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1 Die „Generation Kuschel“ ist da - Was Jugendliche heute von den Medien wollen Jens Lönneker.

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Präsentation zum Thema: "1 Die „Generation Kuschel“ ist da - Was Jugendliche heute von den Medien wollen Jens Lönneker."—  Präsentation transkript:

1 1 Die „Generation Kuschel“ ist da - Was Jugendliche heute von den Medien wollen Jens Lönneker

2 JUGENDJUGEND 2 Zentrale Frage jeder Jugend-Generation: Wo finde ich einen eigenen Sinn und Halt im Leben? Die Jugend-Generationen unterscheiden sich über ihre eigene und jeweils spezifische Sinnfindungs-Antwort, die sie angesichts der herrschenden Verhältnisse finden. Generation Kuschel ?

3 JUGENDJUGEND 3 70er Jahre: Generation Kuschel Besessen einer Ideologie folgen!

4 JUGENDJUGEND 4 Die 80er Jahre: Generation Kuschel Auf Reichtum und Karriere setzen!

5 JUGENDJUGEND 5 Die 90er Jahre: Generation Kuschel Spaß-Kultivierung und Ganzjahres-Karneval

6 JUGENDJUGEND 6 Die 00er Jahre: Generation Kuschel Pflege blühender Bindungs-Biotope

7 JUGENDJUGEND 7 Generation Kuschel Die Jugend sucht Halt in symbiotisch wuchernden Bindungs- und Interessensgeflechten.

8 JUGENDJUGEND 8 Keine klaren Abgrenzungen zwischen Gruppen, Generationen und Parteiungen, sondern Verschwisterung auf allen Ebenen: Symbiotisches Bindungsgeflecht in Freundeskreisen, in kollegialen Bündnissen, in der Familie zwischen den Generationen. „Wenn ich am Wochenende nach Hause komme, schlafe natürlich mit meinem Bruder in einem Bett.“

9 JUGENDJUGEND 9 „Ich lebe in Köln in einer WG, studiere aber in Düsseldorf. (...) Mein Job ist in Bonn. (...) Zweimal in der Woche bin ich in meinem Dorf in der Pfalz mit den alten Kumpels.“ „Wenn ich nichts besseres vorhabe, gehe ich mit meinem Vater in die Disco.“ „Wenn wir aus der Wohnung jetzt raus müssen, nehmen wir meine Mutter auf jeden Fall mit.“ Symbiotisches Bindungsgeflecht

10 JUGENDJUGEND 10 „Am schönsten ist es, gemeinsam im Schlafanzug auf dem Sofa DVD zu gucken.“ Leitend ist für die Jugend die Suche nach Nähe, Wärme und situativ nutzbaren Nest-Netzwerken. Symbiotisches Bindungsgeflecht Generation ‚Kuschel‘

11 JUGENDJUGEND 11 Symbiotisches Bindungsgeflecht Mit wem man sich gerade verbindet, ist keine Frage des Standpunktes, sondern des Standortes - das heißt der situativen Verfügbarkeit und der momentanen Konvergenz.

12 JUGENDJUGEND 12 Symbiotisches Bindungsgeflecht Die gelebte Fülle von Liebes- und Interessensformen verhindert Allein-Sein und Besinnung. Mit freier Zeit geht eine Panik vor leeren Momenten einher. Freie Zeit wird daher sofort mit TV, Telefonieren, SMS, PC-Internet gefüllt.

13 JUGENDJUGEND 13 Lebens- und Gestaltungsangst Der psychologische Hintergrund der Beziehungs-Symbiosen ist eine tiefgreifende Lebens- und Gestaltungsangst der Jugend. Der von der Shell-Studie 2002 festgestellte Zukunfts- Optimismus der Jugend wird/ist nur vorgeschoben - eine Art ‚Pfeifen im Wald‘.

14 JUGENDJUGEND 14 Lebens- und Gestaltungsangst Der eigene Lebensweg weckt Angst vor Einsamkeit. Der Weg aus dem Elternhaus wird wie ein Rauswurf erlebt. Neue sich eröffnende Lebensmöglichkeiten werden als bedrohlich und ungeheuerlich erlebt.

15 JUGENDJUGEND 15 Lebens- und Gestaltungsangst Das Lebensgefühl ist geprägt durch eine ideelle Haltlosigkeit: Worauf soll man im Leben setzen und sich verlassen, wenn alles relativ, beliebig und gleich-gültig ist? Das Leben erscheint in seiner unüberschaubaren Komplexität und überbordenden Multioptinalität als unermesslich und unbewältigbar.

16 JUGENDJUGEND 16 Lebens- und Gestaltungsangst Gestalte diese Leere!

17 JUGENDJUGEND 17 Die Jugend ist unsicher im Hinblick auf ihre Fähigkeiten, ihr eigenes Können und ihr Durchhaltevermögen. Könnens-Unsicherheit Gefühl, nicht wirklich gebraucht zu werden keine Rebellionsmöglichkeiten als Krafttraining Fehlen maßgebender Lehrmeister

18 JUGENDJUGEND 18 Sie wissen nicht, wohin die Lebensreise geht und welches Rüstzeug sie dafür brauchen. Könnens-Unsicherheit Superstars als Ersatzform!

19 JUGENDJUGEND führt häufig zu Schwanken zwischen Selbst-Zweifeln „Bevor ich mich an so ein Jurastudium wage, bleibe ich lieber bei dem, was ich kann.“ Könnens-Unsicherheit „Ich war lange selbstständige Promoterin.“ w., 22 J. Azubi Steuerfachgehilfin, verteilt Luftballons „Ich habe netto.“ m., 21 J. Student Elektrotechnik zum Gehalt seiner Mutter Selbst-Überschätzung

20 JUGENDJUGEND 20 große soziale Kompetenz: anklammern und umkümmern Harmonie-Streben bis hin zum sozialen Engagement toleranter offener Blick ohne ideologische Scheuklappen unverkrampft, zwanglos-spielerischer Habitus Flexible Flechtkünste situative Opportunität à la Schröder extrem anpassungsfähig und -willig dezente Markanz Eine nie da gewesene Meisterschaft entwickeln die Jugendlichen allerdings in ihren flexiblen Flechtkünsten:

21 JUGENDJUGEND 21 Nabelschnur Babyphone für Heranwachsende Kontrollorgan Kommunikations-Prothese Flexible Flechtkünste Das zentrale Medium der Jugendkultur ist das Handy:

22 JUGENDJUGEND 22 Stabilisiert wird das Leben durch Sicherheits- und Erfolgsglauben. Man hofft und glaubt vor allem an Versorgungs-Konstanz: (Ewiger) Erhalt elterlicher Versorgungs-Systeme: Ideal der Einlieger-Wohnung Vertrauen auf staatliche Absicherungen Auch wichtig: Karriere-Schablonen Familien-Schablonen Sicherheits- und Erfolgsglaube

23 JUGENDJUGEND 23 Aufgabenfelder der „realen Außenwelt“ wie Wirtschaft Technik Politik Umwelt werden als unüberschaubar erlebt und dämonisiert. Realitäts-Ausblendung

24 JUGENDJUGEND 24 Auffälliges Desinteresse an Politik und an der Entwicklung des Weltgeschehens. Soap operas übernehmen Funktion der Tagesschau: Dramatisierung der Sollbruchstellen im Bindungsgeflecht. Realitäts-Ausblendung

25 JUGENDJUGEND 25 Was kommt? Könnens- Unsicherheit Symbiotisches Bindungsgeflecht Lebens- und Gestaltungsangst Flexible Flechtkünste Sicherheits- und Erfolgsglaube Realitäts- Ausblendung

26 JUGENDJUGEND 26 1.Die unbewusste Lebensangst fördert auch bei der Jugend den derzeitigen Mega-Trend der Komplexitäts- Reduktion: Drei Marketing-Schlussfolgerungen Auch und vor allem die Jugend sucht Einfachheit, Nähe, Sicherheit, Berechenbarkeit und Überschaubarkeit.

27 JUGENDJUGEND 27 Drei Marketing-Schlussfolgerungen Statt Persönlichkeits-Profilierung setzen die Jugendlichen auf Gesellungs-Generierung. 2. Das Individualisierungs-Marketing ist ein Relikt der 90er Jahre.

28 JUGENDJUGEND 28 3.Die Suche der Jugend nach eigenen Ausdrucksformen tobt sich im Konsum-Alltag aus. Konsum-Anarchie als neuer Trend: Feste Regeln im Umgang mit Produkten oder feste Bindungen an Marken werden aufgelöst und durch eigenwillige Umsatzformen ersetzt. Drei Marketing-Schlussfolgerungen

29 JUGENDJUGEND 29 Was kommt? extrem flexibel tolerant und unverkrampft vielseitig begabt große soziale Kompetenz anpassungsfähig leistungsbereit sucht sinnvolle Berufung und begeisternden Anpack. Jugend 2003

30 JUGENDJUGEND 30 Jugend und Zeitungen Digitale Innenwelt statt analoger Außenwelt Und die Zeitungen...? Zeitungen sind Heimatmedien. Heimat ist auch für Jugendliche ein Orientierungspunkt in der Beliebigkeit und Vielfalt. Aber: Die Heimat der Zeitungen ist bislang außenorientiert. Die Heimat der Jugendliche ist aber ihre Innenwelt!

31 JUGENDJUGEND 31 Jugend und Zeitungen Zeitgeist Dialog statt Monolog Neue formale Stilmittel: Layout, Persiflage, Verfremdung Peer Group-Beispiel für Jugendkultur: ‚SMS‘ Tipps und Ratgeber für Jugendthemen: Ausbildung, Schule, Geldanlagen etc. Kritik, Hintergründe und Bewertung von Events wie ‚Deutschland sucht den Superstar‘ Seriöse Porträts der Stars und Vorbilder Mut zur Haltung und zum Standpunkt aus der Perspektive der ‚Heimat vor Ort‘

32 JUGENDJUGEND 32 Jugend und Zeitungen Alltag Bestandteil des Jugendalltags werden: in der Schule, auf dem Weg zur Ausbildung (Beispiel Gratiszeitungen), im Elternhaus. Promotions im Alltag von Jugendlichen. Beiträge zur Alltagswelt von Jugendlichen: Schule-Ausbildung, Verein, Peer Group-Schicksale, Events, Flirts... Innenwelt statt Außenwelt: Liebeskummer, Weltschmerz, Schulprobleme

33 JUGENDJUGEND 33 Jugend und Zeitungen Alltag Fernperspektive: Auslandsaufenthalte, Urlaubsziele etc. Jugendliche in und aus anderen Ländern und Kulturen, z. B. aus Brennpunkten wie Afghanistan, Irak, Palästina etc.

34 JUGENDJUGEND 34 Jugend und Zeitungen Politik Die politische Berichterstattung hat es besonders schwer, eine breite Akzeptanz bei Jugendlichen zu erzielen. Mögliche Ansätze: Mehr Innenweltperspektive, d. h. nicht nur objektive Fakten sondern auch objektive Gefühle. Kommentare mit wirklichen Positionen/Meinungen Junge Redakteure/Gastautoren mit Innenweltperspektive

35 JUGENDJUGEND 35 Jugend und Zeitungen Wirtschaft Ratgeber-Rubriken, die Jugendliche in die Welt der Wirtschaft und der Finanzen einführen. Informationen zu Ausbildung und Berufseinstieg Tipps zum Geldverdienen für Schüler und Studenten Möglichkeiten zur Geldanlage für das kleine Portemonnaie

36 JUGENDJUGEND 36 Jugend und Zeitungen Lokales Beiträge zur Alltagswelt von Jugendlichen: Schule-Ausbildung, Verein; Peer Group-Schicksale; physischer und psychologischer Terror untereinander; Events, Parties, Flirts... Innenwelt statt Außenwelt: Liebeskummer, Weltschmerz, Schul- und Ausbildungsprobleme etc.

37 JUGENDJUGEND 37 Jugend und Zeitungen Kultur/Unterhaltung Zentraler Überblick über Veranstaltungen, TV, Kino Subkulturen (Musik)-Moderatoren Neue Superstars Schauspieler (insbesondere auch der Daily Soaps) Cartoons

38 JUGENDJUGEND 38 Jugend und Zeitungen Last but not least: Formale Gestaltung Layout: Orientierung an der Videoclip-Technik Persiflage, Verfremdung und Variation neues, kritischeres Verhältnis zu Werbung

39 JUGENDJUGEND 39 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!


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