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Was sagt die Forschung? Erkenntnisse und Fakten aus Untersuchungen

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Präsentation zum Thema: "Was sagt die Forschung? Erkenntnisse und Fakten aus Untersuchungen"—  Präsentation transkript:

1 Was sagt die Forschung? Erkenntnisse und Fakten aus Untersuchungen
Lehrergesundheit Was sagt die Forschung? Erkenntnisse und Fakten aus Untersuchungen

2 Gesunde Menschen sind die, in deren Leibes- und Geistesorganisation
jeder Teil ein vita propria hat (Goethe, Maximen und Reflexionen) Lehrergesundheit

3 Schein und Sein (1): Lehrergesundheit

4 Schein und Sein (2): Lehrergesundheit

5 Forschungslage (1) Universitäre Programme zur Erforschung und Bewältigung DAK-Report Berufsschullehrer. Belastungsschwerpunkte von Berufsschullehrern – Ergebnisse einer Befragung. Hrsg. V. DAK Team Prävention und Gesundheitsberatung. Autoren: Jörg Gehrke (IGES Institut für gesundheits- und Sozialforschung GmbH); Bernhard Sieland, Lutz Schuhmacher, Heidrun Bräuer, Birgit Nieskens ((Projektteam Lehrergesundheit der Universität Lüneburg), 2005 (http://www.vlbs.de/dl/dak_report.pdf [ ] Universität Lüneburg: Modellprojekt „Lehrergesundheit – ein Baustein einer gesundheitsfördernden Berufsschule“ (http://lehrergesundheit.uni-lueneburg.de/hintergrund.php [ ]) Universität Potsdam: Forschungsprojekt „Bewältigung psychischer Anforderungen durch Lehrkräfte“ (Schaarschmidt, Arold, Kieschke) 200ff. Lehrergesundheit

6 Forschungslage (2) Ministerielle Programme zur Erforschung und Bewältigung Hessisches Kultusministerium: Schule & Gesundheit. Hessen Ausgangspunkte, Ziele, Wege, Meilensteine. (www.schuleundgesundheit.hessen.de [ ]) Schönwälder, Hans-Georg: Projekt: Belastung und Beanspruchung von Lehrerinnen und Lehrern. Rückblick auf die Ergebnisse der empirischen Untersuchung von Belastung und Beanspruchung von Lehrerinnen und Lehrern in fünf Schulen Bremens und erste Schlussfolgerungen. 2002 Projekt Lehrergesundheit an der ADD Trier (www.add.rlp.de/ [ ]) Projektgruppe „Berufszufriedenheit und Gesundheit im Lehrerberuf“ am Institut für schulische Fortbildung und schulpsychologische Beratung des Landes Rheinland-Pfalz (IFB) (www.ifb3.bildung-rp.de/160.0 html [ ]) Erhalt und Förderung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Lehrerinnen und Lehrern“ Thematik zahlreicher Medienformate Prof. Ulrich Herrmann: Ausgebrannt und frühpensioniert – Lehrergesundheit in PISA-Zeiten, , 08:30 Uhr, SWR 2 Lehrergesundheit

7 Forschungslage: DAK-Report Berufsschullehrer 2005 (1)
Herausgeber: Deutsche Angestellten Kasse - Team Prävention und Gesundheitsberatung Autoren: Jörg Gehrke (IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung GmbH) Bernhard Sieland, Lutz Schuhmacher, Heidrun Bräuer, Birgit Nieskens (Projektteam Lehrergesundheit der Universität Lüneburg) [ ] Design: Quantitative Befragung an 8 BBS in Norddeutschland 507 Teilnehmer : 57% Männer (299)/ 43% Frauen (208) (N=507) Anwendung standardisierter Verfahren der psychiatrischen Diagnostik: General Health Questionnaire (GHQ-12) Maslach Burnout Inventory (MBI-D) Arbeitsbezogene Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) Anwendung allgemein-statistischer/-soziologischer Erhebungsverfahren GHQ-12: 12 Fragen nach Abweichungen vom Normalempfinden oder Normalverhalten einer Person in den letzten 4 Wochen; Ermittlung von Schwellenwerten psychischer Beeinträchtigung/ Signifikanz ab Wert 3 MBI-D: Ausmaß arbeitsbedingter Erschöpfung (Erschöpfung, Erfüllung, Depersonalisation, Betroffenheit)/ keine Schwellenwerte/ Korrelation zu Vergleichsgruppen (449 Krankenpflegekräfte) Lehrergesundheit

8 Forschungslage: DAK-Report Berufsschullehrer 2005 (2)
Fragestellungen: Wie fällt der Gesundheitszustand der untersuchten Klientel aus? Welche Bedingungen - auf Seiten der BBS-Lehrer/-innen und auf Seiten des Systems Schule - tragen zu einer gesundheitlichen Belastung bei? Aufbau des Reports: Strukturmerkmale der befragten Klientel Allgemeine Risiko-Faktoren: Ausbildung, Arbeitszeit und Alter Gesundheitliche Beeinträchtigungen Belastungen im schulischen Alltag Lehrergesundheit

9 Allgemeine Risiko-Faktoren: Ausbildung
Anteil der BBS-Lehrer/-innen mit Lehramts-studium/ Berufstätigkeit Spiegelung ‚klassischer‘ Bildungskarrieren: Immerhin 1/3 der BBS-Lehrer ohne pädagogische Grundbildung! Jeweils 2/3 der BBS-Lehrer beider Gruppen mit beruflicher Erfahrung! Lehrergesundheit

10 Allgemeine Risiko-Faktoren: Arbeitszeit (1)
Beschäftigungs-verhältnisse BBS-Lehrer/-innen zu allgemein bildend-en Schulen Signifikanter Unterschied: Höherer Anteil teilzeitbeschäftigter Frauen in der BBS! Lehrergesundheit

11 Risiko-Faktoren: Arbeitszeit (2)
Durchschnitt-liche Arbeits-zeiten von BBS-Lehrer/-innen im Vergleich zu Dienstleistungs-sektor und verarbeitendem Gewerbe Relativ hohe Wochenarbeitszeit! Lehrergesundheit

12 Allgemeine Risiko-Faktoren: Alter (1)
Altersverteilung der BBS-Lehrer/-innen Zunehmende Vergreisung der Kollegien der BBS infolge Pensionierungswelle und geringer Zahl von BBS-Lehramtsstudenten: quantitative und qualitative Arbeitsverdichtung, Belastung der pädagogischen Interaktion durch intergenerative Friktionen, Problem der Nachqualifizierung vergreisender Kollegien in einer sich dynamisierenden beruflichen Welt bei tendenziell abnehmenden Ressourcen für Fort- und Weiterbildung. Da i.d.R. dem Lehrberuf eine Berufsausbildung und Berufstätigkeit vorausgeht, ist der geringe Anteil von BBS-Lehrern unter 30 Jahren erklärbar. Lehrergesundheit

13 Allgemeine Risiko-Faktoren: Alter (2)
Abweichung der Altersverteilung der BBS-Lehrer/-innen von der Alters-verteilung aller Erwerbstätigen Lehrergesundheit

14 Allgemeine Risiko-Faktoren: Alter (3)
Anzahl der Berufsjahre als BBS-Lehrer/-innen Problematisch: Fehlendes Intervall 10-14, 15-19, 20-24, 25-29, 29- Jahre Lehrergesundheit

15 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Fehlzeiten (1)
Fehlzeiten von BBS-Lehrer/-innen im Vergleich mit Quote aller DAK-Versicherten Kriterium: wenigstens 1 arbeitsunfähiger Tag/ Berücksichtigung der Ferienzeiten/ Selbstausunftt der Klienten Lehrergesundheit

16 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Fehlzeiten (2)
Fehlzeiten der befragten BBS-Lehrer/-innen nach Altersgruppen Grundsätzlich: Anstieg des Krankenstands infolge längerer Erkrankungsdauer in den höheren Altersgruppen Lehrergesundheit

17 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Fehltage (3)
Anteil der Berufsschul-lehrer/-innen je Altersgruppe mit mehr als 3 Fehltagen Signifikant: Anteil der Frauen mit mehr als drei Fehltagen in allen Altersgruppen deutlich höher als der jeweilige Männeranteil. Lehrergesundheit

18 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Fehltage (4)
Fehlzeiten der BBS-Lehrerinnen in Korrelation zu Kinder/ Haushalt Eine Korrelation des erhöhten Krankenstands weiblicher BBS-Lehrer mit der Doppelbelastung Beruf/ Familie konnte nicht nachgewiesen werden. Allerdings sind Frauen ohne Kinder deutlich länger zwischen 4-7 Tagen krank, d.h. Frauen mit Kindern werden rascher gesünder! Lehrergesundheit

19 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Beschwerden (1)
Häufigste Einzelbeschwerden unter BBS-Lehrer/-innen Psychosomatische Beschwerden: Mattigkeit Kreuz-/ Rückenschmerzen Innere Unruhe Übermäßiges Sclafbedürfnis Reizbarkeit Lehrergesundheit

20 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Beschwerden (2)
Häufigste Einzelbeschwer-den unter BBS-Lehrer/-innen im Vergleich zum Bundesdurch-schnitt der Bevölkerung Deutlich wird als Spezifikum der BBS-Lehrer-Klientel bei psychosomatischen Beschwerden ein umfassender Erschöpfungszustand, dem ein exzessives Arbeitsbelastungs- und Distress-Stadium vorauszugehen scheint. Lehrergesundheit

21 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Beschwerden (3)
Häufigste Einzelbeschwer-den bei Lehrer/-innen nach HERRMANN 2005 Eine Untersuchung von frühpensionierten Lehrkräften in Bayern zeigt ein noch deutlich dramatischeres Bild (psychosomatischer) Erkrankungen. Während nach dem DAK-Report wenigstens 50% der Befragten keine Beschwerden angaben, bezeichnen sich hier nur noch 1/5 der Befragten als gesund, etwa die Hälfte benennt psychosomatische Beschwerden. Lehrergesundheit

22 Indikatoren gesundheitlicher Beeinträchtigung: Beschwerden (3)
Psychische Erkrankungen und Verhaltensstörunen bei Lehrer/-innen nach HERRMANN 2005 Untersuchung von frühpensionierten Lehrkräften in Bayern Im Bereich psychosomatischer Beschwerden überwiegen wiederum Symptome der Erschöpfung. Lehrergesundheit

23 Folgen: Psychischer Distress (1)
Anteil der Berufsschul-lehrer/-innen mit signifikantem bzw. starkem psychischen Distress Screening von psychischen Distress nach GHQ-12: Ausübung normaler Alltagsaktivitäten ohne Einschränkung Ermittlung von Schwellenwerten über Fragekatalog Höhe des Schwellenwerts korrespondiert mit der Stärke der psychischen Beeinträchtigung Schwellenwert 3: psychische Beeinträchtigung Schwellenwert 7: starke psychische Beeinträchtigung 38% der BBS-Lehrer weisen SW >3+ auf im Gegensatz zum Bevölkerungsdurchschnitt von 18%-24% 23% der BBS-Lehrer weisen SW 3-6 auf 15% der BBS-Lehrer weisen SW 7-12 auf: erhebliche Einschränkung des Funktionsniveaus Gender-Differenzierung im Bereich SW >3+ deutlich höherer Frauenanteil Altersdifferenzierung im Bereich SW >3+ Lehrergesundheit

24 Folgen: Psychischer Distress (2)
Anteil der Berufsschul-lehrer/-innen mit psychischem Distress (GHQ-12 Schwellen-wert 3) je Altersgruppe Lehrergesundheit

25 Folgen: Psychischer Distress (3)
Krankheitsbe-dingte Fehlzeiten der BBS-Lehrer-/innen in Abhängigkeit von psychischem Distress (GHQ-12 Schwellen-wert 3) SW 3+ beeinflusst auch die Krankheitshäufigkeit wie -dauer negativ. Lehrergesundheit

26 Folgen: Psychischer Distress (4)
Selbsteinschätzung des Gesundheitszu-stands durch BBS-Lehrer/-innen mit psychischem Distress (GHQ-12 Schwellen-wert 3) im Ver-gleich zu Werten aus der Bundesrepublik und Dänemark SW 3+ beeinflusst auch die reflexive Wahrnehmung des Gesundheitszustands durch die Betroffenen mit der Gefahr selbstreferentieller Dynamik, BBS-Lehrer ohne psychischen Distress sehen sich auch gesünder. Lehrergesundheit

27 Folgen: Burn-Out (1) Ursachen: Kennzeichen: Symptome: Folgen:
Permanenz psychischer Belastung Kennzeichen: Emotionale Erschöpfung Symptome: Verlust an positiver Selbstwahrnehmung von persönlicher Erfüllung: Disflow Verlust an Interaktionskompetenz gegenüber Klienten/ Umwelt: Depersonalisation Folgen: Prädisposition für physische/ psychische Erkrankungen Physische/ psychische Erkrankungen (Syndrom) Zunehmend reduzierte Arbeitsfähigkeit Berufsunfähigkeit Der Begriff „emotionale Erschöpfung“ rekurriert auf den von Sigmund FREUD entwickelten Begriff der „psychischen Energie“ und „Aufmerksamkeitszuwendung“. Hohe Korrelation von „Burn-Out“-Syndromen zu pädagogischen Berufen: Inadäquate strukturelle pädagogische Kontexte (Schulsystem) erweisen sich als permanente Bedrohung der genuin dyadischen Beziehungen des Pädagogen zu seinen Klienten; Lehrergesundheit

28 Folgen: Burn-Out (2) Prozentuale Abweichung der BBS-Lehrer/-innen von einer Vergleichsgruppe aus Pflegepersonal nach MBI-D-Skalen Die Untersuchung zeigt sehr deutlich die gegenüber der Kontrollgruppe wesentlich ausgeprägtere Disposition des BBS-Lehrers für Burn-Out-Symptome und damit für emotionale Erschöpfung. Lehrergesundheit

29 Folgen: Burn-Out (3) Ausmaß der emotionalen Erschöpfung unter den BBS-Lehrern/-innen nach Altersgrup-pen und Berufs-jahren als prozentuale Abweichung zur Vergleichsgruppe Pflegepersonal Betrachtet nach Altersgruppen zeigen gerade die „jüngeren“ Kollegen besonders diese Symptome zu Beginn ihres Berufslebens. Lehrergesundheit

30 Verhaltensmuster: Typologie (1)
Typus Gesundheit Engagement, Belastbarkeit, Zufriedenheit Typus Schonung reduziertes Engagement, Ruhe, Gelassenheit, relative Zufriedenheit Typus Risiko A Selbstüberforderung, beruflicher Ehrgeiz, exzessive Verausgabung, Versagensängste, verminderte Erholungsfähigkeit bei eingeschränkter Belastbarkeit und Zufriedenheit Typus Risiko B Überforderung, reduziertes Engagement bei eingeschränkter Erholungs- und Widerstandsfähigkeit, Versagenserfahrungen, umfassende Resignation Definition von Risikotypen auf der Basis arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster (AVEM) Im Umgang mit Arbeitsbelastungen haben sich zwei Verhaltensmuster Betroffener herausgestellt, die das Risiko einer gesundheitlichen Beeinträchtigung deutlich erhöhen. Die Zuordnung der Klienten zu Typen von Verhaltensmustern erfolgt nach AVEM , das von Schaarschmidt/ Fischer 1996 entwickelt wurde. Deutlich erkennbar sind dabei 4 Typen arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmuster, davon 2 Risikotypen. Besondere Bedeutung kommt dem Risikotypus A zu, der leicht unter G von Seiten des Umfelds des Betroffenen subsumiert werden kann. Lehrergesundheit

31 Verhaltensmuster: Typologie (2)
Verteilung arbeitsbezogener Verhaltens-muster nach HERRMANN 2005 HERRMANNs Darstellung der Anteile der jeweiligen Verhaltenstypen basiert auf einer bayerischen Untersuchung bei Lehrkräften allgemein bildender Schulen (N= 3300). Demnach sind 59% der Lehrer in hohem Maße gefährdet, gesundheitliche Beeinträchtigungen zu erleiden. Nur 17% der Lehrer gelten als gesund. Lehrergesundheit

32 Verhaltensmuster: Risikotypen A und B (1)
Verteilung arbeitsbezogener Verhaltens-muster Risiko-typen A und B unter BBS-Lehrer/-innen und einer Ver-gleichsgruppe Polizeibeamter Der BBS-Report zeigt dagegen ein weniger dramatisches, aber immer noch signifikantes Bild: ca. ¾ der BBS-Lehrer zählen zu den Typen G und S, ein offensichtlich im öffentlichen Dienst gängiger Wert, aber immerhin ¼ der BBS-Lehrer zeigt sich gefährdet. Für das schulische Umfeld von Bedeutung ist die Tatsache, dass der weniger als Risikogruppe evidente Typus A in dieser Gruppe dominiert. Das spricht einerseits für das hohe Engagement der BBS-Lehrer, andererseits aber zeigt sich die geringe Widerstandsfähigkeit gegen Disstress und seine Folgen. Lehrergesundheit

33 Verhaltensmuster: Risikotypen A und B (2)
Verteilung arbeitsbezogener Verhaltens-muster Risiko-typen A und B unter BBS-Lehrer/-innen nach Alter und Geschlecht Auch die Darstellung nach Alter und Geschlecht zeigt die geringe Zahl von BBS-Lehrern der Risiko-Gruppe B, die für das berufliche Ethos der BBS-Lehrer spricht. Insgesamt scheinen BBS-Lehrerinnen besonders für Verhaltensmuster disponiert zu sein, die sich Risikogruppen zuordnen lassen. Interessant besonders der Anteil von Berufsanfängerinnen gegenüber Berufsanfängern (Abstand: 13%) und den „Senioren“ (Abstand: 10%). Nicht zu unterschätzen ist ein potentieller Shift aus den Riskogruppen A und B zu Typus S und G im Alter! Lehrergesundheit

34 Verhaltensmuster: Risikotypen A und B (3)
Selbsteinschätzung der BBS-Lehrer/-innen zur Selbstwahrneh-mung von Burn-Out-Symptomen nach arbeitsbezo-genen Verhaltens-mustern der Risikotypen A und B Deutlich wird hier eine Korrelation von psychischer Disposition – Risikotypus – und Selbstwahrnehmung psychischer Belastung. Klienten der Risikogruppen zeigen eine ausgesprochene Affinität zur Selbstwahrnehmung von Burn-Out-Symptomen mit der Gefahr eines selbstreferentiellen Reenforcements. Lehrergesundheit

35 Verhaltensmuster: Risikotypen A und B (4)
Anteile der BBS-Lehrer/-innen mit gesundheitsbe-dingten Beein-trächtigungen ihrer Arbeits-fähigkeit Ebenfalls Folge einer ausgeprägteren Selbstwahrnehmung von BBS-Lehrern der Risikogruppen A und B sind „gefühlte“ Einschränkungen der Belastungsfähigkeit wie etwa bei Dauer und Intensität der Tätigkeitszeiten oder bei Quantität und Qualität beruflicher Tätigkeiten. Gerade Klienten der Risikogruppe A empfinden angesichts ihres hohen Einsatzes an psychischer Energie umso mehr in jeder Friktion ein gesamtes Scheitern. Zusammenfassung: Alle BBS-Lehrer der Risikogruppen A und B zeigen Anzeichen starker gesundheitlicher Beeinträchtigung, wobei Frauen tendenziell stärker getroffen sind als Männer (s. Folie 31). Lehrergesundheit

36 Ursachen Identifikation von Belastungsschwerpunkten
Individuelle Disposition: Postmodern Literacy Ästhetisierungskompetenzen Interaktionskompetenzen Strukturierungskompetenzen Strukturelle Kontexte: Schulfaktoren Schulausstattung (Gebäude, Unterrichts- und Sozialräume, Arbeitsplätze, Unterrichtsmaterialien, Medien) Unterrichtsorganisation (Stundenplan, Rhythmisierung, Unterrichtsgestaltung, Funktions- und Zusatzaufgaben, Erholungs- und Pausenzeiten) Interaktion mit der Schulleitung Interaktion mit dem Kollegium Interaktion mit den Schülern Qualität der Schule Berufszufriedenheit Fragestellung Ursachenforschung: Welchen Belastungen sind die BBS-Lehrer/-innen im schulischen Alltag ausgesetzt? Der DAK-Report sieht neben der nur bedingt mit Hilfe eines standardisierten quantitativen Designs zu ermittelnden individuellen Disposition der Klienten als eine der möglichen Ursachenfelder die strukturellen Kontexte, in denen die betroffenen BBS-Lehrer/-innen ihren Alltag ästhetisieren, als weitere wesentliche Ursachen psychischer Belastung und potentieller gesundheitlicher Beeinträchtigung. Lehrergesundheit

37 Ursachen: Belastungen (1)
Berufliche Zufriedenheit der BBS-Lehrer/-innen mit zentralen Schulfaktoren Die Identifikation von Belastungsschwerpunkten erfolgt nach dem Kriterium geringer Zufriedenheit (>75%) = ausreichend/ kein Belastungsschwerpunkt Deutlich wird, dass auch ausreichend Bereiche tendenziell Belastungsschwerpunkte werden können. Als gravierende Belastungsschwerpunkte zeigen sich die Interaktion mit Kollegium und mit Schülern, also gerade Interaktionsräume, die in grundsätzlich egalitärem oder autoritativem Kontext vom betroffenen BBS-Lehrer selbst weitgehend gestaltet werden können! Lassen Sie mich zunächst die Interaktion mit dem Kollegium näher betrachten: Lehrergesundheit

38 Ursachen: Belastungen (2)
Angaben zur Zufriedenheit mit den Kontakten zu Kollegen/-innen im Lehrerkollegium 30% der BBS-Lehrer/-innen fühlen sich von Seiten des Kollegiums unzureichend unterstützt, 24% der BBS-Lehrer/-innen sehen keinen pädagogischen Diskurs im Kollegium. Die Problematik wird noch akzentuierter bei Betrachtung der tendenziell besser bewerteten Interaktion der BBS-Lehrer/-innen mit der Schulleitung! Lehrergesundheit

39 Ursachen: Belastungen (3)
Angaben der BBS-Lehrer/-innen zu Rück-halt unter den Kollegen/-innen und der Schul-leitung bei arbeitsbezogenen Problemen Hier schneidet nun das Kollegium geringfügig besser ab. Trotzdem muss festgehalten werden, dass 45-50% der BBS-Lehrer/-innen eine schulinterne Unterstützung vermissen bzw. kritisch betrachten. Lehrergesundheit

40 Ursachen: Belastungen (4)
Schülerbeziehun-gen als stärkster Belastungsfaktor für BBS-Lehrer/-innen Die BBS-Lehrer/-innen beschreiben als wesentliches belastendes Element die soziale bzw. leistungsorientierte Inhomogenität der Lerngruppen. Deutlich wird dabei eine Fokussierung auf den „schwierige Schüler“, der sich einem pädagogischen Bemühen versagt, das durchaus reflexiv-kritisch als unzulänglich betrachtet wird (Fortbildungs-/ Qualifizierungslösung). Lehrergesundheit

41 Ursachen: Belastungen (5)
Häufigste Arbeitstätigkeiten und Unterrichts-situationen, die von den BBS-Lehrer/-innen als höchste Bela-stung erlebt wer-den Hinzu kommen neben den unterrichtlichen Belastungsfaktoren zahlreiche weitere potentielle Tätigkeitsfelder, die tendenziell zur Belastung werden können. Der eigentliche Unterricht erscheint dabei – trotz der eben beschriebenen Belastungen – sogar noch im besten Licht. Das leidige Korrigieren – also die im prozess- bzw. projektorientierten Management unabdingbare Evaluation als Ausgangsbasis jedweder Feinsteuerung – dagegen erscheint als größte Belastung. Lehrergesundheit

42 Ursachen: Belastungen (6)
Anteil der BBS-Lehrer/-innen mit dem Berufswunsch „Lehrer/-in“ Immerhin 2/3 der BBS-Lehrer/-innen sind mit ihrer Tätigkeit so zufrieden, dass sie ihn als ihren „Wunschberuf“ bezeichnen, aber: immerhin 19% der Frauen sehen das nicht so! Lehrergesundheit

43 Ursachen: Belastungen (7)
Intrinsische Motivation der Berufswahl unter den BBS-Lehrer/-innen Bei beiden Gruppen wird aber weiter deutlich, dass zentrale pädagogische Kategorien wie „Interesse am Erziehen“ und „Betreuung von Kindern“ nicht die eigentlichen intrinsischen Motive darstellen, die zur Berufswahl führten, sondern ein „Interesse am Unterrichten“ (autoritative Position?) und „Vielseitigkeit des Berufs“ (Egozentrik?). Lehrergesundheit

44 Folgerungen Identifizierung von Belastungsschwerpunkten
System Organisation Individuum Entwicklung der individuellen Disposition: Postmodern Literacy Ästhetisierungskompetenzen Interaktionskompetenzen Strukturierungskompetenzen Die größte aller Torheiten ist, seine Gesundheit aufzuopfern, für was es auch sei, für Erwerb, für Beförderung, für Gelehrsamkeit, für Ruhm, geschweige für Wollust und flüchtige Genüsse: Vielmehr soll man ihr alles nachsetzen (Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit II) Vom Schüler lernen, heißt siegen lernen! Systemebene: Isolation bzw. Konflikte im Kollegium, nicht vorhandene Unterstützungssysteme, widersprüchliche Rollenerwartungen, Umgang mit schwierigen Schülern etc. Organisationsebene: Ruheraum, schülerfreie Pause, Raumgestaltung, Reduktion der Lärmbelastung etc. Individuumsebene: Biographie, didaktisch-pädagogische Kompetenzen, Alter, Berufsalter, Gender etc. Lehrergesundheit


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