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Wie liest die Wirtschaft (Schul-)Zeugnisse? Der Versuch einer Antwort Roland Dörfler – Rektor (Leiter des Hauptschulzugs der Staatlichen Gesamtschule Hollfeld)

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Präsentation zum Thema: "Wie liest die Wirtschaft (Schul-)Zeugnisse? Der Versuch einer Antwort Roland Dörfler – Rektor (Leiter des Hauptschulzugs der Staatlichen Gesamtschule Hollfeld)"—  Präsentation transkript:

1 Wie liest die Wirtschaft (Schul-)Zeugnisse? Der Versuch einer Antwort Roland Dörfler – Rektor (Leiter des Hauptschulzugs der Staatlichen Gesamtschule Hollfeld)

2 Roland Dörfler2 Grundsätzliche Aussagen zu Schulzeugnissen BayEUG Art. 52 (2) Die einzelnen schriftlichen, mündlichen und praktischen Leistungsnachweise [...] werden nach folgenden Notenstufen bewertet: sehr gut = 1 (Leistung entspricht den Anforderungen in besonderem Maße) gut = 2 (Leistung entspricht voll den Anforderungen)

3 Roland Dörfler3 Grundsätzliche Aussagen zu Schulzeugnissen befriedigend = 3 (Leistung entspricht im Allgemeinen den Anforderungen) ausreichend = 4 (Leistung weist zwar Mängel auf, entspricht aber im Ganzen noch den Anforderungen)

4 Roland Dörfler4 Grundsätzliche Aussagen zu Schulzeugnissen mangelhaft = 5 (Leistung entspricht nicht den Anforderungen, lässt jedoch erkennen, dass trotz deutlicher Verständnislücken die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind) ungenügend = 6 (Leistung entspricht nicht den Anforderungen und lässt selbst die notwendigen Grundkenntnisse nicht erkennen).

5 Roland Dörfler5 Daraus lassen sich Informationen gewinnen:

6 Roland Dörfler6 Die Rolle von Bemerkungen in Zeugnissen Anlagen, Mitarbeit und Verhalten In den Zeugnisbemerkungen der Schule werden Aussagen zu Anlagen, Mitarbeit und Verhalten des Schülers/der Schülerin gemacht. Aber Achtung! In Arbeitszeugnissen stehen diese Formulierungen im Vordergrund – und die enthalten oft verdeckte Informationen!

7 Roland Dörfler7 Die Rolle von Bemerkungen in Zeugnissen Und weil Personalchefs diese Art von Zeugnissen hauptsächlich gewohnt sind, besteht die Gefahr, dass sie Schulzeugnisse wie Arbeitszeugnisse lesen!

8 Roland Dörfler8 Die Zeugnissprache der Wirtschaft Oberster Grundsatz ist, dass der Inhalt des Zeugnisses einerseits wahr sein muss. Andererseits soll das Zeugnis von verständigem Wohlwollen für den Arbeitnehmer getragen sein, um ihm sein weiteres Fortkommen nicht zu erschweren.

9 Roland Dörfler9 Die Zeugnissprache der Wirtschaft Wahrheitspflicht Wohlwollenspflicht

10 Roland Dörfler10 Der Schlüssel dieser Zeugnissprache Andeutungen Es wird mit Hilfe mehrdeutiger Leerformeln eine Aussage nur angedeutet, so dass negative Schlussfolgerungen gezogen werden. Beispiele: Sie hat sich im Rahmen ihrer Fähigkeiten eingesetzt. Er erledigte die ihm übertragenen Aufgaben immer ordnungsgemäß. Sein Verhalten gab nie zu Beanstandungen Anlass. = geringe Fähigkeiten = ohne Eigeninitiative = es war aber auch nicht besonders lobenswert

11 Roland Dörfler11 Der Schlüssel dieser Zeugnissprache Widersprüche Es wird zwar zunächst etwas positiv dargestellt bzw. formuliert, in der Zusammenfassung dann jedoch gegensätzlich dargestellt oder weggelassen. Beispiele: -sehr gute Leistungs- und Verhaltensbeurteilung -Schilderung von bedeutsamen Aufgaben aber im Schlussteil fehlen die Aussagen des Danks bzw. des Bedauerns aber im gleichen Atemzug werden Hilfsarbeiten erwähnt

12 Roland Dörfler12 Der Schlüssel dieser Zeugnissprache Einschränkung von Aussagen Die Gültigkeit der Aussage wird durch scheinbar harmlose Zwischenbemerkungen eingeschränkt – und dadurch oft sogar ins Gegenteil verkehrt! Beispiele: -Die Aufgaben, die wir ihm übertragen haben,... -Wir wünschen ihr künftig Erfolg... = hat von sich aus keine Aufgaben erkannt = Erfolg hatte sie bei uns nicht

13 Roland Dörfler13 Der Schlüssel dieser Zeugnissprache Der Trick mit der Reihenfolge Die Aussage wird dadurch abgewertet, dass weniger wichtige Wertungen zuerst genannt werden! Beispiele: -Er war für die Überwachung der Maschinenfunktion und für Planung des Fachkräfteeinsatzes zuständig... -Sie führte das Portobuch und fertigte Besprechungsprotokolle...

14 Roland Dörfler14 Der Schlüssel dieser Zeugnissprache Der Trick mit den Auslassungen Arbeitsbereiche oder Arbeitsaufgaben, die eigentlich zum Tätigkeitsfeld des Mitarbeiters gehören, werden gar nicht erst erwähnt. Statt einer negativen Aussage wird keine gemacht! Beispiele: -Im Kreis der Mitarbeiter war er stets tolerant. -Sie zeigte für die Belange der Kollegen stets Verständnis. = aber nicht den Vorgesetzten gegenüber = aber nicht für die Belange der Firma / des Chefs Noch drastischer wirkt dieser Trick, wenn zu berufstypischen Fähigkeiten keine Aussage getroffen wird, z. B. wenn die Floristin keinerlei Aussage zu ihren gestalterischen Fähigkeiten bekommt.

15 Roland Dörfler15 Vergleich von Schulnoten mit Zeugnisformulierungen

16 Roland Dörfler16 Vergleich von Schulnoten mit Zeugnisformulierungen

17 Roland Dörfler17 Positive Aussagen mit negativer Bedeutung Alle Arbeiten mit großem Fleiß und Interesse erledigt. Zwar eifrig, aber nicht besonders tüchtig. Hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt. Hat getan, was er konnte, aber das war nicht viel; viel ist dabei nicht herausgekommen. Wegen seiner Pünktlichkeit war er stets ein gutes Vorbild. War in jeder Hinsicht eine Niete; die Leistungen liegen unter dem betrieblichen Durchschnitt. Wir haben uns im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Wir haben ihm gekündigt bzw. nahe gelegt, selbst zu kündigen....bemühte sich den Anforderungen gerecht zu werden....hat versagt....war mit Interesse bei der Sache.Hat sich angestrengt, aber nichts geleistet. Zeigte für die Arbeit Verständnis.War faul und hat nichts geleistet. Erledigte die ihm übertragenen Arbeiten mit Fleiß und war stets willens, sie termingerecht zu beenden. Absolut unzureichende Leistungen. Hat sich mit großem Eifer an diese Arbeit herangemacht und war erfolgreich dabei. Die Leistungen waren dennoch mangelhaft.

18 Roland Dörfler18 Positive Aussagen mit negativer Bedeutung Hat sich im Rahmen seiner Fähigkeiten eingesetzt Leistungen waren nicht zufrieden stellend. Hat alle Arbeiten ordnungsgemäß erledigt.Ist ein Bürokrat, der keine Eigeninitiative aufbringt. Mit seinen Vorgesetzten ist er gut zurechtgekommen. Ein Mitläufer der sich gut zu verkaufen weis. Wir lernten in als umgänglichen Kollegen/Schüler kennen. Viele sahen ihn lieber gehen als kommen. Er ist ein zuverlässiger (gewissenhafter) Mitarbeiter, Schüler. Er ist zur Stelle, wenn man ihn braucht; allerdings nicht immer brauchbar Er ist stets ein zuverlässiger MitarbeiterAuf ihn kann man sich verlassen. Er verfügt über Fachwissen und zeigt gutes Selbstvertrauen Geringes Fachwissen und große "Klappe". Er ist Neuem gegenüber immer aufgeschlossen. Aber nicht um es zu integrieren.

19 Roland Dörfler19 Positive Aussagen mit negativer Bedeutung...war stets bemüht seine Aufgaben in seinem und im Interesse der Firma zu lösen. Hat den Arbeitgeber bestohlen. Allen Aufgaben hat er sich mit Begeisterung gewidmet. Ohne Erfolg. Er hat an allen ihm gestellten Aufgaben mit großem Fleiß gearbeitet. Wenn gleich erfolglos Sein Verhalten gegenüber Mitarbeitern (Schülern), Vorgesetzten war einwandfrei. Reihenfolge ist wichtig! Durch seine Geselligkeit trug er zur Verbesserung des Betriebsklimas bei Er neigte zu übermäßigem Alkoholgenuss. Im Kollegenkreis galt er als toleranter MitarbeitFür Vorgesetzte ist er ein schwerer Brocken. Für die Belange der Belegschaft bewies er stets Einfühlungsvermögen Sucht Sexkontakt zu Betriebsangehörigen Abgesehen davon, dass ein Geheimcode bezüglich der Bewertung von Zeugnisaussagen unzulässig ist, geht eine solche Auslegung jenseits der Grenzen guten Geschmacks viel zu weit und muss als rechtswidrig angesehen werden.

20 Roland Dörfler20 Diese Feststellungen müssen nicht so interpretiert werden! Wie gesagt: Ich habe versucht, eine Antwort zu geben! Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Viel Erfolg bei der Bewerbung!


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