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Die physische Karte Ein Baustein zur Kartographiedidaktik.

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Präsentation zum Thema: "Die physische Karte Ein Baustein zur Kartographiedidaktik."—  Präsentation transkript:

1 Die physische Karte Ein Baustein zur Kartographiedidaktik

2 Problemstellung/Forderung „In der Sekundarstufe I werden u.a. zdas Großrelief der Erde, zKlima- und Vegetationszonen, zGliederung nach Staaten bzw. überstaatlichen Organisationen verwendet.“ Wir brauchen einfache, von Kindern leicht wahrnehmbare kleinmaßstäbige topographische Übersichtskarten!!!

3 Der Schulatlas...?... ò„Als Orientierungshilfe, als Speicher gewisser raumgebundener Informationen und als Arbeitsmittel zum Vertrautmachen im Umgang mit Karten hat der geografische Schulatlas eine wesentliche Funktion im ‚Geographie & Wirtschaftskunde - Unterricht‘.“ òDas wichtigste Unterrichtsmittel ist es aber nicht mehr! Warum nicht mehr?

4 Warum, nicht mehr? zViele Inhalte, Sachverhalte und Vorgänge haben nichts mehr direkt mit Raum zu tun (Inflation, Pensionsversicherung,...), daher auch keine Darstellung auf Karten möglich. zZudem ergeben sich Probleme mit der Signatur und Flächenfarbendarstellung in kleinmaß- stäbigen topografischen Übersichtskarten. zStarke Generalisierung und viel zu dicht gedruckte Namen verhindern morphologische Aussagen Daher: Karten müssen immer durch andere Medien ergänzt werden, sonst bleiben ihre Symbole tot!

5 Inhalt und Gliederung der Schulatlanten? Schulatlanten bestehen im allgemeinen aus... ¶kleinmaßstäbigen topographischen Übersichtskarten ·thematischen Karten ¸dem Namensverzeichnis ¹Einführungen ins Kartenlesen ºverschied. astronomische Erscheinungen »Fragen zur Verebnung der Kugeloberfläche ¼Kartenspiegel, Satelliten- und Luftbilder...

6 ¶ kleinmaßstäb. topograf. Übersichtskarte zDiese Karten beinhalten heute i.a. Relief, Grenzen, Siedlungen und Verkehrswege, sowie ausgewählte topographische Bezeichnungen. zDer Maßstab bewegt sich meistens von 1: bis 1:90 Mio. zHauptmerkmal ist das mittels Farbhypsometrie dargestellte Relief, neben Gewässer u. a. (  Abbildung von Physischem, daher die Bezeichnung physische Karte. Im Gegensatz zur politischen Karte.)

7 ¶ kleinmaßstäb. topograf. Übersichtskarte zDie Stufenfolge der Höhenfarben auf dem Land verläuft von unten nach oben heute gewöhnlich von Grün- über Gelb zu Brauntönen. zDa die farbige Höhenschichten-Wiedergabe eine abstrakte Darstellungsform ist, wurden vielerlei sinnvolle aber auch unsinnige Hilfen ersonnen, um Kindern damit die dritte Dimension verständlich zu machen.  Fehlerquellen...

8 zDie direkte Ablesbarkeit aller Landhöhen wird durch farblich nicht deutlich unterscheidbare hypsometrische Skalen oft zunichte gemacht. (z.B: Hölzel 9+ Asienkarte 1:50 Mio. und Freytag&Berndt Europakarte 1:15 Mio.) zLeichte Farbunterschiede sowie nicht einheitlich geteilte Höhenschichtenskalen lösen beim Vergleich ein und derselben Region unterschiedliche Vorstellungen aus und führen zu Mißdeutungen. (z.B: Europakarte im Ö-Diercke 1:16 Mio. und im Freytag&Berndt Unterstufen Schulatlas 1:15 Mio.)

9 Beispiel: herkömmliche Karte ( Diercke Österreich, 2003: S. 125, Afrika) „Orographisches Denken“ d.h. nur Unterscheidung zwischen Hoch- und Tieflagen

10 Warum so, und nicht anders... Die gravierendste Schwachstelle dieser klein- maßstäbigen topographischen Karten mit hervortretender farbiger Geländedarstellung ist aus pädagogischer Sicht ihre farbige Höhen- schichtdarstellung!  Weil die Flächenfarben auf Karten immer am stärksten ins Auge springen, muss die Frage gestellt werden, ob man sie bei kleinmaßstäbigen Übersichtskarten nicht für andere Inhalte als zur Darstellung der Meereshöhe einsetzen soll?

11 Warum so, und nicht anders... Gruber (1900): „Die Schulkartographie hat vergessen, dass Relief, Bewässerung und Besiedlung alleine noch nicht das Gesicht eines Landes ausmachen.“ Lehmann (1961): „Nicht nur das Relief (?) [=Meereshöhe] mit dem Flussnetz soll Gegenstand der physischen Karten sein, sondern jeder Wesenszug, der Grundvorstellungen einer natürlichen Raumordnung erzeugt. Dieser große Zusammenhang in Form von Wäldern, Savannen, Steppen oder Wüsten als Widerschein von Wirkung des Großklimas und des Reliefs, ist es, der den Kartographen zu einer sinnbildlichen Gestaltung aufruft.“

12 Also anders, und nicht so...  Also eine Neugestaltung der Schulatlanten-Karten durch wirklichkeitsnähere Landschaftskarten!!! y Bodenbedeckungskarten y Landnutzungskarten Das heißt, eine Versuch die klima-ökologische Charakteristik des Raumes großflächig zum Ausdruck zu bringen. Eine Art von generalisiertem Satellitenbild, das als wirklichkeitsnahes Modell raumprägende Merkmale repräsentiert.

13 Also anders, und nicht so... Ziel sollte sein: zmöglichst hoher Wirklichkeitsgrad zeinfach und einprägsam zAussagen zum Relief, zum Klima und zur Vegetation zgute Schummerung mit Höhenzahlen zAbgehen vom rein „orograph. Denken“ (Hoch- und Tieflagen) zStaatsgrenzen, Topographie und charakteristische Höhenzahlen auf ausklappbaren Transparentseiten

14 Beispiel: Karte neuerer Art Freytag&Berndt und Artaria: (GW-U 48/1992, S. 60f.: Afrika) „naturräumliches Denken“ d.h.graufarbene Schräglichtschummerung zum Zwecke einer Reliefplastik: z.B.: Gebirge als Orientierungs- und Gliederungselement

15 Ergebnis (Sollzustand) 4Nutzung der DIN-A-4 Seite im Atlas für natur- und wirklichkeitsnähere Darstellung 4Klima sei landschaftsgestaltender als Höhe 4Hauptfragen: s Der Inhalt bestimmt die Methode? s Die Methode (des Unterrichts) bestimmt den Inhalt? s Unterrichtsinhalte und Unterrichtsmethoden stehen in Wechselwirkung zueinander? Aus der Sicht der Didaktik erscheint am wichtigsten: Egal welche Methode, sie muss vor allem eines leisten -

16 ¶ kleinmaßstäb. topograf. Übersichtskarte Funktion im Unterricht: Orientierungsfunktion ( besser: Zuordnungsfunktion) das heißt, die Schüler... zfinden wichtige topographische Bezeichnungen, zordnen kleinere Gebiete topograph. in größere Räume ein, zfertigen Faustskizzen anhand Atlaskarten an ( stumme Karte ), zstellen grobe Größenvergleiche an, zkönnen in Gegenüberstellung zur thematischen Wirtschafts- karte eine Orientierung erlangen. Aber: Keine Entfernungsmessung bei Maßstab >1:1 Mio.!!!

17 ¶ kleinmaßstäb. topograf. Übersichtskarte Die wichtigste Aufgabe der kleinmaßstäbigen topograph- ischen Übersichtskarten besteht also darin, beim Aufbau des von der Öffentlichkeit geforderten und in den Lehrplänen auch verankerten topographischen Orientierungswissen zu helfen. Dazu braucht man Übersichtskarten großer Räume, deren Erscheinungsbild sich im Gedächtnis der jährigen leicht einprägt. Das wird aber nur dann eintreten, wenn diese Karten nicht mit Informationen überladen sind, sondern das im Sinne ihres Verwendungszweckes Wesentliches einfach und leicht wahrnehmbar darstellen.

18 Zurück an den Start: Kartographie als Wissenschaft befaßt sich mit der Erfassung, Verarbeitung, Speicherung und Auswertung von Geodaten; insbesonders mit der Visualisierung durch kartographische Ausdrucks- formen, sowie Methoden ihrer Nutzung. (Österr. Kartograph. Kommission, 1998) Die Karte ist eine zeiträumliche Abbildung (alles was räumliche Bezüge innehat, mit Beibehaltung der tatsächlichen Verhältnisse), also ein maßgebundenes und strukturiertes Modell räumlicher Bezüge. Das heißt, nicht ausschließlich in der Wirklichkeit sichtbares wird dargestellt.

19 Zurück an den Start: Symbolisieren und Vereinfachen Symbolisieren ist Bildhaftmachung. Die Kartographie verwendet Zeichen für den weiteren Informations- input, sog. Signaturen (=Kartensymbole) Die Semiotik, die Wissenschaft von den Zeichen ySemantik=Zeichen und ihre Bedeutung ySyntaktik=Regeln von der Kombination von Zeichen yPragmatik=Nutzung der Zeichen Wiedererkennbarkeit, Infogehalt, Verständlichkeit,...

20 Gründe fürs Beharren auf Karten herkömmlicher Art Die physische Karte als Grund- und Basiskarte der Schulatlanten bleibt, wegen/weil... yKostengründen der Verlage yLehrer ihre Sehgewohnheiten nicht so schnell ändern können. yKonservativismus und Skeptizismus gewisser Lehrer yNicht gelöstes Verhältnis von Methode und Inhalt: Hier stellt sich die fundamentale Frage nach den Zielen des Unterrichts bzw. Unterrichtens. Lernweg des Schülers versus Bildungsabsicht des Lehrers

21 Peter Haggett: Geographie. Eine globale Synthese. Kapitel 22: Fernerkundung Huck Finn zu Tom Sawyer in ihrem Luftschiff: „Wir sind jetzt gerade über Illinois. Du kannst es selber sehen, Indiana ist nicht in Sicht... Illinois ist grün, Indiana ist rosa. Wenn Du irgendwo rosa dort unten entdecken kannst, dann zeig es mir doch. Nein, mein Lieber, alles ist grün.“ „Indiana rosa? Warum denn das? Du spinnst!“ „Ich spinne nicht. Ich habe auf der Landkarte nachgeschaut, und dort ist Indiana rosa.“ (Mark Twain, Tom Sawyer Abroad (1896))

22 Der Vergleich (Diercke-Ö vs. F&B und Artaria Wien)

23 Der Vergleich (Hölzel 9+ vs. F&B und Artaria Wien)

24 Der Vergleich Hölzel UStA vs. F&B UStA


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