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Helga Schultz: Strukturwandel 1 Die Goldenen Jahre Strukturwandel in Westeuropa.

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Präsentation zum Thema: "Helga Schultz: Strukturwandel 1 Die Goldenen Jahre Strukturwandel in Westeuropa."—  Präsentation transkript:

1 Helga Schultz: Strukturwandel 1 Die Goldenen Jahre Strukturwandel in Westeuropa

2 Helga Schultz: Strukturwandel 2 Literatur Graham, Andrew /Seldon, Anthony: Government and Economies in the Postwar World, London Hobsbawm, Eric: Das Zeitalter der Extreme, München/Wien 1994, S Buchheim, Christoph: Einführung in die Wirtschaftsgeschichte, München 1997, Kapitel III: Deutschland in der Wachstumsphase, S

3 Helga Schultz: Strukturwandel 3 Schwerpunkte Die Goldenen Jahre – Wirtschaftswachstum Strukturwandel Blüte des Sozialstaat

4 Helga Schultz: Strukturwandel 4 1. Die Goldenen Jahre - Wirtschaftswachstum

5 Helga Schultz: Strukturwandel 5 Boom An den kurzen und erfolgreichen Wiederaufbau schloss sich ein Vierteljahrhundert außerordentlich raschen Wachstums an: 4,7 % jährlich in OECD- Europa. Das Goldene Zeitalter (Hobsbawm, Galbraith) brachte einen nie gekannten Volkswohlstand und ein hohes Maß an Sicherheit und Stabilität, das der Entwicklung der Demokratien zugute kam.

6 Helga Schultz: Strukturwandel 6 Jährliche Wachstumsraten

7 Helga Schultz: Strukturwandel 7 Vollbeschäftigung Das Wachstum beruhte fast ganz auf wachsender Arbeitsproduktivität (Innovationen). Es führte zur raschen Ausschöpfung der Arbeitskraftreserven, also zur Vollbeschäftigung. Unter den Bedingungen der Vollbeschäftigung schlug sich die Produktivitätssteigerung voll in der Steigerung der Reallöhne nieder. Die Lohnquote stieg, während die Profitrate sank. Die Massenkaufkraft stieg.

8 Helga Schultz: Strukturwandel 8 Wachstum in OECD-Europa (Quelle: Graham/Sheldon,1991, 276)

9 Helga Schultz: Strukturwandel 9 Fallende Profitrate (Armstrong, 1991, Table A1)

10 Helga Schultz: Strukturwandel 10 Massenproduktion In den Goldenen Jahren holten die westeuropäischen Industrieländern den Übergang zur standardisierten Massenproduktion nach, den die USA in der Zwischenkriegszeit begann. Automobilisierung, Fernsehen, Telekommunikation, Kühlschränke, Wohnungsbau trugen den Wirtschaftsaufschwung in den westlichen Industrieländern. Westeuropa war auf dem Weg in die Konsumgesellschaft.

11 Helga Schultz: Strukturwandel 11 Nach der Fresswelle (Bundesrepublik Deutschland - Buchheim 1997, 126)

12 Helga Schultz: Strukturwandel 12 Automobilisierung Pkw pro Einwohner (Fischer, Handbuch, Bd. 6, 143)

13 Helga Schultz: Strukturwandel 13 Krise der Siebziger Die Goldenen Jahre endeten Mitte der siebziger Jahre –Im Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods, –In der ersten Ölkrise, –In der Krise der alten Industrien. Die westlichen Industrieländer bewältigten die Krise mit verstärktem Strukturwandel.

14 Helga Schultz: Strukturwandel Strukturwandel

15 Helga Schultz: Strukturwandel 15 Wachstum ist Wandel Wachstum und Strukturwandel von der Agrar- zur Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft waren miteinander verbunden. Der Wandel ging mit einer Erhöhung des Bildungsniveaus einher. Alltagskultur und Konsumstruktur veränderten sich durch wachsende Einkommen, mehr Freizeit, neue Möglichkeiten der Mobilität und Kommunikation.

16 Helga Schultz: Strukturwandel 16 Umbau der Landwirtschaft Der Anteil der landwirtschaftlichen Produktion und der landwirtschaftlichen Beschäftigten sank rapide, außer in dem weit fortgeschrittenen Großbritannien. Das lang anhaltende Wirtschaftswachstum ermöglichte einen schmerzarmen Strukturwandel im Generationenwechsel und sog die freigesetzten Arbeitskräfte auf.

17 Helga Schultz: Strukturwandel 17 Die Marginalisierung der Bauern

18 Helga Schultz: Strukturwandel 18 Dienstleistungsgesellschaft Die Dienstleistungsbranchen wuchsen stärker als die Industrie. Auch das war eine Frucht der steigenden Massenkaufkraft und diversifizierter Bedürfnisse (Kommunikation, Mobilität, Freizeit). Der Strukturwandel veränderte die Struktur und Qualifikation der Beschäftigten. Der Anteil der ungelernten und angelernten Arbeiter sank, die Zahl der höher und akademisch gebildeten Angestellten und Selbständigen stieg.

19 Helga Schultz: Strukturwandel 19 Sekundarschüler Anteil an 10-19jährigen

20 Helga Schultz: Strukturwandel 20 Neue Struktur des Außenhandels Die Struktur des Außenhandels veränderte sich nachhaltig. Der Anteil der Rohstoffe und Nahrungsmittel ging zugunsten der Industriegüter zurück. Der Außenhandel der europäischen Länder war nun nicht mehr Austausch der jeweils mangelnden Güter zwischen Rohstofflieferanten und Industrieproduzenten. Er dient nun der Befriedigung eines hoch differenzierten Massenverbrauchs an Industrie- und Luxusgütern.

21 Helga Schultz: Strukturwandel 21 Wachsende Verflechtung (Handel der BRD, Fischer, Handbuch Bd. 6, 462)

22 Helga Schultz: Strukturwandel Blüte des Sozialstaats

23 Helga Schultz: Strukturwandel 23 Dritter Weg Der Sozialstaat entwickelte sich auf der Grundlage von Wirtschaftswachstum und starken linken Parteien in allen westeuropäischen Ländern als neo- korporatistische, partizipatorische Demokratie. Plakat 1947

24 Helga Schultz: Strukturwandel 24 Varianten In der Bundesrepublik Deutschland in Gestalt der Sozialen Marktwirtschaft mit Wettbewerbsbeschränkungen in –Landwirtschaft, –Wohnungswirtschaft und –Gesundheitswesen. Das Schwedische Modell, das zum Skandinavischen Modell wurde, mit hoch steuerfinanzierten –staatlichen Sicherungssystemen, –staatlichem Gesundheits- und Bildungswesen.

25 Helga Schultz: Strukturwandel 25 Das Skandinavische Modell Gesellschaften, –die sowohl reich als auch egalitär sind, –in denen Konsens statt Konfrontation gesucht wird und dieser Konsens seinen Schwerpunkt eher links hat, –in denen ein extensiver Wohlfahrtsstaat mit einer wettbewerbsorientierten Privatwirtschaft koexistiert. Besonderheiten von Klima und Geschichte: –Kleine und offene Wirtschaften; –Kargheit des Landes und dünne Besiedlung; –Flache Hierarchien und schwache Herrschaft (Aristokratie, Bourgeoisie); –Partizipation der Bauern (Reichsstand).

26 Helga Schultz: Strukturwandel 26 Kontinuität und Neubeginn Ehrhards Soziale Marktwirtschaft verhieß Wohlstand für alle. Sie zielte indessen weniger auf sozialen Ausgleich als das schwedische Modell. Wahlplakat der fünfziger Jahre

27 Helga Schultz: Strukturwandel 27 Instrumente und Institutionen Die Instrumente: –Umverteilung über Steuern; –Tarifautonomie der Gewerkschaften und Tarifpartnerschaft von Gewerkschaften und Unternehmensverbänden unter Staatsaufsicht; –Mitbestimmung der Arbeitnehmer im Betrieb; –Soziale Sicherungssysteme mit Beteiligung des Staates.

28 Helga Schultz: Strukturwandel 28 Soziale Sicherung Die Sozialversicherungssysteme wurden so ausgebaut, dass sie nicht nur gegen Armut schützen, sondern Einkommen sichern. Die gesetzliche Rentenanpassung an die Lohnentwicklung in der Bundesrepublik im Jahre 1957 war ein Höhepunkt dieser Entwicklung.

29 Helga Schultz: Strukturwandel 29 Typen der Sozialversicherung MerkmaleFreiwillige Versicherung Pflichtversiche- rung Volksversiche- rung PrinzipSelbsthilfeStatussicherungGrundsicherung FinanzierungindividuellBeiträge lohnabhängig Steuern StaatseingriffeRahmenord- nung Gesetzgebung, Finanzgarantie umfassend Erfassungnur besser Verdienende nur abhängig Beschäftigte alle Staatsbürger VerbreitungFrüher die meisten Staaten, heute noch in der Schweiz Ursprünglich in Deutschland und Österreich, heute die meisten Staaten Skandinavien, später auch Großbritannien und Niederlande

30 Helga Schultz: Strukturwandel 30 Strukturwandel und Sozialstaat Strukturwandel und Massenwohlstand schlugen sich in einem wachsenden Anteil des Staatsverbrauchs an der Verwendung des Sozialprodukts nieder. Die Dienstleistungen des Staates in Verwaltung, Bildung, Gesundheitswesen und Daseinsvorsorge stiegen. Der Interventionsstaat wurde zum Sozialstaat. Dieser Prozess intensivierte sich im Gefolge der Krise der siebziger Jahre.

31 Helga Schultz: Strukturwandel 31 Ambivalenter Staatsinterventionismus Der wachsende Anteil von Beschäftigten im öffentlichen Dienst (Schweden: > 60%) wurde ein Faktor der Stabilität von Beschäftigung und Massenkaufkraft. Er begrenzte zugleich den Spielraum staatlicher Ausgabenpolitik. Die Keyniasischen Instrumente staatlicher Beschäftigungssicherung (Subventionen, staatliche Investitionen und Beschäftigungsförderung) wurden schon bei geringen Wachstumsschwankungen angewandt und führten zu wachsender Staatsverschuldung.

32 Helga Schultz: Strukturwandel 32 Staatsquote Öffentliche Ausgaben vom BSP incl. Sozialversicherung (Fischer, Handbuch, Bd. 6, 209)

33 Helga Schultz: Strukturwandel 33 Ende des Sozialstaats? Seit dem Ende des Goldenen Zeitalters wird der Sozialstaat nicht mehr vom keynesianischen Mainstream getragen. Neoliberalismus und neo-klassische Theorie gewannen die Oberhand und übten Fundamentalkritik. (Hayek: Der Weg zur Knechtschaft). Ist er tief genug in der europäischen Wirtschaftskultur verwurzelt, um auch den Umbau im Zeichen von demographischem Wandel und vermindertem Wachstum zu bewältigen?


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