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HINDUISMUS UND BUDDHISMUS Miteinander so verwandt wie Judentum und Christentum/Islam Buddhismus steht auf den Schultern des Hinduismus bzw. ist aus ihm.

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1 HINDUISMUS UND BUDDHISMUS Miteinander so verwandt wie Judentum und Christentum/Islam Buddhismus steht auf den Schultern des Hinduismus bzw. ist aus ihm entstanden

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3 Die Ursprungsreligion Hinduismus = älteste Religion der Erde In ihren Anfängen fünftausend Jahre alt Hinduismus = Fremdbezeichnung Eigenbezeichnung: Brahmanismus Keine einheitliche Religion, sondern Vielzahl von Philosophiesystemen und religiösen Traditionen in einem Schmelztigel: „Wenn es eine einzige Kirche gäbe, die alle Konfessionen umfasste...“ (Zitat aus Halbfas, Religionsbuch 8, S. 163)

4 Zwei Quellen des Hinduismus Altindische Religion der ansässigen Draviden; Ackerbauer; Shiva-Linga Kult und Tierverehrung Religion der Arier, die im 2. Jahrtausend v.u.Z. von Norden her nach Indien vordrangen; Hirten mit reichem Pantheon (Götterwelt); Krieger, die nach und nach die obersten Kasten bildeten. Bringen die heiligen Schriften mit (Veden).

5 Konsolidierung um 700 v. Chr. Sanskrit ist heilige Sprache Dravidische und arische Gottheiten nebeneinander: Shiva, Brahma, Vishnu, Shakti, Parvati …. Kastenwesen konsolidiert Opfer in Tempelanlagen – Brahmanen als Priester

6 Ab 500 v. Chr. Hinduismus gerät deutlich in Defensive Buddhismus blüht auf, bis er – nach der erneuten Erstarkung des Hinduismus – praktisch ganz aus Indien vertrieben wird: Ausbreitung nach Süden und Osten: Sri Lanka (Ceylon), Indonesien, Japan, China ……

7 Was alle Indus verbindet …. Zyklisches Denken Vorstellung von den verschiedenen Kalpas (= ein Weltzeitalter reiht sich an das andere: Schöpfung – Dauer – Zerstörung – Neuschöpfung Vorstellung vom Dharma als unverrückbarem Weltgesetz Vorstellung von Karma und von der Wiedergeburt der Seele Vorstellung von der Kastenordnung

8 Kastenwesen Strikte Ordnung der Gesellschaft in 4 Hauptkasten bzw. tausende von Unterkasten Brahmanen = Priester Ksatryas = Krieger und Politiker Vaishyas = Bauern, Viehzüchter, Gewerbetreibende, Kaufleute Shudras = Arbeiter und niedere Handwerker Kastenlose: Parias, Kinder Gottes, Unberührbare …. = für unehrbare Berufe

9 Merkmale des Kastenwesens Man wird in eine Kaste hinein geboren und verlässt sie erst druch den Tod (kein Wechsel möglich) Strikte Trennung der Kasten: keine Heiraten zwischen den Kasten möglich Bestimmte Berufe nur in bestimmten Kasten möglich Je ländlicher desto deutlicher ist Kastenwesen noch heute ausgeprägt

10 Ghandi Führt Indien 1947 in die Unabhängigkeit Die neue Nationalfahne: safranrot (Hinduismus), Grün (Islam) und Weiss (Christen, Juden, Parsen …) Auseinandersetzung zwischen Hindus und Moslems führen zur Abspaltung von Pakistan Kastenwesen von Staates wegen abgeschafft, doch bis heute „wirksam“ ….

11 Was ist das Dharma? Es gibt – durch alle Weltzeitalter hindurch – ein ehernes Gesetz, das alles bestimmt, vom Lauf der Gestirne bis zur Ordnung der Gesellschaft in den Kasten. Dharma regelt die Welt der Götter und der Menschen und steht über beiden. Wer sich dem Dharma gemäss verhält, erwirbt sich gutes Karma – und das Gegenteil.

12 Was heisst Karma? Karma = die Summe der guten und der schlechten Taten, Gedanken und Worte, die ich mir im Verlauf meines Lebens erwerbe Karma = Art von „Rucksack“, in den alles eingepackt ist, was ich im Leben tue und unterlasse

13 Folgen des Erwerbs von gutem Karma … Wiedergeburt in einer höheren Kaste Im besten Fall: Erlösung aus dem Kreislauf der Wiedergeburten und endgültiges Zur-Ruhe-kommen in Moksha (buddh.. Nirvana)

14 Folgen des Erwerbs von bösem Karma …. Wiedergeburt in einer tieferen Kaste oder als Kastenloser Je nach Vorstellung Wiedergeburt als Tier Lebensvoraussetzungen, die von Anfang an schwierig sind (Krankheit, Invalidität, Armut, „Pech“ aller Art … Keine Erlangung von Erlösung (Moksha)

15 Böses und Unheilvolles auf Erden Hat mit Gott oder den Göttern nichts zu tun Ist die Folge von schlechtem Karma Jeder Mensch ist selber schuld an seinem jetzigen Schicksal Das aktuelle Leben ist die Konsequenz der früheren Leben und – gleichzeitig – die Voraussetzung für kommende Leben

16 Moksha Entspricht in etwa dem buddhistischen Nirwana Kein Ort, kein Paradies, eher Zustand Totales Wissen, Durchblick, Ruhe und Seelenfrieden Befreiung von allen Fesseln der Veränderlichkeit, Endlichkeit, Materialität

17 Götterwelt Zwischen 300‘000 und 3‘000‘000 Gottheiten und Devas (Halbgötter) Polytheismus Doch: Für mache Hindus sind das 300‘000 oder 3 Millionen Aspekte („Namen“) des Gottes Brahma. Dann wäre der Hinduismus eine monotheistische Religion „Ein und derselbe Mond spiegelt sich in allen Wassern. Alle Monde im Wasser sind eins in dem einen einzigen Mond.“

18 Hauptgottheiten Brahma = Schöpfer Vishnu = Erhalter Shiva = Zerstörer Krishna, Rama, Kali (Kali = weibl. Inkarnation Shivas = Todesgöttin) Ganesha = Gott der Liebe, der Lust und der Lebensfreude

19 Heilige Schriften Veden: Hymnen, Opfertexte, Grundlehren, Gesänge, Zauberlieder, in 3000 (!) Jahren zusammengetragen Upanischaden Mahabarata Bhagavadghita Macht der Brahmanen beruht u.a. auf Kenntnis der Heiligen Schriften

20 Erlösung Erlösung erlangt der Mensch nicht nur durch die Befolgung des Dharmas und die Anhäufung von gutem Karma, sondern es braucht dazu auch die „Gnade“ ( = bhakti) der Gottheiten, um die man bitten und für die man Opfer bringen soll ….

21 samsara, brahman und atman Samsara = „Umherirren“; so heisst das Gesetz der stets neuen Wiedergeburt Innere Einheit von Gott und Mensch, brahman und atman Brahman ist die Weltseele, der Weltgeist, der Atem der Welt. Der Atem in jedem Lebewesen heisst atman (Atem). Atman ist das Göttliche in der Einzelseele, das Selbst. Jedes Lebewesen trägt das Göttliche in seinem innersten Kern. Befreiung von Karma und Wiedergeburt durch das Finden der Einheit von brahman und atman

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24 Siddharta Gautama Unser Wissen entspringt Legenden. Historische Betrachtung setzt erst in den letzten Jahren ein. Hindu; lebte im 6. (?) Jahrhundert vor Chr. Verliess jung Frau und Familie und übte sich in Askese, bis er den „Mittleren Weg“ fand Hatte Erleuchtung mit ca. 35 Jahren = Buddha (Erwachen Erleuchteter Begründete neue Lehre, nicht aufgrund göttlicher Offenbarung, sondern aus eigener meditativer Erfahrung; sammelte Anhänger um sich und schrieb nichts selber auf Starb mit ca. 80 Jahren

25 Hauptunterschiede Hinduismus / Buddhismus Kein Kastenwesen Kein Pantheon (Gottheiten werden vom Thron gestürzt; bzw. Buddha verzichtete auf jede Erklärung der Transzendenz Keine Priester Mönchtum und Klöster Erlösung (Erleuchtung) erlangt der Mensch allein auf seinem inneren geistigen Weg

26 Statt Opfer und Verehrung der Gottheiten …. Erkenntnis der „Vier Edlen Wahrheiten“ und Weg des „Achtfachen Pfades“ Der „Mittlere Weg“ zwischen „Lebensgenuss“ und „Askese“ Nicht Anhaften als Grundhaltung

27 Die Vier Edlen Wahrheiten Diagnose (1-3) und Therapie (4) 1. Die Welt und alle Lebewesen sind dem Leiden unterworfen 2. Die Ursachen des Leidens sind Gier, Hass, Verblendung, Unwissenheit … 3. Die Vernichtung dieser Ursachen setzt dem Leiden ein Ende 4. Der Achtfache Pfad führt zur Erlösung vom Leiden und zur Erleuchtung

28 Achtgliedriger Pfad Rechte Ansicht Rechte Gesinnung Rechte Rede Rechtes Handeln Rechter Lebensunterhalt Rechte Anstrengung Rechte Achtsamkeit Rechte Versenkung (Meditation)

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30 Grosses und Kleines Fahrzeug Hinayana Buddhismus (kleines Fahrzeug): Zentrum Sri Lanka; nur eine kleine Anzahl von Menschen (Mönche) gelangen zur Erleuchtung. Strengere, ursprünglichere Form. Mahayana Buddhismus (grosses Fahrzeug): Mehrzahl der Buddhisten; möglichst viele Menschen erlangen Erlösung und dazu braucht es nicht nur eigene Anstrengung, sondern die Gnade („bhakti“) Buddhas, der damit zur "Gottheit" wird.

31 Diamantenes Fahrzeug (Tantrayana Buddhismus) Tibetische Spielform des Buddhismus Dalai Lama als geistliches und weltliches Oberhaupt Statt als Buddha ins Nirwana einzugehen, dient der Dalai Lama als Bhoddisattva den Menschen Wenn der Dalai Lama stirbt, wechselt er nur seinen Körper


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