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Umgang der Regierung mit der Tabakindustrie in Deutschland Johannes Spatz

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Präsentation zum Thema: "Umgang der Regierung mit der Tabakindustrie in Deutschland Johannes Spatz"—  Präsentation transkript:

1 Umgang der Regierung mit der Tabakindustrie in Deutschland Johannes Spatz

2 Bundesgesetzblatt, 29. November 2004: Gesetz zu dem Rahmenübereinkommen der Weltgesundheitsorganisation vom 21. Mai 2003 zur Eindämmung des Tabakgebrauchs (Gesetz zu dem Tabakrahmenübereinkommen) FCTC: Framework Convention on Tobacco Control

3 Artikel 1Begriffsbestimmungen Artikel 2Verhältnis zwischen diesem Übereinkommen und anderen Übereinkünften… Artikel 3Ziel Artikel 4Leitlinien Artikel 5Allgemeine Verpflichtungen 5.3: Schutz der Maßnahmen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs vor den kommerziellen und sonstigen berechtigten Interessen der Tabakindustrie. (Leitlinie existiert) Artikel 6Preisbezogene und steuerliche Maßnahmen… Artikel 7Nicht preisbezogene Maßnahmen… Artikel 8Schutz vor Passivrauchen (Leitlinie existiert) Artikel 9Regeln bezüglich der Inhaltsstoffe… Artikel 10Regelung bezüglich der Bekanntgabe von Angaben über Tabakerzeugnisse Artikel 11Verpackung und Etikettierung von Tabakerzeugnissen (Leitlinie existiert) Artikel 12Aufklärung, Information, Schulung und Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit Artikel 13Tabakwerbung, Förderung des Tabakverkaufs und Tabaksponsoring (Leitlinie existiert) Artikel 14Maßnahmen zur Verminderung der Nachfrage… Artikel 15 bis 38: Verminderung des Tabakangebots, Schutz der Umwelt, Haftung, Forschung, Überwachung, Institutionelle Vereinbarungen, Konfliktbeilegungen, …

4 Leitlinien zur Umsetzung des Artikels 5.3 des Rahmenübereinkommens der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. Schutz der gesundheitspolitischen Maßnahmen in Bezug auf die Eindämmung des Tabakgebrauchs vor kommerziellen und anderen berechtigten Interessen der Tabakindustrie

5 Eckpunkte der Leitlinien für Artikel 5.3 des Tabakrahmenübereinkommens der WHO (Verhaltenskodex) Transparenz Meidung von Veranstaltungen der Tabakindustrie Keine Unterstützung von sozialen Projekten der Tabakindustrie (Wettbewerbe, Stipendien, Forschungsvorhaben u.a.) Keine Akzeptanz von Selbstverpflichtungen der Tabakindustrie Keine Parteispenden Denormalisierung

6 Die sozialen Projekte werden in der Regel von Stiftungen der Tabakindustrie gesteuert: BAT – – Stiftung für Zukunftsfragen – – Pall Mall Foundation Philip Morris Stiftung Koerber-Stiftung

7 Verschiedene Politiker lassen sich mit Ehrenämter für Stiftungen der Tabakindustrie einspannen. Dies widerspricht dem Ethik-Kodex der Weltgesundheitsorganisation, der auch von Vertretern der Bundesregierung offiziell empfohlen wird. Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister von Sachsen-Anhalt (Auf Bitte des Forum Rauchfrei inzwischen von dem Ehrenamt zurückgetreten)

8 Ursula von der Leyen, Bundesfamilienministerin (Auf Bitte des Forum Rauchfrei auf dem Internetauftritt von British American Tobacco nicht mehr zu sehen)

9 Prof. Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe (Auf Bitte des Forum Rauchfrei trat sie von einem Ehrenamt in der Körber-Stiftung zurück)

10 Folgende Personen wurden von dem Forum Rauchfrei im Sommer 2009 gebeten, mit Hinweis auf den Ethik-Kodex der Weltgesundheits- organisation ihre Ehrenämter in Stiftungen der Tabakindustrie niederzulegen: Horst Köhler, Bundespräsident (Veranstalter des Geschichtswett-bewerbs des Bundespräsidenten der Körber-Stiftung) Prof. Dr. Norbert Lammert, Präsident des Deutschen Bundestages (Schirmherr des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung) Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung (Mitglied des Kuratoriums des Deutschen Studienpreises der Körber-Stiftung) Marianne Birthler, Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (Mitglied im Stiftungsrat der Körber-Stiftung) Ulla Burchardt, MdB (Mitglied im Kuratorium des Deutschen Studienpreises der Körber- Stiftung) Thomas Goppel, MdL in Bayern (Mitglied im Kuratorium der Philip Morris Stiftung) Dr. Michael Hohl, Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth (Mitglied im Kuratorium der Stiftung für Zukunftsfragen von British American Tobacco)

11 Bundespräsident Horst Köhler bei der Verleihung des Preises des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten im Sommer 2009 (re.) Dr. Lothar Dittmer, Vorstand der Körber-Stiftung (li.)

12 Thomas Goppel, Wissenschaftsminister a.D. in Bayern

13 Dr. Michael Hohl, Oberbürgermeister der Stadt Bayreuth

14 Das Forum Rauchfrei

15 Brief des Forum Rauchfrei an den Bundespräsidenten, Herrn Horst Köhler Bundespräsident Schloss Bellevue Spreeweg Berlin Ihre Partnerschaft mit der Körber-Stiftung: Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler, die Körber – Stiftung bezieht einen Großteil ihrer Einnahmen aus der Körber AG und diese wiederum aus den Hauni Werken, dem weltweit führenden Hersteller von Maschinen zur Produktion von Zigaretten. Dies bedeutet, dass Gewinne aus der Herstellung und dem Verkauf von Zigaretten direkt in die Körber – Stiftung fließen. Aus diesen Gewinnen finanziert die Stiftung ihr soziales Engagement. Der Anschein, dass die Körber – Stiftung ein Interesse an einer florierenden Tabakindustrie besitzt, um ihre Haupteinnahmequelle nicht zu verlieren, ist nicht von der Hand zu weisen. Im November 2008 war die Regierung der Bundesrepublik Deutschland auf der Konferenz der WHO in Durban vertreten. Sie beteiligte sich an der Ausarbeitung der Leitlinien zur Umsetzung des Artikels 5.3 des Rahmenübereinkommens zur Eindämmung des Tabakgebrauchs. In diesen Leitlinien wird ausdrücklich gefordert, dass Die Vertragsparteien... das Bewusstsein für die Vorgehensweise der Tabakindustrie schärfen, Personen, Scheinorganisationen oder nahestehende Organisationen zu benutzen, um offen oder verdeckt zu ihrem Vorteil zu handeln oder Maßnahmen zu ergreifen, um die Interessen der Tabakindustrie zu fördern. (Empfehlung 1.2 der Leitlinien zur Umsetzung des Artikels 5.3). Dem Rahmenübereinkommen der WHO zur Eindämmung des Tabakgebrauchs hat die Bundesrepublik Deutschland im November 2004 per Gesetz zugestimmt. Dass es sich bei der Körber – Stiftung um eine der Tabakindustrie nahestehende Organisation handelt, steht alleine dadurch außer Zweifel, dass die Körber Stiftung Eigentümerin der Körber AG und damit der Hauni Werke ist. Auch wenn die Körber – Stiftung laut eigenen Angaben gemeinnützige Ziele verfolgt, kann es nicht ignoriert werden, dass sie dies zum Nutzen der Tabakindustrie tut. Auch hier sieht die WHO eine strenge Regelung vor, indem sie fordert: Die Vertragsparteien sollten Aktivitäten der Tabakindustrie, die als gesellschaftlich verantwortlich bezeichnet werden, weder gutheißen oder unterstützen, noch als Partner solcher Aktivitäten auftreten oder sich daran beteiligen. (Empfehlung 6.2 der Leitlinien zur Umsetzung des Artikels 5.3). Als Veranstalter des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten arbeiten Sie eng mit der Körber-Stiftung zusammen und unterstützen damit die Tabakindustrie. Wir fordern Sie daher auf, Ihre Zusammenarbeit mit der Körber – Stiftung zu beenden. Als Präsident der Bundesrepublik Deutschland tragen Sie eine besondere Verantwortung für das Wohl der Bevölkerung und gerade für das Wohl junger Menschen, die von der Tabakindustrie besonders umworben werden. Wir halten dies mit einer Zusammenarbeit mit der Körber-Stiftung für unvereinbar. Wir wären Ihnen sehr dankbar, wenn Sie uns möglichst bald Ihre Entscheidung in dieser Sache mitteilen würden. Mit freundlichen Grüßen Johannes Spatz Sprecher des Forum Rauchfrei

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17 Die Antworten konzentrierten sich auf folgende Aussagen: Tradition Formale Begründung Unabhängigkeit von dem Konzern

18 Tradition...Seit 1973 gibt es eine Kooperation...alle Amtsinhaber seither haben dieses Engagement fortgesetzt... (Horst Köhler)... seit 30 Jahren anerkannte Forschungseinrichtung... (Michael Hohl)...vor über 20 Jahren habe ich...die Vertretung meiner Partei in der Philip-Morris-Stiftung...übernommen und in dieser Zeit durchgängig beibehalten... (Thomas Goppel)

19 Formale Begründung...selbst die Hauni AG...gehört nach der Definition der WHO...nicht zur Tabakindustrie...Insofern ist diese Leitlinie nicht einschlägig (Horst Köhler)... um rechtlich unverbindliche Empfehlungen handelt...rechtlich zulässige Unternehmen, die rechtlich zulässige Produkte vertreiben... (Michael Hohl) Die Empfehlungen zur Tabakrahmenkonvention...können deshalb nur insoweit Berücksichtigung finden, als sie nicht im Widerspruch zum Verfassungsgrundsatz stehen... (Thomas Goppel)

20 Unabhängigkeit von dem Konzern...gibt es nicht einmal inhaltliche Zusammenhänge zwischen den Aktivitäten der Körber Stiftung und den Geschäftsfeldern der Körber AG... (Horst Köhler)...im Vorstand der Philip-Morris-Stiftung, einer inhaltlich und materiell vom Konzern frei gestellten Institution... (Thomas Goppel)...Es zeichnet sie meiner Meinung nach aus, in diesen 30 Jahren nicht ein einziges Projekt zum Thema Tabak oder Tabakregulierung durchgeführt zu haben... (Michael Hohl)

21 Die Unabhängigkeit der Stiftungen von den Konzernen existiert nicht: British American Tobacco Ad Schenk: Geschäftsführer von BAT (Germany) Michael Kraushaar: Direktor für Politik und Unternehmenskommunikation in Europa von BAT Thorsten Otto-Lehthaus: Geschäftsführer von BAT Karin Schlömer: Pressesprecherin bei BAT Peter Halacz: Leiter Unternehmenskommunikation und Politik von BAT (Industrie) Stiftung für Zukunftsfragen Ad Schenk: Kuratoriumsmitglied (stellvertr. Vorsitzender) Michael Kraushaar: Kuratoriumsmitglied Pall Mall Foundation Thorsten Otto-Lehthaus: Vorsitzender des Vorstandes Karin Schlömer: Stellv. Vorsitzende der Foundation Peter Halacz: Vorstandsmitglied Ad Schenk: Mitglied der Foundation

22 Schlussfolgerungen Es existiert eine über Jahrzehnte reichende Tradition der Regierung, mit der Tabakindustrie zusammenzuarbeiten. Die Zusammenarbeit wurde kaum durch die zunehmenden Erkenntnisse weder über die Gefahren des Rauchens noch über die Machenschaften der Tabakindustrie getrübt. Es werden formale und keine inhaltliche Begründungen herangezogen, um zu erklären, dass kein Verstoß gegen den Ethik-Kodex der Weltgesundheitsorganisation vorliege. Die angeführte Unabhängigkeit der Stiftungen von den Konzernen existiert nicht, da die Chefs der Konzerne auch in den Stiftungen das Sagen haben. Die Auseinandersetzung sollte in das Bundesparlament und in die Landesparlamente getragen werden.

23 These Der Rückstand der Tabakkontrolle in Deutschland ist auf die enge Verflechtung der Tabakindustrie mit Regierung und Politik zurückzuführen. Forderung Der Ethik-Kodex der WHO muss in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Eine gesellschaftliche Auseinandersetzung über die Isolierung der Tabakindustrie ist erforderlich. Um den Rückstand der Tabakkontrolle in Deutschland aufzuholen, muss der Kodex strikt eingehalten werden.

24 Tabakindustrie auf das Abstellgleis! Aufruf des Forum Rauchfrei Die WHO hat im Rahmenübereinkommen zur Eindämmung des Tabakgebrauchs eindeutig festgehalten, dass die Tabakindustrie auf vielfältige Art und Weise immer wieder die Bemühungen von Regierungen zur Umsetzung von gesundheitspolitischen Maßnahmen untergraben hat. Die Tabakindustrie tut dies auch heute noch. Ihre Methoden werden immer raffinierter und wirken in allen gesellschaftlichen Bereichen. Der einzig wirksame Schutz vor dieser Einflussnahme ist eine Isolierung der Tabakindustrie, wie sie in den Leitlinien zum Umgang mit der Tabakindustrie der WHO zu dem Tabakrahmenübereinkommen (Artikel 5.3) vorgesehen ist. Das Forum Rauchfrei fordert daher: Keine Akzeptanz von Geldern der Tabakindustrie Universitäten, Forschungseinrichtungen und andere Institutionen, insbesondere im Gesundheitswesen, nehmen keine Gelder der Tabakindustrie an und erklären sich dazu öffentlich. Keine Kontakte zu der Tabakindustrie Politiker lehnen jeden Kontakt zur Tabakindustrie ab, insbesondere lehnen sie Ehrenämter in Stiftungen der Tabakindustrie ab und sie unterstützen keine sogenannten sozialen Projekte der Tabakindustrie. Kontakte dienen ausschließlich der Kontrolle der Tabakindustrie. Beachtung der Leitlinien der WHO zu dem Tabakrahmenübereinkommen Die Leitlinien der WHO zum Umgang mit der Tabakindustrie werden beachtet. Die Bundesrepublik Deutschland setzt diese Forderungen der WHO verbindlich um.

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26 Kurt A. Körber Mitglied in der NSDAP Aufnahmedatum: 1. Juli 1940 Mitgliedsnummer: Ich wollte den Krieg gewinnen sagte er Der Welt 1989 zu seinem 80. Geburtstag Als Chef des Rüstungsbetriebs Universelle konstruierte er mit seinem Stab von Ingenieuren eine Feuerleitanlage für Flakscheinwerfer, eine Art Vorläufer des Radars. Quelle: Hermann Schreiber, Kapitalist mit Gemeinsinn. Edition Körber-Stiftung, 2009

27 Beitrag von Luk Joosens auf der Europäischen Konferenz Tabak oder Gesundheit, Basel 2007

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29 Marianne Tritz Geschäftsführerin des Deutschen Zigarettenverbands Armin Jungbluth Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium Sabine Bergmann-Pohl letzte Staatsratsvorsitzende der DDR heute Präsidentin des Deutschen Roten Kreuz Berlin- Brandenburg

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