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KriegswirtschaftHelga Schultz1 Kriegswirtschaft und Organisierter Kapitalismus Erster Weltkrieg und Inflation.

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Präsentation zum Thema: "KriegswirtschaftHelga Schultz1 Kriegswirtschaft und Organisierter Kapitalismus Erster Weltkrieg und Inflation."—  Präsentation transkript:

1 KriegswirtschaftHelga Schultz1 Kriegswirtschaft und Organisierter Kapitalismus Erster Weltkrieg und Inflation

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3 KriegswirtschaftHelga Schultz3 Gliederung Der erste totale Krieg Friedensordnung Inflation

4 KriegswirtschaftHelga Schultz4 1. Der erste totale Krieg

5 KriegswirtschaftHelga Schultz5 Industrieller Krieg Das Töten des Gegners erfolgt nicht mehr von Person zu Person, sondern wird maschinell, im Großen betrieben: Maschinengewehr, Giftgas, Bombenkrieg. Dadurch entstehen die hohen Menschenverluste und der enorme Rüstungs- und Versorgungsbedarf der Massenheere. Europa verlor zwischen 10 und 12 Millionen Menschen.

6 KriegswirtschaftHelga Schultz6 Materialschlachten Zum ersten Mal wurde ein Krieg mit industriellen Vernichtungswaffen geführt. In Nordfrankreich und Flandern, am Isonzo und in Galizien fraß er sich in opferreichen Materialschlachten fest. Der Einsatz ungeheurer Mengen an Granaten und anderer Munition macht den Krieg zu einem industriellen Unternehmern, dass die gesamte Wirtschaftskraft der Staaten erfordert.

7 KriegswirtschaftHelga Schultz7 Gaskrieg Im April 1915 setzten die Deutschen im flandrischen Ypern erstmals Giftgas ein, um die gegnerischen Soldaten aus den Schützenkriegen zu vertreiben und so den Stellungskrieg aufzubrechen. Über Soldaten werden an allen Fronten des Ersten Weltkrieges durch Giftgas getötet, mehr als eine Million verletzt.

8 KriegswirtschaftHelga Schultz8 Gaskrieg an der Westfront

9 KriegswirtschaftHelga Schultz9 Leiden der Zivilbevölkerung Der Krieg ist total, weil er die Zivilbevölkerung einbezieht. Erstmals werden im 1. Weltkrieg Bomben aus Flugzeugen im Hinterland des Gegners abgeworfen. Die Kriegsproduktion lastete auf den Frauen. Hunger und Kälte, Kohlrübenwinter und tödliche Grippeepidemie schwächten die Zivilbevölkerung. Beginnend in Russland beendete daher eine Kette von Revolution den Krieg.

10 KriegswirtschaftHelga Schultz10 Versorgungsprobleme Die Organisations- und Versorgungsprobleme eines solchen Krieges sind entsprechend riesengroß. Die kriegführenden Staaten sind 1914 nicht darauf eingerichtet, halten es selbst für unmöglich: Der Blitzkriegsplan des General von Schlieffen (Einmarsch ins neutrale Belgien) beruhte auf der Auffassung, dass ein moderner Krieg ein Blitzkrieg sein müsse, weil Handel und Industrie, die der Lebensnerv der Nation seien, nicht unterbrochen werden sollten.

11 KriegswirtschaftHelga Schultz11 Kriegswirtschaft Die Mittelmächte in besonderem Maße unter Druck, daher früh Zwang zur staatlichen Organisation der Kriegswirtschaft in Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft. –Aug Kriegsrohstoffabteilung unter Walther Rathenau. –Rüstungsministerium in Frankreich, staatliche Rüstungsindustrie in England. Die enorme Staatsnachfrage stärkt die industriellen Unternehmer auf Kosten der traditionellen adeligen und militärischen Eliten.

12 KriegswirtschaftHelga Schultz12 Militärausgaben (Quelle: Feinstein/Temin/Toniolo, 1997,189)

13 KriegswirtschaftHelga Schultz13 Kriegsfinanzierung Bei den Mittelmächten durch Anleihen bei der eigenen Bevölkerung. Bei der Entente durch Anleihen bei Alliierten (USA). (Handbuch Europäische Wirtschaftsgesch., 6, S.176.)

14 KriegswirtschaftHelga Schultz14 Burgfrieden Staatliche Reglementierung des Arbeitsmarktes durch Dienstpflicht in der Rüstungsindustrie mit regulierten Löhnen. Dagegen Garantie des Arbeitsfriedens durch die Gewerkschaften, Mitwirkung in gemeinsamen Ausschüssen mit Staat und Unternehmern und staatliche Zwangsschlichtung. Die Rolle der Gewerkschaften wächst.

15 KriegswirtschaftHelga Schultz15 Organisierter Kapitalismus? In der staatlichen Reglementierung der Kriegswirtschaft sahen manche den Beginn des von Rudolf Hilferding (Das Finanzkapital, 1910) konzipierten Organisierten Kapitalismus: Die Überwindung des Kapitalismus mit Hilfe seiner Organisation durch einen neutralen Staat. Auch die Kriegswirtschaft ließ indessen den Kern der privatwirtschaftlichen Strukturen unangetastet.

16 KriegswirtschaftHelga Schultz16 2. Friedensordnung

17 KriegswirtschaftHelga Schultz17 Kriegsschäden Die Kriegszerstörungen zwar unvergleichlich geringer als nach dem zweiten Weltkrieg. Produktionseinbrüche und Unterbrechung der Handelsströme waren hingegen gewaltig. Am Kriegsende war das Lebensniveau und die Produktivität in den kriegführenden Ländern auf das Niveau der Jahrhundertwende zurückgeworfen. Erst 1925 war der Vorkriegsstand der europäischen Industrieproduktion erreicht, im Konjunkturjahr 1929 um ein Viertel übertroffen.

18 KriegswirtschaftHelga Schultz18 Verlierer und Gewinner Großbritannien, Frankreich und Deutschland (Die Großen Drei) können ihre Spitzenplätze in Europa und in der Welt nicht halten. Belgien, die Niederlande, Dänemark und sogar Schweden schieben sich an den kriegführenden Staaten vorbei in die Spitzengruppe vor. Die USA sind die einzige kriegführende Macht, die infolge der Kriegsrüstungen und Exporte an die Verbündeten einen Wirtschaftsboom erlebt. Die USA haben ihre Industrieproduktion in dieser Zeit fast verdoppelt!

19 KriegswirtschaftHelga Schultz19 Pariser Friedensordnung Das europäische Gleichgewicht der großen Mächte war endgültig zerstört. Die großen Reiche (Deutschland, Österreich- Ungarn, Zarenreich) lagen durch Revolutionen und nationale Abspaltungen am Boden. Ziel 1: Deutschland alle Mittel zu künftiger Kriegführung zu nehmen Ziel 2: Einen Cordon sanitaire alliierter Staaten gegen das revolutionäre Sowjetrussland zu errichten.

20 KriegswirtschaftHelga Schultz20 Europa 1921

21 KriegswirtschaftHelga Schultz21 Die Kritik von Keynes John Maynard Keynes als einer der Juniorteilnehmer der britischen Delegation in Paris kritisiert in seiner Schrift (The economic consequences of the peace, 1919): Die geforderte Entschädigung aller Kriegskosten der Entente durch Deutschland, die aus der alleinigen Kriegsschuld abgeleitet wird. Dies würde Deutschland innerlich destabilisieren und die Erholung des Welthandels unmöglich machen.

22 KriegswirtschaftHelga Schultz22 3. Inflation

23 KriegswirtschaftHelga Schultz23 Inflation Alle kriegführenden Länder standen am Ende vor zerrütteten Staatsfinanzen. Wer trug die Kosten? Revolutionen, Bürgerkriege, und kriegerische Grenzkonflikte verschlimmerten die Lage in der Nachkriegszeit. Die Geldentwertung war ein Mittel, den Staat auf Kosten der Bürger und die Grundeigentümer und Industriellen auf Kosten der Lohnempfänger zu entschulden.

24 KriegswirtschaftHelga Schultz24 Währungspolitik HyperinflationInflationDeflation DeutschlandFrankreichGroßbritannien ÖsterreichBelgienUSA UngarnItalienNiederlande RusslandTschecho- slowakei Spanien PolenSkandinavische Länder Quelle: Gerald D. Feldman: Vom Weltkrieg zur Wirtschaftskrise, 1984, S. 57.

25 KriegswirtschaftHelga Schultz25 Währungsentwicklung Berechnet nach B. R. Mitchell, in: Cipolla/Borchardt, Europäische Wirtschaftsgeschichte Bd. 5, Statistischer Anhang, S. 470.

26 KriegswirtschaftHelga Schultz26 Hyperinflation im Konsens? Die Hyperinflation ist als Politik der deutschen Regierung zur Vereitelung der Reparationszahlungen interpretiert worden. Sie ruhte auch auf einem Konsens der deutschen Gesellschaft über Lohnerhöhungen für die Beschäftigten, Exportsubventionen und Abwehr der französischen Ruhrbesetzung. Die deutsche Inflation steuerte gegen die Nachkriegskrise von 1920/21. Sie traumatisierte indessen die Gesellschaft durch das ganze 20. Jahrhundert mit Inflationsangst.

27 KriegswirtschaftHelga Schultz27 Goldstandard Der Goldstandard als Siegel der Wiederherstellung von Sicherheit, Stabilität und Wohlstand der Vorkriegszeit. Dieses Ziel sollte durch eine harte deflationistische Politik erreicht werden. Schädigt Export und Arbeitsmarkt. Vor allem Großbritannien wollte auf diesem Wege das Pfund Sterling als internationale Leitwährung und London als Finanzplatz der Welt restaurieren.


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