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Alternativer Titel Dating, Grooming, Posing, Sexting – ein Thema für die Schule?! Dienstbesprechung der Beratungsfachkräfte Herbst 2014 1.

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1 Alternativer Titel Dating, Grooming, Posing, Sexting – ein Thema für die Schule?! Dienstbesprechung der Beratungsfachkräfte Herbst

2 Risiken von Kindern und Jugendlichen im Netz Kinder und Jugendliche als Empfangende Kinder und Jugendliche als Teilnehmende Kinder und Jugendliche als Akteure KommerziellWerbung, SpamSammlung von persönlichen Informationen Glücksspiel, illegale Downloads AggressivGewalt- verherrlichende/ grausame/ volksverhetzende Inhalte Mobbing, Belästigung, Stalking andere mobben oder belästigen SexuellPornographische Inhalte Missbräuchliche Annäherungs- Versuche; Grooming Erstellen/Hoch- laden von pornographischem Material 2

3 3 Quelle Bündnis gegen Cybermobbing e.V. : Cyberlife – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr.Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern.Eine empirische Bestandsaufnahme bei Eltern, Lehrkräften und Schülern/innen in Deutschland. Karlsruhe, Mai 2013

4 DIVSI U25-Studie: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in der digitalen Welt Rat von Lehrern 9-13 Jahre :23% Jahre:21% Jahre: 7% 4 „ Worauf vertraust Du/worauf würdest Du vertrauen, wenn Du nicht sicher bist, ob bestimmte Internet-Angebote seriös und sicher sind?“

5 Grooming „to groom“ ist der englische Begriff für „Fellpflege betreiben, präparieren, striegeln, streicheln“, sinngemäß könnte man „Cyber Grooming“ mit „Internet-Streicheln“ übersetzen. Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass Erwachsene sich online das Vertrauen von Kindern und Jugendlichen erschleichen, um diese in Folge sexuell zu belästigen bzw. zu missbrauchen. 5

6 „ Wer nicht früh genug Stopp sagt, hat verloren.“ Marc Graf, Direktor der forensisch psychiatrischen Klinik Basel  unverfänglicher Beginn  Täter umgarnt das Opfer, schmeichelt ihm  gibt sich sympathisch  Austausch harmloser Fotos  es folgen anzügliche Fotos, lobende Bemerkungen  Opfer verschickt erste Nacktbilder

7 „ Wer nicht früh genug Stopp sagt, hat verloren.“ Marc Graf, Direktor der forensisch psychiatrischen Klinik Basel Opfer:  sind oft wenig sozial gefestigt  keine Vertrauensperson  fühlen sich geschmeichelt „Endlich interessiert sich jemand für mich“  Hoffnung, am Ende wird alles gut  ab einem gewissen Punkt: Scham zu groß  Trauen sich nicht mehr, sich jemandem anzuvertrauen 7

8 „ Wer nicht früh genug Stopp sagt, hat verloren.“ Marc Graf, Direktor der forensisch psychiatrischen Klinik Basel  Selbstsichere und sozial gut eingebettete Jugendliche können diesen Ablauf meist früher und rechtzeitig stoppen 8

9 Grooming Sie hießen Lisa, Leonie oder Jessica, waren zehn, mal zwölf oder 14 Jahre alt. Sie alle haben sich auf einen anfangs harmlosen Internet- Chat mit dem wesentlich älteren Studenten Eugen S. eingelassen. Doch aus dem lockeren Geplaudere im Web wurde schnell bitterer Ernst. [...] Er stellte intime Fragen und berichtete über die Größe seines Geschlechtsteils. Dann verlangte er von den Mädchen, ihm per Webcam bei der Selbstbefriedigung zuzuschauen und sich selber nackt zu präsentieren. "Ich mach's mir gerade, magst zuschauen" schrieb er dann zum Beispiel. [...] Er fing an zu drohen und nutzte dabei die Möglichkeiten des Web 2.0 aus. Schließlich hatte er in allen Fällen bereits Details wie Namen oder Wohnort der Opfer herausbekommen. […] Auch drohte er, er würde die Fotos ausdrucken und an den Schulen der Mädchen verteilen. Nutzte das alles nichts, stieß er sogar Morddrohungen gegen die Eltern der Kinder aus. (Stern, )

10 Kennst du Grooming-Tricks? Teste hier, ob du deren Tricks erkennst! Stelle dir folgende Situation vor: Du chattest gerade mit einem Jungen/einem Mädchen, das/den du vor kurzem in einem sozialen Netzwerk kennengelernt hast. Du kennst ihn/sie nur aus dem Internet. Ihr habt euch noch nie gesehen. Welche Aussagen bzw. Fragen würden dich misstrauisch machen?  Ist dein Profilname dein richtiger Name?  Ich würde gerne über Webcam mit dir skypen. Leider habe ich keine :( Hast du vielleicht eine Cam?  Bist du alleine vor dem Bildschirm?  Du hast wunderschöne Augen. Bestimmt hast du viele Verehrer/innen. Da hast du dein erstes Mal sicher auch schon hinter dir, oder?  Du bist echt so unglaublich hübsch, warum arbeitest du eigentlich nicht als Model?  Mein erstes Mal war eine Katastrophe. Wenn du magst, kann ich dir Tipps geben, damit es nicht auch noch bei dir in die Hose geht.  Deine Eltern scheinen ja ziemlich spießig zu sein. Am besten du erzählst ihnen nichts von unserem Kontakt. So wie du die beschreibst, würden sie es dir eh nur verbieten.  Könntest du dich bitte in Badesachen vor die Webcam stellen, damit ich beurteilen kann, ob ich dich für die Modelagentur vorschlagen kann. 10

11 Juristisch In Deutschland ist Cyber-Grooming seit dem 1. April 2004 bei unter 14- jährigen Personen verboten. Dafür wurde der damals neue §176 Absatz 4 Nr.3 StGB geschaffen: „(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer [...] 3. auf ein Kind durch Schriften (§ 11 Abs. 3) einwirkt, um es zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter oder einem Dritten vornehmen oder von dem Täter oder einem Dritten an sich vornehmen lassen soll [...].“ Unstreitig ist allerdings, dass die Verwirklichung des Tatbestandes oft nur schwer nachzuweisen ist. Eine Strafbarkeit wegen Versuchs ist gemäß § 176 Absatz 6 StGB ausdrücklich ausgeschlossen. 11

12 Hat jemand gegen deinen Willen… MädchenJungen …mit dir über Sex reden wollen? 48,1%25% …dich über das Aussehen deines Körpers befragt? 32,5%8,1% …dich nach deinen sexuellen Erfahrungen gefragt? 34,1%16% …dir von seinen sexuellen Erfahrungen erzählt? 26,8%6,4% 12 Quelle.: Dr. Catarina Katzer: Tatort Internet – Sexuelle Gewalt in den neuen Medien

13 Posing „to pose“ ist der englische Begriff für „sich geben als, posieren“. Im Zusammenhang mit digitalen Medien und sozialen Netzwerken bezeichnet dieser Begriff die Selbstdarstellung in Form von Bildern, Postings, Kommentaren etc. 13

14 Selfie Ein Selfie ist eine Art Selbstporträt, üblicherweise mit einer Digitalkamera oder einem Smartphone von der eigenen Hand aufgenommen. Selfies sind oft mit sozialen Netzwerken verbunden, wie zum Beispiel mit Faceboook, Snapchat oder Instagram. 14

15 Selfie 2013 war das Jahr des Selfie, zumindest in der englischsprachigen Welt. Das Oxford English Dictionary erklärte Selfie zum Wort des Jahres. 15

16 Selfie  #me auf Instagram:  #selfie auf Instagram:  Eine Studie in England kam zum Ergebnis, dass es sich bei 30 Prozent aller Fotos, die 18- bis 24-Jährige mit ihren Smartphones machen, um Selbstporträts handelt. 16

17 Wozu?  einfach zu erstellen und zu teilen  schmeichelhaftes Bild der Person abgeben, so wie sie von den anderen gesehen werden will  durch soziale Bestätigung und Aufmerksamkeit sich attraktiv und in der eigenen Geschlechtsidentität bestätigt zu fühlen 17

18 Wozu?  absichtlich lustige oder unattraktive Bilder von sich selbst, um Humor zu demonstrieren  als Reaktion auf den wahr-genommenen Narzissmus und die Sexualisierung von typischen Selfies  erotisches Spiel ;Form des Exhibitionismus 18

19 Sexting Setzt sich aus dem Wort „Sex“ und dem englischen Begriff „texting“ zusammen, letzterer steht für das Senden von SMS. Damit verbunden ist häufig auch der Versand von erotischem Bildmaterial des eigenen Körpers via Handy, oder über soziale Netzwerkseiten. Im Deutschen wird das Wort hauptsächlich für das Versenden von erotischen Selbstaufnahmen per Smartphone oder Internet verwendet. 19

20 Beispiele  In einer Beziehung schickt man dem Freund oder der Freundin Bilder – auch als Vertrauensbeweis.  Während der Klassenfahrt/beim Umziehen/auf der Toilette albert man mit Freunden herum – das Smartphone wird gezückt und natürlich fleißig fotografiert.  Man lernt eine fremde Person im Chat kennen, diese fragt explizit nach solchen Bildern.  Man fotografiert sich selbst, schickt das Video an eine Freundin oder einen Freund, der/dem man vertraut. 20

21 Wie verbreitet ist Sexting? Sexting wird vor allem von Teenagern und jungen Erwachsenen praktiziert. US- Studie der National Campaign to Prevent Teen and Unplanned Pregnancy:  20 Prozent der 13- bis 19-Jährigen und  59 Prozent der 20- bis 26-Jährigen haben Sextings versendet.  48 Prozent der Jugendlichen und  64 Prozent der jungen Erwachsenen haben Sexting- MMS empfangen 21

22 Wie verbreitet ist Sexting? Umfangreiche Studien für Deutschland liegen nicht vor, aber man kann mit aller Vorsicht die Daten aus den Vereinigten Staaten und Großbritannien heranziehen: Dort hat jeder Vierte schon einmal freizügige Handyfotos von sich an den Partner, den Flirt oder einen Freund gesendet. 22

23 Welche Funktionen erfüllt Sexting?  Sexting findet hauptsächlich als wechselseitiger intimer Austausch im Rahmen von Liebesbeziehungen statt (als symbolisches Geschenk, Bekräftigung von Liebe und Vertrauen)  dient manchmal auch der Anbahnung einer neuen Paarbeziehung, dem unverbindlichen Flirt oder dem Austausch im Freundeskreis 23

24 Motivation? Suche nach Aufmerksamkeit Experimentieren mit der Sexualität, auch wenn diese noch nicht aktiv gelebt wird Interesse zeigen an potentiellen Partnern Aufrechterhaltung von Intimität in einer bestehenden (Fern)-Beziehung Status innerhalb der Peergruppe 24 Studie der Universität Antwerpen: peergruppe-hat-groesseren-einfluss-auf-sexting-verhalten-als-die-eigene-einstellung/

25 Einflussfaktoren  Erprobung von Sexualität  kann auch auf Druck /Nötigung durch Gleichaltrige geschehen Zum Beispiel: «Wenn du mich liebst und wenn du mir vertraust, dann gibst du mir ein intimes Bild von dir.»  Erpressung durch Erwachsene  Fokussierung der Jugendlichen liegt auf den möglichen positiven Folgen von Sexting und vernachlässigt Risiken 25

26 Sicheres "Sexting" mit Snapchat?  snapchat.de: ca.350 Millionen Bilder jeden Tag  Fotos bleiben bis zu 10 Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst  aber: Fotos bleiben in einem versteckten Ordner RECEIVED_IMAGES_SNAPS.NOMEDIA  Screenshots können das Foto speichern  Snaphack verhindert die Zerstörung 26

27 Slingshot  Konkurrenz zu snapchat  Empfänger müssen dem Absender etwas zurückschicken, wenn sie erhaltene Bilder oder Videos sehen wollen  Fotos oder Videos können einmalig so lange angeschaut werden, bis sie weggewischt werden 27

28 Wo können die Bilder landen?  Peer2Peer Netzwerke  Soziale Netzwerke  Foto-sharing Seiten wie Flickr oder Instagram 28

29 Welche Gefahren birgt Sexting?  Weitergabe privater Fotos an Dritte per Handy  Veröffentlichung im Internet  Beschämung, Reputationsverlust, Bloßstellung  Spott, Lästereien, Beschimpfungen, Klatsch => Mobbing  Schuldzuweisung an das Opfer = Legitimation für Beteiligung 29

30 Welche Gefahren birgt Sexting?  strafrechtliche Konsequenzen  neue Form von sexuellem Missbrauch (Selfie-Sexting-Grooming-Missbrauch)  pädokriminelle Handelsware: lukrativer Markt für Kindernacktbilder 30

31 Welche Gefahren birgt Sexting? In einer Nacht im Mai vor einem Jahr liegt Laura* auf ihrem Bett. Eine Hand hat sie zwischen den Beinen, in der anderen hält sie ihr Smartphone. Sie ist 14 und filmt sich beim Masturbieren. Es ist kurz vor Mitternacht, Lauras Mutter, der Stiefvater und die kleine Schwester schlafen schon. An der Wand kann Laura ihre Handabdrücke sehen in Blau, Rot und Weiß – ein Kinderspaß, ein Kinderzimmer. Zwanzig Sekunden lang läuft die Aufnahme. Über WhatsApp schickt Laura das Video dem Jungen, der sie darum gebeten hat. Dann löscht sie den Clip. Knapp zwei Wochen später kennt ihre Klasse das Video, einen Tag darauf die Parallelklasse, schließlich die ganze Schule einer norddeutschen Großstadt. Zeit vom

32 Welche Gefahren birgt Sexting? Durch Operation Strikeback verhaftete Interpol 58 Mitglieder eines “Internet Erpresserrings”, der seine Opfer – vornehmlich Männer und Jungs – mithilfe einer weiblich, sexy Fake-Identität verführt Nacktfotos oder Masturbationsvideos von sich zu versenden. Ist das Bild verschickt, schnappt die Falle zu. Das Opfer wird aufgefordert Geld zu zahlen, um eine Veröffentlichung des Sexting Selfies zu verhindern. Zwischen 500 und US Dollar zahlen die Opfer laut Interpol. 32

33 Welche Gefahren birgt Sexting? Im Juni 2009 schickte die 13-jährige Hope aus dem ländlichen Florida ihrem Schwarm ein Oben-ohne-Foto auf sein Handy. Dort wurde es von einem anderen Mädchen entdeckt und an sechs Bekannte weitergeleitet. Schließlich zirkulierte das Foto sogar an den benachbarten Schulen. Hope wurde auf dem Schulhof von allen Seiten als „Schlampe” beschimpft. Auf der sozialen Netzwerkplattform MySpace tauchte eine Seite der Hope- Hasser auf. Kurz darauf erhängte sie sich. Quelle: D öring, Nicola: Sexting. Fakten und Fiktionen über den Austausch erotischer Handyfotos unter Jugendlichen. Quelle: merz.medien+erziehung.56.Jahrgang,Heft05/12.München 2005, 33

34 Überlegenswert  Fälle der ungewollten und strafbaren Weitergabe privater Fotos betreffen vor allem Mädchen, die gemäß sexueller Doppelmoral ausgegrenzt und gemobbt werden, wenn ihr privates sexuelles Handeln ungewollt öffentlich sichtbar wird  mehr im Blickpunkt sollten somit diejenigen sein, die die Fotos rechtswidrig verbreiten und andere mobben 34

35 Juristisch  Gemäß §184b StGB sind Produktion, Besitz und Verbreitung von Kinderpornographie verboten (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe)  §184c StGB: seit 2008 auch von Jugendpornographie 35

36 Juristisch  §§ 22,23,33 KunstUrhG: Recht am eigenen Bild  §201a StGB : Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen (Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe)  §1004 BGB: Unterlassungsanspruch gegenüber dem Betreiber der Website 36

37 Das Weiterleiten freizügiger Fotos ist ohne das Einverständnis der abgebildeten Person strafbar, es verletzt diverse Persönlichkeitsrechte, etwa das Recht am eigenen Bild. 37

38 Juristisch  §§ StGB: Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung (Freiheitsstrafe bis zu zwei -bei Verleumdung bis zu fünf- Jahren oder Geldstrafe)  § 253 StGB Erpressung (Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe) 38

39  Sexting an sich (also wenn ich meinem Liebsten erotische Bilder von mir schicke) ist nicht strafbar. Strafbar mache ich mich dann, wenn ich diese Fotos ohne Einverständnis des Betroffenen weiterverbreite.  Je nachdem, wie der Fall liegt, können verschiedene Straftatbestände erfüllt sein, z.B. Verbreitung von Pornografie an Minderjährige (unter 18 Jahre) entweder durch die abgebildete Person selbst (man kann sich auch strafbar machen, wenn man so ein Bild von sich selbst verschickt) oder eine andere Person, oder auch Erpressung. 39

40 Wie kann man den Trend stoppen?  Prävention  Information  Sensibilisierung  Aufklärung 40

41 8 Regeln für Safer Sexting 1.) Einverständnis – Mach nur mit, wenn du es WIRKLICH willst 2.) Vertrauen – Du solltest die Person, mit der du das machst, gut kennen und ihr vertrauen 3.) Wechselseitigkeit – Sexting nur wechsel- nicht einseitig 4.) Diskrete Bilder – Bikini-Bilder sind beim Herumzeigen doch weniger peinlich als ganz nackt 5.) Anonyme Bilder – Bilder ohne Gesicht oder andere besondere Merkmale schützen dich besser 6.) Professionelle Bilder- sind ästhetischer und wirken nicht billig 7.) Rechtslage -Niemand darf Bilder von dir machen oder weiterleiten ohne dein ausdrückliches Einverständnis. Kündige rechtliche Konsequenzen an. 8.) Respekt -Stehe zu dem, was du tust. 41

42 Grundsätzlich gilt  Wenn du intime Bilder erhältst: Versende sie nicht weiter! Du machst dich strafbar. Lösche das Foto und informiere den Betroffenen. Sprich mit einem Erwachsenen darüber.  Fotos allgemein (auch lustige Schnappschüsse) darfst du nur mit der ausdrücklichen Einwilligung des Fotografierten weiterleiten. Ansonsten verstößt du gegen das Recht am eigenen Bild.  Beteiligst du dich in irgendeiner Form am Cyber-Mobbing (z.B. indem du nur die Fotos weiterleitest), kannst du wegen übler Nachrede, Verleumdung und Beleidigung belangt werden.  Handelt es sich um erotische Fotos ist wegen der Grenze zur Kinderpornographie zusätzlich Vorsicht geboten. 42

43 Umfrage im Auftrag der Deutschen Telekom Eltern wissen wenig über das Surfverhalten ihrer Kinder Fast die Hälfte aller Eltern weiß laut einer Umfrage nicht genau, was ihr Nachwuchs in Internet treibt. Dabei macht sich eine Mehrheit Sorgen über die Risiken. Viele Eltern sind unsicher, was die Internetnutzung ihrer Kinder angeht. Laut einer repräsentativen Allensbach-Umfrage sagt knapp die Hälfte der befragten Eltern (49 Prozent), dass sie die Internetaktivitäten nur schwer überblicken. 50 Prozent erklären hingegen, dass sie gut über die Aktivitäten ihrer Kinder im Internet Bescheid wissen. Insgesamt sind sich aber viele Eltern der Risiken im Internet bewusst: Zwei Drittel (67 Prozent) befürchten, dass ihre Kinder im Internet zu viel von sich preisgeben und zu lange online sind. 62 Prozent beunruhigt, dass Kriminelle über Chats oder Foren Kontakt mit ihrem Nachwuchs aufnehmen könnten. Und 58 Prozent haben Angst, dass Kinder Fotos ohne Wissen der Eltern ins Internet stellen könnten. 43

44 44 Quelle Bündnis gegen Cybermobbing e.V. : Cyberlife – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr.Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern.Eine empirische Bestandsaufnahme bei Eltern, Lehrkräften und Schülern/innen in Deutschland. Karlsruhe, Mai 2013

45 Wie reagieren?  Sich der Tatsache bewusst sein, aber nicht dramatisieren, da der Großteil der Jugendlichen Sexting ohnehin ablehnt.  Das Thema ansprechen/Dialog untereinander sicherstellen: Aufklärungsunterricht, Umgang miteinander, Verhaltensweisen, rechtliche Rahmenbedingungen  In Zusammenhang mit Cyber-Mobbing stört es das Klassenklima und daher den Unterricht  Peer-Begleitung sicherstellen  Erste Anlaufstelle im Ernstfall kennen und nennen  Peers müssen wissen, wann sie Fälle an welche Lehrer weitergeben müssen/können/dürfen 45

46 Achtung: “Wechselwirkungen” Soziales Umfeld Familiäres Umfeld Individuelle Persönlichkeit Medien- nutzung

47 Achtung: “Abwärtsspirale” FreundeskreisFamiliensituation Persönlichkeit Mediennutzung

48 Quelle Bündnis gegen Cybermobbing e.V. : Cyberlife – Spannungsfeld zwischen Faszination und Gefahr.Cybermobbing bei Schülerinnen und Schülern.Eine empirische Bestandsaufnahme bei Eltern, Lehrkräften und Schülern/innen in Deutschland. Karlsruhe, Mai 2013

49 “Mehrfache Dosis” verstärkt Risiken Familiäre Probleme Schulische Probleme Soziale Probleme Persönliche Veranlagung Wenig Medienkompetenz Risiko groß Schulische Stabilität Soziale Stabilität Persönliche Stabilität Familiäre Stabilität Hohe Medienkompetenz Risiko gering

50 Wie können Lehrer präventiv handeln?  Sprechen Sie mit Schülern über deren Erfahrungen im Internet  Zeigen Sie Interesse am «digitalen Leben» der Jugendlichen  Ermuntern Sie Schüler, beunruhigende Inhalte mit Ihnen oder einem anderen vertrauenswürdigen Erwachsenen zu besprechen.  Diskutieren Sie über das Thema Selbstdarstellung im Internet 50

51 Wie können Lehrer präventiv handeln?  Sprechen Sie mit Ihren Schülern über Fotos und Bilder, die gefährlich sein können, wenn sie ungewollt verbreitet werden.  Raten Sie Ihren Schülern nachdrücklich ab, Bilder oder Videos, die sie nackt oder in anrüchigen Posen zeigen, zu verschicken, online zu veröffentlichen oder auf einem ungesicherten Träger zu speichern. 51

52 Wie können Lehrer präventiv handeln?  Weisen Sie Ihre Schüler auf den Missbrauch solcher Inhalte hin: Wenn sie auf «Like» klicken oder Fotos/Videos mit Dritten teilen, werden sie selbst zum Belästiger und fügen dem Urheber der Inhalte Schaden zu. 52

53 Wie reagieren? Wenn der/die Jugendliche das Opfer ist: Zeigen Sie Unterstützung und verurteilen Sie nicht die eigentliche Selbstdarstellung, sondern die missbräuchliche Verwendung des Fotos bzw. Videos durch Dritte. Informieren Sie die Person, die die Inhalte missbräuchlich verwendet hat, dass Sie Anzeige erstatten werden. 53

54 Wie reagieren? Suchen Sie Rat bei Fachleuten oder nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch 54

55 Nummer gegen Kummer 55 Beratung bei Web-Sorgen

56 Wie reagieren? Wenn der/die Jugendliche selbst einen Missbrauch begangen hat:  Betonen Sie zunächst, dass es richtig ist, darüber zu sprechen, und weisen Sie ihn/sie auf die möglichen (rechtlichen) Folgen hin.  Sprechen Sie gemeinsam darüber, wie der Schaden begrenzt oder behoben werden kann 56

57 Grundhaltung «Neue Medien sind ein normaler und hilfreicher Teil der Welt.» «Wo es Chancen gibt, gibt es auch Gefahren.» «Lehrer haben eine wichtige Begleitfunktion.» «Kindern positive Medienerlebnisse ermöglichen.» «Kinder über Gefahren früh informieren und darüber reden.» «Kinder vor Gefahren schützen soweit das möglich ist.» «Bei Problemen Verständnis zeigen und unterstützen.» «Selbstbewusstsein und Medienkompetenz fördern.»

58 Informationen       58

59 Materialien Unterrichtsmaterial zu den Themen:  Sexualisierte Selbstdarstellung =>Let‘s talk about porno  Phänomene "Sexting" und "Grooming" safer-sex.php safer-sex.php 59

60 Information  Nicola Döring: Sexting. Fakten und Fiktionen über den Austausch erotischer Handyfotos unter Jugendlichen  Dr. Catarina Katzer :Tatort Internet − Sexuelle Gewalt in den neuen Medien: Problemanalyse, Prävention & Intervention hannover.de/system/files/documente/fachvortraege/j_m_dr_katzer-tatort-internet.pdf hannover.de/system/files/documente/fachvortraege/j_m_dr_katzer-tatort-internet.pdf 60

61 You tube https://www.youtube.com/watch?v=xDU_T 2M2pzo (Was ist eigentlich Sexting?) ndex=3&list=PLEA7DD ADB7 (Zeichentrick: Sexting safety tips; Friendly screens) https://www.youtube.com/watch?v=6FIMO9 QIckM (Think before you post) 61

62 You tube 62 (Wo ist Klaus?) https://www.youtube.com/watch?v=MGaIVBtn 5j4 (Selfie Sexting als Vertrauensbeweis; InnocenceInDanger.de) https://www.youtube.com/watch?v=DwKgg35 YbC4 (Megan‘s story; beschreibt die Erfahrungen einer Schülerin)


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