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Internationales / Europa Sommer-Uni: Das Europa der Gewerkschaften, Bodensee, 20.06.2014 Deutschland Unterschiede und Gemeinsamkeiten Arbeitsbeziehungen.

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Präsentation zum Thema: "Internationales / Europa Sommer-Uni: Das Europa der Gewerkschaften, Bodensee, 20.06.2014 Deutschland Unterschiede und Gemeinsamkeiten Arbeitsbeziehungen."—  Präsentation transkript:

1 Internationales / Europa Sommer-Uni: Das Europa der Gewerkschaften, Bodensee, Deutschland Unterschiede und Gemeinsamkeiten Arbeitsbeziehungen Tschechische Republik

2 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 2 Gewerkschaftlicher Organisationsgrad in Europa ca. 80% 35-70% 20-35% < 15 % Tschechische Republik: ca. 21% Bundesrepublik Deutschland: ca. 20%  Nationale Organisationsgrade sagen nur wenig aus über die tatsächliche Stärke einer Gewerkschaft

3 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 3 Das nationale Gewerkschaftsgefüge DEUTSCHLAND Keine Richtungsgewerkschaften aber Branchengewerkschaften Ein großer Dachverband: DGB „Gewerkschaftskonkurrenz“ (dass heißt : zwei Gewerkschaften in einer Branche oder in einem Unternehmen) ist eher selten TSCHECHIEN Richtungsgewerkschaften und Branchengewerkschaften Mehrere, unterschiedlich große Dachverbände: ČMKOS, ASO „Gewerkschaftskonkurrenz“ ist nicht auszuschließen, aber in der Praxis eher selten

4 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 4 Das nationale Gewerkschaftsgefüge DEUTSCHLAND  IG Metall (DGB) 2,2 Millionen Mitglieder 160 lokale Verwaltungsstellen in sieben Bezirken Zuständigkeit für Metall & Elektro, Textil, Holz und Kunststoff Internationale Mitgliedschaften: industriAll European Trade Union industriAll Global TSCHECHIEN  OS KOVO (ČMKOS) Metallarbeitergewerkschaft mit Mitglieder  OS TOK (ČMKOS) Textilarbeitergewerkschaft  Welche Branchengewerkschaft ist zuständig bei ASO? Branchenzuständigkeiten Internationale Mitgliedschaften: Nur OS KOVO und OS TOK sind Mitglied in industriAll European Trade Union und industriAll Global

5 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 5 Betriebliche Interessenvertretung Deutsches Modell Betriebsrat verhandelt Betriebsvereinbarungen Branchengewerkschaft verhandelt Branchentarifverträge auf regionaler Ebene Tschechisches Modell Gewerkschaftliche Grundorganisation im Betrieb (základní organizace) verhandelt betriebliche Kollektivverträge Gesetzliches Gremium zur Unterrichtung und Anhörung Betriebsrat (podniková rada) Gesetzliches Gremium zur Unterrichtung und Anhörung Branchengewerkschaft (odborový svaz) verhandelt Branchentarifverträge auf nationaler Ebene

6 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 6 Der Betriebsrat (BR) Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer im Betrieb und das gesetzlich wirksame Gremium zur Unterrichtung und Anhörung. Es hat darüber hinaus gesetzlich geregelte Mitwirkungsrechte („Mitbestimmung“) Betriebsrat als zentrales Organ übt alle Verhandlungsrechte aus: er verhandelt und unterzeichnet die Betriebsvereinbarungen Er überwacht die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen Weitgehende Regelungen über Freistellungen und Arbeitsmittel Gewerkschaften nur indirekt im Betrieb präsent (mit den sogenannten gewählten „Vertrauensleuten“). Der BR wird durch lokale „Verwaltungsstellen“ der IG Metall betreut Überbetriebliche Interessenvertretung: Gründung von Gesamt- und Konzernbetriebsräten gesetzlich möglich. Betriebliche Interessenvertretung

7 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 7 Konzernbetriebsrat Zug & Fahrrad AG Standort Frankfurt -BR- Gesamtbetriebsrat Zug GmbH Standort Stuttgart -BR- Standort Leipzig -BR- Standort Köln -BR- Standort München -BR- Standort Kiel -BR- Gesamtbetriebsrat Fahrrad GmbH Standort Rostock -BR- Standort Hamburg -BR- Interessenvertretung in Deutschland AN als Aufsichtsratsmit -glieder Lokale IGM Köln Lokale IGM Hamburg Lokale IGM Rostock Lokale IGM Leipzig Lokale IGM Frankfurt Lokale IGM Stuttgart Lokale IGM München Lokale IGM Kiel Gewerkschafts- sekretär koordiniert die Gew.-Politik in jedem Gesamt- betriebsrat Gewerkschafts- sekretär koordiniert die Gewerkschafts- politik im Konzernbetriebsrat 1 / 3 der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat sind Gewerkschafts- funktionäre

8 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 8 Drei Arten der Beteiligung Rechte des Betriebsrat Information z.B. bei wirtschaftlichen Angelegenheiten Konsultation z.B. bei personellen Angelegenheiten Mitbestimmung z.B. bei sozialen Angelegenheiten

9 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 9 Informations- Konsultations- und Mitbestimmungsrechte Rechte des Betriebsrat Allgemeine Informationsrechte: d.h. für die Durchführung seiner Aufgaben muss der Betriebsrat rechtzeitig von der Unternehmensführung unterrichtet werden und hat im Rahmen seiner Aufgaben Einsichtsrecht in die Geschäftsunterlagen. Beispiele : Bruttolöhne, Gehälter Informations- und Konsultationsrechte: z.B. bei wirtschaftlichen, personellen Fragen, Einführung neuer Technologien etc. Mitbestimmungsrechte bei sozialen Angelegenheiten, z.B. Beginn und Ende der Arbeitszeit, Festsetzung, Anwendung oder Änderung der Entlohnungsmethoden, Festsetzung von Akkord- und Prämiensätzen, Leistungs- und Verhaltenskontrolle, Versetzung oder Entlassung einzelner Beschäftigter, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Form und Verwaltung betrieblicher Sozialeinrichtungen (z.B. Kantinen), Betriebsänderung (Interessenausgleich und Sozialplan)

10 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 10 Qualität der Beteiligung Konsultation Information Angelegenheitensozialepersonellewirtschaftliche Mitbestimmung

11 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 11 GewerkschaftenBetriebsräteVertrauensleute Arbeitnehmer- vertreter im Aufsichtsrat Schließen mit den Arbeitgeberver- einigungen oder mit einzelnen Arbeitgebern Tarifverträge ab, die Mindest- standards bei Löhnen, Ge- hältern, Arbeits- zeit, Urlaub, Lohnfortzahlung etc. setzen Verhandeln mit der Unternehmens- leitung Betriebsverein- barungen aus (unter Beachtung des Tarifvorbehaltes) Arbeiten mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft zusammen, informieren die Mitglieder, organisieren Streiks etc. und haben kein Recht auf Abschluss von Betriebsverein- barungen oder von Tarifverträgen Vertreten die Arbeitnehmer- interessen im Aufsichtsrat und sind entweder Mitarbeiter der Gewerkschaft oder Mitglieder des Betriebsrates Aufgabenverteilung der Interessenvertreter im Betrieb und im Unternehmen in Deutschland

12 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 12 Die gewerkschaftliche Grundorganisation (GO) im Betrieb und ihre Organe Die gewerkschaftliche Grundorganisation im Betrieb (základní organizace) und ihr gewähltes Leitungsgremium (výbor základní organizace) ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer im Betrieb und das gesetzliche Gremium zur Unterrichtung und Anhörung. Das von den Gewerkschaftsmitgliedern gewählte Leitungsgremium der GO hat darüber hinaus gesetzlich geregelte Mitwirkungsrechte („Mitbestimmung“) und verhandelt betriebliche Kollektivverträge Sie überwacht die Einhaltung von Gesetzen, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträgen Regelungen über Freistellungen und Arbeitsmittel Daneben kann auch ein Betriebsrat (podniková rada) gegründet werden, der allerdings nur eingeschränkte Unterrichtungs- und Anhörungsrechte und keine Mitbestimmungsrechte hat. Betriebliche Interessenvertretung

13 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 13 Das Leitungsgremium der GO und Betriebsrat haben folgende Informationsrechte: Wichtige Fragen der Arbeitsbedingungen; Änderungen des Aufbaus, der Rechtsstellung und der Geschäftstätigkeiten des Unternehmens; Maßnahmen zur Gewährleistung der Gleichbehandlung von Frauen und Männern; Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten auf die Umwelt und Umweltschutzmaßnahmen; Einzelheiten zu Stellen für feste Mitarbeiter, die für befristet beschäftigte Arbeitnehmer im Betrieb von Interesse sind; Rechte der betrieblichen Interessenvertreter

14 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 14 Nur das Leitungsgremium der GO hat folgende Informationsrechte: Entwicklung der Löhne und Gehälter, einschließlich des nach einzelnen Berufsgruppen aufgeschlüsselten Durchschnittslohns und seiner Zusammensetzung; Arbeitspensum und –tempo; Änderungen der Arbeitsorganisation; Arbeitsentgeltsystem und Verfahren für die Mitarbeiterbeurteilung; Berufsbildung; Soziale und kulturelle Aktivitäten; Einzelheiten zum Einsatz neuer Mitarbeiter Rechte der betrieblichen Interessenvertreter

15 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 15 Das Leitungsgremium der GO und Betriebsrat haben folgende Informations- und Konsultationsrechte: Wirtschaftliche Entwicklungsperspektiven des Unternehmens; Strukturelle Veränderungen bei Restrukturierungsmaßnahmen; Maßnahmen, die sich auf die Beschäftigung auswirken, insbesondere Massenentlassungen; Zahl der Beschäftigten und mögliche Beschäftigungsperspektiven; Übergang des Unternehmens an einen anderen Eigentümer; Fragen im Zusammenhang mit Gesundheitsschutz und Sicherheit am Arbeitsplatz. Rechte der betrieblichen Interessenvertreter

16 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 16 Nur das Leitungsgremium der GO hat folgende Informations- und Konsultationsrechte: Versetzung von Mitarbeitern gegen ihren Willen; Kollektive Arbeitszeitregelung wie Nachtarbeit oder Arbeit an Ruhetagen; Datum der Lohnauszahlung sofern dies nicht im Tarifvertrag festgelegt ist; Regelungen für Ersatzleistungen des Arbeitnehmers bei Schäden oder finanziellen Verluste, die durch ihn verursacht wurden; und Entschädigungszahlungen bei Berufskrankheit. Rechte der betrieblichen Interessenvertreter

17 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 17 Nur das Leitungsgremium der GO hat Mitbestimmungsrechte: Die Beschäftigung von Zeitarbeitnehmern für die Dauer von mehr als zwei Jahren; Kurzarbeitsregelungen in Situationen, in denen es aufgrund eines Auftrags- oder Verkaufsrückgangs nicht genügend Arbeit für die Beschäftigten gibt, um ihre normalen Arbeitszeiten auszufüllen. Terminplanung für den Jahresurlaub und Höchstdauer der einzelnen Urlaubsblöcke (bei einer Mindestdauer von zwei Wochen); Verwendung etwaiger Fonds, die zu kulturellen und sozialen Zwecken eingerichtet werden; Änderungen der Arbeitsordnung. Rechte der betrieblichen Interessenvertreter

18 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 18 Tarifverträge Branchen- übergreifend / landesweit Branchenweit Betriebsebene Deutschland ++++ Tschechien ++++

19 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 19 Tarifverträge in Deutschland In DE ist die Branchenebene entscheidend Der Staat greift kaum in die Fragen des Entgeltssystems und der Arbeitszeit ein: symbolisch dafür steht das Fehlen eines gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland. Die Arbeitszeit und das Entgeltssystems werden auf Branchenebene verhandelt. Die Betriebsebene gewinnt an Bedeutung, insbesondere seit dem Pforzheimabkommen im Jahre aber auch in solchen Fällen werden die Tarifverträge von Bevollmächtigten der Gewerkschaften verhandelt (und nicht von den Vertrauensleuten, wie in anderen Ländern). Tarifliche Deckungsrate: ca. 61% der deutschen Arbeitnehmer/innen sind abgesichert durch Tarifverträge.

20 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 20 Tarifverträge in der Tschechischen Republik In CZ ist die Betriebsebene entscheidend Wenn in der Tschechischen Republik Tarifverhandlungen geführt werden, dann überwiegend auf betrieblicher Ebene, aber in vielen Betrieben wird überhaupt nicht verhandelt. Das Leitungsgremium der gewerkschaftlichen Grundorganisation (GO) verhandelt die betrieblichen Kollektivverträge. Bei Tarifverhandlungen geht es in erster Linie um das Arbeitsentgelt, aber auch Fragen wie Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung werden verhandelt. Es gibt keinen Unterschied zwischen Kollektivvertrag und Betriebsvereinbarung, sondern nur zwischen betrieblichem und Bran- chenkollektivvertrag (dann auf nationaler Ebene). Die Kollektivverträge beziehen sich auch auf jene AN, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Tarifliche Deckungsrate: ca. 44% der tschechischen Arbeitnehmer/innen sind abgesichert durch Branchentarifverträge oder betriebliche Kollektivverträge.

21 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 21 Unternehmensmitbestimmung Weite Verbreitung Begrenzte Verbreitung Keine Regelungen

22 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 22 Unternehmensmitbestimmung § Kriterien Anzahl der Arbeitnehmervertreter in den Unternehmensorganen Deutschland JA 1. UN AN 2. UN  2000 AN 3. Sonderegelung für Montan- industrie 1. 1/3 des Aufsichtsrats 2. ½ des Aufsichtsrats mit Vorherrschaft der Kapitalvertreter ( bei Stimmengleichheit ist die Stimme des Vorsitzendens ausschlaggebend. 3. Volle Parität in der Montanindustrie Tschechien JA Aktiengesellschaften mit > 50 AN 1/3 des Aufsichtsrats

23 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 23 Die Rolle Staates in Deutschland Die Regierung greift nicht in Tarifverhandlungen ein (Tarifautonomie) Die Regierung sorgt lediglich für die gesetzlichen Rahmenbedingungen (Grundgesetz, Tarifvertragsgesetz, Betriebsverfassungsgesetz) Die Rolle des Staates in Deutschland und der Tschechischen Republik Die Rolle Staates in der Tschechischen Republik ČMKOS und ASO, Arbeitgeber und Regierung arbeiten im dreigliedrigen Rat für wirtschaftliche und soziale Verständigung (RHSD) zusammen

24 Sommeruni der IG Metall Bildungsregion, Bodensee, 20. Juni 2014 Internationales / Europa 24 Vielen Dank! Děkuji! Kontakt:


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