahren am Markt platziert. Aktien-Zeichnung Das ist die Abgabe eines Angebots zum Kauf von Wertpapieren während des Platzierungs- Verfahrens bzw. bei der Neuemission von Aktien. Der Anleger gibt damit eine verbindliche Erklärung zum Kauf der Aktien ab. Aktien- gesellschaft Banken- konsortium * allmählicher Verkauf Geld (2.) Wertpapiere (1.) Langfristige Anlage im Betrieb des Geldnehmers Liquide Anlage für den Käufer der Aktien Übernahmekurs 98% Verkaufskurs 100% 2% Verdienst * Zusammenschluss von mehreren Banken zu einem bestimmten Zweck

59 campusdesig2009 Aktienkurs Der Aktien-Kurs = Preis eines Wertpapiers - wird an der Börse festgesetzt - bei Anleihen in Prozent des Nennwerts - bei Aktien in EURO pro Stück. Der Kurswert eines Wertpapiers hängt ab von: der Sicherheit der Anlage; der Höhe der Zinsen bzw. bei Dividendenpapieren dem voraussichtlichen Gewinn, d. h. von dem Ergebnis des Geschäftsjahres; dem inneren Wert des Unternehmens, besonders von der Höhe der offenen und stillen Rücklagen; der Konjunktur des betreffenden Gewerbezweiges; der allgemeinen Wirtschaftslage und von politischen Ereignissen; der Lage des Geld- und Kapitalmarktes. In Aktien investieren heißt ein Risiko auf sich nehmen. Denn die Kurse können sich von einer zur anderen Minute verändern. Doch den Risiken stehen Gewinnchancen gegenüber. Lang- fristig gesehen gehört die Aktie erfahrungsgemäß zu den renditestarken Anlageformen.

60 campusdesig2009 Wie funkioniert der Aktienhandels Angebot und Nachfrage an der Börse bestimmen den Kurs einer Aktie – z.B. SAP Aktie von SAP Viele wollen die „billigen“ Papiere weniger Aktionäre wollen verkaufen. Wenige wollen die „teuren“ Papiere viele Aktionäre wollen verkaufen - „Kursgewinne mitnehmen“. hohe Kurserwartung („billige“ Aktie ) geringe Kurserwartung („teure“ Aktie) Gewinne kann der Aktionär erzielen, in dem er Aktien zu einem niedrigen Kurswert einkauft und sie nach Anstieg des Aktienwertes wieder verkauft oder regelmäßig eine Dividende (Gewinnanteil pro Aktie am Jahresüberschuss einer Aktiengesellschaft) erhält. Spekulieren bedeutet Verluste mit einkalkulieren! Preis steigt Preis ohne klare Richtung

61 campusdesig2009 Aktienanalyse - KGV Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine der wichtigsten Kennzahlen der Aktienanalyse. Der aktuelle Börsenkurs steht im Verhältnis zum Gewinn pro Aktie. (geschätzt) Je größer diese Zahl ist, desto teurer ist die Aktie. Wachstumswerte auf Grund der großen Gewinndynamik haben zumeist ein höheres Kurs-Gewinn-Verhältnis. Vergleiche von verschiedenen Kurs-Gewinn-Verhältnissen machen nur innerhalb einer Branche Sinn, da andere Branchen von Natur aus höhere oder niedrigere Kurs-Gewinn-Verhältnisse haben können. Aktienkurse sind ständig in Bewegung. Daher lässt sich mit Aktien auch immer Geld verdienen - oder verlieren! Renditeberechnung einer Aktie: Dividende * 100 Aktienkurs Die wirkliche (reale) Verzinsung nennt man Rendite!

62 campusdesig2009 Kürzel des Aktienhandels So liest man den Kursteil (Zeitung / Internet) AbkürzungFachbegriffErläuterung bbezahlt Zu diesem Kurs wurde die Aktie gehandelt bGBezahlt Geld bezahlter Kurs; es gab aber weitere Nachfragen GGeld Kein Handel; nur Kaufangebote zu diesem Kurs bBBezahlt Brief bezahlter Kurs; es gab weitere Angebote BBrief Kein Handel; nur Kaufangebote zu diesem Kurs TTaxe Kein Handel; (theoretischer) Preis des Maklers ex Divex Dividende Kurs nach Abzug der ausbezahlten Dividende ex Bezex Bezugsrecht Kurs nach Abzug des (gesondert handelbaren) Bezugsrechtes für neue Aktien Anmerkung: Brief = Angebotskurs; Geld = Nachfragekurs

63 campusdesig2009 Börsenarten Als Börse bezeichnet man den Markt, an dem es durch Kaufs- und Verkaufsinteressen zu einem Handel von beweglichen Gütern und Wertpapieren kommt. Preise werden dabei als Kurse zumeist fortlaufend neu ermittelt. 1. Effekten- oder auch Wertpapierbörse; 2. Devisenbörse (Währungen); 3. Warenbörse (Produkt- und Warenterminbörse); 4. Spezialbörsen (Metalle, Zucker, Baumwolle, Dienstleistungen). In Deutschland gibt es Präsenzbörsen in Frankfurt, Berlin, Stuttgart, München, Düssel- dorf, Hamburg, Hannover und Bremen. Daneben hat sich im Zuge der Entwicklung von Informations- u. Kommunikationssystemen die Computerbörse als elektronisches Handels- system gebildet - Xetra. An den Wertpapierbörsen werden z. B. Dividendenwerte (Aktien von Industrie, Banken und Versicherungen) sowie festverzinsliche Werte (Staatsanleihen, Kommunalanleihen, Pfandbriefe und Schuldverschreibungen) gehandelt.

64 campusdesig2009 Die Wertpapierbörse ist der Marktplatz, an dem Wertpapiere mittels Angebot und Nachfrage gehandelt werden. Dadurch entsteht ein Kurs für jedes Wertpapier, der über den Trend Auskunft gibt, ob er steigt, fällt oder gleichbleibt. Folgende Wertpapiere werden gehandelt : die Aktien, durch deren Erwerb man ein Teilbesitzer einer Aktiengesellschaft wird. die Anleihen, wie z.B. Bundesanleihen Schuldverschreibungen Die große Stärke der Wertpapierbörse liegt darin, dass kleine, private Anleger mit geringen Beträgen ebenfalls am großen Kuchen teilnehmen können. Dadurch ist es möglich, durch viele kleine Beträge trotzdem viel Geld zusammenzubringen, das für große Investitionen gebraucht wird. Die Börse vermittelt die Finanzierung großer Vorhaben. Es entsteht eine win-win- Situation, weil Unternehmen neues Kapital für Investitionen erhalten und kleine Anleger am erwarteten Gewinn teilhaben können. Börse - Handelsplatz für Wertpapiere

65 campusdesig2009 Angebot der Wertpapierbörse Teilhaberpapiere Aktien Gläubigerpapiere Pfandbriefe Anleihen Obligationen Optionsscheine Recht auf Kauf Von Wertpapieren Fonds Aktienfonds Rentenfonds Immobilienfonds Angebote der Wertpapierbörse

66 campusdesig2009 Börsen-Index Der Börsen-Index - ist eine Kennzahl, mit der man Veränderungen von Kursen oder Preisen beschreibt und einen Vergleich zwischen diesen ermöglicht. - man verwendet als Berechnungsbasis meistens wichtige Indizes sind z. B. der DAX und der Nemax sowie international der Dow Jones und der Nasdaq Composite. Bulle oder Bär Symbolfiguren für die Spekulation an der Börse! Entstanden an der New Yorker Wall Street, werden sie heute weltweit verwendet. Der Bulle steht für Hausse (= steigende Kurse, englisch: Bull Market). Der Bär steht für Baisse (= fallende Kurse, englisch: Bear Market). Mit Hilfe der Indizes lässt sich die Entwicklung des Aktienmarktes bewerten. Man kann daran ablesen, ob man mit dem eigenen Engagement erfolgreicher oder weniger erfolgreich war.

67 campusdesig2009 DAX-Entwicklung Nov – April 2009 Quelle:

68 campusdesig2009 Wie der Handel mit Wertpapieren abläuft! Wer Wertpapiere kaufen oder verkaufen will, muss einer Bank einen entsprechenden Auftrag geben. Der Auftrag kann „limitiert“ (Limit = Preisgrenze) oder „bestens“ erteilt werden. Bei „limitierten Aufträgen“ darf die Bank den vorgeschriebenen Kurs, das Limit, bei Käufen nicht überschreiten, bei Verkäufen nicht unterschreiten. „Bestens-Aufträge“ dagegen sollen zu jedem beliebigen Kurs ausgeführt werden. In der Regel führt die Bank den Auftrag als Kommissionär aus, d. h. sie handelt im eigenen Namen, aber für fremde Rechnung. Sie gibt den Auftrag gewöhnlich zur Börse, dem Markt für Effekten (= Wertpapiere), wo sich täglich in der Zeit von bis Uhr die Bankenvertreter (Börsenhändler) treffen, um Geschäfte abzuschließen. Die Bank muss gemäß amtlichem Kursblatt mit ihrem Auftraggeber abrechnen, so dass dieser die Abrechnung kontrollieren kann. Für ihre Bemühungen erhält sie eine Provision; außerdem hat der Kunde die Courtage (Maklergebühr) und die Börsenumsatzsteuer zu bezahlen. Börse (Makler) KäuferVerkäuferBank ABank B Auftrag

69 campusdesig2009 An der Börse gehandelte Wertpapiere AktienAnleihen* Wandelschuld- verschreibungen verbriefen Eigentümerrechte verbriefen zunächst Gläubigerrechte, können in Eigentümer- rechte übergehen verbriefen zunächst Gläubigerrechte, (auch Schuldverschreibungen, Obligationen genannt) je nach Emittent** kann man unterscheiden: ** jemand, der Wertpapiere ausstellt und ausgibt * weil vom Publikum Geld geliehen wird Inhaber- aktien Namens- aktien öffentliche Anleihen €-Auslands- anleihen Pfandbriefe Industrie- anleihen Kommunal- obligationen (z. B. von Bund, Land, Post, Bahn, Städten) (von ausl. Unternehmen oder Institutionen) (von best. Banken zur Refinan- zierung öffentlicher Kredite) (von großen Unternehmen) (von Hypotheken- banken)

70 campusdesig2009 Wertpapiere mit Ertrag vertretbare nicht vertretbare Hypotheken- und Grundschuldbrief Effekten* TeilhaberpapiereGläubigerpapiere - Anleihen - Pfandbriefe - Kommunalobligationen - Aktien - Investment - Wandelschuldverschreibungen - Genussscheine - Prämienanleihen * börsenmäßig gehandelte Papiere, die ihrem Inhaber einen Ertrag (Zinsen, Dividende) abwerfen

71 campusdesig2009 Was ein Wertpapierkäufer wissen muss AktieObligation (festverzinsliches Wertpapier) VorteileNachteileVorteileNachteile - Mögliche Kurs- gewinne - Kaum Währungs- risiko, da es sich um Sachwerte handelt - Mitsprache auf der Hauptversamm- lung bei hohem Kapitalanteil - Mögliche Kursver- luste - Meist geringere Realverzinsung - Kaum Mitsprache auf der Haupt- versammlung bei wenigen Aktien - Möglicher Total- verlust bei Kon- kurs (selten) - Gleichbleibende manchmal ver- gleichsweise ho- he Verzinsung - Risiko sehr gering wegen der hypo- thekarischer Absicherung - Vorteile durch die vorzeitige Auslo- sung bei der Rückzahlung - Kein nennens- werter Kurs- gewinn, eher Kursverluste zu erwarten - In Inflationszeiten ein erhebliches Wertrisiko Hohe Nebenkosten schmälern den Gewinn Beim Kauf und Verkauf von allen Wertpapieren (auch Fondsbeteiligungen) fallen neben dem Preis für das Papier noch weitere Kosten an: entweder eine feste Mindestprovision oder eine anteilige, vom Auftragswert abhängige Provision sowie diverse Makler-Courtagen (direkte Kosten). Daneben sind auch noch Depotentgelte zu berücksichtigen (Folgekosten).

72 campusdesig2009 Investmentzertifikate Investmentzertifikate sind Anteilscheine an Wertpapierfonds (bündeln Geldanlagen in verschiedenen Aktien, festverzinslichen Wertpapieren etc.), den eine Investmentgesellschaft (= Kapitalanlagegesellschaft) durch Kauf von Aktien bekannter Unternehmen oder auch von festverzinslichen Papieren gebildet hat. - Die Zertifikate werden nicht börsenmäßig gehandelt. - Sie lauten nicht auf einen festen Nennwert, sondern auf einen Anteil oder mehrere Anteile am Fondsvermögen. - Sie kosten bei Ausgabe 5,00 € bis 100,00 € je Anteil. Wer solche Zertifikate erwirbt, ist dadurch am Fondsvermögen und dessen Erträgen beteiligt (Risikomischung). Äußeres der Wertpapiere. Die Wertpapiere bestehen aus: - dem Mantel oder dem Stück; das ist die Urkunde = Aktie oder Anleihe; - dem Dividenden- bzw. Zinsscheinbogen. Dividenden und Zinsen werden gegen Abtrennung eines fälligen Abschnittes ausgezahlt; - dem Erneuerungsschein (Talon). Er ist dem Zinsscheinbogen oder dem Dividenden- scheinbogen angeschlossen.

73 campusdesig Bürgerliches Recht und öffentliches Recht Wesentliche Rechtsgrundsätze und Rechtsbereiche Privatrecht - Wesen eines Vertrages und Grundsätze der Vertragsfreiheit Privatrecht – Durchsetzung des Rechts und Anrufung der Gerichte bei Zivilstreitigkeiten Öffentliches Recht – Staatliches Handeln und die Auswirkungen auf Arbeit und Wirtschaft

74 campusdesig2009 Von Verhaltensregeln zum Recht Rechtsordnung Sie umfasst:  Erlaubnisse  Gebote  Verbote Wirkt auf Tun oder Unterlassen des Menschen Im Allgemeinen erzwingbar. (Ausnahme: Eheschließung!) Sitte: Verhaltensregeln Brauch: Verhaltensformen Wirkt insbesondere auf das Verhalten des Menschen! Sie können nicht erzwungen werden! Moral: allgemeine Normen des Guten Wirkung auf die innere Einstellung des Menschen! Sie kann nicht erzwungen werden (und ist auch nicht kontrollierbar)!

75 campusdesig2009 Regeln für das Zusammenleben Vom Sinn des Rechts - „Recht ist der Wille zur Gerechtigkeit“ Gültiges Recht soll Ansprüche und Verpflichtungen, die sich in einer Gesellschaft ergeben, verbindlich und einheitlich regeln. Es soll damit verhindert werden: a) ein gesellschaftliches und zwischenmenschliches Chaos, b) dass das Recht des Stärkeren gilt. Arten von Rechtsbeziehungen Rechtsbeziehungen können auftreten in Form von a)Ansprüchen (z. B. Recht auf Unterhalt, Bildung, Recht auf Leben) b)Verpflichtungen (z. B. Steuerpflicht, Wahlpflicht, Wehrpflicht u. a.)

76 campusdesig2009 Regeln für das Zusammenleben Soziale Regeln Eine Familie kann sich z. B. Regeln für die Hausarbeit auf-stellen, damit letztere auf alle Familienmitglieder gleicher-maßen verteilt wird. Diese Re-geln sorgen für Gerechtigkeit. Hält sich ein Familienmitglied einmal nicht daran, gibt es Krach. Das Recht ist eine Art sozialer Regel, die sich von anderen Regeln wegen ihrer Durchsetzbarkeit unterscheidet. Menschenrechte Grundgesetz Bundesgesetze Landesverfassung Landesgesetze Landesverordnungen, Satzungen

77 campusdesig2009 Unser Rechtssystem Arbeitsrecht Wettbewerbsrecht Privatrecht Bürgerliches Recht SchuldrechtSachenrecht FamilienrechtErbrecht Handelsrecht GesellschaftsrechtAktienrecht Wechsel- und Scheckrecht Urheber- und Erfinderrecht Teile der Gewerbeordnung Öffentliches Recht Staats- und Verfassungsrecht ProzessrechtStrafrecht Verwaltungsrecht VölkerrechtKirchenrecht PolizeirechtSteuerrecht BeamtenrechtSozialrecht VerkehrsrechtWegerecht WasserrechtBaurecht und andere Rechtsgebiete

78 campusdesig2009 Zivil- und Öffentliches Recht Teilbereiche des Rechts in Deutschland a)Das Öffentliche Recht, es regelt gerichtlich das Verhältnis zwischen Bürger und staatlicher Instanz. b)Das Zivilrecht reguliert Streitigkeiten zwischen Bürger und Bürger, z. B. wegen Auto- oder Lebensmittelkauf. Das Zivilrecht (Privatrecht) regelt die Verhältnisse von Rechtspersonen, die sich als gleichwertige Partner gegen- überstehen (Prinzip der Gleichordnung). Dies trifft z. B. zu, wenn sich beim Autokauf Käufer und Verkäufer als Vertragspartner gegenüberstehen - zwei Personen mit unterschiedlichem privaten Interesse. Sämtliche Rechtsbeziehungen im Zivilrecht dienen der Wahrnehmung und Sicherung privater Interessen, deshalb wird es auch als privates Recht bezeichnet. Instanzenweg Erste Instanz ist das Gericht, das für die erste Be- handlung eines Falles zuständig ist.

79 campusdesig2009 Rechtsprechung und Gerichtsbarkeit Durchsetzen lässt sich Recht aufgrund gerichtlicher Ent- scheidungen beispielsweise durch Gerichtsvollzieher oder durch die Polizei. Art. 97 Abs. 1 GG: Die Richter sind unabhängig und nur dem Gesetz unterworfen. Wichtige Merkmale der deutschen Gerichtsbarkeit:  Die Rechtsprechung ist unabhängigen Richtern anvertraut.  Gerichte sind nur an Recht und Gesetz gebunden.  Die meisten Gerichte sind dreistufig aufgebaut. An der Spitze steht jeweils ein Bundesgerichtshof als oberster Gerichtshof. Die Ordentliche Gerichtsbarkeit (z. B. Strafsachen, Zivilsachen, Freiwillige Gerichtsbarkeit) ist als Ausnahme in vier Stufen aufgebaut, in: Amtsgerichte - Landgerichte - Oberlandesgerichte - Bundesgerichtshof

80 campusdesig2009 Wichtige Merkmale der Rechtsprechung Die Rechtsprechung (Gericht) schützt und verwirklicht die Rechtsordnung, indem sie Gerechtigkeit walten lässt. Die wesentlichen Merkmale der Gerechtigkeit sind: Gleichheit: Billigung: d. h., alle Menschen werden vor dem Gesetz gleich behandelt. d. h., dass in der Berücksichtigung des Einzel- falles gleichartige Fälle unterschiedlich be- urteilt werden können. Beispiel: Zwei Einbrecher werden unterschied- lich bestraft, weil z. B. der eine schon etliche Vorstrafen hat und der andere bisher noch nie straffällig geworden war. Justitia, römische Göttin der Gerechtigkeit, dargestellt mit Schwert und Waage, später auch mit verbundenen Augen (Zeichen des Urteilens ohne Ansehen der Person).

81 campusdesig2009 Aufbau des Gerichtswesens in der BRD BundesverfassungsgerichtVerfassungsgerichte der Länder Bundes- gerichtshof Oberlandes- gerichte Land- gerichte Amts- gerichte Ordentliche Gerichtsbarkeit Bundes- arbeitsgericht Landesarbeits- gerichte Arbeits- gerichte Arbeits- gerichtsbarkeit Bundesver- waltungsgericht Oberverwal- tungsgerichte Verwaltungs- gerichte Allgem. Verwal- tungsgerichtsb. Bundes- sozialgericht Landessozial- gerichte Sozial- gerichte Sozial- gerichtsbarkeit Bundes- finanzhof Finanz- gerichtsbarkeit Finanz- gerichte Oberste Gerichtshöfe des Bundes Gerichte der Länder

82 campusdesig2009 Wie schützt der Staat den Verbraucher? Kartellgesetz und Verbot von Preisabsprachen Die wirtschaftlich Schwächeren werden informiert und geschützt z. B. durch: Verbraucher- informationen (Stiftung Warentest) Gesetze gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) „Haustürgeschäfts- gesetz“ Gesetz über Mess- und Eichwerte Gesetz über die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) „Verbraucherkredit- gesetz“ „Produkthaftungs- gesetz“ „Preisauszeichnungs- verordnung“ Lebensmittelgesetze

83 campusdesig2009 Wie schützt der Staat den Wettbewerb? Das Kartellamt schreitet bei Verstößen gegen das „Gesetz gegen Wettwerbsbeschrän- kungen“ (GWB) ein. Dieses Gesetz wurde 1957 vom Bundestag verabschiedet und verbietet Absprachen über Preise und Mengen an- gebotener Güter zwischen den verschiedenen Unternehmen. Außerdem kontrolliert es den Zusammenschluss von Groß- unternehmen. Niederlassungsfreiheit Freie Berufswahl Konsum- freiheit Freier Wettbewerb Vertrags- freiheit Gewerbefreiheit Marktwirtschaftliche Elemente Interessen- ausgleich aller Beteiligten Sicherung des sozialen Friedens Schutz der Bedürftigen vor den Auswirkungen des unbeschränkten Wettbewerbs größtmögliche Anzahl preiswerter Güter und Dienstleistungen Soziale Elemente

84 campusdesig2009 Verstöße in Wettbewerb und Werbung „Wer im geschäftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs Handlungen vor- nimmt, die gegen die guten Sitten verstoßen, kann auf Unterlassung und Schadens- ersatz in Anspruch genommen werden.“ Typische Verstöße nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb sind z. B. irreführende Angaben, Schneeballsysteme, Werbung mit mengenmäßig beschränkten Angeboten oder mit Preisgegenüberstellungen, Bestechung, Nachahmung fremder Zeichen usw. Verstöße gegen die guten Sitten sind insbesondere: Kundenfang: Die Entscheidung des Kunden wurde erschlichen, verfälscht oder gekauft z. B. durch: - Irreführung (z. B. falsche Angaben über Eigenschaften der Ware) - physischen oder psychischen Zwang - Verlockung und Ausnutzen von Gefühlen. Marktstörung: Wenn Angebot und Nachfrage durch Marktmacht entschieden wird. Rechtsbruch: Preisunterbietung durch Tarifbruch oder Verletzung sonstiger Arbeitsbedingungen. Vertragsbruch bzw. Schmarotzen an fremder Leistung: z. B. durch Imitation eines Produktes

85 campusdesig2009 Verstöße gegen die guten Sitten Wettbewerbswidrig Wenn im Branchenfernsprechbuch mit einem Gutschein geworben wird, der ausgeschnitten werden soll, wodurch die Werbung der Konkurrenz auf der Rückseite wertlos wird. Überrumpelung Ansprechen von Unfallbeteiligten am Unfallort zwecks Abschlusses eines Reparaturvertrages. Psychischer Zwang (moralischer Kaufzwang) Zum Abholen eines Werbegeschenks muss man sich in das Geschäft begeben; dann Kauf evtl. aus Dankbarkeit oder weil es sonst als peinlich empfunden wird. Schneeballsystem Wenn Kunden (oder Mitsprecher) veranlasst werden, andere Abnehmer zu werben, um dadurch besondere Vorteile zu erhalten, z. B. Kaufpreisrückzahlung oder Beratungs- zuschüsse. Auf diese Art schwillt der Kundenkreis lawinenartig an, die Kunden- werbung wird progressiv und der Markt für Konkurrenten enger. lrreführung Man tarnt einen Bestellschein in einem als Geschenkgutschein aufgemachten "Anforderungsscheck". Lockvogelwerbung Man zeigt auf Verkaufsausstellungen einige hochwertige Waren als Anreiz, bietet dann aber tatsächlich billige Ware zu überhöhten Preis an.

86 campusdesig2009 Vertrags-Recht § 433 BGB „Durch den Kaufvertrag wird der Verkäufer einer Sache verpflichtet, dem Käufer die Sache zu übergeben und das Eigentum an der Sache zu verschaffen.“ „Der Käufer ist verpflichtet, dem Verkäufer den vereinbarten Kaufpreis zu zahlen und die gekaufte Sache abzunehmen.“ § 929 BGB „Zur Übertragung des Eigentums an einer beweglichen Sache ist erforderlich, dass der Eigentümer die Sache dem Erwerber über- gibt und beide darüber einig sind, dass das Eigentum übergehen soll.“ In einem Vertrag wird von zwei oder mehr Personen festgelegt, welche Verpflichtun- gen sie übernehmen wollen. Von einem gegenseitigem Vertrag spricht man, wenn ein Vertragspartner seine Leis- tung nur erbringt, weil auch der andere Ver- tragspartner seine Verpflichtungen erfüllt (z. B. Kaufvertrag). Die Grundsätze des Vertragsrechts sind immer gültig, auch wenn z. B. der Kaufvertrag nicht schriftlich niedergelegt wurde. Ob man an einem Marktstand Gemüse für 6,- € oder in einer Vertragswerkstatt ein gebrauchtes Auto für € kauft - beides ist juristisch ein Kaufvertrag.

87 campusdesig2009 Handeln in „Treu und Glauben“ Vertragliche Verpflichtungen und Aufgaben Verträge müssen nicht nur gehalten werden, sondern aus den Paragraphen 133, 157 und 242 BGB ergibt sich im gesamten Wirtschafts- und Vertragsbereich die Verpflichtung, nach „Treu und Glauben“ zu handeln. „Treue“ bedeutet, sich einem anderen gegenüber zuverlässig, aufrichtig und rücksichts- voll zu verhalten. „Glauben“ ist das Vertrauen in eine solche Haltung. Auch bei der Erfüllung seiner Verträge und Aufgaben ist der Unternehmer, aber auch der Arbeitnehmer, an diese Wertvorstellungen gebunden. § 157 BGB: Verträge sind so auszulegen, wie „Treu und Glauben“ mit Rücksicht auf die Verkehrssitte es erfordern.

88 campusdesig2009 Die Form der Rechtsgeschäfte Rechtsgeschäfte können grundsätzlich in beliebiger Form abgeschlossen werden: mündlich, schriftlich oder durch schlüssiges Verhalten. Wichtige Verträge sollten aller- dings in Schriftform abgeschlossen werden (Beweismittel). Für manche wichtige Rechts- geschäfte besteht Formzwang, sonst ist das betreffende Rechtsgeschäft nichtig. Form der Rechtsgeschäfte Schriftform Jede Partei muss unter- schreiben, z. B. den Berufsaus- bildungsvertrag öffentliche Beglaubigung Beglaubigt wird die Unterschrift, z. B. Antrag auf Eintrag ins Vereinsregister öffentliche Beurkundung Beurkundet wer- den Inhalt und Unterschrift, z. B. beim Haus- kauf grundsätzlich formlos Nichtigkeit! Formzwang - bei Nichtbeachtung: Nichtigkeit!

89 campusdesig2009 Rechtsverlauf bei einem Autokauf 1. Kauf des PKWsKäufer Verkäufer Rechtsfolge: Zahlungs-/Annahmepflicht Rechtsfolge: Übereignungs-/Übergabepflicht Kaufvertrag Bestellung (=Angebot) Auftragsbestätigung (=Annahme d. Angebotes) 2. Übereignung des PKWs Käufer Verkäufer Rechtsfolge: Käufer wird Eigentümer des PKWs Einigung (= Vertrag) Angebot Annahme Übergabe des PKWs 3. Übereignung des Geldes Käufer Verkäufer Rechtsfolge: Verkäufer wird Eigentümer des Geldes Kaufvertrag Annahme Angebot Übergabe des Geldes

90 campusdesig2009 Inhalt eines schriftlichen Kaufvertrages Art und Güte der Ware Regelungen in einem allgemeinen Kaufvertrag Erfüllungsort Verpackungs- und Beförderungskosten Preisnachlässe und Zahlungsbedingungen Lieferzeit Gerichtsstand Wenn im schriftlichen Kaufvertrag nichts besonderes vereinbart wurde, dann gelten die o. a. Regelungen. Beim Einkauf beim Bäcker oder im Supermarkt ist es nicht nötig, die einzelnen Bedingungen des Kaufes auszuhandeln oder gar schriftlich niederzulegen.

91 campusdesig2009 Der Kaufvertrag - Zusammenfassung Der Kauf einer Ware oder einer Dienstleistung erfordert drei Rechtsgeschäfte: - den Abschluss des Kaufvertrages  Verpflichtungsvertrag - die Übereignung der gekauften Sache  Erfüllung des Vertrages durch den Verkäufer - die Übereignung des vereinbarten Kaufpreises  Erfüllung des Vertrages durch den Käufer Pflichten des Verkäufers: Lieferung und Übereignung der Ware (mängel- frei, zur rechten Zeit und am rechten Ort). Annahme des Kaufpreises Pflichten des Käufers: Annahme der Ware Zahlung des Kaufpreises Rechte des Käufers Rechte des Verkäufers

92 campusdesig2009 Der Arbeitsvertrag - Beginn der Arbeit - Art u. Ort der Arbeitsleistung - Höhe der Vergütung, Spesen, - Prämien - Dauer des Urlaubs - Kündigungsfristen - Haftung - Vertretungsbefugnisse (Erlaubnis, im Namen der Firma Kaufverträge abzuschließen) - Über- und Unterstellungsverhältnis (wer wem Anweisungen erteilen darf) – - Verschwiegenheitspflichten - Einschränkung von Nebenbeschäftigung Inhalte eines schriftlichen Arbeitsvertrags Das Arbeitsrecht ist im Kern ein Schutzrecht für die Arbeitnehmer, das diese - die wirtschaftlich Schwächeren - schützen soll. Ein Arbeitsvertrag kommt mündlich, schriftlich oder durch schlüssiges Verhalten zustande. Das Arbeitsverhältnis wird heute in den meisten Fällen mit einem schriftlichen Ver-trag geregelt.

93 campusdesig2009 Haustürgeschäfte VERKÄUFERVERKÄUFER KUNDEKUNDE Vertrag über eine entgeltliche Leistung (Kaufvertrag, Vertrag über Werk- oder Dienstleistungen) Nach mündlichen Verhandlungen am Arbeitsplatz, in der Wohnung, bei Kaffeefahrten oder auf der Straße Schriftliche Belehrung über Widerrufsrecht Unterschrift Widerrufsrecht binnen einer Woche Es besteht kein Widerrufsrecht: wenn der Kunde den Vertreter selbst bestellt hat. bei Bagatellegeschäften. bei notariell beurkundeten Verträgen. beim Abschluss von Versicherungs- verträgen mit Sofortdeckung oder höchstens einjähriger Laufzeit.

94 campusdesig2009 Vertragsarten - Beispiele Miet- und Pachtvertrag Der Vermieter verpflichtet sich, dem Mieter den Gebrauch einer Sache (z. B. Wohnung oder Auto) zu gestatten. Hierfür erhält er den sogenannten Mietzins. Der Mieter muss die Sache am Ende der Mietzeit zurückgeben. Wesen der einzelnen Vertragsbeispiele Leasingvertrag Ein Leasingnehmer (Mieter bzw. Pächter) zahlt an den Leasinggeber (Vermieter) die Leasingrate. Dafür wird ihm der langfristige Gebrauch einer Sache (Auto, Maschinen u. a.) gestattet, die er nach einer vereinbarten Zeit (meist 4 – 6 Jahre) zurückgeben muss. Bei vielen Verträgen hat der Kunde einen Kaufanspruch nach Ablauf der Mietzeit. Durch Leasing reduziert sich der Kapitalbedarf bei Investitionen. Mit Leasing verbinden sich noch eine Reihe anderer Vorteile. Leihvertrag Eine Sache wird unentgeltlich zum Ge- brauch überlassen. Danach muss der Entleiher dem Verleiher die Sache wieder zurückgeben. Bei Beschädigung der ent- liehenen Sache muss der Entleiher Schadensersatz leisten.

95 campusdesig2009 Mangelhafte Lieferung Mangel in der Art Mangel in der Menge Mangel in der Qualität Mangel in der Beschaffenheit Rechte des Käufers WandlungMinderung Ersatz- lieferung Schadenersatz oder wenn zugesicherte Eigenschaft fehlt bei arglistiger Täuschung Prüfungs- und Rügefrist des Käufers Kaufleute: sofortPrivatleute: innerhalb von 6 Wochen

96 campusdesig2009 Verzug LieferungsverzugZahlungsverzugAnnahmeverzug Rechte des Verkäufers Einlagerung auf Kosten des Käufers Klage auf Abnahme Versteigerung nach Androhung Rücktritt vom Vertrag Rechte des Käufers Lieferung und Schadenersatz oder nach Nachfrist Rücktritt vom Vertrag Schadenersatz und Verzicht auf Lieferung Rechte des Verkäufers Rechnungssumme Verzugszinsen Kostenersatz oder nach Nachfrist Rücktritt vom Vertrag Änderung gesetzlicher Regelungen durch AGB nur beschränkt möglich nur nach ausdrücklichem Hinweis, Vorlegung und Einigung

97 campusdesig2009 Außergerichtliches Mahnverfahren Warum sind Mahnverfahren erforderlich? Gewerbetreibende (Gläubiger) vermeiden Verluste, wenn sie ihre Forderungen überwachen und ggf. eintreiben. Zahlungsverzögerungen beim Kunden können verschiedene Ursachen haben: Zahlungsunfähigkeit, Zahlungsunwilligkeit oder Vergesslichkeit. Die Zahlungserinnerung Sie soll höflich an eine vergessene Zahlung erinnern. 1. Mahnung - der Schuldner gerät durch diese Mahnung in Verzug Sie enthält eine bestimmt formulierte Aufforderung zur Zahlung. 2. Mahnung Sie enthält eine scharf formulierte Aufforderung zur Zahlung. Letzte Mahnung Sie enthält die Androhung gerichtlicher Maßnahmen (Mahnbescheid, Klage).

98 campusdesig2009 Gerichtliches Mahnverfahren 1. Mahnbescheid Nach erfolglosen außergerichtlichen Mahnverfahren beantragt der Gläu- biger beim zuständigen Amtsgericht den Erlass eines Mahnbescheides und stellt ihn dem Schuldner zu. Erzwungene Vertragseinhaltung 2. Vollstreckungsbescheid Reagiert der Schuldner auf den Mahn- bescheid nicht, kann der Gläubiger innerhalb von 6 Monaten einen Voll- streckungsbescheid beantragen. 3. Zwangsvollstreckung Reagiert der Schuldner auch auf den Vollstreckungsbescheid nicht, kann der Gläubiger nach Ablauf der Einspruchsfrist (14 Tage) durch den Gerichtsvollzieher die Zwangsvollstreckung durchführen lassen.

99 campusdesig2009 Ablauf der Zwangsvollstreckung durch das GerichtPfändung erfolg- los erfolg- reich Versteigerung Abrechnung Gläubiger beantragt Eidesstattliche Versicherung Haft bei Weigerung

100 campusdesig2009 Der Weg durch die Instanzen Jeder Farbton steht für den Verlauf eines Musterfalles Berufung zugelassen oder über 600 € Revision zugelassen Sprungrevision: Wenn über 600 €, der Gegner zustimmt und der BGH es zulässt Familienrecht SCHLICHTER Nur in einigen Bundesländern: Bei Streit um max. 600 €, Nachbarschaftsstreit oder Ehestreitigkeiten Mietrecht, andere Fälle bis € 1. Instanz 3. Instanz 2. Instanz Berufung zugelassen Revision zugelassen über € Berufung zugelassen Sprungrevision: Wenn der Gegner zustimmt und der BGH es zulässt Quelle: Finanztest 3/2002, Seite 64 Bundesgerichtshof - Karlsruhe Oberlandesgericht - München Amtsgericht - LL Landgericht - Augsburg

101 campusdesig2009 Die Zivilklage Gerichte im Zivilprozess Sollen als unparteiische Einrichtung über Meinungsverschiedenheiten entscheiden. Das Gericht wird nur tätig, wenn eine Partei Klage erhebt oder eine Partei als Be- klagte auftritt und der Richter zu entscheiden hat. Beenden ein Zivilverfahren entweder durch: a) Vergleich oder b) Urteil: Abweisung der Klage oder Verurteilung des Beklagten. Im Falle eines Urteils kann dagegen mit Berufung oder Revision vorgegangen werden. Wenn in einem Zivilstreit das außergerichtliche oder das gerichtliche Mahnverfahren nicht zum Erfolg führen und auch ein Schlichtungs- verfahren keine Einigung erbringt, bleibt dem Kläger die Möglichkeit der Zivilklage – es kommt zum Zivilprozess. Je nach Streitwert oder eingelegten Rechtsmitteln sind Amts-, Land, Oberlandes oder der Bundesgerichtshof zuständig

102 campusdesig2009 Ablauf eines Zivilprozess Schriftliches Vorverfahren Erklärungen und Beweismittel beider Parteien Amtsgericht Zuständig bei Streitwert bis € (1. Instanz) sowie bei Mietstreitigkeiten, Ehe- u. Familiensachen. Sonst Zuständigkeit bei Landgericht. 1. Darlegung des Anspruchs 2. Antrag zur Entscheidung durch das Gericht Abschrift der Klage Klage- schrift Darlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs Klage- schrift Darlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs UrteilDarlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs Mündliche Verhandlung Richter Kläger + Rechtsanwalt Beklagter + Rechtsanwalt UrteilDarlegung des Anspruchs Darlegung des Anspruchs

103 campusdesig2009 Staatliches Handeln und öffentliches Recht Staatliche und öffentlich-rechtliche Verwaltungsbehörden gewährleisten, dass die Gesetze wirksam für das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Zusammenleben der Menschen umgesetzt werden. Behörden kennen sich aus VermessungsamtAgentur für ArbeitSchulamtStraßenbauamtLandratsamtFinanzamtPolizeidienststelle Zentrum Bayern Familien und Soziales Amt für Landwirtschaft und Forsten Kultusministerium In Bayern sind ca. 1 Mill. Erwerbstätige in Beörden, Ämtern und Schulen beschäftigt

104 campusdesig2009 Leistungs- und Eingriffsverwaltung LeistungsverwaltungEingriffsverwaltung Darunter versteht man die Bewilligung von Geld- oder sonstigen Leistungen auf Antrag von Berechtigten durch die jeweilige Behörde, um die Gesetz- oder Rechtsverordnung zu um- zusetzen. Beispiele: - Kindergeldkasse überweist Kindergeld - Zentrum Bayern Familie und Soziales – Elterngeld - Staat gewährt Lehrmittelfreiheit - Bauantrag einreichen - Antrag auf Zuschuss für einen Verein Zur Umsetzung von Recht und Gesetz greift die Verwaltung in das Handeln der Bürger ein. Sie fordert Gebühren, erlässt Rechtverordnungen und erteilt Bußgelder. Beispiele: - Steuern erheben - Hygienevorschriften überwachen - Führerscheinentzug bei Trunkenheit - Schwarzbau einstellen - Wasser- und Abwassergebühren

105 campusdesig2009 Leistungsverwaltung - Ausbildungsförderung Der Staat fördert die Ausbildung, denn die gewünschte Berufsausbildung sollte nicht am Geld scheitern. Gute Ausbildung prägt Persönlichkeitsentwi cklung stärkt Selbstwertgefühl schafft qualifizierte Arbeitskräfte sichert Qualität Der Produktion garantiert den Wirtschaftsstandort ist Voraussetzung für Innovationen stärkt im Konkurrenzkampf bedeutet Lebensqualität bedeutet Nachhaltigkeit eröffnet neue Horizonte

106 campusdesig2009 Wofür zahlen wir Steuern? Modernisierung und Aus- bau der Verkehrswege Vollzug der EU Modernisierung und Aus- bau der Infrastruktur Friedenssicherung Sozialausgaben Abbau der hohen Arbeitslosigkeit Sicherung des Wirtschafts- standortes Deutschland Eingliederung von Aus- und Übersiedlern Wir zahlen Steuern für:

107 campusdesig2009 Hilfen für wirtschaftlich Schwache Der Staat gewährt Hilfen in Form von Steuererleichterungen Kindergeld u. Ausbildungsbeihilfe Vermögensbildungsgesetz Wohngeld für Einkommensschwache Finanzhilfen / Subventionen für Betriebe

108 campusdesig2009 Sozial orientierte Steuerpolitik Eine sozial orientierte Steuerpolitik schafft Leistungsanreize für höhere Einkommen. Beispiele sind Ausgaben, die das zu versteuernde Einkommen und damit die Steuer- schuld verringern. Dazu gehören insbesondere Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen. Der viergeteilte Steuertarif berücksichtigt nur die Einkommenshöhe. Damit auch die familiäre Situation und die damit verbundene finanzielle Belastung Anerkennung finden, ist die Lohnsteuertabelle in sechs Steuerklassen eingeteilt. Werbungskosten sind: Aufwendungen, die durch das Arbeitsverhältnis ver- anlasst sind (z. B. Kosten für Fahrt, Arbeitskleidung, Fachbücher u. a.). Sonderausgaben sind: Aufwendungen der Lebensfüh- rung, die aus sozialpolitischen Gründen steuerlich begünstigt werden (z. B.: Sozialversiche- rungsbeiträge, Beiträge für die Bausparkasse, u. a.). Außergewöhnliche Belastungen sind: Unfreiwillige Ausgaben (z. B. Ausbildungskosten für Kinder, Körperbehinderung, Ehe- scheidung).


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