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Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014 11 StB´n Dipl.-Ing.-Ökonom Petra Hofmann StB Dipl.-Ökonom Frank Domine.

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Präsentation zum Thema: "Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014 11 StB´n Dipl.-Ing.-Ökonom Petra Hofmann StB Dipl.-Ökonom Frank Domine."—  Präsentation transkript:

1 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR StB´n Dipl.-Ing.-Ökonom Petra Hofmann StB Dipl.-Ökonom Frank Domine

2 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014 Themenübersicht IJahressteuergesetz 2015 und Aktualisierung des Anwen- dungserlasses zur Abgabenordnung (AOAE) IIGesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften „Kroatiengesetz“ IIIBilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) IVBetriebsprüfung im digitalen Zeitalter (insbesondere Registrierkassen) VMindestlohn VIKennzahlen VII Kurze Meldungen

3 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR I Jahressteuergesetz 2015 / Aktualisierung des AO-Anwendungserlasses Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

4 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 26. August 2014 einen Referentenentwurf zur Anpassung der Abgaben- ordnung (AO) an den Zollkodex der Europäischen Union (ZollkodexAnpG) veröffentlicht. Der Kabinettsbeschluss erfolgte am 24. September In seiner Sitzung vom 7. November 2014 hat der Bundesrat über den Gesetzesentwurf beraten. Am 5. Dezember ist die 2./3. Lesung im Bundestag und am 19. Dezember ist die abschließende Beratung im Bundesrat geplant. Anders als der Name vermuten lässt, liegt der inhaltliche Schwerpunkt des Gesetzentwurfs nicht auf der Anpassung der Regelungen der AO an die EU-Verordung zur Festlegung des Zoll- kodex der Union, sondern auf der Änderung weiterer Vorschriften. Faktisch handelt es sich um das Jahressteuergesetz 2015, mit dem fachlich notwendiger Regelungsbedarf in verschiedenen Bereichen des deutschen Steuerrechts umgesetzt wird.

5 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Steuerfreie Arbeitgeberleistungen § 3 Nr. 34a EStG – E (strittig – Widerstreit zwischen Bundesrat und Bundestag) Ergänzung der steuerfreien Lohnleistungen für: kurzfristige Kinder- und Angehörigenbetreuung und Vermittlungs- und Beratungsleistungen durch ein Unter- nehmen, das den Arbeitnehmer (AN) hinsichtlich Betreuung von Kindern (< 14 Jahre) / pflegebedürftiger Angehöriger berät oder Betreuungspersonal vermittelt. Beispiele: Betreuungsaufwand aufgrund dienstlich ver- anlasster Fortbildungsmaßnahme oder aufgrund eines Ein- satzes zu einer außergewöhnlichen Dienstzeit, auch im Privat- haushalt des Arbeitnehmers. Die hierfür anfallenden Aufwen- dungen können bis zu 600 € jährlich steuerfrei ersetzt werden. Eine Entgeltumwandlung ist nicht möglich.

6 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Definition einer Erstausbildung § 9 Abs. 6 EStG – E bzw. § 4 Abs. 9 EStG – E Nach der bisherigen Rechtslage, an der sich nichts ändern soll, sind die Aufwendungen für eine erste Berufsausbildung oder ein Erststudium als Kosten der Lebensführung steuerlich nur im Rahmen des Sonderausgabenabzugs zu berück- sichtigen. Erst die Aufwendungen für eine zweite Ausbildung bzw. Zweit- studium sind als Werbungskosten (WK) oder Betriebsaus- gaben (BA) abziehbar, sofern ein Zusammenhang zu mög- lichen späteren Einkünften besteht.

7 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ab dem Veranlagungszeitraum 2015 ist gesetzlich bestimmt, was unter einer Erstausbildung zu verstehen ist: Mindestdauer der Ausbildungsmaßnahme 18 Monate, Ausbildung muss abgeschlossen werden (Abschlussprüfung oder mittels planmäßiger Beendigung), definierte Ausbildungsziele, feststehender Lehrplan, Beginn und Ende der Ausbildung müssen feststehen und geordnete Ausbildung auf Grundlage von Vorschriften bzw. Richtlinien der Berufs- oder Wirtschaftsverbände bzw. Bildungsträger.

8 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Der Gesetzesentwurf nennt folgende Beispiele, in denen keine Erstausbildung vorliegt: Kurse zur Berufsorientierung oder – vorbereitung, Kurse zur Erlangung der Fahrererlaubnis für Nutzfahrzeuge oder Gabelstapler, Betriebspraktika, Anlerntätigkeiten bzw. kurzfristige Einweisungen und Grundausbildung bei der Bundeswehr.

9 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Besteuerung von geldwerten Vorteilen im Zusammen- hang mit Betriebsveranstaltungen Bisher sind Aufwendungen für bis zu zwei Betriebsveran- staltungen pro Jahr und bis zu einer Freigrenze von 110 € pro Person steuerfrei. Hierbei sind sämtliche Kosten z.B. für Übernachtung, Saalmiete, Kapelle einschließlich Mehrwert- steuer zu berücksichtigen. Nehmen Angehörige (Ehefrau, Kinder) oder Gäste des AN an der Betriebsveranstaltung teil, so ist der auf diese Personen entfallende Anteil an den Gesamtkosten dem AN zuzurechnen.

10 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Der BFH hat in zwei Urteilen vom – VI R 94/10 sowie VI R 7/11 seine Rechtsprechung geändert. Danach sind jedoch nur solche Kosten des AG einzubeziehen, die geeignet sind, beim AN einen geldwerten Vorteil auszulösen. Das sind nur solche Leistungen, die die Teilnehmer unmittelbar konsumieren können. Kosten für die Ausgestaltung der Betriebsveranstaltung wie z.B. Miete, Kosten für die Beauftragung eines Eventveranstalters oder Reisekosten bleiben bei der Ermittlung der Überschreitung der 110 € Grenze unberücksichtigt. Außerdem ist der auf die Begleitperson entfallende Aufwand dem AN bei der Berechnung, ob die Freigrenze überschritten ist, nicht zuzurechnen.

11 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ab 2015 soll die Freigrenze für Zuwendungen an AN anlässlich einer Betriebsfeier pro AN von 110 € auf 150 € erhöht werden. Die Freigrenze gilt je Veranstaltung, für bis zu zwei Veranstaltungen im Jahr. Allerdings muss sich der AN Auf- wendungen für eine Begleitperson wieder zurechnen lassen. § 19 Abs. 1 S. 1 Nr. 1a EStG - E bestimmt welche Zuwen- dungen an den AN im Rahmen von Betriebsveranstaltungen zu besteuern sind. Unerheblich ist zukünftig, ob diese dem AN einzeln zugerechnet werden können. Somit fallen auch Reise-, Miet- oder Kosten für das Rahmenprogramm in die 150 € Grenze. Sachzuwendungen bis 60 € anlässlich einer Betriebs- veranstaltung sind ebenfalls in die 150 € Grenze einzu- beziehen. Werden die o. g. Änderungen Gesetz, ist die neue Rechtsprechung des BFH ab 2015 gegenstandslos.

12 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Kürzung des Betriebsausgabenabzuges (§ 3c Abs. 2 EStG-E) Ab Veranlagungszeitraum 2015 gilt ein Teilabzugsverbot für: Wertminderung aus Gesellschafterdarlehen und Aufwendungen für die Überlassung von Wirtschaftsgütern im Zusammenhang mit einer Betriebsaufspaltung. Hierzu müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: die Überlassung von Darlehen bzw. Wirtschaftsgütern erfolgt zu nicht fremdüblichen Konditionen, an eine Körperschaft an der der Darlehensgeber maß- geblich beteiligt ist (Beteiligung > 25 %) und deren Anteile er im Betriebsvermögen hält.

13 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Begründet wird die Gesetzesänderung damit, dass in diesen Fällen das Darlehen bzw. der Überlassungsvertrag mit teil- weise steuerfreien Beteiligungserträgen in Zusammenhang steht (Teileinkünfteverfahren).

14 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übergang Steuerschuldnerschaft auf Leistungs- empfänger per Rechtsverordnung § 13b Abs. 10 UStG-E Zukünftig ist das BMF ermächtigt, zeitlich beschränkt durch Rechtsverordnung und mit Zustimmung des Bundesrats, den Katalog der Lieferungen/Leistungen zu erweitern, in denen der Leistungsempfänger Steuerschuldner gemäß § 13b UStG wird, wenn: in einer größeren Zahl von Fällen der Verdacht auf Steuerhinterziehung aufgetreten ist und diese Fälle voraussichtlich zu erheblichen Steuerausfällen führen werden.

15 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Sonstige Änderungen ab 2015 Vorrangig hälftige Aufteilung bei Sonderausgaben, außer- gewöhnlichen Belastungen sowie Steuerermäßigungen nach § 35a EStG bei Einzelveranlagung von Ehegatten. Andere Aufteilung auf Antrag möglich. Mitteilungspflicht der Finanzbehörden an die zuständige Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Geldwäsche bereits bei Anhaltspunkten für aufsichtsrelevante Sach- verhalte i.S. des § 16 Geldwäschegesetz. Abgabe von monatlichen Umsatzsteuer-Voranmeldungen bei Übernahme einer Vorratsgesellschaft oder eines Firmenmantels (§18 Abs. 2 S. 5 UStG-E).

16 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Aktualisierung des Anwendungserlasses zur Abgaben- ordnung Mit BMF-Schreiben vom 1. August 2014 (BStBl 2014 S. 1067) hat die Finanzverwaltung den Anwendungserlass zur AO geändert. Im Wesentlichen sind folgende Bereiche betroffen: elektronische Kommunikation mit den Finanzbehörden, Berichtigung offenbarer Unrichtigkeiten und Beschwer bei Nullfestsetzung.

17 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Elektronische Kommunikation § 87a AO Seit dem 1. Juli 2014 sind Behörden des Bundes aufgrund des E- Government Gesetzes verpflichtet, einen Zugang für elektronische Dokumente zur Verfügung zu stellen Hat eine Behörde ein -Postfach, erfüllt sie ihre Verpflichtung zur Eröffnung eines elektronischen Zugangs. Diese ist auch erfüllt, wenn die Behörde ein elektronisches Verfahren z.B. das Elster- Verfahren eingerichtet hat, über das elektronische Dokumente übermittelt werden können.

18 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die Übermittlung elektronischer Dokumente an die Finanz- behörden und an die Steuerpflichtigen ist zulässig, soweit der Empfänger hierfür einen Zugang eröffnet (§ 87a Abs. 1 Satz 1 AO). Die Zugangseröffnung kann durch: ausdrückliche Erklärung oder konkludent sowie generell oder nur für bestimmte Fälle erfolgen. Vorbehaltlich einer ausdrücklichen gesetzlichen Anordnung (z.B. elektronischen Übermittlung von Steuererklärungsdaten) besteht weder für die Steuerpflichtigen noch für die Finanzbehörden ein Zwang zur Übermittlung elektronischer Dokumente.

19 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Bei natürlichen oder juristischen Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben und die auf einem im Verkehr mit der Finanzbehörde verwendeten Briefkopf, in einer Steuererklärung oder in einem Antrag an die Finanzbehörde ihre -Adresse angegeben oder sich per an die Finanzbehörde gewandt haben, kann i. d. R. davon ausgegangen werden, dass sie damit konkludent ihre Bereitschaft zur Entgegennahme elektronischer Dokumente erklärt haben. (Zu § 87a Nr. 1 AEAO) Bei Steuerpflichtigen, die keine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben (z. B. Arbeitnehmer, Rentner), ist dagegen derzeit nur bei Vorliegen einer ausdrücklichen, aber nicht formgebundenen Einverständniserklärung von einer Zugangseröffnung i. S. d. § 87a Abs. 1 Satz 1 AO auszugehen. (Zu § 87a Nr. 1 AEAO)

20 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Es ist unklar, wie das Gesetz durchgeführt wird. Es birgt Gefahrenpotential. Wir empfehlen, nicht mit den Finanzbehörden per zu kommunizieren und in Briefen an die Finanzbehörde die - Adresse aus dem Briefkopf zu entfernen.

21 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Zugang elektronischer Dokumente Ein elektronisches Dokument ist zugegangen, sobald die für den Empfang bestimmte Einrichtung es in für den Empfänger bearbeitbarer Weise aufgezeichnet hat (§ 87a Abs. 1 Satz 2 AO). Ob und wann der Empfänger das bearbeitbare Dokument tatsächlich zur Kenntnis nimmt, ist für den Zeitpunkt des Zugangs unbeachtlich. 1.2 Elektronisch signierte Dokumente Soweit durch Gesetz die Schriftform vorgeschrieben ist, kann dieser Form auch durch Übermittlung in elektronischer Form entsprochen werden. Hierbei muss das Dokument mit einer qualifizierten elektronischen Signatur i. S. d. § 2 Nr. 3 des Signaturgesetzes versehen sein (§ 87a Abs. 3 und 4 AO).

22 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Berichtigung wegen offenbarer Unrichtigkeiten (§ 129 AO) In Nr. 4 des AEAO zu § 129 AO wurde die Entscheidung des BFH vom – VIII R 9/11 zu sogenannten Übernahmefehlern eingearbeitet. Danach kann eine offenbare Unrichtigkeit auch dann vorliegen, wenn das FA eine in der Steuererklärung oder dieser beigefügten Anlagen enthaltene, offenbare, d.h. für das FA erkenn- bare Unrichtigkeit, als eigene übernimmt. Liegt eine offenbare Un- richtigkeit vor, ist eine Berichtigung des Steuerbescheides jeder- zeit möglich. Im entschiedenen Fall, hatte das Finanzamt bei der Einkommen- steuerveranlagung übersehen, dass der Steuerpflichtige in seiner vorgelegten Gewinnermittlung die bei der Umsatzsteuererklärung für denselben Veranlagungszeitraum erklärten und im Umsatz- steuerbescheid erklärungsgemäß berücksichtigen Umsatzsteuer- zahlungen nicht als Betriebsausgabe erfasst hatte.

23 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Beschwer auch bei Nullfestsetzung § 350 AO Bei einer Nullfestsetzung besteht grundsätzlich keine Beschwer. Dies gilt nicht in folgenden Fällen: Mit dem Einspruch wird eine Steuervergütung begehrt (z. B. die Festsetzung eines Erstattungsanspruchs). Durch den Einspruch soll eine vom Steuerbescheid abweichende Berücksichtigung von Besteuerungsgrundlagen bei der Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags ermöglicht werden. Es wird eine Steuerbefreiung nach § 5 Abs. 1 Nr. 9 KStG begehrt. Die der Steuerfestsetzung zugrunde liegenden Besteuerungs- grundlagen sind für ein anderes Verfahren bindend (z.B. für das BAföG-Verfahren).

24 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Regierungsentwurf für ein Gesetz zur Änderung der Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes zur Abgaben- ordnung Mit dem Gesetzentwurf vom soll die Steuer- hinterziehung weiter konsequent bekämpft werden. Die Regelungen der strafbefreienden Selbstanzeige (§ 371 AO) sollen weiter verschärft werden. Folgende Gesetzesänderungen sind zum 1. Januar 2015 geplant:

25 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Selbstanzeige Die Verfolgungs- und Verjährungsfrist beträgt in allen Fällen der Steuerhinterziehung 10 Jahre und nicht nur in besonders schweren Fällen § 376 Abs. 1 AO. Die Grenze, bis zu der eine strafbefreiende Selbstanzeige möglich ist, soll von € auf € je Tat ( d.h. je Steuerpflichtigen, je Steuerart, je Veranlagungszeitraum) herabgesetzt werden. In allen übrigen Fällen ist ein Absehen von der Strafverfolgung nur bei gleichzeitiger Zahlung eines erhöhten Strafzuschlages möglich. Stattdessen kann von der Strafverfolgung abgesehen werden, wenn der Täter zusätzlich einen Zuschlag zur verkürzten Steuer zahlt.

26 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Zuschlag nach § 398a AO Betrag der hinter- zogenen Steuerbis ab € 0% € 10% € 5% €15% über €20%

27 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Erweiterung der Sperrgründe für die strafbefreiende Selbstanzeige Eine strafbefreiende Selbstanzeige ist künftig auch dann nicht möglich wenn: Ein Finanzbeamter zu einer USt- oder LSt-Nachschau er- schienen ist und sich ausweist. Die Sperrwirkung entfällt, sofern keine Feststellungen getroffen wurden, der Finanzbeamte die Geschäftsräume verlässt und kein anderer Sperrgrund greift. Besonders schwere Steuerhinterziehung (z.B. Mitwirkung eines Amtsträgers) vorliegt. Die Bekanntgabe der Prüfungsanordnung an Täter, Vertreter, Gehilfen oder Anstifter erfolgt ist. Die Zahlung der Steuer, des Zuschlages und der Zinsen auf Steuernachforderungen nicht insgesamt erfolgt ist.

28 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Sonderregelung für die USt-Voranmeldung und LSt-An- meldung Die korrigierte oder verspätete Umsatzsteuervoranmeldung oder Lohnsteueranmeldung gilt als wirksame Teilselbstanzeige (§ 371 Abs. 2a AO – E). Die gänzlich neue Regelung in § 371 Abs. 2a AO- E soll dem Umstand Rechnung tragen, dass Voranmeldungen aufgrund der kurzen Abgabefrequenz und der Bedingungen des Massenverfahrens wesentlich häufiger als jährliche Steuererklärungen gemäß § 153 AO korrigiert werden müssen. Zum anderen soll die Korrektur dieser Steueranmeldungen nicht als Tatentdeckung gewertet und auch kein Selbstanzeige- zuschlag erhoben werden.

29 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ausdrücklich ausgenommen von diesen Erleichterungen ist die (jährliche) Umsatzsteuerjahreserklärung. Für eine vollständige und damit wirksame Selbstanzeige soll allerdings insoweit keine Korrektur nachfolgender Voranmeldungen (des Folgejahres) erforderlich sein.

30 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR II Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften „Kroatiengesetz" Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

31 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Mit dem Gesetz zur Anpassung des nationalen Steuerrechts an den Beitritt Kroatiens zur EU und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften vom – kurz „Kroatiengesetz“ genannt – sind u. a. umfangreiche Änderungen bei der Umsatzsteuer verbunden. Herauszuheben sind die Einführung sogenannter Mini-One-Stop- Jobs und die neuen Regelungen bei der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers. Diese Neuregelungen werden nachfolgend näher erläutert.

32 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Neuregelungen zum Ort der sonstigen Leistung für elektronische Dienstleistungen Ab dem gelten für B2C-Umsätze (Umsätze an Nichtunternehmer) für Telekommunikationsleistungen, für Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie für sonstige elektronische Dienstleistungen neue Ortsregelungen. 1.1 Anwendungsbereich: Bereitstellung von Bildern (z. B. Gewährung des Zugangs zu oder das Herunterladen von Desktop-Gestaltungen, Fotos), Bereitstellung von Websites, Webhosting, Fernwartung von Programmen, Bereitstellung von Software und deren Aktualisierung,

33 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Online-Versteigerungen ( z. B. Online-Marktplatz) Bereitstellen von Texten und Informationen, Bereitstellung von Datenbanken (z. B. die Benutzung von Suchmaschinen und Internetverzeichnissen), Bereitstellen von Musik (z. B. die Gewährung des Zugangs zu und das Herunterladen von Musik, Jingles u. ä. auf PC, Mobiltelefone), Bereitstellen von Filmen und Spielen, Erbringung von Fernunterrichtsleistungen und Internet-Service-Pakete, die mehr als nur die Gewährung des Zugangs zum Internet ermöglichen und weitere Elemente umfassen ( z. B. Nachrichten, Wetterberichte, Web-Hostings, Zugang zu Chatlines).

34 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ort der sonstigen Leistung: Bisher - Unterscheidung, ob Leistungsempfänger Unternehmer oder Nichtunternehmer ist: Unternehmer = B2B-Umsatz, d. h. am Sitz des Leistungsempfängers steuerbar, grds. Reverse-Charge- Verfahren, Nichtunternehmer = B2C-Umsatz, d. h. am Sitz des leistenden Unternehmers steuerbar, Neuregelung - betrifft B2C-Umsätze: zukünftig am Sitz, Wohnsitz, gewöhnlichen Aufenthalts des Leistungsempfängers steuerbar (Verbrauchslandprinzip)

35 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Folgen der Neuregelung: Der (allgemeine) Steuersatz des Empfängerlandes findet Anwendung. Der leistende Unternehmer wird im Empfangsland registrierungspflichtig. Der leistende Unternehmer hat die Umsatzsteuer im Empfangsland abzuführen. Um dies zu vermeiden, besteht ab 2015 die Möglichkeit, dass auch EU-Unternehmer derartige Umsätze ausschließlich in ihrem Heimatland in einem besonderen Verfahren anmelden (sog. Mini- One-Stop-Shop = MOSS).

36 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ablauf: Besteuerungszeitraum = Kalendervierteljahr, Anzeige der Teilnahme an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) auf elektronischem Weg (vor Beginn des Kalendervierteljahres), Verfahren gilt für sämtliche Mitgliedstaaten, in denen der Unternehmer keine Betriebsstätte hat, Widerruf an das BZSt für die Zukunft möglich, Elektronische Übermittlung einer Umsatzsteuererklärung für jeden Mitgliedstaat, in dem Umsätze bewirkt wurden (separate Aufzeichnungen erforderlich), Abgabetermine: , , , , Entrichtung der selbst berechneten (ausländischen) Umsatzsteuer an das BZSt, bei wiederholtem Verstoß gegen die Verpflichtungen aus diesem Verfahren: Ausschluss durch BZSt möglich.

37 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Hinweis: Das Verfahren bietet nicht die Möglichkeit, zusätzlich auch Vorsteuerbeträge zu berücksichtigen. Soweit Unternehmer Vorsteuern geltend machen wollen, müssen sie dies – wie bisher – im jeweiligen Mitgliedstaat im Rahmen eines gesonderten Vergütungsantrags tun.

38 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Änderungen des Reverse-Charge-Verfahrens: 2.1 Übergang der Steuerschuldnerschaft für Tablets und Spielekonsolen: Neben Mobilfunkgeräten und integrierten Schaltkreisen unterliegen ab nunmehr auch Tablet-Computer ( tragbare, flache Computer in besonders leichter Ausführung mit Touchscreen) und Spielekonsolen (Computer oder computerähnliche Geräte, die in erster Linie für Videospiele entwickelt wurden) der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b Absatz 2 Nr. 10 UStG. Dies gilt - wie bei den bisherigen Gegenständen - nur dann, wenn die Summe der für die Lieferung in Rechnung gestellten Entgelte mindestens € beträgt.

39 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übergang der Steuerschuldnerschaft für Edelmetalle und unedle Metalle: Nach der neuen Nummer 11 des § 13 b Absatz 2 UStG unterliegt ab auch die Lieferung von Edelmetallen und unedlen Metallen der Steuerschuldnerschaft des Leistungs- empfängers. Hierzu wurden in der neuen Anlage 4 zum UStG die einzelnen Metalle aufgelistet (vgl. Anlage). Maßgebliches Abgrenzungskriterium ist der jeweilige Zolltarif. Um festzustellen, ob ein Neumetall oder Halbzeug unter die Anlage 4 fällt, muss im 1. Schritt dessen zolltarifliche Einstufung ermittelt werden. Erst im 2. Schritt ist dann zu prüfen, ob das Produkt in der Anlage aufgeführt ist.

40 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die Zolltarifnummern können unter folgender Internetadresse abgerufen werden: Die neue Anlage 4 zum UStG beinhaltet u. a.: Silber, Gold und Platin, in Rohform oder als Halbzeug oder Pulver; Aluminium in Rohform; Pulver und Flitter aus Aluminium; Stangen (Stäbe), Profile und Draht aus Aluminium; Blei in Rohform; Pulver und Flitter aus Blei; Bleche, Bänder und Folien aus Zink.

41 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Werden Edelmetalle oder unedle Metalle geliefert, für die der liefernde Unternehmer die Differenzbesteuerung anwendet, bleibt er – wie bisher – Steuerschuldner (§ 13b Absatz 5 Satz 9 UStG).

42 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übergangsregelung für Lieferungen von Tablet-Computern, Spielekonsolen, Edelmetallen, unedlen Metallen, Selen und Cermets: Bei Lieferungen von Tablet-Computern, Spielekonsolen, Edelmetallen, unedlen Metallen, Selen und Cermets, die nach dem und vor dem ausgeführt werden, ist es nicht zu beanstanden, wenn die Vertragspartner einvernehmlich noch von der Steuerschuldnerschaft des leistenden Unternehmers nach § 13a Absatz 1 Nr. 1 UStG (wie bisher) ausgegangen sind. Voraussetzung hierfür ist, dass der Umsatz vom leistenden Unternehmer in zutreffender Höhe versteuert wird.

43 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übergang der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen: Ab dem wurde der § 13b UStG bezüglich der Bauleistungen durch das Kroatiengesetz wie folgt geändert: Nach § 13b Absatz 5 Satz 2 Halbsatz 1 UStG n.F. ist der Leistungsempfänger Steuerschuldner für an ihn erbrachte Bauleistungen, wenn er ein Unternehmer ist, der nachhaltig Bauleistungen erbringt. Allerdings fehlt eine gesetzliche Definition des Worts „nachhaltig“. Der Gesetzgeber ist jedoch der Auffassung, dass ein Unternehmer dann nachhaltig Bauleistungen erbringt, wenn er zumindest 10% seines Weltumsatzes als Bauleistungen ausführt.

44 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Was ist eine Bauleistung? Das UStG definiert als Bauleistungen: Werklieferungen und sonstige Leistungen, die der Herstellung, Instandsetzung oder Instandhaltung, Änderung oder Beseitigung von Bauwerken dienen. Als Bauwerke gelten umsatzsteuerlich neben Gebäuden, Hoch- und Tiefbauten, auch aus Baustoffen oder Bauteilen mit baulichem Gerät hergestellte Anlagen, die mit dem Erdboden verbunden sind oder infolge ihrer eigenen Schwere auf ihm ruhen.

45 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Dies sind insbesondere: Kraftwerke, Silos, Straßen, Pflasterung, Brücken, Deiche, Staudämme, Windkrafträder, Strommasten, Wasser- und Abwasserleitungen, Klärwerke, Tunnel, Stollen, Rohrleitungen, Kabelnetze. Keine Bauleistungen sind vor allem Planungs- und Überwachungsleistungen.

46 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Folgende Leistungen sind inbesondere als Bauleistungen aus umsatzsteuerlicher Sicht anzusehen: Erdbewegungs-, Estrich-, Fug-, Maurer-, Schalungs-, Straßenbau-, Schreiner-, Installations-, Maler-, und Lackierarbeiten, Dachbegrünung und andere substanzverändernde Arbeiten, wie:

47 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR  Einbau von Fenstern und Türen sowie Bodenbelägen, Aufzügen, Rolltreppen und Heizungsanlagen;  Einbau von Ladeneinbauten, Schaufensteranlagen, Gaststätteneinrichtungen;  Abbruch von Bauwerken;  Installation einer Lichtwerbeanlage oder der Hausanschluss durch Energieversorgungsunternehmen;  Aufbau oder aufwändige Installierung einer größeren Maschinenanlage (Betriebsvorrichtung);  Fassadenreinigung, bei der die Oberfläche abgeschliffen oder abgestrahlt wird;  Photovoltaikanlagen, die auf oder an einem Gebäude oder Bauwerk installiert werden;  Vermietung von Baugeräten mit Personal, wenn dabei substanzverändernde Arbeiten am Bauwerk ausgeführt werden.

48 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Demgegenüber stellen u. a. folgende Tätigkeiten keine Bauleistungen dar:  Lieferung von Baumaterial, z. B. Beton;  Vermietung von Containern;  Vermietung von Baugeräten ohne Personal;  Vermietung eines Baukran mit Personal;  Gerüstbau;  Arbeitnehmerverleih;  Fensterputzen;  Reparatur- und Wartungsarbeiten < 500 € (netto);  Verkehrssicherungsleistungen;  Planungs – und Überwachungsleitungen. Bauträgerumsätze sind ebenfalls keine Bauleistungen.

49 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Für die notwendige Rechtssicherheit wurde es nunmehr als ausreichend angesehen, dass das Finanzamt, Unternehmern, die nachhaltig Bauleistungen erbringen, ab eine Bescheinigung (USt 1 TG) ausstellt. Diese Bescheinigung ist eine von der – bisher von der Finanzverwaltung für Umsatzsteuerzwecke anerkannten – Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG abweichende gesonderte Bescheinigung. Die Bescheinigung wird auf längstens 3 Jahre befristet und kann nur mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder zurückgenommen werden.

50 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ist eine Bescheinigung ausgestellt worden, ist der Leistungsempfänger auch dann Steuerschuldner, wenn diese nicht gegenüber dem leistenden Unternehmer verwendet wird. Die Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei Bauleistungen gilt auch für den nichtunternehmerischen Bereich.

51 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übergang der Steuerschuldnerschaft bei Gebäudereinigungsleistungen: Ab regelt § 13b Absatz 5 Satz 5 UStG n.F., dass ein Unternehmer dann als Leistungsempfänger Steuerschuldner für an ihn erbrachte Gebäudereinigungsleistungen ist, wenn er selbst nachhaltig Gebäudereinigungsleistungen erbringt (vergleichbar der Regelung bei Bauleistungen). Auch hier ist zur Erleichterung des Nachweises vorgesehen, dass die zuständige Finanzbehörde dem Leistungsempfänger eine Bescheinigung hierüber ausstellt (Vordruck USt 1 TG – wie bei Bauleistungen). Die Bescheinigung wird auf längstens 3 Jahre befristet und kann nur mit Wirkung für die Zukunft widerrufen oder zurückgenommen werden.

52 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Vereinfachungsregelung bei der Anwendung der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers Zum wurde mit § 13b Absatz 5 Satz 7 UStG geregelt, dass es bei der Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers für Bauleistungen; Lieferungen von Erdgas und Elektrizität durch im Inland ansässige Unternehmer; Lieferung von Industrieschrott, Altmetallen und sonstigen Abfallstoffen; Reinigung von Gebäuden und Gebäudeteilen; Lieferungen von Gold; Lieferungen von Mobilfunkgeräten, Tablet-Computern, Spielekonsolen und integrierten Schaltkreisen; Lieferungen von Edelmetallen und unedlen Metallen

53 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR bleibt, wenn beide Vertragspartner in Zweifelsfällen übereinstimmend von der Erfüllung der Voraussetzungen für die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers ausgegangen sind, obwohl dies nach der Art der Umsätze unter Anlegung objektiver Kriterien nicht zutreffend war. Voraussetzung für diese Regelung ist, dass es aufgrund dieser Handhabung zu keinen Steuerausfällen gekommen ist. Es kommt dann zu keinen Steuerausfällen, wenn der Leistungsempfänger den an ihn erbrachten Umsatz in zutreffender Höhe versteuert hat.

54 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR III Bilanzrichtlinien-Umsetzungsgesetz (BilRUG) Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

55 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Am haben das Europäische Parlament und der Rat der europäischen Union die Richtlinie 2013/34EU (Bilanzrichtlinie) verabschiedet. Die EU-Mitgliedsstaaten sind angehalten die neue Richtlinie bis zum in nationales Recht zu transformieren. Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat dazu am den Referentenentwurf des „BilRUG“ vorgelegt. Dem Referentenentwurf wird, voraussichtlich noch in diesem Jahr, der Regierungsentwurf folgen.

56 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Inhaltlich lassen sich im Hinblick auf das HGB die Änderungen grob in zwei Gruppen unterteilen: 1.Anhebung der Größenkriterien für den Jahresabschluss von Kapitalgesellschaften, 2.Änderungen beim Berichtsumfang im Jahresabschluss einschließlich Änderungen bei den Befreiungsregeln. 1. Größeneinstufungen – Neue Schwellenwerte: In der Übergangsregelung des EGHGB ist vorgesehen, dass die neuen Größenklassen erstmals auf Jahresabschlüsse für nach dem beginnende Geschäftsjahre anzuwenden sind. Eine Übersicht der neuen Größeneinstufungen sehen Sie in der nachfolgenden Übersicht.

57 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR

58 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Änderungen beim Berichtsumfang sowie bei den Befreiungsvorschriften Alle hierzu geänderten Vorschriften sind erstmals für nach dem beginnende Geschäftsjahre anzuwenden. 2.1 Nutzungsdauer für selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens Das HGB wird künftig Nutzungsdauerbegrenzungen für selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter sowie einen entgeltlich erworbenen Geschäfts- und Firmenwert enthalten. Die Beschränkung kommt dann zum Tragen, wenn die voraussichtliche zeitliche Nutzung nicht bestimmt werden kann. In diesen Fällen ist die Abschreibung über einen Zeitraum von mindestens 5 und höchstens 10 Jahren vorzunehmen.

59 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Neuer Jahresabschlusspflichtbestandteil Es wird künftig gefordert, dass im einleitenden Teil des Jahresabschlusses die Firma, der Sitz, das Registergericht und die Registernummer anzugeben ist, unter der die Gesellschaft im Handelsregister eingetragen ist. 2.3 Wegfall der außerordentlichen Posten Die bislang in der Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung enthaltenen Posten „außerordentliche Erträge, außerordentliche Aufwendungen sowie außerordentliches Ergebnis“ entfallen. Dafür kommt eine neue Anhangerläuterungsvorschrift hinzu. Zukünftig sind außerordentliche Sachverhalte mit „Betrag“ und „Art“ im Anhang zu erläutern.

60 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Änderungen bei den Anhangangaben Der Gesetzentwurf sieht die Verringerung der Anhangsangaben, insbesondere für kleine Kapitalgesellschaften, vor. Künftig kann auf solche Anhangangaben verzichtet werden, die typischerweise nur für das Verständnis von Kapital- gesellschaften ab einer gewissen Größe nachgefragt werden, wie z. B. Angaben über Anteilsbesitz, Angaben zur Pensionsrückstellung oder Angaben zu bestimmten Finanzinstrumenten im Anlage- vermögen.

61 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Zugleich wird die Bedeutung des Anhangs gestärkt, indem Angaben zu außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen, zu Vorgängen nach dem Bilanzstichtag und * zur Ergebnisverwendung * in den Anhang verlagert werden. * bei mittelgroßen und großen Kapitalgesellschaften

62 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR IV Betriebsprüfung im digitalen Zeitalter (insbesondere Registrierkassen) Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

63 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die Finanzverwaltung darf grundsätzlich seit dem Unterlagen auch digital prüfen (§ 147 Abs. 6 AO). Der Umfang des Datenzugriffsrechts der Finanzverwaltung ist in dem BMF-Schreiben vom (GDPdU) geregelt. GDPdU heißt dabei nicht „Gib dem Prüfer Deine Unterlagen“, sondern „Grundsätze zum Datenzugriff und zur Überprüfbarkeit digitaler Unterlagen“. Ab dem neu geregelt im BMF-Schreiben vom (GOBD). Die Berechtigung zum Datenzugriff erstreckt sich nur auf steuerlich relevante Daten. Auch von Registrierkassen, als Bestandteil der sogenannten vorgelagerten Datenverarbeitung, aufgezeichnete Daten unterliegen dem elektronischen Zugriff der Finanzverwaltung.

64 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Für Kasseneinnahmen und –ausgaben, also Bargeschäften, hat der Gesetzgeber seit jeher ein besonderes Risiko der Nichterfassung gesehen. Daher müssen diese täglich festgehalten werden (§ 146 Abs. 1 S. 2 AO). Die Aufzeichnungspflichten treffen auch nicht buchführungspflichtige Unternehmer (§ 4 Abs. 3 EStG- Rechner). Allerdings ergeben sich die Aufzeichnungspflichten aus § 22 UStG i. V. m. §§ 63 und 68 UStDV. Diese sind nicht so umfassend wie die handelsrechtlichen Aufzeichnungs- pflichten. Es sind zwar keine „Bücher“ zu führen, dafür aber „Aufzeichnungen“. Faktisch ist es somit auch bei 4/3-Rechnern zwingend erforderlich bei hohen Barumsätzen ein ordnungsgemäßes Kassenbuch zu führen, um die Kassensturzfähigkeit zu gewährleisten.

65 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Im digitalen Zeitalter ist der Aspekt der Unveränderbarkeit stärker in den Fokus gerückt. Die technischen Möglichkeiten der elektronischen Aufzeichnungsgeräte führen dazu, dass die Unveränderbarkeit der tatsächlich erfassten Daten verstärkt geprüft wird. Bei den oftmals eingesetzten Registrierkassen bestehen einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt, um eine ordnungsgemäße Kassenbuchführung zu erstellen.

66 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Gemäß der „alten“ Kassenrichtlinie (BMF-Schreiben vom , BStBl, I 1996, S. 34) sind die Anforderungen zur Aufbewahrung von Registrierkassenstreifen erfüllt, wenn die Tagesendsummenbons (Z-Bons) vollständig aufbewahrt werden und folgende Angaben enthalten: Name des Geschäfts, Datum und die Tagesendsumme. Die Gewähr der Vollständigkeit ist gegeben, wenn nachstehende Unterlagen aufbewahrt werden: 1.Zur Kasse gehörende Organisationsunterlagen (z. B. Bedienungs- und Programmieranleitungen; Programm- abrufe nach jeder Änderung; Protokolle über die Einrichtung von Verkäufer-, Kellner- und Trainings- speichern; Anweisungen zu Programmierungen).

67 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die mit Hilfe der Registrierkasse erstellten Rechnungen. 3.Z-Bons müssen folgende Angaben enthalten: den Nullstellenzähler (fortlaufende Z-Bons-Nummer), die Stornobuchungen (z. B. sog. Managerstornos), die Retouren, die Entnahmen sowie den Zahlungsweg (bar, Scheck, Kredit). 4.Alle weiteren im Rahmen des Tagesabschlusses abgerufenen Ausdrucke (z. B. Kellnerberichte, Trainingsspeicher).

68 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die „alte“ Kassenrichtlinie behält für sog. Altgeräte, welche die Anforderungen des neuen BMF-Schreibens nicht erfüllen, noch bis längstens ihre Gültigkeit. Altgeräte, welche die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen, sind darüberhinaus aufzurüsten (z. B. durch Software-Update, Erhöhung der Speicherkapazität). Der „neue“ Registrierkassenerlass (BMF-Schreiben vom , BStBl. I 2010, S. 1324) erneuert die Anforderungen der Finanzverwaltung an die Aufbewahrung von insbesondere mit Registrierkassen erzeugten Unterlagen. Das BMF-Schreiben gilt auch für Waagen mit Registrierkassen- funktionen, Taxameter und Wegstreckenzählern.

69 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Gemäß dem „neuen“ Kassenerlass ist es wichtig, dass bei den digitalen Daten auf die Einzelauf- zeichnungspflicht (aller steuerlich relevanter Daten) bestanden wird und auch sämtliche mit dem Gerät elektronisch erzeugten Rechnungen i. S. d. § 14 UStG unveränderbar und vollständig aufbewahrt werden. Eine Verdichtung der Daten oder eine ausschließliche Speicherung der Rechnungsendsummen ist unzulässig. Spätestens 2017 ist der Z-Bon somit Geschichte. Ein ausschließliches Vorhalten aufbewahrungspflichtiger Unterlagen in ausgedruckter Form ist nicht ausreichend.

70 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ist die komplette Speicherung aller steuerlich relevanter Daten (Journal-, Auswertungs-, Programmier,- Stammdatenänderungs- daten) nicht innerhalb des Gerätes möglich, müssen die Daten unveränderbar und maschinell auswertbar auf einem externen Datenträger gespeichert werden. Zum Gerät gehörende Organisationsunterlagen müssen auch nach der „neuen“ Richtlinie aufbewahrt werden. Werden mit dem Gerät „unbare“ Geschäftsvorfälle (EC-Cash, ELV – Elektronisches Lastschriftverfahren) erfasst, muss aufgrund der erstellten Einzeldaten ein Abgleich der baren und unbaren Zahlungsvorgänge und deren zutreffende Verbuchung in der Buchführung gewährleistet sein.

71 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR PC-Kassensysteme sind von dem BMF-Schreiben nicht erfasst. Aufzeichnungspflichten für PC-Kassen ergeben sich weiterhin aus den GDPdU und den GoBS (Grundsätze ordnungsgemäßer DV- gestützter Buchführungssysteme). Sowie ab dem aus dem BMF-Schreiben vom (GOBD – Grundsätze zur ordnungsgemäßen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff). Kassenbücher, die mithilfe eines Tabellenkalkulationsprogramms (z. B. Excel) erstellt werden, dürfen nicht verwendet werden, da die Manipulationssicherheit nicht gewährleistet ist. Nachfolgend werden mögliche Mängel in der Kassenbuchführung, welche zur Nichtordnungsmäßigkeit der Buchführung führen können, dargestellt:

72 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR grobe Mängel: Nichtverbuchung von Geschäftsvorfällen, gravierende Mängel in der Kassenführung (i. V. m. der zeitgerechten Verbuchung), Verlust bzw. Nichtaufbewahrung von aufbewahrungspflichtigen Unterlagen, Nichtbeachtung des Gebots der Unveränderbarkeit weitere Mängel: offene Ladenkassen müssen retrograd aufgebaut sein, kein Kassenbuch geführt, Nichtbeachtung der „alten“ und „neuen“ Kassenrichtlinien, bei PC-Kassen Nichtbeachtung der GDPdU / GoBS bzw. GOBD, keine tägliche Erfassung, keine Abstimmung des Kassenbestandes, Kassenfehlbeträge, fehlende Kassensturzfähigkeit.

73 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Bei Bargeschäften steht die Registrierkasse auch in Zukunft besonders im Fokus. Das Finanzamt setzt speziell ausgebildete Betriebsprüfer ein, um Manipulationen aufzudecken. Zweifel an der Ordnungsmäßigkeit der Buchführung eröffnen die Befugnis der Finanzbehörden zur Schätzung (§ 162 Abs. 1, 2 AO). Jedoch berechtigt nicht jeder Verstoß gegen die Ordnungsvorschriften automatisch die Schätzung. Entscheidend ist das sachliche Gewicht der Aufzeichnungsmängel. Der Gesetzgeber gewährt dem Steuerpflichtigen zudem gemäß § 158 AO zunächst einen Vertrauensvorschuss.

74 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR V Mindestlohn Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

75 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Mit dem „Mindestlohngesetz“ (MiLoG) hat der Gesetzgeber die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns für alle Arbeitnehmer über 18 Jahre ab 1. Januar 2015 i.H.v. 8,50 € (brutto) je tatsächlich geleisteter Stunde beschlossen. Für einige Branchen und Arbeitnehmergruppen sind allerdings Übergangsregelungen und Ausnahmen vorgesehen.

76 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Zeitplan zum Mindestlohn Ab :Der Mindestlohn in Höhe von 8,50 € gilt. Allerdings sind Ausnahmen möglich. Ab : Gegebenenfalls erste Erhöhung des Mindestlohns. Sollte der Mindestlohn auf über 8,50 € angehoben werden, sind Aus- nahmen möglich. Alle Arbeitnehmer müssen aber 8,50 € pro Stunde bekommen. Ab :Der Mindestlohn gilt ohne Ausnahmen. Ab : Gegebenenfalls zweite Erhöhung des Mindestlohns.

77 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Besonderheiten bei bestimmten Arbeitnehmern Auszubildende Auszubildende erhalten keinen Mindestlohn. Ihre Entlohnung wird weiterhin durch das Berufsbildungsgesetz geregelt. Geringfügig Beschäftigte Unter das Mindestlohngesetz fallen auch Minijobber, die im gewerblichen Bereich oder in Privathaushalten über das Haushaltsscheck-Verfahren beschäftigt sind.

78 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Kurzfristig Beschäftigte/Saisonarbeiter Die Zeitgrenzen für kurzfristige Beschäftigungen von 2 Monaten oder 50 Arbeitstagen, innerhalb eines Kalenderjahres, werden für einen Zeitraum von vier Jahren auf drei Monate oder 70 Arbeitstage angehoben. Ab dem 1. Januar 2019 gelten wieder die vorherigen Höchstgrenzen. Langzeitarbeitslose Bei Arbeitnehmern, die zuvor über ein Jahr arbeitslos waren, haben Arbeitgeber die Möglichkeit, innerhalb der ersten sechs Monate, nach dem Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt, vom Mindestlohn abzuweichen.

79 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Praktikanten Den gesetzlichen Mindestlohn erhalten Praktikanten, die während des Studiums oder der Berufsausbildung ein freiwilliges Praktikum (über 3 Monate) machen, oder bereits ein Studium bzw. eine Berufsausbildung abgeschlossen haben. Für Pflichtpraktika im Rahmen von Schulzeit, Studium oder Ausbildung muss kein Mindestlohn gezahlt werden.

80 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ausnahmen vom Mindestlohn Für die AN der folgenden Branchen bleibt es auch ab Januar 2015 aufgrund von Tarifverträgen bei den niedrigeren Lohnuntergrenzen: Gebäudereinigung bis Oktober 2015 (nur Ost)8,21 € Landwirtschaft (unterste Lohngruppe der landwirtschaftlichen Saisonarbeiter) ab Januar 2015 (Ost)7,20 € ab Januar 2016 (Ost)7,90 € ab Januar 2017 (bundeseinheitlich)8,60 € ab November 2017 (bundeseinheitlich)9,10 € Friseurhandwerk bis zum (Ost)7,50 €

81 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Arbeitszeit Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen. Arbeitszeit im Sinne des § 2 Abs. 1 Arbeitszeitgesetz und nach dem Bundesarbeitsgericht ist die Leistung der versprochenen Dienste sowie sonstige Tätigkeiten (Überstunden), die vom AG veranlasst sind.

82 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Unterscheidung von Arbeitszeit im arbeitsschutzrechtlichen Sinne (Arbeitszeitgesetz) und Arbeitszeit im vergütungsrechtlichen Sinne (Gesetz, Tarifvertrag, Arbeitsvertrag…).

83 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Keine Arbeitszeit sind folgende Tätigkeiten: An- u. Abfahrt zum Betrieb, Fahrt zum ersten Kunden, Rückfahrt vom letzten Kunden, Dienstreisezeit(Ausnahme: Erledigung von Arbeitsaufgaben während der Reisezeit) und Waschzeiten.

84 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Folgende Tätigkeiten zählen zur Arbeitszeit: Bereitschaftsdienstzeiten, Rufbereitschaftsdienstzeiten (Arbeitszeit, nur die tatsächliche Arbeitsleistung), Arbeitsbereitschaft (z.B. LKW-Fahrer während des Be- oder Entladens), Umkleidezeiten (sofern das Tragen der Dienstkleidung und das Umkleiden im Betrieb Pflicht sind) und Wegezeiten (sofern dadurch die Hauptleistung erfüllt wird, z.B. Außendienstmitarbeiter, Kraftfahrer, Handelsvertre- ter).

85 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Sonderproblem Überstunden Überstunden, die durch den Arbeitgeber veranlasst sind, erhöhen die tatsächliche Arbeitszeit. Zu den Überstunden zählen sowohl die ausdrücklich angeordneten, als auch die stillschweigend geduldeten Überstunden ohne fehlendes Einschreiten des Arbeitgebers.

86 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Überstunden werden nicht zur tatsächlichen Arbeitszeit hinzugerechnet, wenn diese durch Zahlung des Mindestlohns oder Freizeitgewährung innerhalb von 12 Monaten ausgeglichen werden. Voraussetzung dafür ist, dass ein schriftlich vereinbartes Arbeitszeitkonto vorliegt. Auf dieses können max. 50 % der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit monatlich verbucht werden. Ist der Mindestlohn durch die Grundvergütung (unter Berücksichtigung der Überstunden) nicht unterschritten, können Überstunden über 12 Monate hinaus ausgeglichen werden.

87 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Variable Entgeltbestandteile Das MiLoG enthält keine Regelung, welche vertraglichen bzw. tatsächlich geleisteten Vergütungen für den Mindestlohn heranzuziehen sind Der Europäische Gerichtshof (EuGH) befand, dass variable Vergütungsbestandteile dann angerechnet werden können, wenn sie eine Gegenleistung für die reguläre Tätigkeit des AN darstellen, z.B. tarifliche Einmalzahlungen. Ob diese vom EuGH aufgestellten Grundsätze auf den Mindestlohn angewendet werden können, bleibt abzuwarten.

88 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Problematisch können deshalb Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie leistungsabhängige Boni und Provisionen sein. Nicht anrechenbare Vergütungsbestandteile sind: Vermögenswirksame Leistungen, Wechselschicht- u. Schmutzzulagen und Überstunden-, Nachtschicht-, Sonn- u. Feiertagszuschläge. Soll mit einem Vergütungsbestandteil allein die Arbeitsleistung im engeren Sinne vergütet werden, ist er auf den Mindestlohn anrechenbar.

89 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ermittlung des Mindestlohns Der steuerpflichtige Bruttolohn pro Stunde kann auf zwei Wegen ermittelt werden. Zum Einen können Sie mit Ihrem Mitarbeiter einen Stundenlohn im Arbeitsvertrag vereinbaren. Beispiel 1: „Der Arbeitnehmer Herr Schulze erhält einen Stundenlohn von 8,50 €.“ Zum anderen können Sie mit Ihrem Mitarbeiter ein Gehalt vereinbaren..

90 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Bei einem monatlich vereinbarten Gehalt ist die tatsächlich geleistete Arbeitszeit maßgeblich, nicht die Ermittlung des Mindestlohnanspruchs auf Grundlage der durchschnittlich oder der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Beispiel 2: Frau Meier arbeitet als Sachbearbeiterin in einer Spedition. Ihr Bruttolohn setzt sich zusammen aus: Festgehalt 1.400,00 € Fahrtkostenzuschuss 100,00 € Betriebliche Altersvorsorge (Entgeltumwandlung) 100,00 € Sonn-/Feiertagszuschläge 200,00 € Gesamtbruttolohn 1.700,00 € Steuerbruttolohn 1.300,00 €

91 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Die steuerfreien Vergütungselemente (Fahrtkostenzuschuss, Sonn- und Feiertagszuschläge) bleiben außen vor. Eine Besonderheit gilt dagegen für die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge. Diese sind Bestandteil des Mindestlohns. Gesamtbruttolohn1.700,00 € Steuerbruttolohn1.300,00 € Betriebliche Altersvorsorge 100,00 € Maßgeblicher Bruttolohn1.400,00 € Frau Meier arbeitet im Monat 160 Stunden. Der Mindestlohn- anspruch ist erfüllt (160 Std. x 8,50 € = 1.360,00 €).

92 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR In einem anderen Monat arbeitet Frau Meier 184 Stunden. Der Mindestlohnanspruch ist nicht vollständig erfüllt ( 184 Std. x 8,50 € = 1.564,00 € ). Frau Meier hat noch einen Mindestlohnanspruch i.H.v. 164,00 €.

93 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Dokumentationspflichten Bei Beschäftigung von Arbeitnehmern in folgenden Branchen besteht eine Dokumentationspflicht: Baugewerbe, Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe, Personenbeförderungsgewerbe, Speditions-, Transport- und Logistikgewerbe, Forstwirtschaft, Gebäudereinigungsgewerbe, Bau von Messen und Ausstellungen, Fleischwirtschaft und geringfügig Beschäftige.

94 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Folgende Unterlagen sind bereitzuhalten: Arbeitszeitdokumentation, Arbeitsverträge (einschließlich Änderungen oder Ergänzungen), Lohnabrechnungen und Buchungsbelege.

95 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Umfang der Dokumentationsverpflichtung: Aufzeichnung von Beginn, Ende und Dauer der Arbeitszeit für die betroffenen Arbeitnehmer. Erstellung der Dokumentation spätestens bis zum 07. Kalendertag nach der aufzuzeichnenden Arbeitsleistung. Aufbewahrungspflicht für mindestens zwei Jahre, beginnend ab Aufzeichnungszeitpunkt. Aufzeichnungspflicht trifft auch Entleiher, die Arbeitnehmer in den genannten Branchen beschäftigen.

96 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Unabhängig vom Einsatz der Arbeitnehmer in bestimmten Branchen, sind folgende Dokumentationen notwendig: Dokumentation der über 8 Stunden hinausgehenden Arbeitszeit (unabhängig von der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit). Dokumentation der nicht an Werktagen geleisteten Arbeitszeit ( Sonn- und Feiertage, unabhängig von der 8-Stunden Grenze).

97 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Um dem Risiko der Unterschreitung des Mindestlohnes entgegen zu wirken, wäre folgendes möglich: Umwandlung sonstiger Leistungen des Arbeitgebers - Einmalzahlungen - Zulagen/Zuschläge Flexibilisierung der Arbeitszeit durch Führung eines Arbeitszeitkontos

98 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Unternehmerhaftung Beauftragen Sie einen anderen Unternehmer mit der Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen, haften Sie für die Verpflichtung dieses Unternehmers oder seines Nachunternehmers (Kettenhaftung) zur Zahlung des Mindestlohns. Als Auftraggeber müssen Sie darlegen und beweisen, dass Sie bei der Auswahl und Kontrolle der von Ihnen beauftragten Unternehmen Ihre Sorgfaltspflichten nicht in besonders schwerem Maße verletzt haben.

99 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Bei Verstoß gegen diese Sorgfaltspflichten haften Sie für: das nach den Mindestlohnvorschriften geschuldete Netto- entgelt und die Beiträge zu den Lohnausgleichskassen, Zusatzver- sorgungskassen oder Urlaubskassen.

100 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Empfehlung: Bei neuen Vertragspartnern empfehlen wir Ihnen, schriftlich und nachvollziehbar zu dokumentieren, dass Sie vor Vertragsabschluss Informationen über Ihre Partner eingeholt haben. Weisen Sie Ihre Subunternehmer schriftlich auf die Verpflichtung zur Zahlung des Mindestlohns hin. Idealerweise sollte dieser Hinweis Bestandteil des Vertragswerks sein.

101 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Wie wird die Einhaltung des Mindestlohns kontrolliert? Die Kontrolle der Einhaltung des Mindestlohns erfolgt durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit der Bundeszollverwaltung. Um die Einhaltung des Mindestlohns wirksam kontrollieren zu können, sollen neue Stellen geschaffen werden. Ein AN kann sich, wenn der Mindestlohn nicht gezahlt wird, an eine Hotline wenden, die noch eingerichtet wird.

102 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR VI Kennzahlen Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

103 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Kennzahlen Kennzahlen stellen einen Maßstab bzw. eine quantitative Information dar. Sie dienen insbesondere dem Controlling, der Bilanzanalyse, der Unternehmenssteuerung oder der Bonitäts- prüfung durch Banken oder Rating Agenturen. Man unterscheidet z. B. : Bilanzkennzahlen, Kennzahlen der Rentabilität oder betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

104 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Bilanzkennzahlen Bilanzkennzahlen sollen im Rahmen der Bilanzanalyse einen Einblick in die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens gewähren. Aus diesen Kennzahlen lassen sich Erkenntnisse über die Finanzierung, die Bonität oder die finanzielle Stabilität eines Unternehmens gewinnen. Beispiele: Anlagendeckungsgrad, Eigen und Fremdkapitalquote, Liquiditätsgrad.

105 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Anlagendeckungsgrad Die goldene Bilanzregel besagt, dass langfristiges Vermögen auch langfristig finanziert werden soll. Als Kennzahl dient dazu die Anlagendeckung. Der Anlagendeckungsgrad A gibt Auskunft darüber, inwieweit das Anlagevermögen durch das Eigenkapital gedeckt ist. Anlagendeckungsgrad A = Anlagendeckungsgrad B = Hierzu sind branchenspezifische Vergleichszahlen heranzu- ziehen. Eigenkapital Anlagevermögen Eigenkapital + langfristiges Fremdkapital Anlagevermögen

106 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Liquiditätsgrad Die Fähigkeit, jederzeit seinen Zahlungsverpflichtungen nach- kommen zu können, wird in den Kennzahlen zur Liquidität I – III zum Ausdruck gebracht. Der Liquiditätsgrad II stellt dar, inwieweit kurzfristige Verbindlichkeiten durch vorhandene Mittel gedeckt sind. Der Liquiditätsgrad II ist eine Kontrollkennzahl zur Überprüfung der kurzfristigen betrieblichen Liquidität. Eine gute Liquidität II. Grades liegt vor, wenn diese > oder = 1 ist. Er berechnet sich wie folgt: (flüssige Mittel + kurzfristige Forderungen + Wertpapiere des Umlaufvermögens) Kurzfristige Verbindlichkeiten = Liquiditätsgrad II

107 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Cash–Flow (Geldflussrechnung) Der Cash-Flow gibt Auskunft über die Finanzkraft eines Unternehmens. Er kann auf direktem und indirektem Weg ermittelt werden Direkte Methode Einzahlungen -Auszahlungen =Cash - Flow Einzahlungen sind Zuflüsse von Zahlungsmitteln (z.B. Bargeld, Bank). Auszahlungen bezeichnen korrespondierende Abgänge von Zahlungsmitteln.

108 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Indirekte Methode Jahresüberschuss nach Steuern +Aufwand, der nicht zu Auszahlungen geführt hat +Erträge, die nicht zur Einzahlung kamen =Cash - Flow Einstellung von Rücklagen Abschreibungen Erhöhung Rückstellung Entnahme von Rücklagen Zuschreibungen Auflösung Rückstellungen

109 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR EBIT = Earnings before Interests and Taxes (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) Jahresüberschuss +Steueraufwand -Steuererträge +Zinsaufwand -Zinserträge =EBIT Durch den EBIT soll die Vergleichbarkeit des Betriebs- ergebnisses unabhängig von der regionalen Besteuerung und unterschiedlichen Finanzierungsformen erreicht werden.

110 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Rentabilitätskennzahlen Durch diese Kennzahlen ist es möglich, den Erfolg einer Unternehmung, eines Projekts oder Auftrags zu messen. Hierdurch können Unternehmensziele prozentual vergleichbar gemacht werden. Beispiele: Kapitalrentabilität (Verzinsung einer Investition) Umsatzrentabilität (Verhältnis Gewinn zum Umsatz)

111 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Gesamtkapitalrentabilität Die Gesamtkapitalrentabilität gibt die Verzinsung des insgesamt eingesetzten Kapitals (Eigen- und Fremdkapital) an. Dieses Ergebnis sollte größer als der Fremdkapitalzins sein. Eine Aufnahme von Fremdkapital bei Investitionen ist daher zweckmäßig, wenn der Fremdkapitalzins zzgl. Risikozuschlag geringer ist als die Gesamtkapitalrentabilität. Gesamtkapitalrentabilität = Gewinn + Fremdkapitalzinsen Gesamtkapital * 100 %

112 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Eigenkapitalrentabilität Die Eigenkapitalrentabilität stellt die Verzinsung des Eigen- kapitals dar. Ein Unternehmen sollte eine Eigenkapitalrentabilität von mehr als 30 % anstreben. Das Ergebnis kann durch die Aufnahme von Fremdkapital erhöht werden. Dies ist nur sinnvoll, wenn die Gesamtkapitalrentabilität größer als der Fremdkapitalzins zzgl. Risikozuschlag ist. Jahresüberschuss Eigenkapital Eigenkapitalrentabilität = * 100 %

113 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Return on Investment (ROI) Der ROI stellt eine periodische Bezugsgröße dar, die den finanziellen Erfolg des gesamten, innerhalb eines Unternehmens gebundenen Kapitals, bewertet. Er wird durch die Multiplikation der Umsatzrentabilität mit der Umschlagshäufigkeit des Gesamt- kapitals ermittelt (Kapitalumschlag). Je höher der Kapital- umschlag eines Unternehmens ist, desto weniger Betriebskapital wird benötigt. Der ROI sollte oberhalb von 10 % liegen. Er ist branchenabhängig und somit im Handel höher als in der Industrie. ROI = Gewinn Umsatz * 100 % Umsatz Gesamtkapital *

114 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Zusammenfassendes Beispiel zur Kennzahlenanalyse

115 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR VII Kurze Meldungen Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

116 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Geplante Änderungen durch das Steuervereinfachungs- gesetz 2013 Am hat der Bundesrat den Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht. Am hat das Bundeskabinett den Entwurf abgelehnt. Der Ausgang des Gesetzgebungsverfahrens bleibt abzu- warten. In seiner Sitzung am hat der Bundesrat einen Großteil der geplanten Änderungen befürwortet.

117 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Sachbezüge Die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 11 EStG (z.B. für Tankgutscheine) soll von 44 € auf 20 € abgesenkt werden. 2. Arbeitgeberzuschuss zu Kinderbetreuungskosten -strittig Nach § 3 Nr. 33 EStG in der derzeit geltenden Fassung sind Leistungen des AGs steuerfrei, soweit sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Zukünftig sollen nur noch 2/3 der Aufwendungen, höchstens 4.000,00 € pro Kind steuerfrei sein (Ausnahme: Betriebskindergärten). Damit würde eine Angleichung an die steuerliche Behandlung der Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben erfolgen. Die Leistungen müssen nicht mehr zusätzlich zum ohnehin erbrachten Arbeitslohn erbracht werden. Somit ist auch eine Gehaltsumwandlung möglich.

118 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Häusliches Arbeitszimmer Durch das Steuervereinfachungsgesetz soll ein Pauschbetrag für ein Arbeitszimmer von monatlich 100,00 € eingeführt werden. Damit würde ein Einzelnachweis der Kosten entfallen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG, § 9 Abs. 5 EStG)

119 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Voraussetzungen für den Pauschalbetrag: Das häusliche Arbeitszimmer stellt zwar nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen oder beruflichen Betätigung dar, aber es steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung. Der derzeitige Pauschalbetrag für diese Fälle beträgt 1.250,00 €. oder Die tatsächlichen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer, das den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung darstellt, unterschreiten den Pauschbetrag. Bildet das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der betrieblichen Tätigkeit, soll es dabei bleiben, dass die Kosten in unbegrenzter Höhe abzugsfähig sind.

120 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Erhöhung des Arbeitnehmerpauschbetrages Der Pauschbetrag soll von 1.000,00 € auf 1.130,00 € angehoben werden (§ 9a Satz 1 Nr. 1a EStG). 5. Freibeträge im Lohnsteuerabzugsverfahren Die vom Arbeitsnehmer beantragten Freibeträge im Lohnsteuerabzugsverfahren sollen für zwei Jahre gültig sein (§ 39a Abs. 1 Satz 2 EStG). 6. Handwerkerleistungen Einführung eines Sockelbetrages von 300,00 € bei der Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen. Rechnungs- beträge bis zu einem Betrag von 300,00 € sollen nicht mehr steuerlich abzugsfähig sein (§ 35a Abs. 3 EStG).

121 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG laut BMF-Schreiben vom 10. Januar 2014 Handwerkliche Tätigkeiten im Rahmen einer Neubaumaßnahme sind nicht begünstigt. Als Neubaumaßnahmen gelten Tätigkeiten bis zur Fertigstellung eines Gebäudes. Das Gebäude gilt als fertiggestellt, wenn die wesentlichen Baumaßnahmen abgeschlossen sind und der Bezug der Wohnung zumutbar ist. Ein Gebäude ist nicht fertiggestellt, wenn Türen, Böden und der Innenputz fehlen. Eine Eigentums- wohnung ist mit der Bezugsfertigkeit fertig gestellt, auch wenn zu diesem Zeitpunkt zivilrechtlich noch kein Wohneigentum begründet und keine Teilungserklärung abgeben war (H 7.4 „Fertigstellung“ EStH).

122 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Maßnahmen, die im Zusammenhang mit einer späteren Nutzen- oder Wohnflächenerweiterung anfallen, sind jetzt auch begünstigt. Beispiele: der Bau von Wegen, Zäunen, Stützmauern oder Terrassenüberdachungen, die nachträgliche Errichtung eines Wintergartens oder einer Garage, der Dach- bzw. Kellerausbau oder der Einbau eines Kamins.

123 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Aufwendungen für den Schornsteinfeger sind ab 2014 nicht mehr komplett begünstigt. Begünstigt sind weiterhin Kehr-, Reparatur- und Wartungsarbeiten des Schornsteinfegers, jedoch nicht mehr begünstigt sind Mess- und Überprüfungsarbeiten, sowie Feuerstättenschauen.

124 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Telearbeitsplatz Bei Telearbeit handelt es sich um eine Tätigkeit, die unter Verwendung von Kommunikations- und Informationstechniken an einem selbstgewählten, ausschließlich oder zum Teil außerhalb des Betriebes liegenden Arbeitsplatzes verrichtet wird. Trägt der Arbeitgeber die Kosten für die Beschaffung von Datenverarbeitungs- und Telekommunikationsgeräten und verbleiben diese im Eigentum des Arbeitgebers, handelt es sich nicht um einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil, und zwar auch dann nicht, wenn die Geräte privat genutzt werden (§ 3 Nr. 45 EStG).

125 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übereignet der Arbeitgeber Datenverarbeitungsgeräte an den Arbeitnehmer, so gehört der Wert dieser Sachbezüge zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Die Lohnsteuer kann jedoch mit 25% pauschaliert werden. Die Pauschalierung löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus. Steht der PC im Eigentum des Arbeitnehmers und zahlt der Arbeitgeber für die betriebliche Verwendung eine pauschale Vergütung, gehört dies zum steuer- und beitragspflichtigen Entgelt.

126 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Barzuschüsse des Arbeitgebers zu Aufwendungen des AN für einen privaten Internetanschluss sind steuerpflichtiger Arbeitslohn. Sofern der Zuschuss 50 € monatlich nicht übersteigt, kann die Lohnsteuer mit 25 % pauschaliert werden. Voraussetzung aber ist, dass der Arbeitnehmer eine Erklärung unterschreibt, dass ihm Aufwendungen für die laufende Internetnutzung in Höhe des Betrages entstehen.

127 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Künstlersozialabgabe Zur Zahlung der Künstlersozialabgabe sind folgende Unter- nehmen verpflichtet: Verlage, Theater, Orchester, Chöre oder Werbeunternehmen (typische Verwerter), die regelmäßig Künstler und Publizisten beschäftigen. Unternehmer, die nicht nur gelegentlich Aufträge an selbständige Grafiker, Designer, Fotografen erteilen. Hier ist zwischen der Beauftragung aufgrund von Eigenwerbung (Beispiel: Beauftragung Webdesigner zur Gestaltung Internetauftritt) und der Beauftragung für sonstige Unter- nehmenszwecke, (Beispiel: Beauftragung Industriedesigner zur Produktgestaltung) zu unterscheiden.

128 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ausnahmen von der Abgabepflicht Unternehmen, die nicht zu den klassischen Verwertern gehören und Künstler für Zwecke der Eigenwerbung beauftragen, sind nicht abgabepflichtig, wenn die gezahlten Entgelte im Kalenderjahr 450 € nicht übersteigen. Werden Künstler für sonstige Zwecke, außerhalb der Eigenwerbung, beauftragt, fällt keine Künstlersozialabgabe an, wenn pro Jahr die Grenze von drei Veranstaltungen bzw. Aktivitäten nicht überschritten wird. Nicht abgabepflichtig sind Unternehmen, die Aufträge an eine juristische Person (GmbH, UG, AG) oder GmbH & Co. KG vergeben. Der Endverbraucher bzw. Privatmann ist nicht abgabe- pflichtig, da die Leistung konsumiert und nicht verwertet wird.

129 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Höhe der Abgabe und Bemessungsgrundlage Der Beitragssatz beträgt: 20113,9 % 20123,9 % 20134,1 % 20145,2 % 20155,2 % Grundsätzlich gehören alle dem Künstler/Publizisten gezahlten Entgelte und Nebenkosten zur Bemessungsgrundlage. Die ausgewiesene Umsatzsteuer und Aufwandsentschädigungen wie z.B. Reisekosten oder Druckkosten gehören nicht zur Bemessungsgrundlage.

130 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Anmeldung der Abgabe Die beitragspflichtigen Entgelte müssen nach Ablauf des Kalenderjahres, spätestens bis zum angemeldet werden. Über den elektronischen Formularservice der Künstlersozialkasse (www.kuenstlersozialkasse.de) hat der Unternehmer (Verwerter) die Möglichkeit, eine entsprechende Meldung zu erstellen und zu übermitteln.

131 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Neuerungen ab Statt wie bisher Prüfungen im Jahr, werden ab Prüfungen der Deutschen Rentenversicherung durchgeführt. Es wird eine Bagatellgrenze von 450,00 € netto jährlich eingeführt. Es werden Säumniszuschläge und Bußgelder (bis zu €) bei Nichtabführung eingeführt. AG mit mindestens 20 AN werden alle 4 Jahre und AG mit weniger als 20 AN werden alle 10 Jahre geprüft.

132 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Erbschaftsteuergesetz Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) überprüft derzeit die Verfassungsmäßigkeit des Erbschaftsteuergesetzes. Auslöser war ein Vorlagebeschluss des BFH aus September 2012, in dem die Steuerbegünstigung beim Übergang von betrieblichem Vermögen in Frage gestellt wird. Der BFH hält die Regelungen der §§ 13a und 13b ErbStG für einen Verstoß gegen den allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) und somit für verfassungswidrig. Gegenwärtig ist offen, wie das Bundesverfassungsgericht entscheiden wird. Beratungsempfehlungen sind derzeit unmöglich, weil die Konsequenzen nicht absehbar sind. Das BVerfG wird sein Urteil am 17. Dezember 2014 verkünden.

133 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Sofern das Bundesverfassungsgericht das Erbschaftsteuergesetz für nichtig erklärt, käme es zu einem rückwirkenden Wegfall der Erbschaftsteuer in allen Fällen, die entweder durch Einspruch offen gehalten wurden oder deren Steuerbescheid vorläufig erlassen wurde. Dies betrifft Übertragungen, die nach dem erfolgt sind. Wahrscheinlicher ist, dass das Bundesverfassungsgericht lediglich die Unvereinbarkeit des Erbschaftsteuergesetzes mit dem Grundgesetz feststellt und dem Gesetzgeber die Möglich- keit einräumt, die monierten Punkte innerhalb einer bestimmten Frist gesetzlich neu zu regeln. Bei dieser Entscheidungsvariante bleibt das Erbschaftsteuergesetz, bis zum Ablauf der dem Gesetzgeber zur Neuregelung eingeräumten Frist, weiter anwendbar.

134 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Höhere Freigrenzen für Aufmerksamkeiten und Arbeitsessen Der Bundesrat hat am 10. Oktober 2014 den Lohnsteuer- Änderungsrichtlinien 2015 zugestimmt. Besonders hinzuweisen ist auf die höhere Freigrenze für Aufmerksamkeiten und Arbeits- essen. Zu den nicht lohnsteuerpflichtigen Aufmerksamkeiten gehören Sachzuwendungen bis zu einem Wert von 40 € brutto (z.B. Blumen oder ein Buch), die dem Mitarbeiter oder seinen Ange- hörigen aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses (z.B. Geburtstag, Hochzeit oder Geburt eines Kindes) zuge- wendet werden können. Ab 1. Januar 2015 soll die Freigrenze für Sachzuwendungen von 40 € auf 60 € angehoben werden. Geldzuwendungen sind auch innerhalb der Grenze stets steuer- und beitragspflichtig.

135 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Ebenfalls nicht steuerpflichtig sind sogenannte Arbeitsessen, deren Wert beim einzelnen Arbeitnehmer 40 € brutto nicht übersteigt. Ein Arbeitsessen in diesem Sinne liegt vor, wenn der Arbeitgeber den Mitarbeitern anlässlich oder während eines außergewöhnlichen Arbeitseinsatzes (z.B. außergewöhnliche betriebliche Besprechung) im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse Speisen bis zu der Freigrenze unentgeltlich überlässt. Auch diese Freigrenze soll zum 1. Januar 2015 auf 60 € brutto erhöht werden.

136 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Übernahme von Bußgeldern und Verwarngeldern ist beitragspflichtig Übernimmt ein AG Buß- und Verwarngelder, handelt es sich grundsätzlich um ein sozialversicherungspflichtiges Entgelt. Diese Änderung ist seit dem 1. Mai 2014 anzuwenden. Der BFH hat im letzten Jahr seine Rechtsprechung geändert. Danach kann ein rechtswidriges Tun des AN – selbst wenn es vom AG angewiesen wurde – keine Grundlage für ein überwiegend betriebliches Interesse des AG darstellen. Der BFH hält damit an seiner Auffassung, dass die Übernahme von Verwarnungsgeldern wegen Verletzung des Halteverbots im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des AG liegen kann, nicht mehr fest.

137 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Das Skript zu unserem Jahresabschlussseminar finden Sie in Kürze auf unserer Homepage:

138 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir wünschen Ihnen eine schöne Adventszeit! Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR 2014

139 Hofmann & Domine StbG JAHRESABSCHLUSSSEMINAR Hofmann Klinksiek & Tschater U n t e r n e h m e n s b e r a t u n g G m b H Hofmann & Klinksiek Partnerschaft S t e u e r b e r a t u n g s g e s e l l s c h a f t H o h e S t r a ß e C h e m n i t z T e l e f o n / T e l e f a x / E N D E Hofmann & Domine Partnerschaft S t e u e r b e r a t u n g s g e s e l l s c h a f t H o h e S t r a ß e C h e m n i t z T e l e f o n / T e l e f a x / Homepage


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