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Ökonomisch Denken Eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre.

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Präsentation zum Thema: "Ökonomisch Denken Eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre."—  Präsentation transkript:

1 Ökonomisch Denken Eine Einführung in die Volkswirtschaftslehre

2 MIKROÖKONOMIK Analysiert ökonomische Transaktionsbeziehungen zwischen Individuen, auf Märkten und in Organisationen → Entscheidungen der Wirtschaftssubjekte Zusammen- und Wechselspiel der Einzelinteressen (Konkurrenz und Kooperation) Preisbildung auf Einzelmärkten und in Interdependenz Positive Frage: Wie funktioniert die dezentrale Koordination individueller Pläne durch den Marktmechanismus“? Normative Frage: Funktioniert diese Koordination „gut“ oder „schlecht“ (z.B. verschwenderisch, instabil) Kann die Koordination der Pläne durch staatliche Interventionen/Institutionen verbessert/verschlechtert werden?

3 MAKROÖKONOMIE Untersucht das Zusammenspiel „aggregierter“ Märkte („Gütermarkt“, „Arbeitsmarkt“, „Geld- und Kapitalmarkt“) Ursachen von Wachstum, Stagnation, Schrumpfung des realen BSP Ursachen von Inflation und Massenarbeitslosigkeit Rolle der Geldpolitik, der Budget- und Steuerpolitik Entwicklung der Außenwirtschaft, der Wechselkurse (z.B. $/€) etc.

4 Grundfragen der Ökonomik Ökonomik? Wissenschaft vom Umgang des Menschen mit knappen Mitteln zur Befriedigung von Bedürfnissen Knappe Mittel? „Arbeitskraft“, „Kapital“,„Boden“ Knappe Güter? Alles, was Individuen wertvoll ist und relativ zu unseren Bedürfnissen knapp ist (materielle Güter, Freizeit, Sicherheit, Freiheit, Gesundheit, reine Umwelt, unberührte Natur) Verschiedene Bedürfnisse konkurrieren um den Einsatz knapper Ressourcen (Arbeit, Kapital, Boden); Wir müssen uns entscheiden!

5 Beispiel: Die Grenze der Produktionsmöglichkeiten „Kanonen“= Militärische Güter „Butter“=zivile Güter B (-) (+) Vollausschöpfung knapper Ressourcen erzwingt eine Entscheidung: Wenn wir mehr Kanonen wollen, müssen wir auf Butter verzichten! C Nicht erreichbar Transformationskurve X Ineffizienz = Ungenutzte Ressourcen A

6 Ursachen für „Ineffizienzen“ (= Verschwendung) Marktversagen (Natürliche Monopole, externe Effekte und öffentliche Güter, unvollkommene Information, konjunkturelle Instabilität) Staatsversagen (Bürokratieproblem, Missbrauch des Gewaltmonopols, Instrumentalisierung des Staates durch private Lobbys, Stimmenmaximierung, Krieg etc.) Staatsversagen (Bürokratieproblem, Missbrauch des Gewaltmonopols, Instrumentalisierung des Staates durch private Lobbys, Stimmenmaximierung, Krieg etc.)

7 Erweiterung der Produktionsmöglichkeiten Kanonen Butter a) Technischer Fortschritt (Prozess- und Produktinnovationen) b) Kapitalakkumulation (Investitionen in Sach- und Humankapital) c) Bevölkerungswachstum + Landgewinnung (extensive Wachstumsfaktoren)

8 Knappheit und rationales Verhalten Ökonomische Theorie unterstellt: Menschen wissen, was sie wollen (haben klar definierte „Präferenzen“ (Hierarchie von Wünschen, Bedürfnissen) Individuen verfolgen ihre eigenen Interessen relativ „eigensüchtig“ und rational abwägend = „HOMO OECONOMICUS“ „Methodologischer Individualismus“: Versucht Transaktionsbeziehungen (Tausch, Verträge, Organisationen) aus der Interaktion individueller Interessen zu verstehen

9 Ein Beispiel: Die Vorteile der Arbeitsteilung Wein Brot Produktionsmöglichkeitengrenze für Subjekt A (im „Land“ A) 1 Brot kostet Verzicht auf 0.5 Einheiten Wein Bevorzugte „Menüs“ (1 Einheit Wein pro 1 Einheit Brot) Wein A B Produktionsmöglichkeitengrenze für Subjekt B (im „Land“ A) 1 Brot kostet Verzicht auf 1 Einheit Wein +1 Brot Autarkie (4,4) Autarkie (6,6)

10 Wein Brot Produktionsmöglichkeiten für Subjekt A (im „Land“ A) 1 Brot kostet Verzicht auf 0.5 Einheiten Wein Bevorzugte „Menüs“ (1 Einheit Wein pro 1 Einheit Brot) Wein A B Produktionsmöglichkeiten für Subjekt B (im „Land“ B) 1 Brot kostet Verzicht auf 1 Einheit Wein Subjekt A bittet Subjekt B sich völlig auf Wein zu spezialisieren und verspricht den bisherigen Brotbedarf des B (6 Einheiten) im Tausch gegen 6 Einheiten Wein zu decken (Tauschverhältnis 1:1) A* BROT SASA SBSB B ist nicht schlechter dran als vorher (B*=B), A ist deutlich besser dran A*(6,6)! Tauschrate B*

11 Subjekt A kann Subjekt B am Produktivitätsgewinn beteiligen (z. B. günstigere Tauschrate – „Terms of Trade“ - offerieren, etwa 0.7 Einheiten Wein pro Einheit Brot) Freihandelstheorem: Beide Seiten können vom Außenhandel profitieren, wenn die komparativen Vorteile unterschiedlich sind (David Ricardo) Theoretische Basis für GATT (WTO), EU, EFTA etc. Notwendige Bedingung: Jene Ressourcen, die bislang für Weinproduktion (Brotproduktion) eingesetzt wurden, müssen in Brotproduktion (Weinproduktion) „umgeschmiedet“ werden! Wechselseitige Abhängigkeit muss akzeptiert werden Strukturwandel kann mit erheblichen Kosten und einseitigen Verteilungseffekten verbunden sein (Globalisierung  Arbeitslosigkeit) Strukturwandel kann mit erheblichen Kosten und einseitigen Verteilungseffekten verbunden sein (Globalisierung  Arbeitslosigkeit) Werden Verlierer von Gewinnern kompensiert???

12 Ein kleines Experiment Jede(r) Spieler/in erhält einen Scheck über € geschenkt! In einer Art „Wahlzelle“ wird eine Urne aufgebaut Jede(r) Teilnehmer/in hat die Möglichkeit unbeobachtet von allen anderen, den Scheck einzuwerfen oder auch nicht Die Gesamtsumme aller eingeworfenen Schecks wird vom Spielleiter verdoppelt und an alle Spieler/innen zu gleichen Teilen verteilt Werden Sie den Scheck einwerfen (Ja/Nein?)

13 „Gefangenendilemma“ (Annahme: 20 Teilnehmer) ( , ) JA 19 andere sagen Nein Ich sage JANein ( , ) ( , ) ( , )

14 Der „Homo oeconomicus“ Gleichgültig, ob die anderen ihre Schecks einwerfen oder nicht – „nicht Einwerfen“ ist immer die bessere individuelle Strategie→ Gleichgültig, ob die anderen ihre Schecks einwerfen oder nicht – „nicht Einwerfen“ ist immer die bessere individuelle Strategie→ Rationales, eigensüchtiges Subjekt würde nicht kooperieren Wenn sich alle so verhalten, sind jedoch alle schlechter dran, als wenn sie kooperieren! Kooperation bedarf vertraglicher, institutioneller Absicherung!

15 Das „Ultimatumspiel“ Jede(r) Zweite im Raum erhält einen Scheck über € Er/Sie muss einem der leer Ausgegangenen irgendeinen Aufteilungsvorschlag machen (z.B. 90 % für mich, 10 % für Dich; fifty/fifty etc.) Lehnt der/die andere den Vorschlag ab, wird der Scheck eingezogen und verfällt – keiner der beiden bekommt etwas; Akzeptiert der/die andere den Vorschlag, werden die Beträge gemäß der vorgeschlagenen Aufteilung an beide ausbezahlt; Welchen Aufteilungsvorschlag würden Sie machen?

16 Wie verhält sich der „Homo oeconomicus“? 99,99% für mich; 0.01 % für Dich … Ich antizipiere: Wenn die andere Person ebenfalls ein rationaler „Homo oeconomicus“ ist, wird sie den Vorschlag akzeptieren. WESHALB? Lehnt sie ab, verliert sie einen Euro und stellt sich freiwillig ökonomisch schlechter – wäre dumm! In der Realität: Fairness ist den Menschen wichtig!! Sie sind bereit, Ressourcen (zum Teil!) zu opfern, um den anderen für einen (extrem) unfairen Vorschlag zu bestrafen! Faire Regeln der Aufteilung eines Kuchens sind produktiv, weil sie Konflikte verhindern, bei denen alle am Ende verlieren!

17 Nutzen und Kosten Annahme: Rationaler, eigensüchtiger Homo Oeconomicus wägt bei Entscheidungen „Nutzen“ und „Kosten“ von Handlungsalternativen optimierend ab. („Zahlt es sich aus?“) „Kosten“ = entgangener Nutzen der nächst besten Handlungsalternative = Opportunitätskosten Nutzenmaximierungshypothese = Überschuss des Nutzens über die Kosten wird maximiert = Gravitationsprinzip der Ökonomik Nutzen- und Kostenbewertungen werden aus vorgegebenen Präferenzen der Individuen abgeleitet

18 Ökonomik erklärt nicht, wie individuelle Präferenzen zustande kommen (Erziehung? Gesellschaftliches Umfeld? Medien?) Ökonomik fragt nicht, ob Präferenzen (einzelner, vieler) Individuen ethisch-moralisch legitim sind; Isolierte Betrachtungsweise ist legitim, solange man nur verstehen will, weshalb ein bestimmtes Verhalten beobachtet wird Isolierte Betrachtungsweise ist legitim, solange man nur verstehen will, weshalb ein bestimmtes Verhalten beobachtet wird Ist fragwürdig, wenn wir normative Urteile abgeben z.B. „Der ORF sollte weniger klassische Konzerte und mehr Musikantenstadl anbieten, weil sich letzteres ökonomisch rechnet, ersteres hingegen nicht …“ z.B. „Organhandel auf Basis freiwilligen Tausches zwischen Erwachsenen sollte liberalisiert werden“

19 Das ökonomische Prinzip „Homo oeconomicus“ setzt Aktivität, wenn die Aktivität einen Überschuss des (privaten) Nutzens über die (privaten) Opportunitätskosten abwirft? ( = entgangener Nutzen der nächst besten alternativen Verwendung knapper Ressourcen) Aktivitätsniveau wird Nutzen maximierend festgelegt, (privater) Grenznutzen und (private) Grenzkosten werden ausgeglichen! Aktivitätsniveau wird Nutzen maximierend festgelegt, (privater) Grenznutzen und (private) Grenzkosten werden ausgeglichen! Grenznutzen = Zusatznutzen einer weiteren Einheit Grenzkosten = Zusatzkosten einer weiteren Einheit

20 Ein Beispiel: Der Zigarrenraucher Maximale Zahlungsbereitschaft Für die erste, zweite, dritte Zigarre usw. = Maß des Zusatznutzens jeder weiteren Einheit „Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen“ – relative Sättigung Preis pro Stück= Zusatzkosten = „Grenzkosten“ pro Stück Gewinn des Konsumenten aus dem Kauf der ersten Zigarre = 4 € € Anzahl der Zigarren Gewinn aus dem Kauf der zweiten Zigarre = 2 €, aus dem Kauf der dritten = 0 € Maximale „Konsumentenrente“ = 6€ = Gesamtnutzen minus Gesamtkosten von drei Stück (18€ - 3x4€=6€)

21 Das Gesetz der Nachfrage Sinkt der Preis (=marginale Opportunitätskosten) pro Stück (z.B.auf 1 €), so wirft auch die 4. Einheit einen Überschuss ab Es erhöht sich die nachgefragte Menge (z.B. von 3 auf 5 Stück) → GESETZ DER NACHFRAGE Gründe für das Gesetz der Nachfrage (allgemein): (1) Abnehmender Grenznutzen – Sättigungseffekte (2) Substitutionseffekt (Zigarren werden billiger – Leute rauchen mehr Zigarren, weniger Zigaretten) (3) Jeder (bisherige) Nachfrager kann sich „mehr leisten“ („Einkommenseffekt“ niedrigerer Preise) (4) Mehr Nachfrager können sich das Gut leisten (Markterweiterung)

22 Sinkt der Preis, so erhöht sich der Transaktionsgewinn des Konsumenten (= die Konsumentenrente) Durchschnittlicher Wert einer Einheit des Gutes aus Sicht des Konsumenten ist höher als der Marktpreis! Im Zigarrenbeispiel Ø-WERT =(8+6+4)/3=6€ > 4€ = Preis. Extremes Beispiel: Wasser/Diamanten Marktpreis spiegelt den (marginalen) Wert der letzten (im Zigarrenbeispiel: 3.) konsumierten Einheit = Grenznutzen der 3. Zigarre!

23 Der Pauschaltarif Ein kubanischer Ferienklub macht dem Zigarrenraucher ein Angebot: „Du kannst wählen zwischen (1) Einzeltarif pro Zigarre von 4 € oder (2) „Raucherpass“ zu 13 € - dann darfst Du so viele Zigarren rauchen, wie Du willst Wie wird sich der Raucher entscheiden? Beim Einzeltarif beträgt die Konsumentenrente ( x4=6 €) Beim Pauschaltarif beträgt die Konsumentenrente ( =8 €)

24 Maximale Zahlungsbereitschaft Für die erste, zweite, dritte Zigarre usw. = Maß des Zusatznutzens jeder weiteren Einheit „Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen“ – relative Sättigung Preis pro Stück= Zusatzkosten = „Grenzkosten“ pro Stück Gewinn des Konsumenten aus dem Kauf der ersten Zigarre = 4 € € Anzahl der Zigarren Gewinn aus dem Kauf der zweiten Zigarre = 2 €, aus dem Kauf der dritten = 0 € Maximale „Konsumentenrente“ = 6€ = Gesamtnutzen minus Gesamtkosten von drei Stück (18€ - 3x4€=6€)

25 Raucher vergleicht Zusatzkosten des Pauschaltarifs (13 € - 3x4 € = 1 €) mit dem Zusatznutzen aus dem Konsum der 4. und 5. Einheit (= 2 € + 1 € =3 €) Raucher wählt Pauschaltarif und konsumiert Zigarren bis zur Sättigungsgrenze („All inclusive Effekt“) Raucherpass kann sich auch für den Ferienklub lohnen, wenn Zusatzeinnahmen (+1€) größer sind als Zusatzkosten für zwei Zigarren im Einkauf Beispiele ähnlicher Tarife: Netzkarten für öffentliche Verkehrsunternehmen, Skipässe etc.

26 Effizienz versus Gerechtigkeit Nutzen des A Nutzen des B Zwei Individuen kooperieren! Bei voller Ausschöpfung potenzieller Kooperationsgewinne sind alle Verteilungszustände an der Nutzenmöglichkeiten-Grenze erreichbar U B,min U A,min N Egalitäre Verteilung (Nutzen des A ist gleich hoch, wie der Nutzen des B Zustand der „Autarkie“ = Ineffizienz X G H E Philosoph J. Rawls: Verteilung E ist gerecht, wenn es keine Rechtfertigung für Ungleichheit gibt! Ungleichheit muss gerechtfertigt werden

27 Nutzen des A Nutzen des B Negative Anreizeffekte von extremer Gleichheit/Ungleichheit führen jedoch zu Ineffizienzen (unausgeschöpften Kooperationsgewinnen) U B,min U A,min N Kommunistische Utopie: Nutzen des A sollte gleich hoch werden, wie der Nutzen des B Zustand der „Autarkie“ = Ineffizienz X E Effekt: Fehlende Leistungsanreize machen alle ärmer – Kuchen schrumpft! R K Extreme Ungleichheit dank „Minimalstaat“ Kuchen schrumpft wegen hoher „Abwehrausgaben“ des reichen A M Schwächeres Subjekt B ist relativ am besten dran in Punkt R Moderate Ungleichheit wird akzeptiert S

28 Gerechtigkeitsprinzipien „Leistungsprinzip“ (subjektive Leistung? Leistung relativ zur individuellen Leistungsfähigkeit? Marktleistung? ) „Bedarfsprinzip“ (Grundrecht auf bestimmte notwendige Güter – Gesundheit, Bildung, Ernährung, Wohnraum etc.) Alle entwickelten Marktwirtschaften agieren im Spannungsfeld beider Prinzipien Besteuerung nach dem „Leistungsfähigkeitsprinzip“ und/oder „Äquivalenzprinzip“ Transferzahlungen nach dem „Bedarfsprinzip“ und/oder „Äquivalenzprinzip“

29 Grundbegriffe der Verteilung Unterscheide Einkommensverteilung/Vermögensverteilung Personelle Verteilung (nach Haushalten/Individuen) /funktionelle Verteilung (=Arbeitseinkommen/Kapitaleinkommen) Primäre Einkommensverteilung/sekundäre Einkommensverteilung Sekundäre entsteht aus primärer durch Steuern (z. B. progressive Einkommenssteuer) und Transferzahlungen (z.B. Familienbeihilfe, ALU, Pensionen)

30 Norway Sweden Australia Canada Netherlands Belgium Denmark United States Japan Ireland Switzerland United Kingdom Finland Austria France Germany Italy Einkommensanteil der ärmsten 10 % der reichsten 10 % Relation der Anteile reichste 10 % zu ärmste 10 % Quelle: Human Development Report 2005 (UNO)

31 Nochmals: Was ist „allokative“ Effizienz“? Ein Allokationszustand ist effizient, wenn niemand mehr besser gestellt werden kann, ohne dass ein anderer schlechter gestellt wird Ein Allokationszustand ist ineffizient, wenn man zumindest ein Subjekt noch besser stellen kann, ohne dass ein anderes schlechter gestellt werden muss Beispiel: Zuteilung (=Allokation) von Rot-Kreuz- Paketen an eine Gruppe von Kriegsgefangenen – in allen Paketen sind gleich viele Mengen Brot, Zigaretten und andere Güter enthalten Die Kriegsgefangenen werden sofort zu tauschen beginnen (Zigaretten sind für Nicht-Raucher wertlos, für Raucher sehr wertvoll...) Ein effizienter Allokations- Zustand ist erst dann erreicht, wenn niemand mehr durch Tausch profitieren kann.

32 Zuteilungsmechanismen knapper Güter und Effizienz Verlosung (Zufall) Rationierung „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ Administrative Kriterien (Bedarfsprüfung, politische Beziehungen) Versteigerung an den Bestbieter (Preismechanismus auf Märkten)

33 Anzahl verfügbarer Parkplätze € Angebotsmenge ist gegeben (unabhängig vom Preis) Parkgebühr pro Tag Maximale Zahlungsbereitschaft des A B C D E F G Beispiel: Die Parkraumbewirtschaftung Bei einem Preis von Null herrscht Mangel an Parkplätzen

34 Anzahl verfügbarer Parkplätze € Angebotsmenge Parkgebühr pro Tag Maximale Zahlungsbereitschaft A B C D E F G Beispiel: Zufallszuteilung G hat sich den 3. Parkplatz geschnappt, C geht leer aus Beide könnten vom Tausch profitieren C bietet 2 Euro, G verzichtet Gewinn des G Gewinn des C

35 Anzahl verfügbarer Parkplätze € Angebotsmenge Parkgebühr pro Tag Maximale Zahlungsbereitschaft A B C D E F G Beispiel: Preismechanismus Markträumende Parkgebühr von 2 € wird eingeführt! F und G verzichten freiwillig. Kosten sind höher als Nutzen! Niemand kann durch Tausch besser gestellt werden, ohne einen anderen schlechter zu stellen: Zustand ist ökonomisch effizient! Hohe Parkgebühr von 6 Euro wird eingeführt Zustand ist nicht mehr effizient Weil D und E auf Nutzung verzichten, obwohl Parkplätze leer stehen!

36 Vertikale Preisbindung und die Empfehlungsmacht des Händlers Maximale Zahlungsbereitschaft für das „beste“ Paar Ski (Kunde lässt sich vom Händler beraten!) A B C D E F G Händler-Einstandspreis beider Marken ist gleich hoch Vorgeschriebener Endverkaufspreis des Superski Spannen Preise in € Menge Vorgeschriebener Endverkaufs preis des anderen Skis A,B,C,D kaufen Superski, nur E kauft den „schlechteren“ Ski

37 Theorie der Eigentumrechte I Wir unterscheiden „Private“ Güter (Ausschluss einzelner vom Nutzen ist möglich – Beispiel: Apfel) Individuen können unterschiedliche Mengen eines privaten Gutes konsumieren (z.B. Zigarren s.o.) „Öffentliche“ Güter (Ausschluss einzelner vom Nutzen ist unmöglich – Beispiel: Leuchtturm, öffentliche Sicherheit, reine Umwelt) Alle Individuen müssen die gleiche Menge eines öffentlichen Gutes konsumieren – jedes Individuum wird diese Menge jedoch unterschiedlich bewerten (Pazifist/Militarist) Auf Märkten können nur private Güter gehandelt werden

38 Jedes Subjekt muss seine individuelle Zahlungsbereitschaft deklarieren, um in den Genuss des privaten Gutes zu kommen Zahlungsbereitschaft für ein öffentliches Gut kann zwar abgefragt werden („Wieviel wäre Dir mehr Umweltschutz wert?“). Wird daran eine drohende Zahlungsverpflichtung geknüpft, hat der Homo oeconomicus jedoch den Anreiz als „Trittbrettfahrer“ zu agieren. Es entsteht ein „Gefangendilemma“: Die wahre Zahlungsbereitschaft wird verheimlicht – die anderen sollen zahlen! Je größer die Gemeinschaft der Zahler und je unbedeutender der eigene Beitrag zur gesamten Finanzierung, desto größer ist der Anreiz als Trittbrettfahrer zu agieren Zwangsabgaben sind – im allgemeinen – notwendig, um öffentliche Güter zu finanzieren

39 Die „Tragödie der Allmende“ „Allmende“ war das gemeinsam genutzte Weideland der Bauern eines Dorfes Wurde chronisch übernutzt und schließlich „privatisiert“Weshalb? Neben öffentlichen und privaten Gütern existiert das „Gemeinschaftsgut“ als dritte Kategorie Gemeinschaftsgüter könnten zwar privatisiert werden, ihre Nutzung steht jedoch verschiedenen Individuen gleichberechtigt offen (Fischbestand der Meere, Regenwald, gemeinschaftlicher Wasser/ Wärmeverbrauch in einer Wohnhausanlage

40 Ein Fischteich darf von allen genutzt werden Seine Reproduktionskraft ist biologisch begrenzt Landwirte verdienen 4 € pro Tag Wie viele Landwirte werden in die Fischerei wechseln? Zahl der aktiven Fischer Gesamter Ertrag in € Pro-KopfErtrag AlternativesEinkommen als Bauer 44444PrivaterGewinn aus dem Wechsel Volkswirtschaft- licher Gewinn 10-1x4=616-2x4=818-3x4=616-4x4= x4=-8

41 Weshalb treten mehr Fischer ein, als volkswirtschaftlich optimal wäre? Der 3. Fischer rechnet, dass er 2 € mehr verdient, wenn er aktiv wird Er ignoriert, dass er dem 1. und 2. Fischer einen Schaden von 4 € zufügt (= negativer „externer Effekt“)! Der volkswirtschaftlicher Ertrag aus der Fischerei sinkt daher um 2 €! Der 4. Fischer erzeugt sogar einen Schaden von 6 € Vergeudung von Ressourcen – Ineffizienz! Könnte man zwei Fischer „überreden“, in die Landwirtschaft zurückzukehren, wären 8 € zusätzlich zu verteilen

42 Privateigentum als effiziente Lösung? Gemeinde könnte Fischteich verpachten (um maximal 7.99 € pro Jahr) Pächter würde nur zwei Fischer beschäftigen zum Lohn von 4 €. Gemeinde könnte Fischteich verkaufen („privatisieren“) – Einmalerlös (abgezinster Barwert der Zukunftserträge) Privateigentümer hätte Anreiz auch zu investieren... Andere Lösung: Fischereigenossenschaft legt Fangregeln fest, beschränkt den Zugang

43 Zahl der aktiven Fischer Gesamter Ertrag in € Pro-KopfErtrag AlternativesEinkommen als Bauer 44444PrivaterGewinn aus dem Wechsel Volkswirtschaft- licher Gewinn 10-1x4=616-2x4=818-3x4=616-4x4= x4=-8

44 Sowohl mit dem Auto als auch mit der U-Bahn erspart man sich Zeit relativ zum Fußweg! Zeitersparnis mit dem Auto ist jedoch abhängig vom „Stau“! Zeitersparnis mit der U-Bahn ist konstant (4 Min) Annahme: alle sonstigen Kosten und Nutzen sind gleich Zahl der Auto-fahrer12345GesamteZeit-ersparnis Pro-KopfErsparnis Zeitersparnis mit der U- Bahn 44444PrivaterVorteil aus dem Wechsel Volkswirtschaft- licher Gewinn 10-1x4=616-2x4=818-3x4=616-4x4= x4=-8

45 Allgemeines Grundproblem: Individuen orientieren sich nur an privaten Nutzen und Kosten – ignorieren externe Effekte – Ursache für Umweltprobleme! LKW-Fahrten über den Brenner pro Minute € Private Kosten pro Kg Fracht in Abhängigkeit von der Zahl der Fahrten (Benzin + Abschreibung + Personal +Maut+ Stau) Maximale Zahlungsbereitschaft am Markt für die 1., 2., 3, 4... Fahrt Externe Kosten (Lärm, Abgase) Volkswirtschaftliches Optimum Marktergebnis Wohlfahrts verlust

46 Wettbewerb und Monopol „Vollkommener Wettbewerb“ – ein abstraktes Idealbild des perfekt funktionierende Marktes Charakterisiert durch Unzählige kleine Anbieter und Nachfrage Marktpreise sind für jeden Anbieter und Nachfrage vorgegeben („durch den Markt bestimmt“): Weder Anbieter noch Nachfrager können Preise „setzen“ Vollkommen freier Marktzutritt Vollkommene Markttransparenz (= vollkommene Information Keine externen Effekte (vollständig definierte Eigentumsrechte)

47 Kostenbegriffe Gesamte Kosten Produktionsmenge € Fixe Kosten Variable Kosten Grenzkosten +1 „Grenzkosten“ = zusätzliche Kosten einer weiteren Einheit W

48 Abgeleitete Kostenbegriffe MengeFKVKTK  FK VKVKVKVK TKTKTKTKGK

49 Produktionsmenge Grenzkosten €  VK = variable Stückkosten  FK = fixe Stückkosten  TK = totale Stückkosten GK=  VK= 8 € GK=  TK= 13 €

50 Fixe Kosten pro Stück (=  FK) fallen durchgängig mit steigender Produktionsmenge (Massenproduktionsvorteile, „Skalenerträge“) Variable und totale Kosten pro Stück (  VK,  TK) fallen zunächst, erreichen ein Minimum und beginnen dann wieder zu steigen Stückkosten fallen (steigen), wenn die Grenzkosten höher (niedriger) als die Stückkosten sind Unterscheidung fix/variable Kosten hängt vom Zeithorizont ab: ultrakurzfristig sind fast alle Kosten fix, langfristig sind alle Kosten variabel

51 Produktionsmenge Grenzkosten €  VK = variable Stückkosten  FK = fixe Stückkosten  TK = totale Stückkosten GK=  VK= 8 € GK=  TK= 13 € P= 15 € X* = optimale Angebotsmenge A B Stückgewinn + -C Maximaler Gesamtgewinn Die optimale Angebotsmenge für einen Wettbewerbsanbieter

52 Produktionsmenge Grenzkosten €  VK = variable Stückkosten  FK = fixe Stückkosten  TK = totale Stückkosten GK=  VK= 8 € GK=  TK= 13 € P= 15 € X* = optimale Angebotsmenge Stückgewinn C Reaktionen des Anbieters auf eine Preiserhöhung D Ursprünglicher Gewinn Neuer Gewinn

53 Produktionsmenge Grenzkosten €  VK = variable Stückkosten  FK = fixe Stückkosten  TK = totale Stückkosten GK=  VK= 8 € GK=  TK= 13 € P= 15 € X* = optimale Angebotsmenge Stückgewinn C Reaktionen des Anbieters auf eine Preissenkung „Shut down point“

54 Produktionsmenge Grenzkosten €  VK = variable Stückkosten  FK = fixe Stückkosten  TK = totale Stückkosten Reaktionen des Anbieters auf eine Stücksteuer P=15 € CD

55 Das Marktangebot Angebotsreaktion jeder einzelnen Firma folgt aus dem Verlauf der Grenzkosten rechts vom „Shut down point“: Mit steigendem Preis wird der gewinnmaximierende Wettbewerbsanbieter mehr anbieten („Gesetz des Angebots“) – nach der Regel Preis (= Grenzerlös) = Grenzkosten Addieren wir die Angebotsmengen aller Firmen bei jedem Preis, erhalten wir die „Marktangebotskurve“

56 Das Gesetz von Angebot und Nachfrage Preis Menge XNXN Nachfragekurve Angebotskurve Überangebot E XAXA AN

57 „ Herr, verschone uns vor einer guten Ernte“ Nachfrage nach Getreide Angebot an Getreide P0P0 X0X0 E0E0 Preise Mengen E1E1 (-) (+) X1X1 P1P1 Eine „gute Ernte“ Positiver Mengeneffekt auf den Umsatz ist kleiner als negativer Preiseffekt – Bauern verdienen weniger als bei schlechter Ernte

58 Vollkommener Wettbewerb ist „effizient“ Preise Mengen Konsumentenrente (aufsummierter Überschuss der maximalen marginalen Zahlungsbereitschaften über den tatsächlich zu zahlenden Marktpreis) Produzentenrente (aufsummierte Differenzen zwischen Marktpreis und Grenzkosten) P*=GK X* ESumme aus Konsumenten + Produzentenrente ist maximal A N

59 Die „erfolgreiche“ Bekämpfung des Rauschgiftimports Preise Mengen N A0A0 P0P0 X0X0 E0E0 E1E1 A1A1 50 % des potenziellen Angebots wird an der Grenze beschlagnahmt (+) (-) Positiver Preiseffekt stärker als negativer Mengeneffekt! Conclusion: Einnahmen der Rauschgifmafia steigen!!! Auch die Nachfrage muss bekämpft Werden!

60 Das Monopol Monopole sind marktbeherrschende Anbieter Sehen sich der Marktnachfragekurve gegenüber – können den Preis setzen Weshalb gibt es Monopole? Regulierungen natürliche Seltenheiten technologischer Wissensvorsprung und Patente Netzwerktechnologien (Fallende Grenz- und Durchschnittskosten, der Zutritt neuer Anbieter ist unmöglich oder schwierig)

61 Das Monopol MARKTPREISMENGEUMSATZGRENZUMSATZKOSTENGRENZKOSTENGEWINN

62 N Monopolist weiß: Wenn er eine Einheit mehr absetzen will, muss er den Preis senken. Dadurch wird der zusätzliche Erlös aus der höheren Absatzmenge geschmälert: Grenzumsatz liegt unter dem Marktpreis, kann sogar negativ werden Grenzumsatz GK P* X* W Umverteilung vom Konsumenten zum Monopolisten Verlust an Konsumentenrente und Produzentenrente (Ineffizienz des Monopols) PWPW C Mengen Preise

63 Transaktionskosten Transaktionskostenskosten sind all jene Kosten, die anfallen, um einen vorteilhaften Tausch überhaupt erst zustande zu bringen Grundproblem: unvollkommene Information Anbieter und Nachfrager müssen sich „finden“ (Suchkosten fallen an) Vertrauensprobleme treten auf, wegen asymmetrisch verteilter Information in einer arbeitsteiligen Wirtschaft („Ist der Wein wirklich gut“? „Ist der Arzt vertrauenswürdig“) Dadurch: Adverse Selektion im unregulierten Wettbewerb Wenn Vertragserfüllung nicht eindeutig beobachtbar ist: „Moral Hazard“, z.B. Versicherungsbetrug „Hold-up“ Problem: Irreversible Investitionen auf einer Vertragsseite verführen zum erpresserischen Nachverhandeln durch die andere Seite! Institutionen werden wichtig! Vollkommener Wettbewerb ist Fata Morgana Firmen als „Inseln der Planwirtschaft“ entstehen, um den Transaktionskosten der Benützung des anonymen Marktes auszuweichen!!

64 Der „Weinskandal“ N Preise Mengen A W P* X* Einige Weinbauern pantschen den Wein und senken dadurch heimlich ihre Kosten (und Grenzkosten!) P1P1 X1X1 P Preis für „edlen“ Tropfen sinkt, gute Anbieter werden vom Markt verdrängt (Gleichgewicht P) P‘ Konsumenten entdecken Nach einiger Zeit das Glykol im Wein – Markt bricht fast völlig zusammen Gleichgewicht P‘ X2X2 P2P2

65 Eigentumsrechte II: Das „Coase Theorem“ Nichtraucher A Raucher B Reinheitsgrad der Luft 0% 100% rein Marginale maximale Zahlungsbereitschaft für zusätzliche Reinheit Marginale maximale Zahlungsbereitschaft für Luftverschmutzung durch Rauchen 60 % P A0 P B0 P B1 80% P A1 Bewertungsdifferenz C

66 Es kommt – unabhängig von der Zuteilung des Eigentumsrechts an „reiner Luft“ an A oder B - zu einem Interessensausgleich Allerdings: derjenige mit dem Eigentumsrecht ist in stärkerer Verhandlungsposition Problem: in der realen Welt verhindern Transaktionskosten einen Interessensausgleich zwischen Umweltverschmutzern und Betroffenen Ein Verschmutzer – viele Betroffene – ein Gefangenendilemma (wer organisiert die Bürgerinitiative?) Strategisches Verhalten (Verzerrte Darstellung der eigenen Präferenz, um höhere Entschädigung zu bekommen)

67 Gesamte Kosten, Erlös Produktionsmenge € Fixe Kosten Die gewinnmaximale Angebotsmenge eines Wettbewerbsanbieters in anderer Darstellung Erlös = Preis (= 1 €) x Menge Gewinn= Erlös – Kosten Gesamte Kosten Gewinnmaximierende Menge, wo Grenzerlös = Grenzkosten € =Grenzerlös = Marktpreis +1€ GK


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