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Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach.

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Präsentation zum Thema: "Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach."—  Präsentation transkript:

1 Die Motette von Guillaume de Machaut bis Johann Sebastian Bach

2 Terminologie Der Terminus motet oder lat. motetus leitet sich vom altfranzös. Wort mot ab, das mit Wort, Vers oder Strophe übersetzt werden kann.

3 Terminologie Greifbar wird der Terminus im 13. Jh., zunächst als Bezeichnung für eine neukomponierte, textierte Stimme zu einem Tenor. Als eigenständiger Gattungsbegriff Erscheint der Terminus erstmals bei Johannes de Grocheio (um 1300).

4 Epochenüberblick I Mittelalter Guillaume de Machaut c Renaissance John Dunstaple c (London) Guillaume Dufay c (Cambrai) Johannes Ockeghem 1410/ (Tours) Johannes Regis Antoine Busnois 1432/ (Brügge)

5 Epochenüberblick II Josquin des Prez c (Aix-en- Provence, Italien, Condé-sur-Éscaut) Jacob Obrecht c. 1457/ (Gent, Brügge) Antoine Brumel c (Paris) Jean Mouton (St. Quentin) Adrian Willaert c (Venedig) Nicolas Gombert c (Spanien,Tournai)

6 Epochenüberblick III Cristóbal de Morales c (Sevilla, Rom, Toledo) Clemens non Papa /58 (NL) Giovanni Pierluigi da Palestrina 1514/ (Rom) Orlandi di Lasso (Mons NL, München) Francisco Guerrero (Sevilla) Tomás Luis de Victoria (Madrid)

7 Epochenüberblick IV Renaissance / Frühbarock Beginn des Generalbasszeitalters Andrea Gabrieli (Venedig) Giovanni Gabrieli (Venedig) Lodovico Grossi da Viadana (Rom, Mantua, Venedig u.a.) Claudio Monteverdi (Venedig) Michael Praetorius (Wolfenbüttel) Heinrich Schütz (Dresden)

8 Epochenüberblick V Barock - Deutschland Matthias Weckmann (Hamburg) Dieterich Buxtehude (Lübeck) Johann Sebastian Bach (Leipzig) Georg Friedrich Händel (London) Georg Philipp Telemann (Hamburg)

9 Epochenüberblick VI Barock – Italien Alessandro Grandi (Venedig) Francesco Cavalli (Venedig) Alessandro Scarlatti (Neapel) Antonio Vivaldi (Venedig) Georg Friedrich Händel (Rom) Johann Adolf Hasse (Venedig)

10 Epochenüberblick VI Barock – Frankreich Grand Motet Jean-Baptiste Lully (Paris) Marc-Antoine Charpentier (Paris) Michel-Richard Delalande (Paris) François Couperin (Paris) Jean-Phillippe Rameau (Paris)

11 Repetitio: Die Motette des ausgehenden Mittelalters

12 Repetitio: Die Motette des ausgehenden Mittelalters Theorie Die Definition des Johannes de Grocheio Magister in Paris um 1275

13 Der Motetus ist ein aus mehreren Stimmen zusammengesetzter Gesang (cantus ex pluribus compositus), der mehrere Texte (plura dictamina) oder eine vielfache Unterscheidung von Silben hat und der überall harmonisch zusammenklingt (harmonialiter consonans).

14 ... Ich sage aber überall harmonisch zusammenklingt, weil jeder Gesang mit dem anderen nach einer der vollkommenen Konsonanzen zusammenklingen muss, zum Beispiel nach der Quarte oder Quinte oder Oktave.

15 Es gibt mehrere Teile der Motette, nämlich Tenor Motetus Triplum Quadruplum.

16 Der Tenor ist derjenige Teil, auf welchen sich alle anderen gründen, wie die Teile eines Hauses oder Gebäudes auf ihr Fundament. Er regelt sie und gibt ihnen das Ausmaß, wie die Knochen [Skelett] den anderen Teilen.

17 Der Motetus ist diejenige Stimme, die sich unmittelbar über dem Tenor anreiht. Sie beginnt meist in der Quinte und fährt in demselben Verhältnis, in dem sie anfängt, fort oder steigt in die Oktave hinauf.

18 Das Triplum ist diejenige Stimme, die über dem Tenor im Verhältnis der Oktave anfangen und meist in demselben Verhältnis fortfahren muss.

19 Das Quadruplum ist eine Stimme, die manchen Stücken wegen der Vervollkommnung der Konsonanz beigegeben wird.

20 Schichten des motettischen Satzes Quadruplum Triplum Oktave Motetus Quinte Tenor (Choralausschnitt)

21 Soziologische Einordnung Die Motette ist die Unterhaltungsmusik der gebildeten Oberschicht, des Klerus. Es handelt sich bei den Motetten Machauts in erster Linie also nicht um liturgische Werke.

22 Johannes de Grocheio: Dieser Gesang darf nicht vor dem Volk dargeboten werden, weil es seine Feinheit nicht bemerkt, noch durch sein Anhören ergötzt wird, sondern man muss ihn vor den Gebildeten darbieten und denjenigen, welche die Feinheiten der Künste suchen.

23 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 O livoris feritas Guillaume de Machaut -* c (Champagne), April 1377 (Reims) - 17 Jahre u.a. secretaire des böhmischen Königs -ab 1337 Kanoniker an der Kathedrale zu Reims -bed. Dichter: Le Dit de la Fonteinne Amoureuse, Le Dit de la Harpe, Le Dit de Marguerite usw. -Komponist von 1 Messe (Messe de Nostre Dame), 23 Motetten, 42 Balladen, 22 Rondeaux, 33 Virelais, 19 Lais, Hoquetus David

24 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 O livoris feritas Merkmale -Isorhythmische Anlage -Dreistimmigkeit -Tenor – Motetus – Triplum -Drei Texte: 1 Choraltext 2 Text des Motetus 3 Text des Triplums

25 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Isorhythmische Anlage Der Tenor baut sich aus immer wiederkehrenden Bausteinen auf: Color = Choralausschnitt Talea = rhythmisches Muster

26 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Die Vorlage: Responsorium Videns Jacob

27 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Die isorhythmische Anordnung des Tenors: Color: + Talea: = Tenordurchlauf bei Machaut

28 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Der Color besteht aus 12 Tönen Die Talea besteht aus 8 rhythmischen Positionen. Nach dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen 24 kongruieren nach 3 Taleae und 2 Colores beide Strukturen wieder.

29 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Die Motette muss demnach aus einer geraden Zahl an Durchläufen des Colors bestehen. Im Falle der Motette 9 lässt Machaut den Color sechs Mal durchlaufen, was 9 Taleae entspricht.

30 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Der Regel entsprechend endet Machauts Tenor allerdings mit einer Pause.

31 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Durch den um einen Ton verzögerten Beginn endet der Tenor nach sechs Colores mit einem singulären g als Schlusston.

32 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Klänge Perfekt: Oktave, Quinte, Quarte Imperfekt: Terz, Sexte

33 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Klangstruktur d. 1. Durchführung

34 Beispiel: Machaut Motette Nr. 9 Der dreistimmigen Anlage korres- pondieren in den Stimmen Notenwerte von unterschiedlicher Länge TenorLongen MotetusBreven TriplumSemibreven und Kürzer

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